17.08.2020, 05:50
In den tiefgrünen Augen flackerte ruhige Wärme auf, als Shanaya eine Hand hob und an seine Wange legte. Er schloss die Lider, erlaubte sich dabei ein leise zufriedenes Lächeln, während er sich wie von selbst ein wenig in ihre Berührung schmiegte. Wahrscheinlich waren das Bett und die Haltung deutlich vorteilhafter für ihre Genesung, als der kalte Boden, und umso schneller sie sich erholte und wieder auf den Beinen war, desto besser. Auch wenn sie das nicht viel eher von dieser Insel runter bringen würde. Doch er konnte sich weit unterhaltsamere Beschäftigungsmöglichkeiten mit ihr vorstellen, als nur an ihrem Krankenlager zu sitzen und ihr dabei durchs Haar zu streicheln. Ob sie das nun beide beruhigte, oder nicht.
„Oder zumindest sein guter Ruf ist ihm das wert.“
Lucien schlug die Augen wieder auf, sah auf sie hinab. Und obwohl er bereits über ihr lehnte und sich nur hätte hinunter beugen müssen, um sie zu küssen, kam er ihr nicht näher. Lediglich der Unterarm, auf den er sich stützte, lag dicht an ihrer Hüfte, streifte sie, wenn sie sich bewegte.
Stattdessen nickte er nur leicht, um ihr zu signalisieren, dass er hinnahm, was sie sagte. Warum auch nicht? Wenn sie über ihren Vater sprach, klang sie längst nicht so aufgewühlt wie bei ihrem Bruder. Der Dunkelhaarige hatte also keinen Grund, anzunehmen, dass dabei die gleichen Emotionen im Spiel waren.
Er griff den Gedanken also nicht weiter auf, drehte nur den Kopf ein wenig, bis seine Lippen ihre Handfläche zu einem flüchtigen Kuss streiften und senkte dabei den Blick, bis seine Augen wieder halb geschlossen waren.
„Also... glaubst du, du kannst jetzt ein bisschen schlafen?“,
fragte er sanft und gab sich keine große Mühe dabei, das Lächeln aus seiner Stimme zu verbannen.