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Der Preis des Leichtsinns
Crewmitglied der Sphinx
für Gold gesucht
dabei seit May 2017
#3
Das Entsetzen lähmte ihn für einen Moment, der sich anfühlte wie eine halbe Ewigkeit. In dieser halben Ewigkeit rührte er sich nicht, er atmete nicht, und er nahm nichts wahr bis auf den reglosen Körper in den Armen der Frau, die in seine Richtung stolperte. Dann folgte Trotz, der Gedanke, dass Scortias sicherlich nur erschöpft war und nicht mehr selbst laufen konnte. Oder vielleicht verletzt war und medizinische Versorgung brauchte. Er konnte die Augen des Jungen nicht sehen, weil sein Kopf an Skadis Brust lehnte. Sicherlich ging es ihm gut. Sicherlich war nicht das Schlimmste geschehen. Sicherlich lebte er noch. Trotz des Blutes. Trotz der Unmengen an Blut. Viel zu viel Blut...

Doch dann richtete er seinen Blick auf die Frau, die ihn trug. Und der leise Hoffnungsfunken, der in ihm aufgekeimt war, zerfiel zu Staub, denn ihre Augen waren... tot. Eigentlich waren kaum Gefühle an ihrem Gesicht ablesbar, doch wenn Scortias nur verletzt gewesen wäre, wenn es darum ging, ihn so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen, hätte da doch irgendetwas sein müssen. Angst. Entschlossenheit. Mut. Verzweiflung. Irgendetwas. Doch Rayon konnte nichts erkennen. Er sah sie nur einen Fuß vor den anderen setzen, stolpern, den Blick stur und stumm geradeaus gerichtet, Scortias' erschlafften Körper, in dem kein Muskel angespannt zu sein schien, umklammert.

Stolpern...

Rayon erwachte aus seiner Trance. Skadi war offensichtlich am Ende ihrer Kräfte angelangt, ob nun körperlich oder emotional. Zumindest ihr konnte er dabei helfen, die letzte Strecke zur Sphinx zu überbrücken. Auch wenn alles in ihm sich sträubte und ihn mit scheinbar ohrenbetäubender Lautstärke anschrie, sich so weit wie möglich von diesem Jungen fernzuhalten, um vor der erbarmungslosen Realität fliehen zu können, setzte er sich in Bewegung und rannte auf Skadi zu, die Schmerzen in seinem Bein völlig ignorierend, die nun keine Rolle mehr spielten. Er erreichte sie nach wenigen Augenblicken, und das Herz klopfte ihm so stark in der Brust wie beinahe noch nie zuvor. Halb stellte er sich ihr in den Weg und griff nach ihrer Schulter, um sie zu stützen, weil sie aussah, als würde sie jeden Moment zusammenbrechen.

"Skadi...", sagte er, halb flüsternd, aber laut genug, damit sie ihn verstehen konnte. Wenn er überhaupt zu ihr durchdrang.

"Skadi, lass mich dir helfen."

Er würde ihr den Jungen nicht einfach so abnehmen, so, wie sie ihn umklammert hielt. Im Zweifelsfall würde er ihn mit ihr zusammen tragen und im Gleichschritt neben ihr herlaufen. Oder sie tragen, während sie Scortias trug.
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Nachrichten in diesem Thema
Der Preis des Leichtsinns - von Rayon Enarchea - 06.04.2021, 10:29
RE: Der Preis des Leichtsinns - von Rayon Enarchea - 17.11.2021, 16:51

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