15.06.2019, 23:52
"Ich habe Aspen." Und dich, sofern du nicht wieder abhaust. "Und ich bin aus der Marine raus. Treffe meine eigenen Entscheidungen. Seeluft und Musik wann immer ich will. Es ist ein gutes Leben." Der Drang, sich hinter Aspens Vision zu stellen, kam von selbst über ihn. So war es in ihrer gesamten Kindheit gewesen. Aspen und die Bande von Jungs, zu der er auch gehört hatte, und Aspens gute Pläne. Gute Pläne, Spass für alle, und mit weniger Ärger verbunden als Elians Streiche, in aller Regel.
Aspen war immer da gewesen. Aspen hatte ihn immer beschützt. Hatte versucht, Schläge abzufangen, die Charlene und Elian gegolten hatten. Gut, für Charlene hatten sie es beide gemacht. Aspen hatte versucht, Vater ruhiger zu kriegen. Elian hatte ihn mitunter gezielt wütend gemacht, um dem alten Herren zu zeigen dass es nicht in Ordnung war, wie er sie behandelte. Es war nicht FAIR. Sie vermissten Mama auch. Und am Ende hatte es viel zu oft Aspen ausgebadet.
Aspen war der einzige Grund, wieso Elian ansatzweise so etwas wie eine Kindheit gehabt hatte. Und Taranis war der Grund, wieso Elians Herz gebrochen war, wieso Elian Rhys verloren hatte. Taranis hatte kein Recht, Aspen zu kritisieren, wenn es um Elians Glück ging.
Er verpasste die Bemerkung mit dem Buchtitel, beziehungsweise sein Gehirn sprang darüber hinweg. Normalerweise war er immer für literarische Diskussionen zu haben, aber in diesem Fall interessierte ihn herzlich wenig, was irgendein komischer Autor zu Steckbriefen von normalen Leben ihnen zum Trotz geschrieben haben mochte.
"Es ist leichter, wenn man einen von uns kennt, oder beide, oder uns zumindest zum Vergleich da hat. Wenn nur einer von uns da steht, und die Haarfarbe unklar ist... von den Zügen her geben wir uns nicht viel."
Auch wenn es stimmte: Aspen und er ähnelten sich nicht SO sehr. Aspen war mutiger. Packte besser zu.
Und Aspen hatte immer einen Plan, während Elian die Dinge mehr auf sich zu kommen ließ. Es fühlte sich einfach nur natürlich an, dem älteren Bruder die Leitung zu überlassen. Vor allem jetzt, wo Elian vor lauter Gefühlschaos absolut nicht sagen konnte, was taktisch noch Sinn machte.