05.06.2017, 08:05
Shanaya schüttelte leicht das kleine Fass in ihrer Hand, und es klang genau nach dem, was sie suchten. Sie traute der Marine alles zu – und es wäre irgendwie beschämend, wenn sie mit einem kleinen Fass voller Schildkrötenköpfen versuchte, eine Explosion zu verursachen. Aber wenn sie keinen in Fässer gefüllten Sand mit sich herum schifften, sollte sie wohl fündig geworden sein. Talins Reaktion auf ihre Worte kam etwas verzögert, aber Shanaya musste darüber schmunzeln, auch wenn sie ehrlich gesagt an etwas anderes als 'Zeichen' gedacht hatte... Die Blonde war kein Freund von halben Sachen, das gefiel Shanaya. Und die Gefangenen... der Wichtigste war gerettet, der Rest... nun, Shanaya glaubte nicht, dass sie hiermit irgendwelche unschuldigen opferten, es gab sicher nicht noch mehr gute Samariter. Und die Soldaten... das war schon in Ordnung. Berufsrisiko.
Mit lockeren Sprüngen hopste sie also auf die nächste Kiste, während Sineca immernoch alles nach unten beförderte, was ihr in die Quere kam. Hauptsache sie hatte Spaß dabei... Sie selbst lauschte zwar auch, was da oben vor sich ging, aber außer dem lauten Grölen der Gefangenen war da nicht viel zu verstehen, was irgendwie... gut und schlecht war. Aber die Schwarzhaarige ließ sich davon nicht beirren, hob ein zweites, kleines Fass hoch, schüttelte es erneut. Immerhin zwei kleine, das war schon ein kleines Bumm. Die blauen Augen der jungen Frau huschten kurz zu der Blonden, die scheinbar wirklich eine diebische Freude daran zu haben schien, dieses Schiff mit einem großen Knall verlassen zu können. Bei ihren Worten rümpfte Shanaya leicht die Nase, wackelte sie ein bisschen hin und her, als hätte ihr jemand die Nase gekitzelt. Aber sie zwei konnten sich mit diesem Gedanken wohl mehr anfreunden als der dunkelhaarige Lockenkopf. Shanaya nahm seinen Zweifel mit einem lautlosen Atemzug auf, sprang dann mit einem schnellen Satz von den Kisten, um mit den zwei Fässern in Richtung Mast zu gehen.
„Machst du dir Sorgen um die verurteilten Verbrecher – oder um die Soldaten, die uns ans Leder wollen?“
Mit einer lockeren Bewegung ließ die Schwarzhaarige die zwei Fässer gegen den Mast rollen, hob dann den Blick zu Talin, die mit einem größeren Fass kämpfte. In diesem Moment, mit einem Blick zu Liam und Aspen, der sich zu ihnen gesellt hatte, kam ihr der Gedanke, ob sie sich nicht vielleicht zu früh von der Uniform getrennt hatten. Wenn über ihnen das Chaos ausgebrochen war, wäre es vielleicht sinnvoll, sich in voller Verkleidung unter sie zu mischen. Aber sie zuckte nur mit den Schultern, wenn das hier alles so klappte, würden die Soldaten ein anderes Problem haben. Sie selbst mussten dann nur zusehen, dass sie zeitig von diesem Schiff kamen. Talin forderte den Dunkelhaarigen noch einmal auf, während Aspen wenigstens so tat, als würde er Wache schieben. Shanaya trat zu der Blonden, half ihr bei den letzten Schritten, um das Fass direkt an den Mast zu bringen. Dann trat sie in die Richtung eines anderen, großen Fasses.
„Und wenn Talin ihren Bruder mit einem kleinen Feuerwerk begrüßen möchte...“
Mit diesen Worten warf die junge Frau der Blonden ein munteres Grinsen zu, wandte sich dann wieder den Fässern zu, um nach einem weiteren zu suchen.
[Frachtraum - Talin, Liam & Aspen]