14.07.2017, 09:59
Sie hatten alles, was sie brauchten. Jetzt fehlte nur noch Liam und sie konnten von diesem Kahn verschwinden. Ihr gefiel der Gedanke, dieses Schiff im völligen Chaos zurück zu lassen. Huch, da hat sich jemand auf das Schiff geschlichen – und HUCH, sie haben uns Gefangene geklaut und unser Schiff gesprengt. Die Schwarzhaarige deutete ein leichtes Zucken ihrer Schultern an, genauso wie das sachte Lächeln auf ihren Lippen diesem Gedanken gewidmet. Wieso auch immer dieser grummelige Kerl ihnen helfen wollte – vermutlich verschaffte er Ihnen damit die beste Chance, die sie kriegen konnten. Sie nahm diese Idee also einfach so auf, was sie diesem Kerl gegenüber nicht weniger skeptisch machte. Aber was blieb ihnen übrig? Die blauen Augen legten sich einen Moment misstrauisch auf Aspen, als Lucien diesen als ihren Wachposten abstempelte. Der Blonde zögerte und Shanaya hob leicht eine Augenbraue. Vermutlich wäre ein Affe mit einer Waffe verlässlicher. Vielleicht sollten sie...
...Ihr seht zu hübsch aus für's Gefängnis. Shanaya blinzelte. Den hellen Blick von Aspen wendend richtete sich zu Talins Bruder herum, den sie nun mit einem ziemlich amüsierten Grinsen betrachtete. Ah, so nannte Mann von Welt das heute also. Einer der Männer entfernte sich von der kleinen Gruppe, Shanayas blaue Augen folgten ihm jedoch nicht. Sie schüttelte nur kurz den Kopf über Lucien – wenn auch weiterhin amüsiert – und nahm dann auch eine möglichst gefangenenähnliche Haltung ein. Was für ein Tag. Von der Piratin zur Marine, zu einem Gefangenen zurück zur Piratin. Wenn sie heute Nacht den Weg in ihre Hängematte fand, würde sie vielleicht gut schlafen. Die Schwarzhaarige wandte sich dennoch kurz um, aber es war kein Liam in der Nähe. Sie gab also Sineca zu verstehen, dass sie ihren Partner aufsuchen sollte. Die kleine Katze konnte ihm den richtigen Weg zeigen, während sie alles vorbereiteten.
Die Hände hinter dem Kopf hielt Shanaya den Kopf leicht gesenkt (Pfui!), konnte so ein wenig verdeckt die Soldaten betrachten, an denen sie vorbei liefen. Manch einer schien skeptisch zu bleiben, trotz Aspen, der noch in seiner Uniform steckte. Aber niemand griff ein, es blieb erstaunlich ruhig. Und so konnte Shanaya die Haltung wieder entspannen, sobald sie die besagte Kajüte betreten hatten. Die hellen Augen suchten den Raum noch vor Talins Worten ab, suchten aufmerksam nach etwas, was ihnen vielleicht als Floß dienen konnte. Greo würde sich gewiss beeilen, aber die Herren aus der Zelle würden sicher nicht all zu lang schwimmen können. Wenn sie überhaupt schwimmen konnten... und sie selbst wollte nicht unbedingt als Schwimmhilfe dienen. Ein Tisch, ein Stuhl. Aber auch, wenn sie die Tischplatte gern mitgenommen hätte – der ganze Tisch passte nicht durch ihr Tor zurück in die Freiheit – und ihn jetzt auseinander zu bauen würde vermutlich zu lange dauern. Sie fasste also eine mittelgroße Truhe ins Auge, auf die sie zu trat und mit dem Fuß in die Richtung der Gruppe schob, die zweite Bewegung galt dem Stuhl, den sie mit festem Griff in die richtige Richtung bugsierte.
„Jemand auf unserem Schiff bekommt gleich ein Zeichen, dann kommt er uns holen. Bis dahin müssen wir im Wasser bleiben. Ich hoffe also, ihr beide könnt schwimmen.“
Abwechselnd musterte sie die beiden Männer mit einem fragenden Lächeln. Liam war noch nicht zurück – sie hatten jedoch nicht die Zeit, nach ihm zu suchen. Also mussten sie jetzt alles auf eine Karte setzen. Die hellen Augen richteten sich ruhig auf Talin, und auch wenn sie das Gefühl hatte, die Blonde wirkte irgendwie angespannt... diese Anspannung würde sicher von ihr abfallen, wenn sie ihren Bruder in Sicherheit wusste. Endgültig. Sicher auf der Sphinx. Damit trug sie den Stuhl schließlich dorthin, von wo sie springen würden.
[Enriques Kajüte | Lucien, Talin, Yaris & Aspen]