10.01.2021, 13:47
Auf die Worte Luciens hin neigte Shanaya leicht den Kopf in einer zustimmenden Geste. Besser als feige, auf jeden Fall. Ob mehr dahinter steckte als bloßer Eifer… das würde wohl nur die Zeit zeigen. Mehr sagte die junge Frau allerdings nicht dazu, auch ihr Captain schien das, was dort an Deck geschah, interessanter zu finden. Sie konnte von ihrer Position nichts genaues erkennen, ganz gewiss würde sie ihn aber nicht einfach so verlassen. Egal, um was die kleine Meute sich da scharte. Trotzdem huschte ihr heller Blick immer Mal wieder zu der kleinen Gruppe, bis der Mann bei ihr verkündete, einmal nach zu sehen. Damit verschwand der Dunkelhaarige und Shanaya blickte kurz zu ihrem Kompass, ihrer Karte – erst dann wieder zu dem Nebel, in dem das Schiff verschwunden war. Lucien würde ihr sicher berichten, was dort unten los war… aber nun niemanden hier zu haben, mit dem man reden konnte… Ganz automatisch fing die Schwarzhaarige also leise an zu summen, trommelte ruhig im Takt mit den Fingern auf dem Holz des Steuerrades herum. Ob sie jemanden davon überzeugen konnte, ihr noch etwas zu Essen zu bringen, bevor sie das andere Schiff – irgendwann – erreichten? Vermutlich nicht. Aber dieser Gedanke wurde schnell von etwas anderem abgelenkt.
Der Schrei, der nur wenige Herzschläge später durch den Nebel zu ihnen getragen wurde, jagte der jungen Frau einen kurzen Schauer durch den Körper, woraufhin sie den Blick einmal suchend schweifen ließ. Es war nichts zu erkennen, außer ein Trevor, der auf der Reling balancierte und kurz darauf von James zurück gezogen wurde. Was war da unten… Luciens laute Stimme war es, die sie beinahe aufschrecken ließ. Etwas in seiner Stimme war anders – und die darauf folgende Anweisung ließ die junge Frau leicht die Augenbrauen heben. Wieso…? Was…? Sie konnte es sich nicht erklären. Wieso sollten sie sich jetzt plötzlich so sehr von diesem Nebel fernhalten? Dass sie am Rande der Wolke bleiben wollten, ja. Aber… jetzt abdrehen? Wollte er das Schiff jetzt nicht mehr verfolgen?
Ein Poltern ließ sie noch kurz den Blick herum wenden, während sie das Rad unter ihren Fingern schon zu drehen begann. Greo kam zu ihr, Sorge lag in seinem Blick. Was im Namen der achten Welt war hier los?!
„Aye aye!
Shanaya sprach laut genug, damit sowohl Lucien als auch Greo sie hören konnten. Was auch immer dem Captain durch den Kopf ging, sie verließ sich auf sein Urteil. Bei beiden, ansonsten wäre sie schon längst nicht mehr auf diesem Schiff.
Greo schien die Frage in ihrem Blick zu erkennen, der jedoch noch fragender wurde, als der Hüne sich hinter ihr positionierte. Und eine Pistole zog. Nur kurz wandte die Schwarzhaarige den Blick herum, musterte ihren Freund kurz, ehe sie sich wieder auf das Rad konzentrierte, den neuen Kurs einschlug. Das Schiff sollte rosten und faulen…? Anstatt das Greo ihre Fragen beantwortete, kamen ihr nur noch viel mehr in den Kopf.
„Was haben sie da unten?“
Sie fing einfach mit einer einfachen Frage an. Lucien wirkte mit einem prüfenden Blick nicht so, als würde er zurück kommen… und vielleicht bekam sie ja ein paar Informationen aus Greo heraus, mit denen sie etwas anfangen konnte, während sie darauf achtete, das Schiff aus der Reichweite des Nebels zu halten. Hatte es etwas mit diesen Vögeln zu tun? Fragen über Fragen.
[Greo | Achterdeck am Steuer |Versucht alles irgendwie im Blick zu haben]