17.02.2019, 14:59
Die Antwort des Dunkelhaarigen ließ das Schmunzeln der jungen Frau noch ein wenig breiter werden – aber sie glaubte ihm seine Worte. Vielleicht einfach wegen der Tatsache, dass sie wusste, dass er heute noch nicht vernachlässigt wurde. Trotzdem glaubte sie nicht, dass es das gewesen war. Sie hatten dieses Spiel begonnen, und wenn sie Lucien richtig einschätzte, war das ganze morgen nicht einfach für ihn gegessen. Zumindest nicht, wenn sie der Gegenpart dazu war. Also so, wie es ihr gefiel.
„Auch wenn ich nicht wie die anderen bin... bin ich immernoch eine Frau, nicht wahr? Dazu ein absoluter Genussmensch.“
Mit den letzten Worten warf sie dem Mann ein eindeutiges Lächeln zu. Ob nun seine Gesellschaft, die Art und Weise, wie er roch oder eben dieses Spiel an sich. Und dazu zählte auch der nächste Genuss, der sie betörte, anlockte und keinen Widerstand zuließ. Aber auch Lucien schien dem Nichts entgegen zu setzen, dass er ihre Hand los ließ rief ihr erst wieder in Erinnerung, dass er sie überhaupt festgehalten hatte, aber da er die selbe Richtung wie sie einschlug, ging sie darauf nicht weiter ein. Sie wäre auch ohne ihn verführt worden.
„Ich genieße es eben nicht nur, mich von deinen Lippen in irgendeinem Bergsee verwöhnen zu lassen oder von dir in eine dunkle Ecke gezogen zu werden...“ Nun war es an ihr, ihm ruhig zu zuzwinkern, ehe sie weiter sprach. „Und ich bin einer dieser Menschen, die man mit keinem Gold der Welt bestechen kann... mit etwas zu Essen sieht das aber schon anders aus. Außerdem würde unser Freund der Tuchhändler sicher wollen, dass wir sein Geld sinnvoll ausgeben.“
Kurz noch ruhte ihr blauer Blick auf seinem, ehe sie sich dem Stand mit dem Mann zu wandte, der ihnen schon sein Angebot offenbarte. Direkt an seinem Stand kam die junge Frau zum stehen, seufzte leise und widerstand dem Drang, sich alles zu bestellen. Ein fast überforderter Blick galt Lucien, ehe sie in ihrer Tasche den Beutel öffnete, das Geld heraus kramte, dabei unauffällig den Blick schweifen ließ. Niemand verfolgte oder beobachtete sie.
„Das Spanferkel klingt wirklich verlockend...“
Der ältere Mann nickte mit freudigem Grinsen, richtete die Augen dann auf Lucien, wartete auf seine Bestellung. Mit dem Hunger würde sicher auch der Durst kommen – aber es würde sicher keine Überzeugungskraft brauchen, um Lucien auch noch irgendwann in eine der Schenken zu bekommen. Dort konnten sie sich sicher auch ungestört ihre ansehen. Die des Tuchhändlers und die, die es jetzt noch zu erbeuten galt.