21.03.2018, 16:24
Shanaya beobachtete den Mann aus den Augenwinkeln, wie er sie prüfend musterte. Was auch immer ihm dazu durch den Kopf ging, er behielt es scheinbar für sich. Stattdessen ließ er den Blick nur über das Schiff wanden. Ob er einen Vergleich zu ihr suchte? Irgendein Argument? Aber er wandte sich wieder zu ihr um, ging noch einmal auf den 'perfekten Tag zum segeln' ein – und erntete dafür zwar ein Lächeln (welches wie gewohnt auf ihren Lippen ruhte) aber genauso eine gehobene Augenbraue und ein leises Schnaufen.
„Ach Gregory...“ Shanaya schüttelte leicht den Kopf, verzog die Lippen dabei ein wenig gespielt unbegeistert. „Ein unromantischer Besserwisser. Tragisch. Und wenn ich Wind zaubern könnte, würde man sich ja nur noch mehr um mich reißen als so schon.“
Sie hatte schon Flauten erlebt – in der schlechtesten Gesellschaft, die man sich vorstellen konnte, und mit Hunger und Durst, die einem den Verstand rauben wollten. Und bis auf die Gesellschaft, war das besser gewesen als das, was an Land auf die gewartet hätte. Und auch wenn Gregor in dem Sinn Recht hatte, dass es unperfektes Wetter zum segeln gab – trotzdem blieb die junge Frau dabei, dass jeder Tag, egal wie das Wetter war, perfekt dafür war. Der sichere Blick in ihren blauen Augen würde ihm diesen Gedanken wohl nur noch einmal mehr vermitteln.
Seine nächsten Worte ließen die junge Frau dann allerdings wieder eine Augenbraue in die Höhe heben, auch wenn das Lächeln blieb, verengte sie leicht die Augen. Ein erneutes Schnaufen, ihr heller Blick glitt nur kurz zu seiner Hand, bei der sie einen Herzschlag lang fast zurück gewichen wäre, bis er sie schließlich nur an das Steuer legte.
„Du hast Zeit, richtig. Dann lass es dir von jemandem zeigen, der gnädiger und geduldiger ist als ich.“ Ein ehrlich gut gemeinter Rat. „Wie ich schon sagte. Ich erledige meine Aufgaben. Talin ist da sicher eine bessere Ansprechpartnerin.“ Ein Grinsen lag auf ihren Lippen, während ihre Stimme ein wenig leiser wurde. „Und meine Kritik gibt es nicht auf Anfrage, dann kann man sich ja darauf vorbereiten.“
Die Blonde war vermutlich ein wenig geduldiger, was diese Dinge anging... Zumal sie Nichts von ihren Instrumenten aus der Hand gab – womit ihr Blick kurz zu ihrem Kompass strich, dessen Nadel still im Takt der Wellen wippte. Dann richtete sich der helle Blick wieder auf den Mann, ohne sich weiter um seine Hand am Steuer zu kümmern.