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Kapitel 3 - Freiheit oder Tod
Crewmitglied der Sphinx
für Gold gesucht
dabei seit Nov 2016
#59
Viel bekam er von Martínez Ende nicht mit aber es reichte, um sich ihm einzubrennen. Damit stand der Erste auf der Liste der Toten, die bei der Befreiung Draveans fielen und die er zu verantworten hatte.
Später würde er sich nur all zu deutlich daran erinnern, derzeit speicherte sein Verstand seine Wahrnehmungen nur ab, so sie nicht für sein Handeln wichtig waren.

„Ich habe festgestellt, dass ich mit diesen Dolchen auch gut jemanden entmannen kann, also erübrigt sich die Frage wohl.“
Darauf hatte er kurz Lachen müssen, ehe er ihr seine nächsten Worte zugeflüstert hatte.

Dann, während sie sich versteifte und, wie es schien, seine Aufforderung erst verarbeiten musste, registrierte Enrique nebenbei Jackson Stolpern. An dessen Tod trug er direkt mit Schuld, und der war ein guter Mann gewesen. Wie Martínez hätte er mindestens einen schnellen Tod verdient. Ihm diesen geben konnte er ohne aufzufliegen nicht. Genauso wie er ihn nicht wieder gesund machen konnte. Also schob sein Unterbewusstsein das Bedauern sammt dieser Gedanken bei Seite. Nachher wäre Zeit genug. Jetzt würde er nahezu unberührt noch mehr Männer in den Tod schicken. Denn wenn er wollte, dass Samuel und Yaris entkamen, dann hatte er keine andere Wahl.

Sein Hauptaugenmerk lag allerdings auf ihr. Was Talin hatte antworten wollen würde er wohl nie erfahren. Denn der Richter tauchte vor ihnen auf, machte aber eine mehr als lächerliche Figur. Irgendwas hatte ihn so gefordert, dass er sich kaum auf den Füßen zu halten können schien, geschweige denn die Waffe heben, trotzdem funkelte er den Leutnant finster an.

Enrique fing dessen Blick auf - und resignierte fast. Kurz schloss er die Augen.
Das hätte er wissen müssen und hatte es doch übersehen. Da verschrieb er sich dem Untergang, der eh schon auf ihn wartete um den Leuten zu helfen, die es verdient hatten oder die ihm wichtig waren - und dieser Mann wollte aus falsch verstandener Loyalität die Hilfe nicht annehmen. Aber Samuel würde das Schiff verlassen und wenn er ihn persönlich über Bord werfen musste! Und er wusste auch schon, wie er das anstellen würde. de Guzmán fing an zu grinsen. Du hast keine Ahnung Richter. Und das ist auch gut so!
Entschlossenheit brannte in seinem Blick als er die Augen wieder aufschlug, Zaedyn erneut fixierte und mit scharfem Ton erwiderte:

"Mister Zaedyn, ich habe mir das sehr gut überlegt und werde mit dieser Frau machen, was ich will. Aber haben sie sich gut überlegt, was ihr tun für Folgen haben wird? Wenn sie mich oder diese Leute aufhalten wollen, dann müssen sie schon mehr zustande bringen, als—"

Weiter kam er nicht. Luciens Worte übertönten den Lärm zwar kaum, teilweise mußte er sogar raten, und dann ließ er den Satz auch noch unvollendet aber der Ton war mehr als eindringlich.
Mit dieser Aktion hatte der Schmuggler ihm gerade gezeigt, dass er ihn richtig eingeschätzt hatte. Denn der kleine Fuchs hatte nachgedacht und ihn bis jetzt nicht erschossen.
Der Dunkelhäutige sah ihn über den Lauf der Waffe an, das Grinsen zog sich schlagartig in sein Inneres zurück und er dachte sich seinen Teil. Die Beiden mussten sich wirklich sehr nahestehen, wenn ihn diese Situation so aufwühlte.

Die Schiffsglocke schlugen plötzlich alarm. Sogar über den infernalischen Lärm der Gefangenen war ihr Dröhnen hier unten zu vernehmen. O'Reily. Damit war der aus dem Weg. Dafür rannte die Zeit davon. Aber Irgendwas war immer.

Denn der Kleine Fuchs sprach weiter und die Wahl die dem Leutnant dann geboten wurde kam für ihn völlig überraschend.
Was passieren würde, wenn er bliebe, darüber hatte er schon ausgiebig nachgedacht. Zeit abzuwägen, welche Vor-und Nachteile es hatte sich Lucien anzuschließen, brauchte er nicht.
Ihm war sofort klar, dass er damit Samuel vom Schiff bekäme, dass er damit Harpers Wüten und wahrscheinlich dem Gefängnis entging; andererseits würde er Kaladar noch früher im Stich lassen, und zwar so, dass der die gesamte Schuld hierfür erhalten würde; er würde seine Ehre und seinen Ruf verlieren, gut, für letzteres würde der Kapitän sowieso sorgen, das bräuchte er nicht zu berücksichtigen, seine Aufstiegschancen in der Marine konnte er wahrscheinlich eh abschreiben und selbst wenn, er wusste, dass er auf diesem Wege nicht das erhalten würde, was er wollte; Geld würde er verlieren, aber nicht soviel, dass er seine Geschäfte nicht fortführen könnte und wo es knapp würde könnte er...
All das war aber irrelevant, reduzierte sich auf eine Frage:

War er ein Angehöriger der Marine, der lediglich dafür sorgen wollte, dass ein paar Leuten Hilfe zuteil wurde oder längst jemand anderes, ein Gesetzloser, der nur noch den Schafspelz abstreifen müsste um als Wolf auch erkennbar zu sein?

Talin entwand sich seinem Griff mit genug Kraft, dass er nur ein kleines bisschen nachhelfen musste, um in Brown hineinzustolpern und so von Lucien umbemerkt in dieser Deckung seine Rechte auf den Griff seines Säbels fallen lassen konnte.
Der Gefreite nuschelte etwas von "Vorsicht Sir!", und schob wankend den Leutnant von sich.

Yaris erschien neben der Blonden und flüsterte ihr etwas zu. Harknes Tod hatte er nicht einmal mitbekommen, aber da der Attentäter unbehelligt zurückgekehrt war musste er ihn zur Strecke gebracht haben. Er war also Nummer Drei.
Und auch wenn Harknes ein grobschlächtiger Idiot und ein verabscheuungswürdiger Trinker war, sogar, dass sie einander nie gemocht hatten noch je mögen würden machte es nicht angenehmer ihn zu verlieren. Doch auch das schob der Offizier in ihm beiseite und konzentrierte sich auf Situation und Ziel.

Aus dem Augenwinkel sah er Kaladar die Treppe hinaufhetzen, innehalten und etwas nach unten sagen. Der Sergeant floh? Nein, ihm war niemand auf den Fersen, nicht mal ein Rückzugsgefecht. Und da außer den Eindringlingen und Befreiten kaum noch einer stand konnte er nur mit den Gesetzlosen reden.
Was hatte er vor?
Da er weder wehement versuchte zu ihm vorzudringen, noch einen Grund hatte, Alarm zu schlagen oder sich mit einem der Fremden im Kampf befand konnte das eigentlich nur eines heißen: Er arbeitete nicht gegen sondern mit ihnen.
Ahnte er worum es Enrique ging? Tat er es aus eigenem Antrieb?
Was es auch war, es machte vieles einfacher.

Derweil ließ die kühle Schönheit Vernal ihren Dolch spüren. Genugtuung schickte dem Dunkelhäutigen den Anflug eines Grinsen aufs Gesicht. Wie oft hatte er das bei diesem Lügner schon tun wollen?
Als er dann auch noch Filan erstickten Aufschrei hörte brach es sich wieder Bahn.

Im nächsten Moment sprach der kleine Singvogel mit Dravean. Sie wies ihn nicht scharf zurecht, hatte also entweder nichts gegen sein Angebot, gab ihm einen Rat oder warnte ihn.
Danach wandte sie sich zu der schwarzhaarigen Furie um hielt aber noch kurz inne um Anweisungen zu geben.

„... Geht dann alle nach unten, verstanden?“

By Thunder! Was sollte denn der Unfug? Wollte sie, dass sie festgesetzt wurden? Er seufzte. Wenn das hier richtig gemacht werden sollte, dann musste er sich wohl selbst darum kümmern.

"Wenn Sie dieses Schiff schnell verlassen wollen Jovencita Talin, dann folgen sie besser mir!", konterte er vernehmlich über den Lärm während er blank zog. Dabei achtete er darauf, dass Jones zwischen dieser Bewegung und dem Schmuggler stand. Er hatte keine Zeit für langwierige Diskussionen oder Erklärungen. Und erschossen werden wollte er dann doch nicht.

Jones sah ihn völlig verdattert an und lallte: "Aber Sir-!"

Dann grinste er seinen Vorgesetzten trunken an, in der Annahme, dass dieser sich jetzt mit ihm in den Kampf stürzen würde, noch zu benebelt, um zu kapieren, dass sie inzwischen einer deutlichen Übermacht gegenüberstanden. Denn derweil machten die beiden Amazonen kurzen Prozess mit Tourville und Alvarez.
Um so entsetzter war der Gefreite als der Offizier ihn kurzerhand packte und ihm den Säbel von unten schräg nach oben durch den Körper rammte während er ohne Unterbrechung weitere Anweisungen über den Lärm brüllte:

"Dort unten können sie das Schiff nicht verlassen. Ihr Weg führt durch meine Kajüte. Da geht es durch den Gunport raus."

Er wartete nicht ab, wie sie reagieren würden, sondern eilte zum Niedergang. Falls er von Besatzungsmitgliedern mit Beschlag belegt wurde gäbe es kein Problem. Dravean kannte den Weg. Inzwischen hatte er wieder genug Luft um gleichzeitig zu laufen und zu rufen.

"Der Rest greift sich jeweils einen der ehemaligen Gefangenen. Führen sie sie wie solche! Dann fallen sie weniger auf.
"Bewegung! Bewegung!"


Mit großen Sprüngen hastete er die steile Stiege zum Kanonendeck hinauf. Wie oft er das schon gemacht hatte...
Vorerst würden seine Taten dem kleinen Fuchs als Antwort reichen müssen. Falls nicht blieb ihm immer noch zu schießen.

Was als nächstes? Er könnte der Besatzung den Befehl erteilen voraus zum Bug zu eilen und behaupten, dass sie über jene Treppe zu entkommen suchten, während sein eigentliches Ziel seine Kajüte direkt am oberen Ende dieses Niederganges war.
Sollte der Bereich wieder erwarten frei sein, dann könnten sie sogar ungehindert das Schiff verlassen...

Oben angekommen fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Es gab etwas besseres. Wenn er schnell genug war würde er nur einen Satz brauchen. Sie würden ihn nicht hinterfragen. Nicht von einem ihrer Offiziere. Nicht wenn sie ihn erwarteten. Und er würde das ganze Schiff damit lahmlegen.
In dem darauf folgenden Chaos hätten sie alle Zeit, die sie brauchen würden.

Dass er dann die Morgenwind verlassen müsste weil er sich da nicht herausreden konnte kam ihm nicht mal zu Bewusstsein. Derzeit agierte er einfach im Sinne seiner Entscheidung.
Breitbeinig stellt er sich in den Durchgang zum Kanonendeck, wo die verschlafene Crew sich aufraffte. Derzeit fielen sie noch aus den Hängematten, nahmen sie ab und stopften die Bündel in die vorgesehenen Bereiche an der Bordwand.
Er war also noch rechtzeitig.
Und ehe er sich versah oder sich hätte umentscheiden können donnerte er den Befehl hinaus:

"ALLE MANN AN DECK!!!"


{ Zellentrackt | zunächst direkt bei Talin, Samuel, Jones, Vernal und Yaris, in Sicht-und Hörweite der anderen | dann auf dem Weg nach oben | am Ende an der Tür zum Crewbereich }
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Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Weltenwind - 04.02.2017, 01:14
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Greo - 05.02.2017, 17:41
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 06.02.2017, 16:14
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 25.02.2017, 15:45
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 23.03.2017, 19:33
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 14.04.2017, 10:46
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 24.04.2017, 09:55
RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Samuel Zaedyn - 02.05.2017, 13:50
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RE: Kapitel 3 - Freiheit oder Tod - von Greo - 28.09.2017, 20:37

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