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In our Time of Need
Szenen-Informationen
Datum 3 Mai 1822
Ort Lazarett der Sphinx
Tageszeit Nachts
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Nov 2015
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#1
In our Time of Need

Nacht/früher Morgen des 03. Mai 1822
Jedes Crewmitglied, das Lust hat, sich ins Getümmel zu schmeißen

Eine innere Unruhe, eine Befürchtung, hatte Shanaya an Deck getrieben. Die Nacht lag still über der Sphinx, nur sachter Wind ließ die Segel leise rascheln. Einen Moment schloss Shanaya die Augen, lauschte den Wellen, dem Wind. Es deutete Nichts darauf hin, dass sie verfolgt wurden. Trotzdem blieb diese Unruhe, zwickte sie tief in ihrem Inneren. Aber viel mehr, als das was in diesem Moment unter Deck geschah, würde ihnen so oder so nicht übrig bleiben. Sie mussten die Verletzten schnell versorgen, sich ausruhen und zeitig wieder aufbrechen. Also öffnete die Schwarzhaarige die Augen wieder, ließ den hellen Blick noch einmal schweifen. Nichts außer Dunkelheit, die jedes Licht verschlang.
Also wandte sich die junge Frau wieder um, bewegte sich mit gezielten Schritten wieder auf die Treppe zu, die sie unter Deck führte. Von dort drangen einige Geräusche zu ihr, die sie anlockten, ihr Herz ein wenig schneller schlagen ließen. Die eigenen Wunden waren kaum erwähnenswert, ein Ratscher an der Seite, kleine Schnitte an den Armen und Händen. Morgen würde sie gewiss Nichts mehr davon bemerken. Aber wie sah es mit den Anderen aus? Nur noch wenige Schritte fehlten, ehe sie das Lazarett erreicht hatte und den Blick kurz schweifen ließ. Müdigkeit kroch ihr langsam in die Knochen, aber an Schlafen war in diesem Moment nicht zu denken. Also blickte sie sich suchend um, ob sie irgendwo noch etwas tun konnte.
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Feb 2016
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#2
Die Welt drehte sich noch immer – unabhängig vom Seegang, der die auf den Wellen schaukeln ließ. Ihm war schlecht und sein Kopf dröhnte, seit sein Körper unter dem mangelnden Adrenalin nachgegeben hatte. Die Gestalten rauschten an ihm vorbei. Er hatte recht schnell feststellen müssen, dass es ihm unmöglich war, dem Treiben zu folgen. Sein Oberarm pochte, als würde er gegen seinen eigenen Oberkörper ankämpfen und seine Finger kribbelten unangenehm taub. Liam vermutete, dass es daran lag, dass er sie ziemlich lange in sein eigenes Hemd gekrallt hatte, um den Schmerz zu übergehen. Und trotzdem hatte er Gregory versichert, dass es Zeit hatte und dass die übrigen seine Hilfe mehr benötigten. Seitdem war die Zeit an ihm vorbeigerauscht, bis Skadi ihn angewiesen hatte, sein Hemd auszuziehen. Er hinterfragte ihre Aufforderung nicht, ebenso wenig den distanzierten Ton ihrer Stimme, der richtig und falsch zugleich klang. Vorsichtig begann er, sich zuerst mit der Linken aus dem Stoff zu schälen, ehe er mit vor Schmerz verzogenem Gesicht versuchte, den in Blut getränkten Ärmel von der Wunde zu lösen. Zumindest hatte es aufgehört zu bluten, dachte er. Das war ein gutes Zeichen, oder nicht? Wie viel Zeit war seither eigentlich vergangen? Eine weitere Gestalt unterbrach ihn in seinen Gedanken. Er blickte auf und erkannte Gregory.

„Was ist mit den anderen? Geht es ihnen gut?“, fragte er teils aus ehrlicher Sorge, teils weil er hoffte, seine Behandlung noch etwas hinauszögern zu können. „Es ist bestimmt halb so wild. Mit ein, zwei Stichen erledigt oder so.“

Mit der Hilfe der beiden Anwesenden zogen sie ihm das Hemd über den Kopf.
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Apr 2016
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#3
Die Welt drehte sich um sie wie ein Tornado – sie selbst stand mitten im Auge des Sturms. Mit einem Kind im Arm, das noch vor wenigen Stunden geatmet und womöglich um Hilfe geschrien hatte. Die Stimmen der anderen Gestalten, die wie dunkle Schatten an ihr vorbei huschten, drangen wie durch Watte an ihre Ohren. Dumpf und so verzerrt, dass Skadi ihnen kaum Beachtung schenkte. Seitdem sie den leblosen Körper des jungen Scortias tief im Bauch der Sphinx versteckt und mit einer Decke verborgen hatte, als würde er frierend unter Deck schlafen wollen, war sie hinauf geeilt, um den anderen zur Hand zu gehen. Wort- und Gedankenlos. Hatte blind Befehle befolgt und keine Sekunde ausgelassen, um sich vor dem nagenden Gefühl zu retten, das sich stetig fester um ihre Brust schlang. Nicht stehen bleiben. Es verfolgte sie wie eine Mahnung. Immer in Bewegung bleiben. Bis sie erschöpft zusammenbrechen würde. Und selbst dann würde sie wieder aufstehen, um nicht mit ihren Gedanken und Emotionen allein zu sein, die der Tod des Jungen in ihr frei legte.

“Außer Aspen und Taranis sind alle wohlauf.“, murmelte sie Liam entgegen, während sie den Stoff über seine dichten Locken zog und einen prüfenden Blick auf die dunkle Stelle frischen Blutes auf seinen Arm warf. Viel zu schwach drang das Licht zu ihnen hinüber, um wirklich erkennen zu können, ob es ein bloßer Streifschuss war oder sich tief in seinen Arm gefressen hatte, sodass sie sich einen der Kerzenständer näher zu sich heran schob und dabei die Rückseite seines Armes begutachtete.

“Greg… ich brauch deine Hilfe.“ Sie bellte es laut und deutlich über das anhaltende, laute Gewusel des Raumes hinweg. Übertönte damit die stetigen Schritte, das Stimmengewirr, das augenblicklich zu einem undeutlichen Klangteppich abebbte, als sie den Kopf hinab senkte und sich vor Liam auf einem Hocken niederließ.
Sie spürte den Körper des Schiffsarztes neben sich auftauchen. Sah seine Silhouette schwach im Augenwinkel und seufzte.
“Schusswunde. Ziemlich tief. Die Kugel steckt womöglich noch drin. Keine Austrittswunde auf der Rückseite.“
Was so viel bedeutete wie, dass sie das Teil nicht ohne seine Anweisung aus dem Arm ihres Freundes heraus holte. Zu viel konnte sie mit nur einer falschen Bewegung zerstören.
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Aug 2017
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#4
"Hier. Nimm das gegen die Schmerzen. Vielleicht reicht es nicht, wenn es noch weh tut, wenn die Sanduhr durch ist, dann sag bescheid!"

Der Schiffsarzt wandte sich ab, sah zu Rúnar hinüber, griff nach ein paar Mullbinden im Regal und ging zu ihm.

"Wenn du noch mehr brauchst, schau in der Kiste nach, die Anderen brauche ich gleich."

Er wartete die Bestätigung gar nicht erst ab, sondern griff in seine Arzttasche, in der Hoffnung noch etwas vorbereitetes Schmerzmittel zu finden. Zwei kleine Fläschchen klirrten leise, ehe er sie herauszog.
Danach muss ich wohl neue machen, oder es muss ohne gehen ...

"Greg… ich brauch deine Hilfe."

Irgendwie waren das in den letzten Stunden — wieviel Zeit war eigentlich vergangen? War es noch Nacht oder schon Tag? — die häufigsten Worte, die er gehört hatte. So oder so ähnlich zumindest.
Und trotz des harten Tonfalls reagierte er prompt und ohne sich angegriffen zu fühlen.
Kurz darauf stand er neben Skadi und griff vorsichtig nach Liams Schulter, um sie zu drücken, während er ihrer Erklärung lauschte. Das Entfernen des Hemdes hatte den Schorf mit von der Wunde gerissen, die prompt erneut angefangen hatte leicht zu bluten.
Hoffentlich wird das nicht mehr.
Aber was half es?
Greg ließ ihm keine Zeit zu protestieren, jetzt tat es vermutlich eh schon weh, also tastete er die Umgebung der Wunde sorgfältig ab, bis er den Fremdkörper fühlte.

"Ja, die Kugel ist noch drin und sitzt recht tief. Etwa vier oder fünf Zentimeter und etwas weiter rechts, als das Eintrittsloch. Zum Glück nicht all zu nah an den großen Adern. Das wird weh tun, selbst bei einem gerade Schusskanal."

Seine Augen suchten Liams.

"Willst du etwas gegen die Schmerzen? Wenn ja, willst du wach bleiben? Würde ich dir zu raten."

Falls Liam etwas wollte, bekäme er entweder Alkohol oder eines der Fläschchen zum trinken und den Inhalt eines Blattes um ihn unter die Zunge zu klemmen, was ihm lieber wäre, erst danach wandte er sich, mit dem Hemd in der Hand, zu Skadi.

"Um die Kugel heraus zu bekommen nimmst du den Kugellöffel."

Dabei zog er einen Löffel, dessen Kelle kaum Größe als eine Kugel war, mit einem langen Griff, aus seinem Gürtel. Den hatte er Heute schon häufiger genutzt und immer wieder gereinigt.

"Reinschieben bis zur Kugel, dann seitlich weg, am Besten nur die Kelle, bis sie um die Kugel greift, dann in die andere Richtung anwinkeln und vorsichtig herausziehen, damit kein weiterer Schaden entsteht, und du die Kugel nicht verlierst. Sonst musst du nochmal in die Wunde. Traust du dir das zu? Oder soll ich das machen?"

Mit Hilfe seiner Hände und dem kleinen Loch im Ärmel verdeutlichte er noch einmal, was er gerade erklärt hatte, ehe er ihr den Löffel hinhielt und sie abwarten ansah.
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Feb 2016
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#5
Er schluckte und schloss die Augen für einen Moment, während die beiden Crewkameraden vor seinem inneren Auge erneut niedergingen, bevor sie das Schiff erreicht hatten. Die Erinnerung traf ihn hart. Bevor Skadi ihm geantwortet hatte, hatte er ihren Tod im Delirium ertränkt. Flüchtig suchte er im schummrigen Kerzenlicht nach der Gestalt Shanayas, die trotz der offenen Abneigung mehr mit Aspen verbunden gewesen war. An Elian dachte er erst danach, bis der Druck auf seinem Oberarm ihn mit schmerzerfülltem Zischen wieder herumwirbeln ließ. Aber auch, wenn es höllisch wehtat - er glaubte an seine Prophezeiung, die die Brünette gleich mit Sicherheit bestätigen würde. Doch Skadi rief nach Gregory. Die Übelkeit in seinem Inneren bäumte sich beunruhigt auf.

Dem Schiffsarzt galt ein gequältes Lächeln, doch er hoffte, dass die Dankbarkeit zumindest annähernd in seiner schmerzerfüllten Mimik zu erkennen war. Es fiel ihm schwer, sich auf Skadis Erklärung zu konzentrieren. Obwohl es seinen eigenen Arm betraf, wollte er es gerade eigentlich gar nicht so genau wissen. Er wollte, dass der Schmerz endlich aufhörte. Und, dass der Arm dran blieb. Ach, eigentlich hätte er ganz gern einfach nochmal im Gestern gestartet. Vorgewarnt. Er brauchte einen Moment, bis er merkte, dass Gregory nicht mehr mit Skadi sprach sondern mit ihm.

„So schlimm kann es doch nicht werden...?“

Liam sagte das nicht, weil er ein besonders harter Kerl war (auch wenn man ihn selten jammern hörte). Er sagte es, weil er davon überzeugt sein wollte, dass es nicht noch schlimmer werden konnte und verriet sich dadurch, dass sein Ton am Ende des Satzes ungewöhnlich hoch wurde. Die Gesichter, in die er blickte, blieben ernst. Und waren Antwort genug. Er bemühte sich, den Arm nicht reflexartig aus ihren Griffen zu ziehen.

„Das Wirkungsvollste, was du hast.“, gab er letztlich kleinbei.

Auf einen weiteren Schlag auf die Rübe konnte er verzichten. Schwindeliger wurde es ihm allein von den Fetzen der Erklärung, die bei ihm hängen blieben und ihm sagten, was man gleich mit ihm anstellen würde.


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