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Auf der Suche nach der Wahrheit
Liam, Lucien, Shanaya & Talin
Szenen-Informationen
Charaktere Gast
Datum 14 April 1822
Ort auf der Sphinx
Tageszeit Abenddämmerung
Crewmitglied der Sphinx
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#21
Langsam erhob sich der Dunkelhaarige, beugte sich ein Stück weiter über die Karte und fuhr ein weiteres Mal, jedoch deutlich umsichtiger als gerade eben, mit den Fingerspitzen der Linken über die glatte, sandfarbene Oberfläche. Der Ausdruck in den tiefgrünen Augen, die zunächst der eigenen Bewegung folgten, wechselte von abweisend in unleugbar interessiert. Neugier ließ ihn den Ärger von gerade so gründlich vergessen, als hätte es ihn gar nicht gegeben. Sie löschte ihn restlos aus. Als Kind hatten Geschichten, Mythen und Mysterien seinen Wunsch nach Freiheit beflügelt. Seine Leidenschaft für die Geheimnisse der Welt war es, die ihm alles eingebrockt hatte, was ihm je widerfahren war – Gutes wie Schlechtes. Und jenes längst verschüttgegangene Kind in ihm war es auch, das auf dieses neue Rätsel reagierte. Alles andere ignorierte.
Mit Liams Hand auf seiner Schulter und den Schritten seiner Schwester im Ohr, hob der junge Captain den Blick zu dem anderen Mann und konnte sich ein mild-spöttisches Schmunzeln auf dessen Worte nicht verkneifen.

Dabei funktioniert das gerade ganz hervorragend.“, warf er mit einem Hauch freundlicher Ironie in der Stimme ein, die offensichtlich machte, dass er ihm eigentlich zustimmte. Er war längst vom Gegenteil seiner eigenen Worte überzeugt. Was auch immer diesem Pergament die Fähigkeit verlieh, Kälte auszustrahlen – billig war das sicher nicht. Es konnte unmöglich ein Scherz sein. Was sie unweigerlich zu dem Schluss führte, den Shanaya in diesem Moment laut aussprach. Es musste mehr dahinter stecken.
Sein Blick wanderte zu ihr weiter und mit einem nachdenklichen Zug um die Mundwinkel schüttelte er den Kopf.

Ich nicht. Nicht einmal etwas Vergleichbares. Du?

Mit jenem letzten Wort wandte er sich an seine Schwester, suchte auf ihrem Gesicht nach einem Anzeichen für Erkennen. Oder wenigstens eine Vermutung. Und nichts auf seinen Zügen deutete darauf hin, dass sie sich eben noch gestritten hatten.
Crewmitglied der Sphinx
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#22
Die Stimmung im Raum schlug um, als sich die anderen drei um den Tisch herum versammelten und wie kleine Kinder über das Geheimnis des Stückes Pergament nachdachten. Talins Blick huschte zu ihrem Bruder, dem sie die Neugierde so offensichtlich ansehen konnte. Seine Augen leuchteten, wie schon lange nicht mehr. Wie zuletzt als Kind.
Die Blonde blinzelte, als Liam ihre Frage beantwortete. Unbewusst hob sie eine Hand und knabberte nachdenklich an ihrem Daumennagel. Einfach so jemandem aus der Tasche gefallen. Na, wenn das nicht fragwürdig klang. Eine seltsame Karte, die einfach so im Staub lag? Ihr Blick glitt wieder zu dem Pergament und sie konnte sich nicht mehr gänzlich vor der Aufregung der anderen verschließen. Auf Shanayas Frage hin sah sie auf und den anderen ins Gesicht. Alle wirkten ziemlich ratlos, ebenso Lucien. Talin schüttelte schon den Kopf, als sie das Ding noch einmal berührte und wieder Kälte durch ihre Hände kribbelte. Sie sah ihre Fingerspitzen an und strich fasziniert mit dem Daumen darüber.

So kalt, dass du erfrieren würdest...“, murmelte sie zu sich selbst und hob dann den leuchtenden Blick. „Gesehen habe ich so etwas noch nicht. Aber wenn es so kalt ist, dann könnte es aus der 2. Welt stammen. Die Welt mit 'Eis' und 'Schnee' und 'Kälte'. Zumindest letzteres trifft ja auch auf diese Karte zu, oder nicht?“
Crewmitglied der Sphinx
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#23
Für jemanden, der wusste, dass diese Karte kein Geheimnis barg, musste dieses Bild hier wirklich unheimlich amüsant sein. Eine angedeutete Karte und ein Haufen Menschen, die verzweifelt versuchten, herauszufinden, was ihnen ein leeres Stück Papier sagen wollte. Aber ebenso wie Shanaya glaubte der Lockenkopf nicht daran, dass sich jemand mit etwas derart Magischem einen Spaß erlaubte. Und auch Lucien klang nun ganz und gar überzeugt davon, dass es mehr gab, als sie sehen konnten. Liam schnaubte belustigt, ehe er sich zur Seite wandte und Talin den Platz hinter ihrem Bruder überließ, um sich selbst von der Eigenartigkeit der Karte zu überzeugen. Woher er sie hatte, brachte sie allerdings nicht wirklich weiter auf der Suche nach ihrem Geheimnis. Nachdem er der Blonden geantwortet hatte, lehnte er sich rücklings an den Schreibtisch, um den sie sich versammelt hatten, senkte den Blick und lauschte nur beiläufig den Antworten der Captains auf die Frage ihrer Navigatorin hin. Talins Erwähnung ließen ihn kurz nachdenklich die Stirn runzeln. Er versuchte, sich daran zu erinnern, ob ihm damals als Kind irgendetwas ähnliches bei einem der Händler aufgefallen war, die aus der anderen Welt gekommen waren, doch da war nichts. Nichts, was er mit dieser Karte in Verbindung bringen konnte.

„Wenn wir mit Wärme nicht weiter kommen, vielleicht brauchen wir einfach das Gegenteil.“

Im Grunde sprach er nur seine Gedanken laut aus, doch kaum, dass sich seine Miene mit diesem Vorschlag erhellt hatte, legte sich seine Stirn schon wieder skeptisch in Falten.

„Wobei das Papier eigentlich kalt genug ist, sollte die Tinte auf Kälte reagieren.“

Erst jetzt hob er wieder den Blick und sah in die kleine Runde. Selbst, wenn sie es versuchen wollten, erwies es sich weitaus schwieriger, irgendwo etwas aufzutreiben, was Kälte ausstrahlte, als einfach eine Kerze darunter zu halten. Es bedeutete, dass sie entweder wirklich bis in die zweite Welt segeln mussten, oder mindestens mal bis nach Yvenes, sobald der Winter angebrochen war. Für einen Herzschlag verlor sich sein Blick auf Shanaya, doch noch bevor Liam weiter darüber nachdenken konnte, Yvenes nach all den Jahren wieder zu betreten, vertagte er den Gedanken einfach. Shanaya wäre sicherlich auch nicht sonderlich erpicht darauf gewesen, einen kleinen Heimatbesuch einzulegen.

„Oder meinst du, dass sie ihr Geheimnis von alleine preisgibt, sobald wir zufällig an ihren Bestimmungsort kommen?“

Mit einem ungläubigen Schmunzeln wandte er sich wieder an Talin, selbst wenn er nicht gänzlich abgeneigt klang. Nichts, was einem wirklich realistisch erschien, aber jeder Seemannsgarn hatte immerhin einen Hauch von Wahrheit.
Crewmitglied der Sphinx
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#24
Shanaya fiel es nicht unbedingt auf, dass die Stimmung sich etwas entspannte... für sie, die ihre Aufmerksamkeit vollkommen auf diese Karte legte, machte es keinen Unterschied zu vorher. Aber auch das Interesse der Anderen war geweckt – umso besser! So sehr sie sich auch anstrengte, ihr wollte einfach keine Lösung einfallen, Nichts, was ihnen hätte helfen können. Während des kurzen Dialogs von Lucien und Liam beugte Shanaya sich leicht nach vorn, stützte einen Ellenbogen auf die Tischplatte und den Kopf auf die Hand, während ihre andere locker auf dem Tisch lag. Ihr blauer Blick ruhte auf der Karte, sie hob ihn nur, wenn einer der anderen sprach. Aber sie erwiderte Nichts, erst auf Talins Worte hin blickte sie die anderen wieder an. Ihre Worte wurden von einem deutlich unbegeistertem Ton untermalt.

Du meinst, wir müssen mit einer Auflösung warten, bis wir in die zweite Welt segeln?“

Die junge Frau seufzte, auch wenn sie inzwischen ahnte, dass das Rätsel nicht so einfach zu lösen war. Jetzt wanderte ihr Blick durch den Raum, blieb an einer Schüssel hängen. Hmm...

Vielleicht...“

Die Schwarzhaarige erhob sich wieder, trat mit zielsicheren Schritten auf die Schüssel und einen Krug zu, in dem sich ebenfalls etwas Wasser befand. Sie zögerte nicht, das Wasser sah sauber aus. Also trat sie wieder zum Tisch, und schwenkte den Krug etwas grüblerisch.

... mit etwas Wasser?“

Genau davon kippte sie sich etwas in die Hand und ließ zwei, drei Tropfen auf das Papier tropfen.

Crewmitglied der Sphinx
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#25
Talin trat zu ihnen an den Tisch, streckte nachdenklich die Hand nach der Karte aus und ließ erneut deren ungewöhnliche Kälte über ihre Finger gleiten. Doch ihr leises Gemurmel war es, das den Dunkelhaarigen halb fragend, halb nachdenklich die Stirn runzeln und sie beobachten ließ. Es klang, als erinnerte sie sich an ein Gespräch, das sie vor einer Weile mal geführt haben musste. Durch eine merkwürdige Karte eben jetzt wieder in ihr Bewusstsein gerufen.
Als sie schließlich aufsah und ihre Überlegung mit ihnen teilte, musste Lucien zugeben, dass es überhaupt nicht so dumm klang. Selbst das, was Liam ergänzte, passte irgendwie. Nichts, wovon Lucien je in seinem Leben gehört hätte... aber auf absurde Art und Weise irgendwie... schlüssig. Wenn sie mit Wärme nicht weiter kamen, dann vielleicht mit Kälte?
Doch der Ältere revidierte seinen eigenen Vorschlag bereits wieder, lenkte damit die tiefgrünen Augen auf dessen nachdenkliches Gesicht. Sowohl angetan von der Idee, als auch verstehend, was die Zweifel betraf.

Was, wenn nicht die Tinte auf Kälte reagiert? Sondern das Papier.

Auf Kälte, die sie umgab. Nicht auf die, die sie selbst ausstrahlte. Dann stammte sie vielleicht wirklich aus der Zweiten Welt. Oder einem anderen Ort, der besonders kalt war? Blieb ihnen dann wirklich nichts anderes übrig, als einen Kurs nach Yvenes einzuschlagen? Oder Andalónia? Oder gar in jene Welt, die dahinter lag? Und darauf hoffen, dass die Karte von selbst reagierte?
Wieder streifte sein fragender Blick Talin, wurde aber gleich darauf von Shanaya abgelenkt, die sich grüblerisch im Raum umsah. Schließlich löste sie sich vom Tisch, kehrte mit einem Krug voll Wasser zu ihnen zurück und Lucien richtete sich etwas auf, um das Ganze besser beobachten zu können. Neugierig, was passieren würde. Denn nur, weil sie gerade herum spekulierten, ob es nicht irgendetwas mit der Zweiten Welt zu tun hatte, hieß es noch lange nicht, dass das stimmte.
Doch als die Tropfen das Papier berührten, geschah... überhaupt nichts. Die Fasern sogen die Feuchtigkeit in sich auf und die Karte blieb, bis auf die zwei kleinen nassen Flecken, vollkommen leer.
Der junge Captain stieß die Luft aus, die er ganz unwillkürlich angehalten hatte und verschränkte die Arme vor der Brust. Die tiefgrünen Augen huschten zu Shanaya und um seine Lippen zuckte ein kleines Lächeln.

Also... Wie lange brauchen wir zum Herzogtum Pirréaux? Etwa sechs Monate?“, fragte er nur halb im Scherz. „Lust auf einen kleinen Abstecher nach Hause?
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#26
Talins Blick hüpfte von einem zum anderen, als sie ihre Idee aufgriffen. Ja, wieso eigentlich nicht wirklich Kälte? Es gäbe auch unsinnigere Erklärungen. Schweigend folgte Talin der Diskussion der anderen, während sie immer noch wie gebannt auf die Karte sah. Als Shanaya mit dem Krug Wasser kam und es auf das Papier spritzte, beugte sie sich sogar ein bisschen vor, um besser sehen zu können. Als allerdings eine Reaktion des Papiers ausblieb, richtete sie sich, leicht enttäuscht, wieder auf. Vielleicht war das Wasser nicht kalt genug? Womit wieder das Thema Eis und zweite Welt erreicht wäre. Mit einem leicht frustrierten Blick sah sie bei Liams Worten schließlich auf und seine Worte verscheuchten die Gefühle zum Glück wieder zum Großteil.

Es wäre schön, wenn die Karte es so macht. Wenn sie uns auch noch sagen würde, in welche Richtung wir müssen, wäre das großartig.

Nochmals berührte sie das Papier und wieder lief ihr ein Schauer über den Rücken. Egal, wie sie es drehten und wendeten, es sah wirklich so aus, als müssten sie die zweite Welt anfahren. Oder zumindest in ihre Nähe kommen. Das war vorerst den einzigen Plan, den sie hatten. Oder sie würden unterwegs irgendwo Kälte auftreiben können. Das wäre doch grandios.
Ihr Blick glitt zu Lucien und sie schmunzelte leicht über seine Worte. Für den Moment war der Streit von vorhin vergessen.

So gern ich auch sofort Kurs in Richtung Herzogtum Pireáux nehmen möchte, müssen wir bedenken, dass wir erst die Sphinx reparieren lassen müssen. Wir können nicht auf Schatzsuche gehen, wenn das Schiff in schlechtem Zustand ist, meinst du nicht auch, großer Bruder? Vielleicht muss eure Heimkehr also länger als 6 Monate warten. Ebenso wie die Schatzsuche. Oder hat noch jemand einen anderen Vorschlag?
Crewmitglied der Sphinx
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#27
Allmählich löste sich das Gefühl von ihm, dass sie in einer mehr als unpassenden Situation hereingeplatzt waren. Das Interesse an der Karte schien bei ihnen allen größer zu sein als das Unbehagen, selbst wenn der Lockenschopf darauf nicht wirklich bewusst achtete. Seine Lippen zogen sich zur Seite, als Shanaya aussprach, was ihm durch den Kopf gegangen war – sie würden sich wohl gedulden müssen, bis ihnen die Möglichkeit geboten wurde, die Ideen in die Tat umzusetzen, für die ihnen jetzt die Hände gebunden waren. Ihm schien es allerdings leichter zu fallen, sich damit abzufinden als der Jüngeren, die die Gelegenheit direkt nutzte, um einen weiteren Versuch zu starten, die Karte redseliger zu bekommen. Teils neugierig, teils skeptisch beobachtete er ihren Versuch, der sie abermals so erfolglos zurückließ, wie alles, was sie zuvor probiert hatten. Währenddessen dachte Liam über das nach, was Lucien zu seinem vorherigen Gedanken angefügt hatte – aber auch das bedeutete zwangsläufig, dass sie erst schlauer wurden, wenn sie die zweite Welt erreicht hatten. Talin antwortete ihm und er kam nicht umhin, kurz aufzulachen.

„Tatsache. Aber auch ein bisschen witzlos.“

Trotzdem - ein wenig kooperativer hätte sich diese Karte wirklich zeigen können. Im Endeffekt also blieb ihnen wirklich nichts anderes, als blindlinks Richtung zweite Welt zu fahren und zu hoffen, dass sie mit ihrer wundersamen Vermutung recht behielten, ganz gleich, wie absurd der Gedanke schien. Auch Lucien schien direkt einen Plan zu schmieden, der sie in die richtige Richtung führen sollte, doch Talin erinnerte sie alle daran, dass die Sphinx im Augenblick nicht wirklich in dem Zustand war, groß auf Schatzsuche zu gehen. Liam seufzte zustimmend. Wobei er weniger um die Heimatreise als um die Schatzsuche trauerte.

„Damit hast du vermutlich Recht. Alles, was wir selbst handhaben konnten, haben wir erledigt, oder? Das heißt wohl, dass wir uns in Geduld üben müssen, bis wir der Karte vielleicht ihr Geheimnis entlocken können.“
Crewmitglied der Sphinx
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#28
Diese verdammte Karte machte Shanaya wahnsinnig. Nichts funktionierte. Kein Wasser, keine Wärme. Alle Versuche verliefen sich im Sande. Und anstatt wie ein normaler Mensch einfach zu denken, dass sich irgendwann schon eine Möglichkeit bieten würde, wie sie ihr Geheimnis lüfteten, fachte es mehr und mehr den Kampfgeist der jungen Frau an.
Auch Luciens Worte, ob die Tinte auf Kälte reagierte, ließen sie nicht den Blick von dem Papier heben, welches sie eben noch mit Wasser betropft hatte. Das war eine Idee, nur kamen sie nicht Mal eben an etwas, was kalt genug war. Hätte man Dummheit mit Kälte gleichstellen können, gewiss. Nur so… Die Schwarzhaarige nickte also, während ihre Gedanken noch immer darum kreisten, was man noch versuchen konnte. Tausend Möglichkeiten. Humpf. Jetzt spürte sie den Blick des Dunkelhaarigen auf sich, hob erst mit seinen Worten selbst den blauen Blick und erwiderte seinen mit einem Ausdruck, der ihrem Captain schon genug verraten hätte.
Ich kenne da jemanden, der sich sicher freuen würde, uns wieder zu sehen.“

Einen Moment ließ sie die blauen Augen noch auf Luciens Gesicht ruhen, ehe sie sich zu Liam und Talin herum wandte – und wieder leise schnaufte. Davon abgesehen, dass Shanaya nicht besonders erpicht darauf war, nach Yvenes zu segeln, so wäre es ihr das Geheimnis dieser Karte wert gewesen. Ganz nach dem Motto ‚Ich habe keine Zeit, mich euren verachtenden Blicken zu widmen, ich habe eine Mission zu erledigen‘. Aber leider hatte Talin Recht. Es wäre ziemlich sinnlos, sich jetzt auf dieses Ziel zu konzentrieren.

Geduld kann ich, kein Problem.“ Der leise Unterton in ihrer Stimme verriet die Lüge darin. Trotzdem verschränkte sie die Arme, warf dem Stück Papier einen wissenden Blick zu. Dann richtete sie sich an Liam.

Wag es nicht, sie zu verlieren! Dann stehe ich jede Nacht an deiner Hängematte, bis du sie wieder gefunden hast.“

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#29
Shanayas Blick sagte ihm schon alles. Ihre Worte bestätigten danach nur, woran er ohnehin selbst dachte und das düstere Schmunzeln, das in diesem Moment um seine Mundwinkel spielte, ließ ahnen, dass er sich schon fast auf eine weitere Begegnung freute. Sollte sie nur kommen.
Doch die beschwichtigenden Worte seiner kleinen Schwester verdrängten den Gedanken, lenkten seine Aufmerksamkeit wieder zu ihr zurück und dieses Mal runzelte er die Stirn. Eine erneute Welle aus Ärger breitete sich in ihm aus und merklich kühler, als einen Moment zuvor, begegnete er ihrem Blick.

Dessen bin ich mir durchaus bewusst, ja.“,

erwiderte er deutlich schärfer, als es bei ihrem sanften Ton wahrscheinlich angemessen gewesen wäre. Aber sie reizte ihn – weil gerade sie es besser wissen müsste. Als ob er nun Hals über Kopf einen neuen Kurs eingeschlagen hätte, nur weil er sich gerade mal für irgendetwas begeisterte. Ausgerechnet er. Warum der ganzen Sache also jetzt einen Dämpfer verpassen?
Doch Lucien wollte keinen neuerlichen Streit vom Zaun brechen. Ihre Beziehung, ihr Umgang miteinander, glich ohnehin einem Balanceakt und ihm fehlte die Geduld, das jetzt ein weiteres Mal auszuloten. Auch wenn er es war, der damit begonnen hatte.

Wer sagt, dass wir keinen Umweg nehmen können? Wir haben doch sonst nichts anderes vor, oder? Wir bleiben bei unserem Plan, setzen Kurs ins Herzogtum Tarlenn und bringen die Sphinx ins Trockendock. Dann umschiffen wir Asanu im Osten und nehmen von dort aus Kurs nach Andalónia. Wo ist das Problem?

Nach wie vor schwang Ärger in seiner Stimme mit, doch der Dunkelhaarige dämpfte das Gefühl zumindest so weit, dass es eher nach einem etwas angriffslustigen Kompromiss klang. Besser bekam er es beim besten Willen nicht hin.
Crewmitglied der Sphinx
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#30
Talins Augen wurden schmaler vor Skepsis, als Lucien und Shanaya ein Wissen austauschten, wovon weder Liam noch die Blonde Ahnung zu haben schienen. Dieses Gefühl, was ihr Herz zusammenquetschte und es gleichzeitig wie wild schlagen ließ, war…merkwürdig. Das sie noch zusätzlich Luciens unterdrückten Ärger abbekam, machte es nicht viel besser. Sie zuckte ein wenig zusammen, als hätte er sie wie ein kleines Mädchen getadelt. Und sie wusste ganz genau, dass sie dieses Gefühl überhaupt nicht leiden konnte. Hatten sie es nicht gerade erst geklärt oder zumindest stillschweigend verschoben? Musste er sich denn gleich von dem, was sie sagte angegriffen fühlen? Zum Haare raufen der Kerl.
Für einen Moment verengten sich ihre Augen zu Schlitzen, bevor Liam und Shanayas Plänkelei sie scheinbar ablenkte. Sie schaffte sogar ein kleines Lächeln.

Wenn du deines Lebens weiterhin sicher sein willst, Liam, dann solltest du tun, was sie sagt. Ich stell es mir nicht schön vor, jede Nacht von einem Mörderblick geweckt zu werden.

Allein Lucien, der nun wieder etwas sagte, verhinderte, dass ihr Kopf das ganze Szenario einfach weiterspann. Talin unterdrückte das Verlangen die Arme vor der Brust zu verschränken, als Reaktion auf seinen angriffslustigen Ton. Stattdessen tat sie das, was kleine Schwestern wohl einfach tun mussten, wenn sie ihre Brüder wirklich, wirklich liebten. Sie gab nach.

Kein Problem, großer Bruder. Du hast vollkommen Recht. Nichts leichter als das.“ Ihre Stimme glich einem leisen Singsang, während sie ihn mit leicht zur Seite geneigtem Kopf engelsgleich ansah. Ja, sie gab nach und zwar furchtbar wütend.


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