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Kapitel 8 - Schleichende Wasser
Crewmitglied der Sphinx
für Gold gesucht
dabei seit Aug 2020
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#21
Gedanklich wusste Soula vielleicht schon, worauf sie sich eingelassen hatte. Praktisch war sie noch überfordert und brauchte definitiv Anweisungen. Sie war aber auch sehr wissbegierig. Sie wollte nicht nur im Weg herumstehen, sie wollte helfen, soweit sie es konnte. Es fiel ihr nur schwer zu erkennen, was Priorität hatte. Mit Sicherheit wurde das besser, je länger sie sich an Board befand. Das waren gerade mal ein paar Tage und sie hoffte jetzt schon, dass es ihr die Crew nicht übel nahm, dass sie nicht genau wusste, was zu tun war. Ihre eigeninitiatives wollte sie aber auch zeigen und fragte Alex deswegen direkt, was sie tun konnte. Der Blick, mit dem er sie bedachte, enthielt einen Hauch von Spott. Das hatte sie noch deutlicher damals bei Shanaya bemerkt. Ja, Soula war das erste Mal auf See. Aber sicher, waren auch alle anderen irgendwann mal das erste Mal auf See gewesen… Gut, damit musste sie jetzt wohl die erste Zeit einfach umgehen lernen. Mehr als diesen kurzen Gedanken widmete sie dem Thema deswegen auch nicht, gerade gab es eindeutig Wichtigeres. Wenn es also etwas gab, bei dem sie Unterstützung leisten konnte, dann würde sie das ohne Murren tun. Die Anweisung, dass sie mitkommen sollte, blieb nicht lange ungehört. Soula folgte ihm direkt.

Sie schlüpfte hinter ihm durch die Tür und ließ ein leises Danke erklingen, während sie ihm schon weiter folgte. Sie hörte seinen Worten aufmerksam zu und nickte. Soula hatte definitiv nicht vor gehabt, sich in erster Reihe aufzuhalten. Sie wusste genau, was sie konnte und auch, dass kämpfen und das überblicken solcher Situationen aktuell nicht zu ihren Stärken gehörte. Trotzdem war sie dankbar, dass Alex das nochmal betonte. Soula wäre im Vordergrund alles andere als eine Hilfe und es war gut, dass das nicht nur ihr klar war.

Deswegen nickte sie und meinte zustimmend: “Das ergibt auf jeden Fall Sinn. Mit keiner Erfahrung halte ich mich lieber zurück.” Anschließend wandte sich Alex zu den anderen und gab die Befehle des Captains weiter. Bei den Worten über das Verderben, musste Soula schmunzeln. Dann sagte er auch ihr, was sie zu tun hatte und sie nickte. “Okay, ich kümmer mich drum.” Sie sah zu Skadi, die noch ein paar Fragen an Alex stellte. Soula selbst wollte allerdings keine Zeit verlieren und folgte direkt der Anweisung, die sie bekommen hatte, um nach den Enterhaken und Tauen Ausschau zu halten.

[erst unter Deck im Mannschaftsraum | bei Alex, Skadi, nahe Greo ||
Dann Lagerraum | Alleine ]
Crewmitglied der Sphinx
für Gold gesucht
dabei seit Mar 2020
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#22
Fast hätte es ihm um die traute Zweisamkeit leidtun können, die sie offensichtlich störten und der nicht einmal Luciens Anweisungen an Deck ein Ende hatte bereiten können. Doch Alex‘ Blick huschte nur flüchtig von Ceallaghs Visage hinüber zu Talin, bis ihm der beherzte Griff des Blondschopfs, der an ihm vorbei nach draußen schritt, ein Seufzen entlockte. Mit einer beiläufigen Bewegung des Handgelenks schob er den Arm des Jüngeren zur Seite und wandte sich ab, um gemeinsam mit Soula tiefer in den Bauch des Schiffes vorzudringen und die restlichen Anweisungen zu überbringen, die man ihm aufgetragen hatte. Es brauchte nicht lange, bis der dunkle Schopf Skadis von der Treppe zum Frachtraum her heraufschnellte. Im Gegensatz zu Ceallagh und Talin nahm er ihr vielleicht sogar ab, dass sie von der Unruhe an Deck dort unten nichts mitbekommen hatte. Die Augenbrauen den Lockenkopfs schoben sich skeptisch zusammen ob des gar nicht mal so gereizten Tons der Jägerin – im Vergleich zu den letzten Wochen klang sie fast schon ‚gut gelaunt‘. Statt die Stimmung der Brünetten weiter zu hinterfragen, wandte er das Gesicht wieder Soula zu und nickte knapp.
 
„Es sei denn, du hängst nicht allzu sehr an deinem Leben.“
 
Ein flüchtiges Schmunzeln galt ihr, ehe sie an Skadi vorbei nach unten in den Frachtraum huschte. Es sei denn, sie war mit ähnlichem Glück wie Trevor gesegnet – eine Möglichkeit, die er an ihrer Stelle sicherlich nicht erproben wollen würde.
 
„Vier bis Fünf Meilen, schätze ich.“, antwortete er Skadi, die mittlerweile knapp vor ihm stand. „Ein kleinerer Zweimaster. Vermutlich Händler. Und da sie recht erpicht darauf sind, zu fliehen, ist die Wahrscheinlichkeit recht gering, dass sie Teil einer größeren Flotte sind. Aber wer weiß schon, was der Nebel vor uns verbirgt, hm?“
 
Als Schritte hinter ihm ertönten, hatte er einen flüchtigen Blick nach hinten geworfen, doch der schweigende Hüne schien keine Neuigkeiten mit sich zu bringen.
 
„Braucht ihr meine Hilfe hier unten?“, fragte er schließlich und musterte Skadi. Nicht, dass er ihr ihre Aufgabe nicht zutraute – aber gleichzeitig eine unerfahrene Leichtmatrosin anzuleiten, machte die Angelegenheit etwas schwieriger.

{ Soula & Skadi & Greo | Mannschaftsdeck }
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Nov 2015
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#23
Es dauerte keine Minute, bis Liam die Entfernung geschätzt hatte und eine entsprechende Antwort nach unten rief. Etwa fünf Meilen – plus, minus, denn das ließ sich auf offener See ohne Fixpunkte nur schwer abschätzen – und mindestens zehn Mann an Deck. Zehn Mann war gut, wenn es bei dieser Zahl blieb, denn dann wären sie nicht nur schneller, sondern auch in der Überzahl.
Lucien nickte bestätigend, ohne darüber nachzudenken, ob der Mann im Krähennest die Geste überhaupt mitbekam. Ohnehin dachte der junge Captain gerade an nichts, was nicht dem ins Auge gefassten Ziel diente und es waren genau diese Situationen, die er so genoss, weil er keine Zeit für die üblichen Sorgen hatte und keine Gedanken verschwendete an Dinge, die ihn vielleicht oder vielleicht auch nicht hätten belasten können. Er handelte, traf innerhalb weniger Herzschläge Entscheidungen aufgrund kühler Berechnung und nüchterner Erfahrung. Und wo ihm die fehlte, konnte er sich Hilfe holen. Zum Beispiel Ceallagh. Oder Tarón.
Als der Ältere eine mögliche Strategie einwarf, huschten die tiefgrünen Augen kurz zu ihm, dann zu Shanaya hinüber, die ihre Zustimmung ausdrückte, und ein nachdenkliches Stirnrunzeln folgte. Ihre Beute in die Nebelwand drücken...? Er winkte Tarón zu sich hinauf aufs Achterdeck.

Das musst du mir nochmal genauer erklären, sobald Ceallagh hier ist. James!“ Damit wandte er sich an den Leichtmatrosen und trat mit einer Hand am Tau zur Seite, um ihm deutlich zu machen, dass er übernehmen sollte. „Pass auf, dass das Segel gut vor dem Wind bleibt.

Lucien ging nicht davon aus, dass sich die Windrichtung ändern würde, weshalb er wohl auch nicht daran dachte, auch zu erklären, was James dann hätte tun müssen. Seine Gedanken huschten längst weiter zu dem Plan, den Tarón angeschnitten hatte und der möglicherweise von Erfolg gekrönt sein könnte. Trotzdem wollte er dazu Ceallaghs Meinung wissen, der die Gewässer seiner Heimat sicherlich am Besten kannte. Vielleicht war ihm auch das Phänomen dieses Nebels vertraut. Etwas, das es hier oben öfter gab?
Er kehrte zu Shanaya zurück, kaum dass James das Segel übernommen hatte und blieb vor dem Kartenpult stehen, wo er auch Tarón erwartete. Das kurze Wortgeplänkel zwischen der Schwarzhaarigen und ihrem Frischling entlockte dem 21-Jährigen dabei ein amüsiertes Schmunzeln. Doch da in diesem Augenblick Ceallagh die Stufen zum Achterdeck erklomm, erübrigte sich jeder Einwand seinerseits.
Lucien sah auf, sah dem Blonden entgegen und bemerkte auch das Auftauchen seiner kleinen Schwester nur Augenblicke später. Dann kehrte seine Aufmerksamkeit zu seinem alten Freund zurück, der sich bereits zu ihm gesellte und dessen Züge nachdenklich in die Ferne wiesen. Sah ganz so aus, als hätte er sich in Ceallagh nicht getäuscht. Ihm schien tatsächlich etwas einzufallen, dass ihnen in dieser Gegend von Nutzen sein konnte – ganz unabhängig von den Karten und den Eigenheiten des Meeres hier, die Shanaya ganz gewiss ausführlichst recherchiert hatte, bevor sie Calbota verlassen hatten. Allerdings erschloss sich ihm der Sinn hinter den Worten des Blonden nicht sofort. Einen Riesenkraken? Unwillkürlich zog Lucien eine Braue in die Höhe und sein Mundwinkel verzog sich zu einem amüsiert-spöttischen Schmunzeln.

Auf mein Verhältnis zu Glück sollten wir uns gerade jetzt lieber nicht verlassen.“, erwiderte er mit einem selbstironischen Unterton in seiner ansonsten belustigten Stimme. „Ich wollte nur ein kleines Handelsschiff überfallen... nicht die Sphinx versenken.

Nur kurz, fast beiläufig huschte sein Blick dabei übers Hauptdeck, wobei er registrierte, dass sich Rúnar, Trevor und Josiah um die vorderen Segel kümmerten. Genug Hände, um diese Aufgabe zu erfüllen, sodass Isala nicht weiter von Nutzen sein konnte. Nicht für die drei dort unten. Allerdings durchaus für ihn, Tarón und Ceallagh, wenn sie vor hatten, einen Plan zu schmieden.
Dass Rúnar sich ebenfalls an die junge Frau wandte, bemerkte Lucien gar nicht, als er unter das Kartenpult griff, die Spule und das Log hervor holte und die Stimme über das Knattern der Segel erhob.

Isala!“ Er wartete nur ein paar Augenblicke, bis sie ihn bemerkte und zu ihm aufsah, ehe er Log und Spule vom Achterdeck zu ihr hinunter warf. „Wir brauchen unsere Geschwindigkeit. Jetzt und noch mal in ungefähr zehn Minuten. Kriegst du das hin?

Seine Frage war eher rhetorischer Natur, denn aus purer Gewohnheit ging er wie zuvor auch bei James davon aus, dass jeder wusste, was er zu tun hatte. Und wenn nicht, würde sicherlich Trevor oder sein blasser Freund ihr erklären, wie sie mit einem Log umging.

Aber red' weiter. Meine Neugier hast du in jedem Fall geweckt.

Und dieses Mal grinste er Ceallagh kurz zu, bevor James ihn noch einmal unterbrach und Lucien mit einem gutmütigen Abwinken antwortete.

Keine Sorge, den kannst du später noch holen, wenn es nicht jemand anderes für dich tut. So schnell haben wir die nicht eingeholt.

[Achterdeck, am Kartenpult | direkt neben Shanaya, Ceallagh & Tarón - bei James | ruft Isala Anweisungen zu]
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Feb 2016
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#24
Für einen kurzen Augenblick lüftete Greo den Hut, schüttelte das wellige Haar und pappte sich die Kopfbedeckung wieder drauf. Er fragte sich, ob sie mit so vielen neuen Gestalten an Bord, die noch wenig Übung in den Manövern miteinander hatten, eine Enterung sicher überstehen würden und zweifelte für den Bruchteil einer Sekunde an der Entscheidung, die oben an Deck getroffen worden war. Diesem Gedanken hing er jedoch nicht lange nach, einmal, weil es ihn in dieser Situation nicht weiterbrachte und er die Kontrolle über seinen Geist im Kampf nicht beeinträchtigen durfte und zweimal, weil er sich an dem Lockenkopf-mit-den-Sprüchen-aus-der-Werft vorbeischieben musste. Der neue Carpenter. Aspens Ersatz.
Automatisch fuhr seine Hand an die Krempe, eine routinierte, lange einstudierte Gestik, die noch von seiner Zeit vor der Sphinx herrührte und nickte Skadi zu, die sich ebenfalls eingefunden hatte. Schließlich machte er eine knappe Bewegung seitwärts mit dem Kopf und hielt ohne weitere Worte auf seine Hängematte zu. Es gab nichts mehr zu fragen oder zu erklären, er hatte bereits ein Ziel. Greo kramte unter der zerschlissenen Decke herum, die in seiner Matte lag und zog etwas Kleines hervor, das er sich in die größere der Taschen an seinem Gürtel steckte. Danach eilte er in den Frachtraum hinab.

Zunächst übersah er Soula, die wohl ebenfalls auf der Suche nach etwas war und machte sich daran eine Kiste zu öffnen, in der, wie er wusste, diverse Schusswaffen gelagert wurden. Kaum, dass er die Waffen sah, verharrte er für einen ruhigen Atemzug, als müsse er gegen einen inneren Widerstand ankämpfen, griff dann aber doch nach einer Pistole. Sie lag schwer in seiner Hand, das Metall unter der Haut war ihm unangenehm. Er fackelte nicht länger und schob sie sich in den Gürtel, an die entgegengesetzte Seite der von ihm bevorzugten Schere. Er hoffte erstere nicht verwenden zu müssen. Zweitere eigentlich auch nicht.
Nachdem er sich mit Kugeln und weiteren Kleinutensilien eingedeckt hatte, verfrachtete er mehrere Pistolen in eine leichter zu tragende Kiste, suchte zwei, drei Degen zusammen und beschloss, diese direkt mit an Deck zu bringen. Derweil erblickte er Soula.

„Suchst du was Bestimmtes?“, fragte er, bereits im Begriff sich wieder zu dem Gewusel weiter oben zu begeben.

[Frachtraum | Soula]


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