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Kapitel 8 - Schleichende Wasser
Crewmitglied der Sphinx
für 40.000 Gold gesucht
dabei seit Dec 2014
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#1
Ein Hauch von Nebeldunst ...
Nur kurze Zeit nach dem Fund der Münze überließ man die Aufklärung des Mordfalls in der Werft den zuständigen Behörden. Als sich die ersten Soldaten dem Schauplatz näherten, möglicherweise angelockt von den allzu redseligen Kindern, sah sich die kleine Gruppe von Piraten ohnehin gezwungen, den Rückzug anzutreten, um nicht ins Visier der Marine zu geraten.
Jonah und Alex blieben zurück, wobei Ersterer wie schon zuvor in den Verdacht geriet, der gesuchte Mörder zu sein. Unerklärlicherweise verschwand er in einem unbeobachteten Moment, wohl durch jene offene Seitentür, durch die auch die Hure gekommen war.
Die Untersuchung dieses unerfreulichen Zwischenfalls sollte sich noch weitere drei Tage hinziehen, in denen die Reparatur der Sphinx warten musste. Bis die zuständigen Soldaten ihre Suche nach Jonah auf die Stadt ausweiteten und die Werft ihrer Arbeit überließ.
Fast gleichzeitig mit Talin, Greo, Skadi und Enrique kehrte an jenem Vormittag auch die kleine Gruppe um Lucien zum Bordell zurück. Die Schuld gegenüber den Tarlenn war damit beglichen. Doch während Talin sich mit Medhel traf, um eine Botschaft an Rasiria zu übermitteln, berichtete Josiah dem zweiten Captain von Shanayas Verschwinden. Woraufhin dieser sich mit Zairym im Schlepptau auf die Suche nach ihr machte.

Es sollte annähernd drei Wochen dauern, bis die Sphinx in neuem Glanz erstrahlte. Die Reparatur des Schiffes zehrte die gesamten Goldreserven der Mannschaft auf, doch dafür befreite man ihren Rumpf von Muscheln und Ablagerungen, schliff und ölte sämtliche Planken und teerte das Unterwasserschiff frisch ein. Allem darüber verpasste man einen neuen, farbigen Anstrich.
Die löchrigen und vielerorts geflickten Segel wurden durch neue ausgetauscht, so blutrot wie zuvor, und die gesamte Takelage hatte man ausgebessert, verstärkt oder gänzlich ersetzt. Halterungen wurden erneuert, Löcher und Lecks bis zur Unkenntlichkeit repariert und selbst die notdürftig ergänzten Teile der Reling hatte man mit ein wenig mehr Liebe zum Detail an das restliche Geländer angepasst.
Doch nicht alle Bestandteile des kleinen Dreimasters konnten wie erhofft instand gesetzt werden. Diese ungewöhnlichen Trennwände im Frachtraum, so erklärte ihnen der Werftmeister, kannte er lediglich aus Berichten über die Schiffe der Zweiten Welt, sodass er weder in der Lage war, sie fachgerecht zu reparieren, noch jemanden wusste, der es konnte. Er riet ihnen, nach Norden zu Reisen und im Herzogtum Chelyia nach Antworten zu suchen. Möglicherweise, so ihnen das Glück hold war, fand sich in jenem Reich der Ingenieurskunst ein findiger Schiffsbauer, der ihnen helfen konnte. Und wenn nicht, dann bargen die gewaltigen Bibliotheken der Chelyia vielleicht das Wissen, nach dem sie suchten.

In diesen drei Wochen fanden auf die eine oder andere Weise sieben weitere mehr oder weniger eingefleischte „Seebären“ ihren Weg zur Crew und setzten ihren Namen unter die Carta. Eine Tatsache, die Lucien irgendwann im Laufe der Zeit die Bemerkung entlockte, dass sie wohl doch eine Art Arche für streunende Köter sein mussten. Dennoch sprachen sich weder er noch Talin gegen einen von ihnen aus. Im Laufe der Zeit würde sich schon zeigen, ob sie für das Leben auf dem Meer und unter Piraten überhaupt gemacht waren.
So kam es, dass die Sphinx am Vormittag des 14. Juni wieder in See stach. Ihr Kurs: Nach Norden. Dem Vorschlag des Werftmeisters folgend würden sie in Chelyia nach einem Schiffsbauer Ausschau halten, um die letzten Reparaturen abzuschließen. Ein Unterfangen, das selbstverständlich Geld kostete. Geld, dass sie nun nicht mehr besaßen. Wieder einmal würden sie also stets dann, wenn sie unterwegs in einen Hafen einliefen, möglichst viel davon heranschaffen müssen - und das mit gesteigerter Vorsicht. Denn immer lauter wurde das Gerücht, dass man auf die Besatzung des Schiffes mit den roten Segeln ein hübsches Sümmchen ausgesetzt hatte.

Es sollte sich jedoch schon vier Tage nach ihrem Auslaufen eine günstige Gelegenheit für einen kleinen Nebenerwerb bieten.
Es ist der 17. Juni 1822. Den gesamten Morgen und einen Großteil des Vormittags ging bereits ein feister Nieselregen auf das Schiff und seine Besatzung nieder. Jetzt, am frühen Nachmittag, hat zumindest der graue Himmel seine Pforten geschlossen. Doch die warme Luft ist entsetzlich feucht. Steuerbords schiebt sich aus der Ferne eine gewaltige Nebelbank in Richtung Asanu, die in ihrem trostlosen Grau Himmel und Meer miteinander verschwimmen lässt.
Und noch etwas anderes enthüllen die zurückweichenden Regenschleier gar nicht weit voraus: Weiße Segel. Liam, der den Posten im Krähennest bezogen hat, entdeckt den kleineren Zweimaster als Erster und ruft seiner Mannschaft an Deck einen entsprechenden Hinweis zu. Auf Luciens Frage, was er noch erkennen könne, bestätigt Liam mit einem Blick durchs Fernrohr, dass es sich um ein kleines Handelsschiff unter der Flagge der Shilain handelt.
Beinahe im gleichen Augenblick scheint dort auch die Sphinx bemerkt worden zu sein. Denn selbst über diese Distanz trägt ihnen die See das warnende Läuten einer Schiffsglocke zu. Winzige Gestalten stürzen sich in die Masten und setzen dazu an, die restlichen Segel aus ihren Halterungen zu befreien, um die Flucht zu ergreifen.







17. Juni 1822
29 °C, grau bewölkt
früher Nachmittag
89 % Luftfeuchtigkeit, 26 °C Wassertemperatur
Shortfacts
# Schauplatz: Das offene Meer zwischen Calbota und Ritu.
# Die Reparatur der Sphinx wurde am 11. Juni abgeschlossen.
# Am 14. Juni sticht die Crew mit sieben neuen Mitgliedern Richtung Norden in See.
# Alle Verletzungen, die die Mannschaft im Kampf gegen die Kopfgeldjäger erlitten haben, sind verheilt. Auch Shanayas Bein hat sich gut erholt.
# die Vorräte der Sphinx sind aufgefüllt.

# Liam entdeckt das fremde Schiff von seinem Posten im Krähennest aus als Erster.
# Shanaya hat das Steuer.
# Von Steuerbord her nähert sich derweil eine dicke Nebelbank.
# Der Rest der Mannschaft befindet sich verstreut überall an Bord.
# Rayon & Elian sind nicht anspielbar.
Crewmitglied der Sphinx
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dabei seit Nov 2015
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#2
Seit die Sphinx den Hafen von Calbota hinter sich gelassen hatte, besserte sich Luciens Stimmung zusehends. Umso länger die nicht enden wollende Reparatur ihres Schiffes gedauert hatte, umso unerträglicher nämlich erschien ihm das Land, das sie gefangen hielt. Bis ihn das Warten derart rastlos und cholerisch machte, dass er nur noch wenig aß, noch weniger schlief und deutlich öfter zur Flasche griff. Bis er am Ende nicht mehr hätte bestimmen können, ob die Kopfschmerzen vom Schlafmangel oder vom Kater kamen. Sein Geduldsfaden war gerade in der letzten Woche vor ihrem Aufbruch entsprechend kurz und dass es bis auf die ein oder andere Tätigkeit in der Werft, nächtliche Straßenkämpfe und ein paar „Besorgungen“ mit Ceallagh schlicht und ergreifend nichts zu tun gab, machte es nicht unbedingt besser. Am Ende erinnerte er sich mehr an ein im Käfig rastlos auf und ab streunendes Tier, als an den Mann, der er eigentlich war.
Doch mit dem vertrauten, tröstlichen Schwanken der Wellen unter einem dahin gleitenden Schiffsrumpf war dem Dunkelhaarigen leichter zumute. Sie bewegten sich wieder. Ihm war vollkommen egal, wohin. Hauptsache, der Abstand zwischen der Sphinx und dem, was ihn in seinen Gedanken stets verfolgte, schrumpfte nicht weiter dahin wie Kerzenwachs unter der Flamme. Als sie den Hafen hinter sich ließen, löste sich etwas in ihm, ließ ihn wieder atmen. Und essen.
Dementsprechend guter Stimmung war er schon den ganzen Vormittag. Der penetrante Nieselregen, der die Planken in eine schmierige Rutschbahn verwandelt hatte, mochte eher nervig gewesen sein. Doch die schwüle, feuchte Wärme, die er hinterließ, betrübte Lucien augenscheinlich nicht im Geringsten.
Shanayas Bemerkung, mit der sie ihn begrüßte, als er zu ihr ans Steuer trat, entlockte ihm deshalb einen amüsierten Seitenblick in ihre Richtung, in dem Spott einerseits und andererseits die schon vertraut gewordene herausfordernde Erwiderung ihrer Zweideutigkeit lag. Trotz ihrer Scharfzüngigkeit klang sie nicht so, als freute sie sich sonderlich über das Wetter. Was den jungen Captain auch nicht verwunderte, als er sich ihre Herkunft ins Gedächtnis rief. Ihm hingegen machte die Hitze gerade so weit zu schaffen, dass er sich die Ärmel seines hellen Hemdes bis zu den Ellenbogen aufgekrempelt hatte und keine Weste trug.

Und dann rief Liam ihnen auch schon das Auftauchen fremder Segel zu. Gerade, als sich der Nieselregen verzogen hatte und sich nur noch eine Nebelbank an steuerbord drohend über das Wasser erhob. An der sie wahrscheinlich längst vorbei wären, bevor sie ihre Höhe erreichte. Neugierig trat der junge Captain an die Reling des Achteraufbaus, spähte an den Segeln der Sphinx vorbei nach vorn. Der Zweimaster vor ihnen wirkte annähernd so klein und wendig, wie ihr eigenes Schiff, lag aber genauso schwer beladen im Wasser. Was einerseits für viel Fracht und andererseits geringere Geschwindigkeit sprach. Noch dazu hatte der Nieselregen das andere Schiff vor ihren Blicke verborgen und anders herum musste es sich genauso verhalten haben. Andernfalls wären sie nie so dicht heran gekommen, ohne bemerkt zu werden.

Das wollte ich schon immer mal machen...“,

meinte Lucien mehr zu sich selbst, als zu Shanaya. Doch er sprach laut genug, um bis zu ihr gehört zu werden. In seinem Unterton lag ein unüberhörbares Schmunzeln, bevor er die Stimme erhob und der Mannschaft übers Deck zurief:

Setzt die übrigen Segel und alle Mann an Deck! Wir nehmen die Verfolgung auf.
Dann warf er einen Blick über die Schulter, sah zu Shanaya zurück und wandte sich mit dem selben entschlossenen, eine Spur provokanten Lächeln an sie. „Mit ein bisschen Glück sind wir schneller. Bring uns backbord an sie ran, nah genug für die Enterhaken. Meinst du, das kriegst du hin?

[Achterdeck, beim Steuer | bei Shanaya (& ?) | ruft der Mannschaft Kommandos zu]
Crewmitglied der Sphinx
für 60 Gold gesucht
dabei seit Nov 2015
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#3
Es war eine Erlösung, endlich wieder auf See zu sein. Shanaya hatte in den letzten Wochen sehr viel Zeit im Bett verbracht, ihre Zeit damit tot geschlagen, indem sie sich von einer auf die andere Seite gedreht hatte und gedankenverloren die Decke angestarrt hatte. Aber all das lag nun endlich hinter ihr, genau wie der Aufenthalt in diesem Bordell. Jetzt war sie wieder da, wo sie hin gehörte. An ihrem Platz, ihrem Steuer, auf ihrem zu Hause, bei dem sie sich nun umso mehr wieder angekommen fühlte. Und so genoss die junge Frau jede Sekunde, jeden noch so warmen Windhauch, der ihr in den letzten Tagen die Haare zerwühlt hatte. Sie segelten weiter und Shanayas Sehnsucht nach dem Meer wurde gestillt, ließ sie einfach nicht mehr an die Verletzung ihres Beines denken. Da gab es nur den Geruch des Meeres, das Rascheln des Windes in den roten Segeln. In diesen Moment konnte die Schwarzhaarige sogar die leichte Unruhe ignorieren, die immer mehr zu einem bestimmenden Gefühl wurde. Sie versuchte einfach, es von den Wellen hinfort spülen zu lassen.
Der Mann, der sich gemütlich zu ihr gesellte, machte dieses Unterfangen etwas schwieriger, aber auch das bekam sie in den Griff, konzentrierte sich einfach auf das Holz an ihren Händen, auf den Kurs, den sie halten wollte. Shanaya musterte Lucien einen Moment, grübelte kurz, ehe sie sich dann doch zu bestimmten Worten durchrang, die von einem warmen Lachen begleitet wurden.

So bringst doch sonst nur du mich zum Schwitzen.“

Das hatte sie sich einfach nicht verkneifen können. Sie hatte sich noch immer nicht an diese Wärme gewohnt, an diese feuchte Luft. Dazu dieser Nieselregen, der ihren frisch geschnittenen Haaren eine deutliche Wellung verlieh, sie immer wieder dazu brachte, eine ihrer Strähnen aus der Stirn zu streichen. Im Gegensatz zu dem Dunkelhaarigen zeigte sie dafür auch etwas mehr Haut, hatte einer ihrer alten Blusen so zurecht geschnitten, dass sie sie auf Brusthöhe zusammen knoten konnte, der Stoff nur die nötigsten Stellen bedeckte und sie sonst wenigstens ein bisschen Abkühlung bekam. Zumindest erhoffte sie sich das so.
Lucien erwiderte auf ihre Worte nichts außer einem vielsagenden Blick, den Shanaya mit einem charmanten Grinsen erwiderte, als Liams Stimme vom Krähennest zu ihnen drang. Shanaya hob für einen Moment den Blick, ehe die hellen Augen das andere Schiff suchten, ihr Lächeln sprach von der Vorfreude, die sich in ihrem Inneren regte. Und Luciens Worte sprachen in etwa von dem gleichen Gefühl. Und auch, wenn er die Worte nicht direkt an sie richtete, ließen sie ihr Lächeln ein wenig wärmer werden, während ihr Blick einige Herzschläge lang auf dem Captain lag. Nur kurz huschten ihre Augen zu dem Schiff zurück, während ihr Kopf nach vorn gedreht blieb, musterte sie Lucien jedoch noch einmal, während er der Crew Befehle entgegen rief. Ein kurzes Hüpfen ihres Herzens ließ die junge Frau schließlich die Augen schließen, tief durchatmen, bevor Lucien sich nun doch direkt an sie wandte. In gespielter Beleidigung gab sie ein protestierendes Schnaufen von sich. Also wirklich. Aber… sie wäre nicht sie, wäre sie nicht voll darauf angesprungen.

Vielleicht sollte ich das Schiff lieber in den Nebel lenken und hoffen, dass dich irgendein Nebelmonster mit sich nimmt.“

Das warme Lächeln blieb auf ihren Lippen bestehen, als sie sich noch ein letztes Mal zu dem Mann herum wandte, ihm einen alles sagenden Blick zu warf und sich schließlich darauf konzentrierte, das Schiff in die besagte Richtung zu lenken. Er wollte nah genug an das Schiff heran. Also sollte er bekommen, was er wollte.

[Achterdeck, am Steuer | Lucien - und es darf sich gern noch jemand dazu gesellen!]
Crewmitglied der Sphinx
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dabei seit Jul 2016
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#4
Ein Wasserrinnsal lief über die ohnehin feuchten Planken am Bug der Sphinx, teilte sich links und rechts eines hölzernen Eimers in zwei, und schließlich in drei, vier, fünf Rinnsale, die sich ihren Weg durch ein Gewirr aus Tauen und Seilen suchten. Der Nieselregen hatte endlich nachgelassen und Trevor hatte beschlossen, dass es das perfekte Wetter war, um das Deck zu schrubben. (Und dass das wiederum dir perfekte Tarnung war für etwas, das ganz sicher auf keinen Fall so etwas wie eine Wasserschlacht gewesen war.) Ging ja quasi von allein! Und selbstverständlich hatte er es auch auf sich genommen, unter den Tauen zu putzen, schließlich waren die wichtig.
Dieser Entschluss und alle, gut, die meisten seiner Folgen waren jetzt etwa zehn Minuten her. Trevor lehnte an Steuerbord über der Reling, in der Hand noch immer den tropfenden Wischmop, und tat so, als würde er Josiahs Beschwerden über das Chaos nicht hören.

„Es ist aber kein Pferd!“, erklärte er in diesem Moment mit der Inbrunst eines Piraten, der in seinem Leben zweihundert Seeungeheuer und fünf Pferde gesehen hatte. (Eins davon war ein Esel gewesen, aber das zählte.)

„Es hat Streifen! Und sieben Köpfe! Und drei Schwänze! Vielleicht auch drei Köpfe und sieben Schwänze, die Quellen –“

Er hielt inne, um zu überlegen, wer seine Quellen eigentlich waren, und kam zu dem Schluss, dass das nicht so wichtig war. Bald würde er das Seeungeheuer ja mit eigenen Augen sehen!

„– die Quellen sind sich da uneinig. Es könnte natürlich auch zehn Beine haben – besser, Tentakeln! – und dann tut es abwechselnd so, als wären manche davon Köpfe und manche Schwänze, um seine Opfer zu verwirren!“

Zur Veranschaulichung schüttelte er den Wischmop, als wären die nassen Zotteln hunderte kleiner Tentakeln. Wasser spritzte zu allen Seiten.

„Wie viele Beine hat dein Pferdeungeheuer, hm?“

Er sah Rúnar neben ihm für einen kurzen Moment neugierig an. Als er die Augen wieder aufs Meer richtete, schien die Nebelwand bereits näher gekrochen zu sein. Liam aus dem Krähennest rief irgendetwas, und Trevor beugte sich noch weiter über die Reling, und noch ein bisschen weiter, um zu schauen, ob er schon irgendwelche Seeungeheuerköpfe oder Schwänze oder Beine oder Tentakeln oder vielleicht ja doch Hufe unter der schwarzen Wasseroberfläche entdecken konnte. Erst Luciens Stimme ließ ihn aufhorchen.

„Verfolgung?!“

Dann sah er es auch, schemenhaft zumindest. Vor ihnen. Keine Tentakeln. Segel! Im nächsten Moment klapperte der Wischmop zu Boden und Trevor schnappte sich zielgerichtet das Tau aus dem Chaos, das sie brauchten, um Luciens Befehl nachzukommen.

„Ooh, das ist so viel besser! Wir dürfen Seeungeheuer spielen!“


[Am Bug, Steuerbords an der Reling > keine Ahnung, was er da mit dem Segel tut, aber es ist was Sinnvolles | bei Josiah, Rúnar und wer sonst noch mag :)]
Crewmitglied der Sphinx
für 6.000 Gold gesucht
dabei seit Nov 2016
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#5
Es war ein schöner Tag und Josiah war schon viel zu lange auf den Beinen. Er hatte den Aufgang der Sonne erahnen können als er am Bug in einer kurzen Pause den Morgen genossen hatte und den feinen Nieselregen kommen und gehen sehen, während er geschickt jeglichen Gesprächen aus dem Weg gegangen war. Es tat gut, wieder auf hoher See zu sein. Was zu tun zu haben, nicht auf der Hut vor übereifrigen Soldaten sein zu müssen oder zu bangen, dass jemand sein oder das Gesicht von jemand anderen aus der Crew erkennen würde. Er hatte immer wieder festgestellt, wie viel einfacher es doch war, alleine gesucht zu werden, und als kurz vor Abfahrt auch endlich die Gerüchtekücher lauter wurde, hatte er fast schon auf glühenden Kohlen gesessen.

Jetzt stand Josiah mit verschränken Armen da und starrte weniger still und schweigend auf das heillose Chaos, was sein Matey heiter um sich herum verteilt hatte wie ein Hund, der sich das Wasser aus dem Fell schüttelt und über das er gestolpert war, als er zurück zum Bug gekommen war.

Trevor Scovell.

Der Missetäter, der die Tatwaffe immer noch in der Hand hielt und somit noch weniger Zweifel an seiner Schuld zuließ als ohnehin – wer von der Crew kam sonst auf die Idee, nach einem Regen und an einen solchen Tag das Deck zu schrubben?! - stand unbesonnen an der Reling neben Runar, als könnte ihn kein Wölkchen trüben. Josiahs Stimme schien ein solches Wölkchen zu sein, denn wenn er ihn hörte – und Josiah bezweifelte nicht, dass Trevor ihn wenigstens mitbekommen hatte, zumal Trevors eigene Worte deutlich vernehmen konnte – dann ließ er sich nichts anmerken. Schließlich gab Josiah auf und machte sich daran, die Taue und Seile wieder aufzusammeln. Er bezweifelte nicht, dass Trevor wieder aufräumen würde. Die Frage war nur: wann.

Sie waren schwer, vollgesogen von der Nässe. Weitere Gesprächsfetzen von Trevor schwappten zu ihm hinüber, und Josiah machte sich eine Gedankennotiz, ihm nachher zuzustecken, dass das Monster, von dem er da sprach, eigentlich Punkte und Streifen hatte. Oder gar keine Köpfe und nur Tentakeln mit Augen und Ohren, während sein Maul sonst wo war, oder dass jeder Tentakel ohne Augen sehen konnte. Oder Piraten, die Taue durcheinander brachten, zum Mittagstee verspeiste.
Er musste kurz den Eimer zur Seite schieben, als er einen Knoten in einen der Seile entdeckte und in seinem Aufrollen inne halten musste, um zu ihn besser zu begutachten, hoffend, dass er nicht das komplette Seil durch den Knoten führen musste um ihn zu lösen. Von oben hörte er Liam etwas rufen, doch der genaue Wortlaut wurde von dem Knarzen des Holzes unter ihm verschluckt. Dann schallte Luciens Stimme über das Deck - laut und fest - und Josiah hielt inne. Verfolgung. Eine kurze Welle der freudigen Erwartung überrollte ihn und intuitiv hob er den Blick um den Horizont abzusuchen. Und tatsächlich, da war es.
Es klapperte als Trevor seinen Wischmopp fallen ließ und im nächsten Moment neben ihm stand, um viel zu zielgerichtet sich eine der Leinen zu schnappen. Josiah warf ihm einen vernichtenden Blick zu, während er versuchte, den letzten Rest des Seilen aufzurollen ohne zu grob damit umzugehen und den Wischmopp in derselben Bewegung aufzuglauben, um ihn hinter dem Anker einzuklemmen, damit er niemand bei einem Wendemanöver zwischen die Beine rollen konnte. Dann ergriff auch er wortlos das verbliebene Tau, um selber Luciens Befehl nachzukommen.
Innerlich musste er Trevor zugeben. Selber Seeungeheuer spielen war definitiv besser.

[bei Trevor & Runar | macht auch irgendwie mit und erfüllt Luciens Befehle, hoffentlich ohne dabei das Schiff ausvorsehen zu versenken]
Crewmitglied der Sphinx
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#6
Nicht zum ersten Mal in den letzten Tagen verfluche James seine Entscheidung seine Wettschulden so ernst zu nehmen und sich wirklich darauf einzulassen auf einem verfluchten Piratenschiff anzuheuern. Er, der noch keinen Tag in seinem Leben ernsthaft gearbeitet hatte, war plötzlich konfrontiert mit einer Knochenarbeit, die seines gleichen suchte. Seine geschundenen Knochen hatte er in seine Hängematte verfrachtet und dabei angewidert die Nase gerümpft als ihm der eigene Schweißgeruch in die Nase stieg. Aber zum Waschen fehlte ihm die Energie, ganz davon abgesehen dass Wasser zum Waschen auf einem Schiff sowieso Mangelware war. Die Wellen schaukelten das Schiff vergleichsweise sanft hin und her und seine Hängematte wog sich daher auch in einem gleichmäßigen Takt, der fast dazu verleiten könnte einfach einzuschlafen. Dankbar wäre James für jede Sekunde Erholung, aber gleichzeitig schrien seine geschundenen Gelenke nach Aufmerksamkeit. Vorsichtig wickelte der Händlersohn die Stofffetzen von seinen Händen, die die Handflächen vor weiterem Schaden bewahren sollten. Sicherlich wäre es cleverer gewesen diese Stofffetzen schon vor dem ersten Arbeitsschritt anzulegen, aber hinterher war man immer schlauer. Deshalb zierten nun so viele Blasen und Schürfwunden seine beiden Hände, dass er Mühe hatte die Finger überhaupt zur Handfläche hin zu beugen und eine Faust zu machen. 
 
Müde lies er seine Hände in seinen Schoss fallen und schloss nun doch die Augen, in der Hoffnung dass sein Körper endlich ruhe geben würde und ihn etwas schlafen lies. Doch kaum kam Morpheus Reich in greifbare Nähe gekrochen, hörte er auf dem Deck schon Rufe und geschäftiges Getrappel. Irgendetwas schien dort oben die Arbeit und Aufmerksamkeit zu fordern, was sich auch darin bemerkbar machte dass das Schiff plötzlich merklich an Geschwindigkeit gewann. Seufzend wickelte James sich die Stofffetzen wieder um die Handflächen und schwang sich unter dem Ächzen seiner Muskeln wieder aus der Hängematte, um nachzusehen, was nun dort oben genau vor sich ging. Bei all dem Getrampel war an Schlaf sowieso nicht zu denken.
 
Langsam stieg er also die Treppe zum Deck nach oben und blieb in unmittelbarer Nähe zu dieser Luke stehen, als er das Gewusel auf Deck beobachtete. Lucien und Shanaya hielten sich am Steuer auf, beide mit ziemlich ernsten Gesichtsausdruck. In der Ferne konnte man ein fremdes Schiff erahnen, weshalb sich James dann doch mal auf den Weg zum Achterdeck machte, um zu erfahren was hier los war.
 
“Captn? Was ist denn los?“
 
Offenbar hatte James noch nicht ganz verstanden das Piraterie keine Vergnügungsfahrt durch das offene Meer war, sondern oft eine Jagd auf wehrlose andere Schiffe. Wie genau das aussehen würde, würde er also jetzt bald erfahren. 



(achterdeck bei Lucien und Shanaya)
Crewmitglied der Sphinx
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#7
Ein bisschen war es vermutlich auch sein Glück gewesen, dass niemand die Segel vor ihnen vor ihm entdeckt hatte – dem ein oder anderen Aufmerksamen unter ihnen wäre das nämlich mit Sicherheit möglich gewesen.
Im Gegensatz zum Großteil der restlichen Crew war ihm der zugewiesene Posten im Krähennest nämlich trotz – oder gerade wegen – des Nieselregens ganz recht gewesen. Er liebte derlei Wetter, bei dem sich das geschäftige Treiben meist in die Häuser - oder wie in ihrem Fall: unter Deck – verlagerte und man die Ruhe genießen konnte. Den Wind in den Segeln, die Wellen, die am Holz des Rumpfes brachen und das leise Geräusch des Regens. Und es wäre gelogen gewesen, hätte man behauptet, er wäre durchgehend aufmerksam seiner Aufgabe nachgegangen. Der Regenschleier hatte ohnehin nicht allzu viel Sicht zugelassen, dementsprechend umsichtig hatten sie das Tempo anpassen müssen. Erst jetzt, wo das diesige Grau ein wenig nachließ, war es überhaupt wieder möglich, irgendetwas in der Entfernung zu erkennen. Auch die fremden Segel waren ihm am Anfang mehr wie ein trügerischer Schatten vorgekommen, eine Illusion. Je näher sie allerdings gekommen waren, desto deutlicher hatten sich die Umrisse aus dem Grau herauskristallisiert.

„Schiff ahoy!“, rief er nach ungeachtet dessen nach unten, wer dort unten gerade zu Werke war. Und wenn es bloß Shanaya gewesen wäre. „Auf elf Uhr!“

Doch es war Lucien, der ihm antwortete und – wie es schien – seine Sorgen zu teilen schien. Zu seiner Erleichterung deutete die Flagge allerdings nicht auf die Marine hin. Händler. Der Lockenkopf versuchte, die ungute Vorahnung in seiner Magengegend zu unterdrücken, richtete sich nun gänzlich auf und begab sich ernsthaft auf den Beobachtungsposten, um den Zweimaster im Blick zu behalten. Unter ihm wies Lucien die Mannschaft zum Handeln an.

„Wir wurden ebenfalls entdeckt!“, verkündete er so laut wie möglich und beobachtete das Treiben mit unscharfem Blick durch das Fernrohr. „Setzen Segel, wollen vermutlich fliehen.“

Wer konnte es ihnen verübeln? Liam sicherlich nicht. Und trotzdem wusste er, dass nichts an dem vorbeiführen würde, was jetzt kam. Er hoffte bloß, dass es glimpflich ausging. Bei ihrem momentanen … Glück.

{ Krähennest | ruft nach unten }
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#8
Ein wenig unglücklich hatte der Lockenkopf das beobachtet, was Trevor trieb. Was auch immer das am Ende werden sollte – die Wahrscheinlichkeit war hoch, dass der Jüngere es eher schlimmer machte als besser. Rutschiger allemal, selbst wenn das Deck bereits durch den Nieselregen getränkt war. Alex stand im Gegensatz zu der Gruppe um den Chaoten Backbord rücklings an die Rehling gelehnt, wischte sich kurz eine nasse Strähne aus dem Gesicht und hob den Blick schließlich zum Krähennest empor, als Liam sich über die Brüstung lehnte. Augenblicklich wurde sich seine Haltung ein wenig aufrechter, als er selbst nach dem erwähnten Schiff Ausschau hielt und tatsächlich den Hauch einer Silhouette am Horizont erkennen konnte. Schien, als würde der Tag nun also doch noch etwas abwechslungsreicher. Ein erwartungsvolles Schmunzeln nistete sich in seinen Mundwinkeln ein. So lange jedenfalls, bis eine unerwartete Bewegung in seinen Augenwinkeln seine Aufmerksamkeit wieder auf die kleine Gruppe auf der anderen Seite des Schiffes zog und ihn daran erinnerte, dass es vielleicht gar keine so schlechte Idee sein würde, Trevor gleich an einen der Masten zu fesseln. Oder fest verschnürt bereits als Geiselpäckchen zu packen, falls das Handelsschiff Interesse hatte.
 
„Segel weiter Backbord, damit wir mehr Tempo bekommen.“, rief er zu der kleinen Gruppe nach einem Blick gen Segel hinüber mit der Absicht, Josiah den Job als Kinderbetreuer ein wenig angenehmer zu gestalten. Vielleicht stellte sich der Chaot ja besser an, wenn man ihm klipp und klar sagte, was zu tun war.
 
Seine Stimme klang derweil nicht nach Befehl. Sein Ziel war es eher, sich abzustimmen. Wenn Vorne nicht wusste, was Hinten tat – oder andersherum – war es schwierig, ein Schiff als Einheit zu steuern. Alex hatte sich mittlerweile auch in Bewegung gesetzt, um die mittleren Segel in Position zu bringen.
 
„Kennt ihr euch in diesen Gewässern aus? Die werden’s nämlich vermutlich und der Nebel wird uns bald eingeholt haben.“, wandte er sich an den Captain und die dunkelhaarige Navigatorin. Nicht besorgt. Viel mehr mit Vorfreude in der Stimme ob des kommenden Abenteuers. Und ein bisschen Herausforderung.
 
Hier würde sich die kleine Navigatorin beweisen können. Das war alles, woran er im Augenblick dachte. Dass sie aber eigentlich Gefahr liefen, auf einen Felsen oder eine Sandbank aufzulaufen, die der Nebel vor ihren Augen verbarg – darüber konnten sich andere Gedanken machen. Alex wusste, wie tückisch Nebel sein konnte. Er war oft in den Nebelwäldern Chikarns unterwegs gewesen.

{ richtet die mittleren Segel aus | anspielbar | Lucien & Shanaya & James }
Crewmitglied der Sphinx
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#9
So einfach wirst du mich nicht los. Fest versprochen.

Shanayas Antwort entlockte Lucien ein geradezu jungenhaft spöttisches Grinsen, gerade als das ob der bisher schlechten Sichtverhältnisse noch geraffte Segel gesetzt wurde und sich der Wind von steuerbord im klatschnassen Tuch verfing, es blähte, und einen Sprühregen feiner Wassertropfen auf das Deck entließ, das ohnehin noch von Pfützen übersät war.
Lucien hätte das, was Trevor unmittelbar nach dem penetranten Geniesel des Vormittags getan hatte, ausnahmsweise sogar für schlau befunden. Wobei er dem Spinner zutraute, nicht mal absichtlich so intelligent gewesen zu sein. Doch das Deck zu wischen, hätte es hinterher deutlich schneller trocknen lassen, als wenn sie die Pfützen nach dem Regen hätten stehen lassen. Wenn, ja wenn das Ganze nicht zu einer reinen Wasserschlacht ausgeufert wäre.
Aber immerhin beim Segel Setzen wusste Trevor, was er tat, sodass nur Sekunden nach seinem Befehl ein sanfter Ruck durch die Sphinx ging und das Schiff deutlich an Fahrt aufnahm. Shanaya setzte neuen Kurs und der Bug wandte sich zielgerichtet dem Händler voraus zu.
Gerade in diesem Augenblick erschein James auf dem Achterdeck und lenkte Luciens Blick mit seiner Frage auf sich. Er hatte sich die Hände mit Stoffbahnen umwickelt und wirkte beim Laufen etwas ungelenk, was dem jungen Captain ein kleines Schmunzeln entlockte.

Liam hat Segel voraus gesichtet. Ein kleines Handelsschiff, wie’s aussieht, das wahrscheinlich gleich...“ Prompt meldete der Lockenkopf aus dem Krähennest, dass das fremde Schiff die Segel setzte und zu fliehen versuchte. „...fliehen wird“, beendete der 21-Jährige nach kurzer Unterbrechung gelassen seinen Satz. „Und wir haben vor, sie zu entern. Das könnte ziemlich turbulent werden. Ich hoffe, du wirst dabei nicht seekrank.

Sein Spott hatte keine persönlichen Motive. Es war schlicht der ganz selbstverständliche Hohn, den sich ein Leichtmatrose wie er anhören musste, wenn er auf einem Schiff mit erfahrenen Seeleuten mit segelte. Auch Lucien hatte sich dergleichen anhören müssen, als er das erste Mal mit seinem Vater und dessen Mannschaft hinaus fuhr. Damals und all die Jahre danach.
In den grünen Augen blitzte derweil gutmütiger Schalk auf, bis Alex‘ Stimme über das Deck rief. Er wandte sich um, richtete den Blick auf den jungen Mann, der bereits die Stellung der beiden vorderen Segel koordinierte.

Ich geh davon aus, das Shanaya die Seekarten auswendig kann“, erwiderte er laut genug, damit der Andere ihn quer über das Deck auch hören konnte. „Und vielleicht kennt Ceallagh die Gegend. Hol ihn her, wenn du mit dem Segel fertig bist. Und wir brauchen zwei Mann unter Deck an der vordersten Kanone an steuerbord. Enrique oder Skadi, wenn dir einer über den Weg läuft!

Noch während er seine Anweisung gab, stieß er sich von der Reling ab und wandte sich dem Segel des Fockmastes zu, um dessen Ausrichtungen den anderen anzupassen und so viel wie möglich an Geschwindigkeit zuzulegen. Beide Schiffe waren ungefähr gleich groß und schwer beladen. Aber die Sphinx hatte mehr Segelfläche, mehr Wind und ihre Bauweise ließ sie eher über das Wasser gleiten, als es zu durchpflügen. Sie würden schneller sein. Dennoch warf Lucien einen Blick hinauf ins Krähennest.

Liam! Wie weit sind sie weg?

[Auf dem Achterdeck | bei Shanaya & James | gibt Alex Anweisungen und ruft Liam zu]
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#10
Es war ein anderes Leben hier auf dem Meer. Es roch nach Freiheit und nach einer anderen Welt. Die Junge Frau, die nun die meiste Zeit ihres Lebens auf dem Land verbrachte hatte, konnte augenscheinlich gar nicht genug davon bekommen oben an Deck an der Reling zu lehnen und die unendlichen Weiten des Ozeanes zu bestaunen. Beinahe schon konnte man das kleine Kind in ihrem Herzen tatsächlich sehen. Der Nieselregen störte sie nicht und auch jetzt wo der Regen zwar vorbei aber die Luft noch immer getränkt von Feuchtigkeit war, sah man die Isala die meiste Zeit an Bord Lächeln oder wenigstens Schmunzeln. Oft war sie bei Tarón in der Nähe zu finden, beim Kartenpult - denn sie interessierte sich dafür wirklich sehr- oder bot ihre Hilfe dort an, wo sie gebraucht wurde... aber die Zeit dazwischen genoss sie das Gefühl von Freiheit. Auch heute stand sie nicht unweit von Trevor und den anderen und schmunzelte über seine Worte, während sie sich eine nase Strähne aus dem Gesicht wischte.  Es war beinahe unerträglich schwül geworden.

Isala sah besorgt auf die Nebelwand, die sich ihnen näherte und dann hörte sie die anderen Rufen. Ein anderes Schiff? Ähnlich wie James  hatte sie noch nicht ganz realisiert was es hieß, Teil dieses Schiffes zu sein. Doch langsam wurde ihr klar, was genau das Bedeutete.

Isalas Schritte führten sie ganz an die Reling heran und auch mit ihrem geringen Wissen über die Seefahrt erkannte sie, dass das Schiff versuchte zu fliehen.

Das Herz der Brünetten schlug ein bisschen schneller und Adrenalin breitete sich in ihren Adern aus. Ihr Verstand schien noch nicht ganz zuverstehen was nun passierte, doch ihr Körper bereitete sich scheinbar schon auf die kommenden Minuten vor - Aufregung machte sich breit.

"Wie kann ich helfen", fragte sie die anderen. Sie hatte keine Ahnung wie man ein Schiff richtig steuerte oder dabei half. Aber vielleicht war genau das der Moment um etwas in diese Richtung zu lernen. Und Isala war gierig auf neues Wissen.

[Bei Josiah, Rúnar & Trevor | Bietet ihr Hilfe an, weis aber nicht recht wie sie helfen kann]


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