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		<title><![CDATA[Inselwelten - 05. März bis 11. März 1822 | (I. - II.)]]></title>
		<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/</link>
		<description><![CDATA[Inselwelten - https://inselwelten.crux-mundi.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 06:16:17 +0000</pubDate>
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			<title><![CDATA[Wenn wir zusammen arbeiten wollen...]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=446</link>
			<pubDate>Tue, 29 Aug 2017 14:19:49 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=3">Talin Dravean</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<blockquote><div class="Talin">Die Besprechung war nicht so verlaufen, wie sie es sich vorgestellt hatte. Frustriert nach diesem ewigen hin und her und doch keine richtigen Entscheidungen treffen, hatte sie die Versammlung schließlich aufgelöst. Klar, sie hatten einen mehr oder weniger guten Plan, aber es hing so viel von Menschen ab, die sie einfach nicht genug kannte oder traute. Am meisten missfiel ihr jemandem zu vertrauen, der ihr Schiff hatte stehlen wollen. Frustriert fuhr sich Talin mit beiden Händen durchs Haar und sah sich dann auf dem Deck um. Wenn sie mehr Vertrauen in diesen seltsamen, unhöflichen, wortkargen Mann haben wollte, dann musste sie mit ihm reden. Aber es ist unwahrscheinlich, dass er zu ihr kommen würde, so wie sie ihn einschätzte. Deshalb stand sie jetzt auf dem Deck und suchte Ryan. Vermutlich wäre es allerdings leichter gewesen einen Holzwurm zu finden. Also holte sie tief Luft und sprach laut genug, dass man sie über das Deck hören konnte: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wo bist du, Dieb? Ich will mit dir reden!“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Wo er war, war zumindest für Ryan kein Geheimnis. Denn schließlich hatte er immer noch jenen Wachhund Namens Shanaya an der Backe. Meistens jedoch saß er seine Zeit einfach und entspannt in der Takelage ab. Hier ließ man ihn in Ruhe und er konnte seinen Gedanken nachhängen. Schließlich stellte sich immer noch die Frage, wie er Heile aus dieser ganzen, verfluchten Situation rauskommen sollte. Es war klar, dass er zunächst einmal Mitspielen musste... Und dabei war noch nicht einmal sein Ziel das Vertrauen der Kapitänin zu gewinnen... Er wollte einfach nur so lange Überleben, wie es eben Nötig war. Kaum dachte Ryan an den Blondschopf, hörte er schon ihre Stimme. Im ersten Moment befürchtete er schon, es wäre das Sonnenscheinchen, aber zum Glück irrte er sich. Der mürrische Blick ging nach unten. Kurz überlegte er ob er wirklich spuren oder so tun sollte als hätte er sie nicht gehört. Allerdings war ihm klar dass dies nur unangenehme Fragen hinterher zur Folge hatte. Und so stieg er geschickt und flink die Takelage hinab, bis seine Füße lautlos das Holz an Deck berührten. Ein finsteres, arrogantes Lächeln umspielten seinen dunklen Blick. Alles an ihm schien einfach nur Misstrauen zu erregen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Aye, Captain?“</span>, fragte er und klang dabei so arrogant wie eh und je. </div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Es dauerte einen Augenblick, vielleicht auch zwei, bis er auch schon die Takelage hinunter kam. Sie merkte sich für die Zukunft, dass sie dort zuerst nachsehen würde, wenn sie ihn suchte. Mit nachdenklichem Blick sah sie dem Mann dabei zu, wie er sich bewegte. So wie er sich bewegte, glaubte sie gern, dass er gut in seinem Beruf war. Und vielleicht stahl er auch nicht nur Wertgegenstände, sondern auch Leben. Er gäbe mit diesen Fähigkeiten sicher auch einen guten Attentäter ab. Doch als er schließlich vor ihr stand, mit diesem Gesichtsausdruck, vergaß sie ihre Gedanken und kniff nur die Augen zusammen, während ihre Mundwinkel aber verdächtig zuckten. Sie hatte schon mit genug Männern in ihrem Leben zu tun gehabt, die vor Arroganz nur so strotzen. Ihren inneren Kampf verlor sie schließlich und ein Grinsen erschien auf ihren Lippen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wie schön, dass du meinen Stand so einfach akzeptierst.“</span> Sie machte eine wegwischende Handbewegung und lehnte sich dann an die Reling. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Also, Dieb. Wir sollten mal die Fronten klären. Was will dein Auftraggeber mit meinem Schiff?</span>“ </div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Ryan legte den Kopf leicht schräg zur Seite, während er ihrer Frage lauschte. Seine linke Augenbraue ging in die Höhe – die Rechte war dank der Narbe wesentlich weniger beweglich und so beließ Ryan es generell nur bei der Linken. Es faszinierte ihn wie klein sie war und welch Ausstrahlung sie dennoch besaß. Ihre ganze Haltung schrie schier nach Adel und insgeheim fragte sich der Dieb, ob sie nicht jenem Schicksal entflohen war. Wenngleich der Gedanke sofort beiseite geschoben wurde. Er hatte das linkische grinsen nicht abgelegt, und irgendetwas in seinem Auge schien aufzuleuchten, als er über ihre Frage nachdachte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Mein Hehler ist ein Sammler von schönen Dingen. Und dieses Schiff ist außerordentlich schön, nicht? Zumindest...“</span>, Ryan sprach die Worte lang und gedehnt aus, streckte seine Hand aus und fuhr über die Reling an welchem die Fasern des Holzes leicht absplitterten. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wenn man ihr Zustand außen vor lässt. So gesehen könntet Ihr es auch einfach als Kompliment nehmen.“</span>. Schließlich zog er die Hand wieder zurück und verschränkte sie vor der Brust. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Aber ich schätze, dass war längst nicht alles, was Ihr von mir wollt, richtig? Bedauerlicherweise bin ich nicht in der Lage Euch Namen zu nennen, denn mein Auftraggeber ist und bleibt das, was er nun mal ist: Mein Hehler.“</span>, Ryan sprach eigentlich nie sonderlich viel, doch dieses Mal wollte er ihr sofort den Wind aus den Segeln nehmen. Immerhin hatte er wirklich keine Ahnung von dem, was in Talin überhaupt vor ging. Schließlich versuchte Ryan geschickt das Thema zu wechseln: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Habt ihr eine Lösung Eures Problems bezüglich der Rettungsaktion Eures Bruders gefunden?“</span>,ja.. Das unerbitterliche, fiese grinsen auf seinen Lippen wurde tatsächlich ein ticken breiter.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Talin erwartete nicht wirklich eine aussagekräftige Antwort. Er war schon in der Brig nicht sehr gesprächig gewesen, hatte ihr nur die nötigsten Antworten gegeben und das gesagt, was ihn am Leben erhielt. Dass er ihr nun geradezu eine Rede hielt, konnte sie nicht anders, als seine Geste mit der hochgezogenen Augenbraue zu kopieren. Sie wusste nicht so recht, was sie von ihm halten sollte. Doch dadurch, dass er so viel redete, konnte sie keine weiteren Fragen stellen, denn er hatte ihr alles vorweggenommen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ja, das Schiff ist wirklich wunderschön. Dumm nur, dass sein vorheriger Captain ein Idiot war, der es nicht zu würdigen wusste.“</span> Sie sah auf die Stelle in der Reling, die Ryan berührt hatte. Schon wollte sie die nächste Frage stellen, als er ihr allerdings zu vorkam. Sie sah ihn an und schnaubte dann einfach nur genervt und frustriert. Sie legte den Kopf in den Nacken, sah nach oben in den Himmel und dann wieder zu dem Dieb zurück. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Du kannst dir dein breites Grinsen sonst wo hin stecken. Hätte ich eine andere Lösung, als die, die wir unseren 'Plan' nennen, würde ich mir nicht so sehr den Kopf zerbrechen.“</span> Sie seufzte und wechselte dann einfach wieder das Thema. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wie lange bist du schon Dieb? Die Frage ist doch erlaubt, oder? Ist ja nichts zu privates.“</span> Jetzt war es an ihr frech zu grinsen. </div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Zugegeben, Ryan war wirklich nicht der redseligste. Umso auffälliger war es dass er überhaupt soviel sprach. Doch es durfte Talin klar sein, woher diese Redeschwall rührte. Zu Ryans positiver Überraschung jedoch, bohrte sie nicht weiter nach. Entweder akzeptiere sie wohl seine kryptische Antwort, oder entschied dass es die Mühe nicht Wert war. In beiden Fällen war es dem Dieb nur Recht. Dieses abfällige und hinterhältige Lächeln auf seinen Lippen behielt er jedoch trotz ihrer Aussage bei... Denn irgendwie hatte es sich im Laufe der Jahre zu einer Art Selbstschutz entwickelt. Es verhinderte erstaunlich gut das Lesen seiner Gedanken durch seine Mimik. Und selbst als Talin die nächste Frage stellte, war es nur sehr schwer zu erkennen, dass sich der Blick um seine Augen herum ein klein wenig verfinsterte. War ja klar, dass dies kommen musste. Jedes Mal wenn man ihm Fragen zu seiner Person stellte, wurde Ryan misstrauisch. Was nützte es ihr zu wissen, wie lang er schon dem Handwerk der Langfingerei nachging? Welche Schlüsse würde sie daraus ziehen wollen? Allerdings war dem schwarzhaarigen durchaus bewusst, dass er es sich an dieser Stelle nicht verscherzen wollte. Bei Shanaya konnte es ihm ja wohl egal sein, wie sehr sie ihn hasste. Doch beim Captain musste er vorsichtiger vorgehen... <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Lang genug um zu wissen, dass ich mir einen schrecklichen Fehler erlaubt habe indem ich ohne vorherige Observation Euer Schiff betreten habe.“</span>, er wollte die Antwort nicht einfach so zwischen ihnen stehen lassen, er wollte auf Augenhöhe mit ihr sprechen. Dieses Untergebenen-Gehabe passte nicht zu Ryan.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Und wann habt Ihr beschlossen von zu Hause fort zu Laufen und Eurer rebellischen Phase nachzugehen?“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Seine Antwort ließ sie nur die Augen verdrehen. Mit der ganzen Lebensgeschichte seinerseits hatte sie nun nicht gerechnet, aber eine genaue Antwort wäre schon nett gewesen. Stattdessen bekam sie so ein paar schleimige, nichts sagende Worte um die Ohren gehauen. Aber eigentlich sollte sie sich nicht wundern. Der Dieb wollte eben nichts über sich Preis geben, was ihm seine Geheimnisse entzog. Dennoch konnte sie sich einen Kommentar nicht verkneifen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Dann bist du also schon so lange Dieb, dass du dachtest du könntest dich auf deinem Können und Wissen ausruhen und diese Überheblichkeit hat dich die Freiheit gekostet.“</span> Ihre Augen funkelten vergnügt. Sie wollte diesen stoisch guckenden Kerl gern aus der Reserve locken, aber vermutlich würde ihr das nicht so schnell oder nur mit so einfachen Worten gelingen. Und außerdem drehte er schon wieder den Spieß um. Talin warf ihm einen Seitenblick zu, bevor sie sich mit einem Seufzer umdrehte und aufs Wasser hinaus sah. Aber während sie noch über seine Frage nachdachte und wie sie am besten darauf antworten sollte, schlich sich wieder ein Lächeln, diesmal etwas gemein und blutrünstig, auf ihre Lippen. Sie schämte sich nicht ihrer Vergangenheit. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Der Plan besteht schon seit ich ein kleines Kind war. Weggerannt bin ich dann schließlich, nachdem ich dachte, es sei Zeit und ich meinen werten Gemahl entmannt habe.“</span> Nun sah sie Ryan wieder direkt an. Er sollte ruhig wissen, dass sie sehr wohl in der Lage war auch ihm das anzutun.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Wirst du versuchen uns zu hintergehen?“</span> Auf diese Frage glaubte sie die Antwort eigentlich schon zu kennen.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Für Ryan war es nicht das erste Mal, einer Frau zu begegnen die sehr wohl in der Lage war sich selbst zu verteidigen. Natürlich war es vor allem in diesen dunklen Zeiten gerade für dieses Geschlecht nicht gerade einfach, irgendwo ohne einen Mann an ihrer Seite selbstständig Fuß zu fassen. Unterdrückung und Gewalt waren da wohl eher an der Tagesordnung. Doch die Meisten denen er begegnet war, ruhten sich ohnehin viel zu sehr auf ihrer Schwäche aus. Umso interessanter Empfand er es, wenn Frauen Stärke und Charakter zeigten. Und vor allem dazu standen und sich nicht verbogen. Ja, sowohl Shanaya als auch Talin gehörten zu diesem Schlag, soviel hatte Ryan bisher herausfinden können. Wenngleich er bei der schwarzhaarigen Shanaya immer das Gefühl hatte, sie nahm alles viel zu sehr auf die leichte Schulter. Und früher oder später würde das Böse erwachen kommen. Oder eben nicht. Talin wirkte dahingegen sichtlich bodenständiger, obgleich er sie nicht sonderlich viel Älter als den Sonnenschein schätzte. Ryan rührte sich nicht, auch wenn er sich darüber wunderte dass sie ihm einfach so den Rücken zuwandte. Das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht und misstrauisch kniff er kurz die Augen zusammen. Irgendwie musste sie ja zumindest einmal davon ausgehen, dass von ihm keine Gefahr drohte.. Denn auch wenn sie ihm gerade noch gedroht hatte, ging man nicht einfach Grundlos das Wagnis ein dem Feind seine ungeschützte Seite zu zuwenden. Ryan machte einige Schritte gen Reling um sich seinerseits mit dem Rücken daran anzulehnen, blieb jedoch gute zwei Armlängen von Talin entfernt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Von mir drohte schon in dem Moment keine Gefahr mehr, als das Schiff ablegte, Captain. Im Moment zählt für mich nur, meinen Kopf heile aus dieser Situation zu bekommen.“</span>, er verschränkte die Arme vor der Brust und blickte gerade aus. Da Talin links von ihm stand, konnte er sie dennoch im Augenwinkel sehen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und wenn es bedeutet Euch mit einem Mittelsmann von mir bekannt zu machen, nur um zu Überleben, dann tue ich das.“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Mit ruhigem Blick sah sie Ryan dabei zu, wie er sich neben sie gesellte. Er wahrte immer noch Abstand, blieb auf ein, zwei Armeslängen von ihr entfernt, dabei würde sie ihn sicher nicht beißen. Aber sie verstand ihn schon. Vertrauen in jemanden zu entwickeln war so viel schwerer, als der ganzen Welt erst einmal zu misstrauen. Und jemand, der im Dunklen arbeitete, sein Geld mit Diebstählen verdiente und vermutlich nur seinen Hehler 'Freund' nannte, vertraute sicher nicht einfach so jedem daher gelaufenen. Kleine Schritte musste sie tun, wenn sie wollte dass er ihr zumindest ein klein wenig vertraute. Sie selbst wusste noch nicht so recht, was sie von ihm halten sollte, doch sie misstraute ihm nicht, was sie ihm mit ihrer Geste zeigen wollte. Ihm den Rücken zuzudrehen, war vielleicht riskant gewesen, aber sie hatte darauf vertraut, dass er ihr nichts tun würde. Wäre ja auch ziemlich dumm gewesen. Aber in diesem Moment war für Talin wichtiger, wie seine Antwort ausfiel. Und im Grunde sagte er genau das, was sie erwartet hatte. Genau das, was sie hören musste, damit sie kein Misstrauen ihm gegenüber hegte. Er passte sich einer Situation wirklich sehr geschickt an. Und im Moment war sie von ihm auch abhängig, um Lucien zu retten. Das war es, was sie am meisten ärgerte und weshalb sie ihn besser hatte kennenlernen wollen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Genau das nagt an mir. Du willst mich mit diesem Mann bekannt machen, aber genau so einfach könntest du auch verschwinden, wenn wir wieder an Land sind. Du könntest mich sogar der Marine übergeben, allein weil ich auf diesem Schiff hier segle. Wie soll ich sicher sein, dass du bleiben wirst und mir hilfst?“</span> Frustriert von der Situation, die sie nicht richtig einschätzen konnte, stützte sie ihr Kinn auf die linke Faust und starrte das Meer finster an. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Deshalb stelle ich dir diese vielen Fragen, deshalb will ich dich einschätzen können.“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Ryan legte den Kopf in den Nacken und lachte kurz auf. Es war ein dunkles, gar abschätziges Lachen. Zwar hielt es nicht lange an, doch er war sichtlich amüsiert ob ihrer bedenken. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Sehe ich etwa so Hinterhältig aus?“</span>, fragte er schließlich mit einem schiefen grinsen. Doch dann schüttelte er den Kopf, holte tief Luft und dachte über eine weitreichendere Antwort nach. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Nein, ernsthaft. Ich kann Euch keinen Beweis dafür geben, dass ich das nicht tun würde. Dennoch... Würde ich Euch der Marine übergeben wollen, würde ich ja wohl selbst Gefahr laufen mit dem Kopf in der Schlinge zu stecken. Außerdem.. Segle ich doch zur Zeit selbst auf diesem Schiff. Es wäre wohl sehr schwer einem dieser minderbemittelten und begriffsstutzigen Zeitgenossen zu erklären, wie es dazu kommt dass ich ausgerechnet Euch ausliefere, aber selbst nicht Gefangen genommen werden sollte.“</span>, Ryan hielt kurz in seiner Erklärung inne, sprach dann aber weiter um ihre Bedenken tatsächlich zu verwerfen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich kann nicht mehr tun als Euch den Vorschlag machen, verlieren könnt Ihr dabei nichts. Und wenn es Euch so große Kopfzerbrechen bereitet, legt mir Fesseln an und nehmt den Blondschopf mit. Ohne den Hünen. Wegen mir auch dieses schwarzhaarige, nervige Etwas Namens Shanaya. Aber eine Frage habe ich noch an Euch.“</span>, letztlich drehte er den Kopf nun doch in ihre Richtung und bohrte seinen dunklen, braunäugigen Blick in ihr Profil. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wir alle hier, Euch inbegriffen, haben eine dunkle und zweifelhafte Vergangenheit. Jeder einzelne von ihnen.“</span> ,er nickte kurz gen Hauptdeck, ohne den Blick von Talin abzuwenden. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Einige von Eurer Crew kennt Ihr dabei kaum länger als mich, richtig? Was macht Euch so sicher dass sie nicht weniger hinterhältige Gedanken haben als ich? Abgesehen davon, dass ich zur falschen Zeit am falschen Ort war. Aber genauso gut hätte ich bei Euch anheuern können....“</span>, meinte er schließlich und war ernsthaft gespannt auf ihre Reaktion.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Sein Lachen überraschte sie, denn damit hatte sie nicht gerechnet. Der Klang hätte vielleicht angenehm sein können, wenn der Hauch von Abschätzung nicht darin mit geklungen hätte. Und gerade deswegen und vielleicht auch wegen seines Wesens, konnte sie sich eine Antwort auf seine Frage nicht verkneifen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ja.“</span> Er sah so hinterhältig aus. Ganz ehrlich? Sie würde ihm nicht mal freiwillig einen Hundewelpen in seine Obhut geben, denn sie rechnete damit, dass er ihn binnen ein paar Sekunden zu Geld gemacht hätte. Ein Kompliment an seine Fähigkeiten, doch sicher würde er das nicht so sehen. Und dann sollte sie ihm vertrauen? Seine Argumentation mochte schlüssig sein, ja sogar logischer, als sie erwartet hatte, aber dennoch blieb der Hauch von einem Zweifel. Sie spürte seinen Blick auf ihr, lauschte seinen Worten, während der Wind müßig kleine Wellen über die offene See tanzen ließ. Diese zu beobachten, gab Talin die Zeit über das Gesagte nachzudenken, denn er hatte nicht ganz unrecht. Sie konnte noch jemandem mitnehmen, konnte sich absichern gegen eventuelle Fallen. Bei seiner Frage schließlich entfloh ihr ein amüsiertes Schnauben und sie wandte ihr Gesicht ihm zu, nutzte die nun frei gewordene Hand, um ihr Haar auf der linken Seite festzuhalten, als der Wind auffrischte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Du hast mein Geld gestohlen, die anderen nicht. Deshalb misstraue ich dir mehr als den anderen."</span> Sie zuckte mit den Schultern. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Die anderen mögen eine dunkle Vergangenheit haben, jeder hat die vermutlich, aber ich würde es ihnen nicht zu trauen. Auch wenn ich noch nicht so alt bin, kann ich Menschen doch ganz gut einschätzen. Da wo ich herkomme, lernte man das ziemlich schnell. Bei ihnen habe ich also nicht das Gefühl, dass sie mich hintergehen würden. Du hingehen strahlst diese Abwehr aus, dem jeden Einzelgänger eigen ist.“ </span>Nachdenklich legte sie den Kopf schief und sie schmunzelte leicht, als sie ihren Blick über ihn gleiten ließ. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Vielleicht sollte ich dir deshalb vertrauen. Einfach weil jeder erwarten würde, dass ich es nicht tue.“</span> Wieder zuckte sie mit den Schultern, als wäre für sie die Angelegenheit erledigt. Das Thema war für sie noch nicht durch, aber sie musste vorher etwas anderes klären, was sie gewaltig störte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wieso sagst du immer 'Ihr' und 'Euch'? Seh ich aus, wie eine verfluchte Adlige, oder was?“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Nun, Ihr seid der Captain und somit solltet Ihr mit Respekt behandelt werden, oder nicht?“</span>, das überlegene Lächeln auf seinen Lippen war längst nicht verschwunden. Und auf sonderbare Weise amüsierte es ihn, dass sie so.. Ja, so problemlos mit ihm umsprang. Er hatte versucht sie zu Reizen, so wie er es ständig bei fremden Menschen versuchte. Ihm war bewusst welche Wirkung seine Art auf andere hatte. Aber an Talin schien all' das einfach abzuprallen und irgendwie schaffte sie es diese negative Energie einfach im nichts verschwinden zu lassen. Wenn er so im Nachhinein darüber nachdachte, empfand er es sogar ein bisschen kurios. Es war gar so als wüsste sie etwas über ihn, dass ihr die Sicherheit gab die Oberhand zu behalten und nicht aus der Haut zu fahren. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und das mit deinem Geld...“</span>, offensichtlich ersetzte er sofort, auf ihre Anmerkung hin, das lästige 'Ihr' in 'du' um. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„...Sieh' es als Gefallen dafür, einfach besser auf deine Sachen aufzupassen.“</span>, ja, da war sie wieder. Diese Arroganz. Und doch sagte sein Blick etwas anderes. Er war amüsiert über ihre Bedenken. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und wenn dass wirklich der einzige Grund ist, welcher mich von den anderen verrückten, unnahbaren, eigenbrötlerischen Männern auf diesem Schiff unterscheidet, dann muss ich wirklich sagen dass es mir Leid tut.“</span>, er drehte sich in ihre Richtung um sich nun seitlich an die Reling zu lehnen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Aber du musst zugeben, er hing da auch ziemlich verführerisch. Und gerade wenn man sich in einer solchen Spelunke herum treibt wie ihr es getan habt, passe ich doch erst Recht auf mein Geld auf...“</span>, das grinsen auf seinen Lippen wurde breiter, aber auch ehrlicher. Dabei zeigte der Dieb überraschend gerade und weiße Zähne – eine Seltenheit in diesen Zeiten. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass du der Captain bist, hätte ich die Finger von deinem Geld gelassen.“</span>, setzte er noch an, sprach jedoch in einer solch sarkastischen Tonlage, dass es nicht an Schmeichelei heran kam. Zumal Einschleimen ohnehin nicht seine Art war.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Talin wusste nicht, ob sie lachen, die Augen verdrehen oder einfach nur ein ziemlich eindeutiges Schnauben von sich geben sollte. Dieser Kerl schlug echt alle anderen, die sie je kennengelernt hatte, mit seiner Arroganz und seinem Auftreten. Vielleicht fand sie ihn deshalb so sympathisch. Er behandelte sie nicht so von oben herab, weil sie eine Frau war und noch ziemlich jung, sondern weil das einfach seine Art war. Und dafür schämte er sich nicht einmal! Auf eine gewisse Weise schien er mehr in sich zu Ruhen und mit sich zufrieden zu sein, wie ihr noch nie jemand untergekommen war. Ja, genau deshalb fand sie ihn sympathisch. Aber das hieß nicht, dass sie ihn zwingend mögen musste. Sie musterte dieses breit grinsende Gesicht und entschied sich dafür ihm keine zu kleben, obwohl der Gedanke sehr verlockend war. Immerhin kam er ihr nicht mehr mit dieser übertrieben höflichen Anrede. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich finde es irgendwie ziemlich traurig, dass ein Dieb mich darüber aufklären muss, dass ich in so eine Spelunke vorsichtig sein muss. Und ich muss verrückt gewesen sein, dir nicht sofort die Hand abzuschlagen, als ich gespürt habe, wie du mein Geld genommen hast.“</span> Sie warf ihm einen abschätzigen Blick zu und verschränkte dann die Arme vor der Brust. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Du würdest vermutlich selbst deine Mutter bestehlen, wenn sie Captain von diesem Schiff wäre. Aber immerhin bist du ehrlich...auf deine Art irgendwie.“</span> Jetzt grinste sie breit. Sie mochte es mit ihm zu reden, doch sollte sie langsam zu ihrem wirklichen Problem kommen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Also gut, Dieb, ich habe entschieden dir zu vertrauen, was deinen Informanten angeht. Erzähl mir etwas über ihn. Worauf muss ich achten, um zu bekommen, was ich will?“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Das Lächeln auf seinen Lippen wurde diabolisch bei ihren Worten. Auf ihre Einschätzungen hin sagte er ansonsten allerdings nichts, sondern ließ sie einfach so im Raum stehen. Doch was ihn ungemein amüsierte war der Punkt, dass sie ihn als 'Ehrlich' bezeichnete. Ryan hatte schon viele Dinge über sich selbst gehört, ihm dabei Ehrlichkeit zu unterstellen war jedoch noch nie der Fall gewesen. Von daher kam es ihm gar nicht erst in den Sinn dies abzustreiten. Allerdings war ihre Frage, welche sie daraufhin stellte um einiges Interessanter. Irgendetwas verschwörerisches blitzte in seinem Blick auf, allerdings nur für den Bruchteil einer Sekunde. Vielleicht war dies eine unterschwellige Warnung bezüglich ihres Vertrauens? Oder einfach nur seine Art Menschen auf Abstand zu halten. Immerhin war Ryan im Grunde ein Einzelgänger, vertraute selbst nur schwer anderen und neigte mit Absicht dazu, sie durch seine Art von sich Fern zu halten. Meistens klappte es und auch wenn der Dieb sehr wohl wusste dass er hier die Dinge anders angehen musste, fiel es ihm doch nicht gerade leicht jene Haltung abzulegen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Sagen wir... Ich weiß Dinge über ihn, die ihn dazu bringen wird dir all' die Informationen zu geben die du haben möchtest.. Vorausgesetzt ich komme mit.“</span>, während er sprach hatte er den Kopf wieder von ihr Abgewandt und sah gerade aus übers Deck.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Natürlich könnte ich dir über jedes Detail berichten, allerdings bin ich Clever genug um zu Realisieren dass du dieses Wissen nutzen würdest um alleine zu gehen. Der Punkt ist, dass ich weiß das er zur Zeit hier stationiert ist und ich kenne seine Schwächen gut genug um sagen zu können dass er sich in den dunkelsten Ecken dieses Lochs herumtreibt.“</span>, erneut hatte er die Arme vor der Brust verschränkt. Nun ging es ums verhandeln und die mehr oder weniger freundliche Plauderei hatte ein Ende. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„So selten sind korrupte Offiziere nicht, richtig? Er wird mehr Angst davor haben, nicht zu kooperieren als dich und diese Crew anzuschwärzen. Und dafür kann ich sorgen...“</span>, dass er dies alles nicht ohne Gegenleistung tun würde, war klar. Er sprach es nicht aus... Aber ihm war ohnehin bewusst das Talin ebenfalls clever genug war um dies zu wissen.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Es hatte schon fast etwas trauriges, dass sie die witzige Plauderei hatte beenden müssen und zum ernsteren Teil übergehen musste. Auf der anderen Seite waren sie vorerst genug umeinander herumgeschlichen und sie mussten das klären, damit sie ihrem Ziel einen Schritt näher kam. Talin konnte nicht abstreiten, dass sie mit Ryan einen Trumph im Ärmel hatte, gegen diesen namenlosen und gesichtslosen Offizier. So wie der Dieb es darstellte, konnte die ganze Befragung zu einem Klacks werden und sie hätten ihre Informationen schneller, als sie es sich erträumen konnte. Nur gab es ein Problem an der ganzen Sache und das war der Kerl vor ihr. Auch wenn sie ihn für sympathisch hielt, hieß das noch lange nicht, dass er auch nett war. Mit einem tiefen Seufzer drehte die Blonde sich wieder um und sah aufs Meer hinaus. Sie wusste, was sie sagen sollte, wusste, dass sie nicht so lange schweigen sollte, doch die Worte wollten ihr einfach nicht über die Lippen kommen. Am liebsten würde sie ihn schütteln, bis er ihr alles über den Kerl verriet, den sie zu erpressen versuchten, aber das würde wohl nicht klappen. Sie musste also in den sauren Apfel beißen. Wobei sie schön dumm wäre, wenn sie nicht wenigstens noch eine Kleinigkeit probierte. Kurz biss sie fest die Zähne zusammen, bevor sie ihn ansah und zuckersüß lächelte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich lasse dich für deine Hilfe am Leben. Das sollte doch reichen, oder?“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Ryan schnaubte kurz, erneut amüsiert über ihre Worte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Mitnichten.“</span>, war die kurze und knappe Antwort. Doch auch wenn sie ihn nicht ansah, konnte man in seiner Stimme deutlich hören wie belustigt er über ihre Angebot war. Zwar war ihm klar, dass er eigentlich nicht in der Position war zu verhandeln, zumal ihm sein Leben eigentlich als Tausch genug sein müsste. Aber dem schwarzhaarigen war auch klar in welcher Zwickmühle Talin steckte. Und es wäre nicht Ryan, wenn er diese Situation nicht zu seinem Vorteil ausnutzen würde. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich möchte dass du den blauäugigen Wachhund abziehst. Und ich will meine Ausrüstung zurück. Im Gegenzug dafür bekommst du sowohl die Informationen die du brauchst, als auch eine Arbeitskraft an Board, solange ich einen Fuß auf diesem Schiff habe.“</span>, tatsächlich waren das dieses Mal wirklich die wahrhaftigen Bedingungen, die er stellte. Er meinte es Ernst und auch wenn er sonst sehr undurchschaubar war, wandte er sich nun doch wieder in ihre Richtung. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich wäre bereit, die die Hand auf mein Wort zu geben, Captain.“</span>, ein Handschlag war zeitweise mehr Wert, als das geschriebene Wort. Zumindest in Ryans Welt. Einer Welt in welcher der Großteil der Menschen weder lesen noch schreiben konnte. Mehr konnte er ihr ohnehin nicht anbieten, um die Ernsthaftigkeit seines Angebotes zu unterstreichen. Und so sehr ihnen beiden dies missfiel: In diesem Moment waren sie voneinander Abhängig, um ihre Ziele zu erreichen. Auch wenn es unklar war, welches Ryan wirklich verfolgte.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Am liebsten hätte sie laut, wirklich sehr laut geflucht. Sie wusste, dass er ihr Angebot nicht annehmen würde, weil er sehr viel mehr verlangen konnte, da sie von ihm abhängig war. Aber das hieß noch lange nicht, dass ihr das gefiel! Mit einer Hand fuhr sie sich gedankenverloren über die Stirn und massierte dann kurz ihre Nasenwurzel. Das tat sie oft, wenn ihr etwas missfiel oder sie genervt war und im Moment, war sie eben beides. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Also schön.“</span> Sie ließ die Hand sinken und sah dann wieder zu ihm auf. Er meinte es ernst und ehrlich, dass glaubte sie sofort und dennoch konnte sie nicht so einfach nachgeben. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wenn du uns geholfen hast, kannst du dich auf dem Schiff frei bewegen. Dein Werkzeug bekommst du wieder bevor wir uns mit dem werten Herrn Offizier treffen. Ist das für dich in Ordnung?“</span> Da er bereit war ihr die Hand darauf zu geben, streckte sie die ihrige aus, um ihm zu zeigen, dass sie mit seinen Forderungen einverstanden war, so lange er die ihren auch akzeptierte.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Tatsächlich blinzelte Ryan, nachdem sie im Gegenzug wiederum ihr Angebot darlegte. Sein starrer, bohrender Blick lockerte sich dadurch ein wenig. Auch wenn er zunächst nichts sagte, war es wohl hiermit klar, dass er diese Verhandlung nur unnötig in die Länge ziehen wollte. Als würde es ihm Spaß bereiten... Und er darüber nachdachte, ob er vielleicht noch mehr für dich herausschlagen konnte. Doch noch ehe man sich darüber noch weiter Gedanken machen konnte, nahm er das Wort erneut zu erheben ihre Hand entgegen. Ein fester, kurzer Händedruck bei welchem ihm erstaunt bewusst wurde, wie viel Kraft in ihren schlanken Fingern steckte. Ryan grinste unverblühmt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Auch, wenn du im Moment nicht das Gefühl hast. Es war die richtige Entscheidung, du wirst sehen.“</span>, meinte er schließlich dunkel und wesentlich weniger Arrogant als sonst. Er sah in ihrem Gesicht wie sehr sie mit sich gerungen hatte. Wie sehr es ihr missfiel auf ihn angewiesen zu sein. Und wie sehr sie davon genervt war. Und all' dass war etwas, was Ryan durchaus kannte und befürwortete. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Da du es eilig hast, würde ich vorschlagen dass wir noch heute Abend von Board gehen. Aber...“</span>, er hielt kurz inne und das Lächeln verzog sich wieder zu einem arroganten Grinsen.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „...Du bist der Captain.“</span> </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><div class="Talin">Die Besprechung war nicht so verlaufen, wie sie es sich vorgestellt hatte. Frustriert nach diesem ewigen hin und her und doch keine richtigen Entscheidungen treffen, hatte sie die Versammlung schließlich aufgelöst. Klar, sie hatten einen mehr oder weniger guten Plan, aber es hing so viel von Menschen ab, die sie einfach nicht genug kannte oder traute. Am meisten missfiel ihr jemandem zu vertrauen, der ihr Schiff hatte stehlen wollen. Frustriert fuhr sich Talin mit beiden Händen durchs Haar und sah sich dann auf dem Deck um. Wenn sie mehr Vertrauen in diesen seltsamen, unhöflichen, wortkargen Mann haben wollte, dann musste sie mit ihm reden. Aber es ist unwahrscheinlich, dass er zu ihr kommen würde, so wie sie ihn einschätzte. Deshalb stand sie jetzt auf dem Deck und suchte Ryan. Vermutlich wäre es allerdings leichter gewesen einen Holzwurm zu finden. Also holte sie tief Luft und sprach laut genug, dass man sie über das Deck hören konnte: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wo bist du, Dieb? Ich will mit dir reden!“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Wo er war, war zumindest für Ryan kein Geheimnis. Denn schließlich hatte er immer noch jenen Wachhund Namens Shanaya an der Backe. Meistens jedoch saß er seine Zeit einfach und entspannt in der Takelage ab. Hier ließ man ihn in Ruhe und er konnte seinen Gedanken nachhängen. Schließlich stellte sich immer noch die Frage, wie er Heile aus dieser ganzen, verfluchten Situation rauskommen sollte. Es war klar, dass er zunächst einmal Mitspielen musste... Und dabei war noch nicht einmal sein Ziel das Vertrauen der Kapitänin zu gewinnen... Er wollte einfach nur so lange Überleben, wie es eben Nötig war. Kaum dachte Ryan an den Blondschopf, hörte er schon ihre Stimme. Im ersten Moment befürchtete er schon, es wäre das Sonnenscheinchen, aber zum Glück irrte er sich. Der mürrische Blick ging nach unten. Kurz überlegte er ob er wirklich spuren oder so tun sollte als hätte er sie nicht gehört. Allerdings war ihm klar dass dies nur unangenehme Fragen hinterher zur Folge hatte. Und so stieg er geschickt und flink die Takelage hinab, bis seine Füße lautlos das Holz an Deck berührten. Ein finsteres, arrogantes Lächeln umspielten seinen dunklen Blick. Alles an ihm schien einfach nur Misstrauen zu erregen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Aye, Captain?“</span>, fragte er und klang dabei so arrogant wie eh und je. </div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Es dauerte einen Augenblick, vielleicht auch zwei, bis er auch schon die Takelage hinunter kam. Sie merkte sich für die Zukunft, dass sie dort zuerst nachsehen würde, wenn sie ihn suchte. Mit nachdenklichem Blick sah sie dem Mann dabei zu, wie er sich bewegte. So wie er sich bewegte, glaubte sie gern, dass er gut in seinem Beruf war. Und vielleicht stahl er auch nicht nur Wertgegenstände, sondern auch Leben. Er gäbe mit diesen Fähigkeiten sicher auch einen guten Attentäter ab. Doch als er schließlich vor ihr stand, mit diesem Gesichtsausdruck, vergaß sie ihre Gedanken und kniff nur die Augen zusammen, während ihre Mundwinkel aber verdächtig zuckten. Sie hatte schon mit genug Männern in ihrem Leben zu tun gehabt, die vor Arroganz nur so strotzen. Ihren inneren Kampf verlor sie schließlich und ein Grinsen erschien auf ihren Lippen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wie schön, dass du meinen Stand so einfach akzeptierst.“</span> Sie machte eine wegwischende Handbewegung und lehnte sich dann an die Reling. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Also, Dieb. Wir sollten mal die Fronten klären. Was will dein Auftraggeber mit meinem Schiff?</span>“ </div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Ryan legte den Kopf leicht schräg zur Seite, während er ihrer Frage lauschte. Seine linke Augenbraue ging in die Höhe – die Rechte war dank der Narbe wesentlich weniger beweglich und so beließ Ryan es generell nur bei der Linken. Es faszinierte ihn wie klein sie war und welch Ausstrahlung sie dennoch besaß. Ihre ganze Haltung schrie schier nach Adel und insgeheim fragte sich der Dieb, ob sie nicht jenem Schicksal entflohen war. Wenngleich der Gedanke sofort beiseite geschoben wurde. Er hatte das linkische grinsen nicht abgelegt, und irgendetwas in seinem Auge schien aufzuleuchten, als er über ihre Frage nachdachte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Mein Hehler ist ein Sammler von schönen Dingen. Und dieses Schiff ist außerordentlich schön, nicht? Zumindest...“</span>, Ryan sprach die Worte lang und gedehnt aus, streckte seine Hand aus und fuhr über die Reling an welchem die Fasern des Holzes leicht absplitterten. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wenn man ihr Zustand außen vor lässt. So gesehen könntet Ihr es auch einfach als Kompliment nehmen.“</span>. Schließlich zog er die Hand wieder zurück und verschränkte sie vor der Brust. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Aber ich schätze, dass war längst nicht alles, was Ihr von mir wollt, richtig? Bedauerlicherweise bin ich nicht in der Lage Euch Namen zu nennen, denn mein Auftraggeber ist und bleibt das, was er nun mal ist: Mein Hehler.“</span>, Ryan sprach eigentlich nie sonderlich viel, doch dieses Mal wollte er ihr sofort den Wind aus den Segeln nehmen. Immerhin hatte er wirklich keine Ahnung von dem, was in Talin überhaupt vor ging. Schließlich versuchte Ryan geschickt das Thema zu wechseln: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Habt ihr eine Lösung Eures Problems bezüglich der Rettungsaktion Eures Bruders gefunden?“</span>,ja.. Das unerbitterliche, fiese grinsen auf seinen Lippen wurde tatsächlich ein ticken breiter.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Talin erwartete nicht wirklich eine aussagekräftige Antwort. Er war schon in der Brig nicht sehr gesprächig gewesen, hatte ihr nur die nötigsten Antworten gegeben und das gesagt, was ihn am Leben erhielt. Dass er ihr nun geradezu eine Rede hielt, konnte sie nicht anders, als seine Geste mit der hochgezogenen Augenbraue zu kopieren. Sie wusste nicht so recht, was sie von ihm halten sollte. Doch dadurch, dass er so viel redete, konnte sie keine weiteren Fragen stellen, denn er hatte ihr alles vorweggenommen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ja, das Schiff ist wirklich wunderschön. Dumm nur, dass sein vorheriger Captain ein Idiot war, der es nicht zu würdigen wusste.“</span> Sie sah auf die Stelle in der Reling, die Ryan berührt hatte. Schon wollte sie die nächste Frage stellen, als er ihr allerdings zu vorkam. Sie sah ihn an und schnaubte dann einfach nur genervt und frustriert. Sie legte den Kopf in den Nacken, sah nach oben in den Himmel und dann wieder zu dem Dieb zurück. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Du kannst dir dein breites Grinsen sonst wo hin stecken. Hätte ich eine andere Lösung, als die, die wir unseren 'Plan' nennen, würde ich mir nicht so sehr den Kopf zerbrechen.“</span> Sie seufzte und wechselte dann einfach wieder das Thema. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wie lange bist du schon Dieb? Die Frage ist doch erlaubt, oder? Ist ja nichts zu privates.“</span> Jetzt war es an ihr frech zu grinsen. </div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Zugegeben, Ryan war wirklich nicht der redseligste. Umso auffälliger war es dass er überhaupt soviel sprach. Doch es durfte Talin klar sein, woher diese Redeschwall rührte. Zu Ryans positiver Überraschung jedoch, bohrte sie nicht weiter nach. Entweder akzeptiere sie wohl seine kryptische Antwort, oder entschied dass es die Mühe nicht Wert war. In beiden Fällen war es dem Dieb nur Recht. Dieses abfällige und hinterhältige Lächeln auf seinen Lippen behielt er jedoch trotz ihrer Aussage bei... Denn irgendwie hatte es sich im Laufe der Jahre zu einer Art Selbstschutz entwickelt. Es verhinderte erstaunlich gut das Lesen seiner Gedanken durch seine Mimik. Und selbst als Talin die nächste Frage stellte, war es nur sehr schwer zu erkennen, dass sich der Blick um seine Augen herum ein klein wenig verfinsterte. War ja klar, dass dies kommen musste. Jedes Mal wenn man ihm Fragen zu seiner Person stellte, wurde Ryan misstrauisch. Was nützte es ihr zu wissen, wie lang er schon dem Handwerk der Langfingerei nachging? Welche Schlüsse würde sie daraus ziehen wollen? Allerdings war dem schwarzhaarigen durchaus bewusst, dass er es sich an dieser Stelle nicht verscherzen wollte. Bei Shanaya konnte es ihm ja wohl egal sein, wie sehr sie ihn hasste. Doch beim Captain musste er vorsichtiger vorgehen... <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Lang genug um zu wissen, dass ich mir einen schrecklichen Fehler erlaubt habe indem ich ohne vorherige Observation Euer Schiff betreten habe.“</span>, er wollte die Antwort nicht einfach so zwischen ihnen stehen lassen, er wollte auf Augenhöhe mit ihr sprechen. Dieses Untergebenen-Gehabe passte nicht zu Ryan.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Und wann habt Ihr beschlossen von zu Hause fort zu Laufen und Eurer rebellischen Phase nachzugehen?“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Seine Antwort ließ sie nur die Augen verdrehen. Mit der ganzen Lebensgeschichte seinerseits hatte sie nun nicht gerechnet, aber eine genaue Antwort wäre schon nett gewesen. Stattdessen bekam sie so ein paar schleimige, nichts sagende Worte um die Ohren gehauen. Aber eigentlich sollte sie sich nicht wundern. Der Dieb wollte eben nichts über sich Preis geben, was ihm seine Geheimnisse entzog. Dennoch konnte sie sich einen Kommentar nicht verkneifen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Dann bist du also schon so lange Dieb, dass du dachtest du könntest dich auf deinem Können und Wissen ausruhen und diese Überheblichkeit hat dich die Freiheit gekostet.“</span> Ihre Augen funkelten vergnügt. Sie wollte diesen stoisch guckenden Kerl gern aus der Reserve locken, aber vermutlich würde ihr das nicht so schnell oder nur mit so einfachen Worten gelingen. Und außerdem drehte er schon wieder den Spieß um. Talin warf ihm einen Seitenblick zu, bevor sie sich mit einem Seufzer umdrehte und aufs Wasser hinaus sah. Aber während sie noch über seine Frage nachdachte und wie sie am besten darauf antworten sollte, schlich sich wieder ein Lächeln, diesmal etwas gemein und blutrünstig, auf ihre Lippen. Sie schämte sich nicht ihrer Vergangenheit. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Der Plan besteht schon seit ich ein kleines Kind war. Weggerannt bin ich dann schließlich, nachdem ich dachte, es sei Zeit und ich meinen werten Gemahl entmannt habe.“</span> Nun sah sie Ryan wieder direkt an. Er sollte ruhig wissen, dass sie sehr wohl in der Lage war auch ihm das anzutun.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Wirst du versuchen uns zu hintergehen?“</span> Auf diese Frage glaubte sie die Antwort eigentlich schon zu kennen.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Für Ryan war es nicht das erste Mal, einer Frau zu begegnen die sehr wohl in der Lage war sich selbst zu verteidigen. Natürlich war es vor allem in diesen dunklen Zeiten gerade für dieses Geschlecht nicht gerade einfach, irgendwo ohne einen Mann an ihrer Seite selbstständig Fuß zu fassen. Unterdrückung und Gewalt waren da wohl eher an der Tagesordnung. Doch die Meisten denen er begegnet war, ruhten sich ohnehin viel zu sehr auf ihrer Schwäche aus. Umso interessanter Empfand er es, wenn Frauen Stärke und Charakter zeigten. Und vor allem dazu standen und sich nicht verbogen. Ja, sowohl Shanaya als auch Talin gehörten zu diesem Schlag, soviel hatte Ryan bisher herausfinden können. Wenngleich er bei der schwarzhaarigen Shanaya immer das Gefühl hatte, sie nahm alles viel zu sehr auf die leichte Schulter. Und früher oder später würde das Böse erwachen kommen. Oder eben nicht. Talin wirkte dahingegen sichtlich bodenständiger, obgleich er sie nicht sonderlich viel Älter als den Sonnenschein schätzte. Ryan rührte sich nicht, auch wenn er sich darüber wunderte dass sie ihm einfach so den Rücken zuwandte. Das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht und misstrauisch kniff er kurz die Augen zusammen. Irgendwie musste sie ja zumindest einmal davon ausgehen, dass von ihm keine Gefahr drohte.. Denn auch wenn sie ihm gerade noch gedroht hatte, ging man nicht einfach Grundlos das Wagnis ein dem Feind seine ungeschützte Seite zu zuwenden. Ryan machte einige Schritte gen Reling um sich seinerseits mit dem Rücken daran anzulehnen, blieb jedoch gute zwei Armlängen von Talin entfernt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Von mir drohte schon in dem Moment keine Gefahr mehr, als das Schiff ablegte, Captain. Im Moment zählt für mich nur, meinen Kopf heile aus dieser Situation zu bekommen.“</span>, er verschränkte die Arme vor der Brust und blickte gerade aus. Da Talin links von ihm stand, konnte er sie dennoch im Augenwinkel sehen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und wenn es bedeutet Euch mit einem Mittelsmann von mir bekannt zu machen, nur um zu Überleben, dann tue ich das.“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Mit ruhigem Blick sah sie Ryan dabei zu, wie er sich neben sie gesellte. Er wahrte immer noch Abstand, blieb auf ein, zwei Armeslängen von ihr entfernt, dabei würde sie ihn sicher nicht beißen. Aber sie verstand ihn schon. Vertrauen in jemanden zu entwickeln war so viel schwerer, als der ganzen Welt erst einmal zu misstrauen. Und jemand, der im Dunklen arbeitete, sein Geld mit Diebstählen verdiente und vermutlich nur seinen Hehler 'Freund' nannte, vertraute sicher nicht einfach so jedem daher gelaufenen. Kleine Schritte musste sie tun, wenn sie wollte dass er ihr zumindest ein klein wenig vertraute. Sie selbst wusste noch nicht so recht, was sie von ihm halten sollte, doch sie misstraute ihm nicht, was sie ihm mit ihrer Geste zeigen wollte. Ihm den Rücken zuzudrehen, war vielleicht riskant gewesen, aber sie hatte darauf vertraut, dass er ihr nichts tun würde. Wäre ja auch ziemlich dumm gewesen. Aber in diesem Moment war für Talin wichtiger, wie seine Antwort ausfiel. Und im Grunde sagte er genau das, was sie erwartet hatte. Genau das, was sie hören musste, damit sie kein Misstrauen ihm gegenüber hegte. Er passte sich einer Situation wirklich sehr geschickt an. Und im Moment war sie von ihm auch abhängig, um Lucien zu retten. Das war es, was sie am meisten ärgerte und weshalb sie ihn besser hatte kennenlernen wollen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Genau das nagt an mir. Du willst mich mit diesem Mann bekannt machen, aber genau so einfach könntest du auch verschwinden, wenn wir wieder an Land sind. Du könntest mich sogar der Marine übergeben, allein weil ich auf diesem Schiff hier segle. Wie soll ich sicher sein, dass du bleiben wirst und mir hilfst?“</span> Frustriert von der Situation, die sie nicht richtig einschätzen konnte, stützte sie ihr Kinn auf die linke Faust und starrte das Meer finster an. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Deshalb stelle ich dir diese vielen Fragen, deshalb will ich dich einschätzen können.“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Ryan legte den Kopf in den Nacken und lachte kurz auf. Es war ein dunkles, gar abschätziges Lachen. Zwar hielt es nicht lange an, doch er war sichtlich amüsiert ob ihrer bedenken. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Sehe ich etwa so Hinterhältig aus?“</span>, fragte er schließlich mit einem schiefen grinsen. Doch dann schüttelte er den Kopf, holte tief Luft und dachte über eine weitreichendere Antwort nach. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Nein, ernsthaft. Ich kann Euch keinen Beweis dafür geben, dass ich das nicht tun würde. Dennoch... Würde ich Euch der Marine übergeben wollen, würde ich ja wohl selbst Gefahr laufen mit dem Kopf in der Schlinge zu stecken. Außerdem.. Segle ich doch zur Zeit selbst auf diesem Schiff. Es wäre wohl sehr schwer einem dieser minderbemittelten und begriffsstutzigen Zeitgenossen zu erklären, wie es dazu kommt dass ich ausgerechnet Euch ausliefere, aber selbst nicht Gefangen genommen werden sollte.“</span>, Ryan hielt kurz in seiner Erklärung inne, sprach dann aber weiter um ihre Bedenken tatsächlich zu verwerfen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich kann nicht mehr tun als Euch den Vorschlag machen, verlieren könnt Ihr dabei nichts. Und wenn es Euch so große Kopfzerbrechen bereitet, legt mir Fesseln an und nehmt den Blondschopf mit. Ohne den Hünen. Wegen mir auch dieses schwarzhaarige, nervige Etwas Namens Shanaya. Aber eine Frage habe ich noch an Euch.“</span>, letztlich drehte er den Kopf nun doch in ihre Richtung und bohrte seinen dunklen, braunäugigen Blick in ihr Profil. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wir alle hier, Euch inbegriffen, haben eine dunkle und zweifelhafte Vergangenheit. Jeder einzelne von ihnen.“</span> ,er nickte kurz gen Hauptdeck, ohne den Blick von Talin abzuwenden. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Einige von Eurer Crew kennt Ihr dabei kaum länger als mich, richtig? Was macht Euch so sicher dass sie nicht weniger hinterhältige Gedanken haben als ich? Abgesehen davon, dass ich zur falschen Zeit am falschen Ort war. Aber genauso gut hätte ich bei Euch anheuern können....“</span>, meinte er schließlich und war ernsthaft gespannt auf ihre Reaktion.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Sein Lachen überraschte sie, denn damit hatte sie nicht gerechnet. Der Klang hätte vielleicht angenehm sein können, wenn der Hauch von Abschätzung nicht darin mit geklungen hätte. Und gerade deswegen und vielleicht auch wegen seines Wesens, konnte sie sich eine Antwort auf seine Frage nicht verkneifen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ja.“</span> Er sah so hinterhältig aus. Ganz ehrlich? Sie würde ihm nicht mal freiwillig einen Hundewelpen in seine Obhut geben, denn sie rechnete damit, dass er ihn binnen ein paar Sekunden zu Geld gemacht hätte. Ein Kompliment an seine Fähigkeiten, doch sicher würde er das nicht so sehen. Und dann sollte sie ihm vertrauen? Seine Argumentation mochte schlüssig sein, ja sogar logischer, als sie erwartet hatte, aber dennoch blieb der Hauch von einem Zweifel. Sie spürte seinen Blick auf ihr, lauschte seinen Worten, während der Wind müßig kleine Wellen über die offene See tanzen ließ. Diese zu beobachten, gab Talin die Zeit über das Gesagte nachzudenken, denn er hatte nicht ganz unrecht. Sie konnte noch jemandem mitnehmen, konnte sich absichern gegen eventuelle Fallen. Bei seiner Frage schließlich entfloh ihr ein amüsiertes Schnauben und sie wandte ihr Gesicht ihm zu, nutzte die nun frei gewordene Hand, um ihr Haar auf der linken Seite festzuhalten, als der Wind auffrischte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Du hast mein Geld gestohlen, die anderen nicht. Deshalb misstraue ich dir mehr als den anderen."</span> Sie zuckte mit den Schultern. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Die anderen mögen eine dunkle Vergangenheit haben, jeder hat die vermutlich, aber ich würde es ihnen nicht zu trauen. Auch wenn ich noch nicht so alt bin, kann ich Menschen doch ganz gut einschätzen. Da wo ich herkomme, lernte man das ziemlich schnell. Bei ihnen habe ich also nicht das Gefühl, dass sie mich hintergehen würden. Du hingehen strahlst diese Abwehr aus, dem jeden Einzelgänger eigen ist.“ </span>Nachdenklich legte sie den Kopf schief und sie schmunzelte leicht, als sie ihren Blick über ihn gleiten ließ. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Vielleicht sollte ich dir deshalb vertrauen. Einfach weil jeder erwarten würde, dass ich es nicht tue.“</span> Wieder zuckte sie mit den Schultern, als wäre für sie die Angelegenheit erledigt. Das Thema war für sie noch nicht durch, aber sie musste vorher etwas anderes klären, was sie gewaltig störte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wieso sagst du immer 'Ihr' und 'Euch'? Seh ich aus, wie eine verfluchte Adlige, oder was?“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Nun, Ihr seid der Captain und somit solltet Ihr mit Respekt behandelt werden, oder nicht?“</span>, das überlegene Lächeln auf seinen Lippen war längst nicht verschwunden. Und auf sonderbare Weise amüsierte es ihn, dass sie so.. Ja, so problemlos mit ihm umsprang. Er hatte versucht sie zu Reizen, so wie er es ständig bei fremden Menschen versuchte. Ihm war bewusst welche Wirkung seine Art auf andere hatte. Aber an Talin schien all' das einfach abzuprallen und irgendwie schaffte sie es diese negative Energie einfach im nichts verschwinden zu lassen. Wenn er so im Nachhinein darüber nachdachte, empfand er es sogar ein bisschen kurios. Es war gar so als wüsste sie etwas über ihn, dass ihr die Sicherheit gab die Oberhand zu behalten und nicht aus der Haut zu fahren. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und das mit deinem Geld...“</span>, offensichtlich ersetzte er sofort, auf ihre Anmerkung hin, das lästige 'Ihr' in 'du' um. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„...Sieh' es als Gefallen dafür, einfach besser auf deine Sachen aufzupassen.“</span>, ja, da war sie wieder. Diese Arroganz. Und doch sagte sein Blick etwas anderes. Er war amüsiert über ihre Bedenken. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und wenn dass wirklich der einzige Grund ist, welcher mich von den anderen verrückten, unnahbaren, eigenbrötlerischen Männern auf diesem Schiff unterscheidet, dann muss ich wirklich sagen dass es mir Leid tut.“</span>, er drehte sich in ihre Richtung um sich nun seitlich an die Reling zu lehnen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Aber du musst zugeben, er hing da auch ziemlich verführerisch. Und gerade wenn man sich in einer solchen Spelunke herum treibt wie ihr es getan habt, passe ich doch erst Recht auf mein Geld auf...“</span>, das grinsen auf seinen Lippen wurde breiter, aber auch ehrlicher. Dabei zeigte der Dieb überraschend gerade und weiße Zähne – eine Seltenheit in diesen Zeiten. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass du der Captain bist, hätte ich die Finger von deinem Geld gelassen.“</span>, setzte er noch an, sprach jedoch in einer solch sarkastischen Tonlage, dass es nicht an Schmeichelei heran kam. Zumal Einschleimen ohnehin nicht seine Art war.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Talin wusste nicht, ob sie lachen, die Augen verdrehen oder einfach nur ein ziemlich eindeutiges Schnauben von sich geben sollte. Dieser Kerl schlug echt alle anderen, die sie je kennengelernt hatte, mit seiner Arroganz und seinem Auftreten. Vielleicht fand sie ihn deshalb so sympathisch. Er behandelte sie nicht so von oben herab, weil sie eine Frau war und noch ziemlich jung, sondern weil das einfach seine Art war. Und dafür schämte er sich nicht einmal! Auf eine gewisse Weise schien er mehr in sich zu Ruhen und mit sich zufrieden zu sein, wie ihr noch nie jemand untergekommen war. Ja, genau deshalb fand sie ihn sympathisch. Aber das hieß nicht, dass sie ihn zwingend mögen musste. Sie musterte dieses breit grinsende Gesicht und entschied sich dafür ihm keine zu kleben, obwohl der Gedanke sehr verlockend war. Immerhin kam er ihr nicht mehr mit dieser übertrieben höflichen Anrede. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich finde es irgendwie ziemlich traurig, dass ein Dieb mich darüber aufklären muss, dass ich in so eine Spelunke vorsichtig sein muss. Und ich muss verrückt gewesen sein, dir nicht sofort die Hand abzuschlagen, als ich gespürt habe, wie du mein Geld genommen hast.“</span> Sie warf ihm einen abschätzigen Blick zu und verschränkte dann die Arme vor der Brust. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Du würdest vermutlich selbst deine Mutter bestehlen, wenn sie Captain von diesem Schiff wäre. Aber immerhin bist du ehrlich...auf deine Art irgendwie.“</span> Jetzt grinste sie breit. Sie mochte es mit ihm zu reden, doch sollte sie langsam zu ihrem wirklichen Problem kommen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Also gut, Dieb, ich habe entschieden dir zu vertrauen, was deinen Informanten angeht. Erzähl mir etwas über ihn. Worauf muss ich achten, um zu bekommen, was ich will?“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Das Lächeln auf seinen Lippen wurde diabolisch bei ihren Worten. Auf ihre Einschätzungen hin sagte er ansonsten allerdings nichts, sondern ließ sie einfach so im Raum stehen. Doch was ihn ungemein amüsierte war der Punkt, dass sie ihn als 'Ehrlich' bezeichnete. Ryan hatte schon viele Dinge über sich selbst gehört, ihm dabei Ehrlichkeit zu unterstellen war jedoch noch nie der Fall gewesen. Von daher kam es ihm gar nicht erst in den Sinn dies abzustreiten. Allerdings war ihre Frage, welche sie daraufhin stellte um einiges Interessanter. Irgendetwas verschwörerisches blitzte in seinem Blick auf, allerdings nur für den Bruchteil einer Sekunde. Vielleicht war dies eine unterschwellige Warnung bezüglich ihres Vertrauens? Oder einfach nur seine Art Menschen auf Abstand zu halten. Immerhin war Ryan im Grunde ein Einzelgänger, vertraute selbst nur schwer anderen und neigte mit Absicht dazu, sie durch seine Art von sich Fern zu halten. Meistens klappte es und auch wenn der Dieb sehr wohl wusste dass er hier die Dinge anders angehen musste, fiel es ihm doch nicht gerade leicht jene Haltung abzulegen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Sagen wir... Ich weiß Dinge über ihn, die ihn dazu bringen wird dir all' die Informationen zu geben die du haben möchtest.. Vorausgesetzt ich komme mit.“</span>, während er sprach hatte er den Kopf wieder von ihr Abgewandt und sah gerade aus übers Deck.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Natürlich könnte ich dir über jedes Detail berichten, allerdings bin ich Clever genug um zu Realisieren dass du dieses Wissen nutzen würdest um alleine zu gehen. Der Punkt ist, dass ich weiß das er zur Zeit hier stationiert ist und ich kenne seine Schwächen gut genug um sagen zu können dass er sich in den dunkelsten Ecken dieses Lochs herumtreibt.“</span>, erneut hatte er die Arme vor der Brust verschränkt. Nun ging es ums verhandeln und die mehr oder weniger freundliche Plauderei hatte ein Ende. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„So selten sind korrupte Offiziere nicht, richtig? Er wird mehr Angst davor haben, nicht zu kooperieren als dich und diese Crew anzuschwärzen. Und dafür kann ich sorgen...“</span>, dass er dies alles nicht ohne Gegenleistung tun würde, war klar. Er sprach es nicht aus... Aber ihm war ohnehin bewusst das Talin ebenfalls clever genug war um dies zu wissen.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Es hatte schon fast etwas trauriges, dass sie die witzige Plauderei hatte beenden müssen und zum ernsteren Teil übergehen musste. Auf der anderen Seite waren sie vorerst genug umeinander herumgeschlichen und sie mussten das klären, damit sie ihrem Ziel einen Schritt näher kam. Talin konnte nicht abstreiten, dass sie mit Ryan einen Trumph im Ärmel hatte, gegen diesen namenlosen und gesichtslosen Offizier. So wie der Dieb es darstellte, konnte die ganze Befragung zu einem Klacks werden und sie hätten ihre Informationen schneller, als sie es sich erträumen konnte. Nur gab es ein Problem an der ganzen Sache und das war der Kerl vor ihr. Auch wenn sie ihn für sympathisch hielt, hieß das noch lange nicht, dass er auch nett war. Mit einem tiefen Seufzer drehte die Blonde sich wieder um und sah aufs Meer hinaus. Sie wusste, was sie sagen sollte, wusste, dass sie nicht so lange schweigen sollte, doch die Worte wollten ihr einfach nicht über die Lippen kommen. Am liebsten würde sie ihn schütteln, bis er ihr alles über den Kerl verriet, den sie zu erpressen versuchten, aber das würde wohl nicht klappen. Sie musste also in den sauren Apfel beißen. Wobei sie schön dumm wäre, wenn sie nicht wenigstens noch eine Kleinigkeit probierte. Kurz biss sie fest die Zähne zusammen, bevor sie ihn ansah und zuckersüß lächelte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich lasse dich für deine Hilfe am Leben. Das sollte doch reichen, oder?“</span></div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Ryan schnaubte kurz, erneut amüsiert über ihre Worte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Mitnichten.“</span>, war die kurze und knappe Antwort. Doch auch wenn sie ihn nicht ansah, konnte man in seiner Stimme deutlich hören wie belustigt er über ihre Angebot war. Zwar war ihm klar, dass er eigentlich nicht in der Position war zu verhandeln, zumal ihm sein Leben eigentlich als Tausch genug sein müsste. Aber dem schwarzhaarigen war auch klar in welcher Zwickmühle Talin steckte. Und es wäre nicht Ryan, wenn er diese Situation nicht zu seinem Vorteil ausnutzen würde. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich möchte dass du den blauäugigen Wachhund abziehst. Und ich will meine Ausrüstung zurück. Im Gegenzug dafür bekommst du sowohl die Informationen die du brauchst, als auch eine Arbeitskraft an Board, solange ich einen Fuß auf diesem Schiff habe.“</span>, tatsächlich waren das dieses Mal wirklich die wahrhaftigen Bedingungen, die er stellte. Er meinte es Ernst und auch wenn er sonst sehr undurchschaubar war, wandte er sich nun doch wieder in ihre Richtung. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich wäre bereit, die die Hand auf mein Wort zu geben, Captain.“</span>, ein Handschlag war zeitweise mehr Wert, als das geschriebene Wort. Zumindest in Ryans Welt. Einer Welt in welcher der Großteil der Menschen weder lesen noch schreiben konnte. Mehr konnte er ihr ohnehin nicht anbieten, um die Ernsthaftigkeit seines Angebotes zu unterstreichen. Und so sehr ihnen beiden dies missfiel: In diesem Moment waren sie voneinander Abhängig, um ihre Ziele zu erreichen. Auch wenn es unklar war, welches Ryan wirklich verfolgte.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Talin">Am liebsten hätte sie laut, wirklich sehr laut geflucht. Sie wusste, dass er ihr Angebot nicht annehmen würde, weil er sehr viel mehr verlangen konnte, da sie von ihm abhängig war. Aber das hieß noch lange nicht, dass ihr das gefiel! Mit einer Hand fuhr sie sich gedankenverloren über die Stirn und massierte dann kurz ihre Nasenwurzel. Das tat sie oft, wenn ihr etwas missfiel oder sie genervt war und im Moment, war sie eben beides. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Also schön.“</span> Sie ließ die Hand sinken und sah dann wieder zu ihm auf. Er meinte es ernst und ehrlich, dass glaubte sie sofort und dennoch konnte sie nicht so einfach nachgeben. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Wenn du uns geholfen hast, kannst du dich auf dem Schiff frei bewegen. Dein Werkzeug bekommst du wieder bevor wir uns mit dem werten Herrn Offizier treffen. Ist das für dich in Ordnung?“</span> Da er bereit war ihr die Hand darauf zu geben, streckte sie die ihrige aus, um ihm zu zeigen, dass sie mit seinen Forderungen einverstanden war, so lange er die ihren auch akzeptierte.</div></blockquote>
<blockquote><div class="Ryan">Tatsächlich blinzelte Ryan, nachdem sie im Gegenzug wiederum ihr Angebot darlegte. Sein starrer, bohrender Blick lockerte sich dadurch ein wenig. Auch wenn er zunächst nichts sagte, war es wohl hiermit klar, dass er diese Verhandlung nur unnötig in die Länge ziehen wollte. Als würde es ihm Spaß bereiten... Und er darüber nachdachte, ob er vielleicht noch mehr für dich herausschlagen konnte. Doch noch ehe man sich darüber noch weiter Gedanken machen konnte, nahm er das Wort erneut zu erheben ihre Hand entgegen. Ein fester, kurzer Händedruck bei welchem ihm erstaunt bewusst wurde, wie viel Kraft in ihren schlanken Fingern steckte. Ryan grinste unverblühmt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Auch, wenn du im Moment nicht das Gefühl hast. Es war die richtige Entscheidung, du wirst sehen.“</span>, meinte er schließlich dunkel und wesentlich weniger Arrogant als sonst. Er sah in ihrem Gesicht wie sehr sie mit sich gerungen hatte. Wie sehr es ihr missfiel auf ihn angewiesen zu sein. Und wie sehr sie davon genervt war. Und all' dass war etwas, was Ryan durchaus kannte und befürwortete. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Da du es eilig hast, würde ich vorschlagen dass wir noch heute Abend von Board gehen. Aber...“</span>, er hielt kurz inne und das Lächeln verzog sich wieder zu einem arroganten Grinsen.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „...Du bist der Captain.“</span> </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The darkest Hour...]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=272</link>
			<pubDate>Wed, 16 Nov 2016 20:58:06 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=12">Ryan Black</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=272</guid>
			<description><![CDATA[<center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: MidnightBlue; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px;margin-bottom:-20px;">The darkest Hour...</div><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><font color=MidnightBlue>...is just before Dawn.</font></span><br />
<br />
<br />
Talin & Aspen & Ryan</center><br />
<br />
<blockquote><div class="Ryan">Beinahe schon krampfhaft drehten sich Ryans Gedanken eigentlich nur um eines: Talin davon zu überzeugen dass es eine gute Idee war sich auf den korrupten Offizier einzulassen. Es war wohl kein Geheimnis dass die Marine bestechlich war. Und wenn man dann noch wusste an wen man sich genau wenden sollte war es eigentlich ein leichtes Spiel. Tja, wenn da nicht das große ABER wäre. <br />
<br />
Ryan baumelte wortwörtlich immer noch völlig entspannt in der Takelage herum und ließ seinen Blick über den Horizont gleiten. Er wunderte sich ein bisschen das niemand im Krähennest saß, aber vermutlich wogten sich alle derzeit in Sicherheit. Immerhin war Ryan selbst eben jenes ABER an das er dachte. Er war nicht vertrauenswürdig. Das war klar und auch ihm war bewusst das er sich nicht gerade von seiner Schokoladenseite gezeigt hatte – wenn er sowas denn überhaupt besaß. In der Regel war es ihm nämlich ziemlich egal was andere von ihm hielten. Doch bisher bestimmte diese Einstellung auch nicht über Leben und Tod, so wie sie es derzeit tat. Seine Hände ballten sich kurz zu Fäusten, ehe er sich wieder entspannte. Es hatte ohnehin kein Sinn sich irgendwas vorzumachen. Er glaubte nicht daran dass dieser 'Plan' an welchem die anderen Crewmitglieder arbeiteten überhaupt funktionieren würde. Und es juckte ihm einfach so sehr in den Fingern einfach selbst alles durchzuziehen. <br />
<br />
Doch plötzlich überkam Ryan ein gänzlich anderer Gedanke. Warum sich mehr als Nötig in die Sache verstricken? Er war sich ziemlich sicher das die Mission 'Sphinx auskundschaften' fehlgeschlagen war. Im Grunde könnte er sich sicher einfach von Board stehlen, sobald sie irgendwo Anker legten. Ryan war ein Überlebenskünstler, irgendwie würde er schon durchkommen. <br />
…Und dann? Was wenn sie auf Linara irgendwo an einer abgelegenen Küste ankerten, weitab von der Marine im Schutz der Dunkelheit. Und nur ein Boot gen Ufer paddelte. Tja, dann saß er doch wieder hier fest und hatte absolut keine Möglichkeit abzuhauen.<br />
Seufzend ließ der Schwarzhaarige die Schultern sinken. Die Sonne war mittlerweile unter gegangen und selbst sein Kindermädchen schien ihn aus den Augen gelassen zu haben. Wobei sich Ryan durchaus bewusst darüber war das irgendwo, irgendwer doch ein Auge auf ihn hatte.<br />
<br />
Da der Wind nun doch recht Kühl wurde, entschied der Dieb sich mal wieder gen Deck zu bewegen. Die aufgerollten Taue waren doch recht gemütlich gewesen, und wenn er Glück hatte war niemand sonst am Bug und so würde er es sich dort gemütlich machen können für die Nacht. Falls der Captain nicht doch andere Pläne für ihn hatte. Zum Beispiel ihn über Nacht wieder in die Brig schmeißen.<br />
Beinahe lautlos landete er an Deck, ließ das Tau los an welchem er hinab geglitten war und steuerte den Schiffsbug an, an welchem es deutlich wärmer war als in der Takelage.</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: MidnightBlue; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px;margin-bottom:-20px;">The darkest Hour...</div><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><font color=MidnightBlue>...is just before Dawn.</font></span><br />
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<br />
Talin & Aspen & Ryan</center><br />
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<blockquote><div class="Ryan">Beinahe schon krampfhaft drehten sich Ryans Gedanken eigentlich nur um eines: Talin davon zu überzeugen dass es eine gute Idee war sich auf den korrupten Offizier einzulassen. Es war wohl kein Geheimnis dass die Marine bestechlich war. Und wenn man dann noch wusste an wen man sich genau wenden sollte war es eigentlich ein leichtes Spiel. Tja, wenn da nicht das große ABER wäre. <br />
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Ryan baumelte wortwörtlich immer noch völlig entspannt in der Takelage herum und ließ seinen Blick über den Horizont gleiten. Er wunderte sich ein bisschen das niemand im Krähennest saß, aber vermutlich wogten sich alle derzeit in Sicherheit. Immerhin war Ryan selbst eben jenes ABER an das er dachte. Er war nicht vertrauenswürdig. Das war klar und auch ihm war bewusst das er sich nicht gerade von seiner Schokoladenseite gezeigt hatte – wenn er sowas denn überhaupt besaß. In der Regel war es ihm nämlich ziemlich egal was andere von ihm hielten. Doch bisher bestimmte diese Einstellung auch nicht über Leben und Tod, so wie sie es derzeit tat. Seine Hände ballten sich kurz zu Fäusten, ehe er sich wieder entspannte. Es hatte ohnehin kein Sinn sich irgendwas vorzumachen. Er glaubte nicht daran dass dieser 'Plan' an welchem die anderen Crewmitglieder arbeiteten überhaupt funktionieren würde. Und es juckte ihm einfach so sehr in den Fingern einfach selbst alles durchzuziehen. <br />
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Doch plötzlich überkam Ryan ein gänzlich anderer Gedanke. Warum sich mehr als Nötig in die Sache verstricken? Er war sich ziemlich sicher das die Mission 'Sphinx auskundschaften' fehlgeschlagen war. Im Grunde könnte er sich sicher einfach von Board stehlen, sobald sie irgendwo Anker legten. Ryan war ein Überlebenskünstler, irgendwie würde er schon durchkommen. <br />
…Und dann? Was wenn sie auf Linara irgendwo an einer abgelegenen Küste ankerten, weitab von der Marine im Schutz der Dunkelheit. Und nur ein Boot gen Ufer paddelte. Tja, dann saß er doch wieder hier fest und hatte absolut keine Möglichkeit abzuhauen.<br />
Seufzend ließ der Schwarzhaarige die Schultern sinken. Die Sonne war mittlerweile unter gegangen und selbst sein Kindermädchen schien ihn aus den Augen gelassen zu haben. Wobei sich Ryan durchaus bewusst darüber war das irgendwo, irgendwer doch ein Auge auf ihn hatte.<br />
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Da der Wind nun doch recht Kühl wurde, entschied der Dieb sich mal wieder gen Deck zu bewegen. Die aufgerollten Taue waren doch recht gemütlich gewesen, und wenn er Glück hatte war niemand sonst am Bug und so würde er es sich dort gemütlich machen können für die Nacht. Falls der Captain nicht doch andere Pläne für ihn hatte. Zum Beispiel ihn über Nacht wieder in die Brig schmeißen.<br />
Beinahe lautlos landete er an Deck, ließ das Tau los an welchem er hinab geglitten war und steuerte den Schiffsbug an, an welchem es deutlich wärmer war als in der Takelage.</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ich packe meinen Seesack]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=265</link>
			<pubDate>Mon, 07 Nov 2016 22:00:49 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=15">Trevor Scovell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=265</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px;margin-bottom:-20px;">Ich packe meinen Seesack</div><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">... und ich nehme mit: meinen Cousin, ohne ihn zu fragen</span><br />
<br />
<font size=1>Vormittag des 11.März 1822<br />
Gregory Scovell & Trevor Scovell</font></center><br />
<blockquote><div class="Trevor">Trevor boxte sich in der Menge nach vorn, bis er den perfekten Blick auf Ellhan hatte. Nein, doch nicht. Er tauchte noch einmal ab, kraxelte bis zur Reling und schwang sich geschickt in die Wanten. Jetzt hatte er den perfekten Blick. Nämlich auf das andere Schiff, dass da auf offener See neben der Sirène schaukelte. Er hatte vorhin geholfen, die beiden Schiffe miteinander zu vertauen und seitdem träumte er davon, die Seile wieder lösen zu dürfen. Dann sollte die Sphinx die Segel hissen und wieder wegsegeln! Und sie würden ihr einen klitzekleinen Vorsprung geben, bevor sie sie wieder einholten und wieder festmachten und dann noch mal alles, solange, bis Trevor keine Lust mehr hatte, falls das je passierte. Bestimmt passierte es nicht. Nicht, wenn er dabei diese Segel sehen durfte. <br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die sind rot, Gregory! Rot! Schau dir das an!</span>“, brüllte er seinem Cousin zum ungefähr zehntausendsten Mal heute zu.<br />
<br />
Er brüllte nur zur Sicherheit, weil er keine Ahnung hatte, wo Gregory war – dafür hätte er ja den Blick von den Segeln nehmen müssen. Mittlerweile waren sie gerafft, was Trevor ein bisschen deprimierte, aber die Farbe war trotzdem deutlich sichtbar.<br />
Außer ihm war niemand so begeistert von dem Spaß-Verfolgungsjagd-Plan gewesen. Wobei, Ellhan selbst hatte er noch gar nicht fragen können, der hatte sich ziemlich schnell mit dem Captain der Sphinx in seine Kajüte verzogen. Eben erst war er wieder herausgekommen und hatte alle zusammengerufen. Jetzt fing er an, dem Rest der Crew irgendeinen Plan zu unterbreiten. Trevor beschloss, ihn gleich nach diesem Besprechungskrimskrams zu fragen. Er turnte an den Seilen noch ein Stückchen höher.<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wir sollten unsere auch rot färben</span>“, murmelte er mehr zu sich selbst, weil er wusste, dass er jetzt besser nicht mehr brüllte.<br />
<br />
Das war auch ganz gut so, denn so bekam er noch den Rest von Ellhans „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">… sich auf eine ziemlich gefährliche Mission begeben–</span>“ mit. Trevors Kopf ruckte abrupt herum.<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Was?!</span>“<br />
<br />
Die roten Segel und der Spaß-Verfolgungsjagd-Plan waren augenblicklich vergessen. Einarmig schwang Trevor sich auf die Innenseite der Wanten, lies los und landete in einer Mischung aus aufgeregtem Sprung und perfektem Sturz in der Menge unter ihm. Von irgendwem kassierte er einen Schlag auf den Hinterkopf, vermutlich, weil er demjenigen ziemlich zielsicher auf den Fuß gesprungen war. Er ignorierte es und drängelte sich weiter nach vorn, bis er bei Ellhan und dessen Begleitung von der Sphinx angekommen war. Sein Captain warf ihm einen kurzen Blick zu, der verriet, dass er genau wusste, mit welchem Wort er sich gerade einen neuen Zuhörer gekeschert hatte. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">–um ihren Bruder zu retten</span>“, beendete er seinen Satz. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Er ist ein Gefangener der Marine und wird jetzt oder in den nächsten Tagen auf einem von zwei Schiffen nach Esmacil gebracht.</span>“ Er machte eine Kunstpause. Trevor wippte ungeduldig auf den Zehenspitzen vor und zurück, die Finger in ein Loch in seinem Shirt verdreht, in seinem Kopf ratterte es. Marine!? Gefangener!? Ziemlich gefährliches Mission!? – Boo-jah! „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wer sich diesem Abenteuer gewa–</span>“ <br />
<br />
„<i>Hier, ich!</i>“ Trevors Arm schoss in der Luft und fuchtelte wild umher.<br />
<br />
Von links und rechts erhielt er die üblichen Halt's-Maul-oder-wir-holen-dich-Kiel-Knuffer. Aber das war ihm schnurz. Und wie er diesem Abenteuer gewachsen war! Er war verdammt noch mal <b>geboren</b> für dieses Abenteuer! „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">... der darf sich der Talins Crew anschließen. Es wird auch keine–</span>“<br />
<br />
„<i>Ich geh! Und Gregory auch!</i>“ <br />
<br />
Der hatte zwar noch nichts dazu gesagt, aber er war schließlich Trevors Cousin. Ellhan warf ihm ein Lächeln zu, das Trevor zu ungeduldig zu interpretieren war und deshalb einfach als Bestätigung auffasste. Aufgeregt drängte er sich durch die Menge, während der Captain von Konsequenzen zu reden begann.<br />
<br />
Er durfte! Auf das Schiff! Mit den roten Segeln! Auf eine z i e m l i c h gefährliche Mission! Er konnte sein Glück gar nicht fassen! Mit diesem Gedanken stürzte unter Deck, um seine Sachen zu packen.<br />
</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px;margin-bottom:-20px;">Ich packe meinen Seesack</div><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">... und ich nehme mit: meinen Cousin, ohne ihn zu fragen</span><br />
<br />
<font size=1>Vormittag des 11.März 1822<br />
Gregory Scovell & Trevor Scovell</font></center><br />
<blockquote><div class="Trevor">Trevor boxte sich in der Menge nach vorn, bis er den perfekten Blick auf Ellhan hatte. Nein, doch nicht. Er tauchte noch einmal ab, kraxelte bis zur Reling und schwang sich geschickt in die Wanten. Jetzt hatte er den perfekten Blick. Nämlich auf das andere Schiff, dass da auf offener See neben der Sirène schaukelte. Er hatte vorhin geholfen, die beiden Schiffe miteinander zu vertauen und seitdem träumte er davon, die Seile wieder lösen zu dürfen. Dann sollte die Sphinx die Segel hissen und wieder wegsegeln! Und sie würden ihr einen klitzekleinen Vorsprung geben, bevor sie sie wieder einholten und wieder festmachten und dann noch mal alles, solange, bis Trevor keine Lust mehr hatte, falls das je passierte. Bestimmt passierte es nicht. Nicht, wenn er dabei diese Segel sehen durfte. <br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die sind rot, Gregory! Rot! Schau dir das an!</span>“, brüllte er seinem Cousin zum ungefähr zehntausendsten Mal heute zu.<br />
<br />
Er brüllte nur zur Sicherheit, weil er keine Ahnung hatte, wo Gregory war – dafür hätte er ja den Blick von den Segeln nehmen müssen. Mittlerweile waren sie gerafft, was Trevor ein bisschen deprimierte, aber die Farbe war trotzdem deutlich sichtbar.<br />
Außer ihm war niemand so begeistert von dem Spaß-Verfolgungsjagd-Plan gewesen. Wobei, Ellhan selbst hatte er noch gar nicht fragen können, der hatte sich ziemlich schnell mit dem Captain der Sphinx in seine Kajüte verzogen. Eben erst war er wieder herausgekommen und hatte alle zusammengerufen. Jetzt fing er an, dem Rest der Crew irgendeinen Plan zu unterbreiten. Trevor beschloss, ihn gleich nach diesem Besprechungskrimskrams zu fragen. Er turnte an den Seilen noch ein Stückchen höher.<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wir sollten unsere auch rot färben</span>“, murmelte er mehr zu sich selbst, weil er wusste, dass er jetzt besser nicht mehr brüllte.<br />
<br />
Das war auch ganz gut so, denn so bekam er noch den Rest von Ellhans „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">… sich auf eine ziemlich gefährliche Mission begeben–</span>“ mit. Trevors Kopf ruckte abrupt herum.<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Was?!</span>“<br />
<br />
Die roten Segel und der Spaß-Verfolgungsjagd-Plan waren augenblicklich vergessen. Einarmig schwang Trevor sich auf die Innenseite der Wanten, lies los und landete in einer Mischung aus aufgeregtem Sprung und perfektem Sturz in der Menge unter ihm. Von irgendwem kassierte er einen Schlag auf den Hinterkopf, vermutlich, weil er demjenigen ziemlich zielsicher auf den Fuß gesprungen war. Er ignorierte es und drängelte sich weiter nach vorn, bis er bei Ellhan und dessen Begleitung von der Sphinx angekommen war. Sein Captain warf ihm einen kurzen Blick zu, der verriet, dass er genau wusste, mit welchem Wort er sich gerade einen neuen Zuhörer gekeschert hatte. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">–um ihren Bruder zu retten</span>“, beendete er seinen Satz. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Er ist ein Gefangener der Marine und wird jetzt oder in den nächsten Tagen auf einem von zwei Schiffen nach Esmacil gebracht.</span>“ Er machte eine Kunstpause. Trevor wippte ungeduldig auf den Zehenspitzen vor und zurück, die Finger in ein Loch in seinem Shirt verdreht, in seinem Kopf ratterte es. Marine!? Gefangener!? Ziemlich gefährliches Mission!? – Boo-jah! „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wer sich diesem Abenteuer gewa–</span>“ <br />
<br />
„<i>Hier, ich!</i>“ Trevors Arm schoss in der Luft und fuchtelte wild umher.<br />
<br />
Von links und rechts erhielt er die üblichen Halt's-Maul-oder-wir-holen-dich-Kiel-Knuffer. Aber das war ihm schnurz. Und wie er diesem Abenteuer gewachsen war! Er war verdammt noch mal <b>geboren</b> für dieses Abenteuer! „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">... der darf sich der Talins Crew anschließen. Es wird auch keine–</span>“<br />
<br />
„<i>Ich geh! Und Gregory auch!</i>“ <br />
<br />
Der hatte zwar noch nichts dazu gesagt, aber er war schließlich Trevors Cousin. Ellhan warf ihm ein Lächeln zu, das Trevor zu ungeduldig zu interpretieren war und deshalb einfach als Bestätigung auffasste. Aufgeregt drängte er sich durch die Menge, während der Captain von Konsequenzen zu reden begann.<br />
<br />
Er durfte! Auf das Schiff! Mit den roten Segeln! Auf eine z i e m l i c h gefährliche Mission! Er konnte sein Glück gar nicht fassen! Mit diesem Gedanken stürzte unter Deck, um seine Sachen zu packen.<br />
</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[What the Hell are Morals?]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=257</link>
			<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 18:03:01 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=257</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">What the Hell are Morals?</div>
<font size=1>Abenddämmerung des 11. März 1822 <br />
Ryan Black & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=royalblue>Shanaya bewegte das Stück Dörrfleisch, welches sie zwischen die Lippen geklemmt hatte, leicht mit der Zunge hin und her. Sie waren immerhin ein Stück voran gekommen, hatten einen Plan und eine Idee, wie sie dem eigentlich Ziel näher kommen konnten. Es ging vorwärts, und auch wenn sie keine riesige Crew waren, war die Schwarzhaarige doch ganz zuversichtlich. Sie mussten einfach auf Schwächen und Stärken achten, und all zu schwer würde es wohl nicht sein, an besagte Listen zu kommen. Liam konnte sie nicht einschätzen – bei wem hatte sie damit in dieser Crew schon Erfolg, sie kannte sie einfach noch nicht lang genug – aber sie traute ihm immerhin genug Grips zu, zu wissen, worauf er achten musste. Er musste nur auf zwei Namen achten und sich den Namen eines Schiffes merken. Es gab schwierigere Aufgaben. Und so stand die junge Frau nun mit dem Rücken an die Reling gelehnt, die blauen Augen auf eine Karte gerichtet, wenn ihr Blick nicht zum Horizont oder prüfend zu den roten Segeln gehoben wurde. Auf den Lippen ein erwartungsvolles Lächeln. Es wurde Zeit, dass sie endlich ihr Ziel erreichten. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Zwar hatte man dem Dieb ja ein Kindermädchen zugeteilt, doch seitdem er in die Takelage verschwunden war, hatte man ihn zum Glück auch in Ruhe gelassen. Das Misstrauen war riesig – und wen wunderte es schon? Richtig. Niemanden. Immerhin tat Ryan sein bestes um diesen Argwohn nur zu schüren. Und dennoch machte auch er sich seine Gedanken über diese Pläne. Auch wenn seine Beweggründe andere zu sein scheinen als die der Crew. Wobei die da unten ein ziemlich bunt gemischter Haufen waren und er sich wirklich fragte, ob das lange gut gehen würde... Aber auch das konnte ihm egal sein. Sobald sich die Chance bieten würde abzuhauen, war der Dieb ohnehin auf und davon. Und wenn alles gut ging konnte er vielleicht sogar die ein oder andere Information mitnehmen, die Robin helfen konnte an dieses Schiff zu kommen. Wobei sich Ryan langsam ehrlich gesagt nicht mehr sicher war, ob er seinem Hehler nicht einfach davon abraten sollte. Immerhin war dieses Schiff schnell – und es würde Tage, wenn nicht gar Wochen dauern bis Ryan überhaupt die Möglichkeit hätte seinen Hehler in Kenntnis zu setzen. Und bis dahin war dieses Schiff ohnehin schon über alle Berge. Es Dämmerte und die Aufregung an Deck war schon längst vorbei. Die Versammlung hatte sich aufgelöst und so wagte Ryan sich doch einige wenige Meter hinab in die Tiefe gen Deck nur um dann mit Bedauern festzustellen, dass es doch nicht gänzlich leer war. Womöglich hatte man ihn wirklich nicht vergessen und solange jemand an Deck war, war es für ihn unmöglich unbemerkt die Takelage zu verlassen. Doch insgeheim Trieb ihn tatsächlich etwas gänzlich anderes gen Deck: Er hatte verdammt nochmal Durst, und länger warten wollte er nicht. Also würde er sich wohl oder übel mit der nervigsten Person die er je begegnet ist abmühen müssen. Geschickt ließ er sich einfach an einem der Seile hinab gleiten und landete beinahe Lautlos auf den Holzdielen des Decks. <i>„Schon wieder am Essen, Sonnenschein? Ein paar Kilo weniger könnten die nicht schaden. Ich wette du wiegst soviel wie ich.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya dachte nur nebensächlich an den Kerl, der vorhin irgendwann in die Takelage verschwunden war. Viel mehr behielt sie die Segel, die Wellen, die Wolken im Blick. Vermutlich hätte sie selbst irgendeine Ratte interessanter gefunden als Ryan. Wobei, die arme Ratte. Das war ein fieser Vergleich. In diesem Moment dachte sie jedoch nicht über den Dieb nach, schob nur ein wenig nachdenklich das Fleisch mit der Zunge hin und her. Sie wussten nicht, wie lang sie Zeit hatten... aber ihre Gedanken wurden automatisch umgelenkt, als sich ein Schatten in ihrem Augenwinkel regte. Kurz darauf erklang auch die inzwischen bekannte Stimme und Shanaya unterdrückte ein überlegenes Seufzen. Herrje. Aus dem Nichts versuchte er es auf diese Weise. Nun biss die junge Frau auf das Stück Fleisch, wog theatralisch den Kopf etwas zum Himmel, hielt den hellen Blick aber auf den Dieb gerichtet. Sie traute ihm nicht. Kein bisschen. Was erhoffte er sich davon, sie zu provozieren? <i>„Piratenleben ist ein hartes Geschäft, ich muss vorsorgen, irgendwann kommt bestimmt eine kleine Hungernot auf uns zu. Wäre doch schade, wenn ich dann draufgehe.“</i> Ihre Stimme klang beiläufig, Mal sehen, ob sie ihn dieses Mal so weit bringen konnte, dass er Reißaus nahm. Immerhin waren da dieses Mal keinerlei Gitterstäbe mehr. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. Wobei es nicht sonderlich freundlich wirkte, sondern eher ziemlich finster und provokant.“<i>Nicht wirklich. Im Gegenteil. Der Captain könnte dann endlich die Rationen für den Rest der Crew aufstocken. Sieh' dir den Schreiberling an, an dem armen Kerl is ja nix dran.“</i>, na dass er selbst für seine Größe sehr schlank war, lag eher weniger daran dass er Hunger litt, und mehr dass er möglichst unauffällig und agil bleiben wollte. Wobei.. Das mit dem Hunger leiden seit einigen Tagen tatsächlich der Fall war. Allerdings herrschte gerade etwas anderes vor. <i>“Aber... Es war nett mit dir zu Plaudern, aber wenn du mich entschuldigst: Ich habe wirklich besseres zu tun als mir anzuhören wie toll du doch bist.“</i>, das Grinsen war nicht von seinen Lippen gewichen, dennoch ging er einfach schnurgerade an ihr vorbei und steuerte allerdings die Tür zum Lagerraum an anstelle der Schlafplätze und der Kombüse, da er immerhin keine Ahnung hatte wo sich was befand. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya regte keine Miene auf das Grinsen des Dunkelhaarigen hin, lächelte nur stets weiter. Herrje. Ob nun hinter Gittern oder auf freiem Fuß, er hatte in jeder Situation einen gleich langweiligen Charakter. Armer Tropf. Aber immerhin versuchte er es, das musste sie ihm ja fast anrechnen. <i>„Das Recht des Stärkeren. Er könnte sich ja etwas zu Essen besorgen.“</i> Den Kopf munter ein wenig zur Seite geneigt biss die junge Frau nun etwas von dem Fleisch ab, wedelte mit dem anderen dramatisch durch die Luft. <i>„Ansonsten können sie ja mich grillen, wenn es hart auf hart kommt. Ich schmecke bestimmt vorzüglich.“</i> Aber schon im nächsten Moment wandte der Ältere sich wieder ab, und nun war es an ihr, ihr Grinsen ein wenig breiter werden zu lassen. <i>„Du solltest mich um Erlaubnis fragen, wohin du gehst. Nicht, dass ich das noch falsch interpretiere... “ </i></font><br />
<br />
<font color=#191970>Für einen kurzen Moment hielt Ryan inne, obwohl er ihr schon den Rücken zugedreht hatte. Die Sonne stand mittlerweile so tief dass ihr goldenes Licht die roten Segel durchleuchtete. Von fern würde es aussehen müssen, als stände dieses Schiff in Flammen. Seufzend legte er den Kopf in den Nacken und dachte einige endlos lange Augenblicke nach. „Mir ist bewusst dass du es zu gerne sehen würdest wie ich krepiere aber ich suche die Kombüse.“, während er sprach drehte er sich wieder zu ihr herum. <i>„Also entweder sagst du mir wo sie ist oder ich suche sie auf eigene Faust und dabei ist mir scheiß egal ob du irgendwas falsch interpretierst.“</i>, er ging einige Schritte auf sie zu während er sprach, ohne sein düsteres Grinsen zu verlieren. <i>„Wie siehts aus, Sonnenschein?“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob beinahe ein wenig verwundert eine Augenbraue, als der Dunkelhaarige stehen blieb. Er würde doch jetzt nicht einfach so einknicken? Natürlich nicht, aber erst machte er irgendwelche dramatischen Verrenkungen, die die junge Frau unkommentiert ließ. Bis er schließlich selbst sprach. Ah, er suchte natürlich die Kombüse. Ihr Grinsen konnte leider nicht noch breiter werden, nun lag es also an ihr, den Kopf ein wenig anzuheben, während sie sich nicht aus ihrer entspannten Haltung regte. <i>„Ah, du hast Hunger? Oder Durst? Soll ich dir etwas feines kochen?“</i> Ihre Stimme war deutlich übertrieben besorgt, so weit würde es sicher nicht kommen. Dann drehte er sich wieder um, kam einige Schritte näher. Er war um einiges größer, ihr körperlich vermutlich überlegen. Aber was glaubte er, damit zu erreichen? Wollte er ihr irgendwie drohen? Durch bloßes 'Ich komm mit finsterer Miene auf dich zugeschlichen'? Wirklich? „<i>Such sie selbst, ich folge dir und amüsiere mich drüber, wie du aus Versehen wieder in der Brig landest.“ </i></font><br />
<br />
<font color=#191970>Würde er wissen, dass sie hinter all seinen Bewegungen und Gesichtszüge, soviel hinein interpretierte, dann würde er sich vermutlich um ihre Gesundheit sorgen machen. Geistig versteht sich. Wahrscheinlich würde sie noch irgendwelche ominösen Beweggründe in sein Atmen hinein interpretieren, wenn sie es hören könnte. Aber zum Glück übertönte das Rauschen des Meeres jenes Atmen und Gedanken lesen konnte er ja auch nicht. <i>„Nein danke, ich liebe mein Leben und bevor ich etwas zu mir nehme das ein solch verwöhntes Gör wie du zubereitet hat, esse ich lieber gar nichts.“</i>, plötzlich kam ihm ein Gedanke. <i>„Wenn der Captain gewollt hätte das ich weiter in der Brig sitzen bleibe, wäre ich noch dort. Außerdem können alle an Board dich ziemlich gut einschätzen.“</i>, war ja auch nicht weiter schwierig. Auch wenn Ryan immer noch glaubte dass sie irgend ein dunkles Geheimnis hinter ihrem Dauergrinsen verbirgt. <i>„Was soviel heißt wie: Wenn mich jemand fragt was ich wo mache habe ich immerhin mein Kindermädchen dabei, welches die Verantwortung für mich trägt, richtig?“</i>, sein Tonfall war arrogant wie eh und je und das obwohl im bewusst war dass er immer noch in der beschisseneren Lage war.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya unterdrückte ein gespieltes Gähnen, kaute statt dessen einfach weiter auf ihrem Fleisch herum. Die Schwarzhaarige machte sich keinerlei Gedanken darum, was ihr Gegenüber dachte, wieso auch? Die Meinungen der Crew musste sie sich anhören, immerhin ging es in manchen Fällen sie persönlich an. Aber der hier? Ob er nun etwas sagte oder ein Betrunkener ertrank in einem Schweinekrog. Beides nicht von Wert. <i>„Du weißt ja gar nicht, was dir mit solch einer oberflächlichen Einstellung entgeht.“</i> Tadelnd wedelte Shanaya mit dem Finger durch die Luft. Verwöhntes Gör. Sie konnte also dank Ryan wieder anfangen zu zählen, was sie schon lange nicht mehr gehört hatte. Aber der Ältere sprach weiter, und Shanaya senkte leicht den Kopf, als müsse sie sich seinen Worten nun ergeben. Statt dessen riss sie im nächsten Moment den Blick wieder hoch und lachte los. Oh, es war so einfach. Wieso kam sie nur immer genau mit dem durch, auf das sie es ansetzte?! <i>„Ich bin ein verwöhntes Gör, das viel zu jung ist. Ich weiß. Das hast du mir schonmal gesagt. Gut eingeschätzt.“</i> Mit seinen nächsten Worten seufzte sie leise, lachte jedoch nicht mehr, sondern beließ es bei dem amüsierten Grinsen. <i>„Fühl dich geehrt, dass ich dir nachlaufe. Das mache ich nicht bei jedem. Aber ich fürchte, im Zweifel wird man eher mir glauben als dir. Tut mir Leid, wenn ich dich enttäuschen muss.“</i></font><br />
<br />
<font color=#191970>Abschätzend hob Ryan seine linke Augenbraue und blickte sie einige endlos lange Sekunden an. Da hatte sie verdammt nochmal recht – auch das war ihm bewusst. Allerdings, wenn sie das wirklich wollen würde, hätte sie die Chance jetzt längst ergriffen und ihn für irgendwas belangt was er gar nicht getan hatte. Doch er sagte nicht mehr, wandte sich nur noch von ihr ab und ging übers Deck. Natürlich steuerte er die erstbeste Tür an welche er zu Gesicht bekam. Da es schon relativ dunkel war, baumelte nur eine einzelne Öllampe geschützt durch Glas in diesem winzigen Korridor. <i>„Tjaaa... Hier ist kaum Platz für zwei, also warte bis ich hier draußen bin bevor du deinen dicken Hintern hier rein schwingst.“</i>, meinte er ziemlich trocken. Doch beide Türen waren abgeschlossen - wen wunderte es? Zumindest machte Ryan keine Anstalten sie öffnen zu wollen. Zumal man ihm seine Waffen und Dietriche ohnehin alle weg genommen hatte. Also ging er die Treppe hinab.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya biss unbedarft noch ein Stück des Dörrfleisches ab, betrachtete dabei mit ruhiger Miene den Dunkelhaarigen. Er schwieg – Mal wieder hatte sie gewonnen. Er konnte es drehen und wenden wie er wollte, aber sie war einfach in der besseren Position. Da konnte er sich winden wie ein Aal. Shanaya hob also nur eine Augenbraue, als sich der Dieb wieder abwandte, bestimmt seinen Weg ging, der ihm jedoch versperrt blieb. Kurz biss die Dunkelhaarige sich auf die Lippe, musste aufpassen, bei seinen Worten nicht wieder los zu lachen. Jaja, sie hatte einen dicken Hintern, das wusste sie inzwischen. Vielleicht konnte man den ja benutzen, um Talins Bruder zu retten? Sie konnte die Soldaten einfach platt sitzen. <i>„Da geht es nicht zur Kombüse.“</i> Einen Moment lang klang ihre Stimme beinahe versöhnlich, während sich an ihrer Miene kaum etwas regte. </font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">What the Hell are Morals?</div>
<font size=1>Abenddämmerung des 11. März 1822 <br />
Ryan Black & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=royalblue>Shanaya bewegte das Stück Dörrfleisch, welches sie zwischen die Lippen geklemmt hatte, leicht mit der Zunge hin und her. Sie waren immerhin ein Stück voran gekommen, hatten einen Plan und eine Idee, wie sie dem eigentlich Ziel näher kommen konnten. Es ging vorwärts, und auch wenn sie keine riesige Crew waren, war die Schwarzhaarige doch ganz zuversichtlich. Sie mussten einfach auf Schwächen und Stärken achten, und all zu schwer würde es wohl nicht sein, an besagte Listen zu kommen. Liam konnte sie nicht einschätzen – bei wem hatte sie damit in dieser Crew schon Erfolg, sie kannte sie einfach noch nicht lang genug – aber sie traute ihm immerhin genug Grips zu, zu wissen, worauf er achten musste. Er musste nur auf zwei Namen achten und sich den Namen eines Schiffes merken. Es gab schwierigere Aufgaben. Und so stand die junge Frau nun mit dem Rücken an die Reling gelehnt, die blauen Augen auf eine Karte gerichtet, wenn ihr Blick nicht zum Horizont oder prüfend zu den roten Segeln gehoben wurde. Auf den Lippen ein erwartungsvolles Lächeln. Es wurde Zeit, dass sie endlich ihr Ziel erreichten. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Zwar hatte man dem Dieb ja ein Kindermädchen zugeteilt, doch seitdem er in die Takelage verschwunden war, hatte man ihn zum Glück auch in Ruhe gelassen. Das Misstrauen war riesig – und wen wunderte es schon? Richtig. Niemanden. Immerhin tat Ryan sein bestes um diesen Argwohn nur zu schüren. Und dennoch machte auch er sich seine Gedanken über diese Pläne. Auch wenn seine Beweggründe andere zu sein scheinen als die der Crew. Wobei die da unten ein ziemlich bunt gemischter Haufen waren und er sich wirklich fragte, ob das lange gut gehen würde... Aber auch das konnte ihm egal sein. Sobald sich die Chance bieten würde abzuhauen, war der Dieb ohnehin auf und davon. Und wenn alles gut ging konnte er vielleicht sogar die ein oder andere Information mitnehmen, die Robin helfen konnte an dieses Schiff zu kommen. Wobei sich Ryan langsam ehrlich gesagt nicht mehr sicher war, ob er seinem Hehler nicht einfach davon abraten sollte. Immerhin war dieses Schiff schnell – und es würde Tage, wenn nicht gar Wochen dauern bis Ryan überhaupt die Möglichkeit hätte seinen Hehler in Kenntnis zu setzen. Und bis dahin war dieses Schiff ohnehin schon über alle Berge. Es Dämmerte und die Aufregung an Deck war schon längst vorbei. Die Versammlung hatte sich aufgelöst und so wagte Ryan sich doch einige wenige Meter hinab in die Tiefe gen Deck nur um dann mit Bedauern festzustellen, dass es doch nicht gänzlich leer war. Womöglich hatte man ihn wirklich nicht vergessen und solange jemand an Deck war, war es für ihn unmöglich unbemerkt die Takelage zu verlassen. Doch insgeheim Trieb ihn tatsächlich etwas gänzlich anderes gen Deck: Er hatte verdammt nochmal Durst, und länger warten wollte er nicht. Also würde er sich wohl oder übel mit der nervigsten Person die er je begegnet ist abmühen müssen. Geschickt ließ er sich einfach an einem der Seile hinab gleiten und landete beinahe Lautlos auf den Holzdielen des Decks. <i>„Schon wieder am Essen, Sonnenschein? Ein paar Kilo weniger könnten die nicht schaden. Ich wette du wiegst soviel wie ich.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya dachte nur nebensächlich an den Kerl, der vorhin irgendwann in die Takelage verschwunden war. Viel mehr behielt sie die Segel, die Wellen, die Wolken im Blick. Vermutlich hätte sie selbst irgendeine Ratte interessanter gefunden als Ryan. Wobei, die arme Ratte. Das war ein fieser Vergleich. In diesem Moment dachte sie jedoch nicht über den Dieb nach, schob nur ein wenig nachdenklich das Fleisch mit der Zunge hin und her. Sie wussten nicht, wie lang sie Zeit hatten... aber ihre Gedanken wurden automatisch umgelenkt, als sich ein Schatten in ihrem Augenwinkel regte. Kurz darauf erklang auch die inzwischen bekannte Stimme und Shanaya unterdrückte ein überlegenes Seufzen. Herrje. Aus dem Nichts versuchte er es auf diese Weise. Nun biss die junge Frau auf das Stück Fleisch, wog theatralisch den Kopf etwas zum Himmel, hielt den hellen Blick aber auf den Dieb gerichtet. Sie traute ihm nicht. Kein bisschen. Was erhoffte er sich davon, sie zu provozieren? <i>„Piratenleben ist ein hartes Geschäft, ich muss vorsorgen, irgendwann kommt bestimmt eine kleine Hungernot auf uns zu. Wäre doch schade, wenn ich dann draufgehe.“</i> Ihre Stimme klang beiläufig, Mal sehen, ob sie ihn dieses Mal so weit bringen konnte, dass er Reißaus nahm. Immerhin waren da dieses Mal keinerlei Gitterstäbe mehr. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. Wobei es nicht sonderlich freundlich wirkte, sondern eher ziemlich finster und provokant.“<i>Nicht wirklich. Im Gegenteil. Der Captain könnte dann endlich die Rationen für den Rest der Crew aufstocken. Sieh' dir den Schreiberling an, an dem armen Kerl is ja nix dran.“</i>, na dass er selbst für seine Größe sehr schlank war, lag eher weniger daran dass er Hunger litt, und mehr dass er möglichst unauffällig und agil bleiben wollte. Wobei.. Das mit dem Hunger leiden seit einigen Tagen tatsächlich der Fall war. Allerdings herrschte gerade etwas anderes vor. <i>“Aber... Es war nett mit dir zu Plaudern, aber wenn du mich entschuldigst: Ich habe wirklich besseres zu tun als mir anzuhören wie toll du doch bist.“</i>, das Grinsen war nicht von seinen Lippen gewichen, dennoch ging er einfach schnurgerade an ihr vorbei und steuerte allerdings die Tür zum Lagerraum an anstelle der Schlafplätze und der Kombüse, da er immerhin keine Ahnung hatte wo sich was befand. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya regte keine Miene auf das Grinsen des Dunkelhaarigen hin, lächelte nur stets weiter. Herrje. Ob nun hinter Gittern oder auf freiem Fuß, er hatte in jeder Situation einen gleich langweiligen Charakter. Armer Tropf. Aber immerhin versuchte er es, das musste sie ihm ja fast anrechnen. <i>„Das Recht des Stärkeren. Er könnte sich ja etwas zu Essen besorgen.“</i> Den Kopf munter ein wenig zur Seite geneigt biss die junge Frau nun etwas von dem Fleisch ab, wedelte mit dem anderen dramatisch durch die Luft. <i>„Ansonsten können sie ja mich grillen, wenn es hart auf hart kommt. Ich schmecke bestimmt vorzüglich.“</i> Aber schon im nächsten Moment wandte der Ältere sich wieder ab, und nun war es an ihr, ihr Grinsen ein wenig breiter werden zu lassen. <i>„Du solltest mich um Erlaubnis fragen, wohin du gehst. Nicht, dass ich das noch falsch interpretiere... “ </i></font><br />
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<font color=#191970>Für einen kurzen Moment hielt Ryan inne, obwohl er ihr schon den Rücken zugedreht hatte. Die Sonne stand mittlerweile so tief dass ihr goldenes Licht die roten Segel durchleuchtete. Von fern würde es aussehen müssen, als stände dieses Schiff in Flammen. Seufzend legte er den Kopf in den Nacken und dachte einige endlos lange Augenblicke nach. „Mir ist bewusst dass du es zu gerne sehen würdest wie ich krepiere aber ich suche die Kombüse.“, während er sprach drehte er sich wieder zu ihr herum. <i>„Also entweder sagst du mir wo sie ist oder ich suche sie auf eigene Faust und dabei ist mir scheiß egal ob du irgendwas falsch interpretierst.“</i>, er ging einige Schritte auf sie zu während er sprach, ohne sein düsteres Grinsen zu verlieren. <i>„Wie siehts aus, Sonnenschein?“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya hob beinahe ein wenig verwundert eine Augenbraue, als der Dunkelhaarige stehen blieb. Er würde doch jetzt nicht einfach so einknicken? Natürlich nicht, aber erst machte er irgendwelche dramatischen Verrenkungen, die die junge Frau unkommentiert ließ. Bis er schließlich selbst sprach. Ah, er suchte natürlich die Kombüse. Ihr Grinsen konnte leider nicht noch breiter werden, nun lag es also an ihr, den Kopf ein wenig anzuheben, während sie sich nicht aus ihrer entspannten Haltung regte. <i>„Ah, du hast Hunger? Oder Durst? Soll ich dir etwas feines kochen?“</i> Ihre Stimme war deutlich übertrieben besorgt, so weit würde es sicher nicht kommen. Dann drehte er sich wieder um, kam einige Schritte näher. Er war um einiges größer, ihr körperlich vermutlich überlegen. Aber was glaubte er, damit zu erreichen? Wollte er ihr irgendwie drohen? Durch bloßes 'Ich komm mit finsterer Miene auf dich zugeschlichen'? Wirklich? „<i>Such sie selbst, ich folge dir und amüsiere mich drüber, wie du aus Versehen wieder in der Brig landest.“ </i></font><br />
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<font color=#191970>Würde er wissen, dass sie hinter all seinen Bewegungen und Gesichtszüge, soviel hinein interpretierte, dann würde er sich vermutlich um ihre Gesundheit sorgen machen. Geistig versteht sich. Wahrscheinlich würde sie noch irgendwelche ominösen Beweggründe in sein Atmen hinein interpretieren, wenn sie es hören könnte. Aber zum Glück übertönte das Rauschen des Meeres jenes Atmen und Gedanken lesen konnte er ja auch nicht. <i>„Nein danke, ich liebe mein Leben und bevor ich etwas zu mir nehme das ein solch verwöhntes Gör wie du zubereitet hat, esse ich lieber gar nichts.“</i>, plötzlich kam ihm ein Gedanke. <i>„Wenn der Captain gewollt hätte das ich weiter in der Brig sitzen bleibe, wäre ich noch dort. Außerdem können alle an Board dich ziemlich gut einschätzen.“</i>, war ja auch nicht weiter schwierig. Auch wenn Ryan immer noch glaubte dass sie irgend ein dunkles Geheimnis hinter ihrem Dauergrinsen verbirgt. <i>„Was soviel heißt wie: Wenn mich jemand fragt was ich wo mache habe ich immerhin mein Kindermädchen dabei, welches die Verantwortung für mich trägt, richtig?“</i>, sein Tonfall war arrogant wie eh und je und das obwohl im bewusst war dass er immer noch in der beschisseneren Lage war.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya unterdrückte ein gespieltes Gähnen, kaute statt dessen einfach weiter auf ihrem Fleisch herum. Die Schwarzhaarige machte sich keinerlei Gedanken darum, was ihr Gegenüber dachte, wieso auch? Die Meinungen der Crew musste sie sich anhören, immerhin ging es in manchen Fällen sie persönlich an. Aber der hier? Ob er nun etwas sagte oder ein Betrunkener ertrank in einem Schweinekrog. Beides nicht von Wert. <i>„Du weißt ja gar nicht, was dir mit solch einer oberflächlichen Einstellung entgeht.“</i> Tadelnd wedelte Shanaya mit dem Finger durch die Luft. Verwöhntes Gör. Sie konnte also dank Ryan wieder anfangen zu zählen, was sie schon lange nicht mehr gehört hatte. Aber der Ältere sprach weiter, und Shanaya senkte leicht den Kopf, als müsse sie sich seinen Worten nun ergeben. Statt dessen riss sie im nächsten Moment den Blick wieder hoch und lachte los. Oh, es war so einfach. Wieso kam sie nur immer genau mit dem durch, auf das sie es ansetzte?! <i>„Ich bin ein verwöhntes Gör, das viel zu jung ist. Ich weiß. Das hast du mir schonmal gesagt. Gut eingeschätzt.“</i> Mit seinen nächsten Worten seufzte sie leise, lachte jedoch nicht mehr, sondern beließ es bei dem amüsierten Grinsen. <i>„Fühl dich geehrt, dass ich dir nachlaufe. Das mache ich nicht bei jedem. Aber ich fürchte, im Zweifel wird man eher mir glauben als dir. Tut mir Leid, wenn ich dich enttäuschen muss.“</i></font><br />
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<font color=#191970>Abschätzend hob Ryan seine linke Augenbraue und blickte sie einige endlos lange Sekunden an. Da hatte sie verdammt nochmal recht – auch das war ihm bewusst. Allerdings, wenn sie das wirklich wollen würde, hätte sie die Chance jetzt längst ergriffen und ihn für irgendwas belangt was er gar nicht getan hatte. Doch er sagte nicht mehr, wandte sich nur noch von ihr ab und ging übers Deck. Natürlich steuerte er die erstbeste Tür an welche er zu Gesicht bekam. Da es schon relativ dunkel war, baumelte nur eine einzelne Öllampe geschützt durch Glas in diesem winzigen Korridor. <i>„Tjaaa... Hier ist kaum Platz für zwei, also warte bis ich hier draußen bin bevor du deinen dicken Hintern hier rein schwingst.“</i>, meinte er ziemlich trocken. Doch beide Türen waren abgeschlossen - wen wunderte es? Zumindest machte Ryan keine Anstalten sie öffnen zu wollen. Zumal man ihm seine Waffen und Dietriche ohnehin alle weg genommen hatte. Also ging er die Treppe hinab.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya biss unbedarft noch ein Stück des Dörrfleisches ab, betrachtete dabei mit ruhiger Miene den Dunkelhaarigen. Er schwieg – Mal wieder hatte sie gewonnen. Er konnte es drehen und wenden wie er wollte, aber sie war einfach in der besseren Position. Da konnte er sich winden wie ein Aal. Shanaya hob also nur eine Augenbraue, als sich der Dieb wieder abwandte, bestimmt seinen Weg ging, der ihm jedoch versperrt blieb. Kurz biss die Dunkelhaarige sich auf die Lippe, musste aufpassen, bei seinen Worten nicht wieder los zu lachen. Jaja, sie hatte einen dicken Hintern, das wusste sie inzwischen. Vielleicht konnte man den ja benutzen, um Talins Bruder zu retten? Sie konnte die Soldaten einfach platt sitzen. <i>„Da geht es nicht zur Kombüse.“</i> Einen Moment lang klang ihre Stimme beinahe versöhnlich, während sich an ihrer Miene kaum etwas regte. </font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Frei zu sein bedarf es wenig]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=212</link>
			<pubDate>Mon, 01 Aug 2016 10:36:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=212</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Frei zu sein bedarf es wenig</div>
<font size=1>Mittag des 06. März 1822 <br />
Liam Casey & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=royalblue>Shanaya hob langsam eine Hand, mit der sie den Apfel zum Mund führte. Einen Tag war es nun her, dass sie in der Schenke zusammen gekommen waren, um nach neuen Männern zu suchen. Die Ausbeute war nicht sehr groß gewesen, aber immerhin besser als Nichts. Und auch der Regen hatte nachgelassen, überall waren noch Pfütze und Schlamm, aber daran störte die Dunkelhaarige sich nicht. Auch wenn eine kleine Sinnflut dafür gesorgt hätte, dass der Markt leerer war. So schlängelte sich die junge Frau zwischen Ständen und Menschen her, an einer Schulter einen Beutel, der mit Obst gefüllt war. Sie wusste noch nicht, wohin es als nächstes gehen würde, aber wenigstens ein bisschen Proviant würde nicht schaden. Ein paar Äpfel, von denen sie munter auf einem herum kaute, ein paar Zitronen... So würde sie sich also noch ein wenig umsehen, ehe sie zur Sphinx zurückkehren konnte. </font><br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam war ein Freigeist. Spontane Entscheidungen bestimmten seit langem sein Leben, weshalb auch die der letzten Nacht keine große Sache für ihn war. Bald würden sie auslaufen – gut. Das bedeutete, dass seine Reise weitergehen würde, wohin auch immer sie der Wind führen mochte. Aber bis dahin lief alles so wie bisher – für ihn jedenfalls, denn auch, wenn das Schiff erst auf Vordermann gebracht werden musste, hatte Aspen ziemlich deutlich gezeigt, dass er ein Platzhirsch war. Nichts, woran sich der Dunkelhaarige groß störte – er war ohnehin eher der kreative Kopf statt der, der stumpft auf Nägel hämmerte und sich danach etwas darauf einbildete. Deshalb: Erledigungen waren mehr sein Ding, doch bevor er sich um Erledigungen für seinen neuen Captain kümmern würde, hatte er beschlossen, seinen eigenen Vorrat aufzufrischen. Sineca hatte Stellung auf seinen Schultern bezogen, während er an den Marktständen vorbeischlenderte und deren Ausstellung begutachtete. In erster Linie hatte er aber nur ein Ziel fürs erste: den Waffenschmied. Sein Dolch war zugegeben doch recht alt – ein Geschenk seines Vaters – und eine kleine Politur samt Klingenpflege würde ihm durchaus gut tun. Die schwarzhaarige Kumpanin erkannte er dabei viel zu spät – aber wenigstens konnte er einen Zusammenstoß gerade noch verhindern, indem er seitlich auswich. „Huch.“, entwich es ihm. <i>„'Tschuldige. Ich war abgelenkt. Hat dich Prinz Eisenherz losgeschickt, ihm Äpfelchen zu bringen?“</i> Er grinste und deutete kurz auf den Obstbeutel, den sie mit sich trug</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya kaute auf dem Apfel herum, während ihr blauer Blick immer Mal wieder zur Seite schweifte. Noch war genug Zeit, um Kleinigkeiten zu besorgen, und vielleicht traf sie ja noch jemanden, der sie gestern Abend verpasst hatte. Möglich war alles, aber vorrangig kümmerte sich die Schwarzhaarige um Einkäufe. Ein erneuter Happen des Apfels landete in ihrem Mund, als die hellen Augen einen Stand mit Papier streiften. Hm, eigentlich hatte sie genug davon, einen neuen Kompass hatte sie auch... aber konnte man genug davon haben? Abgelenkt von dem neuen Ziel der Begierde bemerkte sie nicht den Mann, der sich ihr näherte, erst als dieser ihr auswich und einen Schatten auf sie warf, merkte die junge Frau auf. Er entschuldigte sich und Shanaya musterte ihn, weiter auf dem Apfel herum kauend. Mit vollem Mund ein verneinendes Brummen von sich gebend hob sie den Blick ein wenig zu dem Dunkelhaarigen an, musterte das Tier auf seiner Schulter, ehe sie den Apfel herunter schluckte. <i>„Ich sorge dafür, dass ihr heile Knochen und alle eure Zähne behaltet.“</i> Ein munteres Lächeln lag auf ihren Lippen. <i>„Zumindest wenn ihr euch gut anstellt.“</i></font><br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam hatte am vorherigen Abend nur einen geringen Einblick in die Beziehungen der bestehenden Crew erhalten. Aspen zweifelte an Talin, Talin fand das unerhört, Aspen lief Shanaya hinterher, als würde sie nur Unheil anstellen, Shanaya fand das lustig... Eine bunte, eigentlich nicht gerade vielversprechende Gruppe, aber Liam berechnete hier keine Chancen für irgendwas – außer vielleicht die, dass er bald schon auf einer anderen Insel strandete und auf dem Weg dorthin vielleicht noch etwas gutes tun konnte: Talins Bruder retten beispielsweise. Aber er würde sich schon mit weniger zufrieden geben. Er erwiderte das Lächeln des Mädchens und konterte mit einem munteren <i>„Na also – sag' ich doch. Goldlöckchen hat Angst um sein unversehrtes Grinsen.“</i> Er zwinkerte, ehe er den Kopf kurz schüttelte. <i>„Nein, ehrlich. Vorbildlich. Die wenigsten Schiffe, auf denen ich bisher Gast war, haben wirklich drauf geachtet.“</i> Er legte eine kurze Pause ein, ehe er fortfuhr. <i>„Und wenn's hart auf hart kommt, schicken wir dich einfach an die Front, damit unsere Knochen heil und unsere Zähne vollständig bleiben. Oder bewerfen die Gegner mit faulem Obst.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya strich sich mit der freiend Hand durch die dunklen Haare und ließ die mit dem Apfel ein wenig sinken. Als Liam wieder sprach wurde ihr Grinsen einen Moment lang etwas breiter. Wahre Worte, sie konnte sich Aspen nur zu gut vorstellen, wie er sich das eigene Gesicht begrabschte, aus Angst, irgendetwas könnte nicht so aussehen, wie es sollte. Auf Liams Zwinkern hob die junge Frau kurz eine Augenbraue, das Lächeln blieb auf ihren Lippen. <i>„Naja, irgendwo sollte man als Crew zusammen halten. Wenn ihr hops geht habe ich zwangsläufig auch ein Problem, wenn wir gerade tausend Meilen vom nächsten Land entfernt sind...“</I> Liams Pause und seine darauf folgenden Worte kommentierte sie mit einer leicht gehobenen Augenbraue. <i>„Mich an die Front schicken, wo ich eh immer genau da bin. Aber du darfst meine Gegner gern mit faulem Obst bewerfen, wenn wir danach ist. Aber heb noch etwas für dein Kätzchen auf.“</i> Und ganz automatisch huschte der blaue Blick zu besagtem Tier auf seiner Schulter. </font><br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam zuckte angedeutet mit der Schulter. <i>„Du kannst sicher noch auf 'hilfloses, unschuldiges, entführtes Mädchen' tun im Ernstfall.“</i> Prüfend besah er sich die Dunkelhaarige, ehe seine Mundwinkel nichtssagend zuckten. <i>„Mit ein bisschen Mühe. … Vielleicht.“</i> Bestimmt nicht, denn bis es soweit war, hatte sie wahrscheinlich die größte Klappe gehabt und sich diesen Ausweg mit großen Schritten verbaut. Auf ihren Vorschlag hin nickte er dann aber nach kurzer Überlegung. <i>„Abgemacht. Kokosnüsse sind sowieso leichter als Kanonenkugeln“</i>, schloss er. Sineca blinzelte hingegen bloß und miaute leise, als hätte sie gemerkt, dass Shanaya sie angesprochen hatte. <i>„Mit faulem Obst kommst du bei ihr allerdings nicht weit. Sie ist ziemlich krüsch für ein Wildtier.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya verzog bei Liams Worten ein wenig den Mund. Ja, das war absolut eine Rolle, in der sie sich wohl fühlte. Hilfloses, kleines Mädchen. Der prüfende Blick des Mannes entging ihr nicht und so hob sie leicht den Kopf an. Und er sprach weiter, woraufhin die Schwarzhaarige leise schnaufte. <i>„Steckst du mich hier etwa gerade in Schubladen?“</i> Sie schienen sich jedenfalls einig zu sein, dass sie nicht in die armes, hilfloses Mädchen Schublade passte. Immerhin. Was auch immer er von ihr denken mochte, das war definitiv ein bisschen Sympathie wert. Wobei ihr heller Blick weiter auf dem Katzentier ruhte und bei den Worten des Gelockten ein wenig schräger wurde. <i>„Oh, ja. Sie mag lieber Menschenfleisch als Nüsse.“</i> Auch wenn die kleinen Wunden an ihrem Finger kaum der Rede wert waren. <br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam ließ ein angedeutetes Lachen vernehmen, ehe er abwinkte und ein wenig ertappt dreinblickte. <i>„Keine Sorge. Meine Schubladen waren nie wirklich ordentlich.“</i> Leider wahr. Er war ein Chaot, Ordnung nicht sein Ding und er trotzdem immer erfolgreich bei der Suche nach Dingen, die er verlegte. Früher oder später jedenfalls. Shanaya steckte dann also sowieso in einer Schublade mit Räubern, Adligen und Gauklern. Bunt gemischt auf alle Fälle, aber das passte ja zu ihr. Liam folgte ihrem Blick zu Sineca auf seiner Schulter. Dass sie sie gezwickt hatte, hatte er längst vergessen. <i>„Am besten, ganz junges, zartes. Ist auch leichter zu fangen.“</i>, sponn er ihre Idee überzeugend weiter und strich dem Tierchen kurz mit dem Finger über die Nase. <i>„Ich wollt' gerade zum Waffenschmied – wie sieht's aus, noch Bedarf?“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya verengte gespielt empört die Augen, aber dieser Ausdruck verflog recht schnell wieder und bei seinen Worten kehrte der amüsierte Anblick zurück. <i>„Klingt vielversprechend.“</i> Ungeordnete Schubladen, da war die Frage, mit wem sie in einer steckte. Vielleicht war es aber auch besser, wenn sie es nicht wusste... Jetzt richtete der Dunkelhaarige sich jedenfalls selbst an sein Tier, das eben noch miaut hatte und jetzt schwieg. <i>„Also soll ich mich noch geehrt fühlen, dass sie mich angeknabbert hat?“</i> Ein munteres Grinsen galt dem Pelztier, beobachtete, wie Liam ihr über die Nase strich und sich dann wieder an sie wandte. Auf seine Frage hin betrachtete sie kurz den Degen und den Dolch, überlegte kurz, ehe sie mit den Schultern zuckte. <i>„Man kann nie genug ausgerüstet sein. Weißt du, wo er ist?“</i></font><br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam erwiderte ihr Lächeln, sagte aber nichts mehr dazu. Stattdessen lag sein Augenmerk kurz auf Sineca, die ihre Wange kurz an seinem Handrücken rieb, ehe sie das Mitglied ihrer neuen Crew wieder aus großen Augen heraus inspizierte. <i>„Womöglich ja.“</i>, antwortete nach kurzem Wiegen des Kopfes. <i>„Normal is' sie ziemlich zurückhaltend. Personen gegenüber. Nicht Situationen.“</i> Von der Seite her spähte er die Unheilskatze noch einmal kurz an. Gerade wirkte sie ja doch recht süß und zahm, aber Unheil und Chaos verstand sie mindestens genauso gut wie Liam. Sie war eine Elster, die nur darauf wartete, Leute zu entblößen. Augen, denen besonders in der Nacht nichts entgingen, was mal praktisch und mal unpraktisch sein konnte. Mit dem Kopf wies er schließlich in die Richtung, in die er gerade unterwegs gewesen war. <i>„Da hinten irgendwo ließ ich mir sagen.“</i>, meinte er und setzte sich wieder in Bewegung. Dass er bereits zwei Mal im Kreis gelaufen war, ließ er mal unerwähnt. <i>„Wie lang zieht ihr eigentlich schon zusammen rum?“</i> Keine Frage, von der er sich viel erhoffte – wie gesagt, er war nicht sonderlich berechnend. Aber gut zu wissen war es trotzdem, auch wenn er nicht urteilte.<br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob bei den Worten des Mannes belustigt eine Augenbraue. Soso. Zurückhaltend bei Personen, hm? <i>„Dann muss ich ihr wohl einfach einen guten Geschmack zuschreiben.“</i> Kurz wedelte die Dunkelhaarige mit dem malträtierten Finger, folgte dann dem kurzen Nicken des Mannes. Einen Schmied hatte sie heute nicht eingeplant, aber wer wusste schon, wie lange sie mit diesem Mann an Bord der Sphinx verbringen musste. Und... Shanaya wusste einfach gern, mit was für Kalibern sie sich abgab. Jeder einzelne würde also für sich geprüft werden – aber bisher stellte sich der noch Fremde ganz gut an. <i>„Da hinten ist eine gute Angabe...“</i> Sie hatte die letzten Tage Zeit gehabt, sich die Insel anzusehen, aber an einen Schmied erinnerte sie sich nicht unbedingt. Sie folgte dem Mann also, wog bei seiner Frage den Kopf für einige Atemzüge zum Himmel. <i>„Etwa einen Monat. Es wurde also Zeit für ein paar neue Genossen.“</i></font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Frei zu sein bedarf es wenig</div>
<font size=1>Mittag des 06. März 1822 <br />
Liam Casey & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=royalblue>Shanaya hob langsam eine Hand, mit der sie den Apfel zum Mund führte. Einen Tag war es nun her, dass sie in der Schenke zusammen gekommen waren, um nach neuen Männern zu suchen. Die Ausbeute war nicht sehr groß gewesen, aber immerhin besser als Nichts. Und auch der Regen hatte nachgelassen, überall waren noch Pfütze und Schlamm, aber daran störte die Dunkelhaarige sich nicht. Auch wenn eine kleine Sinnflut dafür gesorgt hätte, dass der Markt leerer war. So schlängelte sich die junge Frau zwischen Ständen und Menschen her, an einer Schulter einen Beutel, der mit Obst gefüllt war. Sie wusste noch nicht, wohin es als nächstes gehen würde, aber wenigstens ein bisschen Proviant würde nicht schaden. Ein paar Äpfel, von denen sie munter auf einem herum kaute, ein paar Zitronen... So würde sie sich also noch ein wenig umsehen, ehe sie zur Sphinx zurückkehren konnte. </font><br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam war ein Freigeist. Spontane Entscheidungen bestimmten seit langem sein Leben, weshalb auch die der letzten Nacht keine große Sache für ihn war. Bald würden sie auslaufen – gut. Das bedeutete, dass seine Reise weitergehen würde, wohin auch immer sie der Wind führen mochte. Aber bis dahin lief alles so wie bisher – für ihn jedenfalls, denn auch, wenn das Schiff erst auf Vordermann gebracht werden musste, hatte Aspen ziemlich deutlich gezeigt, dass er ein Platzhirsch war. Nichts, woran sich der Dunkelhaarige groß störte – er war ohnehin eher der kreative Kopf statt der, der stumpft auf Nägel hämmerte und sich danach etwas darauf einbildete. Deshalb: Erledigungen waren mehr sein Ding, doch bevor er sich um Erledigungen für seinen neuen Captain kümmern würde, hatte er beschlossen, seinen eigenen Vorrat aufzufrischen. Sineca hatte Stellung auf seinen Schultern bezogen, während er an den Marktständen vorbeischlenderte und deren Ausstellung begutachtete. In erster Linie hatte er aber nur ein Ziel fürs erste: den Waffenschmied. Sein Dolch war zugegeben doch recht alt – ein Geschenk seines Vaters – und eine kleine Politur samt Klingenpflege würde ihm durchaus gut tun. Die schwarzhaarige Kumpanin erkannte er dabei viel zu spät – aber wenigstens konnte er einen Zusammenstoß gerade noch verhindern, indem er seitlich auswich. „Huch.“, entwich es ihm. <i>„'Tschuldige. Ich war abgelenkt. Hat dich Prinz Eisenherz losgeschickt, ihm Äpfelchen zu bringen?“</i> Er grinste und deutete kurz auf den Obstbeutel, den sie mit sich trug</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya kaute auf dem Apfel herum, während ihr blauer Blick immer Mal wieder zur Seite schweifte. Noch war genug Zeit, um Kleinigkeiten zu besorgen, und vielleicht traf sie ja noch jemanden, der sie gestern Abend verpasst hatte. Möglich war alles, aber vorrangig kümmerte sich die Schwarzhaarige um Einkäufe. Ein erneuter Happen des Apfels landete in ihrem Mund, als die hellen Augen einen Stand mit Papier streiften. Hm, eigentlich hatte sie genug davon, einen neuen Kompass hatte sie auch... aber konnte man genug davon haben? Abgelenkt von dem neuen Ziel der Begierde bemerkte sie nicht den Mann, der sich ihr näherte, erst als dieser ihr auswich und einen Schatten auf sie warf, merkte die junge Frau auf. Er entschuldigte sich und Shanaya musterte ihn, weiter auf dem Apfel herum kauend. Mit vollem Mund ein verneinendes Brummen von sich gebend hob sie den Blick ein wenig zu dem Dunkelhaarigen an, musterte das Tier auf seiner Schulter, ehe sie den Apfel herunter schluckte. <i>„Ich sorge dafür, dass ihr heile Knochen und alle eure Zähne behaltet.“</i> Ein munteres Lächeln lag auf ihren Lippen. <i>„Zumindest wenn ihr euch gut anstellt.“</i></font><br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam hatte am vorherigen Abend nur einen geringen Einblick in die Beziehungen der bestehenden Crew erhalten. Aspen zweifelte an Talin, Talin fand das unerhört, Aspen lief Shanaya hinterher, als würde sie nur Unheil anstellen, Shanaya fand das lustig... Eine bunte, eigentlich nicht gerade vielversprechende Gruppe, aber Liam berechnete hier keine Chancen für irgendwas – außer vielleicht die, dass er bald schon auf einer anderen Insel strandete und auf dem Weg dorthin vielleicht noch etwas gutes tun konnte: Talins Bruder retten beispielsweise. Aber er würde sich schon mit weniger zufrieden geben. Er erwiderte das Lächeln des Mädchens und konterte mit einem munteren <i>„Na also – sag' ich doch. Goldlöckchen hat Angst um sein unversehrtes Grinsen.“</i> Er zwinkerte, ehe er den Kopf kurz schüttelte. <i>„Nein, ehrlich. Vorbildlich. Die wenigsten Schiffe, auf denen ich bisher Gast war, haben wirklich drauf geachtet.“</i> Er legte eine kurze Pause ein, ehe er fortfuhr. <i>„Und wenn's hart auf hart kommt, schicken wir dich einfach an die Front, damit unsere Knochen heil und unsere Zähne vollständig bleiben. Oder bewerfen die Gegner mit faulem Obst.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya strich sich mit der freiend Hand durch die dunklen Haare und ließ die mit dem Apfel ein wenig sinken. Als Liam wieder sprach wurde ihr Grinsen einen Moment lang etwas breiter. Wahre Worte, sie konnte sich Aspen nur zu gut vorstellen, wie er sich das eigene Gesicht begrabschte, aus Angst, irgendetwas könnte nicht so aussehen, wie es sollte. Auf Liams Zwinkern hob die junge Frau kurz eine Augenbraue, das Lächeln blieb auf ihren Lippen. <i>„Naja, irgendwo sollte man als Crew zusammen halten. Wenn ihr hops geht habe ich zwangsläufig auch ein Problem, wenn wir gerade tausend Meilen vom nächsten Land entfernt sind...“</I> Liams Pause und seine darauf folgenden Worte kommentierte sie mit einer leicht gehobenen Augenbraue. <i>„Mich an die Front schicken, wo ich eh immer genau da bin. Aber du darfst meine Gegner gern mit faulem Obst bewerfen, wenn wir danach ist. Aber heb noch etwas für dein Kätzchen auf.“</i> Und ganz automatisch huschte der blaue Blick zu besagtem Tier auf seiner Schulter. </font><br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam zuckte angedeutet mit der Schulter. <i>„Du kannst sicher noch auf 'hilfloses, unschuldiges, entführtes Mädchen' tun im Ernstfall.“</i> Prüfend besah er sich die Dunkelhaarige, ehe seine Mundwinkel nichtssagend zuckten. <i>„Mit ein bisschen Mühe. … Vielleicht.“</i> Bestimmt nicht, denn bis es soweit war, hatte sie wahrscheinlich die größte Klappe gehabt und sich diesen Ausweg mit großen Schritten verbaut. Auf ihren Vorschlag hin nickte er dann aber nach kurzer Überlegung. <i>„Abgemacht. Kokosnüsse sind sowieso leichter als Kanonenkugeln“</i>, schloss er. Sineca blinzelte hingegen bloß und miaute leise, als hätte sie gemerkt, dass Shanaya sie angesprochen hatte. <i>„Mit faulem Obst kommst du bei ihr allerdings nicht weit. Sie ist ziemlich krüsch für ein Wildtier.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya verzog bei Liams Worten ein wenig den Mund. Ja, das war absolut eine Rolle, in der sie sich wohl fühlte. Hilfloses, kleines Mädchen. Der prüfende Blick des Mannes entging ihr nicht und so hob sie leicht den Kopf an. Und er sprach weiter, woraufhin die Schwarzhaarige leise schnaufte. <i>„Steckst du mich hier etwa gerade in Schubladen?“</i> Sie schienen sich jedenfalls einig zu sein, dass sie nicht in die armes, hilfloses Mädchen Schublade passte. Immerhin. Was auch immer er von ihr denken mochte, das war definitiv ein bisschen Sympathie wert. Wobei ihr heller Blick weiter auf dem Katzentier ruhte und bei den Worten des Gelockten ein wenig schräger wurde. <i>„Oh, ja. Sie mag lieber Menschenfleisch als Nüsse.“</i> Auch wenn die kleinen Wunden an ihrem Finger kaum der Rede wert waren. <br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam ließ ein angedeutetes Lachen vernehmen, ehe er abwinkte und ein wenig ertappt dreinblickte. <i>„Keine Sorge. Meine Schubladen waren nie wirklich ordentlich.“</i> Leider wahr. Er war ein Chaot, Ordnung nicht sein Ding und er trotzdem immer erfolgreich bei der Suche nach Dingen, die er verlegte. Früher oder später jedenfalls. Shanaya steckte dann also sowieso in einer Schublade mit Räubern, Adligen und Gauklern. Bunt gemischt auf alle Fälle, aber das passte ja zu ihr. Liam folgte ihrem Blick zu Sineca auf seiner Schulter. Dass sie sie gezwickt hatte, hatte er längst vergessen. <i>„Am besten, ganz junges, zartes. Ist auch leichter zu fangen.“</i>, sponn er ihre Idee überzeugend weiter und strich dem Tierchen kurz mit dem Finger über die Nase. <i>„Ich wollt' gerade zum Waffenschmied – wie sieht's aus, noch Bedarf?“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya verengte gespielt empört die Augen, aber dieser Ausdruck verflog recht schnell wieder und bei seinen Worten kehrte der amüsierte Anblick zurück. <i>„Klingt vielversprechend.“</i> Ungeordnete Schubladen, da war die Frage, mit wem sie in einer steckte. Vielleicht war es aber auch besser, wenn sie es nicht wusste... Jetzt richtete der Dunkelhaarige sich jedenfalls selbst an sein Tier, das eben noch miaut hatte und jetzt schwieg. <i>„Also soll ich mich noch geehrt fühlen, dass sie mich angeknabbert hat?“</i> Ein munteres Grinsen galt dem Pelztier, beobachtete, wie Liam ihr über die Nase strich und sich dann wieder an sie wandte. Auf seine Frage hin betrachtete sie kurz den Degen und den Dolch, überlegte kurz, ehe sie mit den Schultern zuckte. <i>„Man kann nie genug ausgerüstet sein. Weißt du, wo er ist?“</i></font><br />
<br />
<font color=#6C7B8B>Liam erwiderte ihr Lächeln, sagte aber nichts mehr dazu. Stattdessen lag sein Augenmerk kurz auf Sineca, die ihre Wange kurz an seinem Handrücken rieb, ehe sie das Mitglied ihrer neuen Crew wieder aus großen Augen heraus inspizierte. <i>„Womöglich ja.“</i>, antwortete nach kurzem Wiegen des Kopfes. <i>„Normal is' sie ziemlich zurückhaltend. Personen gegenüber. Nicht Situationen.“</i> Von der Seite her spähte er die Unheilskatze noch einmal kurz an. Gerade wirkte sie ja doch recht süß und zahm, aber Unheil und Chaos verstand sie mindestens genauso gut wie Liam. Sie war eine Elster, die nur darauf wartete, Leute zu entblößen. Augen, denen besonders in der Nacht nichts entgingen, was mal praktisch und mal unpraktisch sein konnte. Mit dem Kopf wies er schließlich in die Richtung, in die er gerade unterwegs gewesen war. <i>„Da hinten irgendwo ließ ich mir sagen.“</i>, meinte er und setzte sich wieder in Bewegung. Dass er bereits zwei Mal im Kreis gelaufen war, ließ er mal unerwähnt. <i>„Wie lang zieht ihr eigentlich schon zusammen rum?“</i> Keine Frage, von der er sich viel erhoffte – wie gesagt, er war nicht sonderlich berechnend. Aber gut zu wissen war es trotzdem, auch wenn er nicht urteilte.<br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob bei den Worten des Mannes belustigt eine Augenbraue. Soso. Zurückhaltend bei Personen, hm? <i>„Dann muss ich ihr wohl einfach einen guten Geschmack zuschreiben.“</i> Kurz wedelte die Dunkelhaarige mit dem malträtierten Finger, folgte dann dem kurzen Nicken des Mannes. Einen Schmied hatte sie heute nicht eingeplant, aber wer wusste schon, wie lange sie mit diesem Mann an Bord der Sphinx verbringen musste. Und... Shanaya wusste einfach gern, mit was für Kalibern sie sich abgab. Jeder einzelne würde also für sich geprüft werden – aber bisher stellte sich der noch Fremde ganz gut an. <i>„Da hinten ist eine gute Angabe...“</i> Sie hatte die letzten Tage Zeit gehabt, sich die Insel anzusehen, aber an einen Schmied erinnerte sie sich nicht unbedingt. Sie folgte dem Mann also, wog bei seiner Frage den Kopf für einige Atemzüge zum Himmel. <i>„Etwa einen Monat. Es wurde also Zeit für ein paar neue Genossen.“</i></font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The Eye of the Storm]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=211</link>
			<pubDate>Sun, 31 Jul 2016 17:33:47 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=211</guid>
			<description><![CDATA[<center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">The Eye of the Storm</div>
<font size=1>7. März 1822 Abenddämmerung<br />
Aspen Montrose & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Endlich waren sie ausgelaufen, endlich kehrten sie zurück aufs Meer. Die Ausbeute war in der Tat nicht all zu groß gewesen, aber alles war besser, als zu dritt gegen die Segel zu arbeiten. Liam und Greo würden sicher eine Erleichterung sein, zudem eine, bei der man nicht denken musste, dass sie einem jeden Moment ein Messer in den Rücken rammten. Zumindest war das ihr erster Eindruck – und Shanaya hoffte, dass sie sich nicht irrte. Sie konnten allen mögliche gebrauchen, aber nicht jetzt schon irgendwen, der meutern wollte. Vor allem nicht, wenn sie so geschwächt waren. Damit hatten sie wohl eindeutig Glück, dass die Sphinx kein riesiges Schlachtschiff der Marine war. Ansonsten wären sie alle vielleicht schon Geschichte. <br />
Ein scharfes Stechen in ihrem Rücken brachte Shanaya wieder auf andere Gedanken. Der Großteil der Arbeit war getan, manch einer hatte sich vielleicht schon in die Hängematte gerollt. Sie jedoch fand noch keine Ruhe, wollte wenigstens noch ein paar Kleinigkeiten erledigen. Und so stand sie nun auf dem Deck, einen Fuß gegen eines der Fässer gestützt, während zwei weitere deutlich unter den Bewegungen der Sphinx wankten. Sie drohten weg zu kippen, und normalerweise hätte das Tau gereicht, um sie zu halten. Aber es hatte sich irgendwo verhakt, sodass die Schwarzhaarige es nicht stramm ziehen konnte  genauso wenig wollte sie jedoch das einzelne Fass loslassen, es würde sie mit Leichtigkeit einfach überrollen. Ihre Muskeln waren müde und allmählich sehnte auch sie sich nach Schlaf, aber solange das Problem der nicht gesicherten Fracht bestand brauchte sie daran nicht denken. Also verließ nur ein leises, unschlüssiges Brummen ihre Kehle. Wäre es wenigstens nicht dunkelste Nacht – irgendwas zu sehen hätte sie Sache sicher vereinfacht... </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">The Eye of the Storm</div>
<font size=1>7. März 1822 Abenddämmerung<br />
Aspen Montrose & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Endlich waren sie ausgelaufen, endlich kehrten sie zurück aufs Meer. Die Ausbeute war in der Tat nicht all zu groß gewesen, aber alles war besser, als zu dritt gegen die Segel zu arbeiten. Liam und Greo würden sicher eine Erleichterung sein, zudem eine, bei der man nicht denken musste, dass sie einem jeden Moment ein Messer in den Rücken rammten. Zumindest war das ihr erster Eindruck – und Shanaya hoffte, dass sie sich nicht irrte. Sie konnten allen mögliche gebrauchen, aber nicht jetzt schon irgendwen, der meutern wollte. Vor allem nicht, wenn sie so geschwächt waren. Damit hatten sie wohl eindeutig Glück, dass die Sphinx kein riesiges Schlachtschiff der Marine war. Ansonsten wären sie alle vielleicht schon Geschichte. <br />
Ein scharfes Stechen in ihrem Rücken brachte Shanaya wieder auf andere Gedanken. Der Großteil der Arbeit war getan, manch einer hatte sich vielleicht schon in die Hängematte gerollt. Sie jedoch fand noch keine Ruhe, wollte wenigstens noch ein paar Kleinigkeiten erledigen. Und so stand sie nun auf dem Deck, einen Fuß gegen eines der Fässer gestützt, während zwei weitere deutlich unter den Bewegungen der Sphinx wankten. Sie drohten weg zu kippen, und normalerweise hätte das Tau gereicht, um sie zu halten. Aber es hatte sich irgendwo verhakt, sodass die Schwarzhaarige es nicht stramm ziehen konnte  genauso wenig wollte sie jedoch das einzelne Fass loslassen, es würde sie mit Leichtigkeit einfach überrollen. Ihre Muskeln waren müde und allmählich sehnte auch sie sich nach Schlaf, aber solange das Problem der nicht gesicherten Fracht bestand brauchte sie daran nicht denken. Also verließ nur ein leises, unschlüssiges Brummen ihre Kehle. Wäre es wenigstens nicht dunkelste Nacht – irgendwas zu sehen hätte sie Sache sicher vereinfacht... </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ein Moment der Ruhe]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=177</link>
			<pubDate>Sat, 02 Jul 2016 20:38:21 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=10">Greo</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=177</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Moment der Ruhe<br />
9. März 1822<br />
Mittag</span></div>
<br />
<blockquote><div class=" Greo">Vorsichtig stahl sich der Riese übers Deck und warf einen prüfenden Blick um sich, bevor er sich neben den Hühnerstall hockte. Lächelnd schob er die Finger zwischen die Gitterstäbe des zugegebenermaßen sehr schönen Käfigs, den der Blonde gebaut hatte, und wartete das neugierige Picken der Hühner ab. Sie hatten den anstrengenden Anfang der Odyssee offenbar leidlich gut verkraftet und Aspen schien kaum Mühen gescheut zu haben, ihnen eine einigermaßen komfortable Reisegelegenheit zu bieten. <br />
Nichtsdestotrotz schaute Greo gerne nach, wie es dem Federvieh erging. Irgendwie fühlte er sich verantwortlich und – so albern es klang – vertraut mit den Hühnern. Er hatte immerhin schon einen ganzen Vormittag lang engste Freundschaft mit ihnen geschlossen.<br />
Nachdenklich knibbelte er an einer Krumme Brot herum und krümelte den hektischen Vögeln Bröckchen davon vor die Schnäbel. Er hatte zwar noch viel zu erledigen, aber so viel Zeit musste sein.<br />
</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Moment der Ruhe<br />
9. März 1822<br />
Mittag</span></div>
<br />
<blockquote><div class=" Greo">Vorsichtig stahl sich der Riese übers Deck und warf einen prüfenden Blick um sich, bevor er sich neben den Hühnerstall hockte. Lächelnd schob er die Finger zwischen die Gitterstäbe des zugegebenermaßen sehr schönen Käfigs, den der Blonde gebaut hatte, und wartete das neugierige Picken der Hühner ab. Sie hatten den anstrengenden Anfang der Odyssee offenbar leidlich gut verkraftet und Aspen schien kaum Mühen gescheut zu haben, ihnen eine einigermaßen komfortable Reisegelegenheit zu bieten. <br />
Nichtsdestotrotz schaute Greo gerne nach, wie es dem Federvieh erging. Irgendwie fühlte er sich verantwortlich und – so albern es klang – vertraut mit den Hühnern. Er hatte immerhin schon einen ganzen Vormittag lang engste Freundschaft mit ihnen geschlossen.<br />
Nachdenklich knibbelte er an einer Krumme Brot herum und krümelte den hektischen Vögeln Bröckchen davon vor die Schnäbel. Er hatte zwar noch viel zu erledigen, aber so viel Zeit musste sein.<br />
</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ist es nicht Zeit für Abrechnung und Strafe?]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=176</link>
			<pubDate>Sat, 02 Jul 2016 14:28:07 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=176</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Ist es nicht Zeit für Abrechnung und Strafe?</div>
<font size=1>Mittag des 10. März 1822 <br />
Ryan Black & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Gut gelaunt kaute Shanaya auf dem letzten Stück Zwieback herum, folgte dabei fast schon automatisch dem Weg nach unten. Es war gutes Wetter, die See war ruhig, der Wind brachte sie tapfer voran. Was gab es da Besseres, als dem vermutlich schlecht gelauntesten Menschen an Bord einen kurzen Besuch abzustatten? Armer Kerl, konnte sich nicht einmal gegen den unerwünschten Besuch wehren. Ein weiterer Grund, wieso sie diesen Weg ging. Der Laderaum lag ruhig da, die anderen schienen irgendwo zu arbeiten. Pech für den Dieb, dass sie jetzt dran war, ihm zuckersüße Gesellschaft zu leisten. <br />
Das Brot herunter schluckend kam die Schwarzhaarige näher an die Zellen, blieb erst stehen, als sie vor besagter Zelle stand – jedoch mit genug Abstand um sie nicht erreichen zu können. Shanaya strich sich ein paar Krümel von den Lippen und setzte dann ein strahlendes Lächeln auf mit dem sie den Dunkelhaarigen bedachte. <br />
<br />
„<i>Na, hattest du genug Zeit über den Sinn des Lebens nachzudenken? Oder fängst du schon an, die Planken zu zählen?“</i><br />
<br />
Ein leichter Hauch von Spott ließ sich nicht aus ihrer Stimme verbannen. Was war sie doch für eine hervorragende Gesellschaft!</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Ist es nicht Zeit für Abrechnung und Strafe?</div>
<font size=1>Mittag des 10. März 1822 <br />
Ryan Black & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Gut gelaunt kaute Shanaya auf dem letzten Stück Zwieback herum, folgte dabei fast schon automatisch dem Weg nach unten. Es war gutes Wetter, die See war ruhig, der Wind brachte sie tapfer voran. Was gab es da Besseres, als dem vermutlich schlecht gelauntesten Menschen an Bord einen kurzen Besuch abzustatten? Armer Kerl, konnte sich nicht einmal gegen den unerwünschten Besuch wehren. Ein weiterer Grund, wieso sie diesen Weg ging. Der Laderaum lag ruhig da, die anderen schienen irgendwo zu arbeiten. Pech für den Dieb, dass sie jetzt dran war, ihm zuckersüße Gesellschaft zu leisten. <br />
Das Brot herunter schluckend kam die Schwarzhaarige näher an die Zellen, blieb erst stehen, als sie vor besagter Zelle stand – jedoch mit genug Abstand um sie nicht erreichen zu können. Shanaya strich sich ein paar Krümel von den Lippen und setzte dann ein strahlendes Lächeln auf mit dem sie den Dunkelhaarigen bedachte. <br />
<br />
„<i>Na, hattest du genug Zeit über den Sinn des Lebens nachzudenken? Oder fängst du schon an, die Planken zu zählen?“</i><br />
<br />
Ein leichter Hauch von Spott ließ sich nicht aus ihrer Stimme verbannen. Was war sie doch für eine hervorragende Gesellschaft!</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Zwischen Stolz und Zweifel]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=173</link>
			<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 17:15:59 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=7">Aspen Montrose †</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=173</guid>
			<description><![CDATA[<center>Zwischen Stolz und Zweifel</center><br />
<br />
<blockquote><div class="Aspen">Die Gläser klimperten, als Aspen die letzten Stufen zur Kapitänskajüte hinunter ging. Zwei Tage hatte er Talin und sich selbst nun gegeben. Zwei Tage in denen Talin wahrscheinlich mit der Eingliederung von Greo und Liam verbracht hatte, während er selbst sich nach der Ankündigung ihrer baldigen Abreise an die letzten Schönheitsmakel gesetzt hatte. Nicht alleine, denn nun war Greo schließlich dabei und leistete tatkräftige Unterstützung. Den Katzenkauz Liam hatte Aspen sich so gut es ging vom Hals gehalten. Mit diesem wusste er nicht anzufangen.<br />
<br />
Vielleicht aber auch, weil der kurze Konflikt mit dem Schwanenhals den Montrose unbewusst auf Abneigung gesetzt hatte, als er den Katzenhalter kennen lernte. Ihnen beiden war kaum die Chance gegeben worden warm zu werden – dafür sollten sie in den nächsten Wochen die Zeit bekommen. Heute abend stand erst einmal die Klärung mit dem <i>Captain</i> auf seiner Liste, auch wenn er wirklich noch am zweifeln war, ob das Gespräch ihn schlussendlich schlechter oder besser von der Blonden denken lassen würde. Je nachdem ob sie ihre Überreaktion leugnen oder anerkennen würde. Wie zur eigenen psychischen Vorbereitung fuhr er sich über das stoppelige Kinn und stieß sich dabei die Rumflasche an die Nase. Na, das ging bereits gut los. <br />
<br />
Zwei Mal schnell klopfte er an. </div></blockquote>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center>Zwischen Stolz und Zweifel</center><br />
<br />
<blockquote><div class="Aspen">Die Gläser klimperten, als Aspen die letzten Stufen zur Kapitänskajüte hinunter ging. Zwei Tage hatte er Talin und sich selbst nun gegeben. Zwei Tage in denen Talin wahrscheinlich mit der Eingliederung von Greo und Liam verbracht hatte, während er selbst sich nach der Ankündigung ihrer baldigen Abreise an die letzten Schönheitsmakel gesetzt hatte. Nicht alleine, denn nun war Greo schließlich dabei und leistete tatkräftige Unterstützung. Den Katzenkauz Liam hatte Aspen sich so gut es ging vom Hals gehalten. Mit diesem wusste er nicht anzufangen.<br />
<br />
Vielleicht aber auch, weil der kurze Konflikt mit dem Schwanenhals den Montrose unbewusst auf Abneigung gesetzt hatte, als er den Katzenhalter kennen lernte. Ihnen beiden war kaum die Chance gegeben worden warm zu werden – dafür sollten sie in den nächsten Wochen die Zeit bekommen. Heute abend stand erst einmal die Klärung mit dem <i>Captain</i> auf seiner Liste, auch wenn er wirklich noch am zweifeln war, ob das Gespräch ihn schlussendlich schlechter oder besser von der Blonden denken lassen würde. Je nachdem ob sie ihre Überreaktion leugnen oder anerkennen würde. Wie zur eigenen psychischen Vorbereitung fuhr er sich über das stoppelige Kinn und stieß sich dabei die Rumflasche an die Nase. Na, das ging bereits gut los. <br />
<br />
Zwei Mal schnell klopfte er an. </div></blockquote>
]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Duft der Freiheit - oder der des Essens?]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=172</link>
			<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 12:55:32 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=7">Aspen Montrose †</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=172</guid>
			<description><![CDATA[<center>Der Duft der Freiheit - oder der des Essens?<br />
09. März 1822, später abend, in der Kombüse<br />
Alle Crewmitglieder (? wer will)</center><br />
<br />
<blockquote><div class="Aspen">Zufrieden pfeifend betrat Aspen die Kombüse, aus der bereits ein herrlicher Duft aufstieg, der – laut des Stimmengewirrs hinter der Tür – bereits mehrere Crewmitglieder angelockt hatte. Wenn es ihn nicht voller Vaterglück (haha, oder Pflichtbewusstsein!) in den Frachtraum getrieben hätte um noch einmal nach seinen Schützlingen zu sehen, wäre er selbst bereits schon eher gekommen. Nun allerdings konnte er dem Essensplan noch ein paar Eier hinzufügen!<br />
<br />
Mit geschürzten Lippen öffnete er die Kombüsentür und ließ den Blick direkt in Richtung Kochstelle gleiten. Gab es wieder Suppe? Wahrscheinlich. Allerdings sollte diese Mahlzeit nicht ganz so bedürftig sein wie das letzte Mal an Deck, als sie kaum mehr Vorräte besaßen. <br />
<br />
<i> „Könnt ihr die auch noch einbringen?“</i>, fragte er niemand bestimmten.<br />
<br />
Der Koch müsste wohl unter den Ansässigen zu finden sein, auch wenn er noch nicht durch die Reihen sah um zu zählen wer alles dabei war. Vorsichtig legte er seine „Beute“ auf die Küchenzeile neben der Kochstelle. </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center>Der Duft der Freiheit - oder der des Essens?<br />
09. März 1822, später abend, in der Kombüse<br />
Alle Crewmitglieder (? wer will)</center><br />
<br />
<blockquote><div class="Aspen">Zufrieden pfeifend betrat Aspen die Kombüse, aus der bereits ein herrlicher Duft aufstieg, der – laut des Stimmengewirrs hinter der Tür – bereits mehrere Crewmitglieder angelockt hatte. Wenn es ihn nicht voller Vaterglück (haha, oder Pflichtbewusstsein!) in den Frachtraum getrieben hätte um noch einmal nach seinen Schützlingen zu sehen, wäre er selbst bereits schon eher gekommen. Nun allerdings konnte er dem Essensplan noch ein paar Eier hinzufügen!<br />
<br />
Mit geschürzten Lippen öffnete er die Kombüsentür und ließ den Blick direkt in Richtung Kochstelle gleiten. Gab es wieder Suppe? Wahrscheinlich. Allerdings sollte diese Mahlzeit nicht ganz so bedürftig sein wie das letzte Mal an Deck, als sie kaum mehr Vorräte besaßen. <br />
<br />
<i> „Könnt ihr die auch noch einbringen?“</i>, fragte er niemand bestimmten.<br />
<br />
Der Koch müsste wohl unter den Ansässigen zu finden sein, auch wenn er noch nicht durch die Reihen sah um zu zählen wer alles dabei war. Vorsichtig legte er seine „Beute“ auf die Küchenzeile neben der Kochstelle. </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[It's our time to change it all]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=170</link>
			<pubDate>Thu, 30 Jun 2016 18:00:58 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=170</guid>
			<description><![CDATA[<center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">It's our time to change it all</div>
<font size=1>8. März 1822 Abenddämmerung<br />
Talin Dravean & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Die letzten Strahlen der Sonne verblassten allmählich, färbten das Wasser unter ihnen beinahe in die Farben ihrer Segel. So sehr sie sich auch auf diese Insel gefreut hatte – so glücklich war sie nun wieder, auf der Sphinx zu sein. Endlich wieder auf dem Wasser. Das beruhigte das Gemüt deutlich, genau wie die Müdigkeit der letzten Nacht. Es war klar gewesen, dass es mit dieser recht beschaulichen Crew schwierig werden würde, das Schiff vernünftig zu lenken. Aber viel länger hätte die Schwarzhaarige es nicht an Land ausgehalten. Greo und Liam waren schon eine gute Hilfe, und wer sagte, dass da nicht noch mehr kommen würden? Ihre Suche hatte gerade erst begonnen – und vorzeitig zu viel erwarten wäre da wohl sehr... demotivierend. Shanaya selbst nahm das jedenfalls so hin. Immerhin hatten sie sich noch den Mann mit schlechtem Karma in ihrer Brig. Notfalls konnte man den sicher auch irgendwo festketten und zum arbeiten zwingen. Jemand mit solch einem Ego würde sein Leben sicher nicht einfach so verspielen. Immerhin war es schon gutherzig gewesen, ihn nicht direkt in die dunkle See zu werfen. Die Schwarzhaarige wusste nicht, was sie an Talins Stelle getan hätte, aber sie hatte diese Entscheidung nicht treffen müssen und damit war das Thema für sie vom Tisch. Sie akzeptierte Talins Order, war nur darauf gespannt, wie der kleine Dieb sich schlagen würde. Eingepfercht hinter Gittern. Sie konnte sich zu gut vorstellen, was das für ein Drama für ihn sein musste. <br />
Jetzt stand die Dunkelhaarige jedenfalls auf dem Hauptdeck, kramte in ihrer Tasche herum, während die Zähne einen Apfel festhielten. Erst, als eine Hand gegen kaltes Messing stieg, glitt die zweite Hand zu dem Apfel, von dem sie nun ein Stück abbiss und nachdenklich darauf herum kaute, während der helle Blick sich auf den Kompass in ihrer Hand legte. Wirkliche Angaben gab es nicht, sie kannte keine genaue Richtung. Also musste sie die Blonde dringend darauf ansprechen. Das war kein Zustand, den sie lange mitmachen würde. Und sicher sahen auch die anderen das eher skeptisch. Also war es vermutlich das Beste, wenn sie es ihr schonend in einer ruhigen Minute beibrachte. Aber jetzt genoss sie erst einmal den sachten Wind in den dunklen Haaren, die Entspannung, die sie trotz der deutlichen Müdigkeit, zur Ruhe kommen ließ. Ein schlucken, dann biss sie noch einmal von dem Apfel ab. Damit sank der Kompass wieder zurück in ihre Tasche und Shanaya wandte sich der Reling zu, richtete den Blick zum Bug des Schiffes. Es machte sie wirklich ein wenig fuchsig, das eigentliche Ziel zu kennen – aber keinen genauen Kurs zu haben. Das musste so schnell wie möglich geändert werden.</div></blockquote>]]></description>
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<font size=1>8. März 1822 Abenddämmerung<br />
Talin Dravean & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Die letzten Strahlen der Sonne verblassten allmählich, färbten das Wasser unter ihnen beinahe in die Farben ihrer Segel. So sehr sie sich auch auf diese Insel gefreut hatte – so glücklich war sie nun wieder, auf der Sphinx zu sein. Endlich wieder auf dem Wasser. Das beruhigte das Gemüt deutlich, genau wie die Müdigkeit der letzten Nacht. Es war klar gewesen, dass es mit dieser recht beschaulichen Crew schwierig werden würde, das Schiff vernünftig zu lenken. Aber viel länger hätte die Schwarzhaarige es nicht an Land ausgehalten. Greo und Liam waren schon eine gute Hilfe, und wer sagte, dass da nicht noch mehr kommen würden? Ihre Suche hatte gerade erst begonnen – und vorzeitig zu viel erwarten wäre da wohl sehr... demotivierend. Shanaya selbst nahm das jedenfalls so hin. Immerhin hatten sie sich noch den Mann mit schlechtem Karma in ihrer Brig. Notfalls konnte man den sicher auch irgendwo festketten und zum arbeiten zwingen. Jemand mit solch einem Ego würde sein Leben sicher nicht einfach so verspielen. Immerhin war es schon gutherzig gewesen, ihn nicht direkt in die dunkle See zu werfen. Die Schwarzhaarige wusste nicht, was sie an Talins Stelle getan hätte, aber sie hatte diese Entscheidung nicht treffen müssen und damit war das Thema für sie vom Tisch. Sie akzeptierte Talins Order, war nur darauf gespannt, wie der kleine Dieb sich schlagen würde. Eingepfercht hinter Gittern. Sie konnte sich zu gut vorstellen, was das für ein Drama für ihn sein musste. <br />
Jetzt stand die Dunkelhaarige jedenfalls auf dem Hauptdeck, kramte in ihrer Tasche herum, während die Zähne einen Apfel festhielten. Erst, als eine Hand gegen kaltes Messing stieg, glitt die zweite Hand zu dem Apfel, von dem sie nun ein Stück abbiss und nachdenklich darauf herum kaute, während der helle Blick sich auf den Kompass in ihrer Hand legte. Wirkliche Angaben gab es nicht, sie kannte keine genaue Richtung. Also musste sie die Blonde dringend darauf ansprechen. Das war kein Zustand, den sie lange mitmachen würde. Und sicher sahen auch die anderen das eher skeptisch. Also war es vermutlich das Beste, wenn sie es ihr schonend in einer ruhigen Minute beibrachte. Aber jetzt genoss sie erst einmal den sachten Wind in den dunklen Haaren, die Entspannung, die sie trotz der deutlichen Müdigkeit, zur Ruhe kommen ließ. Ein schlucken, dann biss sie noch einmal von dem Apfel ab. Damit sank der Kompass wieder zurück in ihre Tasche und Shanaya wandte sich der Reling zu, richtete den Blick zum Bug des Schiffes. Es machte sie wirklich ein wenig fuchsig, das eigentliche Ziel zu kennen – aber keinen genauen Kurs zu haben. Das musste so schnell wie möglich geändert werden.</div></blockquote>]]></content:encoded>
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