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If I Had a Heart
Skadi & Talin
Szenen-Informationen
Charaktere Gast
Datum 5 April 1822
Ort Milúi
Tageszeit spät nachts
Crewmitglied der Sphinx
für 250 Gold gesucht
dabei seit Apr 2016
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#1
If I Had a Heart
This will never end 'cause I want more
More, give me more, Give me more

5. April 1822 |Talin & Skadi | spät nachts auf den Straßen Milúis


Er hatte dort gehangen wie ein Schwein zur Schlachtbank. Entmannt und für sein Leben als Kinderschänder gebrandmarkt. Skadi hatte keine Sekunde vergeudet ihn spüren zu lassen, was er all die Tage zuvor den kleinen Mädchen und Jungen angetan hatte. Ja, sie würde sogar überzeugt von sich behaupten, dass sie es sichtlich genoss ihn für das Leid zu quälen – ganz gleich ob sie sich dadurch mit ihm auf eine Stufe stellte. Sie machte keine Ausnahmen wenn es darum ging. Und hielt erst recht nichts von den bürokratischen Wegen der ersten Welt. Im schlimmsten Fall – und das taten diese Schweinehunde zu Hauf – redeten sie sich mit irgendwelchem Schwachsinn heraus, diffamierten den Kläger und rächten sich mit einer Tracht Prügel am selben Abend, ohne sich dabei noch die Hände selbst schmutzig zu machen. Die Nordskov hatte genug von solchen Männern, die sich auf den Reichtümern unter ihrem Bett ausruhten und glauben, sie könnten Gott spielen. Und eben deshalb war sie die letzten Abende heimlich in die Stadt geschlichen – um die Gewohnheiten dieses Drecksstücks zu erkunden. Um einen Plan zu entwickeln, wie sie ihn unbemerkt in eben jenes Waldstück locken konnte, indem sie ihm erst mit einer heißen Klinge die Worte „Kinderschänder“ in die Brust schnitt und dann sorgfältig das Glied vom Körper trennte.
Die Jägerin wusste schließlich, dass sie einem Fettwanst wie ihm nicht gewachsen war, sollte er sie unter sich begraben oder mit seiner fleischigen Pranke zu Fassen bekommen. All die harte Arbeit hätte nichts mehr genutzt und der Schmerz der Kinder wäre ungesühnt geblieben. Doch Skadi verstand sich auf ihr Handwerk. Kannte genug Kräuter, die ihr dabei halfen den Mann erst betrunken und leichtsinnig und dann willenlos zu machen. Nicht umhin sagte man das Gift sei die Waffe einer Frau – denn was blieb ihr sonst, wenn weder Muskelkraft noch Schnelligkeit ausreichten?
Mit einem letzten Zug wischte sie ihre blutige Klinge an seinem aufgeschnittenen Hemd ab. Musterte den festen Verband in seinem Schritt, der die starke Blutung im Zaum halten sollte, die ihn sonst binnen Minuten in ein Koma und dann in den sicheren Tod schickte. Die Nordskov wusste sehr wohl was sie hier tat. Es war schließlich nicht ihre erste Kastration gewesen, der sie beiwohnte. Und welchen Effekt sollte ihre Rache denn noch haben, wenn der Kerl bei dieser Aktion draufging? Er sollte für sein Leben lang daran knabbern müssen, was ihm widerfahren war. Denn DAS war eben jene Zukunft, die er den Kindern aufgezwungen hatte. Das und nichts anderes hatte er verdient.
Unwirsch zog sie ihm den Knebel aus dem Mund. Verzog angewidert das Gesicht, als sich ein langer Speichelfaden zwischen Stoff und Lippen zog und schleuderte das nasse Leinen in die Büsche.

- Zeitsprung -


Mit einem letzten Blick hinab, trat sie den massigen Körper in seine Position zurück, vergewisserte sich, dass er selbstständig an der im Schatten liegenden Mauer liegen blieb und zog augenblicklich die Kapuze tiefer ins Gesicht. Hier würde ihn irgendwann jemand finden und sich seiner dunklen Seele erbarmen. Bis dahin wäre sie längst über alle Berge.
Den Karren, der ihr als Transportmittel gedient hatte, stellte sie dekorativ an seine Seite, ganz als habe er es mit seinem Gefährt im „betrunkenen“ Zustand nicht einmal mehr nach Hause geschafft.
Und dann, mit einem letzten Blick in alle Richtungen, verschwand die schmale Silhouette in der Dunkelheit.

- Zeitsprung -


Der Weg zurück zum Schiff entwickelte sich als ausgedehnter Spaziergang durch die Straßen. Nicht etwa, weil sie sich in ihrer Euphorie verlaufen hatte, sondern um mögliche Verfolger abzuhängen, sobald sich eine Möglichkeit ergab. Niemand sollte sie fernab der Stadt aufspüren können – schon gar nicht auf der Sphinx, die gefüllt war mit Menschen, nach denen entweder gefahndet wurde oder ein Kopfgeld ausgesetzt war.
Somit begnügte sich Skadi damit an diversen Schankhäusern vorbei zu laufen und die Rufe zu ignorieren, die ihr betrunkene Gäste hinter spien. Heute Abend wollte sie sich auf keine weitere Konfrontation mehr einlassen, selbst wenn ihre Kehle allmählich austrocknete und nach einem hellen Hopfen verlangte.
Crewmitglied der Sphinx
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#2
Ziellos führten ihre Schritte sie durch die Stadt, vorbei an leeren Gassen, vollen und lauten Wirtshäusern und Plätzen und an Hauseingänge, in denen Leute bettelten oder versuchten zu schlafen. Es herrschte immer noch eine ausgelassene Stimmung wegen des Frühlingsfestes, aber  Talin nahm nichts davon wahr, völlig in ihren eigenen Gedanken versunken. Wie von selbst suchte sie sich aber die verlassenen Gassen und Straßen. Nachdem, was am Tag zuvor passiert ist, wollte sie nicht von den Stadtbewohnern gesehen werden. Und zusätzlich wollte sie selbst niemanden sehen. Sie konnte sich denken, wie blass ihr Gesicht sein musste. Sie spürte immer noch den Schweiß, der ihr Strähnen im Nacken verklebte, ihr den Rücken hinunterlief. Der schnelle Atem, der sich nicht beruhigen ließ, auch wenn sie nicht mehr rannte. Dieses beengende Gefühl in der Brust...das alles kannte und hasste sie und der Wunsch, alle Erinnerungen mit ihren Augäpfeln zusammen raus zu reißen, ließ sie nicht los.Warum hatte sie das mit ansehen müssen?

Als sie vor einer ganzen Weile in die Stadt gekommen war, hatte sie noch ein paar Sachen für die Sphinx besorgen wollen. Geld war immer noch Mangelware bei ihnen an Bord, mal abgesehen von Werkzeugen, Arzneien...naja, sie konnten eigentlich alles so ziemlich gut gebrauchen. Ein Grund also noch einmal auf die Jagd zu gehen.
Talin war den Gassen gefolgt, die sie vor wenigen Tagen mit Ryan genommen hatte. Sie wollte sehen, ob sie in einem der reicheren Häuser etwas mitgehen lassen konnte. Nach einer ganzen Weile hatte sie nur jegliche Orientierung verloren, sodass die Blonde sich auf einmal nicht mehr im Viertel der Reichen aufhielt, sondern irgendwo anders.
Leise vor sich hin fluchend, war sie um die nächste Ecke gebogen, nur um dann plötzliche inne zu halten. Ihr lief, ohne das sie es recht erfassen konnte, ein Schauer über den Rücken. Schnell wich sie wieder in den Schutz der Mauer zurück und luckte um die Ecke. Trotz Dunkelheit fiel es ihr nicht schwer zu erahnen, was vor sich ging. Eine zusammengesunkene Gestalt, die an der Mauer lehnte und jemand, der über denjenigen gebeugt da stand. Eine normale Szene eigentlich. Aber als die stehende Gestalt wegging und den sitzenden zurückließ, wurde Talin ein wenig stutzig. Als sie sich nährte, stieg ihr zu allererst der Geruch von Eisen in die Nase. Wohlbekannt und trotzdem nicht so leicht zu erfassen. Aber als sie schließlich vor dem...Mann stand erkannte sie es nur zu deutlich. Blut. Der Geruch von viel Blut, das verloren wurde. Sie erkannte, die Schriftzeichen auf seiner Brust, nahm diese aber gar nicht richtig auf, denn viel mehr schockierte sie das, was ihm unten herum fehlte. Sie sollte es brutal finden, sollte davon geschockt sein, aber das war sie nicht. Nein, es waren die Erinnerungen, die über sie einbrachen, die die Mauer einrissen, die sie errichtet hatte, um nicht zusammen zu brechen.
Sie spürte, wie ihr Körper anfing zu zittern, wie sie einige Schritte zurückwich, als würde sie sich selbst dabei beobachten. Blitzschnell drehte sie sich um, rannte in die nächste Seitengasse und übergab sich. Ihr ganzer Körper wollte fliehen, wollte weg von all dem, also rannte sie weiter. Und rannte.

Ein überaus genervter Seufzer riss sie aus der Erinnerung und sie blieb stehen. Am liebsten würde sie sich selbst in den Hintern treten. Nach all den Jahren hatte sie eigentlich gedacht damit abgeschlossen zu haben, aber sie war immer noch das kleine Mädchen von damals. Das sich von ihren Erinnerungen übermannen und unterdrücken ließ. Und das frustrierte wirklich sehr.
Was sie jetzt brauchte war Alkohol und wenn möglich viel davon. Also drehte sie um und lief in irgendeine Gasse hinein, denn momentan gab es überall die Möglichkeit, seine Vergangenheit unter einen schönen Nebel zu vergessen. Sie musste auch verdrängen, wie sie gerade aussah.
Als sie wieder auf eine belebtere Straße trat, stieß sie mit jemandem zusammen. Leise fluchend tänzelte sie ein paar Schritte zurück und sah dann auf, um ihren Gegenüber entweder anzuschreien oder sich zu entschuldigen. Stattdessen blinzelte sie überrascht. Sie hatte nicht damit gerechnet in jemanden hinein zu rennen, den sie kannte.

Skadi...
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#3
Gerade als Skadi ihr Tempo beschleunigen und in der nächsten Gasse untertauchen wollte, rauschte etwas mit voller Wucht gegen sie. Nur in der letzten Sekunde hatte sie sich noch zur Seite drehen und die Aufprallfläche minimieren können, was dem blonden Rammbock vor ihren Füßen nicht weniger schmerzhaft zusetzen würde. Skeptisch wanderten die dunklen Augen unter der weiten Krempe der Kapuze hinweg und richteten sich von der Hocke aufwärts auf die Gestalt vor sich. Schillernde Locken traten zurück in die dunklen Schatten aus denen sie soeben gekommen waren. Vereinten sich unter dem leisen Fluchen der jungen Frau zu einem Gesamtbild, das Skadi mit einem halben Schmunzeln auf den Lippen als die junge Talin erkannte. Wie von selbst entspannten sich die Muskeln ihres Körpers, während sie die Kapuze vom Kopf zog. Die Kapitänin sollte nicht noch mit einer Faust auf ihr Gesicht zielen, weil sie sie für einen Dieb oder Vergewaltiger hielt. Der Tonlage nach zu Urteilen, mit der die Blonde ihren Namen in die Luft spie, hatte sie nämlich ebenso wenig mit ihr in dieser Straße gerechnet, wie Skadi selbst mit Talin.

“Da kann aber jemand fluchen wie ein Seebär.“

Musste wohl in den Genen der Draveans liegen. Und es amüsierte die Jägerin zutiefst.

“Alles in Ordnung?“

Mit zur Seite geneigtem Kopf musterte sie das blasse Gesicht, dem noch eine seltsame Spur von Wut und seichter Panik anhaftete. Da war wohl jemand mit dem Gedanken ganz weit entfernt spazieren gewesen.
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#4
Die Überraschung auf die junge Frau getroffen zu sein, saß tief, schaffte es fast die anderen Gedanken zu verscheuchen – aber nur fast. Zu heftig waren die Mauern, die sie um ihre Gedanken aufgezogen hatte, angekratzt, nur kurz davor in sich zusammen zufallen. In dieser Situation auf jemanden vom Schiff zu treffen, ließ sie für einen kurzen Moment an Flucht denken. Stattdessen atmete sie tief ein, schloss kurz die Augen und konzentrierte sich über das Rauschen in ihren Ohren auf Skadis Worte, die ihr sogar ein leichtes, wenn auch klägliches Schmunzeln entlockten.

Verbring ein Jahr in einem Bordell und du lernst mehr Flüche als in jedem Hafen dieser Welt.

Sie öffnete die Augen wieder, versteckte ihre Gefühle hinter einem Lächeln und einem leichten Kopf schütteln.

Es ist nichts.“ Das sagte sie sich selbst eine Weile, bevor sie Skadi aufmerksam einmal von oben bis unten musterte. Und für einen kurzen Augenblick wurde sie wieder in die Gasse zurückversetzt, in der sie die dunkle Gestalt gesehen hatte. „Und was ist mit dir? Bist du auf Raubzug? Du siehst aus, als hättest du finstere Absichten.
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#5
Wie von selbst schnippten ihre Augenbrauen bei den Worten der Blonden hinauf und trafen fast den Rand der Kapuze. Ihre bisherige Einschätzung von Talin traf also zumindest in dem Punkt zu, als dass mehr hinter dem sanften Lächeln lag, als man ihr vielleicht zusprach. Und meistens machten genau jene Menschen diesen Fehler, Frauen wie sie zu unterschätzen, wegen denen es solche Bordells überhaupt gab. Das anfängliche Schmunzeln, das sich auf ihren Zügen breit machte, verschwand jedoch jäh, als Talin ihr Glauben machen wollte, dass hinter ihrer konfusen Reaktion absolut nichts steckte. Und nein, sie glaubte dem Lockenkopf nicht, dessen Lächeln wie so üblich perfekt auf ihren Lippen saß.
Schweigend musterte Skadi die feinen Züge der jungen Frau. Legte den dunklen Haarschopf zur Seite und zog sich dann mit einer Hand die Kapuze gänzlich vom Kopf. Schnaubte nur mit einem schiefen Lächeln die Frage, die Talin womöglich nicht ohne Grund stellte.
“Du meinst solche, wie blonde schöne Frauen in Gassen zu Tode zu erschrecken?“ Sie konnte sich das breite Grinsen nicht verkneifen, das sich tief in ihre Mundwinkel bohrte. Das sogar noch daran haften blieb, als sie den Kopf zur Seite wandte und die Straße musterte. Fast schon als prüfte sie, ob es weitere Menschen gab, die sie beobachtet hatten.

“Ich musste etwas dringendes erledigen und war gerade auf dem Weg zurück zum Schiff.“

Aus den Augenwinkeln blickte sie zu Talin zurück und presste die Lippen fest aufeinander, während sie die Jüngere aufmerksam von Kopf bis Fuß musterte.

“Aber du siehst aus als könntest du ein Bier vertragen.“
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#6
Talin schnaubte bei Skadis Worte, merkte aber gleichzeitig, wie sie sich ein wenig entspannte. Wie jede etwas eitle Frau mochte die Blonde Komplimente. Und als schön bezeichnet zu werden, konnte man nun wirklich nicht anders interpretieren.

So was in der Art, meinte ich, ja.

Die Blonde schüttelte kurz den Kopf, bemerkte gleichzeitig auch den wachsamen Blick, mit dem Skadi die Straßen um sie herum musterte. Das war nicht das Verhalten eines einfachen Marinesoldaten. Die hatte sie oft genug beobachten können, wie sie lärmend in jedes Fettnäpfchen traten. Sie waren nicht darauf bedacht leise und unauffällig zu sein. Ganz im Gegensatz zu der jungen Frau. Talins Neugier wuchs und der anderen ihre Geheimnisse zu entlocken versprach Ablenkung, weshalb sie Skadis Angebot eigentlich auch sofort annehmen wollte. Aber die Blonde hasste es, wenn sie das Gefühl hatte, jemand bevormundete sie. Sie war es nicht gewohnt, dass sich jemand um sie sorgte. Deshalb klangen ihre Worte vielleicht auch ein bisschen harsch, als sie sagte: „Ich könnte gerade so einiges vertragen. Wir können mit trinken anfangen, dann zu 'ner Schlägerei übergehen und am Ende knutschend in der Ecke stehen, wenn du willst.
Frustriert fuhr sie sich mit beiden Händen durch die Haare und stieß ein leichtes Zischen an. Fast im selben Augenblick bereute sie ihre Worte. Immer austeilen, wenn ihr jemand zu nahe kam, war eine ziemlich große Schwäche. Also versuchte sie ihre Worte ein wenig abzumildern.

Was zu trinken klingt ganz hervorragend. Noch besser wäre es, wenn du mir erzählst, was du so wichtiges getrieben hast, damit ich mich ablenken kann.
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#7
Offensichtlich hatte sie einen wunden Punkt getroffen, als sie vollkommen neutral eine Einladung zum Trinken ausgesprochen hatte. Dass Talin allerdings schlagartig pampig wurde, störte die Dunkelhaarige nicht im Geringsten. Stattdessen brach ein leises Lachen aus ihr heraus und verschränkte die Arme vor der Brust. Na bitte. Diese Reaktion sagte doch weitaus mehr, als das zuvor geheuchelte „Es ist nichts.“. Und ob da etwas war.! Ganz gleich ob es Skadi sonderlich interessierte oder nicht, wusste sie, dass sich ihr Instinkt definitiv nicht getäuscht haben konnte. Mit einem verschmitzten Lächeln lehnte sie sich dann dem blonden Schopf entgegen, konnte das dezente Funkeln in ihren Augen nicht verhindern, als sie mit süffisantem Tonfall sprach.

“Na wenn das so ist… ich sage dazu definitiv nicht nein, Captain.“

Weder zum einen, noch zum anderen Punkt, der wütend ausgesprochen war und den die Piratin schlagartig zu bereuen schien. Zumindest machte sie einen reichlich ungelenken Versuch das Thema zu wechseln und aus ihrer ungewollten Begleitung das heraus zu kitzeln, was sie wirklich interessierte. Doch Skadi würde den Teufel tun es ihr auf dem Silbertablett zu präsentieren. Sie hatte ihre Gründe, ebenso wie Talin die ihren vorschob, um nicht über ihr Wohlbefinden zu sprechen.

“Um dich abzulenken oder um dein Gewissen zu beruhigen?“ Skadi war sich bewusst, dass diese Frage sehr direkt und vielleicht auch etwas zu forsch war, während sie sich wieder zurück lehnte und langsam zum Gehen wandte. Doch da ihr die Blonde nicht den Anschein erweckte, als gäbe es keinen triften Grund für ihr plötzliches Interesse, würde sie sich keine Samthandschuhe zulegen. Ganz davon abgesehen, brauchte sie die wohl kaum bei einer Frau, die bereits in einem Bordell gearbeitet hatte. Wobei immer noch unklar war, ob als Frau für schöne Nächte oder als Mädchen für alles.
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#8
Zum ersten Mal seit einer Weile, wusste Talin nicht so wirklich, wie sie reagieren sollte. Sie spielte vor jedem in der Crew eine Rolle, die sie gern sehen wollten. Vor manchen mehr, vor manchen weniger, irgendwie schienen sie es zu erwarten, hatten sich dementsprechend ein Bild von ihr gemacht, welches sie sicher nicht zerstören würde. Sie alle würden früh genug mitkriegen, wie die Blonde sein konnte. Die Explosion der Morgenwind war da nur ein kleiner Vorgeschmack. Aber Skadi...Skadi schien nichts dergleichen zu erwarten. Kein zurückrudern, kein einlenken. Sie war mit ihren Worten brutal oder ging auf das Spiel ein, was sonst keiner spielen wollte. Es war verwirrend, überraschend und...völlig unvorhersehbar gewesen. Wer hätte gedacht, dass es doch noch jemanden an Bord gab, der keine seichten Erwartungen hatte. Während Skadi sich in Bewegung setzte, blieb Talin noch etwas verdattert stehen, bevor sie nochmals kurz die Augen schloss und tief durchatmete, der anderen Frau eine Antwort schuldig blieb. Die Gedanken, dass Skadi sie nicht mit Samthandschuhen anfasste, beruhigte sie auf eine seltsame Art und Weise, dass sie die Erinnerungen erst einmal von sich schieben konnte. Dann erst setzte sie sich in Bewegung und folgte der anderen.Als sie kurz darauf aufgeholt hatte, lief sie neben der älteren her und sah ruhiger zu ihr hoch. „Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich ein Gewissen habe, also ja, ich frage um mich abzulenken.“ Wenn die andere so ehrlich zu ihr sein konnte, dann würde sie es auch sein. Sie lächelte süffisant.
Ich habe vorhin etwas gesehen, was alte Wunden wieder aufgerissen hat und das will ich lieber schnellst möglich wieder vergessen. Am einfachsten ist es, wenn ich mich mit anderen Leuten beschäftige. Sei es durch reden oder andere Sachen in dunklen Ecken.“ Es überraschte sie immer noch, dass Skadi so einfach zugestimmt hatte.„Lass uns hier etwas trinken.“ Sie deutete auf eine kleine Taverne, die nicht so überfüllt war, wie all die anderen, aber immer noch gut genug besucht, dass sie in der Menge untergehen würden.
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#9
Talin gab sich geschlagen, wie es aussah. Nicht, dass es Skadi erfreute. Sie nahm es einfach hin und wandte sich zum Gehen ab. Blickte zur Seite, als der Blondschopf aufholte und ihr ein süffisantes Lächeln schenkte, das gar nicht zu der bitteren Bedeutung ihrer Worte passte. Skadi verzog kurz die Lippen. So gesehen besaß jeder in irgendeiner Form ein Gewissen, oder nicht? Und wenn es um Talins Bruder ging, konnte man durchaus davon ausgehen, dass sie kein herzloses Miststück war. Zumindest wenn man auf der richtigen Seite stand und das Leben schätzte, das einem gegeben worden war. Kurz zogen sich die dunklen Augenbrauen zusammen, kaum dass die Jüngere eine Szene ansprach, die ihr anscheinend tief unter die Haut gegangen war. Hätte sie gewusst, dass sie es gewesen war, die von den blauen Augen gesichtet wurde, wäre ihr die Galle schlagartig bis zum Hals geschossen. Doch so fokussierte sie sich lieber auf die letzten Worte der Piratin und schmunzelte süffisant. Hätte sie den blonden Engel für so durchtrieben gehalten? Mh, das war meistens schwer zu sagen. Sie kannte viele Frauen die vorn herum wirkten wie die Unschuld vom Lande und bei Nacht mit schwingender Peitsche zur Männerjägerin wurden. Sie selbst hatte ihre Erfahrungen mit allerlei Menschen gemacht – ganz gleich welcher Religion oder welchen Geschlechts. Selbst als sie bereits verheiratet gewesen war. Die Lust an der Lust urteilte nicht darüber, mit wem oder wie vielen man sein Bett teilte. Lediglich das Herz war für eine einzige Person bestimmt.
“Wie auch immer du dich entscheidest, ich bin dabei.“, bestätigte die Dunkelhaarige abermals und trat dann voraus in die Taverne. Drückte die schwere Holztür mit einer Hand nach innen auf und spürte die drückende Wärme schlagartig gegen ihre Wangen schlagen. Lautes Gelächter erhob sich an einer Seite des Raumes, den Skadi kurz musterte und dann auf den Thresen zusteuerte. Sich dabei langsam den leichten Mantel von den Schultern zog und über den linken Arm legte.
“Bier?“ Knapp wandte sich der dunkle Schopf zu Talin zurück.
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#10
Die Schlichtheit der Worte taten ihr gut, woben ein sanftes Netz in ihrem Kopf. Da fragte sie sich fast, warum sie sich mit ihren Problemen nicht schon früher an die ehemalige Marinesoldatin gewandt hatte, wenn es doch offensichtlich so einfach war. Während diese die Tür öffnete, musterte Talin sie noch einmal ganz offen. Nicht, um irgendwie ihre Gedanken zu erraten, sondern einfach aus purer Oberflächlichkeit. Und wenn die Blonde ehrlich war, so gefiel ihr, was sie sah. Aber sie lächelte nur leicht in sich hinein und sagte nichts weiter dazu. Wie sie sich letztlich entschied, musste sie selbst noch überlegen.
Schweigend folgte sie der Dunkelhaarigen in die Taverne, roch sofort diesen wohlbekannten Geruch nach schalem Alkohol, hörte das geschäftige Treiben und entspannte sich noch ein wenig mehr, zog die Mauern ein bisschen weiter nach oben. Auf Skadis Frage hin, schüttelte sie den Kopf. „Rum. Der wirkt schneller.“ Sie ließ sich auf einen der Hocker am Tresen nieder und lächelte sofort die Bedienung charmant an, bevor sie wieder ihre Begleitung ansah. „Also? Du wolltest mir noch etwas erzählen, was mich ablenkt.“, meinte sie mit einem offenkundig gespielten, unschuldigem Lächeln.


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