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Der Dorn in ihren Augen
Lucien & Shanaya
Szenen-Informationen
Charaktere Gast
Datum 10 April 1822
Ort Milúi
Tageszeit Spät abends
Crewmitglied der Sphinx
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dabei seit Nov 2015
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#31
Auch während sie ihre Utensilien vorbereitete, wich das warme Gefühl nicht von ihrer Wange. Sie blickte Lucien nicht einmal an, trotzdem ließ er ihr Herz einige Takte schneller schlagen. Sie war diese Nähe, diese Fürsorge nicht gewohnt. In keiner Art und Weise. Aber Lucien war hier und... tja. Verwirrend. Als er sich neben sie hockte, auf ihre Worte antwortete, entlockte er ihr ein flüchtiges Lachen.

Willst du mir etwa sagen, meine Brüste sind nicht dein Highlight?“

Gespielt beleidigt ließ sie den Blick auf seinem Gesicht ruhen, verzog die Lippen zu einem leichten Schmollmund, ehe sie resigniert seufzte, sich wieder der Wunde zuwandte. Sie wollte das endlich erledigt haben...

Nur einen kleinen Verband, der wird vermutlich aber nicht reichen.“

Sie dachte einfach nicht darüber nach, dass er jetzt noch nach Verbänden suchen ging. Seine Abneigung gegen das, was sie in der Hand hielt, fiel der jungen Frau nicht einmal auf. Erst, als er sich schon zum gehen gewandt hatte und sie noch einmal ansprach, hob sie den blauen Blick. Ein warmes Lächeln galt ihm, ein müdes Nicken. Sie musste all das vermutlich nicht verstehen. Lucien ging und sie machte sich endlich an die Wunde, setzte den ersten Stich und hielt dabei mit einem leisen Schmerzlaut die Luft an. Egal, wie oft sie selbst ihre Verletzungen nähte... das machte es nicht besser. Und die Erschöpfung, die sich durch ihre Glieder zog, machte es nicht besser.
Die Minuten, die vergingen, fühlten sich wie Stunden an. Jeder Stich schien eine halbe Ewigkeit zu dauern, bis der letzte Faden von ihrem Dolch durchtrennt wurde. Geschafft. Die Wunde blutete nicht mehr, nach einer kurzen Verschnaufpause wusch die Schwarzhaarige das Blut von ihrer Haut und zog mit langsamen Bewegungen die Bluse über ihren Kopf. Eigentlich hätte sie sich nun eine kleine Pause gönnen sollen, aber kaum dass der Stoff ihren Oberkörper wieder bedeckte, machte sie sich daran, aufzustehen. Sie konnte gerade nicht still sitzen bleiben. Also zog sie sich mit langsamen Bewegungen an der Wand hoch, ließ den Blick über die unzähligen Regale schweifen. Den Verband würde sie auch anlegen können, wenn sie die Bluse trug, so musste sie hier nicht nackt herum rennen. Auch wenn weder sie, noch der werte Herr damit ein Problem gehabt hätte. So steuerte sie, sich mit einer Hand an der Wand abstützend, auf die Regale zu, in denen kleine Gläser mit Flüssigkeiten darin aufbewahrt wurden. Was auch immer das war, es lockte sie automatisch an, immerhin konnte dieser Gedanke sie ablenken. Bis hinter ihr Schritte erklangen, die sie den Kopf zur Vorsicht herum wenden ließen. Sie blinzelte.

Fündig geworden?“
Crewmitglied der Sphinx
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#32
Als Lucien so leise wie möglich die Treppe zur Galerie erklomm, schüttelte er mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen den Kopf über seine Begleiterin. Von hier aus versperrten ihm eine Gruppe Kisten den Blick auf das Fenster, durch das sie gekommen waren und den Platz, an dem Shanaya sich um ihre Wunde kümmerte. Dennoch musste er sich bewusst ablenken, um das Bild der Nadel aus seinem Kopf zu verbannen, die sie wie selbstverständlich auf ihre Haut setzte. Allein das reichte im Normalfall, um sein Herz schneller schlagen und das Blut aus seinem Gesicht weichen zu lassen. Er war deshalb dankbar, dass sich ihm eine passende Ausrede anbot.

Die obere Etage war, ganz so, wie Lucien es erhofft hatte, ein wahrer Glücksgriff. Die Galerie führte an der Wand entlang zur Stirnseite der Halle und endete in einer Tür, hinter der sich ein geräumiges Büro verbarg. Ein gewaltiger Schreibtisch bildete das Herzstück des Raumes. Dahinter, an der Wand, reihte sich Aktenschrank um Aktenschrank. Links neben der Tür stand ein weich gepolstertes Sofa auf hölzernen Beinen, eingefasst von einem massiv wirkenden Schrank und einer länglichen Kommode. Letztere wurde sein erstes Ziel. Sie enthielt Schuhe und Hemden, eine Reihe in Leder gebundene Folianten, eine Schatulle mit Zigarren und eine Taschenuhr aus Messing. Die und die Zigarren ließ Lucien kurzerhand in seiner eigenen Tasche verschwinden. Dann machte er sich daran, auch den Rest des Raumes zu durchsuchen.
Verbandsmaterial in dem Sinne fand er nicht. Aber es brauchte nicht viel, um mit seinem Dolch mehrere, handbreite Bahnen Stoff aus den Hemden zu schneiden, die in der Kommode lagen. Ganz so, als hätte er das nicht zum ersten Mal getan. Er wickelte die provisorischen Verbände zu einer Rolle auf und machte sich auf den Rückweg.

In dem Moment, als das Fenster hinter den Kisten zum Vorschein kam, an dessen Fuße Shanaya hätte sitzen sollen, hielt der junge Captain unwillkürlich inne. Spannte sich. Selbst sein Herzschlag schien kurz zu stoppen. Nur um dann, als eine Bewegung viel weiter links seine Aufmerksamkeit dorthin lenkte, leicht aus dem Takt gebracht wieder einzusetzen. Verdammtes Weib! Für einen Sekundenbruchteil hatte er tatsächlich gedacht, Mardoc und sein dämlicher Schläger wären zurück gekommen und hätten sie gefunden. Halb gereizt, halb erleichtert stieß der Dunkelhaarige die Luft zwischen den Zähnen aus, setzte sich wieder in Bewegung und ließ die Treppe hinter sich.
Durch die Dunkelheit der Lagerhalle folgte Lucien der Schwarzhaarigen zu einer Regalwand und blieb in zwei Schritten Entfernung hinter ihr stehen, verschränkte die Arme vor der Brust. Auf seinen Zügen lag ein Ausdruck von Missbilligung und der verschwand auch nicht, als sie sich umwandte und ihn entdeckte. Das durfte sie ruhig wissen, auch wenn er im Endeffekt nichts dazu sagte. Immerhin war er nicht ihr Kindermädchen.
Nach kurzem Zögern griff er in seine Gürteltasche, hielt kurz die Rolle Stoff in die Höhe und warf sie ihr dann mit einer fließenden Bewegung zu.

Die Hemden vom Chef.“, fügte er erklärend hinzu. „Oben steht ein Sofa. Wir könnten über Nacht hier bleiben und morgen vor Tagesanbruch verschwinden. Und dann verlassen wir diese Insel. Es wird ohnehin Zeit. Jetzt erst Recht.

Sein Blick wanderte an ihr vorbei über die Regalwand. Über die einzelnen Gläser, die aufgereiht darin standen. Skeptisch zog er eine Augenbraue in die Höhe.

Und was hast du da gefunden?
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#33
Shanaya war stehen geblieben, als Lucien näher gekommen war. Sie betrachtete ihn, seine Mimik – störte sich jedoch nicht an dem Ausdruck, der darauf lag. Oder eher wusste sie ihn einfach nicht zu zuordnen. Hatte irgendetwas da oben ihn verstimmt? Vielleicht hatte ihn doch irgendwer erwischt? Möglich war es, auch wenn sie keine Verletzung, kein Blut sehen konnte. Er sagte jedenfalls Nichts, griff nur in seine Tasche und warf ihr im nächsten Moment eine Rolle aus Stoff zu. Shanaya fing sie – das funktionierte besser als werfen – und musterte sie kurz. Das Hemd vom Chef?

Er wird sicher furchtbar entzürnt darüber sein, dass du sein liebstes Hemd für eine verlauste Piraten zerschnitten hast!“ Sie grinste munter, ihrer Stimme war es dennoch anzuhören, dass sie einfach... erschöpft war. „Das klingt nach einem verdammt guten Plan.“

Sie hatte daran wirklich Nichts auszusetzen. Allein schon, weil sie lang genug Gast auf dieser Insel waren. Aber auch die Möglichkeit, sich hinzusetzen und heute nicht mehr zur Sphinx zurück kehren zu müssen klang unglaublich... verlockend. Auch dafür nickte sie.

Sonst hättet ihr mich glaube ich morgen von irgendeiner Straße kratzen müssen, weil ich eingeschlafen wäre auf dem Weg zurück...“

Sie zuckte leicht mit den Schultern, versuchte sich wieder an einem müden Lächeln und richtete die blauen Augen bei der Frage des Mannes leicht zu ihrem Ziel herum, während ihre Hand sich weiter gegen die Wand stützte. Sie schloss die Augen für einige Herzschläge, atmete tief durch, ehe sie von der Wand abließ, um in Richtung Treppe zu gehen.

Irgendein komisches, glitschiges Zeug in Gläsern. Ich will es vielleicht gar nicht wissen.“

Auf der Höhe des Mannes wurde sie langsamer, blieb jedoch nicht wieder stehen, auch wenn ihr Körper sich gegen die Bewegung wehrte. Aber das kleine Stück würde sie schon irgendwie schaffen. Dem Dunkelhaarigen galt nur ein kurzes Lächeln, ehe sie sich wieder zu der Treppe wandte.
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#34
Ihre Antwort vertrieb den missbilligenden Ausdruck von seinen Zügen, so schnell, wie er gekommen war. Wurde ersetzt durch ein reichlich zufriedenes Lächeln.

Er wird es verkraften.

Seine Stimme hätte in diesem Moment nicht gleichgültiger klingen können. Der Gedanke an einen empörten Lagervorsteher hob ihn sichtlich nicht im Geringsten an. Und ehrlich gesagt beeindruckte ihn auch der Inhalt der Gläser nicht wirklich, vor denen sie gerade standen und die Shanayas zweifelndes Interesse geweckt hatten. Während sie auf seine Frage hin den Blick noch einmal über die Flüssigkeit darin wandern ließ, ruhte seine Aufmerksamkeit einzig und allein auf der Schwarzhaarigen. Sie schwankte zwar nicht, aber ihm entging nicht, dass ihr Atem sich beschleunigte, sie sich an der Wand abstützen musste – und das lag wahrscheinlich ausnahmsweise mal nicht an seiner Nähe.
Mit einem leisen Seufzen trat er einen Schritt zurück, wandte sich dabei erneut zur Treppe um und wartete darauf, dass Shanaya sich ebenfalls abwandte.

Wärst du mir auf der Straße zusammengeklappt, hätte ich dich wahrscheinlich einfach huckepack zur Sphinx zurück getragen.“ Den frechen Seitenblick in ihre Richtung konnte Lucien sich nicht verkneifen. Doch dann streckte er die Hand aus, streifte flüchtig ihren Arm, als sie an ihm vorbei trat und die Treppe ansteuerte. Dieses Mal lag ein Hauch Selbstironie in seinem Lächeln. „Dann wären wir wahrscheinlich auch nicht viel schneller gewesen, als wenn wir die Nacht hier verbringen.

Sie erreichten die Treppe, nahmen die ersten Stufen und man konnte seinem Schweigen förmlich anhören, dass er zögerte, nachdachte. Die tiefgrünen Augen ruhten auf der Treppe, lösten sich erst von ihr, um zu der Schwarzhaarigen zurück zu wandern, als er einen Entschluss gefasst hatte.

Dieser Kerl, Mardoc... was glaubst du tut er, jetzt, da er weiß, dass du nicht allein unterwegs bist?
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#35
Shanaya schmunzelte über die Worte des Mannes, erwiderte darauf jedoch Nichts mehr. Sie hätte gern das Gesicht des Mannes gesehen, der seiner Hemden beraubt wurde – oder eher Überreste davon vorfand. Selbst Schuld, wenn man so wenig auf seinen Besitz achtete. Jetzt konzentrierte sie sich aber auf den Weg zur Treppe, legte bei den Worten des Mannes ein warmes Lächeln auf ihre Lippen und wog leicht den Kopf, eine müde, gespielt enttäuschte Miene auf den Zügen.

Wie schade, dass das nicht der Fall war und ich darauf jetzt verzichten muss.“

Die Berührung an ihrem Arm kommentierte sie mit einem sanften Blick, nickte dann aber zustimmend. So konnten sie sich einen Moment erholen, morgen so schnell es ging zur Sphinx zurückkehren. Um Mardoc machte sie sich in diesem Moment keinerlei Gedanken... er war größenwahnsinnig, aber nicht so dumm, sich mit solch einer Verletzung noch einmal an sie heran zu wagen. Nicht jetzt.
Luciens Schweigen nahm die junge Frau kaum wahr, konzentrierte sich auf jeden Schritt, den sie nach oben machte, während eine Hand ihr Sicherheit am Geländer gab. Erst, als die Stimme des Mannes die Stille durchbrach, wandte sie den blauen Blick kurz herum, musterte ihn mit einer nachdenklichen Miene. Die Antwort darauf war denkbar einfach.

Nun... er wird sicher nicht aufgeben. Irgendwann, wenn sich ihm die Chance bietet, wird er wieder auftauchen.“

Sie schluckte, wandte den Blick von Lucien ab. Es betraf ihn jetzt genauso wie sie selbst, wenn auch auf andere Art und Weise. Ihr Blick verfing sich auf den Stufen, die sie nach und nach hinaufstieg. Tja. Was würde er tun? Sie konnte es sich nur zu gut denken. Ihre Hand, die nicht am Geländer lag, verkrampfte sich, ballte sich zu einer Faust und sie biss die Zähne etwas fester aufeinander.

Und er wird sicher nicht allein auftauchen. Im besten Fall“ Bei diesen Worten konnte sie ein verächtliches, müdes Auflachen nicht unterdrücken, das deutlich machte, wie ironisch diese Worte gemeint waren „bringt er meinen Bruder mit.“

Der bloße Gedanke daran trieb ein Schwindelgefühl durch ihren ganzen Körper. Wie lang würden die zwei brauchen, um sie zu finden? Ihr Vater hatte sicher genug Spitzel, überall in der Welt verteilt.
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#36
Ruhig aber ernst erwiderte Lucien ihren Blick, als sie ihn direkt ansah. Der Grund für seine Frage war eigentlich ein ganz simpler, ganz naheliegender. Er wusste gern, womit er rechnen musste. Auch wenn er sich das ein oder andere selbst zusammen reimen konnte – einerseits zum Beispiel, dass sie für heute mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Ruhe haben würden, andererseits, dass Mardoc nach dieser Pleite mit ebenso großer Sicherheit eine andere Taktik anschlagen würde. Sogar zwangsläufig musste. Aber welche das war, konnte Shanaya ihm am besten beantworten. Der Dunkelhaarige hatte nur nicht damit gerechnet, dass es sie dermaßen aufwühlte, darüber nachzudenken. Zumindest nicht, bis sie ihren Bruder erwähnte.
Mitten auf der Treppe blieb Lucien stehen, hielt sie mit der Hand an ihrem Arm davon ab, die nächste Stufe zu nehmen und zwang sie damit, ebenfalls inne zu halten. Er erinnerte sich daran, wie sie ihm vor ein paar Tagen von ihrem Bruder erzählt hatte. Dem Mann, dem sie die Narben an ihrem Körper verdankte. Ihm, Mardoc und wer wusste, wem noch. Sie hatte gesagt, dass er sich häufig dort aufhielt, wo auch ihre Eltern waren. Und wenn sie für ihre Kandidatur in Birlan nach Mîlui gekommen waren, dann bestand tatsächlich das Risiko, dass er ebenfalls hier war. Eine Tatsache, die der Schwarzhaarigen wohl bewusst sein musste.

Bleib ruhig, Shanaya.“ Seine gedämpfte Stimme wurde unerwartet sanft und wie vorhin legte er auch jetzt die Hand in einer unendlich zärtlichen Geste an ihre Wange, wartete, bis sie seinem Blick begegnete. „Noch wissen sie nur, dass du hier bist. Und dass jemand bei dir ist. Aber sie wissen nicht, wer ich bin. Sie wissen nicht, mit welchen Schiff du unterwegs bist – oder dass es überhaupt eines gibt. Sie werden dich nicht finden, nicht heute und nicht morgen. Irgendwann vielleicht, ja. Aber hör auf zu denken, du müsstest dich dem alleine stellen. Solange du auf der Sphinx bist, wirst du nicht alleine sein.

Eine einfache, simple Wahrheit.
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#37
Shanaya hatte nie ein Problem mit dem Gedanken an Mardoc gehabt. Er war ein fester Teil ihrer Vergangenheit, er gehörte dazu. Aber... er war nie so ein klarer Gedanke gewesen, wie die Hand, die sich wieder und wieder um ihren Hals legte, zudrückte und erst wieder von ihr abließ, als es fast zu spät war. Und Bláyron musste nicht einmal in der Nähe sein, damit sie dieses Gefühl verspürte. Das unterschied ihn von Mardoc. Und auch wenn sie die Treppe weiter hinauf stieg, schien für einen Moment Nichts wirklich zu ihr durch zu dringen. Sie war sich nicht einmal sicher, ob ihr Begleiter in diesem Moment noch etwas sagte.
Erst, als sie sanften Zug an ihrem Arm spürte, schien sie aus diesem Gedanken gerissen zu sein. Ihr Herz raste, auch als sie stehen blieb um Lucien nun wieder direkt anzusehen. Er hielt sie fest, sie leistete aber nur kurzen Widerstand. Ein kurzes Zucken ihres Armes, ehe sie still stehen blieb, den blauen Blick auf die grünen Augen des Mannes richtete. Bei seinen Worten wollte sie erneut zurück weichen, auch wenn sie nicht einmal genau wusste, wofür sie in diesem Moment flüchten wollte. So wich sie nur kurz seinem Blick aus. Aber der Dunkelhaarige hob erneut die Hand, legte sie an ihre Wange und lenkte ihre Aufmerksamkeit damit ganz automatisch wieder um. Sie lauschte seinen Worten, ihr Herz schlug noch einmal einen Takt schneller unter all den Emotionen, die in diesem Moment durch ihr Inneres wirbelten. Seine Worte brachten sie vollkommen durcheinander, wieder wich sie dem Blick des Mannes aus, auch die Wärme seiner Berührung lockte sie nicht zurück. Wobei es genau das war, wonach sie sich in diesem Moment sehnte. Es kostete sie unendlich viel Kraft, auf die Worte Luciens hin zu nicken, ehe sie die Augen schloss, irgendwie versuchte, sich zu beruhigen. Sie löste sich aus der Berührung des Mannes, wollte sich zum gehen wenden und hielt dann doch wieder inne, öffnete die Augen jedoch noch nicht. Zuerst lauschte sie auf ihr Inneres, auf den leisen Wunsch, der mit jedem kräftigen Schlag ihres Herzens deutlicher wurde. Sie hatte keine Antwort auf die Worte des Mannes gewusst, zumindest keine Worte. Es vergingen noch einige schnelle Atemzüge, ehe die junge Frau sich doch wieder herum wandte, den halben Schritt zu Lucien zurück trat den blauen Blick dabei fest auf seinen legte, ihm tief in die Augen blickte. Kurz hielt sie so inne, ehe sie, unter erneutem Ziehen in ihrer Seite, die Arme hob, sie wie zuvor um den Hals des Mannes schlang und ihre Lippen schließlich sanft auf seine legte. Vielleicht war das die einzige Anwtort die ausdrücken konnte, was in diesem Moment in ihr vor sich ging.
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#38
Letzten Endes wich sie seinem Blick doch wieder aus und Lucien konnte nur raten, weshalb ihr dieses Mal die Kraft dazu fehlte, ihn direkt anzusehen. Sie nickte, doch ob sie ihm wirklich glaubte, konnte er nicht mit Sicherheit sagen. Vertraute sie wirklich so sehr auf die Fähigkeiten ihres Bruders, sie zu finden und zurück zu holen? Sodass sie die Hoffnung aufgab, jemand könnte ihn davon abhalten? Oder fehlte ihr nur das Vertrauen in die Aufrichtigkeit des Dunkelhaarigen? Wenn es so war, konnte er ihr das nicht einmal übel nehmen. Sie kannten einander nicht lange genug. Und Vertrauen war nichts, was einer von ihnen leichtfertig verschenkte. Loyalität, ja. Aber Vertrauen?
Lucien hielt sie nicht zurück, als die Schwarzhaarige sich aus seiner Berührung löste und Anstalten machte, die nächste Stufe zu erklimmen, stieß nur leise die Luft aus und schwieg über diese Entscheidung. Doch auf halber Strecke überlegte sie es sich anders, brachte ihn dazu, erneut inne zu halten, als er schon halb dazu ansetzte, weiter zu gehen. Für ein, zwei Herzschläge erschien ein fragender Ausdruck in den tiefgrünen Augen. Dann kam sie plötzlich zu ihm zurück, zögerte nur kurz... bevor sie sich an ihn lehnte und ihn küsste.
Keinen Moment lang hatte er damit gerechnet. Nicht, nachdem sie ihm wortlos ausgewichen war. Doch einen Sekundenbruchteil später überwand er dieses Gefühl, wurde weich. Er schloss die Augen, erwiderte den Kuss unendlich sanft und hob die Hand wieder, die gerade noch an ihrer Wange gelegen hatte. Viel zärtlicher, als man es von ihm gewohnt war, vergrub er die Finger in ihrem dunklen Haar, während er den anderen Arm um ihre Taille legte und sie vorsichtig an sich zog. Sein Herz schlug schneller, trug milde Wärme durch seine Adern. Nicht so gierig wie damals an diesem Bergsee, sondern ruhiger, weniger fordernd. Was er empfand, war nicht weniger als ehrliche Zuneigung. Und keine Sekunde lang dachte er darüber nach, was für Konsequenzen das haben konnte. Nicht in diesem Augenblick.
Endlose Sekunden später löste Lucien den Kuss langsam, ließ die Schwarzhaarige aber nicht los. Seine Finger glitten sanft durch ihr Haar und die tiefgrünen Augen suchten ihren Blick. Auf seinen Lippen lag ein kleines Lächeln.

Ein einfaches 'Danke' hätte es wahrscheinlich auch getan...

Noch einmal strichen seine Finger durch ihr Haar, schoben eine verirrte Strähne hinter ihr Ohr. Und da sie jetzt wahrscheinlich weich genug geklopft war, um keinen Widerstand mehr zu leisten, griff er ohne Vorwarnung unter ihre Beine und hob sie kurzerhand auf seine Arme.

Und jetzt wird es Zeit, dass du dich hinlegst.
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#39
Es war verwirrend und Shanaya versuchte in diesem Moment nicht einmal sich selbst zu verstehen. Sie war viel zu aufgewühlt, von der Flucht, von Mardoc und ihrer Veletzung – und von Lucien selbst. Aber wenigstens einen Moment konnte sie all das etwas zur Seite schieben, als ihr Lippen sich auf seine legten und sie die hellen Augen schloss, um sich ganz diesem Moment hinzugeben. Die Hand, die sich sanft in ihr Haar grub, jagte ein Prickeln durch ihren Körper, das sich mit der Wärme seiner Nähe vermischte. Er erwiderte den Kuss, womit Shanaya sich widerstandlos zu ihm ziehen ließ, sich gegen ihn lehnte. Sie dachte in diesem Augenblick einfach an Nichts, konzentrierte sich nur auf die Lippen, die immer wieder über ihre strichen. Sie bekam nicht genug von diesem Moment, von ihm. Das Verlangen nach mehr von seiner Nähe ließ sich kaum mehr unterdrücken, auch wenn ihr Verstand noch immer dagegen hielt. Aber sie wollte seine Nähe, umso mehr sträubte sich ihr Körper, als der Dunkelhaarige sich von ihren Lippen löste. Sie öffnete die Augen nicht sofort, genoß zuerst noch die sanfte Berührung in ihrem Haar, ehe sie den Blick des Mannes mit sanftem Ausdruck erwiderte. Auch als er ihr eine Strähne aus dem Gesicht strich, wandte sie den blauen Blick nicht von ihm ab, zuckte nur mit einem Lächeln mit den Schultern.

Aber so ist es doch unmissverständlich, oder?“

Gerade wollte sie die Arme zurück ziehen, ihn widerwillig aus ihrer Umarmung lösen, als er selbst noch einmal die winzige Distanz überbrückte und sie sich mit einem überraschten Laut auf seinem Arm wiederfand. Ihre Arme blieben wo sie waren, gaben ihr noch etwas Halt, während ihr Verstand langsam realisierte, was er getan hatte. Aber so war Lucien ihr ausgeliefert, ein Umstand, der ihm sicher nicht missfiel. Anstatt also auf seine Worte einzugehen, zog sie einen Arm zurück, strich nun selbst sanft über seine Wange und beugte sich noch einmal zu ihm, um ihn zu küssen. Ihre Hand strich nun selbst zu seinen Haaren, kraulte ihn sanft, ehe sie ihre Lippen von seinen löste, sie aber zu seinem Hals wandern ließ und dort fast vorsichtig über seine Haut strich.

Nur, wenn du dich zu mir legst.“

Ein leises, warmes Lachen lag in ihrer Stimme, die nicht lauter als ein leises Hauchen war. Egal, ob er das hier fortsetzen wollte oder ob ihm noch andere Fragen einfielen. Sie wollte seine Nähe, die ihr in diesem Moment etwas tröstendes gab. Der Gedanke, wie in der Taverne nah bei ihm zu liegen hatte etwas beruhigendes, was sie die Schmerzen an ihrer Seite vorerst verdrängen ließ. So war es ihr auch egal, wie er ihr Worte verstand, sie wusste, was sie in diesem Moment wollte. Etwas, was er aus ihr hervor gelockt hatte.

_____________________________

Shanaya leistete keinen Widerstand, den ganzen Weg zum Büro hielt sie auf dem Arm des Mannes still – nur ihre Lippen hatten den Weg zurück zu seinen gefunden, als sie durch die Tür getreten waren. Wieder küsste sie ihn, voller Zärtlichkeit und Wärme. Ihre Hand strich wieder über seine Wange, der Raum, den sie in diesem Moment betreten hatten weckte für keinen Moment ihre Aufmerksamkeit. Außer Lucien selbst nahm sie in diesem Moment Nichts anderes wahr.
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#40
Der überraschte Laut, der ihr entfuhr, lockte ein amüsiertes Schmunzeln auf seine Lippen. Sanfter Schalk trat in die tiefgrünen Augen, die Shanayas Blick sorglos erwiderten.

Oh, keine Sorge. Das sollte keine Beschwerde sein.

Lucien wäre wahrscheinlich der letzte Mann in dieser Welt, der sich über einen Kuss beschwerte. Und mit einem hatte sie vollkommen Recht: Er war sich ihrer Dankbarkeit auf diese Art unmissverständlich bewusst. Ob sie ihm sein aufrichtiges Versprechen, sie nicht im Stich zu lassen, tatsächlich glaubte oder ihm allein für seine Worte dankte, ließ sie zwar offen, aber das kümmerte den Dunkelhaarigen in diesem Moment wenig. Ihre Berührung lenkte ihn ab, verdrängte alle Gedanken aus seinem Kopf. Er blieb stehen, wo er war, mitten auf der Treppe, denn als die Schwarzhaarige feststellte, dass er ihr ausgeliefert war, und ihre Lippen zurück zu seinen fanden, um sich von dort einen Weg zu seinem Hals zu bahnen, büßte er für einen Moment jede Konzentration ein, die für die nächsten Schritte notwendig gewesen wäre.
Sie zog eine sanfte Spur lockender Hitze über seine Haut, bei der er unwillkürlich die Augen schloss. Ein leiser, wohliger Schauer lief über seinen Nacken, breitete sich über Schultern und Arme aus und ließ ihn in einem kaum hörbaren Seufzen die Luft ausstoßen, das zuletzt in ein leises, unergründliches Lachen überging.

Pass auf, was du mir da anbietest...

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Als Lucien mit dem Ellenbogen die Klinke zum Büro gedrückt und die Tür mit der Schulter nach innen aufgeschoben hatte, hatten auch Shanayas Lippen den Weg zu seinen zurück gefunden. Der Kuss ließ ihn den Raum, das Lager, ihre Verletzung und wie es dazu gekommen war, beinahe vergessen. Sein Herz schlug schnell, angetrieben von dem zarten Kribbeln in seiner Brust, und trieb eben dieses durch seine Blutbahn. Sehnsüchtiges Verlangen sickerte durch seine Adern, dem nur schwer noch mit Vernunft beizukommen war.
Irgendwie fand er den Weg zu diesem Sofa. Vielleicht auch nur, weil er noch ungefähr wusste, wo es stand, denn versunken in die Berührung ihrer Lippen, ihrer Hand, die sanft über seine Haut strich, öffnete er nicht einmal die Augen, um sich zurecht zu finden. Auch dann nicht, als er mit dem Schienbein vorn gegen die gepolsterte Sitzfläche stieß. Ohne bewusst darüber nachzudenken, was er eigentlich tat, kniete er sich mit einem Bein auf das Polster, legte die Schwarzhaarige dabei vorsichtig auf das Sofa.
Erst jetzt löste er den Kuss, stützte sich mit dem Ellenbogen neben ihrem Kopf ab und schob das andere Bein sanft zwischen ihre Knie, während er sich küssend einen Weg zu ihrem Hals bahnte. Seine freie Hand wanderte zärtlich fordernd über ihren Oberkörper, über ihre Brust zu ihrer unverletzten Seite, bis er den unteren Saum ihrer Bluse erreichte.


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