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Kapitel 3 - Freiheit oder Tod
Crewmitglied der Sphinx
für 250 Gold gesucht
dabei seit Apr 2016
#75
Ihre Muskeln knirschten unter dem weichen Stoff der Verkleidung, die sich nach all den Jahren wie eine falsche zweite Haut an ihren Körper schmiegte. Ihre wahre Identität verschleierte und alle glauben ließ, dass sie als Mann auf diese Welt und auf dieses Schiff gekommen war. Um die Familie zu Ehren, um vielleicht wie ein winziger Bruchteil der Morgenwind wirklich etwas Gutes in diesen Weiten zu bewirken. Ts Hätte Skadi derlei Dinge wirklich im Sinn, würde sie wohl kaum mehr auf den morschen Planken in Richtung Schatten verschwinden. Entweder weil ihr Kopf bereits nach der Ermordung des Kapitäns von den Schultern geschlagen worden wäre oder sie sich klammheimlich von Board geschlichen hätte.
Mit einem kurzen Blick vergewisserte sich die junge Jägerin der Anwesenheit des Fremden in ihrem Rücken. Musterte seine skeptische Miene, kaum dass sie die kleine Kanone erreicht hatte. Die tiefen Schatten seiner Miene zeugten eindeutig von Zweifeln. Scheinbar war er doch nicht der mutige Raufbold, zu dem er sich auf den Treppenstufen erhoben hatte. Fast schon mit einem freudigen Schimmern in den hellen Augenpaare ihrem Weg gefolgt war. Und seine Worte ließen nur Unverständnis in den Gedanken der Nordskov zurück. Was für ein Feigling. Wenn er wirklich glaubte, dass das Vorhaben seiner Crew nach dieser schieren Eskalation noch funktionierte, hatte er wohl weitaus weniger Kampferfahrung, als sie ihm anfänglich zugeschrieben hätte. Zwar ehrte sie seinen Kodex keine Unschuldigen zu opfern, doch wenn er das Chaos nicht in seiner Gänze wahrzunehmen vermochte und darüber hinaus vergaß, dass nicht nur die Morgenwind, sondern ebenso die anderen beiden Marineschiffe in ihrem Rücken ihnen gefährlich werden konnten, war es nahezu unmöglich das genervte Seufzen zu unterdrücken, das sich gebieterisch durch ihre Kehle presste. Törichter Gutmensch. War sie früher auch so gewesen, vor dem Verlust ihrer Familie? Hatte sie da noch irgendwie an das Gute im Menschen geglaubt? Nun. Zuweilen tat sie es immer noch - sofern sie sich dazu durchringen konnte einer einzelnen Seele überhaupt Vertrauen zu schenken.

Kaum berührten ihre Fingerspitzen das kalte Metall der kleinen "Betti", zuckten die feinen Ohrenspitzen merklich. Lenkten ihre Aufmerksamkeit von der Lunte der kleinen Kanone zurück zum Anfang ihrer Reise, dem Fuße der Treppe, die vom schlaksigen Körper Enriques verdeckt wurde. Skeptisch beobachtete Skadi den Offizier, schmunzelte beinahe bei seinen Worten, weil sie aus seinem Mund bei weitem mehr Gewicht besaßen, als aus ihrem. Angesichts der konfusen Meute etliche Meter entfernt war sie als Rückendeckung weitaus besser zu gebrauchen, denn als Vorhut. Ganz davon abgesehen, dass trotz ihrer kämpferischen Fähigkeiten die meisten Marinesoldaten sie auf Grund ihrer "geringeren" Körpergröße immer wieder belächelten. Nicht selten hatten Soldaten ihrer Schicht die Konsequenzen solchen Verhaltens davon getragen. Und einer der Insassen konnte davon wohl aus eigener Erinnerung berichten, nicht wahr?
Hatte sie den Dunkelhaarigen schweigend beobachtet, zuckten die schwarzen Augenpaare nun in den äußersten Winkel zurück. Beobachteten Liam mit verengten Augenlidern. Ihm schien die Situation wohl zu heikel zu sein. Wollte lieber seine eigene Haut retten.

"Wenn ihr weiterhin eure Zeit mit Chaos und Zerstörung vergeudet, werdet ihr keine Möglichkeit mehr haben euer Schiff überhaupt zu erreichen.", wisperte sie ihm zu, ehe sich seine Silhouette herum wandte und die Treppe zurück zum Gefangenentrakt hinabstieg.  

Und kaum hatte der Offizier gesprochen, ertönte ein Schuss in der stickigen Luft. Durchfuhr wie ein Schlag  Skadis Körper und ließ sie mit rasselndem Atem neben dem massigen Metall ihres Plan Bs in die Knie gehen. Na das hatte ihnen gerade noch gefehlt. Ein Schuss unter Deck, der die Belegschaft statt an Deck direkt in den Schlund des Schiffes hinab schickte. Und angesichts der kurzweilig angespannten Haltung Enriques verfluchte er die Situation ebenso sehr wie sie selbst. Es blieb ihr keine andere Wahl mehr. Entweder versuchte sie die Situation noch zu ihren Gunsten auszuspielen, oder sie verlor die wohl einzige und letzte Chance von diesem Schiff zu verschwinden.
Kurz blickte sie zu Enrique hinauf, ehe sie sich mit einem Seufzen aus den Schatten erhob und energischen Schrittes an die Treppe sauste. Mit wütendem Ausdruck auf der Miene ins Zwielicht hinab und direkt ins Antlitz Luciens blickte. Jede Sekunde wäre nun kostbar und er musste schnell begreifen was sich nur wenige Meter über seinem Kopf abspielte.

"Gott ihr Vollidioten! Wie oft habe ich euch gesagt, dass ihr eure Pistolen sichern sollt. Ihr verdammten Hornochsen!", spie die kleine Gestalt der Nordskov mit erhobener Faust die Stufen hinab, behielt die Meute der Soldaten zu ihrer Linken jedoch fest im Augenwinkel.
"Bewegt eure volltrunkenen Ärsche endlich an Deck oder ich werde ungemütlich."

Mit einem langen Atemzug, wandte sie sich daraufhin ab, schüttelte aufgebracht den kurz geschnittenen Schopf, ehe sie an Enriques Seite trat.

"Dieses Pack ist so unfähig."

Und das war nicht einmal gelogen! Ha. Doch es brachte nichts mit offensichtlichen Mängeln dieser Meute herum  zu hantieren, wenn das eigentliche Problem trotz aller Anweisungen statt die Stufen hinauf genau auf sie und die Gefangenen zusteuerte.  Wie in Zeitlupe wandte sich Skadis dunkler Schopf herum, beobachtete die unzähligen paar Füße, ehe sie die durchdringende Stimme weit über sich vernahm. Ihr Herz raste schlagartig und drückte sich schmerzhaft gegen ihren Kehlkopf. DAS war ihre Chance. Nicht nur Enrique das Feld frei zu Räumen, sondern endlich an den empfindlichen Nacken heran zu kommen, der ihr so lang bereits versprochen war.
Ohne darüber nachzudenken schnaufte sie nur beim ersten Schrittwechsel, trat dem Sergeant entgegen, dessen Brust sie beinahe mit einer Armlänge Abstand berühren konnte. Mit erhobener Augenbraue und absolutem Unverständnis auf der Miene.

"Wieso stehen sie hier noch herum Sergeant? Haben sie Offizier de Guzmán nicht gehört? An Deck! Sonst werden die Saufbolde da unten nicht die Einzigen sein, denen eine Maßregelung blüht."

Und dessen nicht genug presste sie sich an dem "Hünen" vorbei, nahm auf ihrem Weg in Richtung Aufgang zwei Soldaten mit, dessen Körper sie mit festem Druck ihrer Hände voraus schob.
[Kanonendeck | erst im Schatten, dann in Sichtweite von Lucien und Yaris |
wenig später auf dem Weg in Richtung Deck]
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Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Weltenwind - 04.02.2017, 01:14
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Greo - 05.02.2017, 17:41
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 06.02.2017, 16:14
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 25.02.2017, 15:45
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 23.03.2017, 19:33
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 14.04.2017, 10:46
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 24.04.2017, 09:55
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 02.05.2017, 13:50
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RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Greo - 30.07.2017, 14:21
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Greo - 28.09.2017, 20:37

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