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We'll sleep when we're dead
Shanaya & Skadi
Szenen-Informationen
Charaktere Gast
Datum 1 Mai 1822
Ort An Deck der Sphinx
Tageszeit Nachts
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Nov 2015
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#1
We'll sleep when we're dead

Nacht des 01. Mai 1822
Skadi Nordskov & Shanaya Árashi


Das Feuer hatte etwas nachgelassen, es brannte nicht mehr in jeder Faser ihres Körpers. Aber die Glut blieb, glühte in ihrem tiefsten Inneren und fachte ihr Verlangen an. Luciens Berührungen hatten etwas hinterlassen, was die junge Frau nicht einfach ignorieren konnte. Sie wusste nicht einmal wie lange ihre Begegnung her war, aber in diesem Moment fühlte sich die Schwarzhaarige, als würde diese Glut nicht so schnell wieder erlöschen. Sie war vollkommen hin und hergerissen, wollte Abstand und Nähe und alles gleichzeitig. Sie verfluchte diesen Kerl, hatte sich in diesem Moment für Abstand entschieden. Wo auch immer er war, ihr Weg hatte sie zurück an Deck geführt, als die Sonne längst untergegangen war. Nur eine kleine Laterne spendete etwas Licht, wahrend Shanaya nur das Rauschen der nächtlichen Wellen zu hören glaubte. Vielleicht war da aber auch mehr... in diesem Moment hatte sie keine Aufmerksamkeit dafür, war mit den Gedanken viel zu sehr an einem anderen Ort.

Mit einem tiefen Seufzen ließ sich Skadi der Länge nach auf den Planken nieder und verfluchte ihre Schlaflosigkeit dafür, die Schäfchen just in dem Moment zu vertreiben, wenn die Schwere ihren Körper erreicht. Das anhaltende Kribbeln in ihrer Brust machte sie bald verrückt, noch mehr, dass kein schweißtreibendes Training der Welt mehr half, um ihre Glieder müde und abgekämpft in eine Händematte zu verfrachten. Was machte sie nur so unfassbar rastlos? Wieso im Namen der Götter fand sie keine Ruhe mehr auf diesem überbevölkerten Schiff? Mit zusammengezogenen Brauen starrte die Jägerin in den dunklen Nachthimmel. Schnaubte wütend über sich selbst und ballte die Hände zu Fäusten. Ließ die Fingerknöchel geräuschvoll auf das Holz unter sich prallen und japste, als leichtes Schuhwerk ihre Seite streifte. Was zur Hölle…?! Blinzelnd starrte Skadi dem schmalen Körper entgegen, der geradewegs über sie stolperte und hatte gerade noch so viel Reaktionsfähigkeit über, um Shanaya am Handgelenk zu packen und ihr Gesicht vor einem schmerzhaften Aufprall zu bewahren. “Wow… was wird das?!“

Shanayas Gedanken drifteten in alle möglichen Richtungen, ohne dass sie genau ausmachen konnte, wohin. Und was für ein Ziel sie verfolgten. Sie wollte schlafen, aber sich jetzt ruhig hinzulegen erschien der jungen Frau als unmöglich. Dummerweise war sie für einen Moment so in Gedanken versunken, dass sie nicht sah, dass jemand in der Dunkelheit auf dem Boden lag. Sie stolperte, ihre Augen weiteten sich ein ganzes Stück, als jemand sie am Handgelenk packte. Im ersten Moment wollte sie nach ihrem Degen greifen. Dieser lag jedoch schon unter Deck – und wer sollte sich mitten auf dem Meer auf die Sphinx geschlichen haben? Ihr Herz machte einen großen Hüpfer, beruhigte sich aber schnell wieder, als Skadis Stimme erklang. Ihre Anspannung fiel zum Großteil von ihr ab, als sie leise schnaufte. „Eigentlich wollte ich auf dich drauf treten. Hat nicht geklappt.“ Sie schmunzelte etwas schräg, was auch in ihrer Stimme mitschwang.

“Benutzt man dafür nicht eher seine Füße.“ Ein amüsiertes Schnauben verließ Skadi Kehle und zauberte ihr den sanften Hauch eines Schmunzelns auf die Züge. Shanaya wirkte ungewohnt neben der Spur. Wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie ja Lucien dahinter vermuten. Aber wer war sie schon die Jüngere einschätzen zu können. Konnte auch gut möglich sein, dass sie gerade mit herbem Blutverlust zu kämpfen hatte. “Alles… okay?“ Die Jägerin erwartete keine Antwort. Ließ mit schiefgelegtem Kopf die langen Finger vom Handgelenk Navigatorin gleiten und stützte sich mit beiden Händen rücklings auf den Planken ab.

Shanaya brummte nur leise auf die Antwort der anderen Frau hin und hob leicht eine Augenbraue. Hatte sie doch. Im übertragenen Sinne. Irgendwie. Auf Skadis Frage reagierte sie nicht sofort, richtete sich auf, als die Dunkelhaarige sie los ließ und verschaffte sich so einen winzigen Moment mehr Zeit für eine Antwort. „Ich liege nicht nachts auf dem Deck und lasse mich von irgendwem über den Haufen rennen, oder?“ Sie versuchte ihrer Stimme ein wenig mehr Gelassenheit zu verleihen.

“Ne… das schaffst du auch ganz gut allein.“ Welche Laus auch immer ihr über die Leber gelaufen war: Shanaya schien alle Mühe damit zu haben, die Schatten von ihren Zügen und Gedanken zu vertreiben. Immer wieder hing das Lächeln nur halb auf ihren Lippen. Ihre Augen trafen nie so ganz den Blick ihres Gegenübers. Eigentlich beantwortete es die Frage der Nordskov von selbst. Doch sie sah in diesem Zusammentreffen eine willkommene Abwechslung zu ihren eigenen, unruhigen Geistern. “Es beantwortet allerdings nicht wirklich meine Frage.“ Unter einem tiefen Atemzug rappelte sich Skadi auf und schob mit einem Fuß die aufgestellte Lampe zur Seite. Umfasste den metallenen Henkel mit der Linken und hob die tänzelnde Flamme in die Lüfte.

Shanaya hatte das dringende Bedürfnis, auch Skadi in diesem Moment auf Abstand zu bringen. Eine innere Anspannung blieb, auch wenn ihr Körper sich entspannte. Was machte die Dunkelhaarige eigentlich um diese Zeit hier? Wieso war sie nicht in der Hängematte, wo man um diese Zeit hin gehörte, wenn man nicht die Nachtwache hatte. Und wer war überhaupt sonst noch auf dem Schiff unterwegs? Kurz aber kräftig biss Shanaya die Zähne aufeinander, schnaufte dann als Überleitung auf die Worte der anderen Frau hin, die sich langsam erhob und dabei jetzt fest von Shanaya beobachtet wurde. „Ich bin einfach nur müde und kann nicht schlafen. Ganz genau wie du, nehme ich an?“ Sie riet einfach ins Blaue. Vielleicht hatte Skadi ja auch etwas zu Essen gestohlen und versuchte das zu vertuschen? Möglich war alles.

Shanayas Kiefer warf für einen kurzen Moment einen deutlichen Schatten im Licht der Öllampe. Skadi konnte kaum anders als wortlos zu Schmunzeln und diese stille, wenn auch eindringliche Reaktion auf sich wirken zu lassen. Auch wenn Shanaya sie mit ihren hellen Augen taktierte, schien die Jägerin recht unbeeindruckt – sofern sie überhaupt zu weit gegangen war und Shanayas Missfallen nicht fehl interpretierte. “So ist es.“ Für einen Moment noch blieb die Nordskov stehen. Wandte erst den Blick auf die Kiste neben sich, ehe sie zu ihr hinüber lief und die Lampe neben einem Lederbeutel abstellte. “Nicht einmal das hier hilft.“ Demonstrativ hob die Dunkelhaarige das Säckchen mit zwei Fingern hinauf. Überlegte, ob sie es der Jüngeren einfach zuwerfen sollte und beschlossen, es vorerst sicher auf das spröde Holz zurückzulegen.

Skadi bestätigte ihre Vermutung, woraufhin Shanaya leicht den Kopf neigte. Sie machte sich jedoch keine großen Gedanken darüber, wieso die Dunkelhaarige nicht schlafen konnte. Es gab immerhin einfach Mal Nächte, wo es nicht so lief, wie es sollte. Ganz so wie bei ihr in diesem Moment. Der Blick der anderen Frau glitt zu einer Kiste, Shanaya folgte ihr mit den Augen und fragendem Blick, als sie schließlich auch dorthin schritt, ein kleines Säckchen in die Hand nahm. „Was hast du da wieder zusammen gemischt? Irgendwelche Schlafpilze?“ Sie grinste, immerhin traute sie genau das der anderen Frau zu.

Wider erwarten erhob sich die Dunkelhaarige. Stand nur wenige Atemzüge später neben ihr und hielt das kleine Säckchen in Händen, das Skadi für einen Augenblick in Augenschein nahm, ehe sie schmunzelnd zu Shanaya hinauf blickte. “Pilze wären denkbar schlecht für ein Schlafmittel. Die meisten werden davon… unheimlich komisch.“ Und die Betonung lag dabei mehr auf unheimlich, denn komisch. Doch das würde Shanaya vielleicht irgendwann selbst noch herausfinden. Oder eben nicht. “Das sind getrocknete Passionsblumen und Johanniskraut. Also nichts, was dich in irgendwelche Parallelwelten befördert.“

Shanaya schwenkte das kleine Säckchen leicht hin und her, betrachtete es dabei halbherzig neugierig. Ihr war alles Recht, was sie in diesem Moment ablenkte – und wenn es irgendwelche zusammen gesammelten Stoffe waren, von denen sie vielleicht nicht einmal wissen wollte, woher Skadi sie hatte. „Aber dann wäre es einem vielleicht egal, dass man zu müde ist um Ruhe zu finden.“ Ein vielsagender Blick galt der anderen Frau, ein amüsiertes Lächeln. Was sich dann wirklich in dem kleinen Beutel befand war nicht unbedingt spannend, sodass Shanaya nur kurz daran schnupperte und es zurück auf das Fass legte. „Wirklich, hättest du rote Haare würde ich mir Sorgen machen, dass wir dich irgendwann von einem Scheiterhaufen retten müssten.“

Sicherlich war einem auf Pilzen vieles egal – doch in Skadis Augen sollte es dennoch kein Grund sein, sich diesem unsagbaren Rausch hinzugeben. Sie hatte einmal diese Erfahrung gemacht und war vorerst nicht sonderlich erpicht darauf, sie zu wiederholen. “Wenn Ablenkung dein einziges Problem ist, besorge ich dir das nächste Mal welche.“ Ein Achselzucken und Augenzwinkern folgten. Ein intensiver Blick, der den Shanayas erwiderte. Gefolgt von einem breiten Grinsen, das dunkle Schatten in die Grübchen ihrer Wangen schob. “Na was für ein Glück, dass ich keine Tochter der Lilith bin.“ Wobei selbst das nicht gesagt war. Wenn sie an die vergangenen Tage, Wochen, Monate und Jahre zurück dachte, war sie weder Fisch noch Fleisch. Keine Unschuld vom Lande, aber ebenso wenig die menschliche Gestalt eines Monsters. “Aber sag mir nicht, dass du an so etwas wie Hexen glaubst.“ In ihrer Stimme klang keine Missachtung mit, keine Skepsis. Es war schlicht und ergreifend neutrales Interesse.

Shanaya schüttelte auf die Worte der Frau hin leicht den Kopf. „Ich würde sowieso Nichts davon nehmen, nur weil ich Mal eine Nacht nicht schlafen kann. Das ist Nichts, was sich nicht von selbst wieder erledigt.“ Dessen war sie sich ganz sicher. Während Skadi weiter sprach warf Shanaya ihr einen vielsagenden Blick zu, ehe sie an die Reling trat, sich den frischen Wind ungestört ins Gesicht wehen ließ. Ob sie an Hexen glaubte? Eine gute Frage. „Mich hat noch niemand vom Gegenteil überzeugt.“ Ein weiterer Blick galt der Dunkelhaarigen. Sie glaubte nicht an viele übernatürliche Dinge, aber sie verurteilte das alles auch nicht sofort. Sie ließ sich gern überraschen, nahm also alles wie es kam. Mit einer müden Bewegung fuhr sie sich schließlich über das Gesicht und durch die schwarzen Haare.

Nichts was sich nicht wieder von selbst erledigte? Unweigerlich schnippte Skadis Augenbraue hinauf. Das war allerdings sehr interessant. Und ließ für ihren Geschmack leider immer noch zu viel Interpretationsfreiraum. Aber nachzuhaken kam kaum in Frage, als sich Shanaya mit einer Antwort auf den Lippen abwandte und an die Reling trat. Sichtlich geschafft von irgendetwas und zumindest körperlich müde genug, um alsbald in die Hängematte hinab zu sinken. “Geht mir genauso.“ Ein sanftes Lächeln zierte Skadis Lippen. Nur langsam ließ sie sich gegen die Holzkiste gleiten, mit direktem Blick auf die Dunkelhaarige. “Was war das verrückteste, was du jemals erlebt hast?“ Sie brauchten diese Ablenkung. Es wäre dumm etwas anderes zu glauben. Und zumindest für Skadi war ein kleiner, wenn vielleicht auch nur oberflächlicher Plausch, besser als mit sich allein zu sein. Schon wieder.

Shanaya wandte den Blick nur leicht zurück, als Skadi ihre Worte erwiderte. Hatte sie nicht eben noch gesagt, dass ihr das Zeug nicht geholfen hatte? Naja... die Dunkelhaarige lehnte sich gegen die Kiste und Shanya musterte sie nur noch einen kurzen Moment, ehe sie die blauen Augen wieder auf das Meer hinaus wandte. Die Frage der anderen Frau ließ sie kurz die Augen schließen. Der unendlich zynische Gedanke, ihr zu sagen, dass das Verrückteste ihr Bruder war, der mehrmals versucht hatte sie zu vergwaltigen, überkam sie einen kleinen Moment. Stattdessen gab sie nur ein leises, grüblerisches Brummen von sich. Etwas verrücktes... „Vielleicht das ich eine Crew kenne, die sich untereinander kaum kannten und trotzdem ein Marineschiff geentert haben?“ Ein amüsiertes Ausdruck huschte über ihre Züge.


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