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		<title><![CDATA[Inselwelten - 12. März bis 15. März 1822 | (II. - III.)]]></title>
		<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/</link>
		<description><![CDATA[Inselwelten - https://inselwelten.crux-mundi.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 00:04:19 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Marionettentheater]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=444</link>
			<pubDate>Sat, 26 Aug 2017 12:25:05 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=16">Gregory Scovell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=444</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align">Das Schicksal gleicht dem Meer:<br />
Mal ist es sanft und lässt dich gehen, wohin du willst, dann reißt es unerbittlich an dir, und schleudert dich an unbekannte Küsten.<br />
<br />
<br />
Talin und Gregory <br />
Vormittag des 12.März 1822<br />
<br />
First Post<br />
<br />
<br />
</div>
<blockquote><div class="Gregory"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"AGH!"</span><br />
<br />
Gregory rieb sich den Hinterkopf. Normalerweise hatte er keine Schwierigkeiten mit der niedrigen Deckenhöhe an Bord eines Schiffes, doch heute Vormittag stieß er sich bereits zum dritten Mal aus Unachtsamkeit die Rübe. Zusätzlich brannten ihm die Augen, er wurde die Müdigkeit nicht los, ein dumpfer Druck hatte sich in seinem Schädel breit gemacht und die Schußwunde pochte und zog. Was war bloß los mit ihm? <br />
Seufzend hielt er inne und beschloss, etwas frische Luft schnappen zu gehen.<br />
<br />
An Deck lehnte er sich mitschiffs an die Wanten. Ein leises Stöhnen kam über seine Lippen, denn so recht wollte die Luft hier draußen ihn nicht wach machen oder ihm beim denken helfen. <br />
Zum Glück ging ihm Trevor gerade nicht auf die Nerven. Wo war der überhaupt? Ach ja, richtig. Nach einer fast schlaflosen Nacht hatte er zugestimmt, dass er mit Shanaya das Schiff verließ. So hatte Gregory also etwas Zeit und Ruhe sich an die neue Situation in die ihn Trevor mitgerissen hatte zu gewöhnen. <br />
Beiläufig sah er sich um, um in Erfahrung zu bringen, ob derzeit noch jemand an Deck war und gewahrte die puppenhafte Gestalt der Blonden, die sich gerade anschickte, die Kapitänskajüte zu verlassen. <br />
Automatisch straffte sich seine Haltung, dann schloss er kurz die Augen. Hoffentlich hatte sie ihn nicht hier in den Seilen hängen sehen. Das hatte er zwar nur bedingt wörtlich getan, aber dass ihn jemand das im übertragenen Sinne hätte tun sehen können behagte ihm gar nicht. <br />
Seine Finger trommelten auf einer Webleine während er überlegte, was er jetzt tun könnte. Ins Seillager am Bug zurückkehren und sich weiter ein Bild machen, über die Enden, die ihm hier zur Verfügung standen, wäre ein Möglichkeit. Da war es zwar dunkel und so stickig, dass er trotz des relativ kühlen Wetters schwitzte aber er würde wenigstens nicht mit seinem neuen Kapitän reden müssen, das wollte er sich für Morgen aufsparen, wenn er ausgeschlafen war. <br />
Sich jetzt mit der Carta oder ihren Fragen herumschlagen müssen gefiel ihm überhaupt nicht. Natürlich war das keine Mission für Einzelgänger und eigentlich gehörte Gregory auch nicht zu jenen. Nur war Heute einer jener Tage, an denen der Braunhaarige liebendgern auf jegliche Form von Gesellschaft, abgesehen von stillem Zuhörer sein, verzichtet hätte. <br />
Doch er wusste anhand ihrer sich nähernden Schritte, dass sie ihm nicht den Gefallen, bis Morgen zu warten, tun würde. Wenn dann müsste er sich jetzt bewegen, doch er fühlte sich wie gefesselt und von Müdigkeit nach unten gezogen. Allein die Augen zu öffnen und in Talins Richtung zu spähen kostete ihn viel zu viel kraft. Überrascht stellte er fest, dass sie schon zwei Drittel des Weges zu ihm zurückgelegt hatte. Und sie wirkte fest entschlossen.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">,Damned!</span><br />
Er hätte schneller reagieren müssen. Jetzt blieb ihm nur mit ihr zu reden, so sie nicht eine andere Absicht hegte und als sie dann ein paar Schritt vor ihm verhielt verflüchtigte sich auch diese letzte, leise Hoffnung. <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Capitan?"</span>, fragte er also so neutral wie möglich und versuchte sich an einem Lächeln.<br />
<br />
Er musste das Gespräch nicht auch noch gleich auf eine schlechte Bahn lenken, nur weil ihm nicht danach war. </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align">Das Schicksal gleicht dem Meer:<br />
Mal ist es sanft und lässt dich gehen, wohin du willst, dann reißt es unerbittlich an dir, und schleudert dich an unbekannte Küsten.<br />
<br />
<br />
Talin und Gregory <br />
Vormittag des 12.März 1822<br />
<br />
First Post<br />
<br />
<br />
</div>
<blockquote><div class="Gregory"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"AGH!"</span><br />
<br />
Gregory rieb sich den Hinterkopf. Normalerweise hatte er keine Schwierigkeiten mit der niedrigen Deckenhöhe an Bord eines Schiffes, doch heute Vormittag stieß er sich bereits zum dritten Mal aus Unachtsamkeit die Rübe. Zusätzlich brannten ihm die Augen, er wurde die Müdigkeit nicht los, ein dumpfer Druck hatte sich in seinem Schädel breit gemacht und die Schußwunde pochte und zog. Was war bloß los mit ihm? <br />
Seufzend hielt er inne und beschloss, etwas frische Luft schnappen zu gehen.<br />
<br />
An Deck lehnte er sich mitschiffs an die Wanten. Ein leises Stöhnen kam über seine Lippen, denn so recht wollte die Luft hier draußen ihn nicht wach machen oder ihm beim denken helfen. <br />
Zum Glück ging ihm Trevor gerade nicht auf die Nerven. Wo war der überhaupt? Ach ja, richtig. Nach einer fast schlaflosen Nacht hatte er zugestimmt, dass er mit Shanaya das Schiff verließ. So hatte Gregory also etwas Zeit und Ruhe sich an die neue Situation in die ihn Trevor mitgerissen hatte zu gewöhnen. <br />
Beiläufig sah er sich um, um in Erfahrung zu bringen, ob derzeit noch jemand an Deck war und gewahrte die puppenhafte Gestalt der Blonden, die sich gerade anschickte, die Kapitänskajüte zu verlassen. <br />
Automatisch straffte sich seine Haltung, dann schloss er kurz die Augen. Hoffentlich hatte sie ihn nicht hier in den Seilen hängen sehen. Das hatte er zwar nur bedingt wörtlich getan, aber dass ihn jemand das im übertragenen Sinne hätte tun sehen können behagte ihm gar nicht. <br />
Seine Finger trommelten auf einer Webleine während er überlegte, was er jetzt tun könnte. Ins Seillager am Bug zurückkehren und sich weiter ein Bild machen, über die Enden, die ihm hier zur Verfügung standen, wäre ein Möglichkeit. Da war es zwar dunkel und so stickig, dass er trotz des relativ kühlen Wetters schwitzte aber er würde wenigstens nicht mit seinem neuen Kapitän reden müssen, das wollte er sich für Morgen aufsparen, wenn er ausgeschlafen war. <br />
Sich jetzt mit der Carta oder ihren Fragen herumschlagen müssen gefiel ihm überhaupt nicht. Natürlich war das keine Mission für Einzelgänger und eigentlich gehörte Gregory auch nicht zu jenen. Nur war Heute einer jener Tage, an denen der Braunhaarige liebendgern auf jegliche Form von Gesellschaft, abgesehen von stillem Zuhörer sein, verzichtet hätte. <br />
Doch er wusste anhand ihrer sich nähernden Schritte, dass sie ihm nicht den Gefallen, bis Morgen zu warten, tun würde. Wenn dann müsste er sich jetzt bewegen, doch er fühlte sich wie gefesselt und von Müdigkeit nach unten gezogen. Allein die Augen zu öffnen und in Talins Richtung zu spähen kostete ihn viel zu viel kraft. Überrascht stellte er fest, dass sie schon zwei Drittel des Weges zu ihm zurückgelegt hatte. Und sie wirkte fest entschlossen.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">,Damned!</span><br />
Er hätte schneller reagieren müssen. Jetzt blieb ihm nur mit ihr zu reden, so sie nicht eine andere Absicht hegte und als sie dann ein paar Schritt vor ihm verhielt verflüchtigte sich auch diese letzte, leise Hoffnung. <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Capitan?"</span>, fragte er also so neutral wie möglich und versuchte sich an einem Lächeln.<br />
<br />
Er musste das Gespräch nicht auch noch gleich auf eine schlechte Bahn lenken, nur weil ihm nicht danach war. </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Was zählt ist die Sonne von heute]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=441</link>
			<pubDate>Tue, 22 Aug 2017 19:48:02 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=441</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Was zählt ist die Sonne von heute </div>
<font size=1>Nachmittag des 11.März 1822<br />
Gregory Scovell & Shanaya Árashi</font></center><br />
<br />
<blockquote><div class="Shanaya">Da waren sie nun also. Drei Leute mehr für die kleine Crew, das waren sechs Hände mehr, die ihnen helfen konnten, Talins Bruder zu befreien. Wie fähig und nützlich sie waren würde sich wahrscheinlich schnell genug zeigen, aber erst einmal mussten sie auf jeden Mann setzen. Die zwei Frauen an Bord waren sicherlich fähig genug. Und was nach dieser Rettungsaktion sein würde, nun, auch das würden sie dann sehen. Shanaya hatte die drei erst einmal nur still beobachtet, hatte sie den anderen überlassen und sie auch auf dem Rundgang über die Sphinx nicht gestört. Stattdessen hatte sie sich kleinen Aufgaben gewidmet, mit dem festen Plan, die drei Fremden eher früher als später genau zu betrachten. Sie wollte wissen, auf wen sie sich gezwungenermaßen verlassen musste, wenn sie auf dem Schiff der Marine war. Ihr wäre eine Crew voller Greos für solch einen Moment lieber gewesen, aber sie musste mit dem leben, was sie hatten. Also mussten die drei – genau wie jeder Andere – mehr als nur einem prüfenden Blick unterziehen. <br />
Nach getaner Arbeit unter Deck begab sie sich wieder nach oben, atmete die frische Luft des Meeres ein und lächelte selbstverständlich darüber. Manchmal konnte sie es noch  immer nicht glauben, dass sie das Leben auf Yvenes wirklich hinter sich hatte lassen können. Aber niemand würde sie jetzt noch in dieses Leben zurück bekommen. Und wenn sie sich an den Mast nageln musste! Mit diesem Gedanken und einem gelassenen Schwenken beider Arme fiel ihr dann jedoch auch die Gestalt auf, die beinahe ein wenig verloren an Deck stand. Er kam wie gerufen! Die Schwarzhaarige blieb ruhig stehen, beobachtete einige Momente, während ihr Blick dem des Mannes zu der Takelage folgte. <br />
<br />
„<i>Ein hübsches Schiff, nicht wahr?“</i><br />
<br />
Shanaya trat noch zwei ruhige Schritte auf den Fremden zu, ließ den hellen Blick dabei selbst über das Schiff schweifen. <br />
<br />
„<i>Ich bin gespannt, wie sie aussieht, wenn alles wieder heile ist.“</i><br />
<br />
Die blauen Augen ruhten auf dem Mann, mit dem deutlichen Entschluss im Blick, alles über ihn heraus zu finden, was ihr irgendwie von Nutzen sein konnte.</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Was zählt ist die Sonne von heute </div>
<font size=1>Nachmittag des 11.März 1822<br />
Gregory Scovell & Shanaya Árashi</font></center><br />
<br />
<blockquote><div class="Shanaya">Da waren sie nun also. Drei Leute mehr für die kleine Crew, das waren sechs Hände mehr, die ihnen helfen konnten, Talins Bruder zu befreien. Wie fähig und nützlich sie waren würde sich wahrscheinlich schnell genug zeigen, aber erst einmal mussten sie auf jeden Mann setzen. Die zwei Frauen an Bord waren sicherlich fähig genug. Und was nach dieser Rettungsaktion sein würde, nun, auch das würden sie dann sehen. Shanaya hatte die drei erst einmal nur still beobachtet, hatte sie den anderen überlassen und sie auch auf dem Rundgang über die Sphinx nicht gestört. Stattdessen hatte sie sich kleinen Aufgaben gewidmet, mit dem festen Plan, die drei Fremden eher früher als später genau zu betrachten. Sie wollte wissen, auf wen sie sich gezwungenermaßen verlassen musste, wenn sie auf dem Schiff der Marine war. Ihr wäre eine Crew voller Greos für solch einen Moment lieber gewesen, aber sie musste mit dem leben, was sie hatten. Also mussten die drei – genau wie jeder Andere – mehr als nur einem prüfenden Blick unterziehen. <br />
Nach getaner Arbeit unter Deck begab sie sich wieder nach oben, atmete die frische Luft des Meeres ein und lächelte selbstverständlich darüber. Manchmal konnte sie es noch  immer nicht glauben, dass sie das Leben auf Yvenes wirklich hinter sich hatte lassen können. Aber niemand würde sie jetzt noch in dieses Leben zurück bekommen. Und wenn sie sich an den Mast nageln musste! Mit diesem Gedanken und einem gelassenen Schwenken beider Arme fiel ihr dann jedoch auch die Gestalt auf, die beinahe ein wenig verloren an Deck stand. Er kam wie gerufen! Die Schwarzhaarige blieb ruhig stehen, beobachtete einige Momente, während ihr Blick dem des Mannes zu der Takelage folgte. <br />
<br />
„<i>Ein hübsches Schiff, nicht wahr?“</i><br />
<br />
Shanaya trat noch zwei ruhige Schritte auf den Fremden zu, ließ den hellen Blick dabei selbst über das Schiff schweifen. <br />
<br />
„<i>Ich bin gespannt, wie sie aussieht, wenn alles wieder heile ist.“</i><br />
<br />
Die blauen Augen ruhten auf dem Mann, mit dem deutlichen Entschluss im Blick, alles über ihn heraus zu finden, was ihr irgendwie von Nutzen sein konnte.</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Geduld ist eine Tugend]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=401</link>
			<pubDate>Wed, 10 May 2017 14:58:53 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=401</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Geduld ist eine Tugend</div>
<font size=1>13. März 1822 Mittags<br />
Rayon Enarchea & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Der kleine Ausflug mit Greo hatte dem Tag einen guten Start verpasst – und umso besser war Shanayas Laune. Sie hatte alles besorgt, was sie brauchte, und all das auch schon dort verstaut, wo es hingehörte. Jetzt hieß es also weiter mit dem mühseligen Warten auf die Nacht... Es war noch viel zu viel Zeit bis zu diesem Moment, aber ein weiterer Besuch in der Stadt stand nicht an, alleine schon, weil es nur die Gefahr steigerte, dass sie sich in eine missliche Lage begab. Nicht, dass sie damit ein Problem gehabt hätte – im Gegenteil. Aber sie war nicht unbedingt scharf darauf, dass sie heute Nacht auf der Sphinx bleiben musste, weil sie irgendeine unbedeutende Kleinigkeit verbrochen hatte. Zumal DAS vermutlich eher eine Strafe für die Crew gewesen wäre. Die armen – eine unausgelastete, unzufriedene Version von ihr... Vermutlich konnte sich jeder von ihnen bessere Gesellschaft vorstellen als ein schwarzhaariges Wesen, das jedem am Ärmel zupfte und beschäftigt werden wollte. <br />
Mit einem leisen Schnaufen hob Shanaya den Kopf an, wog ihn leicht zur Seite und ließ den hellen Blick trotzdem noch auf den Horizont gerichtet. Den Arm, auf dessen Hand ihr Kopf geruht hatte, nahm sie von der Reling, schwang ihn einige Male vor und zurück, ehe sie in mit einem leisen Geräusch in die Hüfte stemmte. Die Einkäufe waren erledigt, im Hafen war es ruhig. Also hatte sie das Meer und die Schiffe beim auslaufen beobachtet. Bald waren sie an der Reihe – endlich. Aber diese Zeit würde sich vermutlich sehr ziehen – so zäh wie ein altes Stück Fleisch. Wäre es nur nicht so verdammt sinnvoll, das alles nachts zu erledigen. Aber die Schwarzhaarige hatte nun genug beobachtet, genug Notizen, um sicher zu sein, dass es WIRKLICH besser war, wenn sie bis zur Nacht warteten. Am hellen Tag in solch einen Stützpunkt zu wandern wäre vermutlich... nicht besonders klug. Also verließ ein ergebenes Seufzen ihre Kehle, mit dem sie sich schließlich herum wandte und die Arme kurz in Richtung Himmel streckte. Sie brauchte eine Beschäftigung. Irgendetwas, was nicht damit zu tun hatte, Löcher in die Luft zu starren und sehnsüchtig dem Rauschen der Wellen zu lauschen. Auch wenn das nicht als Zeitverschwendung galt – leider ging die Zeit davon nicht schneller um. Die blauen Augen huschten also suchend über das Deck. Vielleicht konnte sie auch einfach irgendwen ein bisschen belagern? Wer war denn schon wieder oder noch auf der Sphinx...? </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Geduld ist eine Tugend</div>
<font size=1>13. März 1822 Mittags<br />
Rayon Enarchea & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Der kleine Ausflug mit Greo hatte dem Tag einen guten Start verpasst – und umso besser war Shanayas Laune. Sie hatte alles besorgt, was sie brauchte, und all das auch schon dort verstaut, wo es hingehörte. Jetzt hieß es also weiter mit dem mühseligen Warten auf die Nacht... Es war noch viel zu viel Zeit bis zu diesem Moment, aber ein weiterer Besuch in der Stadt stand nicht an, alleine schon, weil es nur die Gefahr steigerte, dass sie sich in eine missliche Lage begab. Nicht, dass sie damit ein Problem gehabt hätte – im Gegenteil. Aber sie war nicht unbedingt scharf darauf, dass sie heute Nacht auf der Sphinx bleiben musste, weil sie irgendeine unbedeutende Kleinigkeit verbrochen hatte. Zumal DAS vermutlich eher eine Strafe für die Crew gewesen wäre. Die armen – eine unausgelastete, unzufriedene Version von ihr... Vermutlich konnte sich jeder von ihnen bessere Gesellschaft vorstellen als ein schwarzhaariges Wesen, das jedem am Ärmel zupfte und beschäftigt werden wollte. <br />
Mit einem leisen Schnaufen hob Shanaya den Kopf an, wog ihn leicht zur Seite und ließ den hellen Blick trotzdem noch auf den Horizont gerichtet. Den Arm, auf dessen Hand ihr Kopf geruht hatte, nahm sie von der Reling, schwang ihn einige Male vor und zurück, ehe sie in mit einem leisen Geräusch in die Hüfte stemmte. Die Einkäufe waren erledigt, im Hafen war es ruhig. Also hatte sie das Meer und die Schiffe beim auslaufen beobachtet. Bald waren sie an der Reihe – endlich. Aber diese Zeit würde sich vermutlich sehr ziehen – so zäh wie ein altes Stück Fleisch. Wäre es nur nicht so verdammt sinnvoll, das alles nachts zu erledigen. Aber die Schwarzhaarige hatte nun genug beobachtet, genug Notizen, um sicher zu sein, dass es WIRKLICH besser war, wenn sie bis zur Nacht warteten. Am hellen Tag in solch einen Stützpunkt zu wandern wäre vermutlich... nicht besonders klug. Also verließ ein ergebenes Seufzen ihre Kehle, mit dem sie sich schließlich herum wandte und die Arme kurz in Richtung Himmel streckte. Sie brauchte eine Beschäftigung. Irgendetwas, was nicht damit zu tun hatte, Löcher in die Luft zu starren und sehnsüchtig dem Rauschen der Wellen zu lauschen. Auch wenn das nicht als Zeitverschwendung galt – leider ging die Zeit davon nicht schneller um. Die blauen Augen huschten also suchend über das Deck. Vielleicht konnte sie auch einfach irgendwen ein bisschen belagern? Wer war denn schon wieder oder noch auf der Sphinx...? </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The early Bird]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=390</link>
			<pubDate>Thu, 20 Apr 2017 08:43:55 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=390</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">The early Bird </div><br><br />
<font size=1>Morgen des 14. März 1822 <br />
Greo & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=royalblue>Shanaya hatte die Nacht erstaunlich gut geschlafen, trotz der Geschehnisse am Vorabend. Trotz des Erfolges, den sie ganz klar für sich eingebracht hatten. Sie hatten die Informationen, die sie brauchten. Jetzt stand der Rettung von Talins Bruder nicht mehr viel im Wege, und mit jedem Herzschlag wuchs in Shanaya der Wunsch, einfach schon aufzubrechen. Aber sie brauchten noch die Uniformen... aber auch diesen Punkt würden sie heute Nacht erledigen. Und dann... dann war es wirklich nicht mehr weit. Und in ein paar Tagen würden sie gemütlich mit neuem Passagier weiter segeln. Alleine mit dieser Vorstellung wurde die Schwarzhaarige kribbelig, endlich frei in See stechen. Eine wunderbare Vorstellung, der sie sich jetzt aber nicht hingeben konnte. Irgendwann war sie aufgesprungen, hatte sich einen Eimer geschnappt und tänzelte jetzt mit einem Mob über das Deck. Wer noch alles schlief wusste sie nicht, aber sie selbst hatte Nichts mehr da unten gehalten. Sie brauchte frische Luft, Bewegung. Ansonsten wäre sie wohl unerträglich geworden. </font><br />
<br />
<font color=#696969> Schnaufend zog er den Kopf aus dem flachen Fass schüttelte sich kräftig, dass das Wasser nur so zu den Seiten d<font color=#696969>flog. Triefend lief ihm die kalte Brühe Stirn und Nacken runter, bis zu dem Hemdskragen, der unordentlich offen stand und ebenfalls durchnässt war. Er rieb sich mit den Händen über das Gesicht und blinzelte heftig, um wieder zur Sicht zu kommen. Argh, das hatte gut getan! Er schob sich die hochgekrempelten Ärmel zurecht und schöpfte sich das restliche Waschwasser grob über die Arme, auf denen kleine Sommersprossen gesprenkelt waren. Er war barfuß, mit den Hosenbeinen bei den Knien, goss die letzten Tropfen über die Reling und verharrte einen Moment. Diese angenehme Ruhe, dieser leise Augenblick von – KRITRSCH KRITSCH KRITSCH KLONK KRITSCH. Irritiert drehte er sich um und staunte nicht schlecht. Da war ja noch wer wach. Amüsiert beobachtete er Shanaya beim Was-auch-immer-das-werden-sollte und beschloss spontan, sich dem anzuschließen. Er hob den flachen Waschbehälter, schlang einen Arm um den eisenbeschlagenen Rand wie um eine Taille und stützte die andere Seite mit der Hand, dann drehte sich in großen Kreisen um sich selbst und tänzelte zu dem anderen Paar hinüber.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya war glücklich über die kleine Beschäftigung, auch wenn sie sie vielleicht nicht lange ablenken würde. Aber es gab schließlich genug zu tun, und bis heute Abend musste sie noch einiges an Zeit totschlagen. Auch wenn das eine lange Nacht werden würde... wer brauchte schon Schlaf? Dazu war später noch Zeit. Die junge Frau schrubbte also weiter, achtete nur halbherzig auf ihre Umgebung, bis ihr plötzlich in den Augenwinkeln ein Schatten auffiel. Nur leicht neigte die Schwarzhaarige den Kopf zur Seite, ohne dabei in dem monotonen Mob nach vorn und zurück inne zu halten. Leicht hob sie eine Augenbraue, blinzelte ein bisschen verwirrt, ehe sich ein amüsiertes Lächeln auf ihre Lippen zog. <i>„Hast du dir so früh am morgen schon Alkohol über den Schädel gekippt und den Rest direkt getrunken?“</i> Er hatte das mit den Pirouetten ja auch wunderbar drauf... </font><br />
<br />
<font color=#696969> Greo runzelte nur lahm die Stirn und ließ sich seinem Tanz nicht beirren. <i>„Das ist Kunst, siehst du das nicht?“</i>, brummte er und vollführte noch eine weitere Drehung, bevor er das Fässchen auf den Boden gleiten ließ und sich raumgreifend davor verbeugte. Dann richtete er sich auf, sah sich nach seinen Stiefeln um und strubbelte sich durch das wilde Haar. <i>„Ich trinke nicht.“</i> Greo nickte ihr zu und ein leicht schelmisches Zucken umspielte seine Mundwinkel, als er sich ein paar Schritte entfernte, um seine derben Stiefel einzusammeln. Während er in die Schuhe schlüpfte setzte er erneut zum Sprechen an. <i>„Ich heb mir das Zeug für andere Gelegenheiten auf.“</i> Sein Blick glitt zu Shanaya. <i>„Und du? Am frühen Morgen bereits am Putzen?“</I></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya ließ das belustigte Lächeln auf den Lippen ruhen, amüsierte sich einfach über die neue Gesellschaft, die sich da zu ihr gesellt hatte. <i>„Kunst? Tut mir Leid, da bin ich wohl ein Banause...“</i> Mit einem frechen Grinsen bedachte sie den Mann. <i>„Vielleicht bin ich solch einer Kunst auch einfach nicht würdig genug.“</I> Die blauen Augen beobachteten die Bewegungen Greos aufmerksam, bis sich ihr Kopf ein wenig zur anderen Seite neigte. <i>„Das sagen sie alle und dann...“</i> Sie machte eine dramatische Handbewegung, während ihr rechte immernoch den Mob halbherzig hin und her bewegte <i>„... dann liegen sie platt an Deck und wissen nicht mehr, wie sie heißen.“</i> Aber da ihr keine Fahne entgegen schlug, glaubte sie dem Dunkelhaarigen einfach Mal, zumindest für den Moment. Nun holte er seine Stiefel und Shanaya konzentrierte sich kurz wieder auf die Putzarbeit, auch als er sie wieder ansprach, richtete sie den Blick vorerst nicht herum. <i>„Ich brauche etwas zu tun, ich mag nicht mehr still rumsitzen und warten, dass der Tag rum geht. Das ist vermutlich aber nicht der Grund, wieso du schon ausgehfertig bist?“</i> Ein erneutes, schelmisches Lächeln. </font><br />
<br />
<font color=#696969> <i>„Nein, ich hab eine Verabredung.“</i>, informierte er sie monoton, richtete sich auf und knöpfte sich das Hemd zurecht. Ein freches Grinsen huschte über sein Gesicht, allerdings so kurz, dass es auch nur Einbildung hätte sein können. Greo schnappte sich seinen Hut, schüttelte ihn aus und platzierte ihn auf seinem nassen Haar. Kein Ausgang ohne Hut, Mann wusste schließlich, was sich gehörte. <i>„Bei Bedarf gibt’s unter Deck ein paar verschlissene Hängematten.“</i>, bot er ihr als Beschäftigungsalternative an und ignorierte geflissentlich, dass er im Rang unter ihr stand und ihr nicht solche Vorschläge zu machen hatte. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya wurde bei den Worten des Mannes dann doch etwas hellhörig. Soso. <i>„Und mit wem?“</i> Sie war nicht neugierig, niemals. Aber so wie er sich da zurecht machte, schien das ja fast sogar zu stimmen. Hut und Hemd zurecht rücken, jetzt musste er sich nur noch eine Fliege binden, die Stiefel polieren, bis sie glänzten... Als er dann die Hängematten erwähnte, lachte die Schwarzhaarige auf, streckte den Arm mit dem Mob aus und musterte den Dunkelhaarigen beinahe vorwurfsvoll. <i>„Das können die schön selbst flicken, dann lernen sie das wenigstens.“</i> Shanaya schnaufte leise. </font><br />
<br />
<font color=#696969> <i>„Ja, und morgen können sie kochen und sticken.“</i>, kommentierte er und überging die Frage nach seinem Date. <i>„Jedenfalls putzt du hier was, das bereits sauber ist.“</i> Er musste es wissen, er schrubbte ständig das Deck, wenn es sonst nichts mehr zu tun gab (wobei das eigentlich nicht oft der Fall war, weil die Sphinx sich doch sehr hilfsbereit zeigte, ihnen immer wieder neue Aufgaben zu stellen). Greo wandte sich ab und war im Begriff das Schiff zu verlassen, da drehte er sich noch einmal kurz um. <i>„Brauchen wir noch was, das ich im Hafen oder so besorgen könnte?“ </i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob leicht eine Augenbraue, blickte den Mann etwas forscher an. <i>„Meinst du, wenn du meine Frage ignorierst, vergesse ich meine Frage? Mit was für einem Wesen triffst du dich, du Kavalier?“</i> Sie bezweifelte, dass der Rest der Crew jetzt anfangen würde zu kochen... wie überflüssig wäre Reshef gewesen... aber sie war ja auch noch da. Bei seinen nächsten Worten blinzelte die Schwarzhaarige jedenfalls kurz, überlegte nur einen Herzschlag lang, ehe sie den Mob mit einer ruhigen Bewegung wieder in den Eimer Wasser tauchte, und mit gezielten Schritten auf Greo zuhielt. <i>„Ich nehme das mit dem Kavalier zurück. Ich putz dich gleich sauber.“</i> Shanaya grinste, hielt aber mit erhobenem Mob auf den fein heraus geputzten Mann zu. Dieses Mal ignorierte sie seine Frage. </font><br />
<br />
<font color=#696969> <i>„Warum so viel Interesse?“</i>, fragte er zurück und lupfte eine Braue. Sein Gesicht verriet ansonsten nicht viel mehr. Erneut blickte er sie an und hatte das verstörende Gefühl einer seiner Schwestern gegenüber zu stehen, die ihn forschend ansahen und herauszufinden versuchten, was in seinem Oberstübchen so vor sich ging. Das prekäre daran war, dass Frauen offenbar einen sechsten Sinn zu haben schienen, der ihnen verriet, wenn sie auf etwas Spannendes stießen – und davon abzulassen war wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Wie er sie bisher einschätzte, konnte sie verdammt hartnäckig sein. Viel Wille für so ein kleines Persönchen, dachte Greo und verweilte einen Moment mit Blick auf den Mob, bevor er sich der Planke zudrehte, über die er zum Kai hinabsteigen konnte. <i>„Nah, putz lieber die Latrine, die stinkt.“,</i> frotzelte er, diesmal mit Witz in der Stimme. </font><br />
<br />
<font color=royalblue><i>„Ich interessiere mich einfach dafür, was meine Mitmenschen so treiben.“</i> Das war glatt gelogen, und wenn er hinhörte, war das vermutlich nicht einmal schwer zu überhören sein. <i>„In Wirklichkeit bin ich einfach nur eine riesengroße Romantikerin und erfreue ich an romantischem Kram.“</i> Gruselig, wie viel Wahrheit darin lag. <i>„Ich bin einfach nur neugierig, für wen du dich so hübsch machst und dich um diese Uhrzeit davon stiehlst.“</i> Mit abwartender Miene betrachtete sie den Dunkelhaarigen, der scheinbar nicht mit der Sprache heraus rücken wollte. Nicht mit ihr! Als Greo sich dann aber umwandte, noch einen frechen Kommentar von sich gab, legte sich ein breites Grinsen auf Shanayas Lippen, ehe sie ausholte und den tropfenden Mob einfach in die Richtung des Mannes warf. Gut, er flog nicht wirklich gut, aber der Wille zählte! <i>„Du drückst dich ja vor der Arbeit und gehst irgendwelche Weiber aufreißen!“</i> Hah, ein Kerl eben!</font> <br />
<br />
<font color=#696969> Er lachte, korrigierte sie aber nicht. Es hätte sowieso nichts genutzt – wenn er jetzt anfing sich zu erklären, machte er sich erst recht verdächtig. Ungeschickt fing er den Mob mit dem Arm ab, wobei er ihm trotzdem gegen die Beine klatschte. <i>„Wer neugierig ist, erfährt auch Dinge, die er nicht hören will.“</i>, rezitierte er seine Mutter, deren liebevoll tadelnden Ton er sofort im Ohr klingeln hatte. <i>„Such dir lieber selbst wen, ist vielleicht die letzte Chance, bevor wir ablegen.“ </i>Er ging auf den Kai und schaute zu ihr hoch. <i>„Da gibt’s sicher auch einen Kerl, der weiß, wie man eine Hängematte näht. Wäre wertvoll für die Crew.“</I></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schmunzelte einfach darüber, wie der Mann den Mob fing, hatte über seine Worte nur geschnauft. <i>„Und du meinst, du weißt, was ich hören will – und was nicht? Das würde mich wundern.“</i> Kurz schweifte ihr blauer Blick über das Deck – ehe sie dem großen Mann mit gemütlichen Schritten folgte. <i>„Aber wenn du Nichts zu verbergen hast, hast du ja sicher auch Nichts dagegen, wenn ich noch ein wenig Proviant besorgen gehe und mein Weg deshalb deinem ähnelt.“</i> Nicht, dass sie vollkommen erpicht darauf war, herauszufinden, mit wem Greo sich traf, aber auch wenn es eine willkommene Abwechslung war, das Deck zu schrubben – sich die Beine im Hafen zu vertreten klang auch verlockend. Außerdem bekam sie langsam Hunger. <i>„Ich wette, du kriegst auch jede einzelne Hängematte genäht.“</i> Mit einer schwungvollen Bewegung richtete sie die Tasche, die sie vorsichtshalber umgehangen hatte, trat damit selbst auf den Kai, achtete jedoch nicht auf den Mann. Dazu hätte sie sich auch den Hals verrenken müssen. <i>„Willst du den Mob mitnehmen?“</i> Sie grinste ihm doch entgegen. </font><br />
<br />
<font color=#696969> <i>„Habe ich nie behauptet.“</i>, entgegnete er und ließ dabei offen, ob er sich auf die Dinge bezog, die sie vielleicht besser nicht hören wollte oder auf seine Geheimnisse, die er sicherlich nicht mit jedermann teilte. Aber er sah, dass er keine Chance hatte sie abzuwimmeln und er gab sich auch keine Mühe dabei. Sie würde schon früher oder später etwas anderes – oder jemand anderes – finden, der interessanter war als er. Und bis dahin war es vielleicht nicht verkehrt sich ein bisschen besser kennenzulernen, denn sie waren voneinander abhängig und es schadete nicht herauszufinden, auf wen man sich verlassen und was man sich bei wem erlauben konnte. Greo schwang den Mob lief noch einmal kurz zurück, um ihn über die Reling zu werfen. Dann polterte er mit großen Schritten zurück. <i>„Hängematten, Hosen, Haut – ich näh alles, wo ‘ne Nadel durchgeht.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue><i>„Dann kannst du mir ja dein kleines Geheimnis verraten.“</i> Zuckersüß grinste sie dem Dunkelhaarigen entgegen, auch wenn sie nicht glaubte, dass er ihr etwas anvertrauen würde. Aber damit konnte sie leben, immerhin gab es auch genug von ihr, was sie ihm nicht gleich unter die Nase reiben würde. Darüber machte sie sich also keinen Kopf, rümpfte nur leicht die Nase, während sie überlegte. <i>„Oder hast du mich etwa angelogen?“</i> Gespielt erschüttert hob sie die Hand an die Brust, musterte den Mann einen Moment, ehe sich wieder der vorherige Ausdruck auf ihre Züge legte und Greo den Mob zurück brachte. Und was für normale Menschen ein kurzer Weg gewesen wäre, wirkte bei ihm einfach wie zwei kleine Schritte. <i>„Siehst du. Wieso alle irgendwelche Fremden anlocken, die dir die Arbeit wegnehmen?“ </i></font><br />
<br />
<font color=#696969> Greo riss die Augen auf. <i>„Ja, habe ich!“</i>, gab er in demselben Tonfall zurück und schob sich an einer Gruppe Männer mit schweren Mehlsäcken auf den Rücken vorbei. Er hob einen Finger. <i>„Da hast du Recht, Langeweile ist ätzend, aber mit den paar Leuten an Bord können wir keine schnellen Manöver machen, sind nicht so gut in der Abwehr, haben zu wenig Möglichkeiten wen zu essen, wenn uns die Vorräte ausgehen – such‘ dir was aus, aber wir brauchen eigentlich noch seetüchtige Mitglieder.“</i> Es war ein Unterschied auf einem Schiff mit kaum einer Handvoll Personen zu arbeiten oder Teil einer zweihundert Seelen Mannschaft zu sein. Nicht, dass der die müffelnden Leiber und Ausdünstungen in den Massenunterkünften vermisste, geschweige denn die Zustände der Austritte oder die ständigen Konflikte, die einfach aufkamen, wenn zu viele Menschen mit zu wenig Arbeit auf zu engem Raum zusammengepfercht waren. Aber es hatte auch etwas für sich, in einer großen Gruppe unterwegs zu sein. Sicherheit zum Beispiel.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya lachte leise über die Reaktion des Mannes. Ohje, ein wunder Punkt? Machte er sich etwa Sorgen, er würde Nichts mehr zu tun haben? Vermutlich konnte sie ihn da zu Genüge beruhigen. Bei Greos kleiner Aufzählung musste sie dann doch lauter lachen, schüttelte den Kopf über die Worte ihres Gegenübers. <i>„Soso. Deine Prioritäten gehen also über 'etwas zu tun zu haben' zu 'nicht genug Leute an Bord die man essen kann'. Das macht dich irgendwie auf eine sehr absurde Art sympathisch.“ </i>Sie überdachte kurz dir Crew, ein paar Leute mehr hätten sicher nicht geschadet... Darauf konnten sie sich dann konzentrieren, wenn Captain Nummer zwei mit auf der Sphinx war. <i>„Vielleicht kannst du ja deine geheime Verabredung von uns wundervollem Haufen überzeugen...“</i> Ihre Stimme klang mehr beiläufig, nicht unbedingt ernst gemeint. <i>„Und wenn sie vier Beine und Fell hat erst Recht.“</I></font><br />
<br />
<font color=#696969> Greo schürzte die Lippen. <i>„Irgendwo muss man eben anfangen.“</i>, verteidigte er sich halbherzig und neigte das Kinn. Er verlangsamte ein wenig seine Schritte, weil er die Befürchtung hatte, dass sie irgendwann sprinten musste. Selbst, wenn er langsam spazieren ging, war er zügig unterwegs. Die Beine waren einfach zu lang. „Ah, nein, das denke ich nicht.“, mutmaßte er, <i>„Aber vier Beine und Fell könnte mein alter Köter sein. Der Colonel. Eigentlich eine Hündin, aber die beste, die wir hatten.“</i> Was erzählte er da für einen Mist? Das war eine vollkommen unnütze Information. <i>„Ich schätze Lucas Katze wäre davon nicht so angetan.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya grinste über die Worte des Mannes, ließ sie sonst aber unkommentiert. Einen Moment konzentrierte sie sich darauf, dass er langsamer wurde, hielt sich dann aber wieder an seiner Seite. Als er dann ein wenig zu erzählen begann, neigte sich ihr Kopf etwas zur Seite. Von was für Tieren er da auch immer redete... <i>„Du hast eine Menge mit Tieren zu tun, oder? Erst diese Tiere auf dem Markt“</i> - sie hatte dieses Bild von Greo und dem Getier noch lebhaft genug vor Augen - <i>„und jetzt diese ganzen Erwähnungen.“</i> Sie musterte den Älteren aufmerksam von der Seite. </font><br />
<br />
<font color=#696969> Grübelnd klatschte er einer alten Kuh, die am Wegrand stand und das aufkeimende Treiben mit einer gewissen Gelassenheit betrachtete, auf den knochigen Hinterleib. Ohrenzuckend trat das Rindvieh von einem Bein aufs andere, schüttelte den Kopf im Joch und kaute ihren Mageninhalt wieder hervor. <i>„Ich komm vom Land, was erwartest du.“</i>, erwiderte Greo geistesabwesend und riss sich aus seinen Gedanken heraus. <i>„Du nicht?“</i> Das für eine Frage. Selbst, wenn sie es nicht hervorkehrte, konnte man an ihren Bewegungen und der Art zu sprechen ablesen, dass sie eigentlich nicht so richtig aus der Gasse stammen konnte. Es war nicht unbedingt offensichtlich – oder Greos Fähigkeiten dahingehend einfach beschränkt – aber er hatte den Eindruck, dass sie nicht so ganz aus denselben Verhältnissen stammten. Hatten sie darüber bereits einmal geredet? Er konnte sich nicht entsinnen. </font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">The early Bird </div><br><br />
<font size=1>Morgen des 14. März 1822 <br />
Greo & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=royalblue>Shanaya hatte die Nacht erstaunlich gut geschlafen, trotz der Geschehnisse am Vorabend. Trotz des Erfolges, den sie ganz klar für sich eingebracht hatten. Sie hatten die Informationen, die sie brauchten. Jetzt stand der Rettung von Talins Bruder nicht mehr viel im Wege, und mit jedem Herzschlag wuchs in Shanaya der Wunsch, einfach schon aufzubrechen. Aber sie brauchten noch die Uniformen... aber auch diesen Punkt würden sie heute Nacht erledigen. Und dann... dann war es wirklich nicht mehr weit. Und in ein paar Tagen würden sie gemütlich mit neuem Passagier weiter segeln. Alleine mit dieser Vorstellung wurde die Schwarzhaarige kribbelig, endlich frei in See stechen. Eine wunderbare Vorstellung, der sie sich jetzt aber nicht hingeben konnte. Irgendwann war sie aufgesprungen, hatte sich einen Eimer geschnappt und tänzelte jetzt mit einem Mob über das Deck. Wer noch alles schlief wusste sie nicht, aber sie selbst hatte Nichts mehr da unten gehalten. Sie brauchte frische Luft, Bewegung. Ansonsten wäre sie wohl unerträglich geworden. </font><br />
<br />
<font color=#696969> Schnaufend zog er den Kopf aus dem flachen Fass schüttelte sich kräftig, dass das Wasser nur so zu den Seiten d<font color=#696969>flog. Triefend lief ihm die kalte Brühe Stirn und Nacken runter, bis zu dem Hemdskragen, der unordentlich offen stand und ebenfalls durchnässt war. Er rieb sich mit den Händen über das Gesicht und blinzelte heftig, um wieder zur Sicht zu kommen. Argh, das hatte gut getan! Er schob sich die hochgekrempelten Ärmel zurecht und schöpfte sich das restliche Waschwasser grob über die Arme, auf denen kleine Sommersprossen gesprenkelt waren. Er war barfuß, mit den Hosenbeinen bei den Knien, goss die letzten Tropfen über die Reling und verharrte einen Moment. Diese angenehme Ruhe, dieser leise Augenblick von – KRITRSCH KRITSCH KRITSCH KLONK KRITSCH. Irritiert drehte er sich um und staunte nicht schlecht. Da war ja noch wer wach. Amüsiert beobachtete er Shanaya beim Was-auch-immer-das-werden-sollte und beschloss spontan, sich dem anzuschließen. Er hob den flachen Waschbehälter, schlang einen Arm um den eisenbeschlagenen Rand wie um eine Taille und stützte die andere Seite mit der Hand, dann drehte sich in großen Kreisen um sich selbst und tänzelte zu dem anderen Paar hinüber.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya war glücklich über die kleine Beschäftigung, auch wenn sie sie vielleicht nicht lange ablenken würde. Aber es gab schließlich genug zu tun, und bis heute Abend musste sie noch einiges an Zeit totschlagen. Auch wenn das eine lange Nacht werden würde... wer brauchte schon Schlaf? Dazu war später noch Zeit. Die junge Frau schrubbte also weiter, achtete nur halbherzig auf ihre Umgebung, bis ihr plötzlich in den Augenwinkeln ein Schatten auffiel. Nur leicht neigte die Schwarzhaarige den Kopf zur Seite, ohne dabei in dem monotonen Mob nach vorn und zurück inne zu halten. Leicht hob sie eine Augenbraue, blinzelte ein bisschen verwirrt, ehe sich ein amüsiertes Lächeln auf ihre Lippen zog. <i>„Hast du dir so früh am morgen schon Alkohol über den Schädel gekippt und den Rest direkt getrunken?“</i> Er hatte das mit den Pirouetten ja auch wunderbar drauf... </font><br />
<br />
<font color=#696969> Greo runzelte nur lahm die Stirn und ließ sich seinem Tanz nicht beirren. <i>„Das ist Kunst, siehst du das nicht?“</i>, brummte er und vollführte noch eine weitere Drehung, bevor er das Fässchen auf den Boden gleiten ließ und sich raumgreifend davor verbeugte. Dann richtete er sich auf, sah sich nach seinen Stiefeln um und strubbelte sich durch das wilde Haar. <i>„Ich trinke nicht.“</i> Greo nickte ihr zu und ein leicht schelmisches Zucken umspielte seine Mundwinkel, als er sich ein paar Schritte entfernte, um seine derben Stiefel einzusammeln. Während er in die Schuhe schlüpfte setzte er erneut zum Sprechen an. <i>„Ich heb mir das Zeug für andere Gelegenheiten auf.“</i> Sein Blick glitt zu Shanaya. <i>„Und du? Am frühen Morgen bereits am Putzen?“</I></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya ließ das belustigte Lächeln auf den Lippen ruhen, amüsierte sich einfach über die neue Gesellschaft, die sich da zu ihr gesellt hatte. <i>„Kunst? Tut mir Leid, da bin ich wohl ein Banause...“</i> Mit einem frechen Grinsen bedachte sie den Mann. <i>„Vielleicht bin ich solch einer Kunst auch einfach nicht würdig genug.“</I> Die blauen Augen beobachteten die Bewegungen Greos aufmerksam, bis sich ihr Kopf ein wenig zur anderen Seite neigte. <i>„Das sagen sie alle und dann...“</i> Sie machte eine dramatische Handbewegung, während ihr rechte immernoch den Mob halbherzig hin und her bewegte <i>„... dann liegen sie platt an Deck und wissen nicht mehr, wie sie heißen.“</i> Aber da ihr keine Fahne entgegen schlug, glaubte sie dem Dunkelhaarigen einfach Mal, zumindest für den Moment. Nun holte er seine Stiefel und Shanaya konzentrierte sich kurz wieder auf die Putzarbeit, auch als er sie wieder ansprach, richtete sie den Blick vorerst nicht herum. <i>„Ich brauche etwas zu tun, ich mag nicht mehr still rumsitzen und warten, dass der Tag rum geht. Das ist vermutlich aber nicht der Grund, wieso du schon ausgehfertig bist?“</i> Ein erneutes, schelmisches Lächeln. </font><br />
<br />
<font color=#696969> <i>„Nein, ich hab eine Verabredung.“</i>, informierte er sie monoton, richtete sich auf und knöpfte sich das Hemd zurecht. Ein freches Grinsen huschte über sein Gesicht, allerdings so kurz, dass es auch nur Einbildung hätte sein können. Greo schnappte sich seinen Hut, schüttelte ihn aus und platzierte ihn auf seinem nassen Haar. Kein Ausgang ohne Hut, Mann wusste schließlich, was sich gehörte. <i>„Bei Bedarf gibt’s unter Deck ein paar verschlissene Hängematten.“</i>, bot er ihr als Beschäftigungsalternative an und ignorierte geflissentlich, dass er im Rang unter ihr stand und ihr nicht solche Vorschläge zu machen hatte. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya wurde bei den Worten des Mannes dann doch etwas hellhörig. Soso. <i>„Und mit wem?“</i> Sie war nicht neugierig, niemals. Aber so wie er sich da zurecht machte, schien das ja fast sogar zu stimmen. Hut und Hemd zurecht rücken, jetzt musste er sich nur noch eine Fliege binden, die Stiefel polieren, bis sie glänzten... Als er dann die Hängematten erwähnte, lachte die Schwarzhaarige auf, streckte den Arm mit dem Mob aus und musterte den Dunkelhaarigen beinahe vorwurfsvoll. <i>„Das können die schön selbst flicken, dann lernen sie das wenigstens.“</i> Shanaya schnaufte leise. </font><br />
<br />
<font color=#696969> <i>„Ja, und morgen können sie kochen und sticken.“</i>, kommentierte er und überging die Frage nach seinem Date. <i>„Jedenfalls putzt du hier was, das bereits sauber ist.“</i> Er musste es wissen, er schrubbte ständig das Deck, wenn es sonst nichts mehr zu tun gab (wobei das eigentlich nicht oft der Fall war, weil die Sphinx sich doch sehr hilfsbereit zeigte, ihnen immer wieder neue Aufgaben zu stellen). Greo wandte sich ab und war im Begriff das Schiff zu verlassen, da drehte er sich noch einmal kurz um. <i>„Brauchen wir noch was, das ich im Hafen oder so besorgen könnte?“ </i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob leicht eine Augenbraue, blickte den Mann etwas forscher an. <i>„Meinst du, wenn du meine Frage ignorierst, vergesse ich meine Frage? Mit was für einem Wesen triffst du dich, du Kavalier?“</i> Sie bezweifelte, dass der Rest der Crew jetzt anfangen würde zu kochen... wie überflüssig wäre Reshef gewesen... aber sie war ja auch noch da. Bei seinen nächsten Worten blinzelte die Schwarzhaarige jedenfalls kurz, überlegte nur einen Herzschlag lang, ehe sie den Mob mit einer ruhigen Bewegung wieder in den Eimer Wasser tauchte, und mit gezielten Schritten auf Greo zuhielt. <i>„Ich nehme das mit dem Kavalier zurück. Ich putz dich gleich sauber.“</i> Shanaya grinste, hielt aber mit erhobenem Mob auf den fein heraus geputzten Mann zu. Dieses Mal ignorierte sie seine Frage. </font><br />
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<font color=#696969> <i>„Warum so viel Interesse?“</i>, fragte er zurück und lupfte eine Braue. Sein Gesicht verriet ansonsten nicht viel mehr. Erneut blickte er sie an und hatte das verstörende Gefühl einer seiner Schwestern gegenüber zu stehen, die ihn forschend ansahen und herauszufinden versuchten, was in seinem Oberstübchen so vor sich ging. Das prekäre daran war, dass Frauen offenbar einen sechsten Sinn zu haben schienen, der ihnen verriet, wenn sie auf etwas Spannendes stießen – und davon abzulassen war wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Wie er sie bisher einschätzte, konnte sie verdammt hartnäckig sein. Viel Wille für so ein kleines Persönchen, dachte Greo und verweilte einen Moment mit Blick auf den Mob, bevor er sich der Planke zudrehte, über die er zum Kai hinabsteigen konnte. <i>„Nah, putz lieber die Latrine, die stinkt.“,</i> frotzelte er, diesmal mit Witz in der Stimme. </font><br />
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<font color=royalblue><i>„Ich interessiere mich einfach dafür, was meine Mitmenschen so treiben.“</i> Das war glatt gelogen, und wenn er hinhörte, war das vermutlich nicht einmal schwer zu überhören sein. <i>„In Wirklichkeit bin ich einfach nur eine riesengroße Romantikerin und erfreue ich an romantischem Kram.“</i> Gruselig, wie viel Wahrheit darin lag. <i>„Ich bin einfach nur neugierig, für wen du dich so hübsch machst und dich um diese Uhrzeit davon stiehlst.“</i> Mit abwartender Miene betrachtete sie den Dunkelhaarigen, der scheinbar nicht mit der Sprache heraus rücken wollte. Nicht mit ihr! Als Greo sich dann aber umwandte, noch einen frechen Kommentar von sich gab, legte sich ein breites Grinsen auf Shanayas Lippen, ehe sie ausholte und den tropfenden Mob einfach in die Richtung des Mannes warf. Gut, er flog nicht wirklich gut, aber der Wille zählte! <i>„Du drückst dich ja vor der Arbeit und gehst irgendwelche Weiber aufreißen!“</i> Hah, ein Kerl eben!</font> <br />
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<font color=#696969> Er lachte, korrigierte sie aber nicht. Es hätte sowieso nichts genutzt – wenn er jetzt anfing sich zu erklären, machte er sich erst recht verdächtig. Ungeschickt fing er den Mob mit dem Arm ab, wobei er ihm trotzdem gegen die Beine klatschte. <i>„Wer neugierig ist, erfährt auch Dinge, die er nicht hören will.“</i>, rezitierte er seine Mutter, deren liebevoll tadelnden Ton er sofort im Ohr klingeln hatte. <i>„Such dir lieber selbst wen, ist vielleicht die letzte Chance, bevor wir ablegen.“ </i>Er ging auf den Kai und schaute zu ihr hoch. <i>„Da gibt’s sicher auch einen Kerl, der weiß, wie man eine Hängematte näht. Wäre wertvoll für die Crew.“</I></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya schmunzelte einfach darüber, wie der Mann den Mob fing, hatte über seine Worte nur geschnauft. <i>„Und du meinst, du weißt, was ich hören will – und was nicht? Das würde mich wundern.“</i> Kurz schweifte ihr blauer Blick über das Deck – ehe sie dem großen Mann mit gemütlichen Schritten folgte. <i>„Aber wenn du Nichts zu verbergen hast, hast du ja sicher auch Nichts dagegen, wenn ich noch ein wenig Proviant besorgen gehe und mein Weg deshalb deinem ähnelt.“</i> Nicht, dass sie vollkommen erpicht darauf war, herauszufinden, mit wem Greo sich traf, aber auch wenn es eine willkommene Abwechslung war, das Deck zu schrubben – sich die Beine im Hafen zu vertreten klang auch verlockend. Außerdem bekam sie langsam Hunger. <i>„Ich wette, du kriegst auch jede einzelne Hängematte genäht.“</i> Mit einer schwungvollen Bewegung richtete sie die Tasche, die sie vorsichtshalber umgehangen hatte, trat damit selbst auf den Kai, achtete jedoch nicht auf den Mann. Dazu hätte sie sich auch den Hals verrenken müssen. <i>„Willst du den Mob mitnehmen?“</i> Sie grinste ihm doch entgegen. </font><br />
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<font color=#696969> <i>„Habe ich nie behauptet.“</i>, entgegnete er und ließ dabei offen, ob er sich auf die Dinge bezog, die sie vielleicht besser nicht hören wollte oder auf seine Geheimnisse, die er sicherlich nicht mit jedermann teilte. Aber er sah, dass er keine Chance hatte sie abzuwimmeln und er gab sich auch keine Mühe dabei. Sie würde schon früher oder später etwas anderes – oder jemand anderes – finden, der interessanter war als er. Und bis dahin war es vielleicht nicht verkehrt sich ein bisschen besser kennenzulernen, denn sie waren voneinander abhängig und es schadete nicht herauszufinden, auf wen man sich verlassen und was man sich bei wem erlauben konnte. Greo schwang den Mob lief noch einmal kurz zurück, um ihn über die Reling zu werfen. Dann polterte er mit großen Schritten zurück. <i>„Hängematten, Hosen, Haut – ich näh alles, wo ‘ne Nadel durchgeht.“</i></font><br />
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<font color=royalblue><i>„Dann kannst du mir ja dein kleines Geheimnis verraten.“</i> Zuckersüß grinste sie dem Dunkelhaarigen entgegen, auch wenn sie nicht glaubte, dass er ihr etwas anvertrauen würde. Aber damit konnte sie leben, immerhin gab es auch genug von ihr, was sie ihm nicht gleich unter die Nase reiben würde. Darüber machte sie sich also keinen Kopf, rümpfte nur leicht die Nase, während sie überlegte. <i>„Oder hast du mich etwa angelogen?“</i> Gespielt erschüttert hob sie die Hand an die Brust, musterte den Mann einen Moment, ehe sich wieder der vorherige Ausdruck auf ihre Züge legte und Greo den Mob zurück brachte. Und was für normale Menschen ein kurzer Weg gewesen wäre, wirkte bei ihm einfach wie zwei kleine Schritte. <i>„Siehst du. Wieso alle irgendwelche Fremden anlocken, die dir die Arbeit wegnehmen?“ </i></font><br />
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<font color=#696969> Greo riss die Augen auf. <i>„Ja, habe ich!“</i>, gab er in demselben Tonfall zurück und schob sich an einer Gruppe Männer mit schweren Mehlsäcken auf den Rücken vorbei. Er hob einen Finger. <i>„Da hast du Recht, Langeweile ist ätzend, aber mit den paar Leuten an Bord können wir keine schnellen Manöver machen, sind nicht so gut in der Abwehr, haben zu wenig Möglichkeiten wen zu essen, wenn uns die Vorräte ausgehen – such‘ dir was aus, aber wir brauchen eigentlich noch seetüchtige Mitglieder.“</i> Es war ein Unterschied auf einem Schiff mit kaum einer Handvoll Personen zu arbeiten oder Teil einer zweihundert Seelen Mannschaft zu sein. Nicht, dass der die müffelnden Leiber und Ausdünstungen in den Massenunterkünften vermisste, geschweige denn die Zustände der Austritte oder die ständigen Konflikte, die einfach aufkamen, wenn zu viele Menschen mit zu wenig Arbeit auf zu engem Raum zusammengepfercht waren. Aber es hatte auch etwas für sich, in einer großen Gruppe unterwegs zu sein. Sicherheit zum Beispiel.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya lachte leise über die Reaktion des Mannes. Ohje, ein wunder Punkt? Machte er sich etwa Sorgen, er würde Nichts mehr zu tun haben? Vermutlich konnte sie ihn da zu Genüge beruhigen. Bei Greos kleiner Aufzählung musste sie dann doch lauter lachen, schüttelte den Kopf über die Worte ihres Gegenübers. <i>„Soso. Deine Prioritäten gehen also über 'etwas zu tun zu haben' zu 'nicht genug Leute an Bord die man essen kann'. Das macht dich irgendwie auf eine sehr absurde Art sympathisch.“ </i>Sie überdachte kurz dir Crew, ein paar Leute mehr hätten sicher nicht geschadet... Darauf konnten sie sich dann konzentrieren, wenn Captain Nummer zwei mit auf der Sphinx war. <i>„Vielleicht kannst du ja deine geheime Verabredung von uns wundervollem Haufen überzeugen...“</i> Ihre Stimme klang mehr beiläufig, nicht unbedingt ernst gemeint. <i>„Und wenn sie vier Beine und Fell hat erst Recht.“</I></font><br />
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<font color=#696969> Greo schürzte die Lippen. <i>„Irgendwo muss man eben anfangen.“</i>, verteidigte er sich halbherzig und neigte das Kinn. Er verlangsamte ein wenig seine Schritte, weil er die Befürchtung hatte, dass sie irgendwann sprinten musste. Selbst, wenn er langsam spazieren ging, war er zügig unterwegs. Die Beine waren einfach zu lang. „Ah, nein, das denke ich nicht.“, mutmaßte er, <i>„Aber vier Beine und Fell könnte mein alter Köter sein. Der Colonel. Eigentlich eine Hündin, aber die beste, die wir hatten.“</i> Was erzählte er da für einen Mist? Das war eine vollkommen unnütze Information. <i>„Ich schätze Lucas Katze wäre davon nicht so angetan.“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya grinste über die Worte des Mannes, ließ sie sonst aber unkommentiert. Einen Moment konzentrierte sie sich darauf, dass er langsamer wurde, hielt sich dann aber wieder an seiner Seite. Als er dann ein wenig zu erzählen begann, neigte sich ihr Kopf etwas zur Seite. Von was für Tieren er da auch immer redete... <i>„Du hast eine Menge mit Tieren zu tun, oder? Erst diese Tiere auf dem Markt“</i> - sie hatte dieses Bild von Greo und dem Getier noch lebhaft genug vor Augen - <i>„und jetzt diese ganzen Erwähnungen.“</i> Sie musterte den Älteren aufmerksam von der Seite. </font><br />
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<font color=#696969> Grübelnd klatschte er einer alten Kuh, die am Wegrand stand und das aufkeimende Treiben mit einer gewissen Gelassenheit betrachtete, auf den knochigen Hinterleib. Ohrenzuckend trat das Rindvieh von einem Bein aufs andere, schüttelte den Kopf im Joch und kaute ihren Mageninhalt wieder hervor. <i>„Ich komm vom Land, was erwartest du.“</i>, erwiderte Greo geistesabwesend und riss sich aus seinen Gedanken heraus. <i>„Du nicht?“</i> Das für eine Frage. Selbst, wenn sie es nicht hervorkehrte, konnte man an ihren Bewegungen und der Art zu sprechen ablesen, dass sie eigentlich nicht so richtig aus der Gasse stammen konnte. Es war nicht unbedingt offensichtlich – oder Greos Fähigkeiten dahingehend einfach beschränkt – aber er hatte den Eindruck, dass sie nicht so ganz aus denselben Verhältnissen stammten. Hatten sie darüber bereits einmal geredet? Er konnte sich nicht entsinnen. </font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Let's give this another try]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=355</link>
			<pubDate>Sat, 04 Mar 2017 12:28:49 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=355</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Let's give this another try </div><br><br />
<font size=1>Vormittag des 14. März 1822 <br />
Ryan Black & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=royalblue><font color=royalblue>Shanaya stand direkt an der Kante der Hafenmauer, hatte die blauen Augen auf den Horizont gerichtet. Informationen besorgt, Plan geplant. Jetzt mussten sie nur noch die Uniformen besorgen, auf die Morgenwind kommen und schon war ihr Ziel erreicht. Nicht, dass sie Talins Bruder noch befreien mussten, aber das war ja nur eine Kleinigkeit. Was sollte bei ihrem Plan schiefgehen? Sie hoffte nur auf die Zusammenarbeit der Anderen – und solch ein Gedanke von ihr. Aber Aspen und Liam hatten gezeigt, dass es funktionieren konnte. Und bei Talin war sie sich da auch Recht sicher. Also lag nun ein siegessicheres Lächeln auf den Lippen der Schwarzhaarigen. Sie konnte es kaum erwarten, wäre am liebsten direkt aufgebrochen. Aber hey – Vorfreude sollte ja die schönste sein. Also übte sie sich in Geduld, atmete tief durch und wandte sich mit einer ruhigen Bewegung um, noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Markt besorgen. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan hatte noch vor dem Morgengrauen das Schiff verlassen. Er genoss seine wieder neu gewonnene Freiheit, auch wenn es ihn zugegebenermaßen beunruhigte wie es nun für ihn weiter gehen sollte. Früher oder später würde Talin irgendwie mit ihm weiter verfahren müssen.. Doch jetzt wiegte er sich in der Sicherheit dass man auf seine Arbeitskraft nicht verzichten konnte. Und so sehr ihm bewusst war dass dies jener Crew ebenso missfiel wie ihm, würde dieser Zustand nicht für immer anhalten. Und bis dahin musste eine Entscheidung fallen. Allerdings war er jetzt in diesem Moment hier – an diesem unbekannten Hafen und versuchte sich einen Überblick über diesen Ort zu verschaffen. Was ihm auch recht gut gelang, immerhin hatte Ryan schon immer ein Händchen dafür die von Dieben und Hehler verseuchten Ecken eines Ortes ausfindig zu machen. Und so dauerte es nicht lange bis er wohlig Lächelnd aus einer dreckigen Spelunke trat, nur um dann festzustellen dass der Morgen schon eine ganze Weile angebrochen war.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya ließ die Arme kurz durch die Luft schwingen, musste sich zusammen reißen, um nicht durch die Gassen zu hüpfen. Wie gerne hätte sie die Zeit ein bisschen vor gedreht, dafür gesorgt, dass sie endlich auf dieses Schiff konnten. Wer hätte gedacht, dass sie es jemals kaum erwarten können würde, auf ein Marineschiff zu kommen. Wie gut, dass sie wusste, dass dieser Zustand schnell wieder vorbei sein würde. Lieber jetzt als Morgen. Dieser Gedanke tat ihrer guten Laune jedoch keinen Abbruch, sodass sie sich kurz zu ihrer Tasche drehte, prüfend hinunter blickte und wieder aufblickte, als vor ihr eine Tür geöffnet wurde. Eigentlich hatte sie zur Seite treten wollen, ihren Weg weiter gehen wollen, egal, wer da stand. Aber so legte sich nun doch ein hämisches Grinsen auf die Lippen der jungen Frau. <i>„Vermisst du mich so sehr?“</i></font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryans Lächeln erstarb mit einem Male und sein Gesichtsausdruck schwankte von sichtlich und offenkundig genervt zu Todernst. Doch auf ihre Frage hin, hob er nur amüsiert eine Augenbraue. <i>„Das müsste ich eigentlich dich fragen. Immerhin bist du es die mir über den Weg läuft und außerdem-“</i>, mehr konnte Ryan gar nicht sagen. Er spürte wie ihn jemand an der rechten Schulter packte: <font color=#97ae00>“Ehh, Dieb.“</font>, knurrte ein stämmiger, bärtiger Seefahrer mit diversen Tätowierungen im Gesicht und an den Händen. <font color=#97ae00>„Ich hab dich beobachtet..“</font>, lallte er drauf los und starrte Ryan aus seinen Glubschaugen heraus an. Sein Gewicht verlagerte sich und er nutzte den schmächtigen Dieb dazu sich an ihm abzustützen. <font color=#97ae00>„...du hast dich mit Davidson unterhalten, rrrrrischtig?“</font>, er sprach gedehnt beim letzten Wort kam er ordentlich ins Schwanken und schloss für einige Sekunden die Augen. Ryan schob ungerührt dessen Hand von seiner Schulter und just in diesem Moment verlor der gute wirklich das Gleichgewicht, durch den plötzlich fehlenden halt. Sofort stolperte er auf der Schwelle zum Ausgang direkt auf die Schwarzhaarige zu.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya s Lächeln wurde breiter, je ernster die Miene des Diebes wurde. Ihr lag ein 'Warum denn so ernst?' auf der Zunge, aber sie hob nur leicht die Arme, verschränkte sie vor der Brust und lauschte Ryans Erwiderung. Zu gerne hätte sie das 'außerdem' gehört, aber ein dritter kam dazwischen. Jemand Fremdes, vielleicht ja ein Freund des Dunkelhaarigen? Einer, der ihn jetzt aus der Hand der bösen Piraten retten würde? Sollte er ihn ruhig mitnehmen. Aber scheinbar waren die zwei doch keine Freunde, aber der Dieb diente als Stütze und wurde ausgefragt. Davidson. Kein Name, den sie kannte – und vermutlich musste sie ihn sich auch nicht merken. Aber in diesem Moment wendete sich das Blatt ein wenig, der Betrunkene taumelte, kam dabei direkt auf sie zu. Die junge Frau hatte nur eine Augenbraue gehoben, war einen Schritt zur Seite getreten, während ihre Hand auf ihrem Dolch am Gürtel ruhte, bereit zu handeln, wenn er zu nah kam. <i>„Einen bezaubernden Freund hast du da...“ </i></font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan drehte sich erwartungsvoll in die Richtung in welcher der Betrunkene gestolpert war doch sehr zu seinem Bedauern machte Shanaya einen gar eleganten Schritt zur Seite, sodass der Typ zumindest nicht bei ihr den gewünschten Halt fand. Und kaum das ihre Hand auf ihrem Dolch ruhte, kippte der dicke Seefahrer prompt vornüber und landete direkt neben der Dunkelhaarigen im Dreck. Überraschenderweise hinderte es den betrunkenen nicht daran weiter zu lallen – diesmal jedoch völlig unverständliches Zeug. Ryans Augenbraue war immer noch leicht angehoben, doch ein leises amüsiertes schmunzeln huschte für den Bruchteil einer Sekunde über seine Lippen. <i>„Aye und er ist so grazil wie ein Flusspferd. Und dürfte auch in etwa die selbe Statur haben.“</i> Ryan steckte kurz eine Hand in eine seiner Taschen, beugte sich zu dem am Boden liegenden Typen und packte ihn mit der anderen Hand an den Haaren um seinen Kopf hochzuheben. <i>„Hier, kauf dir einen Schnaps mein Freund. Damit du wieder zu Kräften kommst. Mit besten grüßen von Davidson.“</i>, und mit einem Klirren hatte er eine Silbermünze aus der Tasche gezogen und schnipste jene direkt vor dem Fremden in den Dreck. Woher er er so schnell das Geld aufgetrieben hatte, war wohl etwas sonderbar – immer hin hatte man ihm alles abgenommen was er bei sich getragen hatte, nachdem man ihn auf der Sphinx festnahm. Und dennoch war es nichts ungewöhnliches für Ryan. Zumindest nicht im Zusammenhang damit das er gerade aus einer ziemlich dreckigen Spelunke getreten war. Vermutlich hatte er ja doch nur seine Taschen dort bereichert. <i>„Und wenn ihr zwei mich jetzt entschuldigen würdet, ich habe noch etwas zu erledigen.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya rechnete damit, dass der Typ noch einen Schritt zur Seite kommen würde, um sich an ihr zu stützen. Sie wartete förmlich darauf, aber statt dessen küsste er lieber den Boden zu ihren Füßen. <i>„Immerhin liegt er mir zu Füßen...“</i> Mit diesen Worten hob Shanaya leicht einen Fuß, stupste damit den am Boden liegenden. Zwar lallte er noch etwas, aber man konnte ja nie wissen... er schien jedenfalls noch zu leben – sie hatte ihn also doch nicht ganz umgehauen – und bekam sogleich eine charmante Behandlung des Diebes. Der spendierte ein bisschen Geld, nannte wieder diesen Namen. Da konnte sie ja fast neugierig werden. Aber aus diesem betrunkenen am Boden würde sie wohl nicht viel heraus bekommen. Ryan jedenfalls wollte sich zum gehen wenden, sodass die blauen Augen kurz auf dem Mann ruhten, ehe sie mit den Schultern zuckte, sich selbst wieder in Bewegung setzte und mit vorsichtigen Schritten über den Fremden stieg. Wenn er sich ihr schon mal so vor die Füße warf... Sie musste selbst noch etwas besorgen. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan hörte wie sich Shanaya ebenfalls in Bewegung setzte und für einen kurzen Augenblick dachte er sogar sie wolle ihn wieder im Auge behalten. Doch dann schüttelte er nur den Kopf. Nein, Talin hatte ihr Wort gegeben und so sehr es ihm missfiel rechnete er Shanayas desinteresse immerhin etwas an. So konnte er nun wenigstens in Ruhe den Tag damit verbringen seinen gerade erhaltenen Auftrag auszuführen. <i>„Sonnenschein, du hast eine ziemlich verquere Sicht auf all die Dinge um dich herum“</i>, kommentierte er knapp ihre Aussage, nachdem er nun doch einen Blick über seine Schulter wagte. Er hatte den Markt noch nicht erreicht, als er stehen blieb und seine Augen leicht zusammen kniff. Dann sah er sich argwöhnisch um und anstelle weiter zu gehen, nahm er doch eine der viele Abzweigungen in eine dunklere, engere Gasse.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya dachte schon nicht mehr über die Anwesenheit des Diebes nach. Er war quasi frei, und leider glaubte sie, dass sie sich bald schon wieder begegnen würden... Also kümmerte sie sich nicht weiter um ihn, hob nur leicht den Kopf an, als er sie noch einmal ansprach. 'Sonnenschein'. Was wollte er ihr damit wohl sagen? Aber eine verquere Sicht? Sie? Sie war eine Frau, eine sehr hübsche dazu, jeder Kerl der Welt würde sich ihr vor die Füße werfen, ihr aus der Hand fressen. Da machte solch ein betrunkener Typ keine Ausnahme. Und der Dieb selbst... der durfte gern seine Suppe allein auslöffeln. Sie sagte jedenfalls nichts auf seine Worte, konzentrierte sich schon wieder auf den Markt und hob nur halbherzig grüßend eine Hand. Was konnte sie hier wohl alles an Proviant bekommen...? </font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Let's give this another try </div><br><br />
<font size=1>Vormittag des 14. März 1822 <br />
Ryan Black & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=royalblue><font color=royalblue>Shanaya stand direkt an der Kante der Hafenmauer, hatte die blauen Augen auf den Horizont gerichtet. Informationen besorgt, Plan geplant. Jetzt mussten sie nur noch die Uniformen besorgen, auf die Morgenwind kommen und schon war ihr Ziel erreicht. Nicht, dass sie Talins Bruder noch befreien mussten, aber das war ja nur eine Kleinigkeit. Was sollte bei ihrem Plan schiefgehen? Sie hoffte nur auf die Zusammenarbeit der Anderen – und solch ein Gedanke von ihr. Aber Aspen und Liam hatten gezeigt, dass es funktionieren konnte. Und bei Talin war sie sich da auch Recht sicher. Also lag nun ein siegessicheres Lächeln auf den Lippen der Schwarzhaarigen. Sie konnte es kaum erwarten, wäre am liebsten direkt aufgebrochen. Aber hey – Vorfreude sollte ja die schönste sein. Also übte sie sich in Geduld, atmete tief durch und wandte sich mit einer ruhigen Bewegung um, noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Markt besorgen. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan hatte noch vor dem Morgengrauen das Schiff verlassen. Er genoss seine wieder neu gewonnene Freiheit, auch wenn es ihn zugegebenermaßen beunruhigte wie es nun für ihn weiter gehen sollte. Früher oder später würde Talin irgendwie mit ihm weiter verfahren müssen.. Doch jetzt wiegte er sich in der Sicherheit dass man auf seine Arbeitskraft nicht verzichten konnte. Und so sehr ihm bewusst war dass dies jener Crew ebenso missfiel wie ihm, würde dieser Zustand nicht für immer anhalten. Und bis dahin musste eine Entscheidung fallen. Allerdings war er jetzt in diesem Moment hier – an diesem unbekannten Hafen und versuchte sich einen Überblick über diesen Ort zu verschaffen. Was ihm auch recht gut gelang, immerhin hatte Ryan schon immer ein Händchen dafür die von Dieben und Hehler verseuchten Ecken eines Ortes ausfindig zu machen. Und so dauerte es nicht lange bis er wohlig Lächelnd aus einer dreckigen Spelunke trat, nur um dann festzustellen dass der Morgen schon eine ganze Weile angebrochen war.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya ließ die Arme kurz durch die Luft schwingen, musste sich zusammen reißen, um nicht durch die Gassen zu hüpfen. Wie gerne hätte sie die Zeit ein bisschen vor gedreht, dafür gesorgt, dass sie endlich auf dieses Schiff konnten. Wer hätte gedacht, dass sie es jemals kaum erwarten können würde, auf ein Marineschiff zu kommen. Wie gut, dass sie wusste, dass dieser Zustand schnell wieder vorbei sein würde. Lieber jetzt als Morgen. Dieser Gedanke tat ihrer guten Laune jedoch keinen Abbruch, sodass sie sich kurz zu ihrer Tasche drehte, prüfend hinunter blickte und wieder aufblickte, als vor ihr eine Tür geöffnet wurde. Eigentlich hatte sie zur Seite treten wollen, ihren Weg weiter gehen wollen, egal, wer da stand. Aber so legte sich nun doch ein hämisches Grinsen auf die Lippen der jungen Frau. <i>„Vermisst du mich so sehr?“</i></font><br />
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<font color=#191970>Ryans Lächeln erstarb mit einem Male und sein Gesichtsausdruck schwankte von sichtlich und offenkundig genervt zu Todernst. Doch auf ihre Frage hin, hob er nur amüsiert eine Augenbraue. <i>„Das müsste ich eigentlich dich fragen. Immerhin bist du es die mir über den Weg läuft und außerdem-“</i>, mehr konnte Ryan gar nicht sagen. Er spürte wie ihn jemand an der rechten Schulter packte: <font color=#97ae00>“Ehh, Dieb.“</font>, knurrte ein stämmiger, bärtiger Seefahrer mit diversen Tätowierungen im Gesicht und an den Händen. <font color=#97ae00>„Ich hab dich beobachtet..“</font>, lallte er drauf los und starrte Ryan aus seinen Glubschaugen heraus an. Sein Gewicht verlagerte sich und er nutzte den schmächtigen Dieb dazu sich an ihm abzustützen. <font color=#97ae00>„...du hast dich mit Davidson unterhalten, rrrrrischtig?“</font>, er sprach gedehnt beim letzten Wort kam er ordentlich ins Schwanken und schloss für einige Sekunden die Augen. Ryan schob ungerührt dessen Hand von seiner Schulter und just in diesem Moment verlor der gute wirklich das Gleichgewicht, durch den plötzlich fehlenden halt. Sofort stolperte er auf der Schwelle zum Ausgang direkt auf die Schwarzhaarige zu.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya s Lächeln wurde breiter, je ernster die Miene des Diebes wurde. Ihr lag ein 'Warum denn so ernst?' auf der Zunge, aber sie hob nur leicht die Arme, verschränkte sie vor der Brust und lauschte Ryans Erwiderung. Zu gerne hätte sie das 'außerdem' gehört, aber ein dritter kam dazwischen. Jemand Fremdes, vielleicht ja ein Freund des Dunkelhaarigen? Einer, der ihn jetzt aus der Hand der bösen Piraten retten würde? Sollte er ihn ruhig mitnehmen. Aber scheinbar waren die zwei doch keine Freunde, aber der Dieb diente als Stütze und wurde ausgefragt. Davidson. Kein Name, den sie kannte – und vermutlich musste sie ihn sich auch nicht merken. Aber in diesem Moment wendete sich das Blatt ein wenig, der Betrunkene taumelte, kam dabei direkt auf sie zu. Die junge Frau hatte nur eine Augenbraue gehoben, war einen Schritt zur Seite getreten, während ihre Hand auf ihrem Dolch am Gürtel ruhte, bereit zu handeln, wenn er zu nah kam. <i>„Einen bezaubernden Freund hast du da...“ </i></font><br />
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<font color=#191970>Ryan drehte sich erwartungsvoll in die Richtung in welcher der Betrunkene gestolpert war doch sehr zu seinem Bedauern machte Shanaya einen gar eleganten Schritt zur Seite, sodass der Typ zumindest nicht bei ihr den gewünschten Halt fand. Und kaum das ihre Hand auf ihrem Dolch ruhte, kippte der dicke Seefahrer prompt vornüber und landete direkt neben der Dunkelhaarigen im Dreck. Überraschenderweise hinderte es den betrunkenen nicht daran weiter zu lallen – diesmal jedoch völlig unverständliches Zeug. Ryans Augenbraue war immer noch leicht angehoben, doch ein leises amüsiertes schmunzeln huschte für den Bruchteil einer Sekunde über seine Lippen. <i>„Aye und er ist so grazil wie ein Flusspferd. Und dürfte auch in etwa die selbe Statur haben.“</i> Ryan steckte kurz eine Hand in eine seiner Taschen, beugte sich zu dem am Boden liegenden Typen und packte ihn mit der anderen Hand an den Haaren um seinen Kopf hochzuheben. <i>„Hier, kauf dir einen Schnaps mein Freund. Damit du wieder zu Kräften kommst. Mit besten grüßen von Davidson.“</i>, und mit einem Klirren hatte er eine Silbermünze aus der Tasche gezogen und schnipste jene direkt vor dem Fremden in den Dreck. Woher er er so schnell das Geld aufgetrieben hatte, war wohl etwas sonderbar – immer hin hatte man ihm alles abgenommen was er bei sich getragen hatte, nachdem man ihn auf der Sphinx festnahm. Und dennoch war es nichts ungewöhnliches für Ryan. Zumindest nicht im Zusammenhang damit das er gerade aus einer ziemlich dreckigen Spelunke getreten war. Vermutlich hatte er ja doch nur seine Taschen dort bereichert. <i>„Und wenn ihr zwei mich jetzt entschuldigen würdet, ich habe noch etwas zu erledigen.“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya rechnete damit, dass der Typ noch einen Schritt zur Seite kommen würde, um sich an ihr zu stützen. Sie wartete förmlich darauf, aber statt dessen küsste er lieber den Boden zu ihren Füßen. <i>„Immerhin liegt er mir zu Füßen...“</i> Mit diesen Worten hob Shanaya leicht einen Fuß, stupste damit den am Boden liegenden. Zwar lallte er noch etwas, aber man konnte ja nie wissen... er schien jedenfalls noch zu leben – sie hatte ihn also doch nicht ganz umgehauen – und bekam sogleich eine charmante Behandlung des Diebes. Der spendierte ein bisschen Geld, nannte wieder diesen Namen. Da konnte sie ja fast neugierig werden. Aber aus diesem betrunkenen am Boden würde sie wohl nicht viel heraus bekommen. Ryan jedenfalls wollte sich zum gehen wenden, sodass die blauen Augen kurz auf dem Mann ruhten, ehe sie mit den Schultern zuckte, sich selbst wieder in Bewegung setzte und mit vorsichtigen Schritten über den Fremden stieg. Wenn er sich ihr schon mal so vor die Füße warf... Sie musste selbst noch etwas besorgen. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan hörte wie sich Shanaya ebenfalls in Bewegung setzte und für einen kurzen Augenblick dachte er sogar sie wolle ihn wieder im Auge behalten. Doch dann schüttelte er nur den Kopf. Nein, Talin hatte ihr Wort gegeben und so sehr es ihm missfiel rechnete er Shanayas desinteresse immerhin etwas an. So konnte er nun wenigstens in Ruhe den Tag damit verbringen seinen gerade erhaltenen Auftrag auszuführen. <i>„Sonnenschein, du hast eine ziemlich verquere Sicht auf all die Dinge um dich herum“</i>, kommentierte er knapp ihre Aussage, nachdem er nun doch einen Blick über seine Schulter wagte. Er hatte den Markt noch nicht erreicht, als er stehen blieb und seine Augen leicht zusammen kniff. Dann sah er sich argwöhnisch um und anstelle weiter zu gehen, nahm er doch eine der viele Abzweigungen in eine dunklere, engere Gasse.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya dachte schon nicht mehr über die Anwesenheit des Diebes nach. Er war quasi frei, und leider glaubte sie, dass sie sich bald schon wieder begegnen würden... Also kümmerte sie sich nicht weiter um ihn, hob nur leicht den Kopf an, als er sie noch einmal ansprach. 'Sonnenschein'. Was wollte er ihr damit wohl sagen? Aber eine verquere Sicht? Sie? Sie war eine Frau, eine sehr hübsche dazu, jeder Kerl der Welt würde sich ihr vor die Füße werfen, ihr aus der Hand fressen. Da machte solch ein betrunkener Typ keine Ausnahme. Und der Dieb selbst... der durfte gern seine Suppe allein auslöffeln. Sie sagte jedenfalls nichts auf seine Worte, konzentrierte sich schon wieder auf den Markt und hob nur halbherzig grüßend eine Hand. Was konnte sie hier wohl alles an Proviant bekommen...? </font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[One Step closer]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=322</link>
			<pubDate>Sat, 04 Feb 2017 11:05:20 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=322</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">One Step closer</div>
<font size=1>Die Nacht des 13. März 1822 <br />
Talin Dravean & Shanaya Árashi</font></center><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya konnte den Weg zurück zur Sphinx nicht schnell genug hinter sich bringen. Allein schon, weil sie damit endlich weiter kommen würden. Endlich. Und so blieb sie auch nicht still stehen, als sie den ersten Schritt auf der Planken trat, sondern bewegte sich direkt weiter vorwärts. Es war dunkel, viel konnte sie nicht erkennen. Aber ihr Ziel war trotzdem klar – und wenn die Blonde nicht an Deck war, dann vermutlich in der Kajüte. <i>„Taaallliiiiin!“</i> Beinahe ein wenig verschwörerisch wisperte die Schwarzhaarige in die frische Nachtluft, lauschte, ob irgendwo auf dem Schiff Schritte in ihre Richtung kamen. </font><br />
<br />
<font color=#66CDAA>Des Wartens müde geworden und dennoch immer noch völlig unter Storm stehend, sah Talin in die Nacht hinaus, behielt den Kai genau im Blick. So entgingen ihr auch nicht die Gestalten, die in einem strammen Tempo näher kamen. Wie von selbst glitt ihr Blick an den dreien vorbei und sie sah genauer in die Schatten dahinter. Ob ihnen jemand gefolgt war? Oder war die Mission geglückt? Was wäre wohl ein gutes Zeichen gewesen? Wenn sie hüpfend über die Weg daher gekommen wären? Über diesen Gedanken verdrehte sie die Augen und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder der näher kommenden Gestalt zu. Shanaya war als erstes da. Die schwarzhaarige hätte sich ihr melodramatisches Flüstern sparen können, denn kaum hatten ihre Füße die Planken des Schiffes berührt, stand Talin auch schon so gut wie neben ihr. <i>„Was ist passiert?“</i> Sie hielt sich gar nicht lange mit Vorreden auf. Wenn etwas schief gelaufen war, dann sollte sie es besser gleich wissen, damit sie in See stechen konnten und sie sich keine zu großen Hoffnungen machte.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hätte ja erwartet, dass Talin sofort da wäre, sobald sie rief. Aber dass sie sie nicht so nah bei sich gesehen hatte, überraschte die Schwarzhaarige dann doch. Wie aus dem Nichts tauchte die Blonde auf, redete nicht lange drum herum sondern fragte direkt, was geschehen war. Die blauen Augen blinzelten einen Moment, ehe die junge Frau den Kopf ganz herum drehte, ein vielsagendes Lächeln auf den Lippen. Sie hätte ihr natürlich direkt sagen können, was passiert war. Hätte. Wäre Talin an jemanden geraten, der ein Freund davon war. <i>„Was kriege ich dafür, wenn ich es dir verrate?“</i> Ein amüsiertes Lächeln galt der Blonden, während sie mit beinahe allem rechnete. Einer Pistole am Kopf, einer verzweifeltem Talin, direkt eine Kugel im Kopf... die Möglichkeiten waren unzählig. Wobei ihr Lächeln vermutlich schon genug verraten würde.</font> <br />
<br />
<font color=#66CDAA>Die Anspannung ließ sie ihre Fäuste ballen und zeigte sich in ihrem Gesicht. Gar nicht schnell genug konnte die andere ihr antworten. Doch stattdessen...statt ihr zu sagen, was sie herausgefunden hatten, ließ Shanaya sie zappeln. Ihr erster Gedanke war, die Pistole zu zücken und der Schwarzhaarigen an die Stirn zu drücken. Der nächste Gedanke ließ sie nach einem Fass mit Wasser Ausschau halten, in dem sich Shanayas Kopf sicher ganz wunderbar machen würde. Es folgten noch ein paar weitere Verwünschungen und unnette Gedanken, bevor sie schließlich klar genug nachdachte, um das zufriedene Lächeln auf den Lippen der Jüngeren zu bemerken. Also drohte keine Gefahr, sonst würde sie nicht so mit Talin spielen. Ihre Stirn glättete sich und ihre Hände entspannten sich. Tief atmete die Blonde ein, bevor sie ihren Blick von Shanya abwandte. <i>„Also gut, wenn du es mir nicht sagen willst, dann frage ich eben Aspen.“</i> Gelangweilt, als ging sie das alles gar nicht an, zuckte sie mit den Schultern und wollte sich schon von der schwarzhaarigen abwenden. Sie wusste genau, was es für sie bedeutete, wenn Talin androhte jemand anderen zu fragen. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya blieb vollkommen entspannt, während sie im Gesicht ihres Gegenübers das genaue Gegenteil erkannte. Vielleicht hatte sie gleich doch eine Kugel zwischen den Augen? Ein Tritt in den Bauch... Ihre Gedanken sponnen immer weiter. Es dauerte einige Momente, in denen die Schwarzhaarige still stehen blieb, bis Talin tief durchatmete und sich abwandte. Sie wollte zu Aspen gehen? Weil die beiden sich so gut verstanden? Shanaya seufzte nun ihrerseits, kramte dabei in ihrer Tasche und richtete den Blick von der anderen Frau ab. <i>„Wie schade, dann gehe ich deinen Bruder eben ohne dich retten. Da wird er sicher traurig sein.“</i> Mit einem vielsagenden Ausdruck zog sie den beschriebenen Zettel hervor, betrachtete noch einmal selbst ihre Schrift und schielte über den Rand des Papiers zu der Blonden. </font><br />
<br />
<font color=#66CDAA>Wirklich? Dieses Spiel wollte sie jetzt also spielen? Talin musste zugeben, dass sie ein wenig enttäuscht war. In ihren Gedanken war das gute Gelingen dieser Mission etwas anders verlaufen. Aber sie musste sich jetzt mit diesem Kinderspiel abgeben. Traurigerweise war sie aber nicht ganz unschuldig. Sie hätte einfach nicht auf die Provokation eingehen sollen, sondern erwachsen reagieren müssen. Genau das sollte sie jetzt auch tun. Genau so musste sie jetzt reagieren. Stattdessen spielte sie diese Theater weiter mit. Hätte sie ihren Hintern erreichen können, sie hätte in diesem Augenblick hinein gebissen. Aber ihr Stolz behielt die Oberhand. Also reckte sie das Kinn vor und lächelte lieblich. <i>„Nur zu. Renn allein los, mal sehen wie weit du kommst. Dann geh ich mit den anderen. Liam und Aspen haben sicher die gleichen Informationen wie du.“</i> Nur mit Mühe unterdrückte sie das kindische Bedürfnis Shanaya die Zunge rauszustrecken. Dummerweise machte es ihr auch noch Spaß. Ihre Nerven waren vor Spannung furchtbar extrem angespannt und sie wollte endlich die gute Nachricht haben, aber auf der anderen Seite...ach ja.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya beobachtete Talin vollkommen gelassen. Sie hatte es nicht eilig, sie wusste, was sie wissen wollte. Zu gerne hätte die Schwarzhaarige gewusst, was im Kopf der Blonden vor sich ging. Aber sie ging nicht einfach weiter, das allein sprach schon für sich. Talins Lächeln wurde mit einer unschuldigen Miene kommentiert, bei ihren Worten lachte sie leise auf. <i>„Bitte fordere mich nicht mit so etwas heraus, sonst laufe ich gleich wirklich alleine los.“</i> Kein Gedanke, bei dem sie sagen konnte, sie hätte ihn nicht schon durchdacht. Shanaya wedelte also leicht mit dem Blatt Papier, ehe ihr Lächeln ein wenig versöhnlicher wurde und sie den Arm ausstreckte, ihrem Gegenüber das Papier entgegen hielt. <i>„Ich weiß nicht mal, wie der werte Herr aussieht, ich wäre ohne dich also vermutlich aufgeschmissen.“</i> Ihr Kopf neigte sich leicht zur Seite. <br />
<br />
<font color=#66CDAA>Ihre Augenbraue zuckte bei dem leisen Lachen in die Höhe. Ob das eine Art Friedensangebot war? Nun, zumindest schien Talin mit ihren Worten eine Art Nerv getroffen zu haben. Bei Shanayas Worten schnaubte sie leise und schüttelte den Kopf. <i>„Ich denke du würdest nicht weit kommen, denn ich hätte dich vorher niedergerungen.“</i> Sie war der Schwarzhaarigen einen Blick zu, der besagte, sie solle nur versuchen, ihr zu widersprechen. Ein leiser Seufzer schlich sich über ihre Lippen und mit etwas zittrigen Fingern griff sie nach dem ihr angebotenen Zettel. Als sie ihn schließlich in den Händen hielt, traute sie sich fast gar nicht ihn anzusehen, geschweige denn zu lesen. Stattdessen konzentrierte sie sich auf Shanaya. Ihre Worte brachten sie zum Schmunzeln und einen kleinen Witz konnte sie sich nicht verkneifen. <i>„Du musst doch nur nach einem Mann mit Bart Ausschau halten. So schwer kann das doch nicht sein.“</i> Letztlich zog das Stück Papier in ihrer Hand ihren Blick magisch an. Mit wild klopfenden Herzen las sie was dort stand. Sie war ihrem Ziel wieder einen Schritt näher. <i>„Danke.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya unterdrückte ein belustigtes Kopfschütteln, als Talin scher seufzte. Niemand hatte gesagt, es würde leicht mit ihr werden. Das hatte die Blonde sich selbst zu zuschreiben! Und auch wenn auf die Worte ihres Gegenübers ein passender Blick folgte, am Shanaya doch nicht drum herum, leicht eine Augenbraue zu heben. Dann sind wir beide damit beschäftigt, den anderen zu besiegen und dein Bruder darf bleiben, wo er ist.“ Auch eine Lösung. Aber die Blonde griff nach dem Zettel, las jedoch nicht, was darauf geschrieben stand. Was sie das wohl an Überwindung kosten musste? <i>„Oh ja, es gibt natürlich nur einen einzigen Mann mit Bart. Aber mit seinem Namen wäre ich vermutlich weiter gekommen.“</i> Und auch, wenn sie kein Bild von Talins Bruder vor Augen hatte, so sah sie nun einen bärtigen Kerl mit drei Köpfen vor sich, der sie verwirrt anblickte, weil sie nach Lucien suchte. Ein verrückter Gedanke, den sie mit einem leichten Kopfschütteln abtat und wieder zu Talin blickte, die nun doch den Zettel beachtete. <i>„Sobald wir ihn da raus haben, sind wir quitt.“</i> Sie lächelte munter. </font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">One Step closer</div>
<font size=1>Die Nacht des 13. März 1822 <br />
Talin Dravean & Shanaya Árashi</font></center><br />
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<font color=royalblue>Shanaya konnte den Weg zurück zur Sphinx nicht schnell genug hinter sich bringen. Allein schon, weil sie damit endlich weiter kommen würden. Endlich. Und so blieb sie auch nicht still stehen, als sie den ersten Schritt auf der Planken trat, sondern bewegte sich direkt weiter vorwärts. Es war dunkel, viel konnte sie nicht erkennen. Aber ihr Ziel war trotzdem klar – und wenn die Blonde nicht an Deck war, dann vermutlich in der Kajüte. <i>„Taaallliiiiin!“</i> Beinahe ein wenig verschwörerisch wisperte die Schwarzhaarige in die frische Nachtluft, lauschte, ob irgendwo auf dem Schiff Schritte in ihre Richtung kamen. </font><br />
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<font color=#66CDAA>Des Wartens müde geworden und dennoch immer noch völlig unter Storm stehend, sah Talin in die Nacht hinaus, behielt den Kai genau im Blick. So entgingen ihr auch nicht die Gestalten, die in einem strammen Tempo näher kamen. Wie von selbst glitt ihr Blick an den dreien vorbei und sie sah genauer in die Schatten dahinter. Ob ihnen jemand gefolgt war? Oder war die Mission geglückt? Was wäre wohl ein gutes Zeichen gewesen? Wenn sie hüpfend über die Weg daher gekommen wären? Über diesen Gedanken verdrehte sie die Augen und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder der näher kommenden Gestalt zu. Shanaya war als erstes da. Die schwarzhaarige hätte sich ihr melodramatisches Flüstern sparen können, denn kaum hatten ihre Füße die Planken des Schiffes berührt, stand Talin auch schon so gut wie neben ihr. <i>„Was ist passiert?“</i> Sie hielt sich gar nicht lange mit Vorreden auf. Wenn etwas schief gelaufen war, dann sollte sie es besser gleich wissen, damit sie in See stechen konnten und sie sich keine zu großen Hoffnungen machte.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hätte ja erwartet, dass Talin sofort da wäre, sobald sie rief. Aber dass sie sie nicht so nah bei sich gesehen hatte, überraschte die Schwarzhaarige dann doch. Wie aus dem Nichts tauchte die Blonde auf, redete nicht lange drum herum sondern fragte direkt, was geschehen war. Die blauen Augen blinzelten einen Moment, ehe die junge Frau den Kopf ganz herum drehte, ein vielsagendes Lächeln auf den Lippen. Sie hätte ihr natürlich direkt sagen können, was passiert war. Hätte. Wäre Talin an jemanden geraten, der ein Freund davon war. <i>„Was kriege ich dafür, wenn ich es dir verrate?“</i> Ein amüsiertes Lächeln galt der Blonden, während sie mit beinahe allem rechnete. Einer Pistole am Kopf, einer verzweifeltem Talin, direkt eine Kugel im Kopf... die Möglichkeiten waren unzählig. Wobei ihr Lächeln vermutlich schon genug verraten würde.</font> <br />
<br />
<font color=#66CDAA>Die Anspannung ließ sie ihre Fäuste ballen und zeigte sich in ihrem Gesicht. Gar nicht schnell genug konnte die andere ihr antworten. Doch stattdessen...statt ihr zu sagen, was sie herausgefunden hatten, ließ Shanaya sie zappeln. Ihr erster Gedanke war, die Pistole zu zücken und der Schwarzhaarigen an die Stirn zu drücken. Der nächste Gedanke ließ sie nach einem Fass mit Wasser Ausschau halten, in dem sich Shanayas Kopf sicher ganz wunderbar machen würde. Es folgten noch ein paar weitere Verwünschungen und unnette Gedanken, bevor sie schließlich klar genug nachdachte, um das zufriedene Lächeln auf den Lippen der Jüngeren zu bemerken. Also drohte keine Gefahr, sonst würde sie nicht so mit Talin spielen. Ihre Stirn glättete sich und ihre Hände entspannten sich. Tief atmete die Blonde ein, bevor sie ihren Blick von Shanya abwandte. <i>„Also gut, wenn du es mir nicht sagen willst, dann frage ich eben Aspen.“</i> Gelangweilt, als ging sie das alles gar nicht an, zuckte sie mit den Schultern und wollte sich schon von der schwarzhaarigen abwenden. Sie wusste genau, was es für sie bedeutete, wenn Talin androhte jemand anderen zu fragen. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya blieb vollkommen entspannt, während sie im Gesicht ihres Gegenübers das genaue Gegenteil erkannte. Vielleicht hatte sie gleich doch eine Kugel zwischen den Augen? Ein Tritt in den Bauch... Ihre Gedanken sponnen immer weiter. Es dauerte einige Momente, in denen die Schwarzhaarige still stehen blieb, bis Talin tief durchatmete und sich abwandte. Sie wollte zu Aspen gehen? Weil die beiden sich so gut verstanden? Shanaya seufzte nun ihrerseits, kramte dabei in ihrer Tasche und richtete den Blick von der anderen Frau ab. <i>„Wie schade, dann gehe ich deinen Bruder eben ohne dich retten. Da wird er sicher traurig sein.“</i> Mit einem vielsagenden Ausdruck zog sie den beschriebenen Zettel hervor, betrachtete noch einmal selbst ihre Schrift und schielte über den Rand des Papiers zu der Blonden. </font><br />
<br />
<font color=#66CDAA>Wirklich? Dieses Spiel wollte sie jetzt also spielen? Talin musste zugeben, dass sie ein wenig enttäuscht war. In ihren Gedanken war das gute Gelingen dieser Mission etwas anders verlaufen. Aber sie musste sich jetzt mit diesem Kinderspiel abgeben. Traurigerweise war sie aber nicht ganz unschuldig. Sie hätte einfach nicht auf die Provokation eingehen sollen, sondern erwachsen reagieren müssen. Genau das sollte sie jetzt auch tun. Genau so musste sie jetzt reagieren. Stattdessen spielte sie diese Theater weiter mit. Hätte sie ihren Hintern erreichen können, sie hätte in diesem Augenblick hinein gebissen. Aber ihr Stolz behielt die Oberhand. Also reckte sie das Kinn vor und lächelte lieblich. <i>„Nur zu. Renn allein los, mal sehen wie weit du kommst. Dann geh ich mit den anderen. Liam und Aspen haben sicher die gleichen Informationen wie du.“</i> Nur mit Mühe unterdrückte sie das kindische Bedürfnis Shanaya die Zunge rauszustrecken. Dummerweise machte es ihr auch noch Spaß. Ihre Nerven waren vor Spannung furchtbar extrem angespannt und sie wollte endlich die gute Nachricht haben, aber auf der anderen Seite...ach ja.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya beobachtete Talin vollkommen gelassen. Sie hatte es nicht eilig, sie wusste, was sie wissen wollte. Zu gerne hätte die Schwarzhaarige gewusst, was im Kopf der Blonden vor sich ging. Aber sie ging nicht einfach weiter, das allein sprach schon für sich. Talins Lächeln wurde mit einer unschuldigen Miene kommentiert, bei ihren Worten lachte sie leise auf. <i>„Bitte fordere mich nicht mit so etwas heraus, sonst laufe ich gleich wirklich alleine los.“</i> Kein Gedanke, bei dem sie sagen konnte, sie hätte ihn nicht schon durchdacht. Shanaya wedelte also leicht mit dem Blatt Papier, ehe ihr Lächeln ein wenig versöhnlicher wurde und sie den Arm ausstreckte, ihrem Gegenüber das Papier entgegen hielt. <i>„Ich weiß nicht mal, wie der werte Herr aussieht, ich wäre ohne dich also vermutlich aufgeschmissen.“</i> Ihr Kopf neigte sich leicht zur Seite. <br />
<br />
<font color=#66CDAA>Ihre Augenbraue zuckte bei dem leisen Lachen in die Höhe. Ob das eine Art Friedensangebot war? Nun, zumindest schien Talin mit ihren Worten eine Art Nerv getroffen zu haben. Bei Shanayas Worten schnaubte sie leise und schüttelte den Kopf. <i>„Ich denke du würdest nicht weit kommen, denn ich hätte dich vorher niedergerungen.“</i> Sie war der Schwarzhaarigen einen Blick zu, der besagte, sie solle nur versuchen, ihr zu widersprechen. Ein leiser Seufzer schlich sich über ihre Lippen und mit etwas zittrigen Fingern griff sie nach dem ihr angebotenen Zettel. Als sie ihn schließlich in den Händen hielt, traute sie sich fast gar nicht ihn anzusehen, geschweige denn zu lesen. Stattdessen konzentrierte sie sich auf Shanaya. Ihre Worte brachten sie zum Schmunzeln und einen kleinen Witz konnte sie sich nicht verkneifen. <i>„Du musst doch nur nach einem Mann mit Bart Ausschau halten. So schwer kann das doch nicht sein.“</i> Letztlich zog das Stück Papier in ihrer Hand ihren Blick magisch an. Mit wild klopfenden Herzen las sie was dort stand. Sie war ihrem Ziel wieder einen Schritt näher. <i>„Danke.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya unterdrückte ein belustigtes Kopfschütteln, als Talin scher seufzte. Niemand hatte gesagt, es würde leicht mit ihr werden. Das hatte die Blonde sich selbst zu zuschreiben! Und auch wenn auf die Worte ihres Gegenübers ein passender Blick folgte, am Shanaya doch nicht drum herum, leicht eine Augenbraue zu heben. Dann sind wir beide damit beschäftigt, den anderen zu besiegen und dein Bruder darf bleiben, wo er ist.“ Auch eine Lösung. Aber die Blonde griff nach dem Zettel, las jedoch nicht, was darauf geschrieben stand. Was sie das wohl an Überwindung kosten musste? <i>„Oh ja, es gibt natürlich nur einen einzigen Mann mit Bart. Aber mit seinem Namen wäre ich vermutlich weiter gekommen.“</i> Und auch, wenn sie kein Bild von Talins Bruder vor Augen hatte, so sah sie nun einen bärtigen Kerl mit drei Köpfen vor sich, der sie verwirrt anblickte, weil sie nach Lucien suchte. Ein verrückter Gedanke, den sie mit einem leichten Kopfschütteln abtat und wieder zu Talin blickte, die nun doch den Zettel beachtete. <i>„Sobald wir ihn da raus haben, sind wir quitt.“</i> Sie lächelte munter. </font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Geht der Tag, kommt unsre Zeit]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=319</link>
			<pubDate>Wed, 01 Feb 2017 21:26:56 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=319</guid>
			<description><![CDATA[<blockquote><div class="Shanaya">Und wieder waren sie einen Schritt weiter. Und so sehr Shanaya diese ganze Angelegenheit genoss, langsam wurde es doch ein wenig lästig. Ihr Plan stand, vielleicht hatte er Lücken, vielleicht auch nicht. Und wenn doch... Improvisation war alles. Notfalls konnten sie dann ja bestimmt das dreiköpfige Crewmitglied vorschicken. Wenn er denn zu etwas zu gebrauchen war. <br />
Jetzt waren sie jedenfalls erst einmal auf dem Weg, um sich Uniformen zu besorgen. Shanaya graute es davor. Und das nicht, weil sie die verschwitze, vielleicht wochenlang nicht gewaschene Uniform von irgendeinem Typen anziehen würde, sondern einfach weil... Marine. Das reichte ihr schon. Auch wenn der Versuch sicher lustig war, ob mit dem Anziehen der Uniform die Intelligenz sank. Möglich war es, dann hätten sie wenigstens eine gute Erklärung dafür, wieso die der Großteil der 'Guten' so hohl in ihren Birnen waren. Über diesen Gedanken gähnte die Schwarzhaarige, hielt sich dabei kurz die Hand vor den Mund und ließ die Arme dann wieder neben sich baumeln, währen der blaue Blick suchend umher schweifte und kurz dabei jeden ihrer Begleiter musterte. Die Gruppe, mit der sie in kurzer Zeit ein Marineschiff stürmen würde. Der verwundete, der Vatermörder und ihr Captain. <br />
<br />
„<i>Auf dem Weg zum Kontor bin ich jedes Mal an einer Gasse vorbei gekommen, aus der verdächtige Geräusche gekommen sind. Ich denke, irgendwo da ist eine Schenke – und ganz sicher wird da irgendein Pack rumhängen.“</i><br />
<br />
Bewusst sprach sie nicht das Wort Marine aus, die anderen würden schon verstehen. Shanaya schlenderte jedenfalls weiter, drehte den Kopf mit einem munteren Lächeln zu Talin herum, neben der sie lief. Wie aufgeregt die Blonde wohl war? </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><div class="Shanaya">Und wieder waren sie einen Schritt weiter. Und so sehr Shanaya diese ganze Angelegenheit genoss, langsam wurde es doch ein wenig lästig. Ihr Plan stand, vielleicht hatte er Lücken, vielleicht auch nicht. Und wenn doch... Improvisation war alles. Notfalls konnten sie dann ja bestimmt das dreiköpfige Crewmitglied vorschicken. Wenn er denn zu etwas zu gebrauchen war. <br />
Jetzt waren sie jedenfalls erst einmal auf dem Weg, um sich Uniformen zu besorgen. Shanaya graute es davor. Und das nicht, weil sie die verschwitze, vielleicht wochenlang nicht gewaschene Uniform von irgendeinem Typen anziehen würde, sondern einfach weil... Marine. Das reichte ihr schon. Auch wenn der Versuch sicher lustig war, ob mit dem Anziehen der Uniform die Intelligenz sank. Möglich war es, dann hätten sie wenigstens eine gute Erklärung dafür, wieso die der Großteil der 'Guten' so hohl in ihren Birnen waren. Über diesen Gedanken gähnte die Schwarzhaarige, hielt sich dabei kurz die Hand vor den Mund und ließ die Arme dann wieder neben sich baumeln, währen der blaue Blick suchend umher schweifte und kurz dabei jeden ihrer Begleiter musterte. Die Gruppe, mit der sie in kurzer Zeit ein Marineschiff stürmen würde. Der verwundete, der Vatermörder und ihr Captain. <br />
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„<i>Auf dem Weg zum Kontor bin ich jedes Mal an einer Gasse vorbei gekommen, aus der verdächtige Geräusche gekommen sind. Ich denke, irgendwo da ist eine Schenke – und ganz sicher wird da irgendein Pack rumhängen.“</i><br />
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Bewusst sprach sie nicht das Wort Marine aus, die anderen würden schon verstehen. Shanaya schlenderte jedenfalls weiter, drehte den Kopf mit einem munteren Lächeln zu Talin herum, neben der sie lief. Wie aufgeregt die Blonde wohl war? </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sorgen Sie für Sicherheit!]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=317</link>
			<pubDate>Sat, 28 Jan 2017 14:44:40 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=23">Enrique de Guzmán</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=317</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align">First Post</div>
<br />
<blockquote><div class="Enrique">Ihm schwirrte der Kopf. Seit Stunden hatte er viel zu viel Gefangene versucht vernünftig auf viel zu wenig Zellen zu verteilen. Irgendwie war er einigermaßen hingekommen und mit dem Ergebnis halbwegs zufrieden. Dennoch war abzusehen, dass es mehr als genug Schwierigkeiten geben würde. Und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> würde die Schuld tragen.<br />
<br />
Und jetzt zum Schluss hatte er das größte Problem vor sich: DEN Attentäter.<br />
<br />
Diesen Yaris Scottsdale. Eigentlich hätte er ihn in eine Einzelzelle stecken müssen, aber er hatte keine zur Verfügung. Wie denn auch? Selbst jetzt saßen mit einer Ausnahme in jeder Zelle 3 oder 4 Gefangene. Und 9 von 10 Zellen kamen auch aus anderen Gründen nicht mehr in Frage. Entweder saßen Mörder, potentielle Feinde oder Leute aus seiner Heimat darin. Wenn nicht sogar alles drei. Und beim Rest? Kleinkriminelle, die sich einnässen würden oder Raufbolde, die ihr Todesurteil aus purer Dummheit unterschreiben würden...<br />
<br />
Aber das schlimmste war, dass die Bewohner Linaras mitbekommen hatten, dass er verlegt wurde. Statt sich von ihm fern zu halten drängt sie auf die Straßen, versuchten einen Blick auf den Mann zu erhaschen, der nicht nur Asanu in Angst und Schrecken versetzte. Ihre Verwünschungen und Schmährufe hallten von der Straße herüber. Abgesehen davon klang es eher nach einem Volksfest oder dem Besuch der Königsfamilie.<br />
Genau deswegen und weil das Eastgate nicht so viele Wachen entbehren konnte stand Enrique jetzt mit zwei Handvoll Seesoldaten auf dem Gefängnisgelände, damit gewährleistet war, dass es keinen unvorhergesehenen Zwischenfall geben würde oder Scottsdale Gelegenheit hätte jemanden anzugreifen.<br />
<br />
de Guzmán zwang sich still stehen zu bleiben während sie den Mörder zu ihm brachten. Er war unruhig und wollte das hier hinter sich haben, das würde der Leutnant aber definitiv nicht zeigen, sondern wahrte eine Maske der Unerschütterlichkeit.<br />
Nicht dass er Angst gehabt hätte: Schwere Ketten klirrten an Yaris Handgelenken, man hatte ihn eben erst ausgepeitscht, der Mann sah aus, als ob ihn nur seine eigene Entschlossenheit auf den Füßen bleiben ließ und fast zwei dutzend Wachen hielten ihn scharf im Visier.<br />
Sein auf und ab Schreiten aber hätte Angst nach außen getragen...<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Das ist der Mann"</span>, äußerte der Gefängnisvorsteher überflüssiger Weise.<br />
Enrique nickte knapp und gab seinen Soldaten Anweisung die Eastgater abzulösen.<br />
Murrend und mit finsteren Blicken nahmen zwei die Position rechts und links von Scottsdale ein und packten ihn fest am Arm, zwei weitere brachten ihre Karabiner hinter ihm in Anschlag. Das Gefängnispersonal zog sich sichtlich erleichtert zurück.<br />
Ab jetzt wäre der Leutnant also auch noch an den Taten seines Gegenüber schuld, wenn er ihm Gelegenheit böte etwas anzustellen.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Passen sie gut auf ihn auf! Sie haben keine Ahnung, wie gefährlich er wirklich ist. Wir gehen davon aus, dass mindestens 4 Todesfälle hier in Eastgate auf sein Konto gehen."</span><br />
Dann wandte sich der Vorsteher mit grimmigen Tonfall Yaris zu: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Ich freue mich schon auf die Nachricht ihres Todes. Es wird höchste Zeit, dass diese Welt solch einen dreckigen Bastard nicht länger duldet!"</span> Damit spuckte er dem Mörder vor die Füße und wollte sich zum gehen wenden.</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align">First Post</div>
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<blockquote><div class="Enrique">Ihm schwirrte der Kopf. Seit Stunden hatte er viel zu viel Gefangene versucht vernünftig auf viel zu wenig Zellen zu verteilen. Irgendwie war er einigermaßen hingekommen und mit dem Ergebnis halbwegs zufrieden. Dennoch war abzusehen, dass es mehr als genug Schwierigkeiten geben würde. Und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> würde die Schuld tragen.<br />
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Und jetzt zum Schluss hatte er das größte Problem vor sich: DEN Attentäter.<br />
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Diesen Yaris Scottsdale. Eigentlich hätte er ihn in eine Einzelzelle stecken müssen, aber er hatte keine zur Verfügung. Wie denn auch? Selbst jetzt saßen mit einer Ausnahme in jeder Zelle 3 oder 4 Gefangene. Und 9 von 10 Zellen kamen auch aus anderen Gründen nicht mehr in Frage. Entweder saßen Mörder, potentielle Feinde oder Leute aus seiner Heimat darin. Wenn nicht sogar alles drei. Und beim Rest? Kleinkriminelle, die sich einnässen würden oder Raufbolde, die ihr Todesurteil aus purer Dummheit unterschreiben würden...<br />
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Aber das schlimmste war, dass die Bewohner Linaras mitbekommen hatten, dass er verlegt wurde. Statt sich von ihm fern zu halten drängt sie auf die Straßen, versuchten einen Blick auf den Mann zu erhaschen, der nicht nur Asanu in Angst und Schrecken versetzte. Ihre Verwünschungen und Schmährufe hallten von der Straße herüber. Abgesehen davon klang es eher nach einem Volksfest oder dem Besuch der Königsfamilie.<br />
Genau deswegen und weil das Eastgate nicht so viele Wachen entbehren konnte stand Enrique jetzt mit zwei Handvoll Seesoldaten auf dem Gefängnisgelände, damit gewährleistet war, dass es keinen unvorhergesehenen Zwischenfall geben würde oder Scottsdale Gelegenheit hätte jemanden anzugreifen.<br />
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de Guzmán zwang sich still stehen zu bleiben während sie den Mörder zu ihm brachten. Er war unruhig und wollte das hier hinter sich haben, das würde der Leutnant aber definitiv nicht zeigen, sondern wahrte eine Maske der Unerschütterlichkeit.<br />
Nicht dass er Angst gehabt hätte: Schwere Ketten klirrten an Yaris Handgelenken, man hatte ihn eben erst ausgepeitscht, der Mann sah aus, als ob ihn nur seine eigene Entschlossenheit auf den Füßen bleiben ließ und fast zwei dutzend Wachen hielten ihn scharf im Visier.<br />
Sein auf und ab Schreiten aber hätte Angst nach außen getragen...<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Das ist der Mann"</span>, äußerte der Gefängnisvorsteher überflüssiger Weise.<br />
Enrique nickte knapp und gab seinen Soldaten Anweisung die Eastgater abzulösen.<br />
Murrend und mit finsteren Blicken nahmen zwei die Position rechts und links von Scottsdale ein und packten ihn fest am Arm, zwei weitere brachten ihre Karabiner hinter ihm in Anschlag. Das Gefängnispersonal zog sich sichtlich erleichtert zurück.<br />
Ab jetzt wäre der Leutnant also auch noch an den Taten seines Gegenüber schuld, wenn er ihm Gelegenheit böte etwas anzustellen.<br />
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<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Passen sie gut auf ihn auf! Sie haben keine Ahnung, wie gefährlich er wirklich ist. Wir gehen davon aus, dass mindestens 4 Todesfälle hier in Eastgate auf sein Konto gehen."</span><br />
Dann wandte sich der Vorsteher mit grimmigen Tonfall Yaris zu: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Ich freue mich schon auf die Nachricht ihres Todes. Es wird höchste Zeit, dass diese Welt solch einen dreckigen Bastard nicht länger duldet!"</span> Damit spuckte er dem Mörder vor die Füße und wollte sich zum gehen wenden.</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Vom Regen in die Traufe]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=316</link>
			<pubDate>Wed, 25 Jan 2017 01:02:37 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=23">Enrique de Guzmán</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=316</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align">First Post</div>
<br />
<blockquote><div class="Enrique"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Leutnant, sie werden die Übernahme der anderen Gefangenen überwachen. Und dieses mal werden sie sich beherrschen! Ich erwarte, dass alles reibungslos verläuft. So etwas wie in Netara wird nicht noch einmal passieren, ist das klar?!?“ Kapitän Harper sah ihn finster an.<br />
„Jawohl Sir!“</span>, erwiderte Enrique. Er hatte also doch niemand anderen für diese Aufgabe ausgewählt, sondern entschieden dass er ihm genug vertraute, dass es diese Mal besser machen würde. Bessern würde das allerdings nichts an dem, was unweigerlich folgte.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich will, dass sich die Gefangenen benehmen, dass Gruppen getrennt werden, zumindest von ihren Anführern, dass es keine Verschwörungen oder neue Bandenbildung gibt. Nicht auf meinem Schiff! Verbrecher, die sich das Gleiche zu Schulden kommen lassen haben könnten sich kennen, am Besten klären sie das vorher. Ich will dass es keine Verluste gibt. Umbringen können sie sich auf Esmacil. Kranke gehen falls möglich in Quarantäne, notfalls wird es eine potentielle Sterbezelle geben. Und keine Fluchtversuche, Angriffe oder Ähnliches! Sorgen sie dafür! Verstanden?!?“<br />
„Aye Sir.“</span> Enrique verbiss sich den Seufzer. Dass war nicht die erste Übergabe von Gefangene, die er beaufsichtigen sollte und auch nicht dass erste Mal, dass er mit der Morgenwind die finale Strecke von Asanu nach Esmacil zurücklegte. Es war nicht mal das erste Mal, dass er einer Zusammenlegung vorstand. Sie würden von zwei weiteren Schiffen Gefangene übernehmen und sämtliche Schwerverbrecher die sich bereits in der Stadt angesammelt hatten.<br />
Und es war auch nicht das erste Mal, dass der Kapitän andere die Drecksarbeit machen ließ, ihnen eine Predigt hielt, wie was zu laufen hatte, welche Ergebnisse er haben wollte, hinterher den Ruhm, falls es welchen gab, einheimste, bei Verfehlungen anderen die Schuld in die Schuhe schob und stiften ging.<br />
Oder das es 2. Leutnant de Guzmán traf. Oder das er unmöglich zu erfüllende Anweisungen bekam. Enrique hörte ihm nur mit halben Ohr zu.<br />
Eigentlich war es Standard, dass es ihn erwischte. Immerhin hatten er und sein Vorgesetzter so was wie eine gemeinsame „Geschichte“: Der Kapitän erhielt eine Aufgabe, die keiner haben wollte, er hatte sich in dessen Augen etwas zu schulden kommen lassen, und sei es nur, dass er es wagte, eine eigene Meinung zu haben und damit hatte Harper seinen Kandidaten. Alles was ihm blieb war ‚Ja’ und ‚Amen’ zu sagen und dann aus einer vertrackten Situation etwas halbwegs Brauchbares zu machen.<br />
So auch jetzt.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Gut“</span>, beendete der Alte seine Anweisungen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Ich habe wichtiges zu erledigen, vor heute Abend werde ich nicht zurück sein. Nummer 1 trifft sich mit Kommodore McLean in der Stadt. Bis dahin haben sie das Kommando.“<br />
„Aye Sir!“</span> Enrique salutierte und sah seinem Vorgesetzten nach der von dannen zog.<br />
<br />
Dieses Mal gab es aber eine Sache, die versprach interessant zu werden. Vor ihm lag die Liste sämtlicher Gefangener, die die Morgenwind nach Esmacil bringen sollte, mit Vermerken, welcher woher kam und warum er einfuhr. Und abgesehen vom Kopfzerbrechen darüber, wen er mit wem in welche Zelle stecken sollte, damit sich die ungewöhnlich vielen Insassen nicht gegenseitig die Kehle aufschlitzten, gab es unter ihnen einen mit einer besonderen Unterschrift dahinter: Die von Konteradmiral Westenra.<br />
Nur warum bestand der Vorgesetzte der Gefangenenflotte darauf, dass ausgerechnet dieser Kleinkriminelle mit all den schweren Jungs verlegt wurde?<br />
<br />
***<br />
<br />
Kaum 2 Stunden später, die Sonne war hinter den dichten Regenwolken nur schwer zu erahnen und berührte fast noch den Horizont, näherte sich das erste Ruderboot. Der dunkelhäutige Leutnant strengte die Augen an. Irgendwann würde er daran denken, sich ein Fernrohr zu besorgen. Dass er das vom Wachhabenden nicht einforderte lag daran, dass er sein erhöhtes Interesse an wahrscheinlich diesem Verurteilten und die deswegen in ihm vorherrschende Unruhe nicht zeigen wollte. Also stand er an der Reling, die Hände hinter dem Rücken verschränkt und fluchte innerlich. Die Ruderer trugen keine Uniform, die Wachen die des berüchtigten Eastgate Gefängniss, wie erwartet. Nur ein Delinquent war auszumachen, dunkles Haar, recht jung, schmal, schmutzige Kleidung waren die einzigen Details, derer er sich sicher war. Das Boot machte gut Fahrt, trotzdem würde es eine Weile dauern und dann würde es unter dem Schanzkleid verschwinden, lange bevor er den „Gast“ richtig zu Gesicht bekommen würde.<br />
Enrique riss sich los und sah den Wachhabenden an: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich bin in meiner Kajüte. Wenn irgendwas ist geben sie bescheid.“</span> Zeit ins Trockene zu kommen.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Aye Sir!“</span><br />
<br />
***<br />
<br />
Lucien war ungewöhnlich früh geweckt und aus der Gruppenzelle geholt worden. Die Wachen hatten nicht gesprochen, außer gelegentlichen, kurzen, geknurrten Befehlen, und ihm die Hände gefesselt. Sie schienen über irgendetwas verstimmt und ließen das über eine grobe Behandlung an ihm aus. Erst hatten sie ihn in einen Verhörraum gebracht und allein gelassen, kurz darauf schleppten sie ihn in eine der Kutschen des Gefängnis und spätestens als durch die kleinen vergitterten Fenster und dicken Tropfen die ersten Masten zu sehen waren wurde ihm klar, wohin diese Reise ging. Sie packten ihn, schliffen ihn zu einem Ruderboot an der Kaimauer und stießen ihn hinein.<br />
<br />
Die Überfahrt zum Schiff verlief ruhig, zum Einem war es ein Tag mit wenig Wind und zum Anderen hatten die Wachen ob des schlechten Wetters wohl doch die Lust verloren ihn weiter zu drangsalieren. Danach ging es gesichert und mit gefesselten Händen die triefende Bordwand hinauf und nach kurzem Gespräch des Verantwortlichen mit dem Wachhabenden unter Deck.<br />
<br />
In einem kleinen abgetrennten Bereich, der scheinbar nicht nur die Kajüte sondern auch der Arbeitsbereich des Offiziers zu sein schien, stand er schließlich Enrique gegenüber. Selbst für ein Kriegsschiff der Marine, dass ohnehin nicht genug Deckenhöhe für jemanden wie Lucien gewährte, damit er aufrecht hätte stehen können, war die Decke auf dem alten Schiff niedrig.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Lucien Dravean zur Übergabe Sir“</span>, meldete der Matrose, der ihnen den Weg gewiesen hatte und verabschiedete sich nach knappem Nicken de Guzmáns.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Wo sollen wir den Gefangene hinbringen?"</span>, fügte der Mann zu Luciens rechten an.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Machen sie ihn dort drüben fest, ich kümmere mich darum, sowie ich hiermit fertig bin.“</span> Der Leutnant deutete zunächst auf den Neunpfünder, dann auf die Papiere vor sich auf der Tischplatte.<br />
Irritiert sahen die Wachen sich an, zuckten dann mit den Schultern, schoben den Schmuggler neben das Geschütz, zwangen ihn unsanft in die Knie und banden ihn fest.<br />
Ein paar knappe Sätze und zwei Unterschriften später ließen seine Begleiter ihn mit dem Dunkelhäutigen allein, der zunächst weiter schrieb bis die Schritte auf der Treppe verklungen waren und dann Lucien ausführlich aber weiterhin schweigend musterte.<br />
</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align">First Post</div>
<br />
<blockquote><div class="Enrique"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Leutnant, sie werden die Übernahme der anderen Gefangenen überwachen. Und dieses mal werden sie sich beherrschen! Ich erwarte, dass alles reibungslos verläuft. So etwas wie in Netara wird nicht noch einmal passieren, ist das klar?!?“ Kapitän Harper sah ihn finster an.<br />
„Jawohl Sir!“</span>, erwiderte Enrique. Er hatte also doch niemand anderen für diese Aufgabe ausgewählt, sondern entschieden dass er ihm genug vertraute, dass es diese Mal besser machen würde. Bessern würde das allerdings nichts an dem, was unweigerlich folgte.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich will, dass sich die Gefangenen benehmen, dass Gruppen getrennt werden, zumindest von ihren Anführern, dass es keine Verschwörungen oder neue Bandenbildung gibt. Nicht auf meinem Schiff! Verbrecher, die sich das Gleiche zu Schulden kommen lassen haben könnten sich kennen, am Besten klären sie das vorher. Ich will dass es keine Verluste gibt. Umbringen können sie sich auf Esmacil. Kranke gehen falls möglich in Quarantäne, notfalls wird es eine potentielle Sterbezelle geben. Und keine Fluchtversuche, Angriffe oder Ähnliches! Sorgen sie dafür! Verstanden?!?“<br />
„Aye Sir.“</span> Enrique verbiss sich den Seufzer. Dass war nicht die erste Übergabe von Gefangene, die er beaufsichtigen sollte und auch nicht dass erste Mal, dass er mit der Morgenwind die finale Strecke von Asanu nach Esmacil zurücklegte. Es war nicht mal das erste Mal, dass er einer Zusammenlegung vorstand. Sie würden von zwei weiteren Schiffen Gefangene übernehmen und sämtliche Schwerverbrecher die sich bereits in der Stadt angesammelt hatten.<br />
Und es war auch nicht das erste Mal, dass der Kapitän andere die Drecksarbeit machen ließ, ihnen eine Predigt hielt, wie was zu laufen hatte, welche Ergebnisse er haben wollte, hinterher den Ruhm, falls es welchen gab, einheimste, bei Verfehlungen anderen die Schuld in die Schuhe schob und stiften ging.<br />
Oder das es 2. Leutnant de Guzmán traf. Oder das er unmöglich zu erfüllende Anweisungen bekam. Enrique hörte ihm nur mit halben Ohr zu.<br />
Eigentlich war es Standard, dass es ihn erwischte. Immerhin hatten er und sein Vorgesetzter so was wie eine gemeinsame „Geschichte“: Der Kapitän erhielt eine Aufgabe, die keiner haben wollte, er hatte sich in dessen Augen etwas zu schulden kommen lassen, und sei es nur, dass er es wagte, eine eigene Meinung zu haben und damit hatte Harper seinen Kandidaten. Alles was ihm blieb war ‚Ja’ und ‚Amen’ zu sagen und dann aus einer vertrackten Situation etwas halbwegs Brauchbares zu machen.<br />
So auch jetzt.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Gut“</span>, beendete der Alte seine Anweisungen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Ich habe wichtiges zu erledigen, vor heute Abend werde ich nicht zurück sein. Nummer 1 trifft sich mit Kommodore McLean in der Stadt. Bis dahin haben sie das Kommando.“<br />
„Aye Sir!“</span> Enrique salutierte und sah seinem Vorgesetzten nach der von dannen zog.<br />
<br />
Dieses Mal gab es aber eine Sache, die versprach interessant zu werden. Vor ihm lag die Liste sämtlicher Gefangener, die die Morgenwind nach Esmacil bringen sollte, mit Vermerken, welcher woher kam und warum er einfuhr. Und abgesehen vom Kopfzerbrechen darüber, wen er mit wem in welche Zelle stecken sollte, damit sich die ungewöhnlich vielen Insassen nicht gegenseitig die Kehle aufschlitzten, gab es unter ihnen einen mit einer besonderen Unterschrift dahinter: Die von Konteradmiral Westenra.<br />
Nur warum bestand der Vorgesetzte der Gefangenenflotte darauf, dass ausgerechnet dieser Kleinkriminelle mit all den schweren Jungs verlegt wurde?<br />
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Kaum 2 Stunden später, die Sonne war hinter den dichten Regenwolken nur schwer zu erahnen und berührte fast noch den Horizont, näherte sich das erste Ruderboot. Der dunkelhäutige Leutnant strengte die Augen an. Irgendwann würde er daran denken, sich ein Fernrohr zu besorgen. Dass er das vom Wachhabenden nicht einforderte lag daran, dass er sein erhöhtes Interesse an wahrscheinlich diesem Verurteilten und die deswegen in ihm vorherrschende Unruhe nicht zeigen wollte. Also stand er an der Reling, die Hände hinter dem Rücken verschränkt und fluchte innerlich. Die Ruderer trugen keine Uniform, die Wachen die des berüchtigten Eastgate Gefängniss, wie erwartet. Nur ein Delinquent war auszumachen, dunkles Haar, recht jung, schmal, schmutzige Kleidung waren die einzigen Details, derer er sich sicher war. Das Boot machte gut Fahrt, trotzdem würde es eine Weile dauern und dann würde es unter dem Schanzkleid verschwinden, lange bevor er den „Gast“ richtig zu Gesicht bekommen würde.<br />
Enrique riss sich los und sah den Wachhabenden an: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich bin in meiner Kajüte. Wenn irgendwas ist geben sie bescheid.“</span> Zeit ins Trockene zu kommen.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Aye Sir!“</span><br />
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Lucien war ungewöhnlich früh geweckt und aus der Gruppenzelle geholt worden. Die Wachen hatten nicht gesprochen, außer gelegentlichen, kurzen, geknurrten Befehlen, und ihm die Hände gefesselt. Sie schienen über irgendetwas verstimmt und ließen das über eine grobe Behandlung an ihm aus. Erst hatten sie ihn in einen Verhörraum gebracht und allein gelassen, kurz darauf schleppten sie ihn in eine der Kutschen des Gefängnis und spätestens als durch die kleinen vergitterten Fenster und dicken Tropfen die ersten Masten zu sehen waren wurde ihm klar, wohin diese Reise ging. Sie packten ihn, schliffen ihn zu einem Ruderboot an der Kaimauer und stießen ihn hinein.<br />
<br />
Die Überfahrt zum Schiff verlief ruhig, zum Einem war es ein Tag mit wenig Wind und zum Anderen hatten die Wachen ob des schlechten Wetters wohl doch die Lust verloren ihn weiter zu drangsalieren. Danach ging es gesichert und mit gefesselten Händen die triefende Bordwand hinauf und nach kurzem Gespräch des Verantwortlichen mit dem Wachhabenden unter Deck.<br />
<br />
In einem kleinen abgetrennten Bereich, der scheinbar nicht nur die Kajüte sondern auch der Arbeitsbereich des Offiziers zu sein schien, stand er schließlich Enrique gegenüber. Selbst für ein Kriegsschiff der Marine, dass ohnehin nicht genug Deckenhöhe für jemanden wie Lucien gewährte, damit er aufrecht hätte stehen können, war die Decke auf dem alten Schiff niedrig.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Lucien Dravean zur Übergabe Sir“</span>, meldete der Matrose, der ihnen den Weg gewiesen hatte und verabschiedete sich nach knappem Nicken de Guzmáns.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Wo sollen wir den Gefangene hinbringen?"</span>, fügte der Mann zu Luciens rechten an.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Machen sie ihn dort drüben fest, ich kümmere mich darum, sowie ich hiermit fertig bin.“</span> Der Leutnant deutete zunächst auf den Neunpfünder, dann auf die Papiere vor sich auf der Tischplatte.<br />
Irritiert sahen die Wachen sich an, zuckten dann mit den Schultern, schoben den Schmuggler neben das Geschütz, zwangen ihn unsanft in die Knie und banden ihn fest.<br />
Ein paar knappe Sätze und zwei Unterschriften später ließen seine Begleiter ihn mit dem Dunkelhäutigen allein, der zunächst weiter schrieb bis die Schritte auf der Treppe verklungen waren und dann Lucien ausführlich aber weiterhin schweigend musterte.<br />
</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Pirouettendrehendes Du-weißt-was-ich-meine]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=302</link>
			<pubDate>Sat, 17 Dec 2016 19:09:46 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=10">Greo</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=302</guid>
			<description><![CDATA[<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi atmete tief ein und hielt einen Moment lang die Luft an. Sie kamen voran. Endlich. Sie hatten so etwas wie einen Plan, sie kamen voran! Dann würde es nicht mehr lang dauern, bis sie das eigentliche Ziel ansteuern konnten. Auch wenn ihr das Drumherum wichtiger war als der eigentliche Sinn dieser Mission – aber was tat man nicht alles für seinen Captain, der einem das Leben gerettet hatte? Und mit diesem Gedanken atmete die junge Frau wieder aus, streckte kurz die Arme in die Luft. Ihr Weg führte sie zu den verschiedenen Ständen, die am Hafen aufgebaut waren. Sich ein bisschen die Zeit vertreiben, bis es dunkel wurde. Und scheinbar wollte man ihr einen Gefallen tun, ein bekanntes Gesicht tauchte zwischen – oder eher über – der Masse auf. Shanaya zögerte nicht, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und sprang Greo mit einem kurzen Satz in den Weg. Mit einem breiten Grinsen musterte sie den Dunkelhaarigen. <i>„Du kommst genau richtig.“</i><br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Etwas lahm im Hirn kaute er auf einem Stück Gemüse herum. Oder zumindest glaubte er, dass das zu irgendeinem Gemüse gehörte. Er war sich nicht sonderlich sicher. Es war billig gewesen und grün, das reichte ihm, um es mal auszuprobieren und zu hoffen, dass sein Magen es vertragen würde. Ob dem so war, blieb abzuwarten. Er hatte den turbulenten Wiedereinstieg in die Seemeilen überlebt. Er behielt das Essen mittlerweile unten. Aber was hieß das schon. Er stockte, als ihm jemand in den Weg sprang und zuckte kaum merklich mit dem Kopf zurück. Shanny – und das am frühen Morgen. Er brauchte einen Moment, um das zu verarbeiten und mahlte dann mit den Kiefern weiter, während er sie einfach nur anschaute. Es dauerte schier eine Ewigkeit, bis er sich zu einer Antwort abrang. „Den Eindruck habe ich irgendwie nicht.“ Er runzelte die Stirn. „Bei dir klingt alles immer wie ein Attentat.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi hob bei der Reaktion des Mannes leicht eine Augenbraue. Der Kopf der junge Frau neigte sich bei seinen Worten etwas zur Seite und sie schnaufte gespielt theatralisch. „Du willst mir doch nicht irgendwelche krummen Dinge unterstellen?“ Mit prüfendem Blick musterte sie den Mann, lachte bei seinen nächsten Worten dann auf. „Oh, vielleicht ist es das ja auch? Das kann ich nicht ausschließen.“ Beinahe belanglos zuckte die junge Frau mit den Schultern, hob dabei unschuldig die Hände. „Wenn es ein Attentat ist, dass du meine Beschäftigung bist, dass dieser Tag um geht... dann bin ich wohl schuldig.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Sein Blick fuhr die Konturen ihres Gesichts nach und grub sich in das Lachen, was ihr auf den Lippen lag. Er schmunzelte dezent. „Bin ich das?“ Das war eine rhetorische Frage. Er schluckte die grüne Pappe in seinem Mund runter und richtete seinen Kragen. Im selben Augenblick schaute er sich prüfend nach den Seiten um. Vielleicht sollte man in Gegenwart anderer Menschen nicht von Attentaten oder Schuld sprechen – das rief selten die richtigen Personen auf den Plan und sie hatte  noch zu viel zu erledigen, um sich jetzt schon in diverse Register zu manövrieren. „Sag mir erst, was für eine Beschäftigung dir im Sinn steht?“</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi ließ den Blick ruhig auf Greos Gesicht ruhen, auf den unterschiedlichen Augen. Auch wenn sie den Kopf dazu ein wenig nach oben strecken musste. So ein Riese – und solch ein ruhiges Gemüt. Bei ihnen beiden prallten Welten aufeinander. Auf seine Frage hin – auch wenn sie rhetorisch war, das überging die junge Frau – nickte sie nur begeistert. „Bist du. Du warst zur falschen Zeit am richtigen Ort.“ Den Kopf von einer zur anderen Seite neigend lachte sie bei seiner Frage leise auf. „Soll ich dir wirklich alles verraten? Wo bleibt da der Spaß?“ Sie wusste nicht wirklich etwas zu tun, außer den Kontor direkt zu stürmen. Aber vermutlich wäre das kein kluger Schachzug. Shanaya verzog die Lippen ein wenig. „Wir könnten noch ein bisschen etwas besorgen, um die Sphinx wieder hübsch zu machen, wenn sie die Rettungsaktion überstanden hat.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Ohne es zu registrieren, zerpflückte er mit den Fingern den Rest des mutmaßlichen Gemüses, was er in den Händen hielt. „Ich schätze wir beide haben recht unterschiedliche Vorstellungen von Spaß.“, bemerkte er mit einem verhaltenen Lächeln und schlenderte gemütlich los – wobei sie bei einem seiner Schritte wahrscheinlich immer noch drei machen musste. Mei, war das ein zierliches Mädel. „Die arme Sphinx, die weiß auch nicht, was ihr bevorsteht.“ Genau genommen wusste er das selber ebenfalls nicht. Keiner von ihnen konnte mit Sicherheit sagen, dass die Rettungsaktion nicht vollkommen daneben ging und niemand gab sich gern die Blöße, das zuzugeben. Greo konnte nur für sich sprechen, aber er würde kaum vor irgendwelchen Leuten, die er kurze Zeit vorher getroffen hatte, seine innersten Bedenken auspacken. Es gab welche an Bord, die trugen das Herz auf der Zunge. Er war keiner davon. Was für eine Überraschung. </div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi nahm eine leichte Bewegung seiner Hand wahr, ließ den Blick kurz etwas nach unten sinken. Neugierig ließ sie den Kopf etwas zur Seite geneigt ruhen, hob bei den Worten des Dunkelhaarigen aber mit einem vielsagenden Lächeln den Blick. „Was glaubst du denn, was ich unter 'Spaß' verstehe? Du klingst, als hätte ich nur an höchst verwerflichen Dingen Spaß.“ Greo setzte sich in Bewegung, und Shanaya zögerte nicht, folgte einem der wenigen der noch jungen Crew, die ihr Interesse geweckt hatten. Er wirkte einfach nicht wie dieser typische Kerl – außerdem fragte sie sich, wieso er sich doch hatte von ihr überzeugen lassen. „Was soll schon schiefgehen?“ Aus ihrer Stimme sprach keinerlei naives Wunschdenken, sondern viel mehr die Sicherheit und Überzeugung, dass es so kommen würde.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">
„Ich kenn dich nicht gut genug, um das beurteilen zu können… aber wie du sagst, du bist ein Pi-“, er stoppte sofort. Es brauchte keiner wissen, was sie waren. „-rouettendrehendes Du-weißt-was-ich-meine und die stehen bei solcherlei Dingen oft in der vordersten Reihe.“ Gefasster Haltung spähte er über die Köpfe mehrerer Menschen hinweg. Das war ein positiver Aspekt seiner Größe: er hatte meist einen recht guten Überblick über diverse Plätze und Situationen. „Oh, mehr als den Kopf verlieren können wir nicht.“ Er warf ihr ein bezauberndes Lächeln zu, das eine Spur von Ironie beinhaltete. Er fragte sich immer wieder, ob dieser andere Kapitän die Strapazen wirklich wert war. „Aber es wäre zu schade um das Schiff.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi verengte die hellen Augen ein wenig, als Greo stockte und das böse Pi-Wort nicht aussprechen wollte. Einen Moment zögerte sie, ehe die Schwarzhaarige beide Arme ausbreitete und eine elegante Drehung vollführte. Erst, als sie wieder gerade lief wandte sie den Blick zu Greo herum. „Na gut, ein Punkt für dich. Aber ich habe auch an anderen Dingen Spaß, außer mich im Kreis zu drehen.“ Oder, die unzensierte Version – Menschen zu töten, zu stehlen und zu tun, was Piraten eben so taten. Aber so etwas durfte sie ja nicht. Immerhin war sie erst siebzehn. Viel zu jung für solch ein Leben. Das Lächeln des Mannes konterte sie mit einer wieder angehobenen Augenbraue, nickte dann aber, sich der Ironie deutlich bewusst. „So denkst du fast richtig. Ein bisschen optimistischer, bitte.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Irritiert von ihrem albernen Tanz zeichneten sich Falten in seiner Stirn ab. Es sorgte sich ein kleines bisschen um ihr geistiges Wohlbefinden. Oder aber ihre Reife. Sie war für ihn noch keine wirkliche Frau, mehr ein Mädchen, ein manchmal naiv wirkendes Ding mit einer Menge Fantasie, das in einem viel zu harten Kontrast zu dem Leben stand, welches sie gewählt hatte. Er zweifelte nicht daran, dass es ihr eigener Entschluss gewesen war. „Ja, eben das wundert mich.“ Glücklicherweise waren sie bisher unbehelligt und es schien niemand dem Gespräch zu lauschen. Trotzdem senkte er die Stimme, ohne dabei die Fassade der Gemütlichkeit in Person fallen zu lassen. „So viel Optimismus und so viel Spaß, der Rahmen scheint nur nicht ganz zu passen.“ Das war etwas zu verwirrend gesagt, um es ohne weitere Erklärung stehen zu lassen. Greo sah sie dabei nicht an. Seine Konzentration lag ein paar Meter weiter auf dem Geschehen an Bord einer kleinen Slup. „Weißt du. Also das Pirouetten-Drehen. Das passt irgendwie nicht so ganz zu dir, zumindest auf den ersten Blick.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi machte sich keinerlei Gedanken darüber, was Greo dachte, kämpfte hauptsächlich mit dem Drang, sich zum Kontor zu begeben. Sie war ein bisschen aufgedreht, aber sie saß ja nun auch seit Tagen auf heißen Kohlen und musste die Füße still halten. Seine Worte ließen ihre Miene ein wenig fragend werden, bis er selbst schließlich genauer erklärte, was er meinte. Und wieder lachte die junge Frau leise auf. „Das kann ich so nur zurückgeben, wenn auch aus anderen Gründen. Aber du machst mich neugierig. Dieses Leben passt nicht zu mir, weil ich zu optimistisch bin?“ Im Gegensatz zu dem Dunkelhaarigen wandte sie kurz den Blick herum. „Du hast auf jeden Fall einen Sympathiepunkt, dass du nicht mein Alter vorschiebst und den Moralprediger spielst.“</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Er lachte. Er konnte nicht anders, dieses Gespräch war einfach absurd. „Ja, das hört sich ziemlich bescheuert an, aber sieh dir das doch mal an: du springst rum und sprühst vor Energie und positiv hier und alles gelingt da – und dann hast du gleichzeitig Gott weiß was für Waffen unter der Kleidung und ich gehe jede Wette ein, dass du mich hier einfach abstechen würdest, wenn nötig, ohne lange zu zögern.“ In seinen Augen blitzte kurz etwas auf, das von kalter Berechnung ausging. „Abgesehen davon, dass ich der letzte Mensch auf Erden bin, der einen auf Moral machen dürfte, verstehst du, was ich damit meine?“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi Ihr Lächeln wurde noch ein wenig breiter, als Greo lachte. Sie kannte diesen Mann nicht, aber er gehörte definitiv zu den Sympathischeren. Allein schon aus dem Grund, dass er nicht über sie urteilte, weil sie ja 'noch so jung war'. Sie hob ein wenig den Kopf an, tat sie, als müsse sie noch ein wenig überlegen. „Du weißt doch, die Carta... selbst wenn ich wollen würde, könnte ich dir Nichts antun, wenn ich nicht selbst mit dem Kopf in der Schlinge enden will. Aber keine Sorge, auch wenn du Recht hast, bin ich eigentlich recht harmlos, wenn man mich nicht reizt.“ Und um das zu schaffen brauchte es mehr als einen so ruhig wirkenden Gesellen wie Greo. Auch wenn sie den Kopf nun wieder nach vorn gewandt hatte, die blauen Augen huschten noch einmal zu dem Älteren. „Soso. Dunkle Geheimnisse, hm?“ In ihrer Stimme schwang ein Hauch von Herausforderung mit.<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Er wich einer Gruppe Menschen aus, die sich mit Sack und Pack den Hafen entlangquälten. „Ah, dann bringe ich wohl besser in Erfahrung, mit welchen Themen man dir nicht kommen sollte.“, kommentierte er und gab ein kleines Grunzen von sich. Wohin gingen sie hier eigentlich? Hatten sie irgendein Ziel? Greo marschierte gedankenlos vorwärts. Sollte Shanaya irgendeinen Ort präferieren, würde sie sich schon melden. Verschlagen dreinschauend neigte er den Kopf ein wenig, damit der Schlagschatten der Krempe ihm die obere Gesichtshälfte verdunkelte. Er bildete sich ein, dass das einen hinterhältigen Eindruck verstärken konnte. Geheimnisse? Er? Niemals. „Nicht mehr oder weniger, als du mit dir rumträgst.“</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi richtete den hellen Blick nach vorn und grübelte über eine Antwort auf Greos Worte. „Thema Nummer eins – mein ach so junges und unschuldiges Alter.“ Um das zu verdeutlichen gähnte die Schwarzhaarige leise. „Sonst fällt mir nicht viel ein, wofür ich dir den Kopf abreißen würde.“ Zumindest keines, von dem er so schnell etwas erfahren würde. Mit diesen Worten kramte die junge Frau kurz in ihrer Tasche, zog zwei Stückchen Dörrfleisch heraus und steckte sich daraufhin eines davon zwischen die Lippe, bewegte es nachdenklich hoch und runter., hielt das zweite dann Greo hin. Der machte aber gerade lieber irgendwie auf geheimnisvoller, der sich im Schatten seines Hutes versteckte. „Ich würde das nicht Geheimnis nennen. Ich binde einfach nicht jedem dahergelaufenen Trampel meine Geschichte unter die Nase. So als Pirhouettendreherin wäre das schon recht dumm, wenn ich jedem alles von mir offen lege.“ Damit zog sie das Stück Fleisch zwischen die Zähne und kaute gut gelaunt darauf herum.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Er schnappte sich das angebotene Dörrfleisch „Dahergelaufener Trampel bedankt sich vielmals.“, gab er mit gebleckten Zähnen zurück, aber das Lächeln um seine Augen strafte den Ton Lügen. „Ist alles auf meiner Liste vermerkt, sei unbesorgt.“ Wenn er Glück hatte, würde er das morgen nicht wieder vergessen haben. Es gab da so Sachen, die gingen ihm einfach nicht in den Kopf. Zum Beispiel der Name von dem Katzenjungen, oder der vermaledeite Plan, den sie sich ausgedacht hatten. Irgendwie… würde es, wenn man Shannys Worten glaube, schon klappen. „Wie dem auch sei. Hat schließlich jeder so seine Geschichte.“, sagte er lahm in Ermangelung eines besseren Themas und zuckte die Schultern. </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi atmete tief ein und hielt einen Moment lang die Luft an. Sie kamen voran. Endlich. Sie hatten so etwas wie einen Plan, sie kamen voran! Dann würde es nicht mehr lang dauern, bis sie das eigentliche Ziel ansteuern konnten. Auch wenn ihr das Drumherum wichtiger war als der eigentliche Sinn dieser Mission – aber was tat man nicht alles für seinen Captain, der einem das Leben gerettet hatte? Und mit diesem Gedanken atmete die junge Frau wieder aus, streckte kurz die Arme in die Luft. Ihr Weg führte sie zu den verschiedenen Ständen, die am Hafen aufgebaut waren. Sich ein bisschen die Zeit vertreiben, bis es dunkel wurde. Und scheinbar wollte man ihr einen Gefallen tun, ein bekanntes Gesicht tauchte zwischen – oder eher über – der Masse auf. Shanaya zögerte nicht, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und sprang Greo mit einem kurzen Satz in den Weg. Mit einem breiten Grinsen musterte sie den Dunkelhaarigen. <i>„Du kommst genau richtig.“</i><br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Etwas lahm im Hirn kaute er auf einem Stück Gemüse herum. Oder zumindest glaubte er, dass das zu irgendeinem Gemüse gehörte. Er war sich nicht sonderlich sicher. Es war billig gewesen und grün, das reichte ihm, um es mal auszuprobieren und zu hoffen, dass sein Magen es vertragen würde. Ob dem so war, blieb abzuwarten. Er hatte den turbulenten Wiedereinstieg in die Seemeilen überlebt. Er behielt das Essen mittlerweile unten. Aber was hieß das schon. Er stockte, als ihm jemand in den Weg sprang und zuckte kaum merklich mit dem Kopf zurück. Shanny – und das am frühen Morgen. Er brauchte einen Moment, um das zu verarbeiten und mahlte dann mit den Kiefern weiter, während er sie einfach nur anschaute. Es dauerte schier eine Ewigkeit, bis er sich zu einer Antwort abrang. „Den Eindruck habe ich irgendwie nicht.“ Er runzelte die Stirn. „Bei dir klingt alles immer wie ein Attentat.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi hob bei der Reaktion des Mannes leicht eine Augenbraue. Der Kopf der junge Frau neigte sich bei seinen Worten etwas zur Seite und sie schnaufte gespielt theatralisch. „Du willst mir doch nicht irgendwelche krummen Dinge unterstellen?“ Mit prüfendem Blick musterte sie den Mann, lachte bei seinen nächsten Worten dann auf. „Oh, vielleicht ist es das ja auch? Das kann ich nicht ausschließen.“ Beinahe belanglos zuckte die junge Frau mit den Schultern, hob dabei unschuldig die Hände. „Wenn es ein Attentat ist, dass du meine Beschäftigung bist, dass dieser Tag um geht... dann bin ich wohl schuldig.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Sein Blick fuhr die Konturen ihres Gesichts nach und grub sich in das Lachen, was ihr auf den Lippen lag. Er schmunzelte dezent. „Bin ich das?“ Das war eine rhetorische Frage. Er schluckte die grüne Pappe in seinem Mund runter und richtete seinen Kragen. Im selben Augenblick schaute er sich prüfend nach den Seiten um. Vielleicht sollte man in Gegenwart anderer Menschen nicht von Attentaten oder Schuld sprechen – das rief selten die richtigen Personen auf den Plan und sie hatte  noch zu viel zu erledigen, um sich jetzt schon in diverse Register zu manövrieren. „Sag mir erst, was für eine Beschäftigung dir im Sinn steht?“</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi ließ den Blick ruhig auf Greos Gesicht ruhen, auf den unterschiedlichen Augen. Auch wenn sie den Kopf dazu ein wenig nach oben strecken musste. So ein Riese – und solch ein ruhiges Gemüt. Bei ihnen beiden prallten Welten aufeinander. Auf seine Frage hin – auch wenn sie rhetorisch war, das überging die junge Frau – nickte sie nur begeistert. „Bist du. Du warst zur falschen Zeit am richtigen Ort.“ Den Kopf von einer zur anderen Seite neigend lachte sie bei seiner Frage leise auf. „Soll ich dir wirklich alles verraten? Wo bleibt da der Spaß?“ Sie wusste nicht wirklich etwas zu tun, außer den Kontor direkt zu stürmen. Aber vermutlich wäre das kein kluger Schachzug. Shanaya verzog die Lippen ein wenig. „Wir könnten noch ein bisschen etwas besorgen, um die Sphinx wieder hübsch zu machen, wenn sie die Rettungsaktion überstanden hat.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Ohne es zu registrieren, zerpflückte er mit den Fingern den Rest des mutmaßlichen Gemüses, was er in den Händen hielt. „Ich schätze wir beide haben recht unterschiedliche Vorstellungen von Spaß.“, bemerkte er mit einem verhaltenen Lächeln und schlenderte gemütlich los – wobei sie bei einem seiner Schritte wahrscheinlich immer noch drei machen musste. Mei, war das ein zierliches Mädel. „Die arme Sphinx, die weiß auch nicht, was ihr bevorsteht.“ Genau genommen wusste er das selber ebenfalls nicht. Keiner von ihnen konnte mit Sicherheit sagen, dass die Rettungsaktion nicht vollkommen daneben ging und niemand gab sich gern die Blöße, das zuzugeben. Greo konnte nur für sich sprechen, aber er würde kaum vor irgendwelchen Leuten, die er kurze Zeit vorher getroffen hatte, seine innersten Bedenken auspacken. Es gab welche an Bord, die trugen das Herz auf der Zunge. Er war keiner davon. Was für eine Überraschung. </div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi nahm eine leichte Bewegung seiner Hand wahr, ließ den Blick kurz etwas nach unten sinken. Neugierig ließ sie den Kopf etwas zur Seite geneigt ruhen, hob bei den Worten des Dunkelhaarigen aber mit einem vielsagenden Lächeln den Blick. „Was glaubst du denn, was ich unter 'Spaß' verstehe? Du klingst, als hätte ich nur an höchst verwerflichen Dingen Spaß.“ Greo setzte sich in Bewegung, und Shanaya zögerte nicht, folgte einem der wenigen der noch jungen Crew, die ihr Interesse geweckt hatten. Er wirkte einfach nicht wie dieser typische Kerl – außerdem fragte sie sich, wieso er sich doch hatte von ihr überzeugen lassen. „Was soll schon schiefgehen?“ Aus ihrer Stimme sprach keinerlei naives Wunschdenken, sondern viel mehr die Sicherheit und Überzeugung, dass es so kommen würde.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">
„Ich kenn dich nicht gut genug, um das beurteilen zu können… aber wie du sagst, du bist ein Pi-“, er stoppte sofort. Es brauchte keiner wissen, was sie waren. „-rouettendrehendes Du-weißt-was-ich-meine und die stehen bei solcherlei Dingen oft in der vordersten Reihe.“ Gefasster Haltung spähte er über die Köpfe mehrerer Menschen hinweg. Das war ein positiver Aspekt seiner Größe: er hatte meist einen recht guten Überblick über diverse Plätze und Situationen. „Oh, mehr als den Kopf verlieren können wir nicht.“ Er warf ihr ein bezauberndes Lächeln zu, das eine Spur von Ironie beinhaltete. Er fragte sich immer wieder, ob dieser andere Kapitän die Strapazen wirklich wert war. „Aber es wäre zu schade um das Schiff.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi verengte die hellen Augen ein wenig, als Greo stockte und das böse Pi-Wort nicht aussprechen wollte. Einen Moment zögerte sie, ehe die Schwarzhaarige beide Arme ausbreitete und eine elegante Drehung vollführte. Erst, als sie wieder gerade lief wandte sie den Blick zu Greo herum. „Na gut, ein Punkt für dich. Aber ich habe auch an anderen Dingen Spaß, außer mich im Kreis zu drehen.“ Oder, die unzensierte Version – Menschen zu töten, zu stehlen und zu tun, was Piraten eben so taten. Aber so etwas durfte sie ja nicht. Immerhin war sie erst siebzehn. Viel zu jung für solch ein Leben. Das Lächeln des Mannes konterte sie mit einer wieder angehobenen Augenbraue, nickte dann aber, sich der Ironie deutlich bewusst. „So denkst du fast richtig. Ein bisschen optimistischer, bitte.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Irritiert von ihrem albernen Tanz zeichneten sich Falten in seiner Stirn ab. Es sorgte sich ein kleines bisschen um ihr geistiges Wohlbefinden. Oder aber ihre Reife. Sie war für ihn noch keine wirkliche Frau, mehr ein Mädchen, ein manchmal naiv wirkendes Ding mit einer Menge Fantasie, das in einem viel zu harten Kontrast zu dem Leben stand, welches sie gewählt hatte. Er zweifelte nicht daran, dass es ihr eigener Entschluss gewesen war. „Ja, eben das wundert mich.“ Glücklicherweise waren sie bisher unbehelligt und es schien niemand dem Gespräch zu lauschen. Trotzdem senkte er die Stimme, ohne dabei die Fassade der Gemütlichkeit in Person fallen zu lassen. „So viel Optimismus und so viel Spaß, der Rahmen scheint nur nicht ganz zu passen.“ Das war etwas zu verwirrend gesagt, um es ohne weitere Erklärung stehen zu lassen. Greo sah sie dabei nicht an. Seine Konzentration lag ein paar Meter weiter auf dem Geschehen an Bord einer kleinen Slup. „Weißt du. Also das Pirouetten-Drehen. Das passt irgendwie nicht so ganz zu dir, zumindest auf den ersten Blick.“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi machte sich keinerlei Gedanken darüber, was Greo dachte, kämpfte hauptsächlich mit dem Drang, sich zum Kontor zu begeben. Sie war ein bisschen aufgedreht, aber sie saß ja nun auch seit Tagen auf heißen Kohlen und musste die Füße still halten. Seine Worte ließen ihre Miene ein wenig fragend werden, bis er selbst schließlich genauer erklärte, was er meinte. Und wieder lachte die junge Frau leise auf. „Das kann ich so nur zurückgeben, wenn auch aus anderen Gründen. Aber du machst mich neugierig. Dieses Leben passt nicht zu mir, weil ich zu optimistisch bin?“ Im Gegensatz zu dem Dunkelhaarigen wandte sie kurz den Blick herum. „Du hast auf jeden Fall einen Sympathiepunkt, dass du nicht mein Alter vorschiebst und den Moralprediger spielst.“</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Er lachte. Er konnte nicht anders, dieses Gespräch war einfach absurd. „Ja, das hört sich ziemlich bescheuert an, aber sieh dir das doch mal an: du springst rum und sprühst vor Energie und positiv hier und alles gelingt da – und dann hast du gleichzeitig Gott weiß was für Waffen unter der Kleidung und ich gehe jede Wette ein, dass du mich hier einfach abstechen würdest, wenn nötig, ohne lange zu zögern.“ In seinen Augen blitzte kurz etwas auf, das von kalter Berechnung ausging. „Abgesehen davon, dass ich der letzte Mensch auf Erden bin, der einen auf Moral machen dürfte, verstehst du, was ich damit meine?“<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi Ihr Lächeln wurde noch ein wenig breiter, als Greo lachte. Sie kannte diesen Mann nicht, aber er gehörte definitiv zu den Sympathischeren. Allein schon aus dem Grund, dass er nicht über sie urteilte, weil sie ja 'noch so jung war'. Sie hob ein wenig den Kopf an, tat sie, als müsse sie noch ein wenig überlegen. „Du weißt doch, die Carta... selbst wenn ich wollen würde, könnte ich dir Nichts antun, wenn ich nicht selbst mit dem Kopf in der Schlinge enden will. Aber keine Sorge, auch wenn du Recht hast, bin ich eigentlich recht harmlos, wenn man mich nicht reizt.“ Und um das zu schaffen brauchte es mehr als einen so ruhig wirkenden Gesellen wie Greo. Auch wenn sie den Kopf nun wieder nach vorn gewandt hatte, die blauen Augen huschten noch einmal zu dem Älteren. „Soso. Dunkle Geheimnisse, hm?“ In ihrer Stimme schwang ein Hauch von Herausforderung mit.<br />
</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Er wich einer Gruppe Menschen aus, die sich mit Sack und Pack den Hafen entlangquälten. „Ah, dann bringe ich wohl besser in Erfahrung, mit welchen Themen man dir nicht kommen sollte.“, kommentierte er und gab ein kleines Grunzen von sich. Wohin gingen sie hier eigentlich? Hatten sie irgendein Ziel? Greo marschierte gedankenlos vorwärts. Sollte Shanaya irgendeinen Ort präferieren, würde sie sich schon melden. Verschlagen dreinschauend neigte er den Kopf ein wenig, damit der Schlagschatten der Krempe ihm die obere Gesichtshälfte verdunkelte. Er bildete sich ein, dass das einen hinterhältigen Eindruck verstärken konnte. Geheimnisse? Er? Niemals. „Nicht mehr oder weniger, als du mit dir rumträgst.“</div></blockquote>
<blockquote><div class="Shanaya">ShanayaArashi richtete den hellen Blick nach vorn und grübelte über eine Antwort auf Greos Worte. „Thema Nummer eins – mein ach so junges und unschuldiges Alter.“ Um das zu verdeutlichen gähnte die Schwarzhaarige leise. „Sonst fällt mir nicht viel ein, wofür ich dir den Kopf abreißen würde.“ Zumindest keines, von dem er so schnell etwas erfahren würde. Mit diesen Worten kramte die junge Frau kurz in ihrer Tasche, zog zwei Stückchen Dörrfleisch heraus und steckte sich daraufhin eines davon zwischen die Lippe, bewegte es nachdenklich hoch und runter., hielt das zweite dann Greo hin. Der machte aber gerade lieber irgendwie auf geheimnisvoller, der sich im Schatten seines Hutes versteckte. „Ich würde das nicht Geheimnis nennen. Ich binde einfach nicht jedem dahergelaufenen Trampel meine Geschichte unter die Nase. So als Pirhouettendreherin wäre das schon recht dumm, wenn ich jedem alles von mir offen lege.“ Damit zog sie das Stück Fleisch zwischen die Zähne und kaute gut gelaunt darauf herum.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Greo">Er schnappte sich das angebotene Dörrfleisch „Dahergelaufener Trampel bedankt sich vielmals.“, gab er mit gebleckten Zähnen zurück, aber das Lächeln um seine Augen strafte den Ton Lügen. „Ist alles auf meiner Liste vermerkt, sei unbesorgt.“ Wenn er Glück hatte, würde er das morgen nicht wieder vergessen haben. Es gab da so Sachen, die gingen ihm einfach nicht in den Kopf. Zum Beispiel der Name von dem Katzenjungen, oder der vermaledeite Plan, den sie sich ausgedacht hatten. Irgendwie… würde es, wenn man Shannys Worten glaube, schon klappen. „Wie dem auch sei. Hat schließlich jeder so seine Geschichte.“, sagte er lahm in Ermangelung eines besseren Themas und zuckte die Schultern. </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Straight to hell]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=288</link>
			<pubDate>Tue, 29 Nov 2016 20:33:16 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=20">Josiah Moggensten</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=288</guid>
			<description><![CDATA[<center><b>FIRST POST</b></center><br />
<br />
<div align=right><font style="color:#000000;font-size:20px;font-family: 'Andika', sans-dserif; letter-spacing: 4px; text-transform:uppercase;">straight to hell</font><div style="width:80%; border-bottom:1px solid#000000;"></div><div align=right><font style="color:#11111;font-size:8px;font-family: 'Andika', sans-serif; letter-spacing: 4px; text-transform:uppercase;">Lucien & Yaris | 14. März 1822</font></div></div>
<br />
<blockquote><div class="Yaris">Verbissen stolperte der Mann durch den Stoß in den Rücken über die Schwelle, verlor durch den Schwung das Gleichgewicht und landete sehr unsanft auf der Schulter. Die schweren Ketten an seinen Hand- und Fußgelenkten schlugen geräuschvoll gegeneinander. Alles begleitet von einem hämischen Lachen in der Zellentür. Hilfe beim Aufrichten – Fehlanzeige. Schwerfällig brachte sich der 31 Jährige also selbst in eine Sitzposition. Nicht sonderlich einfach, mit einem vom Auspeitschen blutigen Rücken. Oder wenn die Handgelenke hinter dem Rücken in schweren Eisenschellen steckten. Aber dass genau das die gesündeste Entscheidung für die Soldaten der Marine war, hatten sie erst schmerzhaft erfahren müssen. Denn obwohl der Attentäter durch die ganz spezielle Gastfreundschaft der Marine geschwächt sein sollte, war er noch immer sehr agil und wehrhaft. Einer der Soldaten hatte das mit dem Leben bezahlt und einige andere eine schmerzhafte Begegnung mit seinen Schlägen gemacht. Jedenfalls bis man ihn von hinten mit einem Gewehr niedergeschlagen hatte. Aus dieser schiefgegangenen Verlegungsaktion auf das Gefangenenschiff gelernt, hatte man ihm die Hände auf den Rücken gefesselt.<br />
Yaris‘ grüne Augen trafen die des Soldaten, der ihn in die Zelle geschubbst hatte. Keinerlei Regung stand in denen des Attentäters. Völlig unberührt lehnte er sich zurück gegen die Gitterstäbe der Zelle, obwohl es zweifelsohne eine Höllenqual sein musste. Die Wunden, die die Peitsche hinterlassen hatte, waren tief. Der Stoff des Hemdes, das aus hellem, rauem Leinenstoff gefertigt war, rot vom Blut – teilweise bereits getrocknet, aber auch frisches, denn unter der Belastung rissen sie immer wieder von neuem auf.<br />
<br />
Der Soldat knurrte uncharmante Worte ob der fehlenden Reaktion, spuckte Yaris eine vom Kautabak braune Ladung Speichel vor die Füße und schlug das Gitter zu. Während ein anderer Soldat die Zelle gewissenhaft abschloss, ließ der noch einmal den Blick über die Gefangenen gleiten, die in der Zelle saßen. Yaris hingegen lehnte den Kopf zurück gegen das Gittergestänge und starrte an die Decke. Tja, so sollte also sein Ende aussehen. Enthauptung … Das hatte er nicht einmal einem seiner Opfer etwas angetan. Schnell und effektiv. Das war seine Methode. Schon witzig. Ein seichtes Lächeln zuckte in seinen Mundwinkeln. Amüsiert, auch wenn an dieser Sache eigentlich nichts amüsant war. Wohl eher Galgenhumor.</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><b>FIRST POST</b></center><br />
<br />
<div align=right><font style="color:#000000;font-size:20px;font-family: 'Andika', sans-dserif; letter-spacing: 4px; text-transform:uppercase;">straight to hell</font><div style="width:80%; border-bottom:1px solid#000000;"></div><div align=right><font style="color:#11111;font-size:8px;font-family: 'Andika', sans-serif; letter-spacing: 4px; text-transform:uppercase;">Lucien & Yaris | 14. März 1822</font></div></div>
<br />
<blockquote><div class="Yaris">Verbissen stolperte der Mann durch den Stoß in den Rücken über die Schwelle, verlor durch den Schwung das Gleichgewicht und landete sehr unsanft auf der Schulter. Die schweren Ketten an seinen Hand- und Fußgelenkten schlugen geräuschvoll gegeneinander. Alles begleitet von einem hämischen Lachen in der Zellentür. Hilfe beim Aufrichten – Fehlanzeige. Schwerfällig brachte sich der 31 Jährige also selbst in eine Sitzposition. Nicht sonderlich einfach, mit einem vom Auspeitschen blutigen Rücken. Oder wenn die Handgelenke hinter dem Rücken in schweren Eisenschellen steckten. Aber dass genau das die gesündeste Entscheidung für die Soldaten der Marine war, hatten sie erst schmerzhaft erfahren müssen. Denn obwohl der Attentäter durch die ganz spezielle Gastfreundschaft der Marine geschwächt sein sollte, war er noch immer sehr agil und wehrhaft. Einer der Soldaten hatte das mit dem Leben bezahlt und einige andere eine schmerzhafte Begegnung mit seinen Schlägen gemacht. Jedenfalls bis man ihn von hinten mit einem Gewehr niedergeschlagen hatte. Aus dieser schiefgegangenen Verlegungsaktion auf das Gefangenenschiff gelernt, hatte man ihm die Hände auf den Rücken gefesselt.<br />
Yaris‘ grüne Augen trafen die des Soldaten, der ihn in die Zelle geschubbst hatte. Keinerlei Regung stand in denen des Attentäters. Völlig unberührt lehnte er sich zurück gegen die Gitterstäbe der Zelle, obwohl es zweifelsohne eine Höllenqual sein musste. Die Wunden, die die Peitsche hinterlassen hatte, waren tief. Der Stoff des Hemdes, das aus hellem, rauem Leinenstoff gefertigt war, rot vom Blut – teilweise bereits getrocknet, aber auch frisches, denn unter der Belastung rissen sie immer wieder von neuem auf.<br />
<br />
Der Soldat knurrte uncharmante Worte ob der fehlenden Reaktion, spuckte Yaris eine vom Kautabak braune Ladung Speichel vor die Füße und schlug das Gitter zu. Während ein anderer Soldat die Zelle gewissenhaft abschloss, ließ der noch einmal den Blick über die Gefangenen gleiten, die in der Zelle saßen. Yaris hingegen lehnte den Kopf zurück gegen das Gittergestänge und starrte an die Decke. Tja, so sollte also sein Ende aussehen. Enthauptung … Das hatte er nicht einmal einem seiner Opfer etwas angetan. Schnell und effektiv. Das war seine Methode. Schon witzig. Ein seichtes Lächeln zuckte in seinen Mundwinkeln. Amüsiert, auch wenn an dieser Sache eigentlich nichts amüsant war. Wohl eher Galgenhumor.</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Step by Step]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=261</link>
			<pubDate>Sun, 06 Nov 2016 11:16:24 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=261</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Step by Step</div>
<font size=1>Vormittag des 12.März 1822<br />
Trevor Scovell & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Da waren sie nun endlich, dem Ziel einen ganzen Schritt näher. Es gab noch einiges zu erledigen, und da Shanaya die Planungen Leid war, nahm sie die Sache jetzt einfach in die Hand. Sie wussten noch nicht, was sie erwartete, wie groß die Gebäude sein würden. Und auch, wenn sie noch immer für die einfachste Variante war, war ihr doch bewusst, dass sie sich ein wenig umsehen mussten. Es konnte zu viel schiefgehen, wenn der Großteil der Crew doch irgendwie involviert war. Und sich auf sie alle zu verlassen, vor allem die Neuen, kam der jungen Frau nicht in den Sinn. Sie hatte es versprochen, und dummerweise lag ihr wirklich etwas an diesem Versprechen. Es blieb also für jeden von Ihnen zu hoffen, dass sie ihr Bestes gaben. <br />
Die Sphinx lag nur wenige Minuten entfernt, Shanaya hatte nicht lange damit gewartet, von Bord zu gehen, als sie angelegt hatten. Sie musste endlich etwas tun und nicht nur Planungen rauf und runter durchgehen. Sie hatte also so lang gewartet wie nötig, bis sie sich aufgemacht hatte, direkt in Richtung Hafen. Eine Hand an ihrer Tasche, die sie leicht vor sich trug, die andere hielt bereits ein kleines, braunes Notizbuch in der Hand. Sie wollte Informationen, so viele wie sie bekommen konnte. Noch herrschte hier normales Treiben, jedoch schon genug, um nicht ganz so aufzufallen.</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Step by Step</div>
<font size=1>Vormittag des 12.März 1822<br />
Trevor Scovell & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Da waren sie nun endlich, dem Ziel einen ganzen Schritt näher. Es gab noch einiges zu erledigen, und da Shanaya die Planungen Leid war, nahm sie die Sache jetzt einfach in die Hand. Sie wussten noch nicht, was sie erwartete, wie groß die Gebäude sein würden. Und auch, wenn sie noch immer für die einfachste Variante war, war ihr doch bewusst, dass sie sich ein wenig umsehen mussten. Es konnte zu viel schiefgehen, wenn der Großteil der Crew doch irgendwie involviert war. Und sich auf sie alle zu verlassen, vor allem die Neuen, kam der jungen Frau nicht in den Sinn. Sie hatte es versprochen, und dummerweise lag ihr wirklich etwas an diesem Versprechen. Es blieb also für jeden von Ihnen zu hoffen, dass sie ihr Bestes gaben. <br />
Die Sphinx lag nur wenige Minuten entfernt, Shanaya hatte nicht lange damit gewartet, von Bord zu gehen, als sie angelegt hatten. Sie musste endlich etwas tun und nicht nur Planungen rauf und runter durchgehen. Sie hatte also so lang gewartet wie nötig, bis sie sich aufgemacht hatte, direkt in Richtung Hafen. Eine Hand an ihrer Tasche, die sie leicht vor sich trug, die andere hielt bereits ein kleines, braunes Notizbuch in der Hand. Sie wollte Informationen, so viele wie sie bekommen konnte. Noch herrschte hier normales Treiben, jedoch schon genug, um nicht ganz so aufzufallen.</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[No Time to waste]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=260</link>
			<pubDate>Sun, 06 Nov 2016 10:28:59 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=260</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">No Time to waste</div>
<font size=1>Abenddämmerung des 12. März 1822<br />
Aspen Montrose, Shanaya Árashi & ?</font></center><br />
<font color=royalblue>Ein weiterer Tag neigte sich zum Ende, und beinahe minütlich wuchs der Tatendrang der jungen Frau. Es ging vorwärts, die Planungen hatten sie hinter sich gelassen – endlich konnten sie sich dem wichtigeren Teil widmen. Dass aus dem einfachen 'Reingehen, Unterlagen finden, rausgehen' Nichts werden würde, war der Dunkelhaarigen schon zuvor bewusst geworden, als sie sich mit Trevor hier umgesehen hatte. Fluchtwege gab es, aber trotzdem befanden sie sich hier auf ziemlich großen Anlage, allein das Gebäude, in das sie hinein mussten ließ die Schwarzhaarige nachdenklich die Lippen verziehen. Zumindest noch am Mittag, jetzt, wo die Dunkelheit sie umgab, sah es nicht mehr ganz so groß aus. So oder so war Shanaya zuversichtlich, was sollte schon schiefgehen? <br />
Dieses Mal war sie jedenfalls hier her gekommen, um die Wachen zu beobachten. Je mehr Informationen sie hatten, desto einfacher würde es werden, sie am Ende auszutricksen. Wann wurden Schichten getauscht, wann waren wie viele Wachen eingeteilt? Bei jeder kleinen, wichtigen Veränderung, machte die junge Frau einen weiteren Eintrag unter ihre Notizen vom Mittag. Und auch dieses Mal war sie nicht allein, konzentrierte sich trotzdem hauptsächlich auf die Bewegungen in der Nähe. <br />
<br />
„<i>Halt mich bloß zurück, sonst stürme ich den Laden einfach alleine.“</i><br />
<br />
Shanaya senkte die Stimme ein wenig, seufzte beinahe frustriert und richtete die blauen Augen dann auf Aspen. Sie standen in einer unbeleuchteten Gasse, der Blick zu den Wachen war nicht all zu offensichtlich, versperrt von ein paar Kisten und trotzdem noch ausreichend, um alles Wichtige erkennen zu können. Anfangs hatten diese Vorbereitungen noch Spaß gemacht, inzwischen musste sie sich wirklich zusammen reißen, Nichts auf eigene Faust zu unternehmen. Ungeduldig tippte sie leise mit dem Stift auf ihren Notizen herum. All zu lange würde man sie wohl nicht mehr zurück halten können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">No Time to waste</div>
<font size=1>Abenddämmerung des 12. März 1822<br />
Aspen Montrose, Shanaya Árashi & ?</font></center><br />
<font color=royalblue>Ein weiterer Tag neigte sich zum Ende, und beinahe minütlich wuchs der Tatendrang der jungen Frau. Es ging vorwärts, die Planungen hatten sie hinter sich gelassen – endlich konnten sie sich dem wichtigeren Teil widmen. Dass aus dem einfachen 'Reingehen, Unterlagen finden, rausgehen' Nichts werden würde, war der Dunkelhaarigen schon zuvor bewusst geworden, als sie sich mit Trevor hier umgesehen hatte. Fluchtwege gab es, aber trotzdem befanden sie sich hier auf ziemlich großen Anlage, allein das Gebäude, in das sie hinein mussten ließ die Schwarzhaarige nachdenklich die Lippen verziehen. Zumindest noch am Mittag, jetzt, wo die Dunkelheit sie umgab, sah es nicht mehr ganz so groß aus. So oder so war Shanaya zuversichtlich, was sollte schon schiefgehen? <br />
Dieses Mal war sie jedenfalls hier her gekommen, um die Wachen zu beobachten. Je mehr Informationen sie hatten, desto einfacher würde es werden, sie am Ende auszutricksen. Wann wurden Schichten getauscht, wann waren wie viele Wachen eingeteilt? Bei jeder kleinen, wichtigen Veränderung, machte die junge Frau einen weiteren Eintrag unter ihre Notizen vom Mittag. Und auch dieses Mal war sie nicht allein, konzentrierte sich trotzdem hauptsächlich auf die Bewegungen in der Nähe. <br />
<br />
„<i>Halt mich bloß zurück, sonst stürme ich den Laden einfach alleine.“</i><br />
<br />
Shanaya senkte die Stimme ein wenig, seufzte beinahe frustriert und richtete die blauen Augen dann auf Aspen. Sie standen in einer unbeleuchteten Gasse, der Blick zu den Wachen war nicht all zu offensichtlich, versperrt von ein paar Kisten und trotzdem noch ausreichend, um alles Wichtige erkennen zu können. Anfangs hatten diese Vorbereitungen noch Spaß gemacht, inzwischen musste sie sich wirklich zusammen reißen, Nichts auf eigene Faust zu unternehmen. Ungeduldig tippte sie leise mit dem Stift auf ihren Notizen herum. All zu lange würde man sie wohl nicht mehr zurück halten können.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[When Life has cut too deep..]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=149</link>
			<pubDate>Fri, 03 Jun 2016 13:15:06 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=2">Lucien Dravean</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=149</guid>
			<description><![CDATA[<link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Alex+Brush' rel='stylesheet' type='text/css'><center><font style="font-family: 'Alex Brush', cursive; text-transform: lowercase; color: ##6E6E6E; font-size: 35px; line-height: 25px;">When Life has cut too deep...</font><br><font style="font-family: Calibri; text-transform: uppercase; color: ##6E6E6E; font-size: 12px; line-height: 12px;"><font style="font-size: 11px;">.. and left you hurting.<br>The Future you had hoped for is now burning,<br>and the Dreams you held so tight lost their Meaning</font><br><br><br>Skadi <span style="color: #458B74"> &</span> Lucien<br><font style="font-size: 11px;">15. März 1822 | früher Nachmittag | an Bord der Morgenwind</font></font></center><br />
<br />
<blockquote><div class="Lucien">Mit einem lautlosen Seufzen lehnte Lucien den Kopf zurück an die hölzerne Schiffswand – die einzige Wand seiner Zelle, die nicht aus Gitterstäben bestand und weit genug weg war, von den Nachbarzellen, damit ihn niemand von der Seite her nervte. Schließlich war er nicht der einzige in dem gewaltigen Frachtraum der Morgenwind. Links und rechts von ihm schlossen sich weitere Zellen an, in denen mal ein, mal zwei Gefangene hockten. Einige brabbelten wirr vor sich hin, andere tuschelten miteinander. Doch die meisten blieben, wie er, einfach still. Sein Nachbar hatte ein paar Mal versucht, Luciens Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, doch der Dunkelhaarige ignorierte ihn. Welchen Sinn sollte es haben, jetzt noch nette Bekanntschaften zu schließen? Keinen, richtig.<br />
Der junge Mann schloss über die Geräusche in der Brig schlicht die grünen Augen, die im dämmrigen Licht der Öllaternen fast schwarz wirkten, und lauschte. Lauschte auf das Brechen der Wellen, die von außen gegen die feuchte Bordwand schlugen. Das stetige Rauschen beruhigte ihn, gab ihm einen Hauch inneren Frieden. Das Wissen, wieder auf dem Meer zu sein, nach der schier endlosen Zeit in Asanus Gefängnis. Doch er vergaß weder, wo er sich jetzt befand, noch den Grund dafür.<br />
Wie immer in solchen Augenblicken kehrten seine Gedanken nach Hause zurück. Zurück zu dem damals 14 Jahre alten Mädchen, das am Kai stand und dem Schiff nach sah, mit dem er aufs Meer hinaus fuhr. In seiner Erinnerung stand sie noch immer da und wartete darauf, dass er zurück kam und das Versprechen einlöste, das er ihr gegeben hatte. Keinen Tag älter als 14. Manchmal versuchte er, sich vorzustellen, wie sie inzwischen wohl aussah. Wie es ihr ging. Was aus ihr geworden war. Jetzt, nach ganz genau drei Jahren. Doch wenn Talin vor seinem Inneren Auge auftauchte, blieb sie 14 Jahre alt. <br />
Lucien glaubte längst nicht mehr daran, sie wieder zu sehen. Die Morgenwind brachte ihn und alle anderen armen Spinner hier unten nach Esmacil, in dessen Hochsicherheitsgefängnis sie früher oder später den Verstand verloren oder drauf gingen. Oder beides, wobei der Dunkelhaarige es vorziehen würde, zunächst seinen Verstand einzubüßen, bevor er elendig verhungerte. Denn der Hunger war allgegenwärtig, zehrte an seinen Kräften und verfolgte ihn in seinen Träumen.</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Alex+Brush' rel='stylesheet' type='text/css'><center><font style="font-family: 'Alex Brush', cursive; text-transform: lowercase; color: ##6E6E6E; font-size: 35px; line-height: 25px;">When Life has cut too deep...</font><br><font style="font-family: Calibri; text-transform: uppercase; color: ##6E6E6E; font-size: 12px; line-height: 12px;"><font style="font-size: 11px;">.. and left you hurting.<br>The Future you had hoped for is now burning,<br>and the Dreams you held so tight lost their Meaning</font><br><br><br>Skadi <span style="color: #458B74"> &</span> Lucien<br><font style="font-size: 11px;">15. März 1822 | früher Nachmittag | an Bord der Morgenwind</font></font></center><br />
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<blockquote><div class="Lucien">Mit einem lautlosen Seufzen lehnte Lucien den Kopf zurück an die hölzerne Schiffswand – die einzige Wand seiner Zelle, die nicht aus Gitterstäben bestand und weit genug weg war, von den Nachbarzellen, damit ihn niemand von der Seite her nervte. Schließlich war er nicht der einzige in dem gewaltigen Frachtraum der Morgenwind. Links und rechts von ihm schlossen sich weitere Zellen an, in denen mal ein, mal zwei Gefangene hockten. Einige brabbelten wirr vor sich hin, andere tuschelten miteinander. Doch die meisten blieben, wie er, einfach still. Sein Nachbar hatte ein paar Mal versucht, Luciens Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, doch der Dunkelhaarige ignorierte ihn. Welchen Sinn sollte es haben, jetzt noch nette Bekanntschaften zu schließen? Keinen, richtig.<br />
Der junge Mann schloss über die Geräusche in der Brig schlicht die grünen Augen, die im dämmrigen Licht der Öllaternen fast schwarz wirkten, und lauschte. Lauschte auf das Brechen der Wellen, die von außen gegen die feuchte Bordwand schlugen. Das stetige Rauschen beruhigte ihn, gab ihm einen Hauch inneren Frieden. Das Wissen, wieder auf dem Meer zu sein, nach der schier endlosen Zeit in Asanus Gefängnis. Doch er vergaß weder, wo er sich jetzt befand, noch den Grund dafür.<br />
Wie immer in solchen Augenblicken kehrten seine Gedanken nach Hause zurück. Zurück zu dem damals 14 Jahre alten Mädchen, das am Kai stand und dem Schiff nach sah, mit dem er aufs Meer hinaus fuhr. In seiner Erinnerung stand sie noch immer da und wartete darauf, dass er zurück kam und das Versprechen einlöste, das er ihr gegeben hatte. Keinen Tag älter als 14. Manchmal versuchte er, sich vorzustellen, wie sie inzwischen wohl aussah. Wie es ihr ging. Was aus ihr geworden war. Jetzt, nach ganz genau drei Jahren. Doch wenn Talin vor seinem Inneren Auge auftauchte, blieb sie 14 Jahre alt. <br />
Lucien glaubte längst nicht mehr daran, sie wieder zu sehen. Die Morgenwind brachte ihn und alle anderen armen Spinner hier unten nach Esmacil, in dessen Hochsicherheitsgefängnis sie früher oder später den Verstand verloren oder drauf gingen. Oder beides, wobei der Dunkelhaarige es vorziehen würde, zunächst seinen Verstand einzubüßen, bevor er elendig verhungerte. Denn der Hunger war allgegenwärtig, zehrte an seinen Kräften und verfolgte ihn in seinen Träumen.</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
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