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		<title><![CDATA[Inselwelten - 16. März bis 21. März 1822 | (III. - IV.)]]></title>
		<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/</link>
		<description><![CDATA[Inselwelten - https://inselwelten.crux-mundi.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 10:44:00 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[An Bord der Sphinx]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=637</link>
			<pubDate>Tue, 24 Jul 2018 18:46:22 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=0">Scortias Bartholomew</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=637</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Georgia;" class="mycode_font">An Bord der Sphinx</span></span></div>
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">21. März 1822</div>
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">Scortias & Skadi</div>
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">Nachmittag auf dem Deck der Sphinx</div>
<br />
<br />
<br />
<blockquote><div class=" Scortias">Das war also die Sphinx. Nicht ganz so, wie Scortias sie sich nach der Beschreibung von Trevor vorgestellt hatte, aber dennoch ein beeindruckendes Schiff. Vor allem die roten Segel fielen auf, auch wenn sie im Moment noch eingeholt waren. Während Cornelis bei den Kapitänen vorsprach, war Trevor zum Schiffsarzt geleitet worden, damit dieser sich dessen Nase mal ansah. Auch der Schiffsjunge und Feuerbart sollten sich einer Grunduntersuchung unterziehen, denn man wollte sicher gehen, dass die beiden Ausgesetzten keine Krankheiten auf das Schiff brachten. Aber das würde noch etwas dauern, also legte der Junge sein Speer mit dem Beutel so ab, dass niemand drüber stolpern konnte, schlenderte über das Deck und stellte sich an die Reling, um auf die Insel zu sehen, von der sie gekommen waren. Es war eigentlich eine schöne Insel, mit exotischen Tieren, auch wenn nicht besonders groß. Zumindest nicht groß genug, dass sie auf eine der Karten aufgeführt wurde. <br />
<br />
Während der Junge seine Arme auf die Reling stützte und seinen Blick schweifen ließ, wehte ein leichter Wind durch seine Haare und ließ sie vor seinem Gesicht tanzen. Die kleine Priese traf auch auf seinen Körper und kühlte ihn etwas ab, denn die Sonne war sehr warm. Für einen Moment schloss der fast Dreizehnjährige seine Augen und genoss das Streicheln auf seiner Haut. Wieder hatte das Schicksal ihn auf ein Schiff getrieben. Aber er fühlte sich auf der See sehr wohl und nahm diese Bestimmung an. Er war jetzt schon neugierig, wo die Reise hingehen würde und welche Abenteuer auf ihn warten würden. Doch genauso Aufregend, und etwas von Angst begleitet, war die Ungewissheit, wie er hier auf den Schiff aufgenommen wurde. Nicht jeder Pirat akzeptierte einen Schiffsjungen und es gab sogar einen Aberglauben der besagte, dass es Unglück brachte, einen Jungen, oder Frauen an Bord zu haben. <br />
<br />
Aber bevor er soweit denken konnte, musste er ja noch bei den Kapitänen vorsprechen, denn hier auf der Sphinx sollte es gleich zwei von ihnen geben. Zudem musste der Schiffsarzt ja noch grünes Licht zeigen, dass er und Feuerbart gesund waren. Also hieß es, erst einmal abwarten. Natürlich hatte der Junge auch andere Seemänner auf dem Schiff gesehen, aber bis jetzt hatte er noch mit keinem gesprochen. </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Georgia;" class="mycode_font">An Bord der Sphinx</span></span></div>
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">21. März 1822</div>
<br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align">Scortias & Skadi</div>
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align">Nachmittag auf dem Deck der Sphinx</div>
<br />
<br />
<br />
<blockquote><div class=" Scortias">Das war also die Sphinx. Nicht ganz so, wie Scortias sie sich nach der Beschreibung von Trevor vorgestellt hatte, aber dennoch ein beeindruckendes Schiff. Vor allem die roten Segel fielen auf, auch wenn sie im Moment noch eingeholt waren. Während Cornelis bei den Kapitänen vorsprach, war Trevor zum Schiffsarzt geleitet worden, damit dieser sich dessen Nase mal ansah. Auch der Schiffsjunge und Feuerbart sollten sich einer Grunduntersuchung unterziehen, denn man wollte sicher gehen, dass die beiden Ausgesetzten keine Krankheiten auf das Schiff brachten. Aber das würde noch etwas dauern, also legte der Junge sein Speer mit dem Beutel so ab, dass niemand drüber stolpern konnte, schlenderte über das Deck und stellte sich an die Reling, um auf die Insel zu sehen, von der sie gekommen waren. Es war eigentlich eine schöne Insel, mit exotischen Tieren, auch wenn nicht besonders groß. Zumindest nicht groß genug, dass sie auf eine der Karten aufgeführt wurde. <br />
<br />
Während der Junge seine Arme auf die Reling stützte und seinen Blick schweifen ließ, wehte ein leichter Wind durch seine Haare und ließ sie vor seinem Gesicht tanzen. Die kleine Priese traf auch auf seinen Körper und kühlte ihn etwas ab, denn die Sonne war sehr warm. Für einen Moment schloss der fast Dreizehnjährige seine Augen und genoss das Streicheln auf seiner Haut. Wieder hatte das Schicksal ihn auf ein Schiff getrieben. Aber er fühlte sich auf der See sehr wohl und nahm diese Bestimmung an. Er war jetzt schon neugierig, wo die Reise hingehen würde und welche Abenteuer auf ihn warten würden. Doch genauso Aufregend, und etwas von Angst begleitet, war die Ungewissheit, wie er hier auf den Schiff aufgenommen wurde. Nicht jeder Pirat akzeptierte einen Schiffsjungen und es gab sogar einen Aberglauben der besagte, dass es Unglück brachte, einen Jungen, oder Frauen an Bord zu haben. <br />
<br />
Aber bevor er soweit denken konnte, musste er ja noch bei den Kapitänen vorsprechen, denn hier auf der Sphinx sollte es gleich zwei von ihnen geben. Zudem musste der Schiffsarzt ja noch grünes Licht zeigen, dass er und Feuerbart gesund waren. Also hieß es, erst einmal abwarten. Natürlich hatte der Junge auch andere Seemänner auf dem Schiff gesehen, aber bis jetzt hatte er noch mit keinem gesprochen. </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Brother Sparrow]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=609</link>
			<pubDate>Sat, 23 Jun 2018 12:45:59 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=28">Farley Dunbar</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=609</guid>
			<description><![CDATA[<center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Brother sparrow</div>
<div><font size=1>21. März 1822, abends<br />
Farley & Aspen</font></div></center><br />
<blockquote><div class="Farley">Er mochte das Meer. Es barg eines dieser unumstößlichen Gefühle in sich. Das Gefühl, entkommen zu sein. Den Duft von Freiheit, wie mancher sagen würde, aber so weit würde Farley nicht gehen. Frei war man erst, wenn alle Ketten gesprengt waren. Und niemand konnte seine eigenen Ketten sprengen. Egal, wohin man ging, man nahm sich mit – seiner Vergangenheit entkommen konnte keiner. Der junge Dieb stand an Deck, stützte sich mit den Unterarmen auf der Reling des Schiffes ab und starrte auf das Wasser hinaus. Das Gespräch mit Tallin, der Blonden, und Gregory, dem provisorischen Schiffsarzt, hatte ihn genauso wenig weitergebracht, was seinen Abschiedsplan anging, wie das Gespräch mit der Schwarzhaarigen. Und das obwohl beide Begegnungen doch aufschlussreich gewesen waren, auf ihre ganz eigene Art und Weise. Sie änderten allerdings nichts daran, dass er hier so lange festsaß, bis das Schiff repariert war. Farley hatte beschlossen, sich auch weiterhin zu weigern, an der Reparatur des Rumpfes mitzuwirken. Ja, er konnte Holz verarbeiten. Die Narben auf seinem Rücken erinnerten ihn täglich daran. Das hieß aber nicht, dass er Holz verarbeiten wollte. Feiner Unterschied. Er würde seine Schuld irgendwie anders begleichen müssen – und dann im nächsten Hafen einen Hut stehlen, den er ziehen konnte. Nur um sich dann zu verbeugen und ebendiesen Hut schwenkend von dannen zu ziehen. </div></blockquote>
<br />
<font size="1">(Aspen, wir können auch einen anderen Tag nehmen. As you like it =))</font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Brother sparrow</div>
<div><font size=1>21. März 1822, abends<br />
Farley & Aspen</font></div></center><br />
<blockquote><div class="Farley">Er mochte das Meer. Es barg eines dieser unumstößlichen Gefühle in sich. Das Gefühl, entkommen zu sein. Den Duft von Freiheit, wie mancher sagen würde, aber so weit würde Farley nicht gehen. Frei war man erst, wenn alle Ketten gesprengt waren. Und niemand konnte seine eigenen Ketten sprengen. Egal, wohin man ging, man nahm sich mit – seiner Vergangenheit entkommen konnte keiner. Der junge Dieb stand an Deck, stützte sich mit den Unterarmen auf der Reling des Schiffes ab und starrte auf das Wasser hinaus. Das Gespräch mit Tallin, der Blonden, und Gregory, dem provisorischen Schiffsarzt, hatte ihn genauso wenig weitergebracht, was seinen Abschiedsplan anging, wie das Gespräch mit der Schwarzhaarigen. Und das obwohl beide Begegnungen doch aufschlussreich gewesen waren, auf ihre ganz eigene Art und Weise. Sie änderten allerdings nichts daran, dass er hier so lange festsaß, bis das Schiff repariert war. Farley hatte beschlossen, sich auch weiterhin zu weigern, an der Reparatur des Rumpfes mitzuwirken. Ja, er konnte Holz verarbeiten. Die Narben auf seinem Rücken erinnerten ihn täglich daran. Das hieß aber nicht, dass er Holz verarbeiten wollte. Feiner Unterschied. Er würde seine Schuld irgendwie anders begleichen müssen – und dann im nächsten Hafen einen Hut stehlen, den er ziehen konnte. Nur um sich dann zu verbeugen und ebendiesen Hut schwenkend von dannen zu ziehen. </div></blockquote>
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<font size="1">(Aspen, wir können auch einen anderen Tag nehmen. As you like it =))</font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die erste Begegnung]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=592</link>
			<pubDate>Thu, 07 Jun 2018 12:19:32 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=0">Scortias Bartholomew</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=592</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-family: Arial Black;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Die erste Begegnung</span></span></span></div>
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">21. März 1822 - Am westlichen Strand der einsamen Insel<br />
Scortias - Trevor - Cornelis - Rayon - Skadi</div>
<br />
<br />
(Scortis letzter Beitrag im HP:)<br />
<blockquote><div class="Scortias">Bereits zum zweiten Mal, seit Scortias die Gruppe aus Trevor, Rayon und Kaladar getroffen hatte, machte sich in dem Dreizehnjährigen das Gefühl breit, dass Trevor ihn umarmen wollte. Der Blonde riss vor Begeisterung, dass auch der Junge ein Pirat war, Augen, Arme und Mund auf. Doch wieder hatte der Eindruck eines herzhaften Drückens getäuscht, denn Trevor blieb wie versteinert stehen und schien bereits in seinen Gedanken wieder woanders zu sein. Also nutzte der Schiffsjunge die Zeit, die Geschichte weiter zu erzählen und schließlich die Anwesenheit des Captains zu verraten. Die drei Piraten machten nicht den Eindruck, als würde von ihnen eine Gefahr ausgehen. Den Rest konnte Cornelis mit ihnen erklären. Natürlich war es den beiden Schiffbrüchigen, oder eher 'Ausgesetzten', bewusst gewesen, dass es nicht ungefährlich für Scortias sein würde, sich einfach so irgendwelchen Fremden zu stellen. Aber hatten sie eine andere Wahl? Sie mussten von der Insel kommen, also ging es nicht anders als dieses Risiko einzugehen. Und zum Glück sah es ja nun wirklich nicht so aus, als wäre die Aktion in die Hose gegangen. Rayon, Trevor und Kaladar waren wohl wirklich ihre Fahrkarte von der Insel herunter.<br />
<br />
Scortias sah etwas irritiert zu Trevor, der wohl gerade das Gesagte vermischte. Zwei Meutereien wegen Essensdiebstahl ... „Ähm … was?“ kam es etwas verwirrt und sich am Kopf kratzend. Er musste erstmal sortieren, wie Trevor auf diese Schlussfolgerung kam. „Ich erkläre es Dir später nochmal.“ kicherte der Junge schließlich, denn Cornelis machte sich bereits auf den Weg zu ihnen.<br />
<br />
Selbst so halbbekleidet und von der Nahrungsknappheit etwas geschwächt, sah der Rotbart sehr imposant aus, wie er von der Düne auf sie zukam. Und es erfüllte auch Scortias mit Stolz, die Gestalt des Captains so beeindruckend, kraftstrotzend zu beobachten, als sie immer näher kam. Ja, das war sein Vorbild, sein Captain, der Mann, der ihm den Arsch gerettet hatte. Der Kopf des Jungen drehte sich dann hoch zu Rayon, der seine Hand auf die junge Schulter gelegt hatte. Das Lächeln des Dunkelhäutigen verriet, dass er wegen der kleinen Lüge nicht böse mit ihm war. Mit einem breit grinsenden Nicken bestätigte der Schiffsjunge die Aussage, dass Feuerbart sich auf ihn verlassen konnte. Ja, das konnte van der Meer. Scortias würde sich für den Mann einen Finger abschneiden, wenn es sein müsste und vertraute ihm uneingeschränkt. Und genau so konnte sich der Captain auf die Loyalität des Jungen verlassen. Die Loyalität, die den Jungen ja erst in diese Lage gebracht hatte. Scortias hätte auch die Wahl gehabt, sich der meuternden Crew anzuschließen, aber der Captain war nicht nur sein Vorbild und Mentor, sondern auch sein Freund.<br />
<br />
Dieser Moment, als van der Meer auf sie zukam und damit die Zeit kurz anzuhalten schien, wurde von Trevor unterbrochen, der den großgewachsenen Piraten ähnlich freudig begrüßte, wie er das schon bei dem Jungen gemacht hatte. Erneut lachte Scortias, als der Blonde alle vorstellte und auch ihn mit in die Vorstellung mit einbezog.<br />
<br />
„Das ist Captain Cornelis ‚Feuerbart‘ van der Meer.“ sagte der Junge schließlich, als Trevor der Meinung war den Mann zu kennen und auch Rayon nach dem Namen fragte, auch wenn die Frage eigentlich an den Captain gerichtet war.<br />
<br />
Der Junge konnte seinen Stolz einfach nicht zurück halten und sah es auch als eine Höflichkeit an, den Captain vorzustellen. Jetzt war aber der Moment gekommen, in dem Cornelis das Ruder in die Hand nehmen würde, um die weiteren Schritte mit den Piraten auszuhandeln. Er hatte seinen Teil erfüllt und auch mit Erfolg. Kaladar war eher der schweigsame Mann und schien nur zu beobachten. Aber auch von ihm schien keine Feindseligkeit auszugehen. Scortias sah Feuerbart an, der angespannt wirkte. Der Junge versuchte seinem Captain ein Lächeln zu schenken, dass ihm bedeuten sollte, dass alles okay ist. Schließlich rannte er zum Feuer, nahm zwei Spieße mit Hirschfleisch und begab sich an die Seite von Cornelis, um ihm einen der Stöcke zu reichen. Er müsste großen Hunger haben. Den anderen behielt der Schiffsjunge für sich, denn auch sein Verlangen nach Nahrung war noch nicht gestillt. Dann sah er Trevor an und grinste.<br />
<br />
„Nehmt ihr uns mit? Wir kommen hier nämlich nicht ohne Eure Hilfe weg.“ fragte er den Blonden und biss etwas von dem Fleisch ab.<br />
<br />
Bis jetzt machten Rayon und Trevor nicht den Eindruck, dass sie die beiden hier ihrem Schicksal überlassen würden. Allerdings steuerte man so ein Piratenschiff ja auch nicht zu dritt, was bedeutete, dass es noch viele weitere Piraten gab.<br />
<br />
„Wer ist eigentlich euer Captain? Rayon?“ wollte er von dem witzigen Mann wissen und hoffte, dass er von Cornelis nicht zu abgelenkt war. </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-family: Arial Black;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Die erste Begegnung</span></span></span></div>
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">21. März 1822 - Am westlichen Strand der einsamen Insel<br />
Scortias - Trevor - Cornelis - Rayon - Skadi</div>
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<br />
(Scortis letzter Beitrag im HP:)<br />
<blockquote><div class="Scortias">Bereits zum zweiten Mal, seit Scortias die Gruppe aus Trevor, Rayon und Kaladar getroffen hatte, machte sich in dem Dreizehnjährigen das Gefühl breit, dass Trevor ihn umarmen wollte. Der Blonde riss vor Begeisterung, dass auch der Junge ein Pirat war, Augen, Arme und Mund auf. Doch wieder hatte der Eindruck eines herzhaften Drückens getäuscht, denn Trevor blieb wie versteinert stehen und schien bereits in seinen Gedanken wieder woanders zu sein. Also nutzte der Schiffsjunge die Zeit, die Geschichte weiter zu erzählen und schließlich die Anwesenheit des Captains zu verraten. Die drei Piraten machten nicht den Eindruck, als würde von ihnen eine Gefahr ausgehen. Den Rest konnte Cornelis mit ihnen erklären. Natürlich war es den beiden Schiffbrüchigen, oder eher 'Ausgesetzten', bewusst gewesen, dass es nicht ungefährlich für Scortias sein würde, sich einfach so irgendwelchen Fremden zu stellen. Aber hatten sie eine andere Wahl? Sie mussten von der Insel kommen, also ging es nicht anders als dieses Risiko einzugehen. Und zum Glück sah es ja nun wirklich nicht so aus, als wäre die Aktion in die Hose gegangen. Rayon, Trevor und Kaladar waren wohl wirklich ihre Fahrkarte von der Insel herunter.<br />
<br />
Scortias sah etwas irritiert zu Trevor, der wohl gerade das Gesagte vermischte. Zwei Meutereien wegen Essensdiebstahl ... „Ähm … was?“ kam es etwas verwirrt und sich am Kopf kratzend. Er musste erstmal sortieren, wie Trevor auf diese Schlussfolgerung kam. „Ich erkläre es Dir später nochmal.“ kicherte der Junge schließlich, denn Cornelis machte sich bereits auf den Weg zu ihnen.<br />
<br />
Selbst so halbbekleidet und von der Nahrungsknappheit etwas geschwächt, sah der Rotbart sehr imposant aus, wie er von der Düne auf sie zukam. Und es erfüllte auch Scortias mit Stolz, die Gestalt des Captains so beeindruckend, kraftstrotzend zu beobachten, als sie immer näher kam. Ja, das war sein Vorbild, sein Captain, der Mann, der ihm den Arsch gerettet hatte. Der Kopf des Jungen drehte sich dann hoch zu Rayon, der seine Hand auf die junge Schulter gelegt hatte. Das Lächeln des Dunkelhäutigen verriet, dass er wegen der kleinen Lüge nicht böse mit ihm war. Mit einem breit grinsenden Nicken bestätigte der Schiffsjunge die Aussage, dass Feuerbart sich auf ihn verlassen konnte. Ja, das konnte van der Meer. Scortias würde sich für den Mann einen Finger abschneiden, wenn es sein müsste und vertraute ihm uneingeschränkt. Und genau so konnte sich der Captain auf die Loyalität des Jungen verlassen. Die Loyalität, die den Jungen ja erst in diese Lage gebracht hatte. Scortias hätte auch die Wahl gehabt, sich der meuternden Crew anzuschließen, aber der Captain war nicht nur sein Vorbild und Mentor, sondern auch sein Freund.<br />
<br />
Dieser Moment, als van der Meer auf sie zukam und damit die Zeit kurz anzuhalten schien, wurde von Trevor unterbrochen, der den großgewachsenen Piraten ähnlich freudig begrüßte, wie er das schon bei dem Jungen gemacht hatte. Erneut lachte Scortias, als der Blonde alle vorstellte und auch ihn mit in die Vorstellung mit einbezog.<br />
<br />
„Das ist Captain Cornelis ‚Feuerbart‘ van der Meer.“ sagte der Junge schließlich, als Trevor der Meinung war den Mann zu kennen und auch Rayon nach dem Namen fragte, auch wenn die Frage eigentlich an den Captain gerichtet war.<br />
<br />
Der Junge konnte seinen Stolz einfach nicht zurück halten und sah es auch als eine Höflichkeit an, den Captain vorzustellen. Jetzt war aber der Moment gekommen, in dem Cornelis das Ruder in die Hand nehmen würde, um die weiteren Schritte mit den Piraten auszuhandeln. Er hatte seinen Teil erfüllt und auch mit Erfolg. Kaladar war eher der schweigsame Mann und schien nur zu beobachten. Aber auch von ihm schien keine Feindseligkeit auszugehen. Scortias sah Feuerbart an, der angespannt wirkte. Der Junge versuchte seinem Captain ein Lächeln zu schenken, dass ihm bedeuten sollte, dass alles okay ist. Schließlich rannte er zum Feuer, nahm zwei Spieße mit Hirschfleisch und begab sich an die Seite von Cornelis, um ihm einen der Stöcke zu reichen. Er müsste großen Hunger haben. Den anderen behielt der Schiffsjunge für sich, denn auch sein Verlangen nach Nahrung war noch nicht gestillt. Dann sah er Trevor an und grinste.<br />
<br />
„Nehmt ihr uns mit? Wir kommen hier nämlich nicht ohne Eure Hilfe weg.“ fragte er den Blonden und biss etwas von dem Fleisch ab.<br />
<br />
Bis jetzt machten Rayon und Trevor nicht den Eindruck, dass sie die beiden hier ihrem Schicksal überlassen würden. Allerdings steuerte man so ein Piratenschiff ja auch nicht zu dritt, was bedeutete, dass es noch viele weitere Piraten gab.<br />
<br />
„Wer ist eigentlich euer Captain? Rayon?“ wollte er von dem witzigen Mann wissen und hoffte, dass er von Cornelis nicht zu abgelenkt war. </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fremde Vertraute]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=588</link>
			<pubDate>Sun, 06 May 2018 18:52:05 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=2">Lucien Dravean</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=588</guid>
			<description><![CDATA[<link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Alex+Brush' rel='stylesheet' type='text/css'><center><font style="font-family: 'Alex Brush', cursive; text-transform: lowercase; color: ##6E6E6E; font-size: 35px; line-height: 25px;">Fremde Vertraute</font><br><font style="font-family: Calibri; text-transform: uppercase; color: ##6E6E6E; font-size: 12px; line-height: 12px;"><font style="font-size: 11px;">I have died every Day waiting for you<br />
and all along I believed I would find you<br />
Darling don't be afraid<br />
I have loved you<br />
for a thousand Years</font><br><br><br>Talin <span style="color: #458B74"> &</span> Lucien<br><font style="font-size: 11px;">17. März 1822 | früher Vormittag | Kapitänskajüte der Sphinx</font></font></center><br />
<br />
<blockquote><div class="Lucien">Ganz gleich, wie viel er auch schlief – es würde nicht reichen, um sich wieder vollständig zu erholen. So zumindest fühlte es sich an, als Lucien am späten Nachmittag nach der Flucht von der <i>Morgenwind</i> aus tiefem, traumlosen Schlaf erwachte. Langsam schlug er die tiefgrünen Augen auf, starrte an eine fremde Decke. Holz. Und es dauerte eine Weile, bis er realisierte, dass er nicht mehr in einer Zelle saß. Immer noch ein Schiff, das verriet ihm das sanfte Schwanken, das Knarzen der Planken, das leise Flattern von Segeln im Wind und das Rauschen des Meeres, das sich am Bug brach. Doch der Untergrund war zu weich, die Luft zu rein für die Zelle eines Gefängnistrakts. Seltsam. Dabei waren die Ereignisse der letzten Nacht derart surreal und unbegreiflich, dass sie auch aus dem Mund eines verrückten Spinners hätten stammen können. Es konnte unmöglich wahr sein. <br />
Und doch wusste der Dunkelhaarige, dass es real, dass es tatsächlich passiert war. <br />
Noch etwas benommen hob er die Linke, um sich damit über das Gesicht zu fahren, rieb sich kurz die Augen und drehte dann leicht den Kopf, um herauszufinden, wo er sich befand.<br />
Er lag auf einem breiten Bett, dessen Längsseite sich in eine bescheidene, aber ansehnliche Kajüte öffnete. Mitten durch ihre Mitte verlief der Besanmast, darum gruppierten sich verschiedene Sitzmöbel, ein Schreibtisch, der den Großteil des Platzes einnahm, und diverse Schränke, Regale und Kommoden. Auf einer davon, gleich neben dem Bett, stand eine Schüssel mit Wasser und ein Bündel alter Leinenlumpen – die Kleidung, die er die letzten drei Jahre am Leib getragen hatte. <br />
Lucien setzte sich auf. Das Laken, das ihm als Decke diente, rutschte ihm in den Schoß und enthüllte seinen nackten Oberkörper. Rippen, die sich deutlich unter der Haut abzeichneten und Narben, die sich über seinen Rücken zogen wie ein Labyrinth auf einem Blatt Papier. <i>Talin</i>, war das erste, was er dachte. Doch der Platz neben ihm war leer. Er lag auf der hinteren Seite des Bettes an der Wand, erkannte aber an ihrem umgeschlagenen Laken, dass sie neben ihm geschlafen haben musste. Nachdem sie sich um ihn gekümmert hatte. Sie musste die Schürfwunden an seinen Handgelenken versorgt und ihn gewaschen haben. Zumindest starrte er jetzt nicht mehr nur so vor Dreck. <br />
Er hatte wohl tiefer geschlafen, als im ersten Augenblick angenommen. <br />
Ansonsten fehlte jedoch jede Spur von seiner Schwester, was den 21-Jährigen schlagartig den eigenen Gedanken aussetzte. Gedanken, in denen ihm in aller Deutlichkeit bewusst wurde, wie viel Zeit vergangen war. Über drei Jahre, seit er sie auf Kelekuna zurück gelassen hatte. Ein letztes Mal, war sein Versprechen gewesen. Und dann kehrte er nicht zurück. Drei Jahre, fast vier, in denen er sie in seiner Erinnerung am Steg hatte stehen sehen, jedes Mal, wenn er die Augen schloss. Und jetzt war sie plötzlich da.<br />
Ein Anflug von Nervosität breitete sich in ihm aus. Ein leises Flattern in der Brust, wie das eines verliebten Jungens. Sie war nicht einmal im gleichen Raum und trotzdem überschlugen sich seine Gedanken. Was sollte er sagen? Was würde sie sagen? Was war mit ihr passiert, in den letzten Jahren? Wie war sie bis hier her gekommen? <br />
Was würde sie wissen wollen? <br />
Gerade vor dieser Frage fürchtete er sich. Er fürchtete sich vor diesem Moment. Dieser ganzen ersten, realen, bewussten Begegnung. Und die würde kommen.</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Alex+Brush' rel='stylesheet' type='text/css'><center><font style="font-family: 'Alex Brush', cursive; text-transform: lowercase; color: ##6E6E6E; font-size: 35px; line-height: 25px;">Fremde Vertraute</font><br><font style="font-family: Calibri; text-transform: uppercase; color: ##6E6E6E; font-size: 12px; line-height: 12px;"><font style="font-size: 11px;">I have died every Day waiting for you<br />
and all along I believed I would find you<br />
Darling don't be afraid<br />
I have loved you<br />
for a thousand Years</font><br><br><br>Talin <span style="color: #458B74"> &</span> Lucien<br><font style="font-size: 11px;">17. März 1822 | früher Vormittag | Kapitänskajüte der Sphinx</font></font></center><br />
<br />
<blockquote><div class="Lucien">Ganz gleich, wie viel er auch schlief – es würde nicht reichen, um sich wieder vollständig zu erholen. So zumindest fühlte es sich an, als Lucien am späten Nachmittag nach der Flucht von der <i>Morgenwind</i> aus tiefem, traumlosen Schlaf erwachte. Langsam schlug er die tiefgrünen Augen auf, starrte an eine fremde Decke. Holz. Und es dauerte eine Weile, bis er realisierte, dass er nicht mehr in einer Zelle saß. Immer noch ein Schiff, das verriet ihm das sanfte Schwanken, das Knarzen der Planken, das leise Flattern von Segeln im Wind und das Rauschen des Meeres, das sich am Bug brach. Doch der Untergrund war zu weich, die Luft zu rein für die Zelle eines Gefängnistrakts. Seltsam. Dabei waren die Ereignisse der letzten Nacht derart surreal und unbegreiflich, dass sie auch aus dem Mund eines verrückten Spinners hätten stammen können. Es konnte unmöglich wahr sein. <br />
Und doch wusste der Dunkelhaarige, dass es real, dass es tatsächlich passiert war. <br />
Noch etwas benommen hob er die Linke, um sich damit über das Gesicht zu fahren, rieb sich kurz die Augen und drehte dann leicht den Kopf, um herauszufinden, wo er sich befand.<br />
Er lag auf einem breiten Bett, dessen Längsseite sich in eine bescheidene, aber ansehnliche Kajüte öffnete. Mitten durch ihre Mitte verlief der Besanmast, darum gruppierten sich verschiedene Sitzmöbel, ein Schreibtisch, der den Großteil des Platzes einnahm, und diverse Schränke, Regale und Kommoden. Auf einer davon, gleich neben dem Bett, stand eine Schüssel mit Wasser und ein Bündel alter Leinenlumpen – die Kleidung, die er die letzten drei Jahre am Leib getragen hatte. <br />
Lucien setzte sich auf. Das Laken, das ihm als Decke diente, rutschte ihm in den Schoß und enthüllte seinen nackten Oberkörper. Rippen, die sich deutlich unter der Haut abzeichneten und Narben, die sich über seinen Rücken zogen wie ein Labyrinth auf einem Blatt Papier. <i>Talin</i>, war das erste, was er dachte. Doch der Platz neben ihm war leer. Er lag auf der hinteren Seite des Bettes an der Wand, erkannte aber an ihrem umgeschlagenen Laken, dass sie neben ihm geschlafen haben musste. Nachdem sie sich um ihn gekümmert hatte. Sie musste die Schürfwunden an seinen Handgelenken versorgt und ihn gewaschen haben. Zumindest starrte er jetzt nicht mehr nur so vor Dreck. <br />
Er hatte wohl tiefer geschlafen, als im ersten Augenblick angenommen. <br />
Ansonsten fehlte jedoch jede Spur von seiner Schwester, was den 21-Jährigen schlagartig den eigenen Gedanken aussetzte. Gedanken, in denen ihm in aller Deutlichkeit bewusst wurde, wie viel Zeit vergangen war. Über drei Jahre, seit er sie auf Kelekuna zurück gelassen hatte. Ein letztes Mal, war sein Versprechen gewesen. Und dann kehrte er nicht zurück. Drei Jahre, fast vier, in denen er sie in seiner Erinnerung am Steg hatte stehen sehen, jedes Mal, wenn er die Augen schloss. Und jetzt war sie plötzlich da.<br />
Ein Anflug von Nervosität breitete sich in ihm aus. Ein leises Flattern in der Brust, wie das eines verliebten Jungens. Sie war nicht einmal im gleichen Raum und trotzdem überschlugen sich seine Gedanken. Was sollte er sagen? Was würde sie sagen? Was war mit ihr passiert, in den letzten Jahren? Wie war sie bis hier her gekommen? <br />
Was würde sie wissen wollen? <br />
Gerade vor dieser Frage fürchtete er sich. Er fürchtete sich vor diesem Moment. Dieser ganzen ersten, realen, bewussten Begegnung. Und die würde kommen.</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ich treffe was, was ihr nicht trefft]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=578</link>
			<pubDate>Tue, 01 May 2018 22:20:11 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=578</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Ich treffe was, was ihr nicht trefft</div>
<font size=1>Abenddämmerung des 21. März 1822<br />
Ryan Black, Liam Casey, Shanaya Árashi + ? ? </font></center><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya verengte leicht die Augen, während sie vom Deck aus die sinkende Sonne beobachtete. Dieser komische Tag ging zu Ende. Und morgen konnte sie sich weiter mit den Gedanken an diese merkwürdigen Gestalten beschäftigen. Angefangen bei ihrem neuen Captain, bis zu diesen zwei Figuren, die die Gruppe, die das Schiff verlassen hatte, hier angeschleppt hatte. Jetzt konzentrierte sie sich jedoch eher halbherzig auf die Klinge, die sie immer wieder in den Sonnenuntergang hielt, unzufrieden die Lippen verzog und weiter mit dem Lappen über das Metall fuhr. Es wurde Zeit für einen neuen Degen, auch wenn dieser ihr seit der Meuterei treue Dienste erwiesen hatte. Aber... er sah nicht so aus, als ob er das noch lange aushalten würde. Trotzdem saß die junge Frau im Schneidersitz auf dem Deck der Sphinx, polierte den gestohlenen Begleiter in aller Seelenruhe. So konnte man den Tag wunderbar ausklingen lassen. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Die Zeit auf der Insel verstrich wie im Fluge – viel zu schnell, wenn es nach Ryan ging. Er hatte die Gunst der Stunde genutzt und war sobald er einen Fuß an Land setzte verschwunden. Eigentlich hatte er einen der beiden Männer die er Begleitete um ein Vier-Augen-Gespräch bitten... Doch im Grunde brauchte der Dieb Zeit für sich. Und diese wusste er zu nutzen. Material um das Schiff zu reparieren oder einige Früchte als Proviant suchte er nur halbherzig. Oder besser gesagt: Gar nicht. Zwar sammelte er hier und da etwas auf und schmiss es auf einen Haufen, aber dabei handelte es sich nur um Dinge die ihm auf dem Weg ins Auge fielen. Und dann? Was tat er mit dem Rest seiner ungestörten Zeit? Nun, dieses Geheimnis verwahrte Ryan nun wohlbehütet in seiner Hemdtasche. Darüber trug er seinen schwarzer Lederwams, sodass auch nicht der Hauch einer Möglichkeit bestand er könnte es verlieren. Doch nun war er schon längst wieder zurück auf der Sphinx... Er befand sich wie gewöhnlich auf dem Bugaufbau. Entspannt saß Ryan auf zusammengerollten Tauen, hatte einen Arm hinter dem Kopf verschränkt und lehnte mit dem Rücken gegen die Reling. Gelangweilt zog er ein Wurfmesser nach dem anderen aus den Schneiden an seiner Gürteltasche und warf sie zielgenau gegen ein Stück Holz welches er am Mast befestigt hatte. Das gleichmäßige und durchaus nervige 'Pock!' - 'Pock!' - 'Pock!' Geräusch der Klinge, wenn sich ihre Spitze in das weiche Holz bohrte hallte über die Stille des Decks. Wo waren alle eigentlich schon wieder abgeblieben?</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya ließ die Klinge mit einem leisen Seufzen sinken, betrachtete sie mit skeptischer Miene. Vermutlich war da wirklich nicht mehr viel zu retten – aber die Perfektionistin in ihr ließ sie nicht aufhören. Für einen Moment war sie jedoch nicht mehr ganz so konzentriert wie zuvor – und war sich in diesem Augenblick nicht sicher, ob dieses Geräusch schon die ganze Zeit da gewesen war - oder ob irgendjemand erst jetzt damit anfing, Krach zu machen. Humpf. Die junge Frau drehte den Kopf ein wenig, konnte nur aus den Augenwinkeln eine Klinge sehen, die auf den Mast zuflog. <i>„Wem ist denn da so langweilig, dass er das arme Schiff malträtieren muss?“</i> Ohne sich weiter herum zu drehen richteten sich die blauen Augen wieder auf die Klinge. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan hatte sein letztes Wurfmesser verschossen und war aufgestanden, als just in diesem Moment die liebliche Stimme des Sonnenscheinchens zu ihm herüber wehte. Mit einem Ruck zog er eine Klinge nach der anderen aus dem Holz, blieb ihr jedoch zunächst eine Antwort schuldig. Dem Dieb wäre die Anwesenheit einer anderen Person deutlich lieber als die Shanayas. Und ihr würde es vermutlich nur ähnlich gehen. Hatte er wirklich den Nerv, sich mit ihr jetzt auseinander zu setzen? Er umfasste das letzte Messer mit festem Griff, seufzte schließlich und zog es heraus. <i>„Das Schiff ist schon malträtiert genug, da mache ich es bestimmt nicht noch schlimmer.“</i>, meinte er dann doch noch. Zwar beantwortete er ihre Frage nicht direkt, aber in seiner Stimme lag etwas leicht verächtliches.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya deutet das Schweigen und die Schritte einfach als eine Gesellschaft, die ihr wohl nicht gefallen würde. Greo warf nicht sinnlos Messer auf das Holz, Talin saß gerade sicherlich auch nicht so tatenlos herum, ohne auf sich aufmerksam zu machen... Vielleicht einer der 'Neuen'? Die Stille hielt also noch ein wenig an, bis eine Stimme erklang, die ihren Verdacht nur noch einmal bestätigte. Wunderbar. Sie hatte es ja ahnen können. <i>„So geht man aber nicht mit dem Besitz Anderer um. Hat dir das denn niemand beigebracht?“</i> Im Gegensatz zu der Stimme des Diebes lag der gewohnte, amüsierte Ton in ihrer Stimme. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Ein dunkles, aber amüsiertes Schnauben entfuhr ihm. <i>„Bevor du irgendwelche Urteile fällst, solltest du dir ein genaues Bild machen, Sonnenschein.“</i>, gab er als Antwort zurück. Natürlich warf er die Messer nicht direkt auf den Pfosten. Zielsicher landeten die Klingen eine nach der anderen auf dem Holzbrett. Ryan war geübt genug um nicht daneben zu werfen.. Allerdings musste er auch dafür sorgen eben nicht aus jener Übung zu geraten. <i>„Was ich hier mache, ist zumindest sinnvoller als einen stumpfen, abgenutzten Degen auf Teufel komm raus zu polieren. Mit einem Lappen kannst du aus Alt nicht Neu machen.“</i>, immerhin hatte Ryan dann doch nachgegeben und warf ihr einen Blick zu, den man beinahe als 'Interesse' hätte werten können. Nebenbei spielte er mit seiner Klinge und ließ sie geschickt mit der Spitzen Seite nach Unten auf der Handinnenfläche drehen. Ein dunkles lächeln umspielte seine Lippen und in seinem Blick lag nun etwas herausforderndes. <i>„Ich Wette du schaffst es nicht annähernd das Brett mit einem der Messer zu treffen.“</i>, die Klinge in seiner Hand stoppte. Und ohne auf eine Antwort zu warten warf er es ihr zu – den Griff in ihrer Richtung. Wenn sie geschickt genug war, würde sie es auffangen können ohne mit jener herausfordernden Einladung zu rechnen.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob leicht eine Augenbraue über die Worte des Mannes. <i>„Das klingt genau wie das, was ich dem Großteil der Menschheit versuche, über mich selbst bei zu bringen... Verrückte Welt.“</i> Ohne den Blick zu Ryan zu wenden hielt sie die Klinge nun etwas näher vor sich, betrachtete die Kanten und seufzte dann leise. Bei seinen nächsten Worten richtete sich der helle Blick dann doch herum, betrachtete den Mann mit amüsierter Miene. <i>„So? Dolche stumpf durch die Gegend werfen ist also sinnvoller, als sich um sein Hab und Gut zu kümmern? Du hast mir schon wieder die Augen geöffnet!“</i> Sie verkniff sich einen Kommentar darüber, dass er sich erst einmal ein genaues Bild machen sollte. Was er dann tat ließ einen kurzen Hauch Misstrauen in ihr aufflammen. Er betrachtete seinen Dolch ausgiebig, dann lag sein Blick wieder auf ihr. Wollte er jetzt Messerwerfen spielen? Mit ihr als Ziel? Sie traute es dem Dunkelhaarigen zu. Und schon im nächsten Moment flog seine Klinge in ihre Richtung, die sie gerade noch im letzten Moment fangen konnte – was zugegeben wohl einen Moment lang unbeholfen wirkte. Einen Herzschlag überlegte die Schwarzhaarige, ihren Degen zurück zu werfen. Aber bis dahin war der Mann vermutlich längst ausgewichen. Ein belustigtes Schnauben. <i>„So, und um was wettest du? Ich glaube nicht, dass du irgendetwas hast, was mich interessiert.“</i></font><br />
<br />
<font color=#191970>Der Dieb legte nachdenklich die Stirn in Falten, während er Shanaya betrachtete. Mist. Er hatte das mit der Wette losgetreten. Und er musste zugeben dass es so ziemlich nichts gab, dass er ihr zum Tausch anbieten konnte. Noch einen Moment lang dachte er nach, während er ihre Miene studierte. Schließlich resignierte er, kratzte sich am Kinn und seufzte. <i>„Vergiss' es einfach. Im Grunde wäre es einfach nur eine gute Übung. Es kann nicht schaden geschickt darin zu sein seinem Gegner ein Messer in den Schädel zu rammen. Hätte euch auf dem Gefangenentransporter bestimmt helfen können...“</i>, Ryan legte den Kopf schief, als ihm doch eine Idee kam. <i>„Du könntest Üben und dir einfach dabei vorstellen...“</i>, er hielt kurz Inne und grinste dann schief. <i>„...wie du es mir genau zwischen meine Augen schleuderst.“</i></font><br />
<br />
<font color=#6C7B8>Liam hatte sich die freie Zeit damit vertrieben, sich endlich mal wieder mit Pergament und Tinte zu beschäftigen. Die letzten Tage waren dank der Neuen und dem schlechten Zustand der Sphinx doch recht durchwachsen gewesen was die Ruhe anging. Auch dieses Mal war er dank des Wetters nicht ganz allein auf Deck, war aber so sehr in seine Zeichnungen vertieft, dass er das Gespräch nur am Rande mitbekam. <i>„Gib’s auf. Am Ende tut sie’s wirklich. Und glaub‘ mir – das würde sie mit Sicherheit nur allzu gern und ziemlich erfolgreich.“</i> Mit gesenktem Kopf sah er auf und spähte kurz zur kleinen Gruppe in seiner Nähe hinüber, die seine Anwesenheit bisher vermutlich genauso außer Acht gelassen hatten wie andersherum.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya warf einen kurzen Blick zu der untergehenden Sonne, überlegte, was der Dieb ihr nun wohl vorschlagen würde. Ob er mit 'Konter' gerechnet hatte? Oder eher damit, dass sie ohne Weiteres auf diese Wette einstieg? Bei manch anderem vielleicht... aber er brauchte schon ein bisschen mehr, um sie zu überzeugen. Als der Mann wieder sprach, richteten sich die blauen Augen ruhig zu ihm herum, ehe sie leise seufzte. <i>„Du glaubst also, mich damit überzeugen können? Fast ein guter Versuch.“</i> Seine nächsten Worte ließen sie auflachen, aber bevor sie antworten konnte, erklang eine weitere Stimme und die junge Frau musterte Liam. Ein zustimmendes Nicken, ein kurzes Deuten auf den Dunkelhaarigen. <ii>„Ändern wir die Spielregeln und nehmen wir dich als Ziel. Das würde mir wirklich gefallen. Magst du auch Mal werfen, Liam?“ </i></font><br />
<br />
<font color=#191970>Ryan lachte kurz und dunkel amüsiert auf. <i>„Schon verstanden. Ich zwinge niemanden. Es war nur ein Vorschlag.“</i>, er zuckte resigniert mit den Schultern. Immerhin hatte der Dieb nicht vor, sie zu irgendwas zu zwingen. Streng genommen war er ja eigentlich auch froh darüber, dass sie nein sagte... Am Ende würde wirklich nur Blut fließen... Weil einer von ihnen beiden 'aus versehen' daneben warf. Ryan drehte ihr den Rücken zu, ließ die nächste Klinge zwischen seinen Fingern gleiten und warf sie ohne vorher richtig zu zielen. Mit einem zischen surrte das Messer durch die Luft und 'POCK!', landete zitternd direkt in der Mitte des Holsbrettes. Er würde dennoch weiter Üben. Sollte die Kratzbürste doch ihren stumpfen Degen weiter polieren, wenn es ihr mehr Spaß machte. <i>„Was ist mit dir, Liam?“</i>, Ryan sprach den Katzenhalter zum ersten Mal seit er an Board ist direkt an. Er hob das nächste Messer auf und erneut spielte er damit herum, während er auf eine Antwort wartete.</font><br />
<br />
<font color=#6C7B8>Liam musste ein bisschen darüber schmunzeln, wie offen Shanaya mit ihrer Antisympathie umging. Ryan konnte einem leidtun, ähnlich wie Aspen, wobei sich letzterer ja wenigstens nützlich machte. Ryan war… eben da, oder Liam war bisher einfach zu unaufmerksam gewesen. Wirklich darauf achten, wer was tat, tat er ohnehin nicht und der Dunkelhaarige war – jobbedingt – wohl einfach unauffällig. Der Lockenkopf zeichnete inzwischen weiter und schattierte das eingeholte Segel der Sphinx auf seinem Papier. Auf Shanayas Angebot hingegen hob er erstmals den Kopf. <i>„Du weißt doch, wie wehleidig wir Männer bei Wunden sind. Willst du dir das echt freiwillig antun?“</i>, entgegnete er auf ihren Vorschlag. Er wusste doch, wie allergisch sie immer wieder auf das Gejammer von Aspen reagierte. <i>„Das überlasse ich lieber denen, die’s können. Bei meinem Glück versenke ich am Ende noch das Schiff.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya drehte den Dolch in ihrer Hand hin und her. Ob der Dieb überhaupt daran dachte, dass sie diesen nun einfach einstecken konnte? Ihr eigener war allerdings hübscher... Mit einem kurzen Zucken der Schultern drehte sie die kleinere Klinge also hin und her, ließ den Degen dann in seine Scheide gleiten. Den Lappen band sie um den Knauf, erhob sich dann von den Planken, setzte sich langsam in Bewegung in die Richtung der beiden Männer. <i>„Du gibst viel zu schnell auf, liebster Dieb. Das hast du nach all der Zeit also nicht gelernt.“</i> Ihr Blick lag kurz auf dem Älteren, ehe die hellen Augen sich kurz zu Liam wandten. Neugierig beobachtete sie, was er da tat, lachte dann auf seine Erwiderung hin, während der Dieb schon wieder mit Dolchen um sich warf. <i>„Wenn ihr euch alle gegenseitig massakriert, kann ich damit leben. Solange niemand erwartet, von mir verarztet zu werden.“</i> Ihr heller Blick richtete sich wieder auf Ryan. <i>„Na komm, einen Versuch gebe ich dir noch, weil ich so großherzig bin. Überzeug mich.“</i> Vorsichtig ließ sie den Dolch durch die Luft schwingen. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Der Dieb wusste sehr wohl, dass sie sein Messer noch hatte. Allerdings waren sie hier auf diesem Schiff und weit konnte sie damit ohnehin nicht kommen.. Von daher störte es ihn recht wenig. Auf Liam's Aussage hin hob er nachdenklich eine Braue. <i>„Das mag vielleicht sein, allerdings sind hier einige Neue an Board. Und.... Es kann einfach nicht schaden mit einem Messer gezielt umgehen zu können. Vor allem auf die....“</i>, erneut zischte eins seiner Wurfmesser durch die Luft. <i>„...Distanz. Du solltest üben.“</i> Es war nur ein gut gemeinter Ratschlag. Aber wie zuvor schon erwähnt, musste es einfach jeder selbst wissen. Umso mehr störte ihn jedoch die Aussage der Dunkelhaarigen. Gerade als er das nächste Messer werfen wollte, brachte sie ihn mit ihrer Aufforderung von Null auf Hundert. Ruckartig drehte er sich zu ihr herum. Da er immer noch auf dem Bugaufbau stand, blickte er von oben auf sie herab. <i>„Bei allen verfluchten Welten, Shanaya!“</i>, knurrte er zwischen zusammen gebissenen Zähnen. <i>„Entweder du wirfst dieses scheiß Messer oder du lässt es einfach sein! Ich habe es verdammt nochmal nicht Nötig dich für <u>irgendwas</u> zu überzeugen.“</i>, er wurde nicht laut, aber seine dunkle, raue Stimme zitterte merklich vor Erregung. Es fehlte nicht mehr viel, und er war es, der <u>ihr</u> die Klinge zwischen die Augen rammte und nicht anders herum.</font><br />
<br />
<font color=#6C7B8>Liam musste zugeben, dass Ryan einen berechtigen Einwand hatte. Dass Liam nicht ganz so sehr an seinem Leben hing, konnte er ja nicht wissen, immerhin machte er es nicht unbedingt publik. Geschweigedenn wirkte er wie jemand, der dem Tod vielleicht sogar näher stand als erwartet. Er lächelte freundlich, zuckte aber mit den Schultern. <i>„Wahrscheinlich hast du nicht mal so Unrecht, aber diese Töterei steht mir einfach nicht. Bisher kam ich auch gut ohne aus. Und wenn jemand von den Neuen auf dumme Gedanken kommt, gehe ich davon aus, dass man mich zumindest rächen würde.“</i> Kurz huschte sein Blick zu Shanaya, die das vermutlich – nicht wegen ihm – sehr gerne übernehmen würde. <i>„Das nehme ich persönlich.“</i>, warf er hingegen schmunzelnd auf ihre Aussage ein, ohne es wirklich ernst zu meinen. Spätestens nach seinem Streifschuss hatte er wohl bewiesen, dass er sich nicht so viel aus Verwundungen machte. Man musste halt irgendwie über die Runden kommen. Dann aber spitzte sich die Lage um die beiden zu. Innerlich seufzte der Lockenkopf bei dem Gedanken, dass die Dunkelhaarige es abermals geschafft hatte, jemanden zur Weißglut zu treiben, andererseits fragte er sich, warum man sie nicht einfach reden ließ. <i>„Steig doch nicht in ihr Kinderspiel mit ein.“</i>, schlug er mit einem amüsierten Lächeln ein, und meinte es bezüglich Shanaya nicht einmal böse. Sie wusste um ihre Fähigkeiten und auch davon, dass es durchaus kindisch war, nicht locker zu lassen. Es machte ihr nur einfach viel zu viel Spaß – wer konnte es ihr verübeln.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schielte für einige Herzschläge zu der Klinge, die im Holzbrett am Mast steckte. Zielen oder eben treffen konnte er, das musste sie ihm lassen. Was den Rest anging... naja. Er versuchte einen Moment Liam zu überzeugen, der jedoch eher uninteressiert wirkte. Auf seine Erwiderung zu den Wunden zwinkerte die Schwarzhaarige dem Katzenbesitzer (wo war Sineca überhaupt?!) nur kurz mit einem Grinsen zu. Schon im nächsten Moment wurde sie jedoch von einer Stimme abgelenkt, die deutlich schärfer wirkte als noch zuvor wirkte. Mit einer leicht gehobenen Augenbraue wandte die Schwarzhaarige sich herum, musterte den Dieb und mit jedem seiner Worte wurde ihr Grinsen breiter. Sie strahlte ihm beinahe entgegen, an sah ihr deutlich an, dass sie sich das Auflachen verkneifen musste. Liam rettete sie ein wenig davor, erntete einen halb bösen, halb amüsierten Blick. Kinderspiel! „<i>Und DICH soll ich rächen?“</i> Aber ihre Miene wechselte schnell wieder, pure Belustigung stand darin, als sie den Dieb wieder genau betrachtete. <i>„Ich habe dir nur einen Vorschlag gemacht, du musst ja nicht gleich so ausfallend werden!“</i> Sie versuchte, eine betroffene Miene zu machen, musste aber doch zu sehr grinsen. Damit trat sie einen Schritt auf den Dunkelhaarigen zu, hob den Dolch leicht an. <i>„Wenn du einfach Mal nett wärst und auf Liams Ratschlag hören würdest, würde ich mich vielleicht sogar mit dir beschäftigen, wenn dir so langweilig ist.“ </i></font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Ich treffe was, was ihr nicht trefft</div>
<font size=1>Abenddämmerung des 21. März 1822<br />
Ryan Black, Liam Casey, Shanaya Árashi + ? ? </font></center><br />
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<font color=royalblue>Shanaya verengte leicht die Augen, während sie vom Deck aus die sinkende Sonne beobachtete. Dieser komische Tag ging zu Ende. Und morgen konnte sie sich weiter mit den Gedanken an diese merkwürdigen Gestalten beschäftigen. Angefangen bei ihrem neuen Captain, bis zu diesen zwei Figuren, die die Gruppe, die das Schiff verlassen hatte, hier angeschleppt hatte. Jetzt konzentrierte sie sich jedoch eher halbherzig auf die Klinge, die sie immer wieder in den Sonnenuntergang hielt, unzufrieden die Lippen verzog und weiter mit dem Lappen über das Metall fuhr. Es wurde Zeit für einen neuen Degen, auch wenn dieser ihr seit der Meuterei treue Dienste erwiesen hatte. Aber... er sah nicht so aus, als ob er das noch lange aushalten würde. Trotzdem saß die junge Frau im Schneidersitz auf dem Deck der Sphinx, polierte den gestohlenen Begleiter in aller Seelenruhe. So konnte man den Tag wunderbar ausklingen lassen. </font><br />
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<font color=#191970>Die Zeit auf der Insel verstrich wie im Fluge – viel zu schnell, wenn es nach Ryan ging. Er hatte die Gunst der Stunde genutzt und war sobald er einen Fuß an Land setzte verschwunden. Eigentlich hatte er einen der beiden Männer die er Begleitete um ein Vier-Augen-Gespräch bitten... Doch im Grunde brauchte der Dieb Zeit für sich. Und diese wusste er zu nutzen. Material um das Schiff zu reparieren oder einige Früchte als Proviant suchte er nur halbherzig. Oder besser gesagt: Gar nicht. Zwar sammelte er hier und da etwas auf und schmiss es auf einen Haufen, aber dabei handelte es sich nur um Dinge die ihm auf dem Weg ins Auge fielen. Und dann? Was tat er mit dem Rest seiner ungestörten Zeit? Nun, dieses Geheimnis verwahrte Ryan nun wohlbehütet in seiner Hemdtasche. Darüber trug er seinen schwarzer Lederwams, sodass auch nicht der Hauch einer Möglichkeit bestand er könnte es verlieren. Doch nun war er schon längst wieder zurück auf der Sphinx... Er befand sich wie gewöhnlich auf dem Bugaufbau. Entspannt saß Ryan auf zusammengerollten Tauen, hatte einen Arm hinter dem Kopf verschränkt und lehnte mit dem Rücken gegen die Reling. Gelangweilt zog er ein Wurfmesser nach dem anderen aus den Schneiden an seiner Gürteltasche und warf sie zielgenau gegen ein Stück Holz welches er am Mast befestigt hatte. Das gleichmäßige und durchaus nervige 'Pock!' - 'Pock!' - 'Pock!' Geräusch der Klinge, wenn sich ihre Spitze in das weiche Holz bohrte hallte über die Stille des Decks. Wo waren alle eigentlich schon wieder abgeblieben?</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya ließ die Klinge mit einem leisen Seufzen sinken, betrachtete sie mit skeptischer Miene. Vermutlich war da wirklich nicht mehr viel zu retten – aber die Perfektionistin in ihr ließ sie nicht aufhören. Für einen Moment war sie jedoch nicht mehr ganz so konzentriert wie zuvor – und war sich in diesem Augenblick nicht sicher, ob dieses Geräusch schon die ganze Zeit da gewesen war - oder ob irgendjemand erst jetzt damit anfing, Krach zu machen. Humpf. Die junge Frau drehte den Kopf ein wenig, konnte nur aus den Augenwinkeln eine Klinge sehen, die auf den Mast zuflog. <i>„Wem ist denn da so langweilig, dass er das arme Schiff malträtieren muss?“</i> Ohne sich weiter herum zu drehen richteten sich die blauen Augen wieder auf die Klinge. </font><br />
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<font color=#191970>Ryan hatte sein letztes Wurfmesser verschossen und war aufgestanden, als just in diesem Moment die liebliche Stimme des Sonnenscheinchens zu ihm herüber wehte. Mit einem Ruck zog er eine Klinge nach der anderen aus dem Holz, blieb ihr jedoch zunächst eine Antwort schuldig. Dem Dieb wäre die Anwesenheit einer anderen Person deutlich lieber als die Shanayas. Und ihr würde es vermutlich nur ähnlich gehen. Hatte er wirklich den Nerv, sich mit ihr jetzt auseinander zu setzen? Er umfasste das letzte Messer mit festem Griff, seufzte schließlich und zog es heraus. <i>„Das Schiff ist schon malträtiert genug, da mache ich es bestimmt nicht noch schlimmer.“</i>, meinte er dann doch noch. Zwar beantwortete er ihre Frage nicht direkt, aber in seiner Stimme lag etwas leicht verächtliches.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya deutet das Schweigen und die Schritte einfach als eine Gesellschaft, die ihr wohl nicht gefallen würde. Greo warf nicht sinnlos Messer auf das Holz, Talin saß gerade sicherlich auch nicht so tatenlos herum, ohne auf sich aufmerksam zu machen... Vielleicht einer der 'Neuen'? Die Stille hielt also noch ein wenig an, bis eine Stimme erklang, die ihren Verdacht nur noch einmal bestätigte. Wunderbar. Sie hatte es ja ahnen können. <i>„So geht man aber nicht mit dem Besitz Anderer um. Hat dir das denn niemand beigebracht?“</i> Im Gegensatz zu der Stimme des Diebes lag der gewohnte, amüsierte Ton in ihrer Stimme. </font><br />
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<font color=#191970>Ein dunkles, aber amüsiertes Schnauben entfuhr ihm. <i>„Bevor du irgendwelche Urteile fällst, solltest du dir ein genaues Bild machen, Sonnenschein.“</i>, gab er als Antwort zurück. Natürlich warf er die Messer nicht direkt auf den Pfosten. Zielsicher landeten die Klingen eine nach der anderen auf dem Holzbrett. Ryan war geübt genug um nicht daneben zu werfen.. Allerdings musste er auch dafür sorgen eben nicht aus jener Übung zu geraten. <i>„Was ich hier mache, ist zumindest sinnvoller als einen stumpfen, abgenutzten Degen auf Teufel komm raus zu polieren. Mit einem Lappen kannst du aus Alt nicht Neu machen.“</i>, immerhin hatte Ryan dann doch nachgegeben und warf ihr einen Blick zu, den man beinahe als 'Interesse' hätte werten können. Nebenbei spielte er mit seiner Klinge und ließ sie geschickt mit der Spitzen Seite nach Unten auf der Handinnenfläche drehen. Ein dunkles lächeln umspielte seine Lippen und in seinem Blick lag nun etwas herausforderndes. <i>„Ich Wette du schaffst es nicht annähernd das Brett mit einem der Messer zu treffen.“</i>, die Klinge in seiner Hand stoppte. Und ohne auf eine Antwort zu warten warf er es ihr zu – den Griff in ihrer Richtung. Wenn sie geschickt genug war, würde sie es auffangen können ohne mit jener herausfordernden Einladung zu rechnen.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya hob leicht eine Augenbraue über die Worte des Mannes. <i>„Das klingt genau wie das, was ich dem Großteil der Menschheit versuche, über mich selbst bei zu bringen... Verrückte Welt.“</i> Ohne den Blick zu Ryan zu wenden hielt sie die Klinge nun etwas näher vor sich, betrachtete die Kanten und seufzte dann leise. Bei seinen nächsten Worten richtete sich der helle Blick dann doch herum, betrachtete den Mann mit amüsierter Miene. <i>„So? Dolche stumpf durch die Gegend werfen ist also sinnvoller, als sich um sein Hab und Gut zu kümmern? Du hast mir schon wieder die Augen geöffnet!“</i> Sie verkniff sich einen Kommentar darüber, dass er sich erst einmal ein genaues Bild machen sollte. Was er dann tat ließ einen kurzen Hauch Misstrauen in ihr aufflammen. Er betrachtete seinen Dolch ausgiebig, dann lag sein Blick wieder auf ihr. Wollte er jetzt Messerwerfen spielen? Mit ihr als Ziel? Sie traute es dem Dunkelhaarigen zu. Und schon im nächsten Moment flog seine Klinge in ihre Richtung, die sie gerade noch im letzten Moment fangen konnte – was zugegeben wohl einen Moment lang unbeholfen wirkte. Einen Herzschlag überlegte die Schwarzhaarige, ihren Degen zurück zu werfen. Aber bis dahin war der Mann vermutlich längst ausgewichen. Ein belustigtes Schnauben. <i>„So, und um was wettest du? Ich glaube nicht, dass du irgendetwas hast, was mich interessiert.“</i></font><br />
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<font color=#191970>Der Dieb legte nachdenklich die Stirn in Falten, während er Shanaya betrachtete. Mist. Er hatte das mit der Wette losgetreten. Und er musste zugeben dass es so ziemlich nichts gab, dass er ihr zum Tausch anbieten konnte. Noch einen Moment lang dachte er nach, während er ihre Miene studierte. Schließlich resignierte er, kratzte sich am Kinn und seufzte. <i>„Vergiss' es einfach. Im Grunde wäre es einfach nur eine gute Übung. Es kann nicht schaden geschickt darin zu sein seinem Gegner ein Messer in den Schädel zu rammen. Hätte euch auf dem Gefangenentransporter bestimmt helfen können...“</i>, Ryan legte den Kopf schief, als ihm doch eine Idee kam. <i>„Du könntest Üben und dir einfach dabei vorstellen...“</i>, er hielt kurz Inne und grinste dann schief. <i>„...wie du es mir genau zwischen meine Augen schleuderst.“</i></font><br />
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<font color=#6C7B8>Liam hatte sich die freie Zeit damit vertrieben, sich endlich mal wieder mit Pergament und Tinte zu beschäftigen. Die letzten Tage waren dank der Neuen und dem schlechten Zustand der Sphinx doch recht durchwachsen gewesen was die Ruhe anging. Auch dieses Mal war er dank des Wetters nicht ganz allein auf Deck, war aber so sehr in seine Zeichnungen vertieft, dass er das Gespräch nur am Rande mitbekam. <i>„Gib’s auf. Am Ende tut sie’s wirklich. Und glaub‘ mir – das würde sie mit Sicherheit nur allzu gern und ziemlich erfolgreich.“</i> Mit gesenktem Kopf sah er auf und spähte kurz zur kleinen Gruppe in seiner Nähe hinüber, die seine Anwesenheit bisher vermutlich genauso außer Acht gelassen hatten wie andersherum.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya warf einen kurzen Blick zu der untergehenden Sonne, überlegte, was der Dieb ihr nun wohl vorschlagen würde. Ob er mit 'Konter' gerechnet hatte? Oder eher damit, dass sie ohne Weiteres auf diese Wette einstieg? Bei manch anderem vielleicht... aber er brauchte schon ein bisschen mehr, um sie zu überzeugen. Als der Mann wieder sprach, richteten sich die blauen Augen ruhig zu ihm herum, ehe sie leise seufzte. <i>„Du glaubst also, mich damit überzeugen können? Fast ein guter Versuch.“</i> Seine nächsten Worte ließen sie auflachen, aber bevor sie antworten konnte, erklang eine weitere Stimme und die junge Frau musterte Liam. Ein zustimmendes Nicken, ein kurzes Deuten auf den Dunkelhaarigen. <ii>„Ändern wir die Spielregeln und nehmen wir dich als Ziel. Das würde mir wirklich gefallen. Magst du auch Mal werfen, Liam?“ </i></font><br />
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<font color=#191970>Ryan lachte kurz und dunkel amüsiert auf. <i>„Schon verstanden. Ich zwinge niemanden. Es war nur ein Vorschlag.“</i>, er zuckte resigniert mit den Schultern. Immerhin hatte der Dieb nicht vor, sie zu irgendwas zu zwingen. Streng genommen war er ja eigentlich auch froh darüber, dass sie nein sagte... Am Ende würde wirklich nur Blut fließen... Weil einer von ihnen beiden 'aus versehen' daneben warf. Ryan drehte ihr den Rücken zu, ließ die nächste Klinge zwischen seinen Fingern gleiten und warf sie ohne vorher richtig zu zielen. Mit einem zischen surrte das Messer durch die Luft und 'POCK!', landete zitternd direkt in der Mitte des Holsbrettes. Er würde dennoch weiter Üben. Sollte die Kratzbürste doch ihren stumpfen Degen weiter polieren, wenn es ihr mehr Spaß machte. <i>„Was ist mit dir, Liam?“</i>, Ryan sprach den Katzenhalter zum ersten Mal seit er an Board ist direkt an. Er hob das nächste Messer auf und erneut spielte er damit herum, während er auf eine Antwort wartete.</font><br />
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<font color=#6C7B8>Liam musste ein bisschen darüber schmunzeln, wie offen Shanaya mit ihrer Antisympathie umging. Ryan konnte einem leidtun, ähnlich wie Aspen, wobei sich letzterer ja wenigstens nützlich machte. Ryan war… eben da, oder Liam war bisher einfach zu unaufmerksam gewesen. Wirklich darauf achten, wer was tat, tat er ohnehin nicht und der Dunkelhaarige war – jobbedingt – wohl einfach unauffällig. Der Lockenkopf zeichnete inzwischen weiter und schattierte das eingeholte Segel der Sphinx auf seinem Papier. Auf Shanayas Angebot hingegen hob er erstmals den Kopf. <i>„Du weißt doch, wie wehleidig wir Männer bei Wunden sind. Willst du dir das echt freiwillig antun?“</i>, entgegnete er auf ihren Vorschlag. Er wusste doch, wie allergisch sie immer wieder auf das Gejammer von Aspen reagierte. <i>„Das überlasse ich lieber denen, die’s können. Bei meinem Glück versenke ich am Ende noch das Schiff.“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya drehte den Dolch in ihrer Hand hin und her. Ob der Dieb überhaupt daran dachte, dass sie diesen nun einfach einstecken konnte? Ihr eigener war allerdings hübscher... Mit einem kurzen Zucken der Schultern drehte sie die kleinere Klinge also hin und her, ließ den Degen dann in seine Scheide gleiten. Den Lappen band sie um den Knauf, erhob sich dann von den Planken, setzte sich langsam in Bewegung in die Richtung der beiden Männer. <i>„Du gibst viel zu schnell auf, liebster Dieb. Das hast du nach all der Zeit also nicht gelernt.“</i> Ihr Blick lag kurz auf dem Älteren, ehe die hellen Augen sich kurz zu Liam wandten. Neugierig beobachtete sie, was er da tat, lachte dann auf seine Erwiderung hin, während der Dieb schon wieder mit Dolchen um sich warf. <i>„Wenn ihr euch alle gegenseitig massakriert, kann ich damit leben. Solange niemand erwartet, von mir verarztet zu werden.“</i> Ihr heller Blick richtete sich wieder auf Ryan. <i>„Na komm, einen Versuch gebe ich dir noch, weil ich so großherzig bin. Überzeug mich.“</i> Vorsichtig ließ sie den Dolch durch die Luft schwingen. </font><br />
<br />
<font color=#191970>Der Dieb wusste sehr wohl, dass sie sein Messer noch hatte. Allerdings waren sie hier auf diesem Schiff und weit konnte sie damit ohnehin nicht kommen.. Von daher störte es ihn recht wenig. Auf Liam's Aussage hin hob er nachdenklich eine Braue. <i>„Das mag vielleicht sein, allerdings sind hier einige Neue an Board. Und.... Es kann einfach nicht schaden mit einem Messer gezielt umgehen zu können. Vor allem auf die....“</i>, erneut zischte eins seiner Wurfmesser durch die Luft. <i>„...Distanz. Du solltest üben.“</i> Es war nur ein gut gemeinter Ratschlag. Aber wie zuvor schon erwähnt, musste es einfach jeder selbst wissen. Umso mehr störte ihn jedoch die Aussage der Dunkelhaarigen. Gerade als er das nächste Messer werfen wollte, brachte sie ihn mit ihrer Aufforderung von Null auf Hundert. Ruckartig drehte er sich zu ihr herum. Da er immer noch auf dem Bugaufbau stand, blickte er von oben auf sie herab. <i>„Bei allen verfluchten Welten, Shanaya!“</i>, knurrte er zwischen zusammen gebissenen Zähnen. <i>„Entweder du wirfst dieses scheiß Messer oder du lässt es einfach sein! Ich habe es verdammt nochmal nicht Nötig dich für <u>irgendwas</u> zu überzeugen.“</i>, er wurde nicht laut, aber seine dunkle, raue Stimme zitterte merklich vor Erregung. Es fehlte nicht mehr viel, und er war es, der <u>ihr</u> die Klinge zwischen die Augen rammte und nicht anders herum.</font><br />
<br />
<font color=#6C7B8>Liam musste zugeben, dass Ryan einen berechtigen Einwand hatte. Dass Liam nicht ganz so sehr an seinem Leben hing, konnte er ja nicht wissen, immerhin machte er es nicht unbedingt publik. Geschweigedenn wirkte er wie jemand, der dem Tod vielleicht sogar näher stand als erwartet. Er lächelte freundlich, zuckte aber mit den Schultern. <i>„Wahrscheinlich hast du nicht mal so Unrecht, aber diese Töterei steht mir einfach nicht. Bisher kam ich auch gut ohne aus. Und wenn jemand von den Neuen auf dumme Gedanken kommt, gehe ich davon aus, dass man mich zumindest rächen würde.“</i> Kurz huschte sein Blick zu Shanaya, die das vermutlich – nicht wegen ihm – sehr gerne übernehmen würde. <i>„Das nehme ich persönlich.“</i>, warf er hingegen schmunzelnd auf ihre Aussage ein, ohne es wirklich ernst zu meinen. Spätestens nach seinem Streifschuss hatte er wohl bewiesen, dass er sich nicht so viel aus Verwundungen machte. Man musste halt irgendwie über die Runden kommen. Dann aber spitzte sich die Lage um die beiden zu. Innerlich seufzte der Lockenkopf bei dem Gedanken, dass die Dunkelhaarige es abermals geschafft hatte, jemanden zur Weißglut zu treiben, andererseits fragte er sich, warum man sie nicht einfach reden ließ. <i>„Steig doch nicht in ihr Kinderspiel mit ein.“</i>, schlug er mit einem amüsierten Lächeln ein, und meinte es bezüglich Shanaya nicht einmal böse. Sie wusste um ihre Fähigkeiten und auch davon, dass es durchaus kindisch war, nicht locker zu lassen. Es machte ihr nur einfach viel zu viel Spaß – wer konnte es ihr verübeln.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schielte für einige Herzschläge zu der Klinge, die im Holzbrett am Mast steckte. Zielen oder eben treffen konnte er, das musste sie ihm lassen. Was den Rest anging... naja. Er versuchte einen Moment Liam zu überzeugen, der jedoch eher uninteressiert wirkte. Auf seine Erwiderung zu den Wunden zwinkerte die Schwarzhaarige dem Katzenbesitzer (wo war Sineca überhaupt?!) nur kurz mit einem Grinsen zu. Schon im nächsten Moment wurde sie jedoch von einer Stimme abgelenkt, die deutlich schärfer wirkte als noch zuvor wirkte. Mit einer leicht gehobenen Augenbraue wandte die Schwarzhaarige sich herum, musterte den Dieb und mit jedem seiner Worte wurde ihr Grinsen breiter. Sie strahlte ihm beinahe entgegen, an sah ihr deutlich an, dass sie sich das Auflachen verkneifen musste. Liam rettete sie ein wenig davor, erntete einen halb bösen, halb amüsierten Blick. Kinderspiel! „<i>Und DICH soll ich rächen?“</i> Aber ihre Miene wechselte schnell wieder, pure Belustigung stand darin, als sie den Dieb wieder genau betrachtete. <i>„Ich habe dir nur einen Vorschlag gemacht, du musst ja nicht gleich so ausfallend werden!“</i> Sie versuchte, eine betroffene Miene zu machen, musste aber doch zu sehr grinsen. Damit trat sie einen Schritt auf den Dunkelhaarigen zu, hob den Dolch leicht an. <i>„Wenn du einfach Mal nett wärst und auf Liams Ratschlag hören würdest, würde ich mich vielleicht sogar mit dir beschäftigen, wenn dir so langweilig ist.“ </i></font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schwarze Gedanken]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=554</link>
			<pubDate>Mon, 19 Mar 2018 15:54:54 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=23">Enrique de Guzmán</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=554</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: xx-large;" class="mycode_size">Schwarze Gedanken</span><br />
<br />
Mittag des 20. März 1822<br />
Direkt nach "Twist that frown upside down" <br />
Enrique & Rayon <br />
<br />
</div>
<blockquote><div class="Enrique">Für einen Moment starrte er noch auf Rayons Ordnung. An ihr geändert hatte sich nichts. Lediglich Enriques Becher stand an einer anderen Stelle. <br />
Dann glitt seine Hand in eine Tasche seiner Kleidung und zog ein Holzperlenpüppchen heraus und spielte es zwischen den Finger. Die Augen blieben blicklos daran hängen. Sein Gesicht zeigte wieder die typische neutrale Maske. Erschöpft wie er war, war sowohl das Amüsement, als auch die die Wut verschwunden. In seinem Kopf jagten sich stattdessen die Gedanken. <br />
Wann würde Lucien sich endlich zeigen? Er musste wissen, was der über diese Sache dachte. Und irgendwann müsste er auch mit Talin reden. Ob er wollte oder nicht. Aber dazu fühlte er sich noch nicht in der Lage. Auch stellte sich die Frage, was er jetzt wollte: Auf diesem Schiff bleiben? Das brachte ihn zu den beiden Capitanes zurück. Nun da Kaladar in Sicherheit war, zurück zur Marine? Für was? Wenn jemand überlebt hatte, der gesehen hatte, wie er die Nummer Eins angegriffen hatte, dann würde man ihn vor das Marinegericht zitieren, falls nicht, könnte er behaupten entführt worden zu sein. So oder so ließe sich damit Geld machen. Aber warum sollte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> den Leuten hier noch weiter helfen? Und wieso fiel ihm in diesem Zusammenhang sowas ein? Auch Kaladar verhielt sich seltsam. Was war mit ihm los? Mehr als die Tatsache, dass er die Last seiner Tat jetzt erst begriff? Irgendwann würde er auch mit ihm reden müssen.<br />
Und er musste sich entscheiden.<br />
Andererseits... Hatte er überhaupt eine Wahl? Meist räumte er doch nur seinen Impulsen hinterher, auch wenn er das nach außen anders verkaufte. Gab es eigentlich irgendeine Entscheidung, die er bewusst getroffen hatte? Die, zur Marine zu gehen? Sich auf der Morgenwind mit Harper anzulegen? Lucien zu folgen? No. Wohl eher nicht. <br />
Diese Erkenntnis zog ihn noch weiter runter und er hatte nicht die Kraft die düsteren Gedanken abzuschütteln. Nur sein Wille und die Wand hielt ihn auf den Füßen, als der Smutje die Kombüse betrat um das Mittagessen vorzubereiten. <br />
Die schweigsame Gestalt, die auf Anweisungen wartete kannte Rayon schon aus den letzten Tagen. Der Leutnant mochte die Besatzung meiden, aber helfen tat er. Meistens jedoch straffte er sich militärisch, und nickte dem Hereinkommenden zu, sowie er nicht mehr alleine war. Dieses Mal blieb das aus. Auch war für die meisten Menschen die Erschöpfung nicht zu übersehen. Das es keine angenehmen Gedanken waren, die ihn gefangen hielten auch nicht. Insgesamt also ein ungewöhnlicher Anblick von jemandem, der sonst keine Schwäche zeigte und sich Mühe gab nicht zu lesen zu sein... </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: xx-large;" class="mycode_size">Schwarze Gedanken</span><br />
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Mittag des 20. März 1822<br />
Direkt nach "Twist that frown upside down" <br />
Enrique & Rayon <br />
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<blockquote><div class="Enrique">Für einen Moment starrte er noch auf Rayons Ordnung. An ihr geändert hatte sich nichts. Lediglich Enriques Becher stand an einer anderen Stelle. <br />
Dann glitt seine Hand in eine Tasche seiner Kleidung und zog ein Holzperlenpüppchen heraus und spielte es zwischen den Finger. Die Augen blieben blicklos daran hängen. Sein Gesicht zeigte wieder die typische neutrale Maske. Erschöpft wie er war, war sowohl das Amüsement, als auch die die Wut verschwunden. In seinem Kopf jagten sich stattdessen die Gedanken. <br />
Wann würde Lucien sich endlich zeigen? Er musste wissen, was der über diese Sache dachte. Und irgendwann müsste er auch mit Talin reden. Ob er wollte oder nicht. Aber dazu fühlte er sich noch nicht in der Lage. Auch stellte sich die Frage, was er jetzt wollte: Auf diesem Schiff bleiben? Das brachte ihn zu den beiden Capitanes zurück. Nun da Kaladar in Sicherheit war, zurück zur Marine? Für was? Wenn jemand überlebt hatte, der gesehen hatte, wie er die Nummer Eins angegriffen hatte, dann würde man ihn vor das Marinegericht zitieren, falls nicht, könnte er behaupten entführt worden zu sein. So oder so ließe sich damit Geld machen. Aber warum sollte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> den Leuten hier noch weiter helfen? Und wieso fiel ihm in diesem Zusammenhang sowas ein? Auch Kaladar verhielt sich seltsam. Was war mit ihm los? Mehr als die Tatsache, dass er die Last seiner Tat jetzt erst begriff? Irgendwann würde er auch mit ihm reden müssen.<br />
Und er musste sich entscheiden.<br />
Andererseits... Hatte er überhaupt eine Wahl? Meist räumte er doch nur seinen Impulsen hinterher, auch wenn er das nach außen anders verkaufte. Gab es eigentlich irgendeine Entscheidung, die er bewusst getroffen hatte? Die, zur Marine zu gehen? Sich auf der Morgenwind mit Harper anzulegen? Lucien zu folgen? No. Wohl eher nicht. <br />
Diese Erkenntnis zog ihn noch weiter runter und er hatte nicht die Kraft die düsteren Gedanken abzuschütteln. Nur sein Wille und die Wand hielt ihn auf den Füßen, als der Smutje die Kombüse betrat um das Mittagessen vorzubereiten. <br />
Die schweigsame Gestalt, die auf Anweisungen wartete kannte Rayon schon aus den letzten Tagen. Der Leutnant mochte die Besatzung meiden, aber helfen tat er. Meistens jedoch straffte er sich militärisch, und nickte dem Hereinkommenden zu, sowie er nicht mehr alleine war. Dieses Mal blieb das aus. Auch war für die meisten Menschen die Erschöpfung nicht zu übersehen. Das es keine angenehmen Gedanken waren, die ihn gefangen hielten auch nicht. Insgesamt also ein ungewöhnlicher Anblick von jemandem, der sonst keine Schwäche zeigte und sich Mühe gab nicht zu lesen zu sein... </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Weg ist das Ziel]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=553</link>
			<pubDate>Sun, 18 Mar 2018 09:29:28 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=553</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Der Weg ist das Ziel</div>
<font size=1>Vormittag des 19. März 1822<br />
Aspen Montrose & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=#182d3e>Aspen stemmte die Hände in die Hüften wie ein kleines Kind, als er Shanaya endlich an Deck der Sphinx entdeckt hatte. Man, wenn er arbeiten könnte wo er wollte, so hätte er sich wahrscheinlich ebenfalls mitten in die Vormittagssonne gesetzt. Leider 'konnte' er nicht mehr arbeiten: Ihm fehlte Material. Und eine ruhige See, ein sich nicht bewegendes Schiffchen und am besten noch einige Hände mehr. Tatsächlich konnte er derzeit nichts davon in erreichbarer Nähe sehen. Statt also seiner Berufung nachzugehen, musste er Gregory bei der Krankenpflege helfen oder irgendwelche Hilfstätigkeiten ausüben, die nicht halb so viel Spaß machten wir seine erste Arbeitsvariante. So langsam verstand er, warum unzufriedene Menschen schlechte Arbeit ablieferten. <i>„Wann kommen wir endlich an?“</i>, nörgelte er beinahe wie ein kleines Kind. Erst nach einigen Augenblicken fiel ihm auf, dass er in der Sonne stand, so dass er einen Schritt zur Seite trat. Jetzt wo er sich nutzlos fühlte, wollte er niemand anderem vom arbeiten abhalten. Außer sie dauerte ihm zu lange.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya saß im Schneidersitz auf dem Deck, betrachtete die Bögen Papier, die vor ihr auf den Planken lagen. Sie konzentrierte sich in diesem Moment nicht wirklich, ließ den Blick nur über die unzähligen Notizen schweifen, bei denen vermutlich niemand außer ihr noch durchblickte. Hier eine Zeichnung, da ein paar Koordinaten und Messungsergebnisse. So bemerkte sie aber immerhin die Schritte, die sich ihr näherten. Dennoch reagierte die junge Frau nicht sofort, erst als eine nörgelnde Stimme erklang – und sich offensichtlich an sie richtete – hob die Schwarzhaarige den Kopf, blinzelte leicht und musterte den Mann, der bei ihr stehen geblieben war. <i>„Der Weg ist das Ziel, Aspen. Übe dich in Geduld und dein Leben wird erfüllt sein.“</i> Mit einem munteren Grinsen hob Shanaya leicht eine Augenbraue, richtete die hellen Augen dann wieder auf das Papier vor ihr. </font><br />
<br />
<font color=#182d3e>Aspen schnaubte. War das eines dieser seltsamen Kirchenzitate, die Mädchen wie Shanaya auswendig lernen mussten? Zumindest klang es genau so sinnlos wie die Mantras seiner Gouvernante. Kurzzeitig hielt er inne, betrachtete von oben die seltsamen Zettelchen und Zeichnungen, bevor sein Schnauben in ein langes Seufzen über ging und er sich ebenfalls sinken ließ. Er hatte ja sowieso nichts anderes zu tun! Noch eine Stunde länger auf der Krankenstation und er könnte ihrem Arzt Konkurrenz machen. <i>„Der Weg bringt mir nichts, wenn die Sphinx bald auseinanderfällt.“</i>, übertrieb er maßlos. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya wartete ehrlich gesagt darauf, dass Aspen wieder verschwand. Sie hätte damit gerechnet, nachdem sie ihm keine genaue Antwort gegeben hatte. Sonst gab er auch irgendeinen Kommentar ab und das war es. Aber er gab nur irgendwelche Geräusche von sich – und einen Moment später saß er vor ihr auf den Planken. Wow, Touché. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Ob ihm so langweilig war? Oder versuchte er so nur mehr Informationen aus ihr heraus zu bekommen? <i>„Glaub mir, das schafft sie schon.“</i> Mit einer Hand tätschelte sie das Holz, auf dem sie saß. Es war nicht mehr weit. <i>„Bastel dir ein Ruder und fang an zu rudern, dann geht es vielleicht schneller?“</i> Ein weiterer, munterer Blick galt dem Blonden. </font><br />
<br />
<font color=#182d3e>Aspen spiegelte Shannys Schneidersitz, streckte die Arme jedoch nach hinten aus, um sich abzustützten, Kurz schloss er die Augen, den Kopf zur Sonne, bevor er blinzelnd wieder auf die Notizen hinab sah. „Wie denn, ohne Material?“, nörgelte er weiter, sichtlich unzufrieden mit der derzeitigen Lage. Er hatte tatsächlich bereits überlegt, einfach ein paar Dinge umzufunktionieren, doch das wäre eher kontraproduktiv. <i>„Wie lange dauert es denn noch?“</i>, wiederholte er knurrend. <i>„Es kann doch nicht sein, dass wir mitten im Nirgendwo sind.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya beobachtete Aspens Bewegungen mit skeptischer Miene. Es schien, als wolle er erst einmal hier bleiben. Und genau das machte die Dunkelhaarige skeptisch. <i>„Sie hat es bis hierher geschafft, die nächsten Tage wird sie auch noch durchhalten.“</i> Auch daran hatte Shanaya keine Zweifel. Aber Aspen kam ihr in diesem Moment wie ein nörgelndes Kind vor. Er schien ziemlich unterfordert zu sein. Und so grinste Shanaya auf seine erneute Frage hin einfach. <i>„Hast du die letzten Tage eine Insel gesehen? In der Nähe? So funktioniert die Seefahrt. Es gibt Tage, da sieht man kein Land. Und wo kein Land ist, da kann man nicht anlegen – logisch, oder?“</i></font><br />
<br />
<font color=#182d3e>Aspen war so sehr in seiner eigenen kleinen Mitleidswelt, dass ihm überhaupt nicht auffiel, dass die Dunkelhaarige ihn wahrscheinlich lieber losgeworden wäre. Wahrscheinlich war das dieser Lagerkoller von dem immer alle auf See sprachen. Er war einfach gelangweilt vom gelangweilt sein. <i>„Noch ein paar Tage?!“</i> Entsetzt fuhr er sich über den Bart. Er hätte tatsächlich damit gerechnet, dass sie sich schneller einen Halt suchen würden. <i>„Kannst du nicht machen, dass wir schneller irgendwo ankommen? Du kannst das da -“</i> , mit der Hand wies er auf die Notizen, <i>„doch. Ich kann dir bestimmt auch helfen, damits schneller geht.“</i> Tatsächlich lehnte er sich wieder nach vorne, nun den Blick interessiert auf die ordentliche Schrift gerichtet. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob bei Aspens entsetzem Ausruf leiht eine Augenbraue an. Er ging nicht auf Sticheleien ein. Und seine nächsten Worte – sie folgte seine Deuten mit den Augen, um sicher zu gehen, was er meinte – ließen sie auch die zweite Augenbraue anheben. Vielleicht hatte er auch einen Stuhl an den Kopf bekommen? … <i>„Ich navigiere und steuere... wäre ich Herrin über das Wetter, wären wir schon längst da.“</i> Ein kurzer Blick zum recht blauen Himmel. <i>„Du kannst ja versuchen, alle dazu zu bringen, in die Segel zu pusten. Vielleicht geht es dann schneller.“</i> Der Blonde neigte sich über ihre Notizen und Shanaya wog den Kopf zur Seite. <i>„Hast du zu viel Salzwasser geschluckt?“</i></font><br />
<br />
<font color=#182d3e><i>„Du hast doch bestimmt einen Regentanz oder so etwas gelernt auf der höheren Schule. Dann ließe sich doch altes und neues Wissen verbinden?“</i> Ganz indiskret fummelte er an einem der der seltsamen Hilfsmittel herum, kurz davor es zu sich zu ziehen. <i>„Ich will einfach nur irgendwo ankommen. Als ob es hier nicht irgendwo Land gibt!“</i> Einen semi-bösen Blick fing sie sie sich trotzdem ein, auch wenn er eigentlich nur konkrete Zeitangaben akzeptieren wollte. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya seufzte nun ihrerseits leise. Einen Regentanz? <i>„So etwas würde man da gewiss nicht lernen, die ganzen kleinen Püppchen würden sich doch ihre hübschen Kleidchen dreckig machen.“</i> Aus ihrer Stimme klang eine deutliche Abneigung, die sie auch nicht zu verbergen versuchte. <i>„Müsstest du das nicht eher können, damit eure Bäume schneller wachsen?“</i> Ihr Blick glitt zu seiner Hand, woraufhin sie ihren Kompass zu sich nahm. Den Rest sollte er ruhig angrabschen. <i>„Wir gehen auf Nummer sicher. Wir wissen nicht, ob uns eins der Schiffe nicht vielleicht doch gefolgt ist. Und wenn das der Fall ist, werden sie sicher die näheren Inseln ansteuern.“</i> Ihre Finger tippten auf dem Papier herum. <i>„Es wäre nicht klug, jetzt einfach irgendwo anzulegen. Aber bald kommen wir wieder in die Nähe von einigen Inseln. Da werden wir wohl Halt machen.“ </i></font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Der Weg ist das Ziel</div>
<font size=1>Vormittag des 19. März 1822<br />
Aspen Montrose & Shanaya Árashi</font></center><br />
<font color=#182d3e>Aspen stemmte die Hände in die Hüften wie ein kleines Kind, als er Shanaya endlich an Deck der Sphinx entdeckt hatte. Man, wenn er arbeiten könnte wo er wollte, so hätte er sich wahrscheinlich ebenfalls mitten in die Vormittagssonne gesetzt. Leider 'konnte' er nicht mehr arbeiten: Ihm fehlte Material. Und eine ruhige See, ein sich nicht bewegendes Schiffchen und am besten noch einige Hände mehr. Tatsächlich konnte er derzeit nichts davon in erreichbarer Nähe sehen. Statt also seiner Berufung nachzugehen, musste er Gregory bei der Krankenpflege helfen oder irgendwelche Hilfstätigkeiten ausüben, die nicht halb so viel Spaß machten wir seine erste Arbeitsvariante. So langsam verstand er, warum unzufriedene Menschen schlechte Arbeit ablieferten. <i>„Wann kommen wir endlich an?“</i>, nörgelte er beinahe wie ein kleines Kind. Erst nach einigen Augenblicken fiel ihm auf, dass er in der Sonne stand, so dass er einen Schritt zur Seite trat. Jetzt wo er sich nutzlos fühlte, wollte er niemand anderem vom arbeiten abhalten. Außer sie dauerte ihm zu lange.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya saß im Schneidersitz auf dem Deck, betrachtete die Bögen Papier, die vor ihr auf den Planken lagen. Sie konzentrierte sich in diesem Moment nicht wirklich, ließ den Blick nur über die unzähligen Notizen schweifen, bei denen vermutlich niemand außer ihr noch durchblickte. Hier eine Zeichnung, da ein paar Koordinaten und Messungsergebnisse. So bemerkte sie aber immerhin die Schritte, die sich ihr näherten. Dennoch reagierte die junge Frau nicht sofort, erst als eine nörgelnde Stimme erklang – und sich offensichtlich an sie richtete – hob die Schwarzhaarige den Kopf, blinzelte leicht und musterte den Mann, der bei ihr stehen geblieben war. <i>„Der Weg ist das Ziel, Aspen. Übe dich in Geduld und dein Leben wird erfüllt sein.“</i> Mit einem munteren Grinsen hob Shanaya leicht eine Augenbraue, richtete die hellen Augen dann wieder auf das Papier vor ihr. </font><br />
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<font color=#182d3e>Aspen schnaubte. War das eines dieser seltsamen Kirchenzitate, die Mädchen wie Shanaya auswendig lernen mussten? Zumindest klang es genau so sinnlos wie die Mantras seiner Gouvernante. Kurzzeitig hielt er inne, betrachtete von oben die seltsamen Zettelchen und Zeichnungen, bevor sein Schnauben in ein langes Seufzen über ging und er sich ebenfalls sinken ließ. Er hatte ja sowieso nichts anderes zu tun! Noch eine Stunde länger auf der Krankenstation und er könnte ihrem Arzt Konkurrenz machen. <i>„Der Weg bringt mir nichts, wenn die Sphinx bald auseinanderfällt.“</i>, übertrieb er maßlos. </font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya wartete ehrlich gesagt darauf, dass Aspen wieder verschwand. Sie hätte damit gerechnet, nachdem sie ihm keine genaue Antwort gegeben hatte. Sonst gab er auch irgendeinen Kommentar ab und das war es. Aber er gab nur irgendwelche Geräusche von sich – und einen Moment später saß er vor ihr auf den Planken. Wow, Touché. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Ob ihm so langweilig war? Oder versuchte er so nur mehr Informationen aus ihr heraus zu bekommen? <i>„Glaub mir, das schafft sie schon.“</i> Mit einer Hand tätschelte sie das Holz, auf dem sie saß. Es war nicht mehr weit. <i>„Bastel dir ein Ruder und fang an zu rudern, dann geht es vielleicht schneller?“</i> Ein weiterer, munterer Blick galt dem Blonden. </font><br />
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<font color=#182d3e>Aspen spiegelte Shannys Schneidersitz, streckte die Arme jedoch nach hinten aus, um sich abzustützten, Kurz schloss er die Augen, den Kopf zur Sonne, bevor er blinzelnd wieder auf die Notizen hinab sah. „Wie denn, ohne Material?“, nörgelte er weiter, sichtlich unzufrieden mit der derzeitigen Lage. Er hatte tatsächlich bereits überlegt, einfach ein paar Dinge umzufunktionieren, doch das wäre eher kontraproduktiv. <i>„Wie lange dauert es denn noch?“</i>, wiederholte er knurrend. <i>„Es kann doch nicht sein, dass wir mitten im Nirgendwo sind.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya beobachtete Aspens Bewegungen mit skeptischer Miene. Es schien, als wolle er erst einmal hier bleiben. Und genau das machte die Dunkelhaarige skeptisch. <i>„Sie hat es bis hierher geschafft, die nächsten Tage wird sie auch noch durchhalten.“</i> Auch daran hatte Shanaya keine Zweifel. Aber Aspen kam ihr in diesem Moment wie ein nörgelndes Kind vor. Er schien ziemlich unterfordert zu sein. Und so grinste Shanaya auf seine erneute Frage hin einfach. <i>„Hast du die letzten Tage eine Insel gesehen? In der Nähe? So funktioniert die Seefahrt. Es gibt Tage, da sieht man kein Land. Und wo kein Land ist, da kann man nicht anlegen – logisch, oder?“</i></font><br />
<br />
<font color=#182d3e>Aspen war so sehr in seiner eigenen kleinen Mitleidswelt, dass ihm überhaupt nicht auffiel, dass die Dunkelhaarige ihn wahrscheinlich lieber losgeworden wäre. Wahrscheinlich war das dieser Lagerkoller von dem immer alle auf See sprachen. Er war einfach gelangweilt vom gelangweilt sein. <i>„Noch ein paar Tage?!“</i> Entsetzt fuhr er sich über den Bart. Er hätte tatsächlich damit gerechnet, dass sie sich schneller einen Halt suchen würden. <i>„Kannst du nicht machen, dass wir schneller irgendwo ankommen? Du kannst das da -“</i> , mit der Hand wies er auf die Notizen, <i>„doch. Ich kann dir bestimmt auch helfen, damits schneller geht.“</i> Tatsächlich lehnte er sich wieder nach vorne, nun den Blick interessiert auf die ordentliche Schrift gerichtet. </font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya hob bei Aspens entsetzem Ausruf leiht eine Augenbraue an. Er ging nicht auf Sticheleien ein. Und seine nächsten Worte – sie folgte seine Deuten mit den Augen, um sicher zu gehen, was er meinte – ließen sie auch die zweite Augenbraue anheben. Vielleicht hatte er auch einen Stuhl an den Kopf bekommen? … <i>„Ich navigiere und steuere... wäre ich Herrin über das Wetter, wären wir schon längst da.“</i> Ein kurzer Blick zum recht blauen Himmel. <i>„Du kannst ja versuchen, alle dazu zu bringen, in die Segel zu pusten. Vielleicht geht es dann schneller.“</i> Der Blonde neigte sich über ihre Notizen und Shanaya wog den Kopf zur Seite. <i>„Hast du zu viel Salzwasser geschluckt?“</i></font><br />
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<font color=#182d3e><i>„Du hast doch bestimmt einen Regentanz oder so etwas gelernt auf der höheren Schule. Dann ließe sich doch altes und neues Wissen verbinden?“</i> Ganz indiskret fummelte er an einem der der seltsamen Hilfsmittel herum, kurz davor es zu sich zu ziehen. <i>„Ich will einfach nur irgendwo ankommen. Als ob es hier nicht irgendwo Land gibt!“</i> Einen semi-bösen Blick fing sie sie sich trotzdem ein, auch wenn er eigentlich nur konkrete Zeitangaben akzeptieren wollte. </font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya seufzte nun ihrerseits leise. Einen Regentanz? <i>„So etwas würde man da gewiss nicht lernen, die ganzen kleinen Püppchen würden sich doch ihre hübschen Kleidchen dreckig machen.“</i> Aus ihrer Stimme klang eine deutliche Abneigung, die sie auch nicht zu verbergen versuchte. <i>„Müsstest du das nicht eher können, damit eure Bäume schneller wachsen?“</i> Ihr Blick glitt zu seiner Hand, woraufhin sie ihren Kompass zu sich nahm. Den Rest sollte er ruhig angrabschen. <i>„Wir gehen auf Nummer sicher. Wir wissen nicht, ob uns eins der Schiffe nicht vielleicht doch gefolgt ist. Und wenn das der Fall ist, werden sie sicher die näheren Inseln ansteuern.“</i> Ihre Finger tippten auf dem Papier herum. <i>„Es wäre nicht klug, jetzt einfach irgendwo anzulegen. Aber bald kommen wir wieder in die Nähe von einigen Inseln. Da werden wir wohl Halt machen.“ </i></font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Licht- und Schattenseiten]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=549</link>
			<pubDate>Sat, 10 Mar 2018 15:17:55 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=2">Lucien Dravean</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=549</guid>
			<description><![CDATA[<link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Alex+Brush' rel='stylesheet' type='text/css'><center><font style="font-family: 'Alex Brush', cursive; text-transform: lowercase; color: ##6E6E6E; font-size: 35px; line-height: 25px;">Licht- und Schattenseiten</font><br><font style="font-family: Calibri; text-transform: uppercase; color: ##6E6E6E; font-size: 12px; line-height: 12px;"><font style="font-size: 11px;">Irgendwo zwischen Linara und Mîlui, auf dem Weg zu einer Insel, von der noch niemand ahnt.</font><br><br><br>Enrique, Talin <span style="color: #458B74"> &</span> Lucien<br><font style="font-size: 11px;">19. März 1822 | Vormittag | an Bord der Sphinx</font></font></center><br />
<blockquote><div class="Lucien">Es war das erste Mal seit seiner Rettung von der <i>Morgenwind</i>, dass er das Bett in der Kapitänskajüte tatsächlich verließ. Das war jetzt fast vier Tage her. Nach jener Nacht hatte er bis zum übernächsten Morgen geschlafen und auch danach nicht viel mehr getan, als zu essen, sich auszuruhen und in den wachen Stunden mit Talin zu reden. Über das, was nach seiner Abreise damals geschehen war, was sie in diesen drei Jahren erlebt hatte, was mit dem Schiff ihres Vaters geschehen war und wie er selbst in die Hände der Marine geriet. Seine Zeit dort, die Erlebnisse, die ihn inzwischen prägten, behielt er wohl wissend für sich. Mit ihrem Zorn hätte er umgehen können. Doch nicht mit der traurigen Hilflosigkeit, die einen bis ins Mark erfasste, weil man die Dinge nicht ungeschehen machen konnte. Und zweifelsohne würde sie sich genau das für ihn wünschen. <i>Er</i> würde es sich wünschen.<br />
Unbewusst rieb sich Lucien über die inzwischen verschorften Wunden an seinem Handgelenk. Dort, wo vor kurzem noch Handschellen gewesen waren. Sie juckten und er sehnte sich danach, die Verbände zu erneuern, um das Verlangen zu kratzen wenigstens ein bisschen unter Kontrolle zu bringen. Also griff er nach dem Lappen, der in einem Eimer kaltem Wasser schwamm, wrang den Stoff aus und begann vorsichtig, sich die Arme und den nackten Oberkörper zu waschen. <br />
Ein sauberes Hemd lag auf der Kommode neben ihm. Auch darum hatte Talin sich gekümmert. Keine Ahnung, wo sie die Kleidung für ihn aufgetrieben hatte. Oder die Schere und das Barbiermesser, mit dem er sich den Bart abrasiert und die Haare geschnitten hatte. Vielleicht von der ehemaligen Crew. Letzten Endes spielte es ohnehin keine Rolle, denn es war mehr, als er bis dato besessen hatte und er nahm den Glücksfall dankbar an.<br />
Alles andere konnte er sich schon irgendwie besorgen, wenn sie das nächste Mal eine Insel anliefen. Denn noch befand sich die <i>Sphinx</i> auf dem Meer. Der Dunkelhaarige genoss das beständige Schwanken unter ihm, die tröstenden Geräusche eines Schiffes auf den Wellen. Und noch immer erschien ihm der Gedanke wieder frei zu sein vollkommen surreal, während seine Zeit im Gefängnis zugleich mehr und mehr zu einem düsteren Traum zu werden schien. Und er befand sich in einem schwammigen Zustand irgendwo dazwischen.<br />
<br />
"<i>Wir bringen die <i>Sphinx</i> also wieder auf Vordermann.</i>", warf Lucien plötzlich in den Raum, als hätten er und Talin schon die ganze Zeit über dieses Thema gesprochen – und nicht die letzte halbe Stunde, seit sie zurück in die Kajüte gekommen war, in einvernehmlichem Schweigen verbracht. "<i>Und dann? Was machen wir dann?</i>"<br />
<br />
Während sich der Dunkelhaarige mit dem Lappen über den Nacken fuhr, wandte er sich halb seiner Schwester zu. Sie saß am Schreibtisch, brütete über irgendwelchen Schriftstücken, um sich die Zeit zu vertreiben, bis der Leutnant kam. Lucien hatte sie darum gebeten, ihn zu holen, als sie frisches Wasser besorgen ging. Denn noch mehr als bei irgendjemandem sonst drängte es ihn zu einem Gespräch mit diesem Mann, der auf den ersten Blick nicht wirklich auf die <i>Sphinx</i> zu gehören schien. Ob dieser erste Eindruck stimmte, würde sich hoffentlich bald zeigen.<br />
</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Alex+Brush' rel='stylesheet' type='text/css'><center><font style="font-family: 'Alex Brush', cursive; text-transform: lowercase; color: ##6E6E6E; font-size: 35px; line-height: 25px;">Licht- und Schattenseiten</font><br><font style="font-family: Calibri; text-transform: uppercase; color: ##6E6E6E; font-size: 12px; line-height: 12px;"><font style="font-size: 11px;">Irgendwo zwischen Linara und Mîlui, auf dem Weg zu einer Insel, von der noch niemand ahnt.</font><br><br><br>Enrique, Talin <span style="color: #458B74"> &</span> Lucien<br><font style="font-size: 11px;">19. März 1822 | Vormittag | an Bord der Sphinx</font></font></center><br />
<blockquote><div class="Lucien">Es war das erste Mal seit seiner Rettung von der <i>Morgenwind</i>, dass er das Bett in der Kapitänskajüte tatsächlich verließ. Das war jetzt fast vier Tage her. Nach jener Nacht hatte er bis zum übernächsten Morgen geschlafen und auch danach nicht viel mehr getan, als zu essen, sich auszuruhen und in den wachen Stunden mit Talin zu reden. Über das, was nach seiner Abreise damals geschehen war, was sie in diesen drei Jahren erlebt hatte, was mit dem Schiff ihres Vaters geschehen war und wie er selbst in die Hände der Marine geriet. Seine Zeit dort, die Erlebnisse, die ihn inzwischen prägten, behielt er wohl wissend für sich. Mit ihrem Zorn hätte er umgehen können. Doch nicht mit der traurigen Hilflosigkeit, die einen bis ins Mark erfasste, weil man die Dinge nicht ungeschehen machen konnte. Und zweifelsohne würde sie sich genau das für ihn wünschen. <i>Er</i> würde es sich wünschen.<br />
Unbewusst rieb sich Lucien über die inzwischen verschorften Wunden an seinem Handgelenk. Dort, wo vor kurzem noch Handschellen gewesen waren. Sie juckten und er sehnte sich danach, die Verbände zu erneuern, um das Verlangen zu kratzen wenigstens ein bisschen unter Kontrolle zu bringen. Also griff er nach dem Lappen, der in einem Eimer kaltem Wasser schwamm, wrang den Stoff aus und begann vorsichtig, sich die Arme und den nackten Oberkörper zu waschen. <br />
Ein sauberes Hemd lag auf der Kommode neben ihm. Auch darum hatte Talin sich gekümmert. Keine Ahnung, wo sie die Kleidung für ihn aufgetrieben hatte. Oder die Schere und das Barbiermesser, mit dem er sich den Bart abrasiert und die Haare geschnitten hatte. Vielleicht von der ehemaligen Crew. Letzten Endes spielte es ohnehin keine Rolle, denn es war mehr, als er bis dato besessen hatte und er nahm den Glücksfall dankbar an.<br />
Alles andere konnte er sich schon irgendwie besorgen, wenn sie das nächste Mal eine Insel anliefen. Denn noch befand sich die <i>Sphinx</i> auf dem Meer. Der Dunkelhaarige genoss das beständige Schwanken unter ihm, die tröstenden Geräusche eines Schiffes auf den Wellen. Und noch immer erschien ihm der Gedanke wieder frei zu sein vollkommen surreal, während seine Zeit im Gefängnis zugleich mehr und mehr zu einem düsteren Traum zu werden schien. Und er befand sich in einem schwammigen Zustand irgendwo dazwischen.<br />
<br />
"<i>Wir bringen die <i>Sphinx</i> also wieder auf Vordermann.</i>", warf Lucien plötzlich in den Raum, als hätten er und Talin schon die ganze Zeit über dieses Thema gesprochen – und nicht die letzte halbe Stunde, seit sie zurück in die Kajüte gekommen war, in einvernehmlichem Schweigen verbracht. "<i>Und dann? Was machen wir dann?</i>"<br />
<br />
Während sich der Dunkelhaarige mit dem Lappen über den Nacken fuhr, wandte er sich halb seiner Schwester zu. Sie saß am Schreibtisch, brütete über irgendwelchen Schriftstücken, um sich die Zeit zu vertreiben, bis der Leutnant kam. Lucien hatte sie darum gebeten, ihn zu holen, als sie frisches Wasser besorgen ging. Denn noch mehr als bei irgendjemandem sonst drängte es ihn zu einem Gespräch mit diesem Mann, der auf den ersten Blick nicht wirklich auf die <i>Sphinx</i> zu gehören schien. Ob dieser erste Eindruck stimmte, würde sich hoffentlich bald zeigen.<br />
</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Set sail into the blue horizon]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=547</link>
			<pubDate>Mon, 05 Mar 2018 18:37:29 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=547</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Set sail into the blue horizon </div>
<font size=1>Mittag des 18. März 1822<br />
Gregory Scovell & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Es war ein unbeschreibliches Gefühl, wenn einem der Wind um die Nase wehte, die Sonne einen trotzdem genug wärmte. Diese Momente, in denen es Nichts außer sich selbst und dem Hochgefühl gab... Immer wieder war Shanaya versucht, die Augen zu schließen, dieses Gefühl wieder und wieder zu genießen. Aber sie heilt lieber den Kurs im Auge, die Umgebung, die Wellen. Es standen kaum Wolken am Himmel – aber wer wusste schon, wann das Wetter sich ändern würde? So ruhten die Arme der jungen Frau auf dem Steuerrad, ihr heller Blick glitt immer Mal wieder zu dem Kompass, dessen Nadel beständig in die richtige Richtung deutete. So konnte sie auch immer wieder etwas in das kleine Buch schreiben, auf dem der Kompass stand. Die See war schon eine ganze Weile sehr ruhig, die junge Frau blieb also optimistisch, dass sie auch weiterhin so gut voran kommen würden. <br />
Mit einem lautlosen Atemzug neigte Shanaya den Kopf etwas zur Seite, als Talin an Deck erschien. Die Blonde bewegte sich sehr zielstrebig zur Reling – leerte den Eimer und hielt nur einige Momente inne, ehe sie sich auf den Weg zurück machte. Sie hatte nicht einmal einen Blick in ihre Richtung geworfen – sie war vermutlich mit den Gedanken auch nicht wirklich hier. Dieser Gedanke ließ Shanaya leicht schmunzeln. Sie hatte keine sonderlich gute Beziehung zu ihrem Bruder... aber es war ihr einfach allgemein einfach unerklärlich, wie man sich so um ein Familienmitglied sorgen konnte. Die blauen Augen der Schwarzhaarigen folgten der anderen Frau nur einen Moment, ehe sie sich wieder auf den Wind und das Meer konzentrierte. Wenn Mister Captain wieder auf den Beinen war und Talin nicht mehr die besorgte Schwester spielen musste, wurde es dringend Zeit, dass sie die beiden packte und sie ihr ihr nächstes Ziel verrieten. Was sie nun vor hatten. Jetzt, wo die Crew mit einem zweiten Captain komplett war. </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Set sail into the blue horizon </div>
<font size=1>Mittag des 18. März 1822<br />
Gregory Scovell & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Es war ein unbeschreibliches Gefühl, wenn einem der Wind um die Nase wehte, die Sonne einen trotzdem genug wärmte. Diese Momente, in denen es Nichts außer sich selbst und dem Hochgefühl gab... Immer wieder war Shanaya versucht, die Augen zu schließen, dieses Gefühl wieder und wieder zu genießen. Aber sie heilt lieber den Kurs im Auge, die Umgebung, die Wellen. Es standen kaum Wolken am Himmel – aber wer wusste schon, wann das Wetter sich ändern würde? So ruhten die Arme der jungen Frau auf dem Steuerrad, ihr heller Blick glitt immer Mal wieder zu dem Kompass, dessen Nadel beständig in die richtige Richtung deutete. So konnte sie auch immer wieder etwas in das kleine Buch schreiben, auf dem der Kompass stand. Die See war schon eine ganze Weile sehr ruhig, die junge Frau blieb also optimistisch, dass sie auch weiterhin so gut voran kommen würden. <br />
Mit einem lautlosen Atemzug neigte Shanaya den Kopf etwas zur Seite, als Talin an Deck erschien. Die Blonde bewegte sich sehr zielstrebig zur Reling – leerte den Eimer und hielt nur einige Momente inne, ehe sie sich auf den Weg zurück machte. Sie hatte nicht einmal einen Blick in ihre Richtung geworfen – sie war vermutlich mit den Gedanken auch nicht wirklich hier. Dieser Gedanke ließ Shanaya leicht schmunzeln. Sie hatte keine sonderlich gute Beziehung zu ihrem Bruder... aber es war ihr einfach allgemein einfach unerklärlich, wie man sich so um ein Familienmitglied sorgen konnte. Die blauen Augen der Schwarzhaarigen folgten der anderen Frau nur einen Moment, ehe sie sich wieder auf den Wind und das Meer konzentrierte. Wenn Mister Captain wieder auf den Beinen war und Talin nicht mehr die besorgte Schwester spielen musste, wurde es dringend Zeit, dass sie die beiden packte und sie ihr ihr nächstes Ziel verrieten. Was sie nun vor hatten. Jetzt, wo die Crew mit einem zweiten Captain komplett war. </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Jetzt zu gehen wär viel zu leicht]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=507</link>
			<pubDate>Sun, 07 Jan 2018 15:42:38 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=507</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Jetzt zu gehen wär viel zu leicht </div>
<font size=1>Nachmittag des 20 .März 1822<br />
Farley Dunbar & Shanaya Árashi</font></center><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya stand mit verschränkten Armen auf der letzten Stufe zum Frachtraum. Ein Fuß baumelte bereits in der Luft, die Miene blieb noch unschlüssig. Wo sollte sie anfangen? Zwei Lampen erhellten den Raum, zu dem kein Tageslicht durchdrang. Nicht viel... aber vielleicht würde es reichen. Die hellen Augen wanderten über die Fässer und Kisten. Ihre Begegnung mit dem Marinekerl hatte sie aus dem Zeitplan gebracht, umso schneller musste sie nun arbeiten. Es schien immernoch zu rechnen, also war es vermutlich überall auf dem Schiff gleichnass. Und hier unten schien sie niemand zu stören – außer dem Gackern der Hühner. Ein leises Schnaufen. Und mit dem nächsten Atemzug machte die Schwarzhaarige einen kleinen Satz von der Stufe, schnappte sich eines der Taue von der Wand und machte sich daran, die Fässer zu befestigen. Man konnte hier keine Ordnung schaffen, wenn man irgendwann von den Dingern überrollt wurde. Und noch musste sie nicht zurück ans Steuer – die Zeit wollte also genutzt werden.</font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Dem Drang sich ständig die Handgelenke zu reiben zu widerstehen, war gar nicht so leicht. Der behelfsmäßige Medizinmann hatte ihm irgendwelches Zeug auf die Haut geschmiert, der die von den Eisen gereizten Stellen ein wenig besänftigen sollte. Aber so richtig viel Hoffnung hatte Farley nicht. Normalerweise hieß es: widerstehe oder kratz dich blutig. Er war auf Letzteres wenig scharf, also war er auf der Suche nach Ablenkung – was auf diesem Schiff aber gar nicht so leicht war. Irgendwie hatte der Braunschopf keine Aufgabe, wusste wenig mit sich anzufangen. Kein Wunder, immerhin konnte man seine Talente im Moment ja eher wenig gebrauchen – es sei denn, irgendjemand kam auf die Idee einem Crewmitglied irgendetwas abluchsen zu wollen. Das aber konnte sich Farley kaum vorstellen. Er musste sich also nach anderen Beschäftigungen umsehen, wenn er nicht vor Langeweile sterben wollte, bis sie den nächsten Hafen ansteuerten. Und nachdem Gregory ihn vor einer halben Stunde aus seinem „Behandlungsraum“ - wenn man es so nennen wollte – entlassen hatte und er gerade einen eintönigen Spaziergang an Deck beendet hatte, kam ihm die Gestalt der Schwarzhaarigen gerade recht. Farley hatte kam gerade die Treppe zum Kanonendeck hinunterspaziert, als er das Mädchen im Frachtraum verschwinden sah und nur einen Augenblick später hörte er geschäftige Geräusche. Er überlegte kurz, ob er sie in Ruhe lassen sollte, entschied sich aber schnell dagegen und folgte ihr so unauffällig er konnte – man musste ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya stemmte einen Fuß gegen die Fässer, um das Tau darum ein wenig fester ziehen zu können. Was für eine eintönige Arbeit, die sie in den letzten Tagen viel zu oft wiederholt hatte. Wenn es wenigstens neue Fässer gewesen wären. Aber es würde nicht mehr lang dauern, dann würde sich hier genug neues Zeug stapeln. Was war überhaupt in diesen Fässern? Vielleicht wollte sie es nicht wissen. Aber was blieb ihr anderes übrig? Das Deck schrubben machte keinen Sinn, die Hühner waren gefüttert... und auch wenn sie kein Problem mit dem Ragen hatte, wollte sie nun nicht unbedingt in der Takelage hängen. Also schnaufte sie noch einmal, knotete das Tau fest. Es war nur leise, aber trotzdem entging der Dunkelhaarigen das Knarzen nicht. Es hätte auch einfach ein Geräusch des Holzes sein können, aber sie erkannte bei einem kurzen Seitenblick, ohne den Kopf zu drehen, eine Silhouette. Sie wusste nicht, wer dort stand... aber sie reagierte auch nicht. Wenn irgendwer etwas von ihr wollte, konnte er ruhig den Mund aufmachen – oder sie im stillen begaffen. Shanaya drehte sich also zur anderen Seite, nahm halbherzig die nächsten Fässer ins Visier. </font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Ach, dämliches Holz. Farley wusste schon, warum er Bretter nie hatte leiden könnten. Sie waren der Anfang allen Verrats und machten auch diesmal seine Möglichkeit zunichte, einfach wieder zu gehen. Nunja. Der junge Mann kannte das Mädchen vor sich nicht sonderlich gut – mal davon abgesehen, dass sie einen ziemlichen Hang zur Dramatik zu haben schien, sonst wäre sie wohl kaum Teil dieser Crew – und wusste deshalb nicht, ob sie ihn gehört hatte. Aber er scherte sich auch nicht darum, sondern ging einfach davon aus. Das Anschleichen konnte er also vergessen. Und wenn er nicht weiterging, konnte er genauso gut bleiben wo er war. Mit einer flüssigen, geschickten Bewegung ließ er sich auf die Stufe nieder, die unter ihm war, streckte eines seiner Beine aus und winkelte das andere so an, dass er sich daraufstützen konnte. Einige Sekunden lang verharrte er so und betrachtete die Schwarzhaarige bei ihrer Arbeit, bevor er das Schweigen brach und – mit einem klein wenig amüsierten Unterton in der Stimme – sagte: <i>„Zieh nicht zu fest, sonst machst du dir noch deine zarten Mädchenhände kaputt.“</i> Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem ebenso amüsierten Lächeln, das ihr bei genauem Hinsehen durchaus zeigen würde, dass seine Worte keineswegs spöttisch gemeint waren. Stattdessen waren sie tatsächlich ein eher plumper Versuch ins Gespräch zu kommen – oder einen Streit anzufangen.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya zählte still vor sich hin. Wie lange würde es wohl dauern, bis irgendeine Reaktion kam? Automatisch spielten sich vor ihrem geistigen Auge unzählige Möglichkeiten ab – was sich jedoch als schwierig erwies, immerhin wusste sie noch immer nicht, wer dort auf der Treppe stand. Vielleicht Jemand der Neuen? Vielleicht auch Aspen, um an ihr rum zu meckern? Hatte sie irgendwen getötet, was dem Blonden nicht passte? Schon wieder? Shanaya unterdrückte ein Seufzen, lauschte dann aber dem Geräusch von weiteren Bewegungen. Vielleicht war ihre Gesellschaft wieder gegangen? Also nicht Aspen, der hätte erst gemotzt. Aber dann erklang doch eine Stimme – im ersten Moment konnte sie sie nicht zuordnen. Mit den Worten wollte die junge Frau im ersten Moment die Augen verdrehen, drehte sich dann aber ohne eine Regung herum, eine Augenbraue leicht erhoben und mit einem Lächeln in die Richtung des Mannes blickend, den sie durch Zufall gerettet hatten. Ihre Mimik wechselte einen Moment zu einer besorgten Miene, mit denen sie ihre Hände betrachtete. Ihre armen, wunderbar weichen, zarten, zerbrechlichen Mädchenhände. Sie war ja nicht Aspen. <i>„Du meinst die, die dir deinen Hintern gerettet haben?“</i> Ein Hauch Herausforderung schwang in ihrer Stimme mit. Aber das Lächeln kehrte auf ihre Lippen zurück. </font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Fast war er versucht ob ihrer Antwort zu lachen. Schlagfertig war sie, das musste man ihr lassen. <i>„Oh, mir war eher so, als hätten sie zugelassen, dass dir ein Stuhl auf den Kopf fällt.“</i> Er hatte nichts gegen eine nette kleine Plänkelei und entschied für sich, dass er gut daran getan hatte hier hinunterzukommen. Das würde ihn hoffentlich zumindest für ein paar weitere Minuten von der Eintönigkeit ablenken. <i>„Aber für die Rettung meines Hinterns bin ich auch sehr dankbar, obwohl ich behaupten würde, dass er von allen meinen Körperteilen am wenigsten in Gefahr war.“</i> Und das war durchaus nicht gelogen. Seine eigenen Hände wären wahrscheinlich eher dran gewesen ihn zu verlassen, hätten sie ihn nicht mitgenommen. Beim Gedanken an die Fesseln, die er getragen hatte, bevor sie ihn in eine der Schiffszellen gesteckt hatten, rieb er sich nun doch gedankenversunken über die Handgelenke. Das Lächeln war ein wenig verblasst.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob den Kopf bei den nächsten Worten des Mannes ein wenig an, ihr Grinsen wurde eine Spur breiter. <i>„Sie wussten einfach, dass dem Sturschädel Nichts schlimmes passieren würde.“</i> Ganz einfach! Und sie hatte Recht behalten, immerhin stand sie hier aufrecht, wurde nur noch bei zu schnellen Bewegungen von kurzen Schmerzwellen geplagt. Nichts, was sie aufhalten würde. Wenigstens war er dankbar für seine Rettung – was ja auch das mindeste war. <i>„Sich den Hintern in nass gepinkeltem Stroh und auf feuchten Steinen platt sitzen ist trotzdem sicher nicht sehr angenehm.“</i> Einen kurzen Moment überlegte sie, neigte den mit einem Deuten ihres Kopfes in die Richtung der Zellen. <i>„Sollte dir das aber fehlen, bitteschön.“ </i></font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0><i> „Zumindest nichts, was dich von der Arbeit abzuhalten scheint“</i> , antwortete er und ignorierte ihren Hinweis auf den Zellenbereich gekonnt. Wäre Farley darauf eingegangen, hätte er ihr leider sagen müssen, dass sich die Fahrt auf diesem Schiff nicht viel anders anfühlte. Er stand nicht nur in der Schuld dieser Leute, er konnte sie nicht einmal auszahlen und dann winkend zusehen, wie sie davonfuhren – denn es gab keinen Hafen, an dem er sich davonmachen konnte. Und Geld auch nicht, wobei sich das leicht ändern lassen konnte. Im Endeffekt konnte er also nicht weg und war wie zuvor gefangen – nur dass er besser behandelt wurde und sich immerhin auf dem Schiff frei bewegen konnte. Aber das behielt er für sich, zu viel wollte er dem Mädchen nicht preis geben. <i>„Also, warum schiebst du hier unten Fässer umher, wenn du dir auch oben an Deck die Sonne auf die Haut scheinen lassen könntest?“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schnaufte nur leise. <i>„Da muss schon mehr kommen als so ein kleiner Schlag gegen den Kopf.“</i> Der Stuhl war trotzdem ihr Feind! Nur... dass er bei ihrer nächsten Begegnung vermutlich nicht mehr als ein glitschiges Stück Treibholz sein würde. Schade drum. Dafür hatten sie ja nun den Dunkelhaarigen, der in diesem Moment bei ihr war, sowie die zwei weiteren Gefangenen und die Marinetypen bei sich. Vielleicht fand sich da ja ein Stuhlersatz. Sehr wahrscheinlich sogar. Die nächste Frage besagter Gesellschaft ließ Shanaya leicht die Nase rümpfen, was dann in ein weiteres Lächeln und ein kurzes Zucken der Schultern überging. <i>„Ich mache mir meine zarten Mädchenhände einfach viel zu gerne schmutzig.“</i> Ein Blick zur Seite. <i>„Dieses Schiff braucht eine Generalüberholung – und ich bin nicht der Typ, der sich faul in eine Ecke setzt und andere die Arbeit machen lässt.“</i> Außerdem... machte sie das selbst viel lieber. Dann wusste sie wenigstens, das es richtig gemacht wurde. </font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Ein Prinzesschen war sie also nicht – Farley fand das sehr sympathisch. Anscheinend ging sie die Dinge pragmatisch an und war jemand, der zupackte. In den letzten Monaten hatte er viel zu viel mit diesen wohlerzogenen Damen zu tun gehabt, die ein Fass nicht mal ansehen würden. Die Hände der Schwarzhaarigen waren ihm da wesentlich lieber – nun, zumindest bis jetzt. Er wusste ja nicht, was sie mit ihren Händen sonst noch so anstellte, von irgendwelchen Schiffen in die Luft jagen mal abgesehen. Er hob dennoch – gespielt verblüfft – die Augenbrauen in die Höhe und lächelte amüsiert. <i>„So so“</i>, sagte er nur, ohne es wirklich böse zu meinen. Aber die Zweideutigkeit ihrer Worte konnte er einfach nicht ignorieren – das ließ seine lose Zunge nicht zu. Dafür hätte sie es einige Augenblicke später fast geschafft, ihm ein schlechtes Gewissen zu verpassen. Da er das aber schon vor vielen Jahren abgelegt hatte, schrammte sie knapp an einem Erfolg vorbei. Farley schaffte es, ihre Bemerkung über faul in der Ecke Sitzende nicht auf sich zu beziehen. Stattdessen folgte er ihrem Blick und nickte bedächtig. Er hatte die größeren Schäden gesehen, obwohl er kein Interesse daran hatte, beim Flicken zu helfen. Schiffe hatten die dumme Angewohnheit aus Holz zu bestehen – und von der Arbeit mit diesem Rohstoff würde er sich so weit wie möglich fernhalten. <i>>„Und abgesehen von losen Fässern und Löchern im Rumpf, was würdest du noch auf Vordermann bringen?“</i> Er hatte ein Grundwissen, was Schiffe anging, aber er war nie ein wirkliches Crewmitglied gewesen. Das Mädchen dagegen – er erinnerte sich nicht einmal an ihren Namen – schien sich recht gut auszukennen. Vielleicht konnte sie ihm helfen ein Mittel gegen seine Langeweile zu finden.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya beobachtete aufmerksam die Regung in der Mimik des Mannes. Er machte jedenfalls nicht den Anschein, als würde er gleich aufspringen und ihr helfen. Aber das kümmerte sie nicht – wie gesagt, machte sie es sowieso lieber selbst und allein. Zwei Hände mehr hätten ihr vermutlich nicht viel geholfen. Sein kurz gehaltener Kommentar ließ sie nur kurz eine Augenbraue heben. Immernoch keine Regung, sich zu erheben. Also wandte die Dunkelhaarige sich einer Kiste zu, die schräg auf einer anderen stand. Mit einem kräftigen Schub stand sie wieder gerade, während Shanaya der Stimme hinter sich lauschte. <i>„Oh, vielleicht die Manieren der Männer? Die Dummheit der Menschheit? Ich habe leider eine große Auswahl.“</i> Eine Hand klopfte noch einmal gegen die Kiste, das Lächeln schwang aber in ihrer Stimme mit. <i>„Aber beim Schiff ist die Auswahl genauso groß. Aber für das Meiste fehlt uns Holz... es gibt genug Löcher zu stopfen, Segel zu flicken... Solltest du also bei uns bleiben, wird dir sicher nicht langweilig.“</i></font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Ihre Antwort verwirrte ihn ein wenig, bis er dahinter kam, dass er nicht explizit nach dem Schiff gefragt hatte. Er schmunzelte kurz bei ihrer Antwort. <i>„Ich wäre fast versucht zu sagen, wenn du einem Mann Manieren beibringst, wird er zur Frau. Aber das wäre eine glatte Lüge – es gibt Frauen, die sind sehr viel schlimmer.“</i> Das Fehlen an Manieren machte sich bei den Damen nur anders bemerkbar. Welche Weise an Ungehobeltheit man nun schlimmer fand, durfte jeder gerne für dich entscheiden. Allerdings hatte Farley befürchtet, dass sie Holzarbeiten am Schiff vorschlagen würde. Als sie Segel flicken hinzufügte, seufzte er ein wenig resignierte. Er nahm den Arm von seinem Bein, steckte das angewinkelte nun auch noch aus und lehnte sich mit angewinkelten Ellenbogen nach hinten, sodass er nun lässig auf der Stufe lehnte. Ihm war bewusst, dass er damit noch fauler wirkte. Aber sie wirkte nicht wirklich, als hätte er ihr helfend zur Hand gehen können. Wahrscheinlich würde sie ihn nach zwei Minuten fauchend davonjagen. <i>„Das bezweifle ich. Meine Finger sind eher in anderen Dingen... geübt.“</i> Er verzichtete auf eine genauere Erklärung und beobachtete sie weiter interessiert bei ihrem geschäftigen Treiben. <i>„Ich könnte dir dabei helfen. Aber du siehst aus, als würdest du es gut alleine hinbekommen.“</i> Und das war das höflichste, sowie erste und letzte Hilfsangebot, dass er ihr machen würde.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya blickte sich suchend in dem spärlich beleuchteten Raum um, ohne den hellen Blick dabei zurück zu dem Mann zu werfen. Seine Worte ließen sie jedoch inne halten, den Kopf überlegend zur Seite geneigt. „Wir sind dabei aber so zuckersüß, dass uns niemand böse sein kann.“ Sagte sie, die den Großteil der weiblichen Menschheit am liebsten einfach los wäre. Diese ganzen kleinen Püppchen, die sich ihr Kleidchen nicht dreckig machen wollten. Shanaya schauderte, richtete den blauen Blick dann doch kurz zurück, als der Dunkelhaarige seufzte, seine Position änderte. Aber er blieb sitzen, sprach dann weiter. So? In anderen Dingen? „Solche, die dich auf die Morgenwind gebracht haben? Oder möchtest du in die Schublade 'Grabscher' gesteckt werden?“ Eine Augenbraue gehoben musterte sie den Mann mit einem vielsagenden Grinsen. Seine Wahl. Seine Haltung machte jedoch seine Einstellung zu seinem eigenen Angebot deutlich. „Da ich deine Arbeit eh kontrollieren würde, kannst du auch gleich sitzen bleiben.“ Mit einem Fuß schob sie junge Frau eines der Taue zur Seite, verzog die Lippen zu einem leichten Grübeln. „Aber du kannst die Hühner füttern, sollte dich doch der Arbeitsmut überkommen.“<br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Er lachte leise bei ihrer Antwort. <i>„Nun, wer sagt dir, dass ich nicht fürs Grapschen verhaftet wurde?“</i> Farley kannte durchaus Leute, die für eine falsche Berührung an ihren Frauen einen Krieg anzetteln würden. Deshalb war die Annahme gar nicht so furchtbar daneben, aber er ging davon aus, dass die Schwarzhaarige sehr wohl wusste, was er meinte. <i>„Aber im Endeffekt ist es mir egal, in welche Schublade du mich steckst – oder irgendjemand anderes auf diesem Schiff. Oder sonstwo in irgendeiner der sieben Welten. Das macht das Leben einfacher.“</i> Er richtete sich wieder auf und – oha – erhob sich schließlich sogar gänzlich. Für einen Moment schien er noch zu überlegen, ob er sich wirklich zum Hühnerfüttern überreden lassen sollte. Doch was hatte er schon sonst zu tun? Und immerhin waren diese Tiere dafür da ihn zu ernähren. Also was sollte es schon schaden. Ohne ein weiteres Wort an das Mädchen zu richten, ging Farley zu den Tierpferchen herüber und blickte sich um. Als er einen Eimer entdeckt hatte, dessen Inhalt verdächtig nach körnigem Hühnerfutter aussah, griff er danach und ließ die Hand hineingleiten. Es war lange her, dass er ein Haus versorgt und Tiere gefüttert hatte.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schmunzelte über die Widerworte des Mannes, zuckte aber erneut nur leicht mit den Schultern. Ihr war egal, wofür er auf diesem Schiff gelandet war. Genau wie bei den zwei Anderen. Wer hatte schon eine weiße Weste? Vermutlich niemand, auch nicht die ach so hohen Marinehunde. Und so lange er seine Hände bei sich behielt... Und es war ihm egal, was andere von ihm dachten. Immerhin ein Pluspunkt, er fing also nicht das Speichellecken an, um nirgends anzuecken. Zumindest würde sich das noch zeigen, er konnte ja viel erzählen... „Dann bin ich gespannt, wie du dich machst.“ Und das war sogar ernst gemeint – wenn er auf der Sphinx blieb. Wenn er beim nächsten Hafen eilig vom Schiff sprang... nun, sie würde sein Gesicht vermutlich schnell vergessen können. Aber dann erhob er sich tatsächlich auf ihre Worte hin – und allein diese Tatsache ließ Shanayas Grinsen ein ganzes Stück breiter werden. So einfach war das. Trotzdem beobachteten ihre blauen Augen die Bewegungen des Mannes missstrauisch, bis er nach dem Eimer griff und sich daran machte, die Federviecher zu versorgen. Wer wusste schon, ob er die Chance – hier unten mit ihr allein – nicht nutzen würde. „Man muss die also nur direkte Anweisungen geben. Gut zu wissen...“<br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Dafür, dass er das schon einige Jahre nicht gemacht hatte, stellte er sich gar nicht so dumm an. Mit einer flinken Handbewegung hatte Farley die Tür zum Käfig geöffnet und eine handvoll Futter in zum Federvieh geworfen, das sich laut krakeelend darüber hermachte. <i>„Das Leben ist zeitsparender, wenn man direkt ist. Abgesehen davon...“</i> , er wiederholte das Spiel mit dem Futter, <i>„kommt es auf die Anweisung an.“</i> Farley schloss die Tür rasch wieder, er hatte keine Lust einem der Hühner hinterherjagen zu müssen, wenn es entwischte. Wobei das immerhin Abwechslung gebracht hätte. Der junge Dieb malte sich in Gedanken aus, wie die Schwarzhaarige gemeinsam mit ihm ein flinkes, widerspenstiges Federvieh zwischen der Brig und den Fässern umherjagte. In seinem Kopf gab das ein nicht allzu schlechtes Bild ab. <i>„Und du? Wie gibt man dir am besten Anweisungen? Indem man sich befreien und dann vier Tage kaum blicken lässt?“</i> Es war natürlich eine Anspielung auf den offensichtlich neuen Kapitän, den aber kaum eines der Crewmitglieder zu kennen schien. Eine sehr seltsame Konstellation.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya beobachtete still, wie der Dunkelhaarige sich mit den Hühnern beschäftigte. Die freuten sich natürlich, kein Wunder, wenn man sonst nicht wirklich etwas zum freuen hatte. Nicht einmal Tageslicht. <i>„Gut zu wissen, dann beobachte ich einfach, welchen Anweisungen du folgst, und welchen nicht.“</i> Mit munterer Miene trat die junge Frau nun zu einem Netz, das dreckig und löchrig von einem Stapel Kisten hinab hing. Eine schnelle Bewegung und zumindest ein Teil des Drecks fiel auf die Planken. Während der Mann die Käfige schloß – ein Geräusch, das Shanayas Blick noch einmal herum wandern ließ. Bei seiner Frage hob sie zuerst eine Augenbraue, konnte sich ein Lachen dann aber nicht verkneifen. <i>„Eher nicht. Aber mir Anweisungen zu geben ist sowieso Glücksspiel. Ich tue Nichts, was ich für dumm halte. Und ob ich auf die Anweisungen diesen Herren höre, zeigt sich, wenn er das Versteckspiel beendet hat.“</i></font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Farley hatte sich mittlerweile wieder umgewandt, ließ die Hühner gackern und stellte den Eimer dorthin zurück, wo er ihn gefunden hatte. Wahrscheinlich wäre es auch noch nötig gewesen, den Käfig des Federviehs einmal sauber zu machen, aber dazu wäre er auf Hilfe beim Umsiedeln des Viehzeugs angewiesen - und er hatte wahrlich keine Lust nach Hilfe zu fragen. <i>„Ein wahrlich gepflegtes Schif“</i>, kommentierte er das löchrige Tau und den herabfallenden Dreck etwas spöttisch. Dann schob er sich mit der Hand eine Haarsträhne aus dem Gesicht hinter das Ohr, bevor er sich umblickte und einen alten Besen entdeckte. Während die Schwarzhaarige noch mit dem Netz beschäftigt war, ging Farley an ihr vorbei und schnappte sich den Stielknecht und begann den Dreck zusammenzukehren. Ungefragt, nur um das festzuhalten. <i>„Ein ziemlich seltsames Verhalten jemanden zum Captain zu erklären, der die Crew nicht unter Kontrolle hat“</I>, stellte er fest.<br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schüttelte das Netz noch ein bisschen hin und her, schnaufte leise über die Löcher darin. So viel zu tun... aber wenigstens konnten sie sich jetzt darauf konzentrieren. Und so schnaufte sie nur über die Worte des Mannes. <i>„Es hat schon bessere Tage gesehen, ja. Aber gib uns ein bisschen Zeit... dann erstrahlt sie in neuem Glanz.“</i> Einen kurzen Moment verlor sich ihr Blick in der Dunkelheit, die nur von den zwei flackernden Laternen gebrochen wurde. Sie war sich sicher, dass die Sphinx dann ein wunderschönes Schiff sein würde. Das Geräusch, das schließlich hinter ihr erklang, ließ die Dunkelhaarige den Kopf herum drehen, und beinahe etwas überrascht beobachtete sie die Bemühung des Mannes. <i>„Du willst es dir hier also doch häuslich einrichten?“</i> Sie grinste munter, dachte nicht lange über eine Antwort auf seine nächsten Worte nach. <i>„Nach so einer langen Zeit in solcher Gesellschaft und zu solchen Bedingungen... ich kanns ihm nicht verübeln, auch wenn ich es nicht unbedingt klug finde. Aber das wird schon, wenn er wieder auf den Beinen ist. Sonst wäre ich längst nicht mehr hier.“</I></font><br />
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<font color=#5f9ea0>Er erwiderte ihr Grinsen mindestens ebenso breit, als er kurz aufhörte und sich an den Besenstiel lehnte. „Nicht doch, ich will dir nur helfen deinen verrückten Traum vom hübsch glänzenden Schiff zu erfüllen“, er schüttelte amüsiert den Kopf und fuhr fort den Dreck zusammenzukehren. Das Kopfschütteln galt übrigens nicht nur ihrer Idee vom makellosen Rumpf und von Segeln ohne Löcher. Auch ihre Erklärung was den neuen Anführer der Crew anging, überzeugte ihn nicht wirklich. <i>„Wohin wärst du denn verschwunden? Hättest du den bösen Stuhl zu Kleinholz verarbeitet und dich dann von der Marine aus dem Meer fischen lassen?“</i> Ebenfalls ein irgendwie amüsanter Gedanke – allerdings erschien er ihm doch etwas abwegig.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob leicht den Kopf etwas an. <i>„Sehr edel von dir.“</i> Auch wenn ihr erst einmal wichtiger war, dass das Schiff sicher fuhr – und nicht irgendwann mitten auf dem Ozean einfach durchbrach und in die Tiefen versank. Aber ohne Materialien dafür... <i>„Du weichst geschickt diesem Thema aus, ob du auf der Sphinx bleibt.“</i> Ein weiterer Blick galt dem Mann, ehe sie mit einem gezielten Tritt eine alte Flasche zur Seite beförderte. Und dann folgte ein leises Brummen. Wie er sich an diesem Stuhl festbiss! Das Netz noch immer in der Hand bewegte sie sich nun zu einer Kiste, die sie mit einem Fuß aufstieß. <i>„Ich hätte gar nicht erst mit zur Rettungsaktion kommen müssen. Aber was wäre ich für eine Piratin, die sich solch ein Abenteuer entgehen lassen würde? Und da ich Talins Fähigkeiten und Einstellungen kenne... Da mache ich mir also keinerlei Gedanken.“</i> Damit beförderte sie das Netz in die offene Kiste und blickte sich suchend um. </font><br />
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<font color=#5f9ea0>Oh, mehr Dankbarkeit bekam er nicht für seine Edelmütigkeit. Undankbar wie immer, diese Frauen. Auf ihre Feststellung hin kniff er jedoch nur die Augen ein wenig zusammen und lächelte verschmitzt. <i>„Wir sind heute aber sehr scharfsinnig, was?“</i> Tatsächlich hätte er ohnehin nicht gewusst, was er ihr hätte antworten sollen. Sicher konnte er bereits jetzt planen, wie er sich vom Schiff winkend verabschiedete und sie sich alle nie wieder sehen würden. Aber was würde ihm das nützen? Es würde sicher eine Weile dauern, bis der Rumpf repariert war und sie den nächsten Hafen anlaufen würden. Bis dahin war er ohnehin auf dieses Schiff und diese Crew angewiesen. Farley schob den letzten Dreck zusammen und blickte sich nach mehr Arbeit um, doch auch die Schwarzhaarige schien für einen Moment unsicher, was sie tun sollte. Also lehnte er sich wieder leicht auf den Besenstiel und blickte sie eindringlich an. <i>„Also ist es sie, der du vertraust und folgst.“</i> stellte er fest. Es war keine Frage.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya pustete sich bei den Worten des Mannes eine lockere Strähne aus der Stirn. „Mit diesem Scharfsinn wirst du dich wohl anfreunden müssen. Der wird dir öfter begegnen.“ Sie gab ihm noch einen Moment Zeit, wog den Kopf dann wissend zur Seite. <i>„Aber deine kleine Feststellung ist da auch keine Antwort drauf.“</i> Ausweichen war bei ihr keine Option, selbst wenn die Antwort sie nicht unbedingt brennend interessierte. Aber das Prinzip! Ihr Gegenüber höre jedenfalls auf zu fegen, und sie erwiderte seinen Blick mit vollkommen ruhiger Miene. <i>„So kann es auch sehen. Aber... wie schon gesagt habe ich keine Zweifel an seinen Fähigkeiten. Und sollte das doch nach hinten losgehen, steht mir die Welt offen.“ </i></font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Jetzt zu gehen wär viel zu leicht </div>
<font size=1>Nachmittag des 20 .März 1822<br />
Farley Dunbar & Shanaya Árashi</font></center><br />
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<font color=royalblue>Shanaya stand mit verschränkten Armen auf der letzten Stufe zum Frachtraum. Ein Fuß baumelte bereits in der Luft, die Miene blieb noch unschlüssig. Wo sollte sie anfangen? Zwei Lampen erhellten den Raum, zu dem kein Tageslicht durchdrang. Nicht viel... aber vielleicht würde es reichen. Die hellen Augen wanderten über die Fässer und Kisten. Ihre Begegnung mit dem Marinekerl hatte sie aus dem Zeitplan gebracht, umso schneller musste sie nun arbeiten. Es schien immernoch zu rechnen, also war es vermutlich überall auf dem Schiff gleichnass. Und hier unten schien sie niemand zu stören – außer dem Gackern der Hühner. Ein leises Schnaufen. Und mit dem nächsten Atemzug machte die Schwarzhaarige einen kleinen Satz von der Stufe, schnappte sich eines der Taue von der Wand und machte sich daran, die Fässer zu befestigen. Man konnte hier keine Ordnung schaffen, wenn man irgendwann von den Dingern überrollt wurde. Und noch musste sie nicht zurück ans Steuer – die Zeit wollte also genutzt werden.</font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Dem Drang sich ständig die Handgelenke zu reiben zu widerstehen, war gar nicht so leicht. Der behelfsmäßige Medizinmann hatte ihm irgendwelches Zeug auf die Haut geschmiert, der die von den Eisen gereizten Stellen ein wenig besänftigen sollte. Aber so richtig viel Hoffnung hatte Farley nicht. Normalerweise hieß es: widerstehe oder kratz dich blutig. Er war auf Letzteres wenig scharf, also war er auf der Suche nach Ablenkung – was auf diesem Schiff aber gar nicht so leicht war. Irgendwie hatte der Braunschopf keine Aufgabe, wusste wenig mit sich anzufangen. Kein Wunder, immerhin konnte man seine Talente im Moment ja eher wenig gebrauchen – es sei denn, irgendjemand kam auf die Idee einem Crewmitglied irgendetwas abluchsen zu wollen. Das aber konnte sich Farley kaum vorstellen. Er musste sich also nach anderen Beschäftigungen umsehen, wenn er nicht vor Langeweile sterben wollte, bis sie den nächsten Hafen ansteuerten. Und nachdem Gregory ihn vor einer halben Stunde aus seinem „Behandlungsraum“ - wenn man es so nennen wollte – entlassen hatte und er gerade einen eintönigen Spaziergang an Deck beendet hatte, kam ihm die Gestalt der Schwarzhaarigen gerade recht. Farley hatte kam gerade die Treppe zum Kanonendeck hinunterspaziert, als er das Mädchen im Frachtraum verschwinden sah und nur einen Augenblick später hörte er geschäftige Geräusche. Er überlegte kurz, ob er sie in Ruhe lassen sollte, entschied sich aber schnell dagegen und folgte ihr so unauffällig er konnte – man musste ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya stemmte einen Fuß gegen die Fässer, um das Tau darum ein wenig fester ziehen zu können. Was für eine eintönige Arbeit, die sie in den letzten Tagen viel zu oft wiederholt hatte. Wenn es wenigstens neue Fässer gewesen wären. Aber es würde nicht mehr lang dauern, dann würde sich hier genug neues Zeug stapeln. Was war überhaupt in diesen Fässern? Vielleicht wollte sie es nicht wissen. Aber was blieb ihr anderes übrig? Das Deck schrubben machte keinen Sinn, die Hühner waren gefüttert... und auch wenn sie kein Problem mit dem Ragen hatte, wollte sie nun nicht unbedingt in der Takelage hängen. Also schnaufte sie noch einmal, knotete das Tau fest. Es war nur leise, aber trotzdem entging der Dunkelhaarigen das Knarzen nicht. Es hätte auch einfach ein Geräusch des Holzes sein können, aber sie erkannte bei einem kurzen Seitenblick, ohne den Kopf zu drehen, eine Silhouette. Sie wusste nicht, wer dort stand... aber sie reagierte auch nicht. Wenn irgendwer etwas von ihr wollte, konnte er ruhig den Mund aufmachen – oder sie im stillen begaffen. Shanaya drehte sich also zur anderen Seite, nahm halbherzig die nächsten Fässer ins Visier. </font><br />
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<font color=#5f9ea0>Ach, dämliches Holz. Farley wusste schon, warum er Bretter nie hatte leiden könnten. Sie waren der Anfang allen Verrats und machten auch diesmal seine Möglichkeit zunichte, einfach wieder zu gehen. Nunja. Der junge Mann kannte das Mädchen vor sich nicht sonderlich gut – mal davon abgesehen, dass sie einen ziemlichen Hang zur Dramatik zu haben schien, sonst wäre sie wohl kaum Teil dieser Crew – und wusste deshalb nicht, ob sie ihn gehört hatte. Aber er scherte sich auch nicht darum, sondern ging einfach davon aus. Das Anschleichen konnte er also vergessen. Und wenn er nicht weiterging, konnte er genauso gut bleiben wo er war. Mit einer flüssigen, geschickten Bewegung ließ er sich auf die Stufe nieder, die unter ihm war, streckte eines seiner Beine aus und winkelte das andere so an, dass er sich daraufstützen konnte. Einige Sekunden lang verharrte er so und betrachtete die Schwarzhaarige bei ihrer Arbeit, bevor er das Schweigen brach und – mit einem klein wenig amüsierten Unterton in der Stimme – sagte: <i>„Zieh nicht zu fest, sonst machst du dir noch deine zarten Mädchenhände kaputt.“</i> Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem ebenso amüsierten Lächeln, das ihr bei genauem Hinsehen durchaus zeigen würde, dass seine Worte keineswegs spöttisch gemeint waren. Stattdessen waren sie tatsächlich ein eher plumper Versuch ins Gespräch zu kommen – oder einen Streit anzufangen.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya zählte still vor sich hin. Wie lange würde es wohl dauern, bis irgendeine Reaktion kam? Automatisch spielten sich vor ihrem geistigen Auge unzählige Möglichkeiten ab – was sich jedoch als schwierig erwies, immerhin wusste sie noch immer nicht, wer dort auf der Treppe stand. Vielleicht Jemand der Neuen? Vielleicht auch Aspen, um an ihr rum zu meckern? Hatte sie irgendwen getötet, was dem Blonden nicht passte? Schon wieder? Shanaya unterdrückte ein Seufzen, lauschte dann aber dem Geräusch von weiteren Bewegungen. Vielleicht war ihre Gesellschaft wieder gegangen? Also nicht Aspen, der hätte erst gemotzt. Aber dann erklang doch eine Stimme – im ersten Moment konnte sie sie nicht zuordnen. Mit den Worten wollte die junge Frau im ersten Moment die Augen verdrehen, drehte sich dann aber ohne eine Regung herum, eine Augenbraue leicht erhoben und mit einem Lächeln in die Richtung des Mannes blickend, den sie durch Zufall gerettet hatten. Ihre Mimik wechselte einen Moment zu einer besorgten Miene, mit denen sie ihre Hände betrachtete. Ihre armen, wunderbar weichen, zarten, zerbrechlichen Mädchenhände. Sie war ja nicht Aspen. <i>„Du meinst die, die dir deinen Hintern gerettet haben?“</i> Ein Hauch Herausforderung schwang in ihrer Stimme mit. Aber das Lächeln kehrte auf ihre Lippen zurück. </font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Fast war er versucht ob ihrer Antwort zu lachen. Schlagfertig war sie, das musste man ihr lassen. <i>„Oh, mir war eher so, als hätten sie zugelassen, dass dir ein Stuhl auf den Kopf fällt.“</i> Er hatte nichts gegen eine nette kleine Plänkelei und entschied für sich, dass er gut daran getan hatte hier hinunterzukommen. Das würde ihn hoffentlich zumindest für ein paar weitere Minuten von der Eintönigkeit ablenken. <i>„Aber für die Rettung meines Hinterns bin ich auch sehr dankbar, obwohl ich behaupten würde, dass er von allen meinen Körperteilen am wenigsten in Gefahr war.“</i> Und das war durchaus nicht gelogen. Seine eigenen Hände wären wahrscheinlich eher dran gewesen ihn zu verlassen, hätten sie ihn nicht mitgenommen. Beim Gedanken an die Fesseln, die er getragen hatte, bevor sie ihn in eine der Schiffszellen gesteckt hatten, rieb er sich nun doch gedankenversunken über die Handgelenke. Das Lächeln war ein wenig verblasst.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya hob den Kopf bei den nächsten Worten des Mannes ein wenig an, ihr Grinsen wurde eine Spur breiter. <i>„Sie wussten einfach, dass dem Sturschädel Nichts schlimmes passieren würde.“</i> Ganz einfach! Und sie hatte Recht behalten, immerhin stand sie hier aufrecht, wurde nur noch bei zu schnellen Bewegungen von kurzen Schmerzwellen geplagt. Nichts, was sie aufhalten würde. Wenigstens war er dankbar für seine Rettung – was ja auch das mindeste war. <i>„Sich den Hintern in nass gepinkeltem Stroh und auf feuchten Steinen platt sitzen ist trotzdem sicher nicht sehr angenehm.“</i> Einen kurzen Moment überlegte sie, neigte den mit einem Deuten ihres Kopfes in die Richtung der Zellen. <i>„Sollte dir das aber fehlen, bitteschön.“ </i></font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0><i> „Zumindest nichts, was dich von der Arbeit abzuhalten scheint“</i> , antwortete er und ignorierte ihren Hinweis auf den Zellenbereich gekonnt. Wäre Farley darauf eingegangen, hätte er ihr leider sagen müssen, dass sich die Fahrt auf diesem Schiff nicht viel anders anfühlte. Er stand nicht nur in der Schuld dieser Leute, er konnte sie nicht einmal auszahlen und dann winkend zusehen, wie sie davonfuhren – denn es gab keinen Hafen, an dem er sich davonmachen konnte. Und Geld auch nicht, wobei sich das leicht ändern lassen konnte. Im Endeffekt konnte er also nicht weg und war wie zuvor gefangen – nur dass er besser behandelt wurde und sich immerhin auf dem Schiff frei bewegen konnte. Aber das behielt er für sich, zu viel wollte er dem Mädchen nicht preis geben. <i>„Also, warum schiebst du hier unten Fässer umher, wenn du dir auch oben an Deck die Sonne auf die Haut scheinen lassen könntest?“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schnaufte nur leise. <i>„Da muss schon mehr kommen als so ein kleiner Schlag gegen den Kopf.“</i> Der Stuhl war trotzdem ihr Feind! Nur... dass er bei ihrer nächsten Begegnung vermutlich nicht mehr als ein glitschiges Stück Treibholz sein würde. Schade drum. Dafür hatten sie ja nun den Dunkelhaarigen, der in diesem Moment bei ihr war, sowie die zwei weiteren Gefangenen und die Marinetypen bei sich. Vielleicht fand sich da ja ein Stuhlersatz. Sehr wahrscheinlich sogar. Die nächste Frage besagter Gesellschaft ließ Shanaya leicht die Nase rümpfen, was dann in ein weiteres Lächeln und ein kurzes Zucken der Schultern überging. <i>„Ich mache mir meine zarten Mädchenhände einfach viel zu gerne schmutzig.“</i> Ein Blick zur Seite. <i>„Dieses Schiff braucht eine Generalüberholung – und ich bin nicht der Typ, der sich faul in eine Ecke setzt und andere die Arbeit machen lässt.“</i> Außerdem... machte sie das selbst viel lieber. Dann wusste sie wenigstens, das es richtig gemacht wurde. </font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Ein Prinzesschen war sie also nicht – Farley fand das sehr sympathisch. Anscheinend ging sie die Dinge pragmatisch an und war jemand, der zupackte. In den letzten Monaten hatte er viel zu viel mit diesen wohlerzogenen Damen zu tun gehabt, die ein Fass nicht mal ansehen würden. Die Hände der Schwarzhaarigen waren ihm da wesentlich lieber – nun, zumindest bis jetzt. Er wusste ja nicht, was sie mit ihren Händen sonst noch so anstellte, von irgendwelchen Schiffen in die Luft jagen mal abgesehen. Er hob dennoch – gespielt verblüfft – die Augenbrauen in die Höhe und lächelte amüsiert. <i>„So so“</i>, sagte er nur, ohne es wirklich böse zu meinen. Aber die Zweideutigkeit ihrer Worte konnte er einfach nicht ignorieren – das ließ seine lose Zunge nicht zu. Dafür hätte sie es einige Augenblicke später fast geschafft, ihm ein schlechtes Gewissen zu verpassen. Da er das aber schon vor vielen Jahren abgelegt hatte, schrammte sie knapp an einem Erfolg vorbei. Farley schaffte es, ihre Bemerkung über faul in der Ecke Sitzende nicht auf sich zu beziehen. Stattdessen folgte er ihrem Blick und nickte bedächtig. Er hatte die größeren Schäden gesehen, obwohl er kein Interesse daran hatte, beim Flicken zu helfen. Schiffe hatten die dumme Angewohnheit aus Holz zu bestehen – und von der Arbeit mit diesem Rohstoff würde er sich so weit wie möglich fernhalten. <i>>„Und abgesehen von losen Fässern und Löchern im Rumpf, was würdest du noch auf Vordermann bringen?“</i> Er hatte ein Grundwissen, was Schiffe anging, aber er war nie ein wirkliches Crewmitglied gewesen. Das Mädchen dagegen – er erinnerte sich nicht einmal an ihren Namen – schien sich recht gut auszukennen. Vielleicht konnte sie ihm helfen ein Mittel gegen seine Langeweile zu finden.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya beobachtete aufmerksam die Regung in der Mimik des Mannes. Er machte jedenfalls nicht den Anschein, als würde er gleich aufspringen und ihr helfen. Aber das kümmerte sie nicht – wie gesagt, machte sie es sowieso lieber selbst und allein. Zwei Hände mehr hätten ihr vermutlich nicht viel geholfen. Sein kurz gehaltener Kommentar ließ sie nur kurz eine Augenbraue heben. Immernoch keine Regung, sich zu erheben. Also wandte die Dunkelhaarige sich einer Kiste zu, die schräg auf einer anderen stand. Mit einem kräftigen Schub stand sie wieder gerade, während Shanaya der Stimme hinter sich lauschte. <i>„Oh, vielleicht die Manieren der Männer? Die Dummheit der Menschheit? Ich habe leider eine große Auswahl.“</i> Eine Hand klopfte noch einmal gegen die Kiste, das Lächeln schwang aber in ihrer Stimme mit. <i>„Aber beim Schiff ist die Auswahl genauso groß. Aber für das Meiste fehlt uns Holz... es gibt genug Löcher zu stopfen, Segel zu flicken... Solltest du also bei uns bleiben, wird dir sicher nicht langweilig.“</i></font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Ihre Antwort verwirrte ihn ein wenig, bis er dahinter kam, dass er nicht explizit nach dem Schiff gefragt hatte. Er schmunzelte kurz bei ihrer Antwort. <i>„Ich wäre fast versucht zu sagen, wenn du einem Mann Manieren beibringst, wird er zur Frau. Aber das wäre eine glatte Lüge – es gibt Frauen, die sind sehr viel schlimmer.“</i> Das Fehlen an Manieren machte sich bei den Damen nur anders bemerkbar. Welche Weise an Ungehobeltheit man nun schlimmer fand, durfte jeder gerne für dich entscheiden. Allerdings hatte Farley befürchtet, dass sie Holzarbeiten am Schiff vorschlagen würde. Als sie Segel flicken hinzufügte, seufzte er ein wenig resignierte. Er nahm den Arm von seinem Bein, steckte das angewinkelte nun auch noch aus und lehnte sich mit angewinkelten Ellenbogen nach hinten, sodass er nun lässig auf der Stufe lehnte. Ihm war bewusst, dass er damit noch fauler wirkte. Aber sie wirkte nicht wirklich, als hätte er ihr helfend zur Hand gehen können. Wahrscheinlich würde sie ihn nach zwei Minuten fauchend davonjagen. <i>„Das bezweifle ich. Meine Finger sind eher in anderen Dingen... geübt.“</i> Er verzichtete auf eine genauere Erklärung und beobachtete sie weiter interessiert bei ihrem geschäftigen Treiben. <i>„Ich könnte dir dabei helfen. Aber du siehst aus, als würdest du es gut alleine hinbekommen.“</i> Und das war das höflichste, sowie erste und letzte Hilfsangebot, dass er ihr machen würde.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya blickte sich suchend in dem spärlich beleuchteten Raum um, ohne den hellen Blick dabei zurück zu dem Mann zu werfen. Seine Worte ließen sie jedoch inne halten, den Kopf überlegend zur Seite geneigt. „Wir sind dabei aber so zuckersüß, dass uns niemand böse sein kann.“ Sagte sie, die den Großteil der weiblichen Menschheit am liebsten einfach los wäre. Diese ganzen kleinen Püppchen, die sich ihr Kleidchen nicht dreckig machen wollten. Shanaya schauderte, richtete den blauen Blick dann doch kurz zurück, als der Dunkelhaarige seufzte, seine Position änderte. Aber er blieb sitzen, sprach dann weiter. So? In anderen Dingen? „Solche, die dich auf die Morgenwind gebracht haben? Oder möchtest du in die Schublade 'Grabscher' gesteckt werden?“ Eine Augenbraue gehoben musterte sie den Mann mit einem vielsagenden Grinsen. Seine Wahl. Seine Haltung machte jedoch seine Einstellung zu seinem eigenen Angebot deutlich. „Da ich deine Arbeit eh kontrollieren würde, kannst du auch gleich sitzen bleiben.“ Mit einem Fuß schob sie junge Frau eines der Taue zur Seite, verzog die Lippen zu einem leichten Grübeln. „Aber du kannst die Hühner füttern, sollte dich doch der Arbeitsmut überkommen.“<br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Er lachte leise bei ihrer Antwort. <i>„Nun, wer sagt dir, dass ich nicht fürs Grapschen verhaftet wurde?“</i> Farley kannte durchaus Leute, die für eine falsche Berührung an ihren Frauen einen Krieg anzetteln würden. Deshalb war die Annahme gar nicht so furchtbar daneben, aber er ging davon aus, dass die Schwarzhaarige sehr wohl wusste, was er meinte. <i>„Aber im Endeffekt ist es mir egal, in welche Schublade du mich steckst – oder irgendjemand anderes auf diesem Schiff. Oder sonstwo in irgendeiner der sieben Welten. Das macht das Leben einfacher.“</i> Er richtete sich wieder auf und – oha – erhob sich schließlich sogar gänzlich. Für einen Moment schien er noch zu überlegen, ob er sich wirklich zum Hühnerfüttern überreden lassen sollte. Doch was hatte er schon sonst zu tun? Und immerhin waren diese Tiere dafür da ihn zu ernähren. Also was sollte es schon schaden. Ohne ein weiteres Wort an das Mädchen zu richten, ging Farley zu den Tierpferchen herüber und blickte sich um. Als er einen Eimer entdeckt hatte, dessen Inhalt verdächtig nach körnigem Hühnerfutter aussah, griff er danach und ließ die Hand hineingleiten. Es war lange her, dass er ein Haus versorgt und Tiere gefüttert hatte.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya schmunzelte über die Widerworte des Mannes, zuckte aber erneut nur leicht mit den Schultern. Ihr war egal, wofür er auf diesem Schiff gelandet war. Genau wie bei den zwei Anderen. Wer hatte schon eine weiße Weste? Vermutlich niemand, auch nicht die ach so hohen Marinehunde. Und so lange er seine Hände bei sich behielt... Und es war ihm egal, was andere von ihm dachten. Immerhin ein Pluspunkt, er fing also nicht das Speichellecken an, um nirgends anzuecken. Zumindest würde sich das noch zeigen, er konnte ja viel erzählen... „Dann bin ich gespannt, wie du dich machst.“ Und das war sogar ernst gemeint – wenn er auf der Sphinx blieb. Wenn er beim nächsten Hafen eilig vom Schiff sprang... nun, sie würde sein Gesicht vermutlich schnell vergessen können. Aber dann erhob er sich tatsächlich auf ihre Worte hin – und allein diese Tatsache ließ Shanayas Grinsen ein ganzes Stück breiter werden. So einfach war das. Trotzdem beobachteten ihre blauen Augen die Bewegungen des Mannes missstrauisch, bis er nach dem Eimer griff und sich daran machte, die Federviecher zu versorgen. Wer wusste schon, ob er die Chance – hier unten mit ihr allein – nicht nutzen würde. „Man muss die also nur direkte Anweisungen geben. Gut zu wissen...“<br />
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<font color=#5f9ea0>Dafür, dass er das schon einige Jahre nicht gemacht hatte, stellte er sich gar nicht so dumm an. Mit einer flinken Handbewegung hatte Farley die Tür zum Käfig geöffnet und eine handvoll Futter in zum Federvieh geworfen, das sich laut krakeelend darüber hermachte. <i>„Das Leben ist zeitsparender, wenn man direkt ist. Abgesehen davon...“</i> , er wiederholte das Spiel mit dem Futter, <i>„kommt es auf die Anweisung an.“</i> Farley schloss die Tür rasch wieder, er hatte keine Lust einem der Hühner hinterherjagen zu müssen, wenn es entwischte. Wobei das immerhin Abwechslung gebracht hätte. Der junge Dieb malte sich in Gedanken aus, wie die Schwarzhaarige gemeinsam mit ihm ein flinkes, widerspenstiges Federvieh zwischen der Brig und den Fässern umherjagte. In seinem Kopf gab das ein nicht allzu schlechtes Bild ab. <i>„Und du? Wie gibt man dir am besten Anweisungen? Indem man sich befreien und dann vier Tage kaum blicken lässt?“</i> Es war natürlich eine Anspielung auf den offensichtlich neuen Kapitän, den aber kaum eines der Crewmitglieder zu kennen schien. Eine sehr seltsame Konstellation.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya beobachtete still, wie der Dunkelhaarige sich mit den Hühnern beschäftigte. Die freuten sich natürlich, kein Wunder, wenn man sonst nicht wirklich etwas zum freuen hatte. Nicht einmal Tageslicht. <i>„Gut zu wissen, dann beobachte ich einfach, welchen Anweisungen du folgst, und welchen nicht.“</i> Mit munterer Miene trat die junge Frau nun zu einem Netz, das dreckig und löchrig von einem Stapel Kisten hinab hing. Eine schnelle Bewegung und zumindest ein Teil des Drecks fiel auf die Planken. Während der Mann die Käfige schloß – ein Geräusch, das Shanayas Blick noch einmal herum wandern ließ. Bei seiner Frage hob sie zuerst eine Augenbraue, konnte sich ein Lachen dann aber nicht verkneifen. <i>„Eher nicht. Aber mir Anweisungen zu geben ist sowieso Glücksspiel. Ich tue Nichts, was ich für dumm halte. Und ob ich auf die Anweisungen diesen Herren höre, zeigt sich, wenn er das Versteckspiel beendet hat.“</i></font><br />
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<font color=#5f9ea0>Farley hatte sich mittlerweile wieder umgewandt, ließ die Hühner gackern und stellte den Eimer dorthin zurück, wo er ihn gefunden hatte. Wahrscheinlich wäre es auch noch nötig gewesen, den Käfig des Federviehs einmal sauber zu machen, aber dazu wäre er auf Hilfe beim Umsiedeln des Viehzeugs angewiesen - und er hatte wahrlich keine Lust nach Hilfe zu fragen. <i>„Ein wahrlich gepflegtes Schif“</i>, kommentierte er das löchrige Tau und den herabfallenden Dreck etwas spöttisch. Dann schob er sich mit der Hand eine Haarsträhne aus dem Gesicht hinter das Ohr, bevor er sich umblickte und einen alten Besen entdeckte. Während die Schwarzhaarige noch mit dem Netz beschäftigt war, ging Farley an ihr vorbei und schnappte sich den Stielknecht und begann den Dreck zusammenzukehren. Ungefragt, nur um das festzuhalten. <i>„Ein ziemlich seltsames Verhalten jemanden zum Captain zu erklären, der die Crew nicht unter Kontrolle hat“</I>, stellte er fest.<br />
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<font color=royalblue>Shanaya schüttelte das Netz noch ein bisschen hin und her, schnaufte leise über die Löcher darin. So viel zu tun... aber wenigstens konnten sie sich jetzt darauf konzentrieren. Und so schnaufte sie nur über die Worte des Mannes. <i>„Es hat schon bessere Tage gesehen, ja. Aber gib uns ein bisschen Zeit... dann erstrahlt sie in neuem Glanz.“</i> Einen kurzen Moment verlor sich ihr Blick in der Dunkelheit, die nur von den zwei flackernden Laternen gebrochen wurde. Sie war sich sicher, dass die Sphinx dann ein wunderschönes Schiff sein würde. Das Geräusch, das schließlich hinter ihr erklang, ließ die Dunkelhaarige den Kopf herum drehen, und beinahe etwas überrascht beobachtete sie die Bemühung des Mannes. <i>„Du willst es dir hier also doch häuslich einrichten?“</i> Sie grinste munter, dachte nicht lange über eine Antwort auf seine nächsten Worte nach. <i>„Nach so einer langen Zeit in solcher Gesellschaft und zu solchen Bedingungen... ich kanns ihm nicht verübeln, auch wenn ich es nicht unbedingt klug finde. Aber das wird schon, wenn er wieder auf den Beinen ist. Sonst wäre ich längst nicht mehr hier.“</I></font><br />
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<font color=#5f9ea0>Er erwiderte ihr Grinsen mindestens ebenso breit, als er kurz aufhörte und sich an den Besenstiel lehnte. „Nicht doch, ich will dir nur helfen deinen verrückten Traum vom hübsch glänzenden Schiff zu erfüllen“, er schüttelte amüsiert den Kopf und fuhr fort den Dreck zusammenzukehren. Das Kopfschütteln galt übrigens nicht nur ihrer Idee vom makellosen Rumpf und von Segeln ohne Löcher. Auch ihre Erklärung was den neuen Anführer der Crew anging, überzeugte ihn nicht wirklich. <i>„Wohin wärst du denn verschwunden? Hättest du den bösen Stuhl zu Kleinholz verarbeitet und dich dann von der Marine aus dem Meer fischen lassen?“</i> Ebenfalls ein irgendwie amüsanter Gedanke – allerdings erschien er ihm doch etwas abwegig.</font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya hob leicht den Kopf etwas an. <i>„Sehr edel von dir.“</i> Auch wenn ihr erst einmal wichtiger war, dass das Schiff sicher fuhr – und nicht irgendwann mitten auf dem Ozean einfach durchbrach und in die Tiefen versank. Aber ohne Materialien dafür... <i>„Du weichst geschickt diesem Thema aus, ob du auf der Sphinx bleibt.“</i> Ein weiterer Blick galt dem Mann, ehe sie mit einem gezielten Tritt eine alte Flasche zur Seite beförderte. Und dann folgte ein leises Brummen. Wie er sich an diesem Stuhl festbiss! Das Netz noch immer in der Hand bewegte sie sich nun zu einer Kiste, die sie mit einem Fuß aufstieß. <i>„Ich hätte gar nicht erst mit zur Rettungsaktion kommen müssen. Aber was wäre ich für eine Piratin, die sich solch ein Abenteuer entgehen lassen würde? Und da ich Talins Fähigkeiten und Einstellungen kenne... Da mache ich mir also keinerlei Gedanken.“</i> Damit beförderte sie das Netz in die offene Kiste und blickte sich suchend um. </font><br />
<br />
<font color=#5f9ea0>Oh, mehr Dankbarkeit bekam er nicht für seine Edelmütigkeit. Undankbar wie immer, diese Frauen. Auf ihre Feststellung hin kniff er jedoch nur die Augen ein wenig zusammen und lächelte verschmitzt. <i>„Wir sind heute aber sehr scharfsinnig, was?“</i> Tatsächlich hätte er ohnehin nicht gewusst, was er ihr hätte antworten sollen. Sicher konnte er bereits jetzt planen, wie er sich vom Schiff winkend verabschiedete und sie sich alle nie wieder sehen würden. Aber was würde ihm das nützen? Es würde sicher eine Weile dauern, bis der Rumpf repariert war und sie den nächsten Hafen anlaufen würden. Bis dahin war er ohnehin auf dieses Schiff und diese Crew angewiesen. Farley schob den letzten Dreck zusammen und blickte sich nach mehr Arbeit um, doch auch die Schwarzhaarige schien für einen Moment unsicher, was sie tun sollte. Also lehnte er sich wieder leicht auf den Besenstiel und blickte sie eindringlich an. <i>„Also ist es sie, der du vertraust und folgst.“</i> stellte er fest. Es war keine Frage.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya pustete sich bei den Worten des Mannes eine lockere Strähne aus der Stirn. „Mit diesem Scharfsinn wirst du dich wohl anfreunden müssen. Der wird dir öfter begegnen.“ Sie gab ihm noch einen Moment Zeit, wog den Kopf dann wissend zur Seite. <i>„Aber deine kleine Feststellung ist da auch keine Antwort drauf.“</i> Ausweichen war bei ihr keine Option, selbst wenn die Antwort sie nicht unbedingt brennend interessierte. Aber das Prinzip! Ihr Gegenüber höre jedenfalls auf zu fegen, und sie erwiderte seinen Blick mit vollkommen ruhiger Miene. <i>„So kann es auch sehen. Aber... wie schon gesagt habe ich keine Zweifel an seinen Fähigkeiten. Und sollte das doch nach hinten losgehen, steht mir die Welt offen.“ </i></font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Geschmack von Wolken]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=495</link>
			<pubDate>Thu, 23 Nov 2017 09:26:51 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=495</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Der Geschmack von Wolken</div>
<font size=1>Mittag des 19. März 1822<br />
Greo & Shanaya Árashi</font></center><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya verzog die Lippen zu einer grübelnden Miene. Die Kopfschmerzen machten nun den ganzen Morgen schon Pause, und die musste man nutzen. So hatte Shanaya sich früh genug aus der Koje begeben, hatte sich zuerst um Kleinigkeiten gekümmert und stand nun vor einem Haufen Taue, Netze und was sich darin noch verworren hatte. Wie das zu Stande gekommen war wusste sie nicht. Aber es hatte in einer Ecke auf dem Deck gelegen – und nun war es an sie geraten. Im Schneidersitz saß die junge Frau auf den Planken, hob ein paar verknotete Seile an, wedelte sie hin und her. Sie konnte jedoch noch keinen Anfang und kein Ende sehen. Also schnaufte sie leise, fing einfach an, an einem der Taue zu ziehen. Irgendwann würde schon ein Ende in Sicht sein. </font><br />
<br />
<font color=dimgray> Seine Handflächen schmerzten, als er sich an Deck schwang. Er löste die Sicherungsleine, mit der er sich an Bord gekettet hatte, falls der Bugspriet ihn wütend von sich weg ins Meer geschleudert hätte. Greo war ein leidlich guter Schwimmer, aber bei Fahrt und mit der geschundenen Mannschaft an Deck, wollte er ihnen kein Mann über Bord Manöver zumuten. Er steckte den Hammer an seinem Gürtel um und kramte mit kleineren Werkzeugen zum Holzbearbeiten herum, während er sich über das Deck bewegte und auf Shanaya zukam, die… was auch immer tat. Greo hielt inne und kräuselte wie in dunkler Vorahnung die Stirn. <i>„Was soll das denn werden?“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya lauschte zuerst nicht auf die Geräusche in ihrer Umgebung, bis sie glaubte, darin Schritte zu hören. Sollte sie wohl reagieren? Es bestand ja immerhin die Möglichkeit, dass es irgend jemand war, der kein Interesse an dem hatte, was sie tat. Dieser Gedanke wechselte jedoch, als sie eine inzwischen mehr als bekannte Stimme vernahm. Ein lautes, übertrieben langes Seufzen folgte, ein dramatisches Zucken der Schultern. <i>„Du Banause erkennst keine echte Kunst, wenn du sie direkt vor der Nase hast, oder?“</i> Mit leicht zusammen gekniffenen Augen wandte sie den hellen Blick zu dem Mann, musterte ihn einige Herzschläge, ehe sie sich wieder an das Gewirr aus allem möglichen wandte. <i>„Ich hab' es in einer dunklen Ecke gefunden und dachte, ich adoptiere es Mal!“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Jedes Mal, wenn er Shanaya traf, schwankte er zwischen Sympathie, Faszination und einer gewissen Vorsicht, sie könne nicht ganz zurechnungsfähig sein. Bisher hatte sie sich ihm gegenüber stets verwirrend, spitzzüngig, aber doch recht freundlich gegeben. Greo hielt sich ganz gerne in ihrer Nähe auf, weil es dann was zu lachen gab, andererseits konnte sie auch… nun, strapazierend sein. Doch es schadete ja nicht, jemanden etwas besser kennen zu lernen und die eigene Meinung zu überdenken? Greos Mundwinkel zuckten, dann folgten seine Schultern. <i>„Bauernkind, hast du das vergessen?“</i>, erwiderte er und trat näher. <i>„Adoptierst öfter mal was, das aus ‘ner dunklen Ecke kommt, was?“</i>, fragte er dann und musterte sie frech. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanayas Mundwinkel verzogen sich bei der Antwort des Mannes zu einem breiter Grinsen. <i>„Da lernt man Kunst natürlich nicht zu schätzen, das verstehe ich.“</i> Mit eben diesem Lächeln musterte sie den Dunkelhaarigen nun. Sie saß auf dem Deck, und der sowieso schon riesige Abstand zu ihm wurde so nur noch einmal um ein vielfaches angehoben. <i>„Wie groß bist du eigentlich? Schmecken die Wolken süß oder eher salzig?“</i> Noch einmal nahm ihr Gesicht eine etwas nachdenkliche Miene an, sie wog den Kopf zur Seite und lachte bei seinen nächsten Worten munter auf. <i>„Oh, wenn du noch jemanden suchst, der dich adoptiert... ich habe sicher noch einen freien Platz in meinem endlos großen Herzen frei!“ </i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Oh, doch, er wusste Kunst zu schätzen. Es war eine herausragende Kunst einen Bullen auf den Rücken zu befördern und ihn innerhalb weniger Augenblicke seiner Testosteronfreunde zu entledigen. Das war Sport und Kunst zugleich. Er behelligte Shanaya darüber aber nicht, irgendwie hatte er das vage Gefühl, dass Stierhoden kein geeignetes Gesprächsthema mit einer Dame waren. Obwohl… Dame war, wie er sie einschätzte, ein Begriff, den sie aus ihrem Wortschatz gestrichen hatte. Mit geschürzten Lippen konzentrierte er sich auf die Richtung, die sie ihrer Konversation gab. <i>„Schmeckt nach schlechtem Witz und abgestandenem Fett, danke.“</i> Er schmunzelte leicht. <i>„Ich bin sicher, da habe ich schon einen Platz.</i>“, behauptete Greo wagemutig, <i>„Du hast mich immerhin an Deck gebracht warst bisher sehr anständig zu mir.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya richtete die blauen Augen nun ganz zu Greo herum, grinste ihm auf seine Antwort hin amüsiert an. <i>„Uh, scheint ja nicht sehr lecker zu sein. Dann bleibe ich lieber hier unten.“</i> Sie zog leicht eine Augenbraue in die Höhe, blinzelte dann aber im nächsten Moment. So, den hatte er schon? Verdammt, er hatte vermutlich sogar Recht! Sie wog also den Kopf von einer zur anderen Seite, als müsse sie über die nächste Antwort einen Moment nachdenken. <i>„Hmm, meinst du? Du tust meine Fragen als schlechte Witze ab. Ich weiß nicht, ob ich das gutheißen kann!“ </i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Greo lachte nur. <i>„Wahrscheinlich nicht, aber solange du mich nicht im Schlaf meuchelst, ist alles gut und ich werde nicht klagen.“</i> Er ging in die Hocke und nahm sich der Taue an, die in höhnischer Unordnung dalagen. Da hatte aber jemand nicht ordentlich gearbeitet. So etwas Dummes, dachte Greo, Die hatten ordentlich aufgeschossen zu sein, was, wenn einer ihrer Verfolger kam und sie schnell handeln mussten? Was, wenn ein Knoten sie behinderte? Greos zerschrammte Hände suchten in dem Haufen Chaos. <i>„Wäre außerdem langweilig, wenn dir jeder in allem zustimmte. Oder möchtest du sogar, dass alle nach deiner Pfeife tanzen?“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya grinste verheißungsvoll. <i>„Dann pass auf, dass ich nicht in der Nacht an deiner Hängematte stehe...“</i> Sie wechselte in einen leisen Flüsterton. <i>„Unfälle passieren, Greo...“</i> Das Grinsen auf ihren Lippen blieb und als der Mann in die Hocke ging – keine Wolken mehr, die er probieren konnte – beobachteten die blauen Augen aufmerksam, was er tat. Sein Ziel war der Haufen vor ihr. <i>„Oh Gott, bloß nicht. Ich bin froh, wenn ich Mal Gegenwind bekomme. Viel zu viele lassen sich von einer selbstbewussten Frau einschüchtern und robben sich durch den Dreck, um anderen zu gefallen. Also bei mir erreicht man viel mehr, wenn man nicht zu allem ja sagt, was ich sage. Jemand ohne eigenen Willen braucht sich nicht um mich zu bemühen.“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Er warf ihr einen Moment lang einen intensiven Blick zu. Arggh, gruselig. Greo sah sie schon vor seinem inneren Auge vor ihrer Hängematte stehen, die ferne Reflexion des Öllichts auf ihrem Messer reflektierend und mit glänzend gebleckten Zähnen. Unfälle passieren, Greo… Diese Vorstellung würde ihn ab sofort ein Leben lang in seinen Fieberträumen begleiten. Er riss den Blick resigniert von ihr los und zerrte ein Tauende aus dem Haufen. Kurz darauf folgte ein kurzes Grunzen tief aus seiner Kehle. <i>„Sich um dich bemühen, ja?“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya beobachtete das Gesicht des Mannes und damit wurde ihr Grinsen nur noch ein wenig breiter. Was gerade wohl in seinem Kopf vor sich ging? Sie hätte es zu gern gewusst. Aber er schwieg darüber und so konnte sie sich ihren Teil dazu denken. Das musste sie sich unbedingt merken! So strich sie sich nur die Haare nach hinten, tat es dem Mann gleich und griff nach einem Stück des Netzes, versuchte es irgendwie zu entwirren. <i>„Es gab schon genug Menschen in meinem Leben, die das versucht haben. Leider scheine ich oft genug Idioten anzuziehen. Und du kamst mir ab dem ersten Moment nicht wie ein Idiot vor.“</i> Damit galt dem Mann ein erneutes Grinsen. </font><br />
<br />
<font color=dimgray> Greo ließ sich auf seine vier Buchstaben sinken und zog das Tau über seine Knie, langsam und bedächtig der Form folgend und behutsam ziehend, um zu prüfen, wo es festhing. <i>„Gewagte Aussage, die sich nicht bestätigen muss.“</i> Er ließ seine Augenbrauen den Bruchteil einer Sekunde Richtung Haaransatz tanzen und ein hauchzartes Grübchen senkte sich in seine Wange. <i>„Ich bin vielleicht kein Idiot, aber auch nicht die hellste Kerze am Leuchter. Also warte ab.“</i> Mit einem Schwung löste er einen halben Meter und fügte ihn drehend der Schlinge zu, die er aus dem befreiten Tau machte. <i>„Mal abgesehen davon, wie alt bist du, sechzehn? Siebzehn? Da triffst du noch so einige Menschen. Die können ganz anders sein, als auf dem kleinen Universum Heimatinsel. Intriganter. Undurchschaubarer. Idioten, die das gut verbergen können.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya ließ den Mann für einen Moment nicht aus den Augen, schnaufte über seine Worte nur leise, ein Reaktion, die sie bei seinen nächsten Worten unterdrückte. <i>„Ein Idiot ist nicht unbedingt dumm... dabei geht es mir viel mehr um das Verhalten von Jemandem. Und eben da bist du weit von 'Idiot' entfernt.“</i> Punkt, damit musste er leben! Diese Sicherheit sprach deutlich in ihrer Stimme, duldete keinen Widerspruch. <i>„Ich bin auf alles gefasst, was da noch kommen mag. Die meisten unterschätzen mich eh und fallen dann auf die Nase.“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Er nahm ihre Erklärung mit einem milden Gesichtsausdruck entgegen und überlegte sich genau, ob er sich auf eine tiefere Diskussion diesbezüglich einlassen wollte. <i>„Ja, schon. Ein Idiot ist doch immer an seinem Verhalten erkennbar. Ob dumm oder nicht, das schließt beides mit ein. Alles, was ohne Vernunft handelt. Die Dummen kann man leichter ertragen, denn sie tun es nicht mit Absicht.“</i> Er nahm einen Teil von dem Netz, an dem sie gearbeitet hatte. <i>„Dann hoffe ich, dass du nicht die anderen unterschätzt und damit nicht auf die Nase fällst.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya friemelte einen kleinen Knoten aus einem der dünnen Seile, während ihr blauer Blick immer wieder zu Greo huschte, auf seine Reaktion wartend. Hmm... <i>„Da kommt es auf die Situation an... Manches kann man verzeihen – anderes nicht.“</i> Sie nickte, stimmte sich selbst damit noch einmal zu. Aber Greo wirkte bei weitem nicht wie jemand, den sie als 'dumm' bezeichnet hätte. Ganz im Gegenteil. <i>„Ich doch nicht. Und selbst wenn, ich komme schnell wieder auf die Beine.“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Ihre erste Bemerkung ließ er unkommentiert, denn er wusste nicht allzu viel von ihr und wollte sich nicht erlauben, über ihre bisherigen Erfahrungen ein Urteil zu fällen. Sein eigenes Leben betrachtend war ihm klar, dass man Erlebnisse und Eindrücke unterschiedlicher Personen eigentlich nur schwerlich miteinander vergleichen konnte. Einen Moment war er in die Arbeit mit dem Netz vertieft und beobachtete kurz ihre feinen Finger bei der Arbeit. Bei Gott, das war sicher kein Landei mit Männerhänden. <i>„Wie eine Katze, ja?“</i> Er schob sich den Hut in den Nacken und gönnte seinen wild abstehenden Haaren eine wenig Freigang. <i>„Wo kommst du noch gleich her?“</i> Das war eine recht unverblümte Frage und natürlich stand es ihr offen darauf zu antworten. Greo bohrte schließlich auch nicht im Tonfall einer Klatschbase nach, sondern klang recht neutral. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya fand ihre eigene Reaktion auf den Mann ziemlich amüsant. Er war nicht einer von diesem typischen Gesocks, bei ihm hatte man nicht das Gefühl mit einer leeren Tüte zu sprechen. Er hatte seine eigene Art – und die Schwarzhaarige war froh darüber, an so jemanden geraten zu sein. Während sie also weiter die kleinen Knoten lockerte, lachte sie bei dem Vergleich des Mannes auf. <i>„So in etwa. Mir fehlt nur der Schwanz. Das süße Stubsnäschen habe ich.“</i> Und um genau das zu verdeutlichen wackelte sie locker mit ihrem Riechorgan, biss sich dann bei der nächsten Frage auf die Zungenspitze, ohne davon etwas nach außen dringen zu lassen. <i>„Yvenes,“</i> gab sie dann in ruhigem Ton von sich. Auch wenn sie den Mann wirklich mochte, mehr musste er dazu nicht wissen. <i>„Eine Insel voller Händler, Idioten und Leuten die glauben, sie könnten es zu etwas bringen.“</i> Und in den Adel aufsteigen. Ihre 'Familie' zum Beispiel. <br />
<br />
<font color=dimgray> Ihr Selbstbewusstsein hatte etwas von einer wabernden Aura, die bei jedem selbstglorifizierenden Wort aus ihrem Mund aufleuchtete und sich ausbreitete, um alles um sich herum zu überstrahlen. Dieses kleine Weibsstück war ein Phänomen. Greo sah sich in seiner Annahme bestätigt, dass sie gleichermaßen vertrauenserweckend und verstörend war. Er machte eine versöhnliche Miene und verschwieg, dass sie wahrscheinlich mehr von einer Katze hatte, als ihr lieb war. Langsam nickte er. <i>„Ah, ja, da war ich mal.“</i> Was für eine Überraschung. „Leider gibt’s diese Typen überall, aber man lernt damit zu leben.“ Und durch sämtliche Welten zu reisen, schoss ihm noch durch den Kopf, aber das sagte er nicht. <i>„Ich weiß ja nicht, wo du sonst noch so warst… aber es gibt auch viele wundervolle Flecken Erde. Und Meer. Je nachdem. Und ganz nette Menschen, die dort leben.“</i> Er überlegte kurz. <i>„Na ja. Am schönsten ist’s aber da, wo keiner ist.“</i> Etwas grumpig geworden riss er plötzlich an dem Tau und fiel hintenüber, als es sich aus seiner Sperrung löste und ihm entgegenschnellte.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya dachte einen Moment an ihre Heimat, dem Ort dem sie so dringend hatte entfliehen wollen. Und nun war sie seit wenigen Wochen nicht mehr dort – und stellte mit jedem Tag fest, dass es die beste Entscheidung gewesen war. Auch wenn sie nur mehr oder weniger freiwillig gewesen war. Greo erzählte weiter und die Schwarzhaarige konnte ein leises Seufzen nicht unterdrücken. Ja, die gab es überall. Mann musste Idioten nicht suchen, es gab so viele, dass sie von allein auftauchten und zu einem kamen. <i>„Darauf bin ich gefasst und hoffe einfach, dass keine größeren Unfälle dieser Crew beitreten. Sonst muss ich sie leider vergraulen.“</i> Und das war nicht einmal ein Scherz. Die Marinetypen zum Beispiel. <i>„Deshalb bin ich hier, weil ich genau diese Flecken erkunden will. Jeden von ihnen.“</i> Seine letzten Worte wollte sie noch kommentieren, aber dann musste sie über den Anblick des Mannes lachen. <i>„Wie war das mit der Kerze?“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Die Formulierung der größeren Unfälle gefiel ihm und ließ ihn kurz lächeln. Er blieb ein wenig auf dem Rücken liegen und starrte in die Segel über sich. Er beobachtete die Linien des Tuches, das sanfte Wölben durch den Wind und lauschte dem Knarren des Guts. Etwas knurrend kam er wieder ins Sitzen und warf ihr einen Blick aus zusammengekniffenen Augen zu. <i>„Du, du, verwende meine Worte nicht gegen mich, das kann ich auch ganz gut.“</i> Das würde sie schon irgendwann wieder Retour bekommen. <i>„Gibt’s einen Ort, den du besonders gerne sehen möchtest?“</i>, schwang er sich wieder zu dem anderen Thema zurück und widmete sich wieder – wie es so immer seine Art war – der Arbeit.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya grinste munter in Greos Richtung, auch wenn er dies vermutlich aus seiner Position nicht sehen würde. Aber er blieb liegen und so richtete sie den Blick wieder auf das Chaos vor ihr, packte sich den nächsten Knoten und erkannte langsam ein Ende des Taus. Na also! Auch als sie aus den Augenwinkeln erkannte, wie der Riese sich wieder aufrechter hinsetze ließ die junge Frau die Aufmerksamkeit, wo sie war, lachte nur leise auf. <i>„Das war schon meine Rache genau dafür. Wir sind also quasi quitt. Alles, was du mir jetzt antust kriegst du auch zurück.“</i> Ein sehr kurzer, verschwörerischer Blick. <i>„Hm, nicht unbedingt. Ich will von jedem Ort, an dem ich war, eine Karte anfertigen, aber ich habe keinen Ort, an den es mich besonders zieht. Ich genieße erst einmal die Freiheit des Meeres. Das ist schon viel wert. Und du? Es steckt doch irgendetwas dahinter, dass du dich hast auf ein Piratenschiff entführen lassen hast.“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Sie wusste, wie man mit Worten spielte – oh, das war gefährlich. Greo vermied es absichtlich sie anzusehen und in ihrem Treffer zu bestätigen. Aber ein innerliches Touché konnte er nicht verhindern. Zufrieden lauschte er ihren Worten und stellte sich vor, was für eine Mammutaufgabe sie sich da selbst gestellt hatte. Allerdings: wenn sie ihr Leben dem Meer verschworen hatte, wieso sollte sie sich diese Freude nicht geben? Sie würde allerlei sehen und die Karten konnten sehr hilfreich für verschiedene Belange sein. Er wollte soeben unhöflich sein und sie unterbrechen, um weiter auf die Karte einzugehen, als sie etwas sagte, dass ihn in seinem Vorhaben erfrieren ließ. Nicht nur ein Treffer. Versenkt. Es dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde, aber Greos Muskeln spannten sich mit einem Male an und zogen ihm unangenehm bis in den Nacken hinauf. Er spürte das Kribbeln bis in die Haarwurzeln. Seine Nasenflügel weiteten sich ein winziges, ganz winziges bisschen. Er zwang sich sofort wieder zur Lockerung seiner Position. Er brummte. Darüber sprach er eigentlich nicht, denn es war gesellschaftlich betrachtet nichts besonders – für ihn als Betroffenen aber schon. Ach, es war schon zu kompliziert darüber nachzudenken. <i>„Ja, ein paar Idioten.“</i>, sagte er und sah sie an. <i>„Wie du schon sagtest, die sind überall.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schmunzelte über die scheinbare Tatsache, dass er ihr still Recht gab. Jedenfalls kamen keine Widerworte – und das zählte sie ganz automatisch als einen Sieg für ihre Seite. Aber allgemein schien der Mann in diesem Moment eher schweigen zu wollen. Nur zu, sie konzentrierte sich umso mehr auf die Taue und Knoten. Und dann entschied er sich doch zu einer Antwort, die die Schwarzhaarige dazu brachte, die Augen von den Seilen zu heben. Sie erwiderte seinen Blick mit ruhiger Miene, wog den Kopf etwas zur Seite. Aber sie hackte nicht weiter nach, so wie er ihr ihre Antwort offen gelassen hatte. <i>„Ich beschütz dich vor den Idioten hier. Das bin ich dir schuldig.“</i> Damit grinste sie ihm doch wieder munter entgegen. </font>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Der Geschmack von Wolken</div>
<font size=1>Mittag des 19. März 1822<br />
Greo & Shanaya Árashi</font></center><br />
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<font color=royalblue>Shanaya verzog die Lippen zu einer grübelnden Miene. Die Kopfschmerzen machten nun den ganzen Morgen schon Pause, und die musste man nutzen. So hatte Shanaya sich früh genug aus der Koje begeben, hatte sich zuerst um Kleinigkeiten gekümmert und stand nun vor einem Haufen Taue, Netze und was sich darin noch verworren hatte. Wie das zu Stande gekommen war wusste sie nicht. Aber es hatte in einer Ecke auf dem Deck gelegen – und nun war es an sie geraten. Im Schneidersitz saß die junge Frau auf den Planken, hob ein paar verknotete Seile an, wedelte sie hin und her. Sie konnte jedoch noch keinen Anfang und kein Ende sehen. Also schnaufte sie leise, fing einfach an, an einem der Taue zu ziehen. Irgendwann würde schon ein Ende in Sicht sein. </font><br />
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<font color=dimgray> Seine Handflächen schmerzten, als er sich an Deck schwang. Er löste die Sicherungsleine, mit der er sich an Bord gekettet hatte, falls der Bugspriet ihn wütend von sich weg ins Meer geschleudert hätte. Greo war ein leidlich guter Schwimmer, aber bei Fahrt und mit der geschundenen Mannschaft an Deck, wollte er ihnen kein Mann über Bord Manöver zumuten. Er steckte den Hammer an seinem Gürtel um und kramte mit kleineren Werkzeugen zum Holzbearbeiten herum, während er sich über das Deck bewegte und auf Shanaya zukam, die… was auch immer tat. Greo hielt inne und kräuselte wie in dunkler Vorahnung die Stirn. <i>„Was soll das denn werden?“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya lauschte zuerst nicht auf die Geräusche in ihrer Umgebung, bis sie glaubte, darin Schritte zu hören. Sollte sie wohl reagieren? Es bestand ja immerhin die Möglichkeit, dass es irgend jemand war, der kein Interesse an dem hatte, was sie tat. Dieser Gedanke wechselte jedoch, als sie eine inzwischen mehr als bekannte Stimme vernahm. Ein lautes, übertrieben langes Seufzen folgte, ein dramatisches Zucken der Schultern. <i>„Du Banause erkennst keine echte Kunst, wenn du sie direkt vor der Nase hast, oder?“</i> Mit leicht zusammen gekniffenen Augen wandte sie den hellen Blick zu dem Mann, musterte ihn einige Herzschläge, ehe sie sich wieder an das Gewirr aus allem möglichen wandte. <i>„Ich hab' es in einer dunklen Ecke gefunden und dachte, ich adoptiere es Mal!“</i></font><br />
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<font color=dimgray> Jedes Mal, wenn er Shanaya traf, schwankte er zwischen Sympathie, Faszination und einer gewissen Vorsicht, sie könne nicht ganz zurechnungsfähig sein. Bisher hatte sie sich ihm gegenüber stets verwirrend, spitzzüngig, aber doch recht freundlich gegeben. Greo hielt sich ganz gerne in ihrer Nähe auf, weil es dann was zu lachen gab, andererseits konnte sie auch… nun, strapazierend sein. Doch es schadete ja nicht, jemanden etwas besser kennen zu lernen und die eigene Meinung zu überdenken? Greos Mundwinkel zuckten, dann folgten seine Schultern. <i>„Bauernkind, hast du das vergessen?“</i>, erwiderte er und trat näher. <i>„Adoptierst öfter mal was, das aus ‘ner dunklen Ecke kommt, was?“</i>, fragte er dann und musterte sie frech. </font><br />
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<font color=royalblue>Shanayas Mundwinkel verzogen sich bei der Antwort des Mannes zu einem breiter Grinsen. <i>„Da lernt man Kunst natürlich nicht zu schätzen, das verstehe ich.“</i> Mit eben diesem Lächeln musterte sie den Dunkelhaarigen nun. Sie saß auf dem Deck, und der sowieso schon riesige Abstand zu ihm wurde so nur noch einmal um ein vielfaches angehoben. <i>„Wie groß bist du eigentlich? Schmecken die Wolken süß oder eher salzig?“</i> Noch einmal nahm ihr Gesicht eine etwas nachdenkliche Miene an, sie wog den Kopf zur Seite und lachte bei seinen nächsten Worten munter auf. <i>„Oh, wenn du noch jemanden suchst, der dich adoptiert... ich habe sicher noch einen freien Platz in meinem endlos großen Herzen frei!“ </i></font><br />
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<font color=dimgray> Oh, doch, er wusste Kunst zu schätzen. Es war eine herausragende Kunst einen Bullen auf den Rücken zu befördern und ihn innerhalb weniger Augenblicke seiner Testosteronfreunde zu entledigen. Das war Sport und Kunst zugleich. Er behelligte Shanaya darüber aber nicht, irgendwie hatte er das vage Gefühl, dass Stierhoden kein geeignetes Gesprächsthema mit einer Dame waren. Obwohl… Dame war, wie er sie einschätzte, ein Begriff, den sie aus ihrem Wortschatz gestrichen hatte. Mit geschürzten Lippen konzentrierte er sich auf die Richtung, die sie ihrer Konversation gab. <i>„Schmeckt nach schlechtem Witz und abgestandenem Fett, danke.“</i> Er schmunzelte leicht. <i>„Ich bin sicher, da habe ich schon einen Platz.</i>“, behauptete Greo wagemutig, <i>„Du hast mich immerhin an Deck gebracht warst bisher sehr anständig zu mir.“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya richtete die blauen Augen nun ganz zu Greo herum, grinste ihm auf seine Antwort hin amüsiert an. <i>„Uh, scheint ja nicht sehr lecker zu sein. Dann bleibe ich lieber hier unten.“</i> Sie zog leicht eine Augenbraue in die Höhe, blinzelte dann aber im nächsten Moment. So, den hatte er schon? Verdammt, er hatte vermutlich sogar Recht! Sie wog also den Kopf von einer zur anderen Seite, als müsse sie über die nächste Antwort einen Moment nachdenken. <i>„Hmm, meinst du? Du tust meine Fragen als schlechte Witze ab. Ich weiß nicht, ob ich das gutheißen kann!“ </i></font><br />
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<font color=dimgray> Greo lachte nur. <i>„Wahrscheinlich nicht, aber solange du mich nicht im Schlaf meuchelst, ist alles gut und ich werde nicht klagen.“</i> Er ging in die Hocke und nahm sich der Taue an, die in höhnischer Unordnung dalagen. Da hatte aber jemand nicht ordentlich gearbeitet. So etwas Dummes, dachte Greo, Die hatten ordentlich aufgeschossen zu sein, was, wenn einer ihrer Verfolger kam und sie schnell handeln mussten? Was, wenn ein Knoten sie behinderte? Greos zerschrammte Hände suchten in dem Haufen Chaos. <i>„Wäre außerdem langweilig, wenn dir jeder in allem zustimmte. Oder möchtest du sogar, dass alle nach deiner Pfeife tanzen?“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya grinste verheißungsvoll. <i>„Dann pass auf, dass ich nicht in der Nacht an deiner Hängematte stehe...“</i> Sie wechselte in einen leisen Flüsterton. <i>„Unfälle passieren, Greo...“</i> Das Grinsen auf ihren Lippen blieb und als der Mann in die Hocke ging – keine Wolken mehr, die er probieren konnte – beobachteten die blauen Augen aufmerksam, was er tat. Sein Ziel war der Haufen vor ihr. <i>„Oh Gott, bloß nicht. Ich bin froh, wenn ich Mal Gegenwind bekomme. Viel zu viele lassen sich von einer selbstbewussten Frau einschüchtern und robben sich durch den Dreck, um anderen zu gefallen. Also bei mir erreicht man viel mehr, wenn man nicht zu allem ja sagt, was ich sage. Jemand ohne eigenen Willen braucht sich nicht um mich zu bemühen.“</i></font><br />
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<font color=dimgray> Er warf ihr einen Moment lang einen intensiven Blick zu. Arggh, gruselig. Greo sah sie schon vor seinem inneren Auge vor ihrer Hängematte stehen, die ferne Reflexion des Öllichts auf ihrem Messer reflektierend und mit glänzend gebleckten Zähnen. Unfälle passieren, Greo… Diese Vorstellung würde ihn ab sofort ein Leben lang in seinen Fieberträumen begleiten. Er riss den Blick resigniert von ihr los und zerrte ein Tauende aus dem Haufen. Kurz darauf folgte ein kurzes Grunzen tief aus seiner Kehle. <i>„Sich um dich bemühen, ja?“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya beobachtete das Gesicht des Mannes und damit wurde ihr Grinsen nur noch ein wenig breiter. Was gerade wohl in seinem Kopf vor sich ging? Sie hätte es zu gern gewusst. Aber er schwieg darüber und so konnte sie sich ihren Teil dazu denken. Das musste sie sich unbedingt merken! So strich sie sich nur die Haare nach hinten, tat es dem Mann gleich und griff nach einem Stück des Netzes, versuchte es irgendwie zu entwirren. <i>„Es gab schon genug Menschen in meinem Leben, die das versucht haben. Leider scheine ich oft genug Idioten anzuziehen. Und du kamst mir ab dem ersten Moment nicht wie ein Idiot vor.“</i> Damit galt dem Mann ein erneutes Grinsen. </font><br />
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<font color=dimgray> Greo ließ sich auf seine vier Buchstaben sinken und zog das Tau über seine Knie, langsam und bedächtig der Form folgend und behutsam ziehend, um zu prüfen, wo es festhing. <i>„Gewagte Aussage, die sich nicht bestätigen muss.“</i> Er ließ seine Augenbrauen den Bruchteil einer Sekunde Richtung Haaransatz tanzen und ein hauchzartes Grübchen senkte sich in seine Wange. <i>„Ich bin vielleicht kein Idiot, aber auch nicht die hellste Kerze am Leuchter. Also warte ab.“</i> Mit einem Schwung löste er einen halben Meter und fügte ihn drehend der Schlinge zu, die er aus dem befreiten Tau machte. <i>„Mal abgesehen davon, wie alt bist du, sechzehn? Siebzehn? Da triffst du noch so einige Menschen. Die können ganz anders sein, als auf dem kleinen Universum Heimatinsel. Intriganter. Undurchschaubarer. Idioten, die das gut verbergen können.“</i></font><br />
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<font color=royalblue>Shanaya ließ den Mann für einen Moment nicht aus den Augen, schnaufte über seine Worte nur leise, ein Reaktion, die sie bei seinen nächsten Worten unterdrückte. <i>„Ein Idiot ist nicht unbedingt dumm... dabei geht es mir viel mehr um das Verhalten von Jemandem. Und eben da bist du weit von 'Idiot' entfernt.“</i> Punkt, damit musste er leben! Diese Sicherheit sprach deutlich in ihrer Stimme, duldete keinen Widerspruch. <i>„Ich bin auf alles gefasst, was da noch kommen mag. Die meisten unterschätzen mich eh und fallen dann auf die Nase.“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Er nahm ihre Erklärung mit einem milden Gesichtsausdruck entgegen und überlegte sich genau, ob er sich auf eine tiefere Diskussion diesbezüglich einlassen wollte. <i>„Ja, schon. Ein Idiot ist doch immer an seinem Verhalten erkennbar. Ob dumm oder nicht, das schließt beides mit ein. Alles, was ohne Vernunft handelt. Die Dummen kann man leichter ertragen, denn sie tun es nicht mit Absicht.“</i> Er nahm einen Teil von dem Netz, an dem sie gearbeitet hatte. <i>„Dann hoffe ich, dass du nicht die anderen unterschätzt und damit nicht auf die Nase fällst.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya friemelte einen kleinen Knoten aus einem der dünnen Seile, während ihr blauer Blick immer wieder zu Greo huschte, auf seine Reaktion wartend. Hmm... <i>„Da kommt es auf die Situation an... Manches kann man verzeihen – anderes nicht.“</i> Sie nickte, stimmte sich selbst damit noch einmal zu. Aber Greo wirkte bei weitem nicht wie jemand, den sie als 'dumm' bezeichnet hätte. Ganz im Gegenteil. <i>„Ich doch nicht. Und selbst wenn, ich komme schnell wieder auf die Beine.“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Ihre erste Bemerkung ließ er unkommentiert, denn er wusste nicht allzu viel von ihr und wollte sich nicht erlauben, über ihre bisherigen Erfahrungen ein Urteil zu fällen. Sein eigenes Leben betrachtend war ihm klar, dass man Erlebnisse und Eindrücke unterschiedlicher Personen eigentlich nur schwerlich miteinander vergleichen konnte. Einen Moment war er in die Arbeit mit dem Netz vertieft und beobachtete kurz ihre feinen Finger bei der Arbeit. Bei Gott, das war sicher kein Landei mit Männerhänden. <i>„Wie eine Katze, ja?“</i> Er schob sich den Hut in den Nacken und gönnte seinen wild abstehenden Haaren eine wenig Freigang. <i>„Wo kommst du noch gleich her?“</i> Das war eine recht unverblümte Frage und natürlich stand es ihr offen darauf zu antworten. Greo bohrte schließlich auch nicht im Tonfall einer Klatschbase nach, sondern klang recht neutral. </font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya fand ihre eigene Reaktion auf den Mann ziemlich amüsant. Er war nicht einer von diesem typischen Gesocks, bei ihm hatte man nicht das Gefühl mit einer leeren Tüte zu sprechen. Er hatte seine eigene Art – und die Schwarzhaarige war froh darüber, an so jemanden geraten zu sein. Während sie also weiter die kleinen Knoten lockerte, lachte sie bei dem Vergleich des Mannes auf. <i>„So in etwa. Mir fehlt nur der Schwanz. Das süße Stubsnäschen habe ich.“</i> Und um genau das zu verdeutlichen wackelte sie locker mit ihrem Riechorgan, biss sich dann bei der nächsten Frage auf die Zungenspitze, ohne davon etwas nach außen dringen zu lassen. <i>„Yvenes,“</i> gab sie dann in ruhigem Ton von sich. Auch wenn sie den Mann wirklich mochte, mehr musste er dazu nicht wissen. <i>„Eine Insel voller Händler, Idioten und Leuten die glauben, sie könnten es zu etwas bringen.“</i> Und in den Adel aufsteigen. Ihre 'Familie' zum Beispiel. <br />
<br />
<font color=dimgray> Ihr Selbstbewusstsein hatte etwas von einer wabernden Aura, die bei jedem selbstglorifizierenden Wort aus ihrem Mund aufleuchtete und sich ausbreitete, um alles um sich herum zu überstrahlen. Dieses kleine Weibsstück war ein Phänomen. Greo sah sich in seiner Annahme bestätigt, dass sie gleichermaßen vertrauenserweckend und verstörend war. Er machte eine versöhnliche Miene und verschwieg, dass sie wahrscheinlich mehr von einer Katze hatte, als ihr lieb war. Langsam nickte er. <i>„Ah, ja, da war ich mal.“</i> Was für eine Überraschung. „Leider gibt’s diese Typen überall, aber man lernt damit zu leben.“ Und durch sämtliche Welten zu reisen, schoss ihm noch durch den Kopf, aber das sagte er nicht. <i>„Ich weiß ja nicht, wo du sonst noch so warst… aber es gibt auch viele wundervolle Flecken Erde. Und Meer. Je nachdem. Und ganz nette Menschen, die dort leben.“</i> Er überlegte kurz. <i>„Na ja. Am schönsten ist’s aber da, wo keiner ist.“</i> Etwas grumpig geworden riss er plötzlich an dem Tau und fiel hintenüber, als es sich aus seiner Sperrung löste und ihm entgegenschnellte.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya dachte einen Moment an ihre Heimat, dem Ort dem sie so dringend hatte entfliehen wollen. Und nun war sie seit wenigen Wochen nicht mehr dort – und stellte mit jedem Tag fest, dass es die beste Entscheidung gewesen war. Auch wenn sie nur mehr oder weniger freiwillig gewesen war. Greo erzählte weiter und die Schwarzhaarige konnte ein leises Seufzen nicht unterdrücken. Ja, die gab es überall. Mann musste Idioten nicht suchen, es gab so viele, dass sie von allein auftauchten und zu einem kamen. <i>„Darauf bin ich gefasst und hoffe einfach, dass keine größeren Unfälle dieser Crew beitreten. Sonst muss ich sie leider vergraulen.“</i> Und das war nicht einmal ein Scherz. Die Marinetypen zum Beispiel. <i>„Deshalb bin ich hier, weil ich genau diese Flecken erkunden will. Jeden von ihnen.“</i> Seine letzten Worte wollte sie noch kommentieren, aber dann musste sie über den Anblick des Mannes lachen. <i>„Wie war das mit der Kerze?“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Die Formulierung der größeren Unfälle gefiel ihm und ließ ihn kurz lächeln. Er blieb ein wenig auf dem Rücken liegen und starrte in die Segel über sich. Er beobachtete die Linien des Tuches, das sanfte Wölben durch den Wind und lauschte dem Knarren des Guts. Etwas knurrend kam er wieder ins Sitzen und warf ihr einen Blick aus zusammengekniffenen Augen zu. <i>„Du, du, verwende meine Worte nicht gegen mich, das kann ich auch ganz gut.“</i> Das würde sie schon irgendwann wieder Retour bekommen. <i>„Gibt’s einen Ort, den du besonders gerne sehen möchtest?“</i>, schwang er sich wieder zu dem anderen Thema zurück und widmete sich wieder – wie es so immer seine Art war – der Arbeit.</font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya grinste munter in Greos Richtung, auch wenn er dies vermutlich aus seiner Position nicht sehen würde. Aber er blieb liegen und so richtete sie den Blick wieder auf das Chaos vor ihr, packte sich den nächsten Knoten und erkannte langsam ein Ende des Taus. Na also! Auch als sie aus den Augenwinkeln erkannte, wie der Riese sich wieder aufrechter hinsetze ließ die junge Frau die Aufmerksamkeit, wo sie war, lachte nur leise auf. <i>„Das war schon meine Rache genau dafür. Wir sind also quasi quitt. Alles, was du mir jetzt antust kriegst du auch zurück.“</i> Ein sehr kurzer, verschwörerischer Blick. <i>„Hm, nicht unbedingt. Ich will von jedem Ort, an dem ich war, eine Karte anfertigen, aber ich habe keinen Ort, an den es mich besonders zieht. Ich genieße erst einmal die Freiheit des Meeres. Das ist schon viel wert. Und du? Es steckt doch irgendetwas dahinter, dass du dich hast auf ein Piratenschiff entführen lassen hast.“</i></font><br />
<br />
<font color=dimgray> Sie wusste, wie man mit Worten spielte – oh, das war gefährlich. Greo vermied es absichtlich sie anzusehen und in ihrem Treffer zu bestätigen. Aber ein innerliches Touché konnte er nicht verhindern. Zufrieden lauschte er ihren Worten und stellte sich vor, was für eine Mammutaufgabe sie sich da selbst gestellt hatte. Allerdings: wenn sie ihr Leben dem Meer verschworen hatte, wieso sollte sie sich diese Freude nicht geben? Sie würde allerlei sehen und die Karten konnten sehr hilfreich für verschiedene Belange sein. Er wollte soeben unhöflich sein und sie unterbrechen, um weiter auf die Karte einzugehen, als sie etwas sagte, dass ihn in seinem Vorhaben erfrieren ließ. Nicht nur ein Treffer. Versenkt. Es dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde, aber Greos Muskeln spannten sich mit einem Male an und zogen ihm unangenehm bis in den Nacken hinauf. Er spürte das Kribbeln bis in die Haarwurzeln. Seine Nasenflügel weiteten sich ein winziges, ganz winziges bisschen. Er zwang sich sofort wieder zur Lockerung seiner Position. Er brummte. Darüber sprach er eigentlich nicht, denn es war gesellschaftlich betrachtet nichts besonders – für ihn als Betroffenen aber schon. Ach, es war schon zu kompliziert darüber nachzudenken. <i>„Ja, ein paar Idioten.“</i>, sagte er und sah sie an. <i>„Wie du schon sagtest, die sind überall.“</i></font><br />
<br />
<font color=royalblue>Shanaya schmunzelte über die scheinbare Tatsache, dass er ihr still Recht gab. Jedenfalls kamen keine Widerworte – und das zählte sie ganz automatisch als einen Sieg für ihre Seite. Aber allgemein schien der Mann in diesem Moment eher schweigen zu wollen. Nur zu, sie konzentrierte sich umso mehr auf die Taue und Knoten. Und dann entschied er sich doch zu einer Antwort, die die Schwarzhaarige dazu brachte, die Augen von den Seilen zu heben. Sie erwiderte seinen Blick mit ruhiger Miene, wog den Kopf etwas zur Seite. Aber sie hackte nicht weiter nach, so wie er ihr ihre Antwort offen gelassen hatte. <i>„Ich beschütz dich vor den Idioten hier. Das bin ich dir schuldig.“</i> Damit grinste sie ihm doch wieder munter entgegen. </font>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Nagende Zweifel]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=482</link>
			<pubDate>Mon, 13 Nov 2017 11:15:21 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=14">Rayon Enarchea</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=482</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Nagende Zweifel</div>
<font size=1>Mittag des 18. März 1822<br />
Talin Dravean & Rayon Enarchea</font></center><br />
<blockquote><div class="Rayon">Zwei Tage war es mittlerweile her, dass die Sphinx und ihre Besatzung mehr oder weniger unbeschadet aus der waghalsigen Mission herausgekommen war, ihren zweiten Captain aus den Fängen der Marine zu befreien. Trotz der Verletzungen, die einige von ihnen davongetragen hatten, des nicht gänzlich wünschenswerten Zustands ihres Schiffes und der Tatsache, dass ein nicht unwesentlicher Teil ihres Proviants verdorben war, machte sich langsam, aber sicher die Erleichterung über den Erfolg ihrer Rettungsaktion breit. Auch Rayon freute sich, dass ihre Crew noch vollzählig war - und sogar einige Köpfe dazugewonnen hatte, auch wenn sich noch herausstellen musste, ob es sich dabei um einen Segen oder doch eher um einen Fluch handelte - und gab in der Kombüse sein Bestes, um die geschwächten Seemänner wieder zu Kräften kommen zu lassen, doch der Klang und das Bild der explodierenden Morgenwind, die Schmerzensschreie, die an jenem Abend die Nachtluft durchdrungen hatten, all das sorgte dafür, dass der Schiffskoch angespannter und nachdenklicher war als sonst. Den meisten mochte es nicht auffallen, denn er versuchte, diese Emotionen so gut wie möglich zu verstecken, doch in den einsamen Stunden in seiner Kombüse erreichte seine Laune stets einen bedenklich tiefen Punkt.<br />
<br />
Letztendlich lief alles darauf hinaus, dass Rayon ein Gespräch mit Talin würde führen müssen. Die Idee, die Morgenwind in die Luft zu jagen, musste zumindest von ihr abgesegnet worden sein - und das wiederum erweckte den Anschein, dass sie dazu bereit war, ihre Ziele um jeden Preis zu erreichen, auch wenn es sich dabei um das Leben unschuldiger Menschen handelte. Rayon jedoch konnte sich mit einem solchen Vorgehen nicht identifizieren. Er hatte sich zwar für das Leben als Pirat entschieden und bedingt durch seine Vergangenheit keine allzu hohe Meinung von der Marine, doch sein Wesen hielt ihn dennoch davon ab, jemandem das Leben zu nehmen, der seines oder das von anderen nicht unmittelbar bedrohte. Die Marinesoldaten, die vor ein paar Tagen ums Leben gekommen waren, hatten jedoch nichts verbrochen, als einen Haufen Gefangener zu bewachen und dafür zu sorgen, dass sie ihrer in der Vielzahl der Fälle zweifelsfrei gerechten Strafe zugeführt wurden. Und selbst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wenn</span> sie ihre Crew in einen Kampf verwickelt hatten, war das eine nur allzu nachvollziehbare Reaktion auf den Versuch, nicht nur einen Kriminellen aus dem Rumpf ihres Schiffes zu befreien. Dafür den Großteil der Besatzung umzubringen - oder dies zumindest in Kauf zu nehmen - erschien Rayon unnötig grausam, und so grübelte er seitdem insbesondere über die Frage nach, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, nun nach dem Gelingen der Mission, für die er ursprünglich auf die Sphinx gewechselt war, noch weiter unter Talin und ihrem Bruder, von dem er angesichts seiner ernsthaften Verletzungen seitdem nichts mehr zu sehen bekommen hatte, zu segeln.<br />
<br />
Seufzend wandte sich der Dunkelhäutige seinem Zaunkönigweibchen Cirah zu, das sich gerade ausgiebig putzte. Ein leises Lächeln stahl sich auf seine Lippen und er beobachtete sie, während er wieder in Gedanken versank und beinahe vollständig blind und taub für seine Umgebung wurde.<br />
<br />
</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Nagende Zweifel</div>
<font size=1>Mittag des 18. März 1822<br />
Talin Dravean & Rayon Enarchea</font></center><br />
<blockquote><div class="Rayon">Zwei Tage war es mittlerweile her, dass die Sphinx und ihre Besatzung mehr oder weniger unbeschadet aus der waghalsigen Mission herausgekommen war, ihren zweiten Captain aus den Fängen der Marine zu befreien. Trotz der Verletzungen, die einige von ihnen davongetragen hatten, des nicht gänzlich wünschenswerten Zustands ihres Schiffes und der Tatsache, dass ein nicht unwesentlicher Teil ihres Proviants verdorben war, machte sich langsam, aber sicher die Erleichterung über den Erfolg ihrer Rettungsaktion breit. Auch Rayon freute sich, dass ihre Crew noch vollzählig war - und sogar einige Köpfe dazugewonnen hatte, auch wenn sich noch herausstellen musste, ob es sich dabei um einen Segen oder doch eher um einen Fluch handelte - und gab in der Kombüse sein Bestes, um die geschwächten Seemänner wieder zu Kräften kommen zu lassen, doch der Klang und das Bild der explodierenden Morgenwind, die Schmerzensschreie, die an jenem Abend die Nachtluft durchdrungen hatten, all das sorgte dafür, dass der Schiffskoch angespannter und nachdenklicher war als sonst. Den meisten mochte es nicht auffallen, denn er versuchte, diese Emotionen so gut wie möglich zu verstecken, doch in den einsamen Stunden in seiner Kombüse erreichte seine Laune stets einen bedenklich tiefen Punkt.<br />
<br />
Letztendlich lief alles darauf hinaus, dass Rayon ein Gespräch mit Talin würde führen müssen. Die Idee, die Morgenwind in die Luft zu jagen, musste zumindest von ihr abgesegnet worden sein - und das wiederum erweckte den Anschein, dass sie dazu bereit war, ihre Ziele um jeden Preis zu erreichen, auch wenn es sich dabei um das Leben unschuldiger Menschen handelte. Rayon jedoch konnte sich mit einem solchen Vorgehen nicht identifizieren. Er hatte sich zwar für das Leben als Pirat entschieden und bedingt durch seine Vergangenheit keine allzu hohe Meinung von der Marine, doch sein Wesen hielt ihn dennoch davon ab, jemandem das Leben zu nehmen, der seines oder das von anderen nicht unmittelbar bedrohte. Die Marinesoldaten, die vor ein paar Tagen ums Leben gekommen waren, hatten jedoch nichts verbrochen, als einen Haufen Gefangener zu bewachen und dafür zu sorgen, dass sie ihrer in der Vielzahl der Fälle zweifelsfrei gerechten Strafe zugeführt wurden. Und selbst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wenn</span> sie ihre Crew in einen Kampf verwickelt hatten, war das eine nur allzu nachvollziehbare Reaktion auf den Versuch, nicht nur einen Kriminellen aus dem Rumpf ihres Schiffes zu befreien. Dafür den Großteil der Besatzung umzubringen - oder dies zumindest in Kauf zu nehmen - erschien Rayon unnötig grausam, und so grübelte er seitdem insbesondere über die Frage nach, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, nun nach dem Gelingen der Mission, für die er ursprünglich auf die Sphinx gewechselt war, noch weiter unter Talin und ihrem Bruder, von dem er angesichts seiner ernsthaften Verletzungen seitdem nichts mehr zu sehen bekommen hatte, zu segeln.<br />
<br />
Seufzend wandte sich der Dunkelhäutige seinem Zaunkönigweibchen Cirah zu, das sich gerade ausgiebig putzte. Ein leises Lächeln stahl sich auf seine Lippen und er beobachtete sie, während er wieder in Gedanken versank und beinahe vollständig blind und taub für seine Umgebung wurde.<br />
<br />
</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Twist that frown upside down]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=474</link>
			<pubDate>Fri, 03 Nov 2017 10:39:51 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=474</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Twist that frown upside down </div>
<font size=1>Mittag des 20. März 1822<br />
Enrique de Guzmán & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Es ging bergauf. Shanaya hatte sich die letzten Tage geschont, jedenfalls so gut es ging. Sie war einfach nicht der Typ, der sich lange ausruhen konnte, vor allem, wenn die Anderen um sie herum ihren Arbeiten nachgingen. Aber die Kopfschmerzen ließen immer mehr nach, das Denken fiel der jungen Frau wieder deutlich leichter. Das Pochen wurde nur noch stärker, wenn sie sich wirklich übernahm – was sie jedoch nicht daran hinderte, an ihre Grenzen zu gehen. Solange sie noch aufrecht stehen konnte, wer sollte sie aufhalten? Das diesige Wetter draußen? Sicher nicht. <br />
Genau diesem Wetter zum Trotz hatte die Schwarzhaarige sich einige Zeit auf Deck aufgehalten, hatte dort ein paar Kleinigkeiten erledigt, bevor sie sich nun doch mit vom Regen nassen Haaren unter Deck begeben hatte. Zuerst hatte ihr Weg sie zu den Hühnern geführt, einige Momente der Ruhe. Hier gab es noch genauso viel zu tun... und eigentlich wäre so ein Tag genau richtig für solch eine Aufräum-Aktion. Mit verschränkten Armen stand sie also da, grübelte. Sie würden bald einen Zwischenstopp einlegen, um sich um die Sphinx zu kümmern. Je weniger Chaos hier dann herrschte, umso schneller konnte sie wieder in Schuss gebracht werden. Der weitere Plan war also geplant, fehlte nur noch eine kleine Stärkung. Diesem Gedanken galt also ein kurzes Nicken, ehe die Dunkelhaarige sich wieder umwandte, den Tierpferchen den Rücken zu wandte und sich zur Treppe begab. Das nächste Ziel war die Kombüse, und hier hörte sie auch wieder den Regen. Mit einem tiefen Atemzug streckte sich die Dunkelhaarige, ließ die Arme dann ein wenig schaukeln und hielt inne, als sie näher zur Kombüse trat. Da war jemand, der nicht Rayon war. Skeptisch hob sie eine Augenbraue, trat noch einen Schritt näher und erkannte dann, wer sich hier versteckte. <br />
<br />
„<i>Der Herr Eigenbrötler.“</i><br />
<br />
Eine Feststellung, noch ohne Wertung in der Stimme. Die blauen Augen musterten den Mann, während sich auf ihre Lippen ein leicht hämisches Lächeln schlich. </div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Twist that frown upside down </div>
<font size=1>Mittag des 20. März 1822<br />
Enrique de Guzmán & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Es ging bergauf. Shanaya hatte sich die letzten Tage geschont, jedenfalls so gut es ging. Sie war einfach nicht der Typ, der sich lange ausruhen konnte, vor allem, wenn die Anderen um sie herum ihren Arbeiten nachgingen. Aber die Kopfschmerzen ließen immer mehr nach, das Denken fiel der jungen Frau wieder deutlich leichter. Das Pochen wurde nur noch stärker, wenn sie sich wirklich übernahm – was sie jedoch nicht daran hinderte, an ihre Grenzen zu gehen. Solange sie noch aufrecht stehen konnte, wer sollte sie aufhalten? Das diesige Wetter draußen? Sicher nicht. <br />
Genau diesem Wetter zum Trotz hatte die Schwarzhaarige sich einige Zeit auf Deck aufgehalten, hatte dort ein paar Kleinigkeiten erledigt, bevor sie sich nun doch mit vom Regen nassen Haaren unter Deck begeben hatte. Zuerst hatte ihr Weg sie zu den Hühnern geführt, einige Momente der Ruhe. Hier gab es noch genauso viel zu tun... und eigentlich wäre so ein Tag genau richtig für solch eine Aufräum-Aktion. Mit verschränkten Armen stand sie also da, grübelte. Sie würden bald einen Zwischenstopp einlegen, um sich um die Sphinx zu kümmern. Je weniger Chaos hier dann herrschte, umso schneller konnte sie wieder in Schuss gebracht werden. Der weitere Plan war also geplant, fehlte nur noch eine kleine Stärkung. Diesem Gedanken galt also ein kurzes Nicken, ehe die Dunkelhaarige sich wieder umwandte, den Tierpferchen den Rücken zu wandte und sich zur Treppe begab. Das nächste Ziel war die Kombüse, und hier hörte sie auch wieder den Regen. Mit einem tiefen Atemzug streckte sich die Dunkelhaarige, ließ die Arme dann ein wenig schaukeln und hielt inne, als sie näher zur Kombüse trat. Da war jemand, der nicht Rayon war. Skeptisch hob sie eine Augenbraue, trat noch einen Schritt näher und erkannte dann, wer sich hier versteckte. <br />
<br />
„<i>Der Herr Eigenbrötler.“</i><br />
<br />
Eine Feststellung, noch ohne Wertung in der Stimme. Die blauen Augen musterten den Mann, während sich auf ihre Lippen ein leicht hämisches Lächeln schlich. </div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An Tagen wie diesen]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=471</link>
			<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 10:18:50 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=471</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='httsp://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">An Tagen wie diesen</div>
<font size=1>Abend des 17. März 1822<br />
Rayon Enarchea & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Mit einem leisen Seufzen zog Shanaya den Verband um ihren Kopf wieder ein wenig fester, biss dabei kurz die Zähne aufeinander. Was für eine verzwickte Situation, wenn der Teil des Körpers weh tat, der sonst mit Anlauf durch die Wand lief. Keine gute Kombination – vor allem nicht, wenn sie es war, die da durch musste. Sie hatte sich wirklich ein wenig übernommen. Das, was sie erledigt hatte, kam ihr nicht viel vor... das Pochen in ihrem Kopf überzeugte sie aber leider vom Gegenteil. Aber das Ganze war noch keine 48 Stunden her, sie musste sich also vermutlich nur noch etwas mehr Zeit geben. Gott, wie sie es hasste, zu Untätigkeit gezwungen zu sein. Aber wenn sie dem nicht nachgab... sie hoffte, dass sie wenigstens ein anständiges Begräbnis bekommen würde, wenn es soweit war. <br />
Der Tag war jedenfalls in seinen letzten Zügen die Sonne war vermutlich schon fast untergegangen. So genau wusste die Schwarzhaarige das nicht, sie hattee sich schon vor einiger Zeit unter Deck begeben. Auf Deck brachte sie Niemandem etwas, ohne Konzentration, mit einem Schädel, der unaufhörlich pochte. Eine hochdramatische Angelegenheit, also nahm die junge Frau sich diese Auszeit, saß auf der ersten Stufe der Treppe, die zum Frachtraum führte und lauschte dem leisen Gackern der Hühner. Das einzige, was ihr für diesen Moment einfiel, sich für einen kurzen Zeitraum zu beschäftigen, ohne sich groß konzentrieren zu müssen. So dachte sie nicht an dieses drückende Gefühl im Kopf, womit der Schmerz leicht nachließ. Und doch erklang irgendwann ein leises Seufzen in der Stille, gefolgt von einem dumpfen Geräusch. Shanaya hatte sich langsam zurück fallen lassen, lag nun auf dem Holzboden, die Augen geschlossen. Die Schwarzhaarige versuchte einfach an Nichts zu denken. Leider war sie noch nie der Typ gewesen, der sein Hirn auf Leere stellen konnte. Im Gegensatz zu manch anderem, der das in Perfektion beherrschte. Also blieb ihr nicht viel anderes übrig, als hier liegen zu bleiben und darauf zu warten, dass es irgendwie besser wurde.</div></blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br><center><link href='httsp://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">An Tagen wie diesen</div>
<font size=1>Abend des 17. März 1822<br />
Rayon Enarchea & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Mit einem leisen Seufzen zog Shanaya den Verband um ihren Kopf wieder ein wenig fester, biss dabei kurz die Zähne aufeinander. Was für eine verzwickte Situation, wenn der Teil des Körpers weh tat, der sonst mit Anlauf durch die Wand lief. Keine gute Kombination – vor allem nicht, wenn sie es war, die da durch musste. Sie hatte sich wirklich ein wenig übernommen. Das, was sie erledigt hatte, kam ihr nicht viel vor... das Pochen in ihrem Kopf überzeugte sie aber leider vom Gegenteil. Aber das Ganze war noch keine 48 Stunden her, sie musste sich also vermutlich nur noch etwas mehr Zeit geben. Gott, wie sie es hasste, zu Untätigkeit gezwungen zu sein. Aber wenn sie dem nicht nachgab... sie hoffte, dass sie wenigstens ein anständiges Begräbnis bekommen würde, wenn es soweit war. <br />
Der Tag war jedenfalls in seinen letzten Zügen die Sonne war vermutlich schon fast untergegangen. So genau wusste die Schwarzhaarige das nicht, sie hattee sich schon vor einiger Zeit unter Deck begeben. Auf Deck brachte sie Niemandem etwas, ohne Konzentration, mit einem Schädel, der unaufhörlich pochte. Eine hochdramatische Angelegenheit, also nahm die junge Frau sich diese Auszeit, saß auf der ersten Stufe der Treppe, die zum Frachtraum führte und lauschte dem leisen Gackern der Hühner. Das einzige, was ihr für diesen Moment einfiel, sich für einen kurzen Zeitraum zu beschäftigen, ohne sich groß konzentrieren zu müssen. So dachte sie nicht an dieses drückende Gefühl im Kopf, womit der Schmerz leicht nachließ. Und doch erklang irgendwann ein leises Seufzen in der Stille, gefolgt von einem dumpfen Geräusch. Shanaya hatte sich langsam zurück fallen lassen, lag nun auf dem Holzboden, die Augen geschlossen. Die Schwarzhaarige versuchte einfach an Nichts zu denken. Leider war sie noch nie der Typ gewesen, der sein Hirn auf Leere stellen konnte. Im Gegensatz zu manch anderem, der das in Perfektion beherrschte. Also blieb ihr nicht viel anderes übrig, als hier liegen zu bleiben und darauf zu warten, dass es irgendwie besser wurde.</div></blockquote>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Another ordinary Day?]]></title>
			<link>https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=465</link>
			<pubDate>Sat, 28 Oct 2017 20:57:07 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://inselwelten.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=4">Shanaya Árashi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://inselwelten.crux-mundi.de/showthread.php?tid=465</guid>
			<description><![CDATA[<br><center><link href='https://fonts.googleapis.com/css?family=Tangerine' rel='stylesheet' type='text/css'>
<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Another ordinary Day? </div>
<font size=1>Mittag des 17 .März 1822<br />
Yaris Scottsdale & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Eine weitere Nacht war vergangen, seit sie das kleine Massaker veranstalten hatten. Nur... fühlte Shanaya sich an diesem Tag viel müder als gestern. Vielleicht weil der letzte Rest Adrenalin gewichen war und die Wunde nun deutlich öfter zu pochen begann? Einer der Gründe, wieso sie das Ruder jemand anderem überlassen hatte. Sie war müde, konnte sich nicht voll konzentrieren. Und so sehr sich ALLES in ihr dagegen sträubte, nicht selbst dafür zu sorgen, das sie ankamen, so wusste sie doch, dass es kaum eine andere Wahl gab. Mit müden Gliedern hatte die Schwarzhaarige sich also auf dem Boden des Bugaufbaus nieder gelassen, drehte den Kompass im warmen Licht der Sonne ein wenig hin und her, ehe sie ihn wieder auf ihre flache Hand sinken ließ und leise schnaufte. Sie hätte die Neuen aufsuchen können, denen hatte sie gestern noch ihre Ruhe gelassen. Ein Plan, den sie erst einmal in einer Ecke ihres schmerzendes Kopfes behielt. Noch ein bisschen Ruhe, dann konnte sie sich einen von ihnen heraus suchen. Und mit diesem Gedanken lehnte die Dunkelhaarige den Kopf zurück, lehnte ihn gegen das Holz und schloß die Augen, lauschte dem Meer, dem Rauschen des Windes in den roten Segeln und möglichen Schritten, die in ihre Richtung kommen konnten. Sie musste wirklich aufpassen, hier nicht einzuschlafen. Eine zweite Option war also der Rückzug in die Hängematte. Dafür genoss sie aber viel zu sehr die frische Brise, die ihr um die Nase wehte und ihr ein Lächeln auf die Lippen huschen ließ. Shanaya riss sich also zusammen, schloss die Hand fest um den Kompass in ihrer Hand. Mit den Fingern der freien Hand tippte sie leise auf dem Holz herum, während ihre Gedanken doch nicht zur Ruhe kamen und sie immer wieder anspornen wollten, doch irgendeine Beschäftigung zu finden, während der lockere Verband um ihren Kopf wieder ein wenig verrutschte.</div></blockquote>]]></description>
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<div style="font-family: 'Tangerine'; color: black; font-size: 52px;  LINE-HEIGHT: 0px">Another ordinary Day? </div>
<font size=1>Mittag des 17 .März 1822<br />
Yaris Scottsdale & Shanaya Árashi</font></center><br />
<blockquote><div class="Shanaya">Eine weitere Nacht war vergangen, seit sie das kleine Massaker veranstalten hatten. Nur... fühlte Shanaya sich an diesem Tag viel müder als gestern. Vielleicht weil der letzte Rest Adrenalin gewichen war und die Wunde nun deutlich öfter zu pochen begann? Einer der Gründe, wieso sie das Ruder jemand anderem überlassen hatte. Sie war müde, konnte sich nicht voll konzentrieren. Und so sehr sich ALLES in ihr dagegen sträubte, nicht selbst dafür zu sorgen, das sie ankamen, so wusste sie doch, dass es kaum eine andere Wahl gab. Mit müden Gliedern hatte die Schwarzhaarige sich also auf dem Boden des Bugaufbaus nieder gelassen, drehte den Kompass im warmen Licht der Sonne ein wenig hin und her, ehe sie ihn wieder auf ihre flache Hand sinken ließ und leise schnaufte. Sie hätte die Neuen aufsuchen können, denen hatte sie gestern noch ihre Ruhe gelassen. Ein Plan, den sie erst einmal in einer Ecke ihres schmerzendes Kopfes behielt. Noch ein bisschen Ruhe, dann konnte sie sich einen von ihnen heraus suchen. Und mit diesem Gedanken lehnte die Dunkelhaarige den Kopf zurück, lehnte ihn gegen das Holz und schloß die Augen, lauschte dem Meer, dem Rauschen des Windes in den roten Segeln und möglichen Schritten, die in ihre Richtung kommen konnten. Sie musste wirklich aufpassen, hier nicht einzuschlafen. Eine zweite Option war also der Rückzug in die Hängematte. Dafür genoss sie aber viel zu sehr die frische Brise, die ihr um die Nase wehte und ihr ein Lächeln auf die Lippen huschen ließ. Shanaya riss sich also zusammen, schloss die Hand fest um den Kompass in ihrer Hand. Mit den Fingern der freien Hand tippte sie leise auf dem Holz herum, während ihre Gedanken doch nicht zur Ruhe kamen und sie immer wieder anspornen wollten, doch irgendeine Beschäftigung zu finden, während der lockere Verband um ihren Kopf wieder ein wenig verrutschte.</div></blockquote>]]></content:encoded>
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