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Auf der Flucht vor der Wahrheit
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Gold
Thaddeus Rackham ist 32 Jahre Jahre alt, wurde unter den Sternen der Welt geboren und entstammt der Insel Asanu. Als Seemann reist er durch die Meere der Inselwelten und plünderte mit der Crew bereits in 3 Tavernen.
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Nickerchen in der Kajüte



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Auf der Flucht vor der Wahrheit
In vergangenen Tagen . Auf der Insel Asanu
Liam Casey & Thaddeus Rackham

“Vielen, vielen Dank!” Die ältere Dame griff mit ihren knochigen Fingern nach Thaddeus rechter Hand, der gerade dabei war seine Tarotkarten wieder einzusammeln. Ihre Freude und das Glück, welches sich in ihren Augen widerspiegelte, schafften es, ein Lächeln auf den Lippen des Wahrsagers zu zaubern. Allerdings empfand der Rackham vielmehr Mitleid für die alte Frau, denn er konnte sich wirklich nicht vorstellen, dass es in ihrem restlichen Leben noch so gut laufen konnte. Deshalb winkte er es mit einem Lächeln ab und verabschiedete sich von der Fremden.
Das Tagesgeschäft war heute ziemlich gut gelaufen, deshalb packte er seine Sachen zusammen und beschloss kurzerhand auf dem Markt sich noch etwas zu gönnen. Schließlich kam nach der Arbeit das wohlverdiente Vergnügen. Und da es schon relativ spät war - die Sonne hatte bereits die Spitze des Horizonts erreicht - wollte er noch etwas für sich selbst tun.
Vor einem kleinen Obstwarenstand machte er einen kurzen Halt und begutachtete einen der Äpfel, als ihn plötzlich jemand am Arm packte. Der Mann war ein Hüne. Mindestens eineinhalb Köpfe größer als Thaddeus selbst, mit einem kahlen Schädel und einem sehr grimmigen Gesichtsausdruck. Er verstand zunächst nicht, weshalb ihn der Kerl so unerwartet anging, bis er schließlich meinte, er hätte ihm etwas gestohlen und das er dafür büßen würde ...

Irgendwo zwischen ›Verdammt, verdammt, verdammt!‹ und ›Scheiße! Scheiße! Scheiße!‹ hatte Thaddeus sein Gehirn auf Flucht- und Überlebensmodus umgeschaltet, während er zwischen der Menge an Passanten vorbei hechtete, um seinen Verfolgern zu entkommen. Zwar hatte er schon einen gewissen Vorsprung eingeholt, trotzdem konnte er noch die lauten, wütenden Stimmen hören, die nach ihm riefen.
Thaddeus konnte sich nicht erklären, weshalb man ihm einen Diebstahl anhängen wollte. Er hasste Diebe, und auch wenn seine Beruf nicht zu den Ehrlichsten der Welt zählte - hey, er war Wahrsager! -, so war es doch Arbeit und somit auch ehrlich verdient. Aber dieser Glatzkopf und seine Compadre scherrten sich einen feuchten Kehricht um eine bewiesene Unschuld. Ja, zum Teufel! Er wusste doch nicht einmal, was er überhaupt gestohlen haben sollte!
Letztendlich warf er einen kurzen Blick über die Schulter. Die Stimmen waren auch leiser geworden, trotzdem fühlte sich der Rackham noch lange nicht in Sicherheit. Er suchte nach einer Lösung, einem Fluchtweg oder einem kurzzeitigen Alibi.
Letzten Endes entschied er sich für einen jungen Mann, der etwas gedankenverloren in der Gegend und etwas abseits der Menge stand. Thaddeus näherte sich mit langen Schritten, wobei er immer wieder einen flüchtigen Blick nach hinten war. Der junge Mann sah aus, als könnte er eine Aufgabe gebrauchen, während er sich sicher war, dass dieser ihm eher zuhören würde, als die gehetzten Menschen. Bei ihm angekommen, erfasste er beide Schultern und setzte einen sehr mitleidigen, fast schon flehenden Blick auf.

Bitte hilf mir! Ich werde verfolgt! Versteck mich!

Was für ein Feigling er doch war! Aber hier ging es um sein Leben und nichts war ihm lieber als sein Leben.

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Gold
Liam Casey ist 25 Jahre Jahre alt, wurde unter den Sternen der ersten Welt geboren und entstammt der Insel Yvenes. Als Seemann reist er durch die Meere der Inselwelten und plünderte mit der Crew bereits in 5 Tavernen.
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Auf Deck



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Was er an diesen großen Städten hasste, war das Gedränge und das untrügliche Gefühl, dass jeder viel zu viel zu tun hatte, als an einem Tag zu schaffen war. Jeder schien jedem fremd und vollkommen eingenommen von seinen eigenen Problemen, während der Adel von oben herab dabei zusah, wie seine Bediensteten eben diese Probleme für sie übernahm. Es war kein Geheimnis, dass er sich auf den Ländereien wohler fühlte, für die die meisten dieser Menschen in ihrer Faszination für Fortschritt gar kein Auge mehr hatten. Asanu war hierunter vielleicht der schlimmste Ort, aber auf der andereren Seite der wohl beste Ort für allerlei Dinge, die man gebrauchen konnte – oder eben auch nicht gebrauchen konnte. Am Hafen hatte er einige seiner wertlosen bronzenen Fundstücke bei unerfahrenen oder leicht zu beeindruckenden Händlern zu Geld gemacht. Mit der richtigen Geschichte kauften sie einem fast alles ab an diesem Ort, an dem sich Händler aus den verschiedensten Bereichen der Welt tummelten. Sein Glück, denn die meisten kleineren Händler auf den umliegenden Inseln waren skeptischer und erkannten Plunder, wenn man ihn ihnen unter die Nase hielt. Jetzt klimperte das Gold bei seinem restlichen Guthaben in einem kleinen, selbstgemachten Beutel, den er sich – aus Schutz vor Dieben – zwar außerhalb der Hose festgebunden, aber ins Innere gesteckt hatte. Wenn man nicht viel besaß, musste man umso besser darauf aufpassen, denn das Gedränge war ein Paradies für Taschendiebe.

Gegen Mittag zog er sich zurück und nahm sich vor, das Handelsviertel nach einer Pause nach dem abzusuchen, was er besorgen musste, ehe er sich auf die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit fort von hier machte. Allein mit sich selbst kam er an einer Promenade zum stehen und spähte auf den Hafen hinaus, während der Trubel um ihn herum zeitlos weiter ging. Von außen konnte man deutlich erkennen, dass der Stillstand, den er darstellte, in dieser Stadt etwas Störendes war. Die Menschen drängten sich um ihn herum und schüttelten die Köpfe. Liam bekam von all dem nichts mit, denn es war ihm egal.

Selbst, als ihn jemand anrempelte, bewegte er sich nur ein Stück nach vorne, ohne sich groß nach dem Übeltäter umzusehen – so jedenfalls der Plan, denn just in diesem Moment spürte er den Griff um seine Schultern und wandte sich um. Seine freie Hand wanderte in sekundenschnelle an den Dolch an seiner Hüfte und umschloss seinen Griff, doch das Gesicht, in das er nun blickte, wirkte alles andere als bedrohlich. Viel eher gehetzt und voller Furcht. Die Augenbrauen des Lockenkopfs zogen sich fragend ein wenig zusammen, doch er war kein Mensch, der groß Fragen stellte, wenn offensichtlich Zeitdruck herrschte. Ohne sich zu fragen, wer der Fremde war; ob es eine Falle war; ein Überfall – Liam sah kurz die Promenade hinunter, an der sie standen. Unter ihnen befanden sich Stege, die in die eine Richtung zurück zu den Händlern führten. In der anderen Richtung musste sich einer der Kanäle befinden, wenn er sich nicht vollkommen täuschte.

„Dann ab die Post.“, sagte er leise und schubste den unvorbereiteten Mann kurzerhand vor ihm die Promenade hinunter ein Stockwerk tiefer.

Er selbst drehte sich noch einmal kurz um und erkannte in der Menge suchende, ernste Gesichter, mit denen gewiss nicht gut Kirschenessen war. Bei ihnen musste es sich um die Verfolger des Typen handeln. Als sie gerade in eine der Seitengassen spähten, sprang Liam kurzerhand dem Gesuchten hinterher. Zum Glück hatte sich unter ihnen ein Haufen aus alten, kaputten Fangnetzen und Tauen befunden, der ihren Sprung perfekt abgefedert hatte. Liam sprang aus dem Haufen hinaus, griff nach dem Tauwerk und warf dem Fremden noch eine Lage aus alten Fischernetzen über, um ihn gänzlich unsichtbar werden zu lassen. Mit dem Geruch mussten sie wohl beide leben.

„Bleib still, ich sag Bescheid, wenn die Luft rein ist.“

Er blickte sich um, denn auch für ihn hieß es jetzt, so unbeteiligt wie möglich auszusehen. Auf dem Haufen Taue fand er schließlich eine kaputte, alte Angel, die recht weit am Rand lag und nur darauf wartete, ein Alibi darzustellen. Perfekt!


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Thaddeus Rackham ist 32 Jahre Jahre alt, wurde unter den Sternen der Welt geboren und entstammt der Insel Asanu. Als Seemann reist er durch die Meere der Inselwelten und plünderte mit der Crew bereits in 3 Tavernen.
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Nickerchen in der Kajüte



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In der Eile wurde dem Rackham nicht bewusst, welche Gefahr von dem ihm angesprochenen Mann ausging. Viel zu sehr war er damit beschäftigt, seine Haut zu retten, ohne darüber nachzudenken, in welche Probleme er sich noch stürzen könnte. Dadurch entging ihm die Bewegung, der Griff zum Dolch. In voller Verzweiflung starrte er in das ihm fremde Gesicht und nur ab und an wagte er einen Blick über die Schulter.
Sie kamen bedrohlich näher. Bald würde er seinen Kopf verlieren. Das Herz raste, schlug ihn bis zum Hals, während sich auf seiner Stirn der Angstschweiß bildete.
Aber dann erhob der Unbekannte seine Stimme. Einen Zuspruch, indem er Thaddeus einen Stoß versetzte, sodass der Wahrsager dem freien Fall verfiel. Ihm entwich ein kurzer, erstickender Laut vor Überraschung, dennoch ließ er es auch einfach mit sich machen, weil in seiner Magengegend das Gefühl herrschte, dass dieser Mann ihm wirklich helfen wollte ... und konnte. Wenigstens hatte sich sein Retter in der Not nicht ganz so mit der Höhe verschätzt, oder der Kerl hatte zu viel Glück in seinem Leben, weil Thaddeus einfach mal in einem Fischernetz gelandet und nicht wie eine weiche Melone auf dem Boden geklatscht war.
Der Geruch war durchaus angenehm. So angenehm, dass der Wahrsager die Nase rümpfte und gleichzeitig seinen Atem anhielt. Puh, dieser Gestank, zum Glück werd ich nicht von Hunden verfolgt.
Kurz darauf folgte ihm auch der Fremde, allerdings sprang er schneller aus dem Netz, als Thaddeus es tun könnte. Vielleicht auch gut so, da ihm der Helfer bereits was über warf und ihm anordnete still zu sein. Ihm eine Antwort zu geben, kam nicht in Frage - er sollte ja still sein - und ein bestätigendes Nicken, würde der Junge kaum zu sehen bekommen.
Außerdem konnte er die Rabauken, die hinter ihm her waren, bereits schon an deren Stimme erkennen und das sie sich ziemlich in der Nähe befinden mussten.
Wo ist dieser miese Dieb nur hin?”, rief einer, mit viel zu hoher Stimme. Das sowas noch als Kerl durchgehen konnte! “Keine Ahnung, hab ihn aus den Augen verloren.”, lautete die Antwort. Vermutlich der Glatzkopf. “Hier entlang!”, rief wiederum ein anderer, woraufhin die Stimmen gemächlich leiser wurden, bis sie gänzlich im Lärm untergingen.

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Liam Casey ist 25 Jahre Jahre alt, wurde unter den Sternen der ersten Welt geboren und entstammt der Insel Yvenes. Als Seemann reist er durch die Meere der Inselwelten und plünderte mit der Crew bereits in 5 Tavernen.
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Völlig entspannt hing er die kaputte Angel – leicht repariert – in das Hafenbecken, die Füße lässig über der Wasseroberfläche baumelnd. Auch seine lockere, nicht unbedingt aufwändige Kleidung ließ keinen Zweifel an diesem Bild. Die Promenade spiegelte sich leicht auf dem Wasser, doch es war ihm nicht möglich, genau zu erkennen, von wem die Stimmen in seinem Rücken kamen. Keine Gestalt, kein Gesicht. Zum Glück konnte es ihm ohnehin egal sein, denn ihn betraf die Suche nur recht wenig. Die Sucher jedenfalls machten sich vom Acker, um an anderer Stelle weiterzusuchen. Liam lauschte, wie sich die Stimmen im Getummel verloren, wartete allerdings noch einige Augenblicke, um wirklich sicher zu gehen. Auch, wenn er dem Fremden nichts schuldig war – wenn er ihm schon Hilfe anbat, dann doch auch, ohne ihn daraufhin doch in die Hände seiner Verfolger rennen zu lassen.

„Hast ganz schön Dreck am Stecken, mh?“, fragte er schließlich an den Tauhaufen hinter sich gewandt mit einem hörbaren Schmunzeln auf den Lippen.

Was genau der Mann verbrochen hatte, interessierte ihn herzlich wenig. Liam lebte in den Tag und wer ihm freundlich gesinnt war, dem war er auch freundlich gegenüber. Ganz gleich, welche Geschichte hinter ihm lag. Er war ein Mensch des Augenblicks, der nichts und niemandem besonders lange nachhing.

„Du solltest die nächsten Tage vielleicht etwas vorsichtiger sein, wenn du dich hier aufhältst. Wer weiß, wie wichtig ihnen dein Kopf ist.“

Kopfgeld vielleicht? Liam spähte über die Schulter, um dem Mann dabei zuzusehen, wie er sich aus seinem Versteck puhlte. Bekannt kam er ihm nicht wirklich vor, allerdings beschäftigte sich der Lockenkopf auch eher selten mit den Fahndungsfotos, die man überall an die Wände pinnte. Das war ein Handwerk, das ihn nicht sonderlich interessierte.