31.01.2021, 19:11
Ein Hauch von Lebensgefahr ...Der Nebel verschluckte jeden Laut, der aus seinem Herzen zu dringen versuchte. Verbarg das, was geschah, vor der Piratencrew an Deck. Nur Isala und Skadi, die über dem weißen Meer thronten und sahen, was vor sich ging, hörten die entfernten Rufe der fremden Besatzung, die der Wind zu ihnen hinüber trug. Als sich der gewaltige Vogel über den Schoner erhob und kurz darauf mit einem kurzen, tiefen Kreischen in den Sturzflug überging, wurden die Rufe zu Schreien der Angst. Pistolenschüsse knallten, Kugeln stoben in Richtung Himmel. Doch den Vogel schien all das nicht zu kümmern. Er breitete aus dem Sturzflug heraus die Flügel aus, streckte den schuppenbedeckten Unterleib aus und tauchte mit den Krallen voran in den Nebel ein, verschwand gänzlich darin.
Die Schreie wurden lauter, ein markerschütterndes Knacken ertönte. Etwas zerbarst in Splitter. Dann neigte sich der Hauptmast des Handelsschiffes bedenklich, der gerade so über das Dunstmeer hinweg zu sehen war, kippte und verschwand in dichtem Weiß.
Die Sphinx drehte bei, schwenkte mit dem Bug nach Nordwesten, um Abstand zwischen sich und die Nebelwand zu bringen. Doch als hätte Isala ihn mit ihren unheilverkündenden Worten heraufbeschworen, ertönte plötzlich ein zweiter, donnernder Schrei an Steuerbord, der keinem der Piraten entging. Ungleich lauter und so viel näher, als der erste. Das undurchdringliche Weiß dicht neben der Draka geriet in Bewegung und ein Blick nach unten offenbarte den beiden Frauen im Krähennest das, was auf sie und ihre Mannschaft zukommen würde.
Immer deutlicher zeichnete sich in der hellen Masse ein dunkler Umriss ab, nahm mehr und mehr Gestalt an. Nur den Bruchteil einer Sekunde später brach der zweite Vogel aus dem Nebel hervor, stieg unmittelbar neben der Sphinx steil in die Höhe und breitete seine gewaltigen Schwingen aus. So dicht vor den Augen Skadis und Isalas, dass ihnen kein Detail seiner Erscheinung entging.
Sein Kopf erinnerte an einen Raubvogel, an eine Eule oder einen Falken vielleicht. Der Schnabel wirkte darin beinahe winzig, doch angesichts der Größe des Tieres musste er ohne Probleme dazu im Stande sein, einen Menschen in zwei Teile zu zerbeißen. Allein die Spanne seiner Flügel maß von Bug bis zum Heck des Dreimasters. Ein dichtes, hell weißes und flammend rotes Federkleid bedeckte seinen Körper. Doch dort, wo bei einem Vogel die Krallen sein sollten, gingen Federn in Schuppen über. Die Beine erinnerten mehr an die eines Reptils als an jene eines Falken, und keine Schwanzfedern stabilisierten seinen Flug, sondern ein langer, peitschenartiger Echsenschwanz.
Ein rotgoldenes Augenpaar richtete sich auf die beiden Frauen im Krähennest. Die geschlitzten Pupillen zogen sich zusammen, als hätte das Auftauchen des Schiffes das Wesen genauso überrascht, wie anders herum. Doch es schaltete schnell, fixierte seine unverhoffte Beute und brachte sich mit einem kräftigen Flügelschlag ein Stück höher in die Luft.
Den Bruchteil einer Sekunde bemerkten Skadi und Isala noch, wie von Schnabel und Gefieder des Vogels Rauch aufstieg. Dass ein Teil seines Schuppenkleides stumpf und glanzlos wirkte. Dann ging das Geschöpf zum Angriff über, stieß einen weiteren, markerschütternden Schrei aus und riss die Klauen nach vorn, um sich die beiden Frauen zu packen. Eine rasiermesserscharfe Kralle streifte Isala am Oberarm, riss Haut und Fleisch auf, verfehlte sie jedoch und packte stattdessen den Mast, um den missglückten Angriff abzufangen.
Die Sphinx ächzte unter der Belastung, neigte sich unter dem Gewicht des Vogels stark nach backbord. Ein Knacken ging durch das Holz, das jedoch standhielt. Gleichzeitig wirbelten die nun behäbig um Balance kämpfenden Flügel den dichten Nebel an der Seite des Schiffes auf, trieben die Schwaden über das schräg liegende Schiff.
Unter Deck stürzte alles, was nicht vertäut oder verschraubt war, aus Regalen und Halterungen und rollte nach backbord. Der Großteil der Fracht und die wenigen Kanonen an Bord blieben jedoch fest verankert und verhinderten mit ihrem Gewicht, dass sie sich gänzlich auf die Seite legten.
Spielleitung für Isala & Skadi
Spielleitung für die gesamte Crew
Shortfacts
# Vom Angriff auf das fremde Schiff bekommt außer Skadi & Isala niemand etwas mit.
# Isalas Wunde blutet stark, ist aber nicht lebensbedrohlich.
# Der Vogel krallt sich an der Spitze des Hauptmastes fest & lässt bisher nicht los.
# Das Steuerrad entgleitet Shanayas Händen und schlägt unkontrolliert aus.
# Die Sphinx neigt sich sehr stark. Wer sich nicht rechtzeitig festhalten kann, verliert das Gleichgewicht.
# Durchsichtige Nebelschwaden hüllen das Schiff langsam ein.
# Weitere Verletzungen und Schäden am Schiff sind jederzeit durch euer Spiel möglich, solange sie nicht durch die SL bereits ausgeschlossen sind.
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