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Kapitel 3 - Freiheit oder Tod
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Nov 2015
#46
Lucien stieß mit einem leisen Laut der Belustigung die Luft durch die Nase aus. Die Antwort des Attentäters lockte ein Schmunzeln auf seine Lippen und ließ ihn die lauernde Haltung ein wenig lockern. Nach wie vor lag überlegendes Abschätzen in den klaren, grünen Augen, während er den Gefesselten musterte. Er ahnte ja nicht, wie wenig Mut es den Dunkelhaarigen tatsächlich kostete, diesem Vorschlag nach zu kommen. Er würdigte den Attentäter jedoch keiner Antwort, richtete stattdessen den Blick wieder auf Talin und der kurze Moment der Erheiterung verschwand.
Eben diesen Augenblick nutzte sie, um die Kappe, die ihr Gesicht verbarg, ein Stück zu heben und damit ihre Tarnung zumindest vor seinen beiden Zellengenossen aufzugeben. Es war nicht schwer, ihre Züge und ihre Stimme einer Frau zuzuordnen und sie gab sich auch nicht besonders große Mühe, so zu tun als ob. Über die Antwort, die sie dem Bärtigen entgegen warf, hätte Lucien sich sogar amüsieren können. So und nicht anders kannte er seine kleine Schwester. Wobei ihr 14-jähriges Ich aus seinen Erinnerungen eher zu einer Kastanie (oder einem Stein) denn zu ein paar wohl gewählten Worten gegriffen hätte. Doch da wandte sie sich schon von der Zellentür ab.
In diesem Moment lenkte Talin seine Aufmerksamkeit zum ersten Mal wirklich auf das, was außerhalb seiner Zelle auf dem Gang geschah. Er sah kurz an ihr vorbei, dorthin, wohin auch ihr Blick ging und entdeckte den dunkelhäutigen Leutnant mit dem Rücken zu einer der Zellen – gerade als dieser von hinten gepackt und gegen die Gitter gedrückt wurde. Einer der Gefangenen hielt ihn im Würgegriff und seine Schwester schien diese Gelegenheit für sich nutzen zu wollen. Lucien durchschaute ihren Entschluss in dem Moment, in dem sie vorwärts stürmte und ihn mit seinen beiden ausgesprochen nutzlosen Zellengenossen zurück ließ.

Talin!“, versuchte der Dunkelhaarige, sie zurück zu halten, obwohl er wusste, dass es nichts bringen würde. Sie hatte den Leutnant längst erreicht, zückte ihren Dolch und setzte ihn dem Mann ans Kinn – und trat damit eine Kettenreaktion an Ereignissen los. Der Schein, den sie und ihre Begleiter zunächst aufrecht erhalten wollten, war gebrochen und alle vier gingen zum Angriff über. Es dauerte nur Sekunden, bis auch die Soldaten begriffen, dass sie es nicht mit Ihresgleichen zu tun hatten und ebenfalls ihre Waffen zogen.
Wütend knallte Eisen auf Eisen, als Lucien mit der Faust gegen die Zellentür schlug und den Gitterstäben einen derben Fluch entgegen knurrte, den ohnehin niemand beantworten würde. Das machte es nur nicht viel besser. Nicht einmal dem aufgestauten Frust in ihm konnte er damit Luft machen. Bei allen Welten, wie er es hasste, nichts tun zu können. Nur zuzusehen, wie sie für ihn nun Kopf und Kragen riskierte.
Mit aller Selbstbeherrschung, die er aufbringen konnte, unterdrückte der Dunkelhaarige das Verlangen, an der Zellentür auf und ab zu marschieren, wie ein verdammtes Tier im Käfig, während sein schnell schlagender Puls das Adrenalin durch seinen Körper pumpte. Er versuchte, sich einzureden, dass er im Augenblick ohnehin nicht helfen konnte. Er war sich nicht einmal sicher, ob er einen Degen würde halten können, wenn man ihm einen in die Hand drückte – geschweige denn ihn benutzen. Aber es half nur wenig. Selbst seine Mitgefangenen waren für einen Moment vergessen, während die grünen Augen den Ereignissen auf dem Gang folgten.

Einer von Talins Begleitern, kaum größer als seine Schwester, huschte zu der Blonden hinüber, nahm dem Leutnant den Schlüssel ab und machte sich dann zweifelsfrei auf den Weg zu dieser Zelle. Wenige Herzschläge später stand die kleine Gestalt vor der Eisentür und schob den Schlüssel ins Schloss.
Und da war sie. Zum Greifen nahe. Seine Freiheit.
Ein kurzer, skeptischer Blick galt seiner Befreierin – offensichtlich ebenso weiblich wie Talin. Doch die tausend Fragen, die sich ihm erneut aufdrängten, schob er für's Erste beiseite, als sie ihm mit äußerst passenden Worten den Schlüssel zu warf. Lucien wusste selbst, dass keine Zeit für Erklärungen war. Was jetzt zählte, war Handeln. Eine Bewegung in den Augenwinkeln ließ ihn den Blick von der Schwarzhaarigen lösen und kurz zur Seite schauen, von wo sich zielstrebig ein Soldat näherte. Doch Talins Begleiterin kümmerte sich darum und der 21-Jährige fackelte nicht mehr lange. Die Fesseln ließen genug Spielraum, um den Schlüssel ins Schloss zu bekommen und ihn zu drehen. Mit einem dumpfen Scheppern schlugen die Eisen auf den Holzboden und er nahm sich den Bruchteil einer Sekunde, um sich über die längst blutig verschorften Handgelenke zu reiben.
Dann drehte er sich zu seinen beiden Zellengenossen um.
Amüsanterweise brauchte es schon längst weder Drohung noch Herausforderung, um den Dunkelhaarigen zu überzeugen. Er hatte diese Entscheidung schon lange vorher getroffen. Ihn interessierte nicht, was diese beiden Männer in ihrem Leben einmal verbrochen hatten. Er vertraute ihnen auch nicht. Was ihn interessierte, waren Taten.
In die grünen Augen trat ein Funken seiner altbekannten Kühnheit und ein knappes Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er den Blick auf den Bärtigen richtete und ihm mit einer schwungvollen Bewegung den Schlüssel zu warf. Dann deutete er mit einem Kopfnicken auf den Attentäter.

Mach ihn los und dann sehen wir zu, dass wir verschwinden. Wäre doch wirklich schade, wenn sich unsere Wege hier und jetzt trennen würden, oder?

Dass der dem Bärtigen den Schlüssel zu warf, lag schlicht daran, dass ihm mehr Bewegungsfreiheit zur Verfügung stand. Tatsächlich vertraute Lucien viel eher auf das Ehrgefühl des Attentäters, als auf das des Älteren. Letzten Endes war es ihm jedoch egal, was die beiden aus den Möglichkeiten machten, die sich ihnen jetzt boten. Nur eines stellte er nicht ohne Herausforderung in seinem Blick noch klar:
Ihr schuldet mir was. Mir und meiner Schwester. Vergesst das nicht.

Damit überließ er die beiden Männer sich selbst und wandte sich der Schwarzhaarigen zu. Das Lächeln verschwand indes von seinen Zügen und machte pragmatischer Entschlossenheit Platz, während er sich aus der Zelle und an ihr vorbei in den Gang schob. Sein Blick huschte wie von selbst zu der Treppe, über die die Betrunkenen vorhin gekommen waren und die nun zwei von ihnen eilig wieder erklommen.

Ich hoffe, ihr habt auch einen Plan, wie wir von diesem Schiff herunter kommen sollen...“, raunte er ihr zu und konnte den leicht skeptischen Ton nicht vollständig verbergen.

[Erst an der Zellentür | bei Yaris, Samuel und Shanaya | dann auf dem Gang]
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