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This mark you’ve made on me can’t be erased
Crewmitglied der Sphinx
für 60 Gold gesucht
dabei seit Nov 2015
#29
„Stimmt, habe ich.“ Er konnte sich ein weiteres Schmunzeln nicht verkneifen, nahm ihr dabei kommentarlos den Schlüssel ab. „Aber irgendwie klang es bei dir, als könnte es Wochen bis zur nächsten Flaute dauern. Vielleicht habt mir das aber auch nur meine eigene Schreckensvorstellung eingeflüstert.“ Sanfter Schalk blitzte in den grünen Augen auf. Bis zur nächsten Flaute könnte es auch nur zwei Tage dauern und dann hätten sie reichlich Zeit füreinander. Seltsamerweise kam ihm der Gedanke im ersten Moment, in dem sie es gesagt hatte, überhaupt nicht. Da klang es nach wochenlangem Warten. „Ich bin ja froh, dass du inzwischen auch andere als mich ans Steuer lässt. Sonst könnten wir uns nur noch dort miteinander vergnügen… und wer hält dann den Kurs?“ Für einige wenige Herzschläge hielt er mit belustigter Gelassenheit ihren Blick, dann wandte er sich zur Zimmertür um, versicherte sich noch ein letztes Mal, dass sie tatsächlich alles beisammen hatten und schob den Schlüssel dann ins Schloss. Es klickte, die Tür schwang auf. „Am Hafen gibt es ein paar Fischstände, wenn ich mich richtig erinnere. Wir könnten uns da noch etwas zu Essen holen.“, meinte er mit entspanntem Ton und warf einen Blick über die Schulter zurück zu seiner Begleiterin.

Shanaya lächelte über die Erwiderung des Mannes, wog den Kopf – und musste über seine nächsten Worte dann herzlich lachen. Schreckensvorstellung? Das klang wirklich hoch dramatisch. Er hatte ihr den Schlüssel abgenommen und so zuckte die Schwarzhaarige locker mit den Schultern. „Wer weiß. Vielleicht haben wir auch nie wieder eine Flaute. Eine grausame Vorstellung, oder?“ Ihre Stimme klang deutlich amüsiert. Sie war sich sicher, dass sie auch ohne Flaute genug Zeit zu zweit finden würden. Was er dann sagte, entlockte der jungen Frau doch ein leises Schnaufen. „Mir bleibt ja Nichts anderes übrig, wenn mir immer irgendjemand dazwischen funkt.“ Ihr fielen nicht wirklich viele ein, die sie ans Steuer ließ. Liam vielleicht. Sonst... sie seufzte lautlos. Aber sie folgte dem Dunkelhaarigen zur Tür, verzog nur leicht das Gesicht, als er von Fischständen sprach. „Vielleicht finde ich auf dem Weg dahin etwas anderes zu essen...“ Nicht vielleicht, hoffentlich. Aber auch das tat ihrer guten Laune keinen Abbruch, stattdessen schlängelte sie sich an Luciens Körper vorbei, strich im vorbei gehen sanft mit den Fingern über seine Hand und warf ihm dabei ein fast verspieltes Lächeln zu.

Nun ja, er überdramatisierte ein wenig. Wahrscheinlich merkte sie ihm seine ungewöhnlich gute Stimmung dadurch umso mehr an. Aber er konnte sich das auch nicht einfach nehmen lassen. Sein Blick zurück jedenfalls offenbarte, wie schrecklich die Vorstellung, die sie beschrieb, tatsächlich war. Nicht, dass es irgendeine Rolle gespielt hätte, ob Flaute oder nicht. Mal abgesehen davon würde er auch bei Stillstand nicht immer Zeit und Lust für die Schwarzhaarige übrig haben. Aber gerade jetzt war es eine entspannte, gelassene Gedankenspielerei, die zu ihrer beider Stimmung passte. „Irgendjemand muss ja darauf achten, dass du nicht bis zum Umfallen arbeitest. Völlig erschöpft nutzt du mir schließlich auch nichts.“ An dieser Stelle überließ er ihrer Phantasie, wofür sie nützlich sein sollte, warf ihr nur einen kurzen, herausfordernden Blick zu, als sie sich schon an ihm vorbei nach draußen schob. Lucien folgte ihr, zog dabei die Tür hinter sich zu und steuerte dann die Treppe hinunter in den Schankraum an. „Der Gedanke an frischen Fisch reizt dich wohl nicht besonders?“, hakte er mit einem amüsierten Unterton nach und warf Shanaya einen neugierigen Seitenblick zu.

Shanaya hatte auf die Worte des Mannes hin nur geschnauft. Eine Antwort erhielt er jedoch erst, als sie sich an ihm vorbei raus auf den Gang bewegt hatte. „Auch erschöpft bin ich sicherlich noch für das ein oder andere Vergnügen zu haben.“ Ein gespielter Protest lag in ihrer Stimme, umso ehrlicher war das Lächeln auf ihren Lippen. Sie folgte dem Dunkelhaarigen auf dem Weg zur Treppe, konnte ein leichtes Schaudern ihres Körpers dabei nicht unterdrücken. „Hast du mich in all der Zeit jemals Fisch essen sehen? Ist einfach nicht meins...“ Auch, wenn es nicht an dem Geschmack der Tiere lag. Ihr Blick huschte kurz zu dem Schankraum, während sie die Treppe hinab stieg. Es war deutlich leerer als gestern Nacht und trotzdem saß vereinzelt eine einsame Seele an einem Tisch. Die meisten hatten Krüge vor sich stehen, manch einer lag mit dem Kopf direkt daneben. Ein Mann hob kurz den Kopf, als sie neben seinem Tisch von der letzten Stufe traten, musterte sie prüfend, ehe er mit der Stirn voran wieder auf die Tischplatte fiel. Die blauen Augen der jungen Frau musterten ihn kurz, ehe sie sich mit einem kurzen Zucken der Schultern zu Lucien herum wandte. In ihren Augen lag wieder die ruhige Aufmerksamkeit, mit der sie diesen Ort gestern betreten hatte. Die Nacht über hatte sie sich relativ sicher gefühlt. Jetzt wollte sie nichts mehr als auf der Sphinx zu sein. Also wandte sie sich wieder um, ließ den Blick schweifen und trat auf die Tür zu.

Ihr leiser Protest entlockte ihm nur ein amüsiertes Schmunzeln und einen bedeutungsvollen Blick, erwiderte jedoch nichts mehr, wandte sich stattdessen dem Thema Fisch zu. Ein Blick über die Schulter verriet Lucien ihr unwilliges Schaudern, worauf er spöttisch eine Augenbraue hob. "Ich gucke den Leuten normalerweise nicht auf den Teller.", erwiderte er mit einem leisen Lachen in der Stimme. Auch während der alltäglichen Mahlzeiten mit der Crew beobachtete er die anderen eher selten allzu intensiv. Auch Shanaya nicht. Richtig bewusst bekam er eigentlich nur mit, was es bei ihr gab, wenn sie sich zusammen unterwegs einen Imbiss gönnten. "Und was machst du dann mal, wenn wir wochenlang auf See sind und uns nichts anderes bleibt, als den Fisch zu essen, den wir angeln?" Unten im Schankraum huschte sein Blick routiniert über die anwesenden Gestalten, bemerkte allerdings ebenso, wie Shanayas wache Aufmerksamkeit zurückkehrte, die sie über Nacht oben im Zimmer weitestgehend abgelegt hatte. Als sie sich wieder ihm zuwandte, legte er ihr sanft eine Hand auf den Rücken, begegnete kurz ihrem Blick und nickte dann wortlos zur Tür. Es gab für sie beide keinen Grund, länger hier zu bleiben und die Schwarzhaarige folgte seinem Gedanken ohne Umschweife. Sie verließen die Taverne, ließen Zwielicht und stickige Luft hinter sich wandten sich der Gasse zu, die sie zum Hafen bringen würde. "Wenn wir Glück haben, finden wir einen Bäcker oder Wurstverkäufer, der seinen Tür zur Seitengasse offen hat. Ich würde ehrlich gesagt ungern über die Hauptstraße zurück gehen."

Luciens Kommentar, dass er selten zu irgendwelchen Tellern schielte, ließ die Schwarzhaarige hoch dramatisch seufzen. „Das kann ich von mir leider nicht behaupten.“ Was wäre ihr schon alles entgangen, wenn sie nicht den ein oder anderen Blick gewagt hätte. Und wie viele Schläge auf die Hand hätte sie sich erspart. Seine nächste Frage ließ den Ausdruck auf ihrer Miene dann auch einen tiefen, dramatischen Zug annehmen, mit dem sie leise seufzte. „Verhungern,“ war ihre trockene Antwort. Bisher war das noch nicht der Fall gewesen und sie hatte ja auch meist einen Notfall-Vorrat in der Nähe. „Notfalls schlachte ich die Hühner.“ Jetzt hatte ihre Stimme die Dramatik verloren, machte einer kurzen Nüchternheit Platz, woraufhin sich wieder ein sachtes Lächeln auf ihre Lippen legte. Die Hand, die sie kurz auf ihrem Rücken spürte, ließ sie einen Moment die Luft anhalten, sandte ein warmes Kribbeln durch ihren Körper, das sie mit einem tiefen Atemzug im Zaum zu halten versuchte. So konzentrierte sie sich lieber auf den Weg nach draußen, auf die frische Luft, die ihnen entgegen schlug. Sie lauschte den Worten des Dunkelhaarigen, ließ den Blick dennoch aufmerksam schweifen, während sie ruhig nickte. Das war vermutlich eine gute Idee, aus mehreren Gründen. „Also immer der Nase nach.“ Sie warf Lucien ein munteres Lächeln zu, ließ den blick suchend schweifen und steuerte dann eine der Seitenstraßen an, um seinem Plan zu folgen. Der Tag hatte noch nicht seinen Höhepunkt erreicht, auch wenn einige Menschen sich auf den Straßen tummelten, wirkte dieser Ort noch nicht überfüllt.

Shanayas trockene, jedoch hochdramatische Vorhersage eines tragischen Hungertodes brachte Lucien zum Lachen. Irgendwie wachsam ob der Tatsache, dass sie wieder mehr oder weniger auf offener Straße unterwegs waren, doch zugleich auch erleichtert darüber, das stickige Wirtshaus hinter sich zu lassen und zu wissen, dass er in nicht allzu ferner Zukunft wieder das Schwanken eines Schiffes unter den Füßen spüren würde. Darüber hinaus schien ihr Vorhaben, sich bei einem Bäcker ein zweites Frühstück zu besorgen die vergangenen Ereignisse in die Schatten eines fernen Traums zu verdrängen. So surreal, als wäre nichts davon wirklich passiert. Vielleicht einem anderen. Aber nicht hier und jetzt, in seinem ganz persönlichen Umfeld. "Lass die Hühner lieber am Leben. Dann hast du wenigstens die Eier, wenn alle anderen ihren Fisch essen." Er schloss zu ihr auf, sodass sie nebeneinander die Gasse hinunter gehen konnten, ließ dabei den Blick eher beiläufig über die hoch gelegenen Fenster der oberen Etagen wandern und versuchte, wie geheißen, irgendetwas von dem zu erschnuppern, was sie suchten. Allerdings drang ihm nur der penetrante Geruch von menschlichem Unrat unterlegt mit einer Prise Salzwasser und Algen in die Nase. Nichts, das unbedingt seinen Hunger weckte. "Hast du noch was von dem Käse?", fragte er deshalb rundheraus und wandte sich wieder seiner Begleiterin zu, weil er sich nicht daran erinnern konnte, ob sie ihn eingesteckt hatte, oder nicht. Die Linke bereits auf dem Weg zu dem kleinen Messer in seiner Tasche.

Lucien erwiderte Nichts auf ihre Worte, dass sie verhungern würde – er lachte nur. Das war eine todernste Sache und er lachte! Sie hätte beinahe gespielt bestürzt geschnauft, stattdessen verengte sie leicht die blauen Augen, als der Dunkelhaarige weiter sprach und ihr mit seinen nüchternen, logischen Worten ein langsames, zustimmendes Nicken und ein Brummen entlockte. „Gut mitgedacht. Ich halte mich an dich, wenn ich kurz davor bin, den Hungertod zu sterben.“ Auch wenn viele vermutlich dachten, dass sie diesem Zustand öfter näher war als es wirklich der Fall war. Immerhin war sie nie verlegen darum, auch bei anderen zu zulangen. Egal, wer gerade in ihrer Nähe saß. Sie rümpfte leicht die Nase über die Gerüche, die in der Luft hingen. Hier roch nicht wirklich etwas danach, als könnten sie ihren Hunger stillen. Und die Frage ihres Captains ließ sie darum nur umso amüsierter auflachen. „Verzweifelst du jetzt schon?“ Ohne sich jedoch noch einmal bitten zu lassen kramte sie gespielt suchend in ihrer Tasche, holte dann das Stück Käse heraus und biss ohne Umschweife ab. Den Mund nun voll, richtete sie die blauen Augen mit unschuldiger Miene zu Lucien herum, zuckte mit den Schulter. „Ift alle, fuldigung.“

Ihr Brummen klang, als fiele es ihr ausgesprochen schwer zu honorieren, dass er Recht hatte. Ein dreistes Grinsen huschte auf seine Mundwinkel, das nur mühsam wieder zum Verschwinden bringen konnte, als sein Blick zu seiner Begleiterin hinüber huschte. Von wegen Verzweiflung! Eigentlich fragte er nur nach dem Käse, um seine Finger zu beschäftigen und die Zeit bis zum Hafen zu überbrücken. "Ich hätte kein Problem mit ein paar kleinen, geräucherten Sprotten oder einem Topf Aaalsuppe.", konterte er mit einem hörbaren Lachen in der Stimme. "Nur für dich suchen wir hier nach einem Bäcker." Da sie noch im gleichen Moment in ihrer Tasche zu wühlen begann, machte er sich über irgendwelche niederen Hintergedanken ihrerseits zunächst keine Sorgen, wartete dagegen geduldig, bis der Käse auftauchte. Nur um eine Sekunde später zuzusehen, wie sie herzhaft davon abbiss und ihm das Lächeln damit vom Gesicht zu fegen. Er holte kurz Luft, als wolle er etwas sagen, aber ihm fiel beim besten Willen nichts ein. Das war... ganz schön dreist!! In gespieltem Ärger verengte Lucien die Augen, warf ihr einen vernichtenden Blick zu. "Ich seh da aber noch was.", meinte er mit dem Kopf zu dem angebissenen Stück in ihrer Hand nickend. Sie würde nicht wissen, wann und sie würde nicht wissen, wo. Aber dafür würde er sich rächen.

Tja, was sollte sie sagen? Shanaya verengte auf die Worte des Mannes hin nur leicht die Augen, gab ein leises Brummen von sich. „Ich habe meine Gründe.“ Nicht, dass sie es auf irgendeine Art und Weise nötig gehabt hätte, sich zu rechtfertigen... aber! Im ersten Moment lag ihr ein 'Du kannst ja allein schonmal zur Sphinx vorgehen!' auf der Zunge, aber sie schluckte es herunter. Zum einen glaubte sie so oder so nicht, dass Lucien gehen würde und zum anderen... war sie viel zu froh über die Gesellschaft des Dunkelhaarigen. Der Ton in ihrer Stimme zeugte also weiterhin von ihrer guten Laune. Und die wurde noch besser, als sie auf dem Stück Käse herum kaute und ihr Captain spontan vergaß zu lächeln. Seine Worte kommentierte sie mit einem leicht hin und her neigen ihres Kopfes, ehe sie schluckte, den Kopf leicht senkte, um Lucien leicht von unten anzublicken – aus großen, blauen, vollkommen unschuldigen Augen. Sie verzog die Lippen zu einem kleinen Schmollmund, ehe sie mit der Spitze ihrer Zunge über ein Stück des Käses fuhr, den Mann dabei nicht aus den Augen ließ. „Meins.“ Ihre Stimme klang genauso unschuldig wie ihre Miene aussah und so wog sie den Kopf nun leicht zur Seite und blinzelte dem Mann zu, als könne sie kein Wässerchen trüben.

Ehrlich gesagt blieb Lucien nichts anderes übrig, als teils mit Unglauben im Blick, teils mit gespieltem Ärger auf den Zügen zuzusehen, wie sie ihre unerwartete Machtposition genoss. Ungläubig reagierte er allerdings auch nur, weil sie gerade bewies, dass sie irgendwo im Alter von Zwölf stecken geblieben war, weil sie tatsächlich den Käse anleckte um ihn als ihren Besitz zu markieren - und vor allem glaubte, dass das bei ihm wirkte. Mit dem nächsten, beiläufigen Schritt kam Lucien plötzlich näher in ihre Richtung, legte dabei eine Hand um ihre Taille, bevor sie ihm davon hüpfen konnte, während er mit der anderen das Handgelenk schnappte, in dessen Hand sie den Käse hielt. Sein Blick lag jedoch fest in ihrem Gesicht, nicht auf dem Essen. "Und du glaubst, ein bisschen Spucke hält mich davon ab, das zu essen, wenn ich es in die Finger kriege?" Ein herausforderndes Lachen schwang in seiner Stimme mit.

Shanaya riss sich zusammen, lachte nicht bei dem Anblick des Dunkelhaarigen los. Stattdessen hielt sie die unschuldige Miene aufrecht, spielte die Unschuld vom Lande. Allein seine Reaktion war ihr dieses kleine Spiel wert gewesen, auch wenn sie nicht glaubte, dass sie das Stück Käse damit für sich beanspruchen konnte. Sie hatte die Vermutung, dass er das aus Prinzip nicht zulassen würde. Und ihre kleine Scharade erzielte ihre Wirkung, genau wie sie es geplant hatte. Mit dem nächsten Herzschlag war er ihr wieder näher gekommen, ihre Hand befand sich in seiner Umklammerung. Die Hand an ihrer Taille ließ ihr Herz einige Takte schneller schlagen, ihr Lächeln wurde bei seinen Worten einen Hauch sanfter. „Den Versuch war es wert, oder?“ Sie biss sich leicht auf die Unterlippe, ließ Lucien dabei nicht aus den Augen. „Vielleicht ekelst du dich ja so sehr davor, dass dir der Hunger vergeht?“ Die gleiche Herausforderung, die in dem Grün seiner Augen lag, schlich sich auch auf ihre Züge. Sie genoss dieses Spiel noch immer viel zu sehr, um es nicht voll auszukosten.

Warum nur liefen die Dinge in ihrer Gegenwart eigentlich nie so, wie sie nur fünf Minuten vorher gemeinsam beschlossen hatten? Nur kurz etwas zu Essen organisieren und dann auf direktem Wege zurück zum Schiff. Stattdessen standen sie nun erneut dicht an dicht mitten in der Gasse und in ihren Augen glomm die gleiche Herausforderung wie in den seinen. Das gleiche, ewige Spielchen, dass sie beide offensichtlich so genossen. Belustigung ließ die tiefgrünen Augen kurz aufleuchten und er beugte sich so weit zu ihr hinunter, dass der Weg zu ihren Lippen nicht mehr weit war. "Du meinst, weil mich das bisher so angeekelt hat?" Er hielt sich nicht lange mit Erklärungen auf - ihr musste ohnehin bewusst sein, was er meinte - sondern küsste sie kurzerhand, brachte sie dazu, die Lippen für ihn zu öffnen ohne sich mit dem "sanften Vorspiel" aufzuhalten, während er sie näher an seinen Körper zog.

Shanaya hatte den Käse längst aufgegeben. In dem Moment, in dem Lucien sich nach ihm erkundigt hatte schon - genau deshalb hatte sie sich schnell einen Bissen gegönnt. Sie ging also nicht davon aus, dass sie ihn irgendwie vor dem hungrigen Captain retten konnte. Aber darüber dachte sie kaum noch nach, als er sich näher zu ihr lehnte, nur einen Hauch von ihren Lippen entfernt. Und ihr Blick auf seine Worte hin sprach Bände. Natürlich nicht. Wie hätte sie ihn anekeln sollen? Zu einer Antwort kam die Schwarzhaarige dennoch nicht, Lucien küsste sie und bis auf den Dunkelhaarigen und das Stück Käse rückte alles um sie herum in den Hintergrund. Sie lehnte sich gegen ihn, erwiderte den Kuss voller Hingabe, berührte sanft seine Zunge mit ihrer. Ihre Hand, die den Käse hielt, ließ jedoch nicht lockerer, auch wenn sie sich ganz auf den Mann vor sich konzentrierte.

Er genoss den Augenblick, solange er eben währte. Vergaß das Schiff, die Ereignisse von gestern, die Dinge die durch seinen Kopf wirbelten. Eben diese Wirkung auf ihn zog Lucien jedes Mal wieder wie magisch an. Jede Frau übte sie in gewisser Weise so auf ihn aus, das stimmte. Doch Shanaya hatte schon mehrfach bewiesen, dass sie anders war. Dass er sie darüber hinaus sogar mochte, ihre Gesellschaft schätzte und sie nicht am Tag darauf schon wieder zu vergessen gedachte. Und solange ihnen weder Erwartungen noch Verpflichtungen im Wege standen, konnte das zwischen ihnen doch ein ganz angenehmes Arrangement werden. So lange wie möglich kostete er diesen Kuss aus, spürte die Wärme ihres Körpers an seiner Brust, bis er sich langsam, fast widerwillig von ihren Lippen löste und die grünen Augen aufschlug, ihrem Blick begegnete. Neben Begierde kehrte auch der sanfte Schalk auf seine Züge zurück und er konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Hm..", stellte er leise fest. "Genau so sehr stört es mich." Und da er ihr Handgelenk noch immer festhielt, zog er es kurzerhand zu sich, wandte sich dem Käse zu und hapste danach, sodass ihre Finger, die das Stück noch immer festhielten, ebenfalls in seinem Mund verschwanden - allerdings ohne sie zu beißen. Noch nicht.

Shanaya hielt die Augen geschlossen, ließ sich in diesem Kuss fallen, während in ihrem ganzen Körper dieses lockende Feuer wütete. Es wollte all ihre Vernunft verbrennen, sie locken. Auch als Lucien sich von ihr löste, erlosch diese Flamme nicht. Sie musste eher dagegen ankämpfen, sich nicht sofort wieder vor zu beugen, um ihn noch einmal zu küssen. Die blauen Augen hielt sie noch geschlossen, blickte den Dunkelhaarigen erst wieder an, als das letzte Wort seine Lippen verlassen hatte. Sie lächelte amüsiert, wollte zu einer Antwort ansetzen, als Ihr gegenüber ihre Hand zu seinem Mund führte - und einen Herzschlag später ihre Finger in seinem Mund lagen, das Stück Käse noch immer festhaltend. Ihr lächeln wurde etwas breiter. "Und jetzt? Meinst du, ich lasse los?" Shanaya hob leicht eine Augenbraue, dann die zweite Hand, die unter den Saum seines Hemdes glitt und mit sanften Bewegungen über seine Haut strich.

Als ihre Hand unter sein Hemd glitt, zuckte seine Bauchdecke reflexartig zurück, als rechnete sein Körper im ersten Moment damit, dass die Berührung in irgendeiner Form kitzeln würde. Lucien musste ein Lachen unterdrücken, wich eher aus Albernheit, als aus Unbehagen weiter aus - was mit ihrer Hand unter seinem Hemd alles andere als einfach war - und saugte ihr kurzerhand das Stück Käse aus den Fingern. Er würde das Objekt seiner Begierde sicherlich nicht aufgeben, nur weil ihre Berührung etwas versprach, das er nur zu bereitwillig entgegen genommen hätte. Aber diesmal nicht. Diesmal ließ er sich nicht mit Sex ködern. Mit dem Käse im Mund lachte der Dunkelhaarige, ließ Shanayas Handgelenk los und entzog sich ihr so weit, dass auch ihre Hand unter dem Stoff hervor glitt. In den tiefgrünen Augen blitzte jugendlicher Schalk, der ihn jünger erscheinen ließ, als ihn seine Vergangenheit hinterlassen hatte. Als er aufgekaut hatte, begegnete sein Blick dem ihren, doch er hielt bewusst Abstand - zumindest, bis er das geradezu spielerische Verlangen in seinem Inneren wieder halbwegs unter Kontrolle bekommen hatte. "Jetzt... könnten wir eigentlich auch zum Schiff zurück.", meinte er und ließ durchklingen, dass er jetzt wirklich alles bekommen hatte, was er wollte.

Shanaya rang mit dem Gedanken, ob sie den Dunkelhaarigen hier und jetzt oder erst auf dem Schiff verprügeln sollte. Beides war eine Möglichkeit und sie hätte das Ganze am liebsten direkt hinter sich gebracht. Und hier gab es keine Zeugen, die sie wegen Captainsmord anklagen konnten. Es klang also nach einem guten Plan. Er wich unter ihrer Berührung zurück und Shanaya blieb trotz allem stehen, wog den Kopf etwas zur Seite und musterte den Dunkelhaarigen mit einem prüfenden Blick. Ihr huschte für einen Moment das Bild durch den Kopf, wie sie ihn zu Boden rang, um an das Stück Käse zu kommen, jedoch hatte sie sich nicht wirklich darum bemüht, es für sich zu behalten. Also ließ sie Lucien seinen kleinen Sieg, während sie die eine Hand sinken ließ, die andere übertrieben dramatisch in ihrer Hose abputzte. „Man lutscht einer Lady nicht an den Fingern rum, merk dir das!“ Sie lachte mit einem warmen Ausdruck, der auch in dem Blau ihrer Augen lag. Einen Herzschlag lang noch musterte sie den Älteren, schüttelte dann mit einem leisen Lachen den Kopf, ehe sie auf ihn zu trat, die Finger ihrer 'sauberen' Hand sanft über seine Wange streichen ließ, ohne den Blick von seinen Augen zu nehmen. „Du kannst gern vor gehen, ich armes Wesen wurde schon wieder um mein Essen betrogen und muss mir jetzt erst etwas erbetteln gehen.“ Sie zwinkerte ihm ruhig zu, ehe sie ihm den Rücken zu wandte und sich wieder in Bewegung setzte.

Irgendwie wirkte der prüfende Blick, mit dem sie ihn musterte, wie der einer Frau, die gerade überlegte, wie sie ihn am besten skalpieren sollte. Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie sich die Hand, die jetzt käselos war, demonstrativ an der Hose abwischte, achtete aber dennoch darauf, einen gewissen - nicht zu großen Sicherheitsabstand zu wahren. Immerhin hatte er eine kleine Schwester und wusste um die ein oder andere Möglichkeit, wie sie sich in diesem Moment an ihm hätte rächen können. Ihr Lachen letztendlich klang glockenhell in der schmalen Gasse, lockte Schalk und ehrliche Wärme gleichermaßen auf seine Züge, sodass er auch nicht dramatisch die Flucht ergriff, als sie die Hand ausstreckte und flüchtig seine Wange berührte. "Da hab ich ja Glück, dass du vielmehr Bettlerin als Lady bist und ich dir ungestraft am Finger lutschen darf." Das krampfhaft unterdrückte Lachen war kaum zu überhören. Doch er wandte sich nur halb in Richtung Hafen um, ließ den Blick mit ausgesprochen guter Laune auf ihr ruhen und bedeutete ihr in einer übertriebenen und alles andere als formvollendeten Verbeugung, dass er ihr doch lieber den Vortritt ließ - nur um sich ihr anzuschließen, als sie gleich auf war und den Weg mit ihr gemeinsam zurück zu gehen.
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RE: This mark you’ve made on me can’t be erased - von Shanaya Árashi - 06.05.2020, 22:10

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