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Kapitel 3 - Freiheit oder Tod
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Nov 2015
In den ersten wenigen Sekunden nach seinem Ruf konnte Lucien zunächst gar nichts hören oder sehen. Zumindest nichts von Talin. Zwar lag das Meer einigermaßen ruhig da. Dennoch erhoben sich auch die träge dahin schwappenden Wellen über seinen Kopf hinweg. Pechschwarz unter noch schwärzerem Himmel. Einzig das Licht der brennenden Morgenwind malte flimmernde, glänzende Reflexe auf die Wasseroberfläche und täuschte Bewegungen vor, wo es keine gab.
Einen irrationalen Augenblick lang stieg Panik in ihm auf. Sorge um seine Schwester, obgleich er wusste, dass es überhaupt nichts bedeutete, sie nicht gleich zu entdecken. Die Bewegung der Morgenwind und des Wassers trieben sie auseinander. Zudem war Talin eine gute Schwimmerin. Es gab keinen Grund, Angst um sie zu haben. Trotzdem schaffte er es erst, sich zusammen zu reißen, als er über das Rauschen der Wellen und den ohrenbetäubenden Lärm auf der Fregatte hinweg die Stimme seiner Schwester aufschnappte.
Unwillkürlich glitt sein Blick in die Richtung, die er als ihren Ursprung ausmachte und dort, zwischen zwei Wellenkämmen hindurch entdeckte er sie, wie sie scheinbar auf eine Schwimmhilfe gestützt winkte. Bei ihr befand sich nach wie vor ihre schwarzhaarige Begleiterin. Von den anderen, die zu ihrer Gruppe gehörten, sah Lucien jedoch niemanden mehr. Auch der Attentäter, der Leutnant und der Bärtige aus seiner Zelle waren nirgends zu sehen.

Mit einem energischen Kopfschütteln vertrieb er einige klatschnasse Haarsträhnen aus seinen Augen, suchte erneut Talins Blick. Die Sicht auf sie wurde immer wieder unterbrochen, doch nachdem er sie einmal gefunden hatte, würde er sie nicht so schnell wieder verlieren. Energisch hob er den Arm, winkte ihr kurz, um ihr zu zeigen, dass er sie sah und deutete dann bestimmt in Richtung des offenen Meeres, wo sich – natürlich ohne sein Wissen – bereits Liam, Enrique und Skadi befanden.

Weg vom Schiff, Talin! Schwimmt los! Ich folge euch!

Er konnte nur hoffen, dass sie ihn hörte und die Dringlichkeit verstand, die in seinem Ruf lag. Sank die Morgenwind schnell genug, drohte der entstehende Sog, alle in ihrem Umkreis mit hinab zu ziehen. Sank sie zu langsam, würde das Feuer vermutlich das Pulverlager erreichen und dann gab es einen weit größeren Knall als den von gerade eben. Beides keine reizvollen Optionen.
Seinem eigenen Rat folgend, ließ der Dunkelhaarige sich ein wenig zurück ins Wasser sinken, nur noch einen Arm auf dem Holzbrett, das ihn über der Oberfläche hielt. Dann löste er die Pistole, die noch im Bund seiner Hose steckte und ließ sie unbeachtet in die Tiefe sinken. Außer, dass sie sich für ihn übertrieben schwer anfühlte, war sie nämlich ohnehin nutzlos.
Dann fing er an zu schwimmen. Das Holz war dabei eher hinderlich, doch sobald ihn die Kraft verließ, würde er es brauchen, um sich oben zu halten. Und angesichts dessen, was sie in den letzten Minuten hinter sich hatten, spürte er durch all das Adrenalin hindurch bereits die bleierne Schwere, die sich über seinen Körper legte und ihn langsam machte. Nach wenigen Schwimmzügen fiel ihm bereits das Atmen schwer.
Er biss die Zähne zusammen.

Unvermittelt gab das schwarze Wasser eine Gestalt vor ihm preis. Das flackernde Licht der brennenden Fregatte in Luciens Rücken enthüllte nasses, dunkles Haar, zerlumpte Fetzen und Bart – und die Gesichtszüge des Attentäters.
Ein grimmiges Lächeln erschien auf den Lippen des 21-Jährigen, als er bis auf wenige Armlängen heran gekommen war.

Nur nicht schlapp machen, alter Mann. Du schuldest mir noch was.

Nicht, dass Lucien glaubte, der Attentäter bräuchte ein bisschen Aufmunterung. Wenn die letzten Minuten ihm eines gezeigt hatten, dann, dass der Ältere ein verdammt zäher Hund war. So schnell würde der nicht absaufen. Wahrscheinlich brauchte er selbst den Ansporn mehr als sein ehemaliger Zellengenosse. Aber immerhin saßen sie beide in der gleichen, beschissenen Klemme.
Der 21-Jährige warf einen kurzen Blick über die Schulter, um die Entfernung zur Morgenwind zu überprüfen und bemerkte in gerade diesem Moment eine weitere Gestalt, die ihnen mit kräftigen Schwimmzügen folgte. Und da nach ihm selbst nur noch einer in der Kajüte gestanden hatte, tippte Lucien entweder auf den Gefangenen, der sich an ihre Fersen gehängt hatte, oder auf einen Marinesoldaten.

Wir bekommen Gesellschaft.

[Im Wasser | bei Yaris | nicht weit von Farley]
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Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Weltenwind - 04.02.2017, 01:14
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RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Greo - 28.09.2017, 20:37

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