13.05.2019, 21:14
Einerseits fiel es ihm schwer, etwas über seine Wünsche und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen, was über das Mittagessen und seine Hängematte hinaus ging. Auf der anderen Seite war ihm Shanaya mittlerweile recht vertraut – zumindest bildete er sich das ein – und er hatte den Eindruck ihr nicht nur etwas verraten zu können, sondern auch, dass sie genug Grips und Erfahrung hatte, um ihm den ein oder anderen Tipp zu geben. Von daher war es gut, dass sie in etwas höheren Kreisen aufgewachsen war, dachte er, obgleich sie nicht allzu begeistert von ihrer Herkunft schien. Er ließ das zunächst unkommentiert.
Doch wie er ihr schweigsam ins Gesicht blickte und zuhörte, veränderte sich seine Mimik von hoffnungsvoller Wachsamkeit in minimalsten Zügen zu nüchterner Enttäuschung. Freilich konnte sie nichts dafür. Es wäre einfach zu schön gewesen.
„Ach… nein, ich denke…wie wäre es… sagen wir mal mit fünf, vielleicht sechs Welten…?“, erwiderte er leise und zerknüllte mit Blick auf seine Füße den Zettel zwischen beiden Händen. „Egal… es wäre nicht gut, meinen Aufenthalt zu verraten.“
Greo kaute mit in sich gekehrtem Blick auf seiner Unterlippe herum und starrte das Schaf an. Sein Brustkorb schien zu implodieren. Der Druck war unerträglich. Zischend atmete er ein und aus, griff nach der Figur und hielt sie sich nah vor das Gesicht.
„Danke aber.“, meinte er, ohne die Augen von dem kleinen Kopf des Schafes abzuwenden. Er brauchte einen kurzen Moment, bevor er wieder zu Sprechen anfing, weiterhin das Geschenk fixierend. „Was meinst du mit: du wärst lieber auf einem Bauernhof aufgewachsen?“