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Kapitel 3 - Freiheit oder Tod
Crewmitglied der Sphinx
für 250 Gold gesucht
dabei seit Apr 2016
#41
Diese Nacht hatte mit Anbeginn der Dämmerung kein gutes Ende nehmen sollen. Und hätte Skadi ihrem Bauchgefühl ausreichend Beachtung geschenkt, säße sie jetzt vielleicht nicht in dieser Lage, die mit jedem Wort der anderen und jedem weiteren Atemzug ihrerseits immer mehr nach dem aussah, was nicht einmal mehr Enrique beherrschen konnte: eine Rettungsmission. Denn ohne Zweifel waren die vier seltsamen Gestalten nicht hier, um etwaige Befehle des Kapitäns auszuführen. Sie wirkten nicht wie die typisch aufsässigen Marinezöglinge, deren Respekt erst hart erarbeitet werden musste. Ihre Augen ruhten zu unruhig auf der Umgebung, vor allen die der zwei Knirpse, deren Aufmerksamkeit ständig zu den Zellen der Gefangenen schwappte - einer Zelle ganz besonders. In all den Jahren in denen die Nordskov nun an Board der Morgenwind diente, hatte sie sich keinen besseren Zeitpunkt erhofft, als diesen. Doch statt die aufkeimende Unruhe zu nutzen und ihren lang gehegten Plänen nachzugehen, saß sie zwischen betrunkenen Seemännern, Piraten und einem unschlüssigen Offizier fest, der ihr mit keinem Blick zu verstehen gab, dass er selbiges dachte, wie sie. Seine Miene blieb so schweigsam, wie die Schwärze der Nacht und es brachte die Jägerin nahezu zum Knurren. Untätig herum stehen und darauf warten, dass die Übermacht sie überrannte, wie eine wild gewordene Rinderherde. Entweder hatte Enrique weitreichendere Absichten, die sie nicht verstand oder aber er glaubte tatsächlich daran, die Situation auf seine Seite ziehen zu können. Immer tiefer bohrten sich die langen Finger in den Stoff des Matrosen, der zu ihrer Seite stand, dessen mit Rum verseuchten Atem sie um ihre Nase tanzen spürte und kaum mehr den angewiderten Ausdruck verbergen konnte, der sich mit tiefen Furchen von ihrer Stirn zu ihren dunklen Augenpaaren hinab zog. Erst als Enrique endlich das Wort erhob, wandte sie den Blick von den Umstehenden ab, nickte im Halbdunkle auf seinen Befehl und wandte sich bereits auf dem Absatz halb herum. Drückte energisch mit der flachen Hand gegen die harte Brust ihres Gegenübers, um ihn zum Gehen zu bewegen. Keine Sekunde würde sie noch länger hier bleiben, wenn der Aufstand begann. Heraus zögern konnte man nichts mehr und sie wäre keineswegs so naiv, es anzunehmen. Vielleicht mochte diese Maskerade für den Anfang ausgereicht haben, doch allein mit dem absoluten Fehltritt des blonden Hünen, hatte sich die Gruppe keinen Gefallen damit getan "unentdeckt " zu bleiben. Womöglich wollten sie das auch gar nicht? Wer wusste schon, welche Gefangenen und frischen Rekruten in diese Komplott involviert waren?
Mit einem tiefen Atemzug wandte Skadi den Blick ab, starrte in die Dunkelheit, die sich hinter ihrem Rück auftürmte und verzog die vollen Lippen. Es brauchte einen geschickten Schachzug um mir nichts dir nichts in die Gemächer des Kapitäns vorzudringen - vielleicht konnte sie sich den zunehmenden Lärmpegel zu Nutze machen und mit der Gefahr einer Meuterei die fette Beutelratte aus ihrem Versteck heraus ziehen. Zumindest sollte es einen Versuch wert sein.

Gerade hatte sie einen Fuß zur Seite setzen wollen, presste sich ein felsenfester Druck gegen ihre Seite, riss sie mit einem lauten Aufprall zu Boden, den sie nicht hatte kommen sehen. In ernste Grübeleien versunken und absolut nicht bereit dafür, den Hünen in seinem Fall zu bremsen. Knirschend krachte ihr Knie gegen die Holzplanken, gesellte sich zur schmalen Hüfte und Schulter, die unter einem kurzen Aufbegehren augenblicklich Ruhe gaben. Der Soldatin nur kurz ein wütendes Zischen entlockten, ehe sie knurrend und aus dunklen Obsidianen abwärts blickte und sich mit energischen Bewegungen unter dem breiten Leib des Fremde hervor wand. Mit einem gezielten Tritt gegen die massive Schulter, schob sie den Trunkenbold letztlich von sich, spie ihm einen wütenden Fluch entgegen und sprang mit einer fließenden Bewegung zurück auf die Beine. Spuckte dem vor sich hin murmelnden Weichei direkt ins Gesicht, kaum dass er sich auf den Rücken rollte und maulend die Hand vor die Augen hob. Gott, wie sie dieses Gesindel doch hasste! Und als hätte es die Meute um sie herum gerochen, gesellte sich ein warmer Körper an ihren Rücken, umschlang ihren Oberkörper wie einen Schraubstock und bohrte gefährlich nah die Spitze eines kleinen Dolches an ihre Kehle. Skadi brauchte keine Beweise mehr, um sich über die Identität der sonderbaren Gestalten im Klaren zu sein. Allein die eindringlichen Worte, die der Fremde gegen ihr Ohr hauchte, waren Erklärung genug. Trieben ihr sogar ein kurzweiliges Schmunzeln auf die Lippen.

"Du hast dir eindeutig den Falschen für diese Spielchen ausgesucht.", murmelte sie ihm entgegen, wandte ihr Gesicht dicht neben seinem herum und fixierte seine Miene mit festem Blick. Hatte er zu Beginn noch zurückhaltend und "schüchtern" gewirkt, war es wohl mehr eine lauernde Haltung gewesen, die vielmehr dazu diente die Umgebung zu erkunden, während sein Kollege voran schritt und die Aufmerksamkeit der Crew für sich beanspruchte. Guter Schachzug.
Ruckartig hob Skadi die langen Finger an Liams Handgelenk und schob es ungehindert hinauf. Bohrte die Spitze des Dolches gegen ihren Hals, bis ein kleines Rinnsal Blut hinab strömte. Ein Verhalten mit dem der Pirat nicht rechnete, schon gar nicht von einem Marinesoldaten, dessen Höschen in der Regel bei einem waschechten Kampf kaum weiß blieb. Doch war sie nun einmal nicht das, was sie vorgab zu sein. Hatte eine weitaus bessere Maskerade aufrecht erhalten, als die vier Piraten, deren Plan allmählich aufzugehen schien.
Mit einer weiteren ruckartigen Bewegung spannte die Jägerin ihren gesamten Brustkorb wie ein Gebläse auf, nutzte den kurzen Schockmoment des Fremden, ehe sie seine Klingenhand von sich stieß, mit dem Kopf abtauchte und ihr Gesäß an seiner unbewaffneten Seite vorbei schob. Umklammerte die freie Hand Liams an seinem Gelenk und schlug mit der freien Hand fest zwischen seine Beine. Kaum ertönte der kurze Luftzug seines Atems dicht neben ihr, zog sie energisch sein Handgelenk zurück, trat einen Schritt weiter rückwärts und zwängte ihn mit einem gezielten Schlag ihres Unterarms gegen seinen ausgestreckten Ellenbogen zu Boden.
Es brauchte nur einen Herzschlag, ehe sie auf seinem Rücken kniete, sich zu seinem Ohr hinab beugte, das sich in Richtung Decke wandte. "Wenn du lieb bist, lass ich dich los und helfe dir und deinen Leuten hier raus." Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Es ernsthaft in Erwägung gezogen, sich den Piraten anzuschließen, um von Board dieses Schiffes zu verschwinden? Nun - manchmal heiligte der Zweck ja die Mittel. Und wenn die Dunkelhaarige nicht gerade mit einem kurzen Seitenblick den schlanken Katzenkörper entdeckt hätte, der sich fauchend auf sie zubewegte, hätte dieses Vorhaben wohl mehr als gut funktioniert.
{Zellentrakt, windet sich aus Liams Griff | Gefangene, Piraten, betrunkene Soldaten }
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