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Hello cold sweat and those shivers down my spine
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Feb 2016
#4
Wie war das damals eigentlich immer gewesen – all die Male, die man versucht hatte, sich mit den Größeren anzulegen, damit sie einen endlich in Ruhe ließen? Liam war damals mit Nichten einer derer gewesen, die die anderen herumgeschubst hatten. Vielmehr war er ein Träumer gewesen, der sich alleine seine Abenteuer gesponnen hatte, um sie fernab der Realität zur Wirklichkeit zu machen. Und jeder, der bereit gewesen war, ihn dabei zu begleiten, war herzlich willkommen gewesen. Die Großen hatte er meist nicht kommen sehen und trotzdem hatte sein damaliger Trotz und Leichtsinn ausgereicht, um ihnen selbstgerecht gegenüberzutreten. Hier ging es allerdings nicht um unzufriedene Kinder, die sich die Schwächeren suchten, um sich einmal in ihrem Leben überlegen zu fühlen – nicht ganz jedenfalls, denn wenn er ehrlich war, vermutete er schon, dass Flint diesen körperlichen Ausgleich brauchte, um seine geistige Schwäche wettzumachen. Flint ging es auch um Macht. Macht, die er zweifellos in diesem Loch besaß und offensichtlich Tag für Tag aufs Neue beweisen musste, weil er sonst nichts war. Ein armseliges Leben.

Was sich aber auch von all den Situationen früher unterschied: Liam war freiwillig hier, auch wenn er das selbst noch immer nicht glauben konnte. Es war nicht wie damals, dass man ihn in die Enge getrieben hatte und er sich stellen musste. Er hatte ganz aktiv die Entscheidung getroffen, jetzt hier zu sein, obwohl er wusste, dass er es bereuen würde. Warum er so entschieden hatte? Er wusste es selbst nicht. Vielleicht war es tatsächlich die Vorstellung gewesen, dass der nur wenig kampferprobte Nathan (seine Vermutung) ansonsten feierlich mehr als nur die Nase gebrochen bekam, ohne dass er sich wehren konnte; das Wissen, dass er alleine nicht den Hauch einer Chance hatte, sich auch nur zu wehren. Allerdings war Liam war offenherzig und hilfsbereit – aber er war nicht dumm. Und auch niemand, der sich mit derlei Taten profilieren musste. Er war kein Held, hatte keinerlei Ambitionen, einer sein zu wollen und war niemand, der sich einbildete, bei einem Ringkampf einen ernstzunehmenden Gegner darzustellen. Wäre da also nicht auch noch die persönliche Schiene gewesen, die Flint und ihn verband – vermutlich wäre er tatsächlich nicht aufgetaucht. Es wäre nicht seine Angelegenheit gewesen. So aber war es das eben doch. Und er beglich die Rechnungen, die er offen hatte. Und diese hier schien Flint zumindest wichtig genug zu sein, während Liam eigentlich nicht einmal wusste, worum es ging.

Für Flints Bemerkung hatte er lediglich einen unbegeisterten Blick übrig, ehe er kurz Nathan musterte, der in erster Linie überrascht schien, ihn hier zu sehen. Liam schluckte die Bestätigung über die Stupidität seiner Entscheidung wortlos hinunter, sog stattdessen scharf die Luft ein und schloss sich dem eigenartigen Zug an, der sich zwischen den Leuten hindurch auf den Eingang der Scheune zubewegte.

„Bringen wir es einfach hinter uns.“, brummte er und ignorierte die hämischen Blicke der beiden Gorillas, die den Blondschopf nach vorne geschubst hatten.

Die Tatsache, dass man ihn wie einen Hund an einem Strick um die Handgelenke führte, ließ darauf schließen, wie es ihm seit dem Mittag ergangen war. Dem Lockenkopf war ausnahmsweise nicht danach, einen Spruch auf seine Kosten zu machen. Der Knoten in seinem Magen forderte vorerst sämtliche Aufmerksamkeit. Jemand öffnete Flint die Tür, als sie nah genug waren und Liam folgte den anderen hinein. Schon von außen hatte man die Menschen grölen gehört. Es schien, als sei die Veranstaltung schon längst in vollem Gange. Hinter den Menschen, die sich um die Mitte des Raumes drängten, konnte Liam nur das vermuten, was sie hier als Kampfring nutzten. Auf dem Boden lag vereinzelt Heu und erinnerte daran, dass dieses Gebäude ursprünglich wohl als Stall genutzt worden war. Es stank nach Blut und Schweiß. Die Menge war aufgeheizt, jubelte und ergötzte sich an den Schlägen, mit denen die Kämpfer im Ring den Sieg erringen wollten. Liam vermied jeglichen Blick in die Richtung des Kampfrings; die Köpfe der Menge versperrten ihm aber ohnehin die Sicht. Flint hob die Hand, seine Gorillas blieben stehen und zwangen auch Nathan dazu. Flint verschwand irgendwo weiter hinten in der Menge.

„Schon mal bei sowas gewesen?“, fragte Liam schließlich und warf Nathan einen flüchtigen Seitenblick zu, ehe er wieder Ausschau nach Flint hielt.
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RE: Hello cold sweat and those shivers down my spine - von Nathan Reed - 23.08.2020, 13:46
RE: Hello cold sweat and those shivers down my spine - von Liam Casey - 04.09.2020, 21:36
RE: Hello cold sweat and those shivers down my spine - von Nathan Reed - 11.09.2020, 19:30

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