19.08.2016, 11:27
Während die drei beziehungsweise jetzt nur noch zwei vor der Brig herumturnten, ließ Ryan die Hüllen fallen um sich einfach achtlos weiter zu waschen. Immerhin drehte er ihnen noch – Taktvoll wie er nun einmal Damen gegenüber war – den bloßen Hintern entgegen, ehe er sich der Reinigung seiner Intimteile widmete. Die Hose wurde ebenfalls in den Eimer mit Wasser getunkt und den größten Dreck raus geschrubbt. Schließlich schlüpfte er wieder in das abgetragene Stück Leder, und während er die Schnüre zu band, wandte er sich erneut dem Captain zu um ihren Blick mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen zu erwidern. Seine kurzen schwarzen Haare waren immer noch feucht, standen in alle Himmelsrichtungen ab und da er kein Leinen besaß um es abzutrocknen, tropfte das Wasser an den wenigen herabhängenden Spitzen auf seine Schultern.
„Was willst du von mir hören, Captain?“
Sein Blick war Stur und gleichzeitig ein bisschen Stolz, und das trotz des fehlenden Augenlichts auf der rechten Seite.
„Du weißt was ich auf deinem Schiff wollte, was willst du mit deiner Frage bezwecken? Willst du meinen Willen brechen indem du mich dazu bringst zu gestehen?“
Ryan warf der dunkelhaarigen hinter Talin einen ganz kurzen Blick zu. Immerhin war sie ebenfalls vor nicht all zu langer Zeit an der selben Position des Captain gewesen und hatte ihm die gleiche Frage gestellt. Jedoch keine Antwort bekommen.
Und doch.... Ryan öffnete den Mund um weiter zu sprechen, diesmal wieder nur Talin im Blick.
„Ich wurde geschickt. Mich interessiert weder dieses Schiff, noch diese Mannschaft. Ich erfülle nur meine Aufträge, Captain.“
Dummerweise war Ryan eine verdammt treue Seele – und jene Loyalität galt nun mal seinem Hehler. Er würde weder verraten wie der Name jenes Mannes war, noch weshalb er ihn auf das Schiff geschickt hatte. Und doch hing die unausgesprochene Wahrheit zwischen ihnen in der Luft.
„Und wie sollte ich in meiner derzeitigen Situation irgendwem schaden? Ihr habt mir meine Waffen abgenommen und ich bezweifle ernsthaft das ihr Brieftauben nach Tokara habt sodass ich irgendwem auch nur eine winzige Nachricht schicken könnte. Und selbst wenn wage ich zu bezweifeln dass irgendwer auch nur den Hauch eines Interesses verspürt mit großem Aufwand einen Dieb aus den Fängen von Piraten zu befreien.“
Mit jedem Wort versuchte er sie davon zu überzeugen das von ihm zur Zeit absolut keine Gefahr drohte und so bitter Ryan diese Medizin auch schmeckte – traurigerweise entsprach jedes dieser Worte seiner ehrlichen Meinung.

