02.09.2023, 11:54
Beiros war während des kurzen Austauschs wieder näher an die kleine Gruppe herangetreten, den Blick dabei von Tarón zu der hochgewachsenen Frau hinwendend, die die Wachsamkeit seiner Gäste mit jedem Wort zu steigern vermochte. Sei es, weil sie ihr misstrauten, oder weil das, was sie sagte, sie in höchste Alarmbereitschaft versetzte. Doch zumindest Ersteres schien den Barden selbst nicht zu quälen. Es mochte ein Bauchgefühl sein, aber er hielt die mysteriöse große Frau in diesem Moment nicht für eine Bedrohung. Für gefährlich vielleicht, aber nicht bedrohlich.
Letzteres hingegen hatte er bereits vermutet. Hier ging es um ein durchaus bekanntes Schiff mit roten Segeln. Eines, das vielleicht nicht nur den drei Reisenden vertraut war, sondern das sich bereits in der gesamten Ersten Welt einen zweifelhaften Ruf erarbeitet hatte. Ein Schiff und eine Crew, die im Auge zu behalten sich womöglich lohnte. Vielleicht, weil er nun wusste, dass einer der seltenen Basilisken bei ihnen lebte, und vielleicht, weil er doch nur ein sentimentaler alter Mann war.
Er legte dem bärtigen Echsenbesitzer eine Hand auf den Oberarm, wartete darauf, dass dieser seine Aufmerksamkeit auf ihn lenkte.
„Ich will Euch nicht aufhalten, mein Freund“,
begann er in verständnisvollem Ton. Bedeutete Tarón im gleichen Zuge jedoch, ihm zu folgen, als er einen Schritt von der Gruppe zurücktrat und im nächsten Augenblick die Stimme so weit senkte, dass die übrigen drei nicht mehr als ein leises Brummen würden hören können.
„Aber ich möchte Euch noch etwas auf Euren Weg mitgeben.“ Er wartete nur einen Herzschlag, bis er sich Taróns ganzer Aufmerksamkeit sicher sein konnte und suchte zugleich die richtigen Worte, um das, was wichtig war, in wenigen Sätzen zusammenzufassen. „Ich kann Euch nicht alles berichten, was ich darüber weiß – das erlaubt die Zeit jetzt nicht mehr. Aber eines solltet Ihr wissen: Diese Männer und Frauen, die Euren kleinen Gefährten verfolgen, gehören einer Gruppe selbsternannter Jäger an, die bereits seit hunderten von Jahren existiert. Länger, als es Könige in dieser Welt gibt. Sie haben im Laufe dieser Zeit einen Schaden angerichtet, den Ihr Euch nicht einmal vorstellen könnt und dessen Auswirkungen wir alle bald zu spüren bekommen werden. Achtet gut auf Euch und auf Euren kleinen Freund. Diese Menschen werden alles daran setzen, ihn in die Finger zu bekommen! Calwah mag nicht ihr eigentliches Opfer sein, aber er hat die Fähigkeiten, sie zu ihnen zu führen.“
Mit jedem Satz wurde Beiros‘ Stimme eindringlicher, seine Worte hastiger. Er wollte Taróns Zeit nicht überstrapazieren und beschloss, es bei diesen wenigen Informationen zu belassen, sofern der Bärtige nicht nachhakte. Nur eines noch:
„Wenn Euch Euer Weg nach Cheliya führt, werft einen Blick in die großen Bibliotheken. Dort gibt es Bücher, die Euch mehr darüber verraten werden. Fangt mit dem an, was ich Euch über Calwah sagen konnte. Den Rest werdet Ihr dort erfahren. Und nun macht Euch besser auf den Weg zu Eurem Schiff... bevor Ihr keines mehr habt.“
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