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Auf der Suche nach der Wahrheit
Liam, Lucien, Shanaya & Talin
Szenen-Informationen
Charaktere Gast
Datum 14 April 1822
Ort auf der Sphinx
Tageszeit Abenddämmerung
Crewmitglied der Sphinx
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#11
Noch bevor ihr Entschluss eigentlich gefasst war, hatte sich Shanaya bereits die Karte gekrallt und war drauf und dran, damit zu verschwinden. Während Liam im ersten Moment noch gedacht hatte, sie würde ihm aufhelfen wollen, sah er eine Sekunde später nur noch ihren Rücken, der zielsicher auf die Tür zusteuerte. Der Lockenkopf blinzelte ihrer überschäumenden Motivation hinterher, ehe er sich mit einer Hand abstützte, aus seinem Sitz wieder in die Hocke sprang und der Schwarzhaarigen folgte, um ja nichts zu verpassen. Seine Überlegung, wo sie die Blonde am ehesten treffen würden, löste sich bald schon in der Erkenntnis, dass Shanaya sie zielstrebig zur Kapitänskajüte führte. Natürlich. Und wenn sie dort nicht fündig werden würden – das Schiff war immerhin nicht allzu groß. Der Lockenkopf hoffte nur, dass sie um diese eigenartige Karte nun nicht allzu viel Wind machen würden. Wenn die gesamte Crew davon Wind bekäme, konnten sie sich das Vorhaben, konzentriert eine Lösung finden zu wollen, vermutlich sparen.

Das Tempo, welches die Jüngere an den Tag legte, ließ tatsächlich vermuten, dass sie fest entschlossen war, dieses Rätsel zu lösen. Heute, vielleicht morgen. Aber auf jeden Fall irgendwann. Kurz hatte der Lockenkopf überlegt, sie dazu anzuhalten, nicht ganz so über das Schiff zu hasten, doch er bezweifelte, dass es einen Sinn hatte. So fand er sich wenige Minuten später auch schon vor der Tür der Kapitänskajüte wieder, hob die Hand, klopfte, doch da schob sich die Dunkelhaarige bereits nach vorne und öffnete ungeniert die Tür.
Crewmitglied der Sphinx
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#12
Liam gab keine Widerworte und selbst wenn... sie hatte die Karte, der Weg zur Kajüte war nicht weit. Er hätte also schon rennen müssen und sich mit ihr prügeln müssen, wenn er sie hätte aufhalten wollen. Aber die Schritte hinter ihr verrieten, dass er Nichts davon vorzuhaben schien. Stattdessen nahm sie sein Schweigen als stumme Zustimmung. Umso besser, sie hatte wirklich keine Lust, sich aufhalten zu lassen. Er holte sogar zu ihr auf und die Finger der Schwarzhaarigen umfassten das Papier, das sie geöffnet vor sich hielt, noch etwas fester. Sie wollte es für den Moment nicht her geben, vielleicht fiel ihr ja noch irgendeine Idee ein. Möglich war es.
Die Tür war erreicht, Liam trat vor und klopfte. Irgendwo in ihrem Unterbewusstsein nahm sie es wahr, konzentrierte sich jedoch auf die Karte, als sie sich an Liam vorbei schob, mit einem Ellenbogen die Tür öffnete und sich schließlich dagegen lehnte, um sie zu öffnen. Ihr Gesicht für den Moment noch verdreckt von der Karte.

Wir...“ Sie ließ das Papier sinken, gerade so weit, dass ihre blauen Augen den beiden anwesenden Personen entgegen leuchten konnten. Zum einen Talin, nach der sie gesucht hatten und zum anderen Lucien, der dafür sorgte, dass ein kurzes Lächeln über ihre Lippen huschte. „... müssen reden!“

Damit ließ sie die Karte noch etwas weiter sinken, hielt sie aber noch vor sich erhoben.
Crewmitglied der Sphinx
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#13
Bei allen Welten, Talin!

Er riss sich von ihrem Anblick los, wandte sich ab. Denn er fürchtete, wenn er sie noch länger ansah, würde er vollkommen die Geduld verlieren. Er stellte sie also dar, wie ein Kind. Fein. Würde sie sich verdammt nochmal nicht so benehmen, müsste er ihr das vielleicht auch nicht vorwerfen. Wieso nur war sie in diesem Augenblick so schrecklich kurzsichtig? Und so verflucht egoistisch...
Der 21-Jährige wandte sich wieder zu ihr um, kochte vor halb unterdrücktem Zorn und statt auf ihre Forderung einzugehen, tat er das, was er am besten konnte. Er parierte mit Gegenfragen, die nichts anderes zum Ziel hatten, als sie zurück zu drängen und ihr einen beschissenen Spiegel vorzuhalten.

Bist du überhaupt schon mal auf den Gedanken gekommen, dass es Dinge gibt, die ich verdammt noch mal einfach vergessen will?“ Seine Stimme war lauter, ungehaltener geworden. Doch er schwenkte schnell um, wurde erneut bedrohlich ruhig. „Und was ist eigentlich mit dir, liebste Schwester.“ Ausnahmsweise klang die Koseform dieses Mal alles andere als sanft, sondern vorwurfsvoll und spöttisch. „Glaubst du allen ernstes, ich weiß nicht, dass du mir Dinge verschweigst?? Dinge, über die du nicht reden willst? Halte mir keine Vorträge über Vertrauen, Talin, wenn du es selbst nicht besser kannst!

Er hatte noch nicht einmal ganz zu Ende gesprochen, da klopfte es an der Tür, riss ihn je aus dem Höhepunkt ihres Streits in die Wirklichkeit zurück. Auf die Sphinx, auf ein Schiff mit einer Mannschaft.

Was ist??

Wie eine Person fuhren die Geschwister herum und blafften gleichzeitig die leise knarzend nach Innen aufschwingenden Tür an. Einen Herzschlag später erschienen Shanaya und Liam auf der Schwelle.
Lucien biss die Zähne fest aufeinander, schluckte seinen Zorn hinunter. Er richtete sich nicht gegen die beiden, war für keinen von ihnen bestimmt. Mit einem dunklen Ausdruck in den tiefgrünen Augen warf er seiner Schwester einen kurzen Seitenblick zu, die die beiden hinein winkte und wandte sich dann mit einer wegwerfenden Geste von allen Dreien ab. Er ließ sich auf den Stuhl fallen, der direkt an dem großen Schreibtisch stand und fuhr sich mit der Hand flüchtig über den Nacken, ohne einen von ihnen anzusehen.

Meinetwegen.“, brummte er gereizt.
Crewmitglied der Sphinx
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#14
Es kam immer anders, als man dachte. Eigentlich hätte sie sich auf die Schulter klopfen können sollen. Er hatte den einen Punkt überschritten und explodierte geradezu. In diesem Augenblick ging es ihr nur total am Arsch vorbei, weil sie selbst kochte vor Wut. Sie wollte ihm so gern, so viele Dinge ins Gesicht speien. Angefangen dabei, dass man manche Dinge nicht vergessen sollte – was sie aber auch selbst tat, bis dahin, dass er sie verdammt noch mal nicht so ironisch anfahren sollte. Talin wusste von ganz allein, welche Dinge sie ihm alles verschwieg. Nicht nur zu ihrer eigenen, sondern auch zu seiner Sicherheit. Aber natürlich fühlte er das alles auf und sie war kurz davor ihm entgegen zu schreien, er solle sie einfach fragen. In dem Augenblick hätte sie ihm alles erzählt, weil sie so wütend war und ihm beweisen wollte, dass sie ihm nichts verschwieg. Stattdessen klopfte es an der Tür und Liam und Shanaya kamen herein.
Talin beobachtete schweigend und wieder mit zusammen gepressten Lippen, wie Lucien sich auf den Stuhl setzte. Tief atmete sie ein, schloss kurz die Augen und sah dann zu den beiden hin, die sie unterbrochen hatten. Viel ruhiger als vorher, sah sie aber bestimmt nicht aus. Sie erkannte, dass Shanaya etwas in der Hand hielt.

Was gibt es denn?“, versuchte sie es etwas ruhiger als Lucien.
Crewmitglied der Sphinx
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#15
Gerade, als er mit dem Handrücken gegen die hölzerne Tür geklopft hatte, drangen die lauten Worte des jüngeren Captains an seine Ohren. Selbst, wenn er nur Bruchstücke daraus verstand – der Ton und die Aufgebrachtheit, die darin mitschwang, ließen keinerlei Zweifel an einem Streitgespräch. Einem Streitgespräch, dem Liam gewiss nicht bewohnen wollte. Im ersten Moment hoffte er, dass sein Klopfen einfach ungehört blieb, während er Shanaya – höchstwahrscheinlich mit lautem Protest – wieder in die andere Richtung schieben wollte, um ihr Vorhaben zu vertagen – doch die Schwarzhaarige hatte sich just in diesem Moment bereits an ihm vorbeigedrückt, um die Tür aufzuschieben. Ob sie die Stimmung nicht gehört hatte oder es sie einfach nicht interessierte, was dort drinnen vor sich ging – Liam urteilte nicht darüber. Doch seine Augen schlossen sich für einen Sekundenbruchteil bedauernd, als sie sie förmlich dazu zwang, die Kajüte zu betreten, statt den beiden Captains Zeit und Raum für ihre Auseinandersetzung zu lassen. Jedenfalls klangen sie beide nicht unbedingt erpicht darauf, sich nun um ihre Belange zu kümmern. Abermals nichts, woran sich Shanaya zu stören schien. Manchmal konnte man sie dafür wirklich nur bewundern.

Liam schob sich der Jüngeren hinterher durch die Tür, deren Neugier und Vorfreude auch beim Anblick Talins und Luciens kein bisschen einknickte. Der Lockenkopf hingegen fühlte sich mehr als unwillkommen in dieser Situation. Lucien wandte sich nicht sehr erfreut von ihrem Besuch ab und selbst, wenn er sich für ein Gespräch bereit erklärte, bemerkte sogar der junge Künstler, dass er es vermutlich nur tat, weil es eben seine Pflicht als Captain war. Talin versuchte es ein wenig gefasster, doch auch ihr war die Anspannung deutlich anzusehen. Liam bezweifelte, dass es etwas brachte, Shanaya jetzt noch davon zu überzeugen, dass sie es besser auf später verschieben würden. Blieb zu hoffen, dass die Karte genug Ablenkung bot, um den Streit der beiden auf später zu vertagen – er hatte nämlich wirklich, wirklich keine Lust, sich in diese Angelegenheit einzumischen. Das würde er allerdings mit seiner reinen Anwesenheit tun, sobald die zwei Hitzköpfe wieder aneinander prallen würden.

„Wir bräuchten nur kurz euren Rat.“, begann er schließlich und sah zu Shanaya, die noch immer seine Karte in den Händen hielt.
Crewmitglied der Sphinx
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#16
Shanaya ließ die Karte nicht sinken, richtete den Blick zwischen den Geschwistern hin und her. Die kalte Wand, die sich ihnen in den Weg gestellt hatte, ließ Liam zögern – ganz im Gegenteil zu der jungen Frau. Es war schon immer eines ihrer Talente gewesen, vollkommen unberührt durch eisige Wände zu laufen, die einem entgegen schlugen. So auch in diesem Moment. Sie nahm wahr, dass der Zeitpunkt vielleicht nicht der beste war – es war ihr nur schlicht egal. Weder Talin noch Lucien schickten sie weg, die Sache war für sie also erledigt. Auch der jeweilige Ton, den die beiden zur Antwort ansetzten, störte die Schwarzhaarige nicht im geringsten. Liam wandte sich zuerst an die Beiden, nachdem Lucien sich an den Schreibtisch gesetzt hatte, während Talin , zumindest für den normal denkenden Menschen erkennbar, nicht wirklich erpicht darauf war, die beiden jetzt anzuhören.

Das hier.“

Die Karte in ihren Händen wurde leicht nach oben und unten bewegt, ehe die junge Frau zum Schreibtisch hinüber ging und das Papier dort komplett ausbreitete.

Liam hat sie angeschleppt. Reibung und Wärme bringen Nichts. Genau wie schraffieren.“ Sie deutete auf die kleine Stelle, an der Liam genau dies getan und seine Striche wieder entfernt hatte. „Ich bin mir vollkommen sicher, dass man irgendwie etwas sichtbar machen kann.“ Jetzt zeigte sie auf den kleinen Kompass in der Ecke des Papiers. „Papier, das so kalt bleibt, egal was man damit macht... das schreit nur nach einem Rätsel, das gelöst werden will!“

Shanayas Finger tippte nun direkt auf die Karte – in ihrer Stimme klang die ganze Zeit eine endlose Begeisterung und Neugierde mit, die auch in ihrem blauen Blick lag, als sie die Augen zwischen Lucien und Talin hin und her wandern ließ.
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#17
Zumindest ein oder zwei Herzschläge nahm er sich, um die beiden Neuankömmlinge auszublenden. Genau wie seine Schwester. Er schloss die Augen, rieb sich mit Daumen und Zeigefinger der Linken kurz über die Lider, als könnte der Druck darauf den anschwellenden Frust samt seiner Wut vorläufig im Zaum halten. Talin und er waren nie gut darin gewesen, ihre Differenzen friedlich zu klären. Sich auszusprechen. Dafür war er zu cholerisch und sie zu impulsiv. Irgendwann, nach dem Kleinkrieg, schafften sie es. Aber niemals beim ersten Aufeinandertreffen. Und in diesem Falle zweifelte Lucien ernsthaft daran, dass sie es überhaupt auf die Reihe bekamen. Solange sie darauf bestand, dass er ihr irgendetwas erzählte... wäre jeder Versuch, den Streit beizulegen, zwangsläufig zum Scheitern verurteilt.
Doch der junge Captain erhielt nicht viel Zeit, um das aufgebrachte Gemüt zu beruhigen und seinen Ärger zu schlucken. Shanayas Schritte näherten sich ohne jedes Zögern dem Schreibtisch, an dem er saß, sodass er gezwungen war, den Blick zu heben. Just in diesem Moment breitete sie das, was sie die ganze Zeit schon vor sich hielt, auf der Tischplatte aus.
Es war eine Karte. Oder... vielmehr ein großformatiges Papier mit einem genordeten Kompass in der Ecke, wie Karten ihn in der Regel trugen. Seine Augenbraue wanderte flüchtig in die Höhe und mit einem Blick, der zu fragen schien, was genau das hier sollte, sah er zunächst zu der Schwarzhaarigen auf, bevor er zu einem Liam hinüber blickte, der sich reichlich unwohl in seiner Haut zu fühlen schien.

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass... da einfach nichts ist, was man sichtbar machen könnte?

Ein Hauch Skepsis lag in seiner Stimme. Vielleicht sollte es irgendwann einmal eine Karte werden, wurde jedoch bis auf den Kompass in der Ecke niemals begonnen? Nicht selten waren die einfachsten Lösungen auch die wahrscheinlichsten.
Doch Lucien musste schnell einsehen, dass es ganz so einfach nicht war, als er sich in seinem Stuhl vor lehnte, um mit beiden Händen die sich wieder zusammenrollenden Enden glatt zu streichen. Gerade, als er das Papier berührte, schwappte eisige Kälte über seine Hände. Wie kaltes Wasser, nur kälter, als alles, was er in seinem Leben je berührt hatte. Unwillkürlich zuckte er zurück, die tiefgrünen Augen nun unverwandt auf die Karte gerichtet und sichtbar überrascht.

Was zum...
Crewmitglied der Sphinx
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#18
Sie spürte ihre verkrampften Schultern, die Muskeln, die sich in ihrem Nacken in Stein verwandelten. Am liebsten hätte sie auf irgendetwas eingeschlagen, egal wie tief sie durchatmete und den Anschein von Ruhe erwecken wollte.Stattdessen kam Shanaya in den Raum geplatzt, gefolgt von einem eher zurückhaltendem Liam.
Das muntere Gefasel der jungen Frau schwappte über Talin hinweg und nervte sie nur noch mehr. Sie mochte Shanaya – wirklich und wahrhaftig sehr sogar – aber in diesem Moment hätte sie ihr an die Kehle springen können. Die Blonde wusste, dass die Navigatorin sehr wohl die Situation verstand, sie ihr aber vollkommen egal war. In jedem anderen Moment hätte sie es amüsant gefunden, aber gerade wäre ein bisschen Zurückhaltung, so wie beim Lockenkopf, angenehmer gewesen. Naja, selber Schuld. Sie hätte sie ja nicht rein bitten müssen.
Nur kurz strich ihr Blick über die seltsam leere Karte und auch wenn sie es nur ungern zu gab, so musste sie Lucien recht geben. Vielleicht interpretierten sie einfach zu viel hinein in ein leeres Stück...als ihr Bruder zurückzuckte, richtete sich Talin ein bisschen auf, um mehr erkennen zu können. Für den Moment schob sie ihre Probleme beiseite und trat noch näher an den Tisch heran, um mit den Fingerspitzen leicht die Karte zu berühren. Fast im selben Augenblick zuckte sie wieder zurück. Ihre Fingerkuppen kribbelten, wegen der Kälte, die sie getroffen hatte. Sie konnte Luciens Ausruf nur zustimmen. Was bei allen sieben Welten war das?
Mit gerunzelter Stirn, wandte sie sich an Liam.

Woher hast du das?

Sie weigerte sich noch ein wenig das Ding eine Karte zu nennen.
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#19
In diesem Augenblick war Shanayas Desinteresse fast schon beeindruckend. Entgegen seinem Versuch, die beiden Geschwister recht schnell wieder alleine zu lassen, damit sie ihre eigenen Angelegenheiten klären konnten, wirkte die Schwarzhaarige keinen Moment so, als würde sie sich irgendwie ungebeten vorkommen – dabei gaben sich Lucien und Talin wirklich allergrößte Mühe dabei, ihnen eben dies klar zu machen. Liam hatte eigentlich beschlossen, nah bei der Tür zu bleiben, die sie wieder nach draußen führen würde, um sein Verständnis von ‚nur kurz‘ zu unterstreichen, doch auch hierbei machte es keine Sekunde den Anschein, als hätte Shanaya einen ähnlichen Plan. Unberührt trat sie tiefer in den kleinen Raum hinein, an Talin vorbei hin zu Lucien, der sich am Schreibtisch mit dem Rücken zu ihnen eine kurze Auszeit genommen hatte, um ihm die Karte vorzulegen und die beiden Captains auf den Stand der Dinge zu bringen. Liam hingegen – noch immer an Ort und Stelle – lauschte mit geschlossenen Augen und hoffte, dass die kleine Elster nicht wirklich vor hatte, sich hier nun einzunisten, bis das Rätsel gelöst war. Doch ihr Enthusiasmus war unbeschreiblich und breitete sich in der Kapitänskajüte aus wie eine Öllache im Wasser. Erst, als Luciens Blick ihn traf, setzte er sich mit einem tonlosen Seufzen in Bewegung und verließ seinen sicheren Platz in der Nähe der Tür. Bei seiner Bemerkung legte sich ganz automatisch ein flüchtiges Lächeln auf seine Lippen. Damit hatte er gerechnet. Aber sie wären nicht hier, hätten sie das nicht bereits ausgeschlossen.

„Haben wir.“, entgegnete er mit einem wissenden Lächeln und einem entschuldigenden Ton, denn er konnte sich vorstellen, dass Lucien diese Lösung gerade am liebsten gewesen wäre. Just in diesem Moment streckte der junge Captain die Hand nach dem Pergament aus und begriff offensichtlich, weshalb sie diese Möglichkeit recht schnell in den Wind geschossen hatten. Ganz automatisch war die Hand des Künstlers auf die Schulter des Jüngeren gewandert, festigte kurz den Griff darum als Bestätigung dafür, dass er genau das gefunden hatte, was Shanaya und ihn bezweifeln ließ, dass es keinen größeren Sinn hinter diesem leeren Stück Pergament gab. „Haben wir. Aber mir persönlich wäre derartiges Pergament zu schade gewesen, um es einfach als schlechten Witz in Umlauf zu bringen und Leute in den Wahnsinn zu treiben, die verzweifelt nach einem Geheimnis suchen, dass es nicht gibt.“

Es wäre eine vielleicht ganz lustige Idee gewesen, aber dafür ein so eigenartiges Pergament verwenden? In den richtigen Kreisen war es bestimmt einiges an Gold wert. Über Luciens Schulter hinweg musterte er abermals das eisige Stück Karte auf dem Schreibtisch, ehe er zur Seite trat und Talin Platz machte, die sich ebenso vom eigenartigen Verhalten seines Fundstücks überzeugen wollte. Von der Seite her musterte er die Blondine einen Augenblick, ehe sie sich zu ihm umwandte.

„Es muss irgendwem aus der Tasche gefallen sein. Lag einfach in einer Seitengasse im Staub.“

Den komischen Kauz ließ er bewusst außen vor. Er bezweifelte, dass er irgendetwas damit zu tun hatte. Vermutlich auch nur ein armer Irrer, der wie sie am Rätsel dieses Pergamentes verzweifelt war.
Crewmitglied der Sphinx
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#20
Der ein oder andere Gedanke, der Liam in diesem Moment durch den Kopf ging, blieb Shanaya vollkommen erspart. Sie war so fixiert auf die Karte, so überzeugt davon, dass irgendetwas sich dahinter verbarg, dass sie die Stimmung in diesem Raum vollkommen ausblendete. Sie war nie der Typ gewesen, der sich von so etwas hatte einschüchtern lassen. Vor allem nicht, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte.
Lucien wollte den Spielverderber spielen und auch Talin sah nicht sonderlich begeistert aus. Während Liam den Eindruck von einem eingeschüchterten Schäfchen machte. Trotzdem antwortete er zuerst auf die Frage des männlichen Captains. Den Blick, den er aus blauen Augen zugeworfen bekam, musste ihm als Antwort reichen, mehr sagte sie dazu nicht. Denn schon im nächsten Moment dürfte Lucien klar geworden sein, wieso sie dieses Papier nicht einfach hatten liegen lassen. Er zuckte vor der Kälte zurück und Shanaya hob in einer 'Ich hab's ja gesagt' Andeutung leicht eine Augenbraue. Auch die Blonde berührte die Karte, erkundigte sich im nächsten Moment, woher der Lockenkopf dieses Stück hatte.

Ich glaube, das mehr dahinter steckt als nur eine unfertige Karte. Habt ihr so etwas in der Art schon einmal gesehen?“

Dass sie so etwas mit Kälte noch nicht in den Händen gehalten hatte war offensichtlich... aber vielleicht etwas ähnliches? Die blauen Augen huschten zwischen Talin und Lucien hin und her, ehe sie noch einmal mit den Fingern über das kalte Papier strich.

Irgendetwas verbirgt sie. Ganz sicher.“


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