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Kapitel 4 - Außer Sicht
Crewmitglied der Sphinx
für 186 Gold gesucht
dabei seit Jan 2016
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Im Kopf diskutierte Aspen ziellos vor sich hin, anstatt weiterhin über seine unfähigen Begleiter zu schimpfen. Ryan der einfach das Weite suchte; Enrique der erst mit seinen Waffen prahlte und ihm zweiten Moment willkürlich durch die Gegend schoss. Entweder er ließ die Hälfte ihres Ertrags zurück und würde sich zuerst Verstärkung von der Sphinx holen, bevor sie zurückgingen, oder er würde mehrere Stunden für den Rückweg brauchen. Letzteres schien ziemlich verlockend. Vor allem weil er sich tatsächlich auf Schlange und Nagetier freute: Sie hatten lange kein frisches Fleisch mehr in den Magen bekommen.
Während er sich ohne Rücksicht durch das Unterholz kämpfte, rann ihm Schweiß über Stirn und Nacken, das laute Atmen konnte er sich irgendwann nicht mehr verkneifen, genau so wenig wie das entnervte Seufzen sobald der ehemalige Offizier zu ihm aufschloss und scheinbar doch Reue empfand: Er, Aspen, sei in die Schussbahn gelangt? Das war so abstrus, dass der Montrose nicht umhin kam bös-belustigt aufzulachen, zumindest so weit es die Anstrengung zu ließ.

Dennoch war er noch bei allen Sinnen und auch wenn er Enrique nicht antwortete, sonst hätte er ihm wahrscheinlich etwas an den Kopf geschmissen, zog er unhandlich die Machete von seinem Hosenbund und reichte sie dem dunklen Mann. Mit einem Nicken nach vorne wich er zur Seite um ihm Platz zum Überholen zu machen.
Das jetzige Tempo könnte er sowieso nicht einhalten, das war sicher. Er würde bald so langsam sein wie Enrique, da könnte dieser auch den Weg freigeben. Aspen hoffte nur, dass er bald den Punkt erreicht hätte, an dem er ewig weiter laufen konnte – diesen einen Punkt, vor dem alle Muskeln schmerzten und er bereit wäre aufzugeben, nur um ihn dann zu überwinden und den gesamten Weg zu schaffen. Dann würde es einfacher werden.

(Enrique)
Crewmitglied der Sphinx
für Gold gesucht
dabei seit Aug 2017
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Scortias ging mit dem Smutje voraus und drehte seinen Kopf nur ab und an mal zu Cornelis um, der immer noch sehr angespannt wirkte. Der ehemalige Captain der Onxy hatte nichts von dieser Leichtigkeit eines fast 13 Jahre alten Jungen, der recht schnell vertraute und bei dem das Gespür noch funktionierte, wem er sein Vertrauen schenken konnte. Als Beispiel waren da Wright und Roberts gewesen, die Nachfolger des Quartiermeisters Murray und des Steuermanns Diaz, denen der Schiffsjunge vom ersten Tag nicht getraut hatte und denen am Ende die Meuterei auf der Onyx zu verdanken war. Bei Trevor und Rayon war sich der Junge recht sicher. Kaladar hingegen schürte noch etwas geheimnisvolles und trügerisches in ihm. Irgendetwas an dem Piraten schien nicht ehrlich zu sein, doch was es war, das wusste Scortias nicht.

Es war sehr warm auf der Insel und im Wald schien die Luft zu stehen. Die Haut des Jungen glänzte, denn der Schweiß hatte sich über seinen kompletten Körper gezogen. An den Armen, dem Bauch und auch an seiner Brust waren dunkle, dreckige Streifen zu sehen, an denen er sich bereits mit den dreckigen Händen entlang gefahren war. Auch im Gesicht hatte er Spuren von Dreck die fast einer Kriegsbemalung glichen. Trevor schien wohl immer so Hyperaktiv zu sein, naja, Scortias würde es so nennen, würde er das Wort kennen. Der Blondschopf verhielt sich wie eine Mücke am Abend, die hektisch um eine Öllampe flog um dem Licht noch näher zu kommen. In dem Fall war die Gruppe das Licht und Trevor zappelte um sie herum und entdeckte, wie ein Kleinkind die Welt. Aber genau das machte ihn so vertrauenswürdig und sympathisch.

Während Scortias sich mit Rayon unterhielt, sah er wieder zurück zu Feuerbart und bekam im Augenwinkel noch mit, wie Trevor dem Captain die Flagge entreißen wollte. Der Schiffsjunge riss seine Augen auf, blieb stehen und kam nur noch dazu, seine Hand zu heben. Eine verbale Warnung war nicht mehr möglich gewesen, da sauste die Faust von Cornelis auch schon nach vorn und traf, auch wenn Trevor mit guten Reflexen die volle Wucht verhinderte, die Nase des Neugierigen. Der Junge atmete enttäuscht aus, denn jetzt war etwas geschehen, was er nicht einordnen konnte. Würden sie doch nicht mit auf die Sphinx kommen dürfen? Würden Rayon und Kaladar ihre Waffen ziehen und sie umbringen? Musste er nun wegrennen?

"NEIN ... nicht ..." stieß Scortias sofort aus und wusste selber nicht genau, ob er Trevor damit meinte, da dieser die Flagge wegnehmen wollte, oder damit Feuerbart ansprach, dass er nicht Schlagen sollte.

Beides war allerdings bereits geschehen. Es gab wenige Dinge, auf die Cornelis so reagierte. Zum einen durfte niemand Scortias nur ein Haar krümmen. Das war für die Gesundheit eines jeden wirklich schlecht. Cornelis passte auf den Jungen auf, als wäre er sein eigener Sohn. Allerdings war die Flagge das letzte Überbleibsel seines ganzen Stolzes, der Onyx. Und Trevor hatte da einen wunden Punkt getroffen, indem er sie dem Captain entreißen wollte.

Noch bevor Scortias Worte der Entschuldigung finden konnte, um so vielleicht schlimmeres zu verhindern, starrte er auf die gezogene Waffe, die der Blonde auf Feuerbart richtete. Die Situation war angespannt. Regungslos stand der Schiffsjunge da und wusste nicht, was er machen sollte. Aber der Captain durfte auf keinen Fall verletzt werden. Und dann passierte etwas, womit Scortias nicht gerechnet hatte. Trevor feierte seine blutende Nase. Der 12 Jährige zog die Augenbrauen zusammen und sah aus dem Augenwinkel zu Rayon und schließlich zu Kaladar. Ob sie auch so entspannt reagierten?

Aber WOAH, war das ein Schlag. Feuerbart war wirklich der Beste. Trevor konnte froh sein, dass er noch einigermaßen ausgewichen war, ansonsten hätte man ihn wohl zu Schiff tragen müssen. Kein anderer Mensch hatte eine Kelle wie der Captain. Während Trevor seine blutige Nase mit dem Tuch abwischte und die rote Verfärbung bejubelte, wuchs in Scortias der Stolz über SEINEN Captain. War schon irre, so einen Mann an seiner Seite zu haben.

Neben der Bewunderung für Cornelis und dessen Stärke, wuchs auch das Mitleid für Trevor an. Scortias mochte den Blondschopf und es gefiel ihm garnicht, dass die beiden aneinander geraten waren. Langsam schritt der Schiffsjunge zwischen Cornelis und Trevor, aber dem Blonden zugewandt.

"Du solltest etwas nasses und kühles in den Nacken legen. Lass das Blut aus deiner Nase tropfen. ... Ich hab dem Schiffsarzt ab und zu geholfen und habe gehört, wie er mit den Leuten gesprochen hat, die sich an Deck mal in die Haare bekommen haben. Da gab es öfter mal blutige Nasen."

Mit einem verstohlenem Grinsen sah er Trevor an und drehte sich dann zu Cornelis. Keiner aus der alten Crew hätte es wohl gewagt, dem Captain so einen Blick zu zuwerfen, wie Scortias das gerade getan hatte. Ein Blick, der so etwas aussagte wie: 'musste das jetzt sein' und 'reiß Dich bitte zusammen'. Schließlich waren sie nicht gerade in einer guten Position, denn ohne diese Piraten, würden sie von der Insel nicht herunter kommen.


[Dschungel auf der Westseite der Insel, auf dem Rückweg zur Sphinx | erst vor Skadi, Cornelis und Trevor, bei Rayon - dann bei Cornelis und Trevor]
Crewmitglied der Sphinx
für 0 Gold gesucht
dabei seit Apr 2016
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Sie hatte es kommen sehen, bevor es überhaupt geschah. Spürte das Kribbeln in ihren Nervenbahnen, das sich in einer abrupten Gänsehaut in ihren Nacken schlich. Trevor hatte kein Auge für die Situation. Registrierte Cornelis finstere Miene erst zu spät oder gar nicht - das konnte Skadi aus ihrer Position kaum genau sagen. Doch der plötzliche Schlag, zu dem der Fremde jäh ausholte, löste eine Kettenreaktion sondergleichen aus. Während Skadi im letzten Moment versucht hatte nach Trevors Arm zu greifen, stolperte dieser blindlings in sie hinein. Dumpf fühlte sich der Schmerz in ihrer Schulter an, als breite Schultern ungebremst gegen sie donnerten und durch ihre eigene Vorwärtsbewegung an zusätzlicher Schlagkraft gewannen. Mit einem leisen Zischeln kniff sie ein Auge zusammen, streckte geistesgegenwärtig ihren rechten Arm aus, um Trevors Hüfte mit einem festen Griff zu umfassen. Beinahe wären sie gemeinsam ins Dickicht gefallen, fingen sich jedoch im rechten Moment und hinterließen nur ein Echo in der Luft.
Hoppla? Waren das Trevors einzige Worte, die er angesichts der Situation heraus bekam? Nun, viel mehr hätte sie auch nicht von ihm erwartet - dem Sonnenkind, dessen Gemüt dem eines Kindes oder eines Erwachsenem auf hochdosiertem Opium glich. Nur langsam und vorsichtig löste Skadi den Griff ihrer Finger, verfestigte dabei den Stand ihrer Füße, ehe sie an Trevors Seite trat und mit verengten Augen zu Cornelis hinüber sah. Offensichtlich hatte sie mit ihrer Vermutung ins Schwarze getroffen. Nicht nur, dass sich der ehemalige Kapitän ohne zu zögern mit vollem Körpereinsatz für sein letztes Hab und Gut einsetzte, auch der zornige Ausdruck seiner Augen, der allmählich einem Blick gänzlicher Klarheit wich, machten nun jedem der hier Anwesenden klar, dass das Stück Stoff in seinen Armen mehr war als ein "Andenken".

Für einen Sekundenbruchteil schwirrte der Speer an ihrem Augenwinkel vorbei. Lenkte ihre Aufmerksamkeit zurück auf den Piraten, dessen Nase tropfte wie ein undichter Zapfhahn. Harsch drängte Skadi die angestaute Luft aus ihren Lungen, schüttelte nur den Kopf angesichts der offensichtlichen Begeisterung die Trevors angesichts seiner Verletzung an den Tag legte und war drauf und dran nach ihrem Hemdsärmel zu greifen und ihn von der Schulternaht zu lösen als...
Verdutzt hielt sie in ihrer Bewegung inne, umfasste mit ihren Fingern den hellen Stoff des ausgeleierten Marinehemdes und musterte den nun halbnackten Trevor. Hitze schob sich jäh in ihren Bauch und kämpfte sich tänzelnd zwischen ihre Beine. Urplötzlich durchfuhr ein Zucken ihre Mundwinkel. Hätte sich beinahe zu einem anrüchigen Lächeln ausgeweitet, wenn diese Situation nicht so sonderbar abstrus gewesen wäre. Gott, nach 4 Jahren überwiegender Abstinenz hatte sie lange keinen derart schönen Oberkörper mehr gesehen.

"Ich sehs und jetzt halt endlich still, sonst muss ich dich noch aufs Schiff zurück tragen."

Gregory wäre begeistert. Nicht nur, dass sie einen Haufen toter Tiere mitbrachte, sie hatte es auch zugelassen, dass sein geliebter Bruder mit einer angebrochenen Nase zurück kam. Bravo! Kurz wanderte ihr Blick auf den kleinen dunklen Haarschopf hinab, der sich zwischen die beiden Männer stellte und schmunzelte. Scortias war ein pfiffiger kleiner Kerl - erinnerte sie mit einem bitteren Beigeschmack an ihren eigenen kleinen Bruder, dessen Gebeine sie tief im Wald ihrer Heimatinsel vergraben hatte.

"Also...", mit einer ausladenden Handbewegung zog Skadi die kleine Wasserflasche an ihrer Hüfte hervor, zog geräuschvoll den Korken aus dem Hals und grabschte ungefragt nach dem Blut verschmierten Hemd, "... wenn sogar Scortias weiß was zu tun ist, sollte es für dich ein Leichtes sein mal auf mich zu hören oder?"
Wie leichter Regen perlten vereinzelte Wassertropfen auf den Boden, während Skadi das Stoffbündel tränkte und wenig später gegen Trevors Nacken legte.

"Ganz davon abgesehen, möchte ich deinem friedliebenden Bruder nicht die Gelegenheit geben, mich doch noch sezieren zu wollen."

Nicht, dass sie je glaubte, dass Gregory dazu kam oder es je täte. Doch das musste sie wohl keinem der Umstehenden auf die Nase binden. Sie hatte bereits ausreichend damit zu tun, das Brennen in ihrem Körper unter Kontrolle zu bringen, das sich immer wieder mit einem Funkenflug ankündigte, wenn die dunklen Augenpaare auf Trevors Oberkörper zurück glitten. Ihr blieb somit nur die Flucht nach vorn. Ein beherzter Griff beförderte Trevors freie Hand auf das nasse Stück Stoff in seinem Nacken. Eine weitere Bewegung trug sie mit einem tiefen Einatmen an ihm vorbei in Richtung Cornelis und Scortias, dessen Aufmerksamkeit hoffentlich so sehr auf den Piraten fixiert war, dass sie die leichte Röte an ihrem Hals für eine Schockreaktion oder für ein Anzeichen abebbender Wut hielten.

"Wir müssen wohl beide auf unsere Holzköpfe aufpassen was?"

Es war das erste Mal, dass sie so direkt zu Scortias sprach, seitdem sie am Strand aufeinander getroffen waren. Doch das leichte Schmunzeln, das sich auf ihre Züge schlich, unterstrich das kurze Augenzwinkern, das sie ihm schenkte. Er brauchte sich absolut keine Sorgen zu machen. Skadi für ihren Teil würde beiden keinen Strick daraus drehen, das Trevor sich wie scheinbar so oft ins nächste Problem geritten hatte. Man konnte weder Cornelis noch ihn dafür verantwortlich machen. Und auch wenn sie Rayon noch nicht gut genug kannte, um ihn einschätzen zu können, glaubte sie kaum, dass er anderer Meinung war.

[Dschungel auf der Westseite der Insel, auf dem Rückweg zur Sphinx | erst bei Trevor - dann auf Scortias und Cornelis zubewegend]


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