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Alte Schatten
Liam & Shanaya
Szenen-Informationen
Charaktere Gast
Datum 11 April 1822
Ort Auf der Sphinx
Tageszeit Mittag
Crewmitglied der Sphinx
für 60 Gold gesucht
dabei seit Nov 2015
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#11
Shanaya fragte sich still, was wohl im Kopf des Dunkelhaarigen vor sich ging. Sie erzählte nicht oft – und vor allem nicht jedem – von sich und ihrer Vergangenheit. An sich hatte sie kein Problem damit. Weder mit ihrer 'Familie' in Verbindung gebracht zu werden, noch was sie in ihrer frühen Jugend erlebt hatte. All das hatte sie nicht verbittert oder so geprägt, dass sie es in sich hineinfraß. Und dennoch fand die junge Frau, dass es einfach nicht jeden etwas anging. Es war ihre Geschichte, und sie zu hören – das musste man sich zuerst verdienen. Und sie mochte den Lockenkopf genug, um mit ihm darüber sprechen zu können.
Als eben dieser behauptete, nicht alle Familien seien so, musste die Schwarzhaarige schmunzeln. Sie wog leicht den Kopf, ehe sie zu einer Antwort ansetzte.

Davon gehe ich auch nicht aus. Das wäre auch ziemlich... traurig.“

Das Paradebeispiel dafür war vermutlich Greo, der immer nur von den liebevollen und verrückten Seiten seiner Familie berichtete. Was ihren Ehemann anging... nun.

Damit hast du vermutlich Recht. Er hätte wohl von allein das Weite gesucht, um mich nicht mehr ertragen zu müssen.“

Sie lachte, legte dabei die Hand auf die Wunde, durch die ein starkes Ziehen zog. Shanaya schnaufte leise.

Was ist mit deiner Familie? Du hast mit Ihnen Yvenes verlassen?“
Crewmitglied der Sphinx
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#12
Traurig wäre es wahrlich gewesen. Traurig war aber auch, was die Gier und Besessenheit ihrer Familie mit Shanaya angestellt hatte. Mit einem Mal hatte Liam sogar Verständnis für manche ihrer Eigenarten. Für ihren Sturkopf und ihren immerwährenden Drang, andere provozieren und herausfordern zu wollen. Er musste ihre Familie nicht persönlich kennen, um sich sicher zu sein, dass sie aus Leuten bestand, mit denen er vermutlich nichts zu tun haben wollte. Dass Shanaya sich für den Mittelpunkt der Welt hielt, kam vermutlich nicht von ungefähr. Die Vorstellung eines Mannes, der die Schwarzhaarige ans Handgelenk gefesselt bekam, um sie fortan ‚Ehefrau‘ zu nennen, war weitaus amüsanter als ihr vorheriges Thema. Noch rechnete der Lockenkopf nicht damit, dass ihm eben jener Mann eigentlich sogar ziemlich bekannt war – und dass er nichts besseres zu tun hatte, als sich seiner versprochenen Ehefrau an den Rockzipfel zu hängen, während sie zunehmend mehr Pläne schmiedete, ihn aus dem Weg zu räumen. Doch Shanayas Einschätzung überschnitt sich kein bisschen mit der Realität und machte es ihm somit unmöglich, darauf zu kommen, dass er von der Wahrheit gar nicht so weit entfernt war, wie er dachte. Liam hievte das nächste Fass hinauf, trug es an der Dunkelhaarigen vorbei und verstaute es vor der letzten Kiste, um ein wenig Platz zu sparen. Dass sich seine Gesprächspartnerin wirklich von der Arbeit abhalten ließ, überraschte ihn, bestätigte ihn allerdings auch darin, dass die die Ruhe wirklich nötiger hatte, als sie zugeben wollte. Ihre Frage aber überraschte ihn, obwohl sie nicht wirklich weit hergeholt war.

„Mit meinem Vater, ja.“, konkretisierte er und versuchte, einzuschätzen, wie oberflächlich Shanaya dieses Gespräch nun wohl halten wollte. „Wir sind nach dem Tod meiner Mutter aufgebrochen. Das war… 1805.“

Wenn man es aussprach, wurde einem eigentlich erst bewusst, wie viel Zeit mittlerweile vergangen war. Als das Fass sicher verstaut war, wischte er sich kurz mit dem Handrücken eine Strähne aus der Stirn, bis sein Blick abermals auf Shanaya fiel und sich seine Stirn in Falten legte.

„Himmel, warst du da überhaupt schon auf der Welt?“, stellte er lachend fest und kam sich mit einem Mal irgendwie unheimlich alt vor.
Crewmitglied der Sphinx
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#13
Shanaya spürte mehr und mehr die Unruhe, die ihr durch die Knochen schlich. Hier einfach nur herum zu stehen und Liam bei der Arbeit zu zusehen passte ihr nicht... und trotzdem wusste sie, dass es besser so war. Zudem kroch noch ein ganz anderes Gefühl durch ihr Inneres. Eine Müdigkeit, die sich nicht unterdrücken ließ. Sie hatte die letzten Nächte zu wenig Schlaf bekommen, dafür musste sie nun den Preis zahlen. Die junge Frau seufzte tonlos über diese Feststellung, beobachtete dennoch Liam, wie er weiter seiner Arbeit nachging. Sie hasste es, so eingeschränkt zu sein, sodass sie gern ihren gesunden Verstand vergaß. Aber jetzt... sie musste sich geschlagen geben. Der Tag war noch nicht alt und sie merkte schon, wie ihre Kräfte schwanden. Sie brauchte Ruhe und am besten eine Menge Schlaf. Liams Antwort nahm sie jedoch vollkommen wahr, verzog die Lippen ein wenig und neigte den Kopf ein wenig nachdenklich zur Seite.

Also auch eine kleine Flucht von der Insel?“

Sie machte sich keine weiteren Gedanken dazu, die blauen Augen folgten Liam nur mehr oder weniger aufmerksam, bis er sich wieder zu ihr herum wandte, einen skeptischen Ausdruck auf den Zügen. Seine Frage ließ sie einen Moment grübeln, ehe sie mit einem müden Lächeln antwortete.

Das kommt darauf an, wann ihr die Insel verlassen habt. Vielleicht hätte ich ja schon meine Hand heben und euch winken können.“

Zu viel mehr wäre sie wahrscheinlich noch nicht fähig gewesen. Nun strich sich die Schwarzhaarige dich mit einer Hand über die müden Augen, blickte den Lockenkopf dann wieder direkt an.

Du kannst mich hier gerade sowieso nicht gebrauchen, oder? Dann würde ich mich glaube ich noch ein wenig mit meiner Hängematte unterhalten...“

Ein Gedanke, der unglaublich verlockend klang.
Crewmitglied der Sphinx
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#14
Einen Augenblick hielt er inne, behielt die Augen auf das Fass zwischen seinen Armen gerichtet und schwieg, ehe er es langsam weiter nach hinten rutschte und ein schwaches Lächeln über seine Lippen huschte. Flüchtig nur, aber deutlich genug, dass es Shanaya auch von der Seite her hatte sehen können. Erst, als das Fass an dem Ort stand, an dem er es haben wollte, wandte der Lockenkopf den Kopf herum und erwiderte den nachdenklichen Ausdruck auf den Zügen der Dunkelhaarigen mit einem kurzen Neigen des Kopfes.

„Wenn du meinen Vater fragen würdest – vermutlich ja.“

Er hatte mit seinen acht Jahren kaum etwas mitzusprechen gehabt. Aber gerade die Zeit nach dem Tod seiner Mutter und schließlich der Aufbruch: Es war alles verschwommen in seinen Erinnerungen. Es war viel zu schnell gegangen und plötzlich hatten sie sich bereits auf hoher See befunden. Die Vorstellung einer kleinen Shanaya, die nichtsahnend die Hand zum Gruß hob, um Fremde zu verabschieden, entlockte ihm abermals ein kurzes Lachen, doch er entgegnete nichts mehr darauf. Stattdessen griff er nach der nächsten Kiste und bedachte die Jüngere einen kurzen Moment aus dem Augenwinkel heraus. Doch Liam hätte sie niemals eingebildet, dass es etwas bringen würde, ihr Bettruhe zu verordnen. Umso besser also, dass sie von selbst auf die Idee kam. Er nickte.

„Verschwinde und ruh‘ dich aus.“, antwortete er gut gemeint. „Einen Tag werden wir wohl ohne dich auskommen.“ Und im Zweifel auch mehrere, aber das wollte sie mit Sicherheit nicht hören. „Wenn dich jemand stört, schick ihn zu mir runter.“

Er würde das Lager weiter aufräumen und schließlich wieder zu seiner eigentlichen Arbeit übergehen. Da würde er auch einen Trevor beschäftigt bekommen. Im Notfall.
Crewmitglied der Sphinx
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#15
Shanaya war sich nicht sicher, ob es Liam nun unangenehm war über den Tod seiner Mutter zu sprechen oder... ob er es einfach so hinnahm. Wie vieles. Er wirkte jedoch nicht durch den Weg, den dieses Gespräch nahm, tödlichst getroffen zu sein. Also unterdrückte Shanaya nur ein Seufzen, erwiderte den Blick aus den dunklen Augen. Ob sein Vater noch lebte? Eine Frage, die sie hinten an stellte. Vielleicht würden sie noch einmal über so etwas sprechen...
Der Lockenkopf widmete sich der nächsten Kiste und irgendwie zwischen der Erschöpfung spürte Shanaya, wie gleichzeitig auch die Unruhe in ihr wuchs. Sie wollte sich nicht ausruhen, wollte nicht nichtstuend herum liegen. Aber was hatte sie für eine Alternative? Wenn sie in der vergangenen Nacht wenigstens genug geschlafen hätte... so machte ihr Körper ihr in diesem Moment nur all zu deutlich, dass ihm etwas fehlte. Liam hatte dem Nichts entgegen zu setzen – es hätte sie auch ziemlich gewundert – also drückte die junge Frau sich mit einem müden Lächeln von der Kiste weg, gegen die sie gelehnt stand.

Aber nur einen Tag.“

Ihre Stimme klang erschöpft, gleichzeitig aber auch amüsiert. Mit einem Nicken auf seine letzten Worte und der Hand kurz zu einem halbherzigen Winken gehoben wandte sich die Schwarzhaarige also ab, machte sich mit bei jedem Schritt schwerer werdendem Körper auf den Weg zu ihrer Hängematte.


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