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I don't know how to feel
Crewmitglied der Sphinx
für Gold gesucht
dabei seit Sep 2022
#1
I don't know how to feel
bespielt von    Lola Clay   Ceallagh Hayes
01.01.1970
Lola hatte wie jeden morgen die Tür zur Apotheke aufgeschlossen und weit geöffnet. Sie möchte zwar den Duft der frischen Kräuter, doch wenn sie über nach zu einem geruchs Brei wurden war es morgens kaum möglich tief Luft zu holen. Mit einem Stein hielt sie die Tür davon ab, wieder zu zufallen und widmete sich dem kleinen Briefkasten, in dem Mann dringliche Bestellungen auch noch Nachts ein werfen konnte. Lola nahm die zwei Zettel und ging wieder rein.
Von der Tür aus ging es gerade auf einen Tresen zu hinter dem ein Regal mit vielen kleinen Schublädchen war. Alles ordentlich beschriftet und Alphabetisch sortiert. Das Regal ging bist unter die Decke des Raumes. Um ganz oben dran zu kommen, braucht Lola die kleine Leiter.
Links von der Eingangstür war die Wand und, auf der anderen Seite des Tresen war dort eine Tür. Nach Rechts ging der Raum in einen Arbeitsbereich über. Hier standen die Werkzeuge um aus Kräutern, Wasser und anderen Zutaten alle möglichen Sachen her zu stellen. Hinter dem Arbeitsbereich waren ein paar größere Säcke oder Kisten in denen größere Mengen von Kräutern lagerten, die sehr viel und oft verwendet wurden. Von der Decke hingen verschiedene Kräuter in verschiedenen trocknungs-stadien.
Während Lola sich die zwei Zettel durch las machte sie sich gedanklich Notizen was sie brauchte. Auch schaute sie im Registerbuch nach ob die Sachen von den Personen schonmal bestellt wurden und es extra wünsche oder mengen angaben gab.
"Einmal den Lavendeltee und hier...das ist die Ringelblumensalbe..."
Dann griff Lola zu einem kleinen Korb mit einem Tuch drin und zog die Leiter vor das Regal. Stieg hoch und fing an die Sachen für den Tee zusammen zu suchen. Sie stand mit dem Rücken zur Tür auf der Leiter als jemand durch die Tür kam.

Irgendetwas hatte ihn derart unsanft aus der Hängematte gerissen, dass seine Seite trotz einiger Dehnungsübungen noch immer liebevolle Hassbotschaften durch seinen Körper schickte. Wenn er das Leben auf See und die Reiserei nicht so sehr lieben würde, hätte er sich durchaus mit dem Gedanken anfreunden können, bei jedem Landgang mehr als einmal ein Zimmer in einem der Pubs zu beziehen. Doch das Gold war dünn gesät. Wurde nur für die wichtigen Dinge im Leben verbraten und neben all den Büchern, die er nicht klammheimlich mit denen austauschte, die er ausgelesen hatte, war da kein Platz mehr für bequeme Betten und Matratzen aus Stroh.
Allenfalls für Essen, Munition und Kräuter. Letzteres ein notwendiges Übel, besah man sich die Bilanz der Verletzungen und den radikalen Schwund innerhalb der letzten Wochen. Die Crew hatte einen latenten Hang dazu, sich die Leiber zu „zerfetzen“. Allen voran sein Freund aus Kindheitstagen, der auf Calbota mehr als einmal recht derangiert und der dunkelhaarigen Kriegerin im Schlepptau ins Bordell zurückgekehrt war. Ceallagh konnte sich vorstellen, was sie bis zu ihrer Abreise getrieben haben mussten, doch sah er sich nicht in der Position ihnen Nachzustellen oder gar den Moralapostel zu spielen.
“Guten Morgen.“, flötete er bereits, noch ehe er zur Gänze durch die weit geöffnete Tür eingetreten war und das ohne einen Tropfen Kaffee, Tee oder Rum im Blut. Bemerkenswert – Talin hätte ihn ob seiner guten Laune bestimmt murrend von der Seite gemustert oder einen spöttischen Kommentar vom Besten gegeben. Seine Freude darüber wäre, wie so oft, exorbitant gewesen.
Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen, trat der hochgewachsene Hayes in den Raum. Fühlt sich je von dem intensiven Geruch diverser Kräuter umhüllt und an seine Schwester erinnert. An die unzähligen Stunden, die er hinter einem ähnlichen Tresen verbracht und in seine Literatur vertieft  gewesen war. Manchmal vermisste er es sich mit ihr darüber zu streiten, wie höflich oder unhöflich er zur Kundschaft war.
Mit einem kurzen Blick auf die junge Frau am anderen Ende des Raumes und einem kurzen, begrüßenden Nicken, wandte sich der blonde Haarschopf bereits herum. Inspizierte den Arbeitsbereich zu seiner Rechten und schob mit einer Hand das Bündel frisch getrockneter Kamillen aus seinem Gesicht, das etwas zu tief von der Decke hing.

"Guten Morgen" lächelte Lola.
Ruhig musterte sie den Mann und kletterte die Leiter runter. Gedanklich notierte sie sich die Kamille höher zu hängen. Lola stellte den kleinen Korb auf den Tresen und folgte mit dem dem Blick, dem Mann, welcher sich für den Arbeitsbereich interessierte. Neben dem Arbeitsbereich stand noch ein höheres Regal mit Büchern, Gläsern, Kolben, Ständern, Mörsern und vielem mehr. Der hintere Teil vom Arbeitsbereich war nur zu erreichen wenn man durch eine Klappe hinter den Tresen ging. Die Tresen-Arbeitsbereichkombi lag wie ein L im Raum.
Neugierig überlegte Lola woher der Mann wohl kam, war er ein Reisender? Von einer anderen Insel? Vielleicht aus einer anderen Welt?
"Wie kann ich helfen?"
Sie riss sich selber aus den Gedanken um nicht in ein starren zu verfallen.

Faszinierend wie höflich sie sich von der Leiter hinab bewegte, ohne einen Blick auf die Stufen zu werfen oder gar den Ansatz eines Tritts ins Leere. Es legte durchaus die Vermutung nahe, dass sie bereits eine Weile in diesem Laden arbeitete. Ihn quasi wie ihre Westentasche kannte, die sie allenfalls auf ihrer Beinmontur besaß, weniger ihrer Oberbekleidung.
"Abgesehen vom Offensichtlichen...", Ceallagh steuerte gerade an einer riesigen Auslage gefüllter Fläschchen und Tinkturen vorbei, bevor er mit einer Hand auf dem rauen Holz am Tresen stehen blieb. "... habe ich die stille Hoffnung, dass sie mir helfen können dieses Gekritzel  zu entziffern."
Eigentlich hatte Gregory eine - zumindest für einen Arzt - vorzügliche Handschrift. Doch die Art und Weise, wie diese Notizen geführt worden waren, ließ darauf schließen, dass sich irgendein Schmierfink daran zu schaffen gemacht hatte. Eventuell jemand, der des Schreibens nicht all zu mächtig war, bedachte man die Zeichnungen neben den Namen. Vielleicht hatte dieser Jemand an Gregorys Stelle die Liste geführt, weil nach dem Angriff der Riesenvögel zu viel zu tun gewesen war. "Mein Wissen über Kräuter und Tinkturen reicht leider nicht aus."

"Dann werfe ich mal ein Blick auf die Liste"
In einer ruhigen aber schnellen Bewegung dreht sie das Papier zu sich und überfliegt die Geschriebenen Worte so wie die Zeichnungen. Ab und zu dreht sie die Liste etwas nach Rechts oder Links. Einmal auch auf den Kopf um sicher zu gehen das sie das Stück Papier richtig herum hält.
In den fast 18 Jahren die sie hier in der Stadt lebt und auch in der Apotheke mit hilft hat sie definitiv schon die ein oder andere Handschrift gesehen und entziffert. Doch das?
"Hat das ein Arzt geschrieben? Einer hier aus der Stadt?"
Lola ist bemüht nicht laut mit sich selber zu reden. Der Madam, die Besitzerin der Apotheke, gefällt es nicht wenn sie das tut gerade wenn Kunden da sind. Immer wieder legt sie den Kopf von Rechts nach Links und bewegt die Lippen als würde sie mit sich selber reden.
"Also das hier ist Kamille, da sind w...bin ich mir sehr sicher. Wisst Ihr zufällig wofür die Kräuter verwendet werden sollen? Und wie viel gebraucht wird?"
Ziel sicher schiebt sie die Leiter einen halben Meter nach links und klettert hoch. Hier hängen einige Bündel fertig getrockneter Kamille. Mit eeinem kleinen Messer löst sie die Schnur und legt das Bündel in den Korb.

Offensichtlich war er nicht die einzige Person, die Probleme mit der Entschlüsselung der Einkaufsliste hatte. So oft wie die junge Frau vor ihm das Papier auf den Kopf, zur Seite und wieder zurück drehte, musste er also nicht an seiner Intelligenz zweifeln – so er es denn überhaupt jemals getan hätte.
Ein Lächeln begleitete seine Miene, während er ihr dabei zusah und sich halb zur Seite drehte, um mit der Hüfte entspannt gegen den Tresen zu lehnen. Sicherlich würde er eine Weile in diesem Laden verbringen, bevor er seine Beute durch die halbe Stadt zurück zum Schiff transportieren konnte. Besser er machte es sich so bequem wie möglich, wenn er schon nicht auf einem der Hocker hinter dem Tresen Platz nehmen konnte – wie er es damals im Laden seiner Schwester getan hatte.
“Nein. Ich vermute unser Schiffsarzt gepaart mit ein paar helfenden Händen der restlichen Besatzung.“, entgegnete Ceallagh mit schief gelegtem Kopf und erhobener Augenbraue, obwohl Tonlage und gesenkter Blick seines Gegenüber mehr darauf schließen ließ, dass sie mehr zu sich, als zu ihm gesprochen hatte. “Musste wohl schnell gehen.“ Was vielleicht die Sauklaue erklärte und zu keinen weiteren Nachfragen führte, die er ihr definitiv nur mit der halben Wahrheit beantworten würde. Als Meister seines Faches.
Doch die Blondine machte es ihm unverschämt einfach nicht näher darauf eingehen zu müssen. Amüsant. Ein Mensch der sich vollkommen auf seine Arbeit fokussierte, statt so lange geringfügig interessanten Small Talk zu führen, bis man letztlich etwas fand, das wirklich interessant war oder so abgestumpft war, dass man sich höflich verabschiedete und ging. Das war ihm seit einer Weile nicht mehr untergekommen.
“Ich vermute, dass ich hier bin um die allgemeinen Vorräte aufzustocken. Also 4 Bund Kamille und vom Rest um die 2 bis 3.“ Dann glitt sein Blick zurück auf die Glasflaschen und Phiolen auf der anderen Seite. “Verkauft ihr diese eigentlich auch“ Mit einem Kopfnicken deutete er  auf die Auslage, wandte den Blick im selben Moment jedoch auf Lolas Kinn zurück, das knapp unter den Blüten der herabhängenden Kamille hervor lugte. “ Bei unserer letzten Überfahrt sind einige davon leider wegen starkem Seegang aus den Schränken gefallen. Sehr ärgerlich.“

Schiff? Hatte er Schiff gesagt. Neugierde und Freude, das es sich bei dem Kunden um einen Reisenden handelte flammten auf und sie biss sich für den Moment auf die Lippen, den Mann mit fragen zu durch löchern.
"Oke 4 Bund Kamille...habe ich."
Lola streckte sich von der Leiter runter um den Korb auf dem Tresen ab zu stellen und dem Blick des Mannes zu verfolgen.
"Fast alles hier wird verkauft, wir machen auch Bestellungen. Salben, Tees, Tinkturen" antwortete sie, während sie von der Leiter kam und wieder auf die Liste blickte.
"Wie ist es so auf dem Meer? Und anderen Inseln?" platze es dann doch aus ihr heraus. Man sah ihr an das sie neugierig-naiv war.

Fast hatte er damit gerechnet, dass sie mehr über ihren letzten Seegang in Erfahrung bringen wollte, doch ihre plötzliche Stille und körperliche Ruhe hatte wohl mehr mit den Bündeln Kamille zu tun, die sie von der Decke löste. Eine erfrischende Abwechslung es einmal nicht mit einer überneugierigen jungen Frau zu tun zu haben. Sie kümmerte sich um ihre Arbeit. Stand ihm Rede und Antwort und lies nur mehr als beiläufig die Frage fallen, die er weitaus früher erwartet hatte.
Ein amüsiertes Schmunzeln zierte seine Lippen, während er sich gegen die Theke lehnte und ihr beim Verpacken der Utensilien zusah.
"Sterbens langweilig, wenn man nicht gerade auf andere Seefahrer trifft, die Blei übers Wasser schießen." Ob gerechtfertigt oder nicht, musste er ih ja wohl nicht auf die Nase binden. "Aber man sieht sehr viel von der Welt... wahrscheinlich etwas mehr, als hier?" Nicht anders deutete er ihr Interesse an der Außenwelt, das mit den Worten "anderen" und "Inseln" wie ein Leuchtfeuer erstrahlte. "Ich nehme an, dass ihr noch nie auf einem Schiff unterwegs wart?"

Während Lola die nächsten Bluten von der Liste aus einer der hunderten Schubladen holte lauschte sie dem was er sagte. Vorsichtig ließ sie getrocknete Ringelblumen in einem groben Stoffsäckchen verschwinden. Blei? Oh Kanonen Kugeln…sie stockte, oft hatte sie von Seeschlachten gehört und das sie oft sehr grausam waren.
“Kämpft man oft? K-kann man das verhindern, dass Piraten ein Angreifen?“
fragte sie leise als wollte sie es nicht zu laut sagen. Nicht dass jemand außer ihnen beiden gerade hier wäre. Doch sie wollte ihn nicht verärgern, was nichts an den ausgesprochenen Worten änderte. Schnell räusperte sie sich.
“Ich würde gerne weg von hier…die Welt sehen. Auf einem Schiff war ich noch nie…ich könnte ja abhauen“
sie legte so viel Sarkasmus in die letzten Worte das es definitiv erkennbar war, dass sie jemand an ihrem Vorhaben hinderte zu gehen.
“Hier sieht man nur die alten Damen, die einen alle Schätzchen nennen, als wenn man ihnen gehören würde“
sie schüttelte sich angewidert.
Sie legte zwei Säckchen mit Ringelblumen zu den Bündeln mit Kamille. Und schaute wieder auf die Liste.

Ceallagh hätte sich beinahe an ihrer Frage und dem entgeisterten Gestotter verschluckt. In zweiter Linie womöglich, weil sie wohl annahm, dass er NICHT zu diesem Piratenpack gehörte. Nun. Es schmeichelte ihm, dass er nicht so wirkte, als wäre er ein Haudrauf, der einen guten Rum niemals verschmähte. Hach. Süß. Wenn sie nur wüsste.
"Verhindern?", er lachte hörbar auf. "Nur wenn du eine gut eingespielte Crew und ein schnelles Schiff hast." Inklusive des unverschämten Glücks nicht in die Säurehaltigen Nebel oder den Angriff von Riesenvögeln zu geraten. Vielleicht sollte er sich auf dem Markt noch nach einem Bündel Hasenpfoten umsehen, die er an die Deckenbalken nageln konnte. Je öfter sie das Schiff in brenzliche Lagen brachte, desto teurer wurden die Reparatueren.
Bei einer Sache wurde Ceallagh jedoch hellhörig. Wenngleich er es bereits vermutet, aber nicht irgendwie doch etwas ausgeschlossen hatte. Die junge Frau hegte kein sonderliches Interesse ihr Leben für immer hier zu fristen. In diesem Laden. Auf dieser Insel. Sie kannte sich mit Kräutern aus. War jung und sicherlich biegsam genug für allerlei Verfolgungsjagden und Einbrüche an Land. Und irgendwie kitzelte etwas in seiner Brust, das nach "Verführbar" klang. Nicht in jenem Sinne, von dem er sicherlich genauso wenig abgeneigt wäre. Vielmehr wirkte die Fremde wie jemand, dem man nur den kleinen Finger der Freiheit zu reichen brauchte, um sie von sich zu überzeugen. In allem was sie sagte spiegelte sie diese Vermutung. In der Haltung, ihrer leisen Sprechweise, die darauf abzielte nur für ihn deutlich vernehmbar zu sein.
Also beugte sich Ceallagh voraus, stützte die Unterarme auf dem Tresen ab und bedachte Lola mit einem Lächeln, das schieren Schalk und Tatendrang versprach. "Wenn das so ist... ich könnte sicherlich eine zusätzliche Hand gebrauchen, die mir dabei hilft das Zeug hier aufs Schiff zu bringen. Und emsige Damen sind sicherlich gern gesehen... und fallen überhaupt nicht auf."

"habt ihr so einer Crew?" fragte sie dann mit einer freudigen naiven Kinndlichkeit. Und als das Angebot kam ihm zu helfen wurde das strahlen ihrer Augen noch größer.
"gerne helfe ich die Sachen zu transportieren." grinste sie und packte die nächsten getrockneten Blätter in Stoffbeutel. Lola war völlig begeistert und wurde etwas aufgeregt. Ihr Blick wanderte nochmal über die Gestalt des Mannes der vor ihr auf dem Tresen lehnte. Es war selten das Männer seines Schlages hier rein kamen. Es waren eher die alten und kranken.

Haben war das falsche Wort. Nichts und niemand gehörte ihm. Er war ein kleiner, sehr unbedeutender und doch irgendwie nicht ganz so unwichtiger Teil des Ganzen. Lediglich wenn alles in sich zusammen fiel hatte er eine Hand voll Prioritäten. Solange es ihn nicht dazu nötigte gewissen Prinzipien über Board zu werfen.
"Nun... wir haben so einige brenzliche Situationen überstanden. Ich glaube das zählt als überlebensfähig." Sein Lachen ließ ihn jedoch nicht vergessen, wie die Kugel der Attentäter vor einigen Wochen noch in seiner Schulter gesteckt hatte. Ein Detail dass diese junge Frau, deren Augen bei seinem Vorschlag zu leuchten begannen, nicht unbedingt wissen musste. "Na dann... ich bin bereit, wenn du es bist." Dieses Lächeln auf seinen Lippen war preisverdächtig charmant und voller Tatendrang. Beinahe als wäre die Euphorie seines Gegenüber wie ein Funke auf ihn übergesprungen.
Kaum dass Lola die Päkchen verschnürt und die letzten Kräuter zu Bündel geknotete hatte, schnappte er sich die eine Hälfte und ließ das Geld auf dem letzten kahlen Fleck des Tresens zurück.
"Danke für deine Hilfe..." Mit fragendem Blick sah er zu der jungen Frau hinab, die gerade noch das Geld in der Kasse verstaute und dann durch die geöffnete Klappe in den Verkaufsraum trat. Wenn er sie schon mit zur Sphinx schleppte, wollte er zumindest wissen, wie sie hieß. Das Gebot die Höflichkeit.

"Lola...ich heiße Lola...ich hole noch eben meinen Korb dann kann ich gleich die sachen ausli...."
Die Tür hinterm Tresen ging nochmal auf und eine ältere Dame kam rein. Sie trug ein einfaches Kleid mit einer Schürzen. Sie hatte ein elegantes auftreten und seinen strengen kalten Blick. Ihr leicht gebeugter Gang und die faltige Haut ließen sie dann doch wieder gebrechlich und noch älter wirken. Hexe. War der erste Impuls der den meisten wohl durch den Kopf geschossen wäre.
Lola's Blick wurde verschlossen und distanziert.
"Schätzchen..." krächtze sie los und deutete mit ihrem Gehstock auf sie. "...warum bist du noch hier? Die Kunden warten!" leicht schwang sie den Stock vor dem Gesicht der jungen, leicht chaotischen Dame herum.
"Singora Corvo...wir...ich habe mich noch um den Kunden gekümmert." sie deutete in Richtung des jungen Mannes der schon ein Teil seiner Einkäufe auf den Armen hatte. Der dunkle kalte Blick der Hexe ging von Lola zu Ceallagh und musterten ihn von oben bis unten. Ihre Augen wurden enger und gefühlt noch etwas dunkler. Es waren Sekunden, die sich wie Minuten anfühlten, während sich dieser dunkle kalte Blick in einen bohrte. Plötzlich durch Schnitt das kreischen einer Krähe die Stille. Sie hatte sich ins Fenster gesetzt und flog weg.
Lola war zusammen gezuckt, ihr Herz raste und sie wollte laufen. Weg einfach weg.
"Hat er bezahlt?" fragte die krächtzende Stimme der alten Dame. Und blickte dann zu Lola. Schnell nickte sie und deutete auf die Kasse.
"Ja...i-in der Kasse, Singora" die Stimme der jungen Frau war alles andere als fest, fast nur noch ein wispern. "I-ich geh die sachen...holen." schnell, förmlich flüchtend, verschwand Lola im Nebenraum.
Der Blick wanderte zu dem Hünen.
"Passt auf das euch die Wachen nicht auch als Geisteskrank abstempeln wenn ihr euren Landgang weiter genießen wollt" sagte sie abschätzig, musterte ihn erneut und ging dann zu dem Arbeitstisch auf der rechten raumseite.
Die junge Frau kam wieder rein. Ihre Freude und das funkeln über die Berichte des Reisenden waren immer noch nicht wieder gekehrt und schienen auch noch mehr zu schwinden als sie unter den Augen der alten Dame den Korb packte. Die zweite Hälfte des Einkaufes von dem großen Mann nahm sie auf den Arm. Schnell ging sie dann wieder durch die Klappe im Tisch und ging schnell zur Tür.
"beeil dich, Schätzchen" krächtzte die Stimme der Hexe.
Es war eine regelrechte Flucht die, die junge Dame aus dem Laden eilen ließ. Erst nach ein paar Metern schaute Lola über die Schulter ob der Fremde Kunde ihr gefolgt war. Angst, Hass, Wut, Verzweiflung lagen in ihrem Blick. Das Naive unbeschwerte war weg, verschlossen und einsam wartete sie kurz.
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