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In our Time of Need
Szenen-Informationen
Charaktere Gast
Datum 3 Mai 1822
Ort Lazarett der Sphinx
Tageszeit Nachts
Crewmitglied der Sphinx
für 545 Gold gesucht
dabei seit May 2019
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#11
Ceallagh brummte. Musterte Shanaya für den Augenblick eines Wimpernschlags, ehe er sich herum wandte und mit erhobener Braue zu eben jenem Mann in seinem Rücken hinauf sah, dessen bitterer Tonfall ihm fast die Laune verhagelt hätte. Ein zaghaftes Schmunzeln umspielte Cealls Mundwinkel, während er mit der plötzlichen Hitze in seinem Körper kämpfte, die definitiv nicht vom Anblick seines Freundes aus Kindertagen herrührte. Hätte er sich ja fast denken können, dass dieser Dreckskerl den Mund nicht voll bekam.

“Sicher. Und nur, damit du dich beschweren kannst, mein Lieber.“

Es fiel ihm leicht dem Jüngeren gegen zu halten. Sein Schmunzeln zu spiegeln, das auf dem noch eine Nuance blasser gewordenem Gesicht irgendwie gespenstische Züge annahm. Letztlich drehte der Hüne ab und suchte mit fahrigem Blick nach einem Hocker, der ihm zumindest die Schwere seines eigenen Körpers abnahm. Denn wie eine Prinzessin zu Boden zu fallen verkraftete sein Ego nach der Rettungsaktion nicht.

“Dann wollen wir mal… Mutti ist ja da zum Händchenhalten.“

Noch während er mit der rechten Hand einen der Stühle am Esstisch zu sich heran zog, tanzten schwarze Pünktchen vor seinen Augen und ließen ihn mehr als unelegant auf dem Holz Platz nehmen, das knirschend einen Millimeter zur Seite rutschte. Wie so oft in seinem Leben verfluchte er diese Pistolen, die ihn nie anständig durchlöcherten.

“Wie geht’s deiner Seite?“

Zu reden lenkte ab. Machte die Schmerzen weniger präsent, die bei seinem Versuch, sich das Hemd vom Oberkörper zu ziehen, rasant durch seine Wirbelsäule fuhren. Tief einatmen. Tief ausatmen. Den Schmerz durch sich hindurch strömen und abklingen lassen. So hatte es schon immer funktioniert. An Tagen, an denen er weitaus zerfledderter aussah, als jetzt, wo er den Blick erst auf diese Dunkelhaarige und dann auf Lucien gleiten ließ.
Crewmitglied der Sphinx
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#12
Ein leises Glucksen entwich seiner Kehle und er neigte mit freundschaftlichem Spott in den grünen Augen den Kopf auf die Seite. Ceallaghs Schmunzeln wirkte auf ihn so ansteckend wie eh und je. Für einen Moment, einen kurzen Augenblick, fühlte es sich fast wie früher an; war er ihm so nah wie einst. Nur ein bisschen älter und gewachsen an den Jahren dazwischen.
Doch nur einen Herzschlag später verlor die Haut des Blonden an Farbe, wirkte die ganze hünenhafte Gestalt krank und geschlagen, und Luciens amüsiertes Lächeln wich einem ernsteren Gefühl.

Na, jetzt, da wir das hinter uns gebracht haben...“, erwiderte er spöttisch und nickte mit bedeutungsvoller Geste nach unten, damit Ceallagh sich in Bewegung setzte.

Er folgte ihm und während der Ältere sich schwer auf einen nahen Hocker fallen ließ, erkannte der Dunkelhaarige endlich, mit wem er überhaupt gesprochen hatte. Zunächst an ihrer Stimme und dann, nach wenigen Stufen, auch an ihrer Gestalt.
Shanayas Lächeln erwiderte er mit sanfter Belustigung. Einerseits, weil er die Erleichterung in ihrer Stimme kaum überhörte, andererseits weil ihm die Ironie bei 'endlos charmanter Gesellschaft' nicht entging. Na, dann würde er jetzt sein Bestes geben, diese Erwartungen auch zu erfüllen.
Sein Blick huschte zurück zu Ceallagh, dessen Frage er mit einem beiläufigen Kopfschütteln quittierte.

Schon genäht. Das schlimmste hab ich also überstanden.“ Wobei er eher an die Nadel dachte. Nicht ans Verbluten. Er warf Shanaya einen kurzen Seitenblick zu und erlaubte sich ein Lächeln. „Du bist bei ihr in guten Händen.
Crewmitglied der Sphinx
für 60 Gold gesucht
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#13
Shanaya lauschte vollkommen ruhig dem kurzen Dialog der Männer, ließ den Blick zwischen den beiden hin und her huschen. Sie wandten beide keine Worte an sie, sie mischte sich in diesem Moment also nicht ein, nickte dem Blonden nur kurz zu, als er sich zu einem der Stühle begab. Sie regte sich jedoch noch nicht, richtete die blauen Augen zuerst zu Lucien herum. Die junge Frau wog den Kopf etwas zur Seite, begab sich dann schließlich mit einem Seufzen zu dem Mann, der auf dem Stuhl Platz genommen hatte und sich nun darum bemühte, sein Hemd auszuziehen. Mit einer ruhigen Miene beobachtete Shanaya dieses Vorhaben, schnaufte dann leise, ehe sie den Gurt ihrer Tasche über ihren Kopf zog und sie Boden sinken ließ.

Du träumst doch bestimmt oft genug davon, von einer wunderschönen Frau mit einer Waffe ausgezogen zu werden, oder?“ Sie grinste beinahe schelmisch, redete aber einfach weiter, um den Blonden etwas abzulenken. „Hier ist deine Chance. Pass also gut auf und werde bloß nicht ohnmächtig. Du würdest verdammt viel verpassen.“

Sie grinste dem Blonden amüsiert entgegen, drückte das kleine Runde Döschen und das Stück Holz mit dem Faden drum herum Lucien in die Hand, warf ihm einen vielsagenden Blick zu. Seine Worte entlockten ihr ein warmes Lachen.

Nur, weil ich dich so gut behandelt habe, heißt das ja nicht, dass ich mit jedem so gutmütig umgehe.“

Noch einen Moment ruhten die blauen Augen auf ihrem Captain, ehe sie ihren Dolch aus der Scheide zog und näher zu Ceallagh heran trat. Mit vorsichtigen Fingern zog sie das Hemd, das durch das Blut an seiner Haut klebte, etwas hoch, setzte dann die Klinge an, um den Stoff mit einem gezielten Schnitt zu durchtrennen. Nun hatte sie freien Blick auf die Verletzung. Zuerst ließ sie jedoch noch einmal in die Hocke sinken, griff in ihre Tasche und kam mit einer gläsernen Flasche wieder hoch, deren Korken sie löste. Die Schwarzhaarige hielt dem Blonden das Gefäß hin, als wolle sie ihm einen Schluck Alkohol anbieten. Eigentlich war auch genau das ihr Gedanke gewesen – aber sie stand in einer guten Position. Also drehte sie die Flasche einfach um, sodass die Flüssigkeit über die Wunde des Mannes laufen konnte. So hatte er nicht wirklich die Chance, sich darauf vorzubereiten.

Willst du etwas zum drauf beißen? Die Kugel steckt recht tief, das ist sicher nicht angenehm.“

Nun kippte sie noch etwas von dem Alkohol über ihren Dolch, ehe sie dem Mann die Flasche doch in einer beinahe versöhnlichen Geste hinhielt.
Crewmitglied der Sphinx
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dabei seit Feb 2016
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#14
Nur flüchtig hob er den Blick, als Gregory sie für den Moment alleine zurückließ, um wie versprochen das zu holen, was diesen Schmerzen endlich ein wenig Einhalt gebieten würde. Dann schloss er abermals die Augen, um sich besser darauf konzentrieren zu können, dem Schwindel, der seine Welt noch immer zusätzlich zur Sphinx ins Schwanken brachte, entgegenzuwirken. Er kämpfte die Übelkeit herab – mehr schlecht als recht, aber gut genug, um nicht mehr das Gefühl zu haben, sich jede Sekunde übergeben zu müssen. Als Skadi Gregory oder ihm oder ihnen beiden versicherte, dass sie es schaffen würde, zuckte ein Hauch von Zuversicht in seinen Mundwinkeln. Er hatte aber auch nicht wirklich die Kraft, der Überzeugung in ihren Worten nicht zu glauben. Im Augenblick schien es ihm ohnehin nicht wichtig. Viel wichtiger war, dass sie es hinter sich brachten und er endlich, endlich ein wenig Ruhe finden konnte.

„Nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich es nicht mehr mitbekomme.“, brachte er hervor, ohne die Augen zu öffnen.

Langsam beugte er sich zumindest mit der einen Seite nach vorne, drückte dabei kurz die Hand, die Skadi noch immer auf seinem Knie liegen hatte und richtete den Blick erschöpft auf die schmutzigen Holzdienen zu seinen Füßen. Er war blass, spürte, dass seine Haare unangenehm an seiner schweißnassen Stirn klebten und begann daran zu zweifeln, den Alkohol so einfach runterzubekommen, wie er die ganze Zeit gedacht hatte.

„Hast du einen Eimer oder eine Schüssel oder sowas?“, fragte er schließlich und drehte den Kopf in ihre Richtung.

Vorerst rein zur Sicherheit. Er wollte ihr nämlich wirklich nicht einfach vor die Füße brechen.
Crewmitglied der Sphinx
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dabei seit Apr 2016
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#15
Wenn sie ehrlich war, hoffte sie, dass er wach blieb. Liam galt bei diesem Blindflug als ihr einziger Anhaltspunkt, ob sie etwas traf, das sie nicht treffen sollte. Ohne ihn, konnte sie sich nur noch auf ihr Bauchgefühl und den empfindlichen Tastsinn ihrer Finger verlassen. Denn auch wenn es nicht das erste Mal war, versicherte ihr niemand, dass sie den Unterschied von Metall und Fleisch an der Spitze des Löffels sofort bemerkte.

“Das Einzige, das ich dir übel nehme ist, wenn du mir den Löffel abgibst. Und glaube mir. Egal wo du landest… ich komme und verprügel dich.“

Wenn es nur so einfach wäre. Sie säße wohl nicht mehr hier. Hätte weder für Talins, noch Rúnars Sicherheit gesorgt und gefühlt die halbe Belegschaft der Marine auf dem Gewissen. Doch das war etwas, das nicht bis zu ihrem Verstand vordrang, als sie auf Liams Bitte hin nickte und die dunklen Augen nach einem Eimer herum wandte. Für einen Moment verharrte ihr Blick auf dem Neuankömmling, dessen Miene gleichsam schlecht wie die des Musikers aussah. Blondes Haar, das sich in alle Richtungen sträubte. Narben auf dem breiten Rücken, die seine Haut wie Krater etlicher Landminen überzogen. Nebendran Shanaya, die sich zu Lucien herum wandte, der unweit der Treppe entfernt… neben einem Eimer stand.
Ruckartig erhob sich die Nordskov, presste sich an der kleinen Gruppe vorbei, deren Unterhaltung sie kaum wahrnahm und kehrte mit einem leisen Klonk zurück. Der Eimer wackelte kurz unter der energischen Abwärtsbewegung und verstummte dann vollends.

“Wenn dir schwarz vor Augen wird oder du dich nicht mehr halten kannst, halt dich an mir fest okay?“

[bei Liam | dann an Shanaya, Ceallagh und Lucien vorbei | wieder bei Liam]
Crewmitglied der Sphinx
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#16
Ceallagh lachte leise. Wandte die blaugrünen Augen auf die junge Frau neben sich, die sich entweder einen sehr derben Scherz auf seine Kosten erlaubte oder so nett war, um ihn mit neckischer Plauderei von dem Abzulenken, was ihm bevorstand.
 
“Ach, würde ich das? Mh. Hoffentlich reden wir jetzt hier von dir und nicht davon, dass er mich sonst mit Tinte entstellt, wenn ich meinen Rausch ausschlafe.“
 
Ein amüsiertes Zucken durchfuhr seinen Mundwinkel, gefolgt von einem Aufleuchten der hellen Augen, die Ceallagh ruckartig zu Lucien herum wandte. Nicht, dass er davon ausging, dass der Jüngere sich noch an einen ihrer Streiche erinnern konnte – wenngleich es nicht viele davon gegeben hatte. Doch der Gedanke beruhigte ihn irgendwie daran, dass es zumindest eine Seele auf diesem Schiff gab, die ihm nicht gänzlich fremd war. So wie die Dunkelhaarige sich benahm, rechnete er auch nicht damit, dass sie zimperlich mit ihm umsprang. Eher im Gegenteil. Es gab die Sorte Frau, die ihrer sadistischen Neigung nachkam, wenn ihr ein Mann ausgeliefert war, als auch jene, die darin eine sehr schräge Art des Vorspiels sah. Wozu diese Shanaya gehörte, blieb als großes Fragezeichen zurück. Womöglich beides. Ganz sicher sogar, wenn er mit einem leisen Zischeln zwischen zusammengepressten Zahnreihen in die feiste Miene blickte, während sie ihm so großzügig Alkohol über die Wunde kippte. Ihr Glück, dass er nicht einfach nach ihrem hübschen Gesicht ausholte. Verdient hätte sie es.
 
Daran änderte auch nicht einmal der klägliche Versuch einer kleinen Entschädigung etwas, die er ihr mit den Fingern seines unverletzten Armes abnahm. Ganz davon abgesehen, dass das Zeug zwischen seinen Lippen scheußlich schmeckte.

“Wäre sehr freundlich.“, entgegnete Ceallagh mit einem kurzen Ziehen seiner Nasenflügel  und wandte  seinen Blick, unter dem widerlichen Alkohol schwer atmend, wieder einmal von ihr auf Lucien zurück.
 
“Ich hoffe euer Rum an Board schmeckt besser als das. Davon hätte ich nachher gern einen. Oder drei.“
Crewmitglied der Sphinx
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#17
Nimm’s nicht persönlich. - Sollte der Fall tatsächlich eintreten, aber Liam behielt den Gedanken für sich, der hauptsächlich auf seinem schmerzgeplagten Gemüt beruhte. Stattdessen bemühte er sich um flüchtiges Lächeln, das schwach darüber informierte, über welchen Teil ihrer Worte er sich jetzt lieber den Kopf zerbrochen hätte.

„Ich glaube, der Löffel ist bei dir definitiv in den besseren Händen.“, brachte er skeptisch hervor und musterte das Werkzeug mit zusammengeschobenen Augenbrauen, bevor er hörbar schluckte.

Skadi tat ihm auch den nächsten Gefallen. Liams Augen folgten ihrer Gestalt für einen kurzen Moment, ehe er feststellen musste, dass das Bild verschwamm. Scharf sog Liam die Luft ein und schloss abermals die Augen. Bei der Achten Welt, womit hatten sie das bloß verdient? Was war an diesem Abend schiefgelaufen, dass es so eskaliert war? Hatte man es wirklich auf sie abgesehen gehabt oder war es bloß Zufall gewesen? Ein leises, metallenes Geräusch auf den Holzdielen schreckte ihn aus seinen Gedanken. Skadi ließ sich wieder neben ihm nieder und erinnerte ihn damit unweigerlich daran, dass sie es bald schon schlimmer machen würde. Schmerzhafter. Endgültiger. Er nickte, schwieg aber in der Hoffnung, dass es nicht von Belang sein würde.

„Was ist mit dir?“, fragte er schließlich leise aber besorgt, nachdem er erfolglos nach Gregory Ausschau gehalten hatte.

Mit dem linken Fuß rückte er den Eimer zurecht, ehe er in das blasse Gesicht der Nordskov blickte. Er fühlte sich absolut nicht wohl dabei, derart angewiesen zu sein, Probleme zu bereiten.
Crewmitglied der Sphinx
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#18
Machte er gerade wirklich einen Wortwitz? Dieser Kerl war einfach unverbesserlich. Skadi schmunzelte, schüttelte fast schon den Kopf, als unterdrückte sie damit den Drang ihm mit dem Zeigefinger gegen die Schläfe zu schnippen, nur um kurz darauf zu verschwinden und mit einem Eimer zurückzukehren.

Seine Frage verstand sie ihm ersten Moment nicht. Entgegnete nur mit einem leisen “Mh?“ und musterte das blasse Gesicht des Musikers mit schief gelegtem Kopf.
Was sollte schon mit ihr sein? Sie stand im Gegensatz zu ihm und hatte vielleicht mit Ausnahme von ein paar Prellungen und Schürfwunden nichts, was Zentimetertief in ihrem Körper steckte.

“Mir geht’s gut. Keine Sorge. Solltest mal die Typen sehen, die sich an Talin vergreifen wollten.“, fügte die Nordskov mit seinem süffisanten Schmunzeln und Unterton in der Stimme hinzu. “Die brauchen weitaus mehr als nen Kugellöffel.“

Es war nicht so, dass sie damit angeben wollte, doch wenn es dazu beitrugt Liam von seinen Schmerzen abzulenken, war ihr jedes Detail Recht, das sie vor und nach ihrem Zusammentreffen zu berichten hatte. Dennoch ließ die Jägerin ihren Blick über die dichten Locken in den Raum gleiten, um irgendwo in einer der Ecken Gregory entdecken und ihn mit scharfen Blicken zur Eile zu ermahnen. Denn ehrlich gesagt ließ er sich mit seinen Wunderkräutern ziemlich viel Zeit.
Crewmitglied der Sphinx
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#19
Es war eine Kleinigkeit. Eine Kleinigkeit, die Skadi zeigte, dass es noch nicht ganz so schlimm um ihn bestellt war (vermutlich) und eine weitere Kleinigkeit hervorrief, die seine Situation für ihn zumindest wenige, schnelle Herzschläge ein wenig erträglicher machte. So lange jedenfalls, bis ihm der Kugellöffel wieder in den Sinn kam und er schlagartig wieder froh darüber war, vorsorglich um etwas gebeten zu haben, in das er seine Übelkeit leeren konnte, wenn der haltlose Moment gekommen war. Die Erleichterung über ihre Antwort zeichnete sich nur schwach in seiner Blässe ab. Sie in Frage zu stellen, kam ihm in diesem Augenblick nicht in den Sinn. Den Umständen entsprechend hing er ganz automatisch davor. Denn gut ging es hier gerade wohl keinem von ihnen. Weder denen, die verletzt worden waren, noch denen, die mühsam versuchten, sie wieder zusammenzuflicken.

„Sie kann sich glücklich schätzen, dass du da warst.“

Nicht, weil er Talin nicht zutraute, sich selbst zu verteidigen. Aber das hier waren keine grobschlächtigen, manierlosen Kerle gewesen, die ihnen an die Wäsche gewollt hatten – das Ziel war der Tod eines jeden von ihnen gewesen. Sonst hätten sie nicht derartige Geschütze aufgefahren. Sein Magen drehte sich abermals. Liam schluckte die Übelkeit mitsamt der Erkenntnis herunter, dass das alles geplant gewesen war.

„Du hattest sowas schon mal gemacht, nicht wahr?“, versuchte er sich letztlich daran zu erinnern, aber im Endeffekt war es egal.

Skadi war ihm lieber als jeder andere in diesem Raum. Und Gregorys Fertigkeiten wurden mit Sicherheit wo anders eher gebraucht als bei ihm. Liam räusperte sich, beugte sich abermals nach vorne und atmete wenige Male tief durch, bis sich sein Magen wieder stabil genug anfühlte, den Kopf zur Seite in Skadis Richtung zu drehen.

„Und ich warne dich. Wenn du auf die Idee kommst, das Ding danach in einem Reagenzglas aufzubewahren und mir morgen unter die Nase zu halten, dann -“

Er bemühte sich, nicht ganz so ernst zu klingen, wie er es meinte. Skadi kannte ihn gut genug, um den Witz darin auch dann zu verstehen, wenn ihn der Spaß weitestgehend verlassen hatte. Aber im Augenblick fand er den Gedanken wirklich alles andere als berauschend. Flackernd kamen ihm die Bilder von damals in den Sinn, all die Gläser mit Dingen, bei denen man manchmal nur hatte erahnen können, was sich in der Flüssigkeit darin befunden hatte. Die Tatsache, dass er damals ein Kind gewesen war, machte die Erinnerung nicht gerade bunter.
Crewmitglied der Sphinx
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dabei seit Apr 2016
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#20
Jeder konnte sich glücklich schätzen, dass sie an diesem Abend Talin nicht von der Seite gewichen war – bis zumindest dieses Kanonenkugelgeschoss ausgetaucht war. Zwar war sie nicht gänzlich unverletzt geblieben, doch soweit wohlauf, dass Lucien ein Tobsuchtsanfall erspart blieb.
Skadi hatte somit für Liams Worte nur ein mattes Lächeln übrig. Den Blick abgewandt und mit einer wachsenden Unruhe in den Gliedern, die sie bald nicht mehr mit tiefen Atemzügen unterdrückten konnte. Wo blieb Gregory denn verdammt?

“Möchtest du das etwa nicht als Andenken an eine wilde Nacht behalten?“, schlüpfte es unter einem matten Schmunzeln über die vollen Lippen, während Skadi langsam den Kopf wieder zu Liam herum wandte. Was glaubte er denn? Dass sie sich einen Spaß daraus machen würde, dass er ihr vor Schmerz bald vom Stuhl kippte? Da gab es weitaus bessere Dinge, mit denen sie ihn ärgern konnte.
“Aber nett von dir mich vorzuwarnen. Besser ich behalte den Eimer, wenn das hier vorbei ist. Nur für den Fall.“

Wie einem Kind, legte sie ihm ihre flache Hand auf die dichten Locken und entwirrte das verklebte Konstrukt, bis sie sich seufzend erhob. Allmählich hatte sie die Geduld verloren darauf zu warten, dass das bärtige Langhaar zurück kam und sie dazu übergehen konnte, ihren Kameraden von dem Metall in seinem Arm zu befreien.

“Bin gleich wieder da.“
Hoffentlich blieb Liam lang genug aufrecht, bis sie mit den Schmerzmitteln und einem Lederriemen zurück war. Andernfalls mussten Shanaya und Lucien ihn wieder aufrichten. Oder der weißhaarige Fremde, der etwas planlos im Raum herum stand und etliche Mullbinden auf den Armen trug.
Wie ein Schatten huschte sie an allen vorbei in Richtung des Vorratsschrankes, an dem auch Gregorys Tasche auf dem Boden stand. Angesichts der derzeitigen Situation war es ihr vollkommen gleich, ob er es guthieß, dass sie darin herum kramte und nach dem suchte, was er wohl zu holen beabsichtig hatte. So wie sie ihn einschätzte, würde er nach diesem Abend auch nichts darauf erwidern. An jeder Ecke stand oder saß jemand, der versorgt werden musste. Je mehr Hände seine Arbeit unterstützten, desto besser.
Und wollte sie sich gerade mit den gefundenen Fläschchen herumdrehen und nach einem Ledergürtel an einer der Hängematten strecken, huschten die dunklen Augen auf einen Anblick, der sie zu Eis gefrieren ließ. Enrique. Angeschossen und mit zusammenpressten Augen auf einem Hocker. Dicht daneben Gregory, der emsig wie eine Biene um ihn herum schwirrte und dessen Abwesenheit augenblicklich Sinn ergab.
Ein lautes Husten riss sie aus ihrer Starre und zerrte ihren Blick von den beiden Männern. Verkrampft umklammerten die langen Finger das kalte Leder und zogen es mir klimpernder Schnalle zu sich heran. Sie hatte später noch genug Zeit sich über Enrique den Kopf zu zerbrechen. Immerhin lebte er noch. Mehr war im Augenblick nicht wichtig.
Dann wandte sie sich schon ab, vorbei an Rúnar und der kleinen Gruppe um Lucien. Auf direktem Weg zurück zu Liam, dessen blasser werdendes Gesicht ihr allmählich Sorgen bereitete.

“Hier.“, raunte sie zu dem Lockenkopf hinab und reichte ihm sowohl eines der Fläschchen als auch den Gürtel in ihrer Hand. Zwar würde das Schmerzmittel etwas von dem Abdämpfen, was gleich durch seinen Körper schoss wie Peitschenhiebe, doch das braune, abgenutzte Leder verhinderte zumindest, dass er sich noch obendrein die Zunge abbiss.  
Kaum hatte sich die Nordskov auf den Schemel gesetzt und den Rest der Flaschen neben sich abgestellt, plätscherte bereits der erste Schwall Alkohol über den Kugellöffel auf den Boden.

“Sag Bescheid, wenn du bereit bist.“

[erst bei Liam | dann vorbei an Lucien, Ceall, Shanaya und Rúnar | erblickt Enrique und Greg | kehrt dann zu Liam zurück]


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