07.05.2020, 18:24
Shanaya warf Liam bei seinen Worten einen ruhigen Blick zu, während das Lächeln weiter auf ihren Lippen ruhte. Ob er nun die Wahrheit sagte oder sich einfach heraus reden wollte... es war der jungen Frau nicht wichtig. Die zwei sollten tun und lassen, was sie wollten. Ganz so wie Lucien und sie selbst. Es sprach Nichts dagegen und deshalb nickte die Schwarzhaarige nur noch auf die Worte des Mannes hin. Es bedurfte keiner Antwort mehr, sie hatten beide gesagt, was es zu sagen gab.
„Das will ich doch hoffen, ich werde dir bei jeder Gelegenheit über die Schulter schauen, um zu sehen, wie du dich machst!“
Vor allem dann, wenn er nicht damit rechnete. Vielleicht sollte sie sich einen großen Stock auf ihrem Spaziergang besorgen, um ihn in den richtigen Moment auch auf die Entfernung stubsen zu können. Dieser Gedanke amüsierte sie und sofort ließ sie den blauen Blick suchend schweifen.
„Ich sollte jede Woche ein Bild von dir verlangen. Dann kannst du dich nicht raus reden.“
Ein vielsagender Blick galt dem Lockenkopf. Vielleicht konnte er sich ganz glücklich schätzen, dass er in diesem Moment – oder in jedem anderen – ihre Gedanken nicht lesen konnte.
„Sie hat mich verkatert unter Deck gefunden und in mir eine Verbündete ihrer Pläne gesehen. Vielleicht... nicht von Anfang an, aber ich habe schnell von ihrem Plan erfahren, zu meutern. Also habe ich mich ihr natürlich angeschlossen. Auf irgendeine Seite musste ich mich schließlich stellen. Sie hat mir von Anfang an gesagt, dass sie ihren Bruder retten wollen würde... sollte er überhaupt noch leben. Und da ich niemand bin, der gern in Jemandes Schuld steht, war für mich genauso klar, dass ich ihr dabei helfen würde.“
Shanayas Lächeln wurde bei diesen Worten noch ein wenig sanfter. Sie erinnerte sich gern an diesen Moment zurück, immerhin war das der Beginn von etwas ganz Besonderem gewesen. Zumindest für sie.
„Aspen kam zur gleichen Zeit zur Crew wie ich. Er hat sich aber nicht an der Meuterei beteiligt, weil... man tötet niemanden, auch nicht, wenn er einen selbst umbringen will.“ Sie untermalte diese Worte mit einer hoch dramatischen Geste. „Die Crew ist noch mit uns bis zum nächsten Hafen gesegelt... und dann haben wir die ersten von euch getroffen.“
Ohne Widerworte folgte Shanaya dem Weg, den Liam bestimmt hatte. Er sah vielversprechend aus. Hier fand sich doch sicher der ein oder andere Tiger, der sie beschäftigen würde.

