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Kapitel 4 - Außer Sicht
EHE WIR LANGSAM VERGLÜHN'
DANN LIEBER GEHN' MIT NEM KNALL
186
Gold
Aspen Montrose ist 24 Jahre alt, wurde unter den Sternen der ersten Welt geboren und entstammt der Insel Raízun. Als Carpenter reist er durch die Meere der Inselwelten und plünderte mit der Crew bereits in 20 Tavernen.
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Taten

Nickerchen in der Kajüte



Antworten


Im Kopf diskutierte Aspen ziellos vor sich hin, anstatt weiterhin über seine unfähigen Begleiter zu schimpfen. Ryan der einfach das Weite suchte; Enrique der erst mit seinen Waffen prahlte und ihm zweiten Moment willkürlich durch die Gegend schoss. Entweder er ließ die Hälfte ihres Ertrags zurück und würde sich zuerst Verstärkung von der Sphinx holen, bevor sie zurückgingen, oder er würde mehrere Stunden für den Rückweg brauchen. Letzteres schien ziemlich verlockend. Vor allem weil er sich tatsächlich auf Schlange und Nagetier freute: Sie hatten lange kein frisches Fleisch mehr in den Magen bekommen.
Während er sich ohne Rücksicht durch das Unterholz kämpfte, rann ihm Schweiß über Stirn und Nacken, das laute Atmen konnte er sich irgendwann nicht mehr verkneifen, genau so wenig wie das entnervte Seufzen sobald der ehemalige Offizier zu ihm aufschloss und scheinbar doch Reue empfand: Er, Aspen, sei in die Schussbahn gelangt? Das war so abstrus, dass der Montrose nicht umhin kam bös-belustigt aufzulachen, zumindest so weit es die Anstrengung zu ließ.

Dennoch war er noch bei allen Sinnen und auch wenn er Enrique nicht antwortete, sonst hätte er ihm wahrscheinlich etwas an den Kopf geschmissen, zog er unhandlich die Machete von seinem Hosenbund und reichte sie dem dunklen Mann. Mit einem Nicken nach vorne wich er zur Seite um ihm Platz zum Überholen zu machen.
Das jetzige Tempo könnte er sowieso nicht einhalten, das war sicher. Er würde bald so langsam sein wie Enrique, da könnte dieser auch den Weg freigeben. Aspen hoffte nur, dass er bald den Punkt erreicht hätte, an dem er ewig weiter laufen konnte – diesen einen Punkt, vor dem alle Muskeln schmerzten und er bereit wäre aufzugeben, nur um ihn dann zu überwinden und den gesamten Weg zu schaffen. Dann würde es einfacher werden.

(Enrique)


~ Schiffsjunge ~
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Gold
Scortias Bartholomew ist 12 Jahre alt, wurde unter den Sternen der ersten Welt geboren und entstammt der Insel Lilanja. Als Schiffsjunge reist er durch die Meere der Inselwelten und plünderte mit der Crew bereits in 2 Tavernen.
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Taten

Nickerchen in der Kajüte



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Scortias ging mit dem Smutje voraus und drehte seinen Kopf nur ab und an mal zu Cornelis um, der immer noch sehr angespannt wirkte. Der ehemalige Captain der Onxy hatte nichts von dieser Leichtigkeit eines 13 Jahre alten Jungen, der recht schnell vertraute und bei dem das Gespür noch funktionierte, wem er sein Vertrauen schenken konnte. Als Beispiel waren da Wright und Roberts gewesen, die Nachfolger des Quartiermeisters Murray und des Steuermanns Diaz, denen der Schiffsjunge vom ersten Tag nicht getraut hatte und denen am Ende die Meuterei auf der Onyx zu verdanken war. Bei Trevor und Rayon war sich der Junge recht sicher. Kaladar hingegen schürte noch etwas geheimnisvolles und trügerisches in ihm. Irgendetwas an dem Piraten schien nicht ehrlich zu sein, doch was es war, das wusste Scortias nicht.

Es war sehr warm auf der Insel und im Wald schien die Luft zu stehen. Die Haut des Jungen glänzte, denn der Schweiß hatte sich über seinen kompletten Körper gezogen. An den Armen, dem Bauch und auch an seiner Brust waren dunkle, dreckige Streifen zu sehen, an denen er sich bereits mit den dreckigen Händen entlang gefahren war. Auch im Gesicht hatte er Spuren von Dreck die fast einer Kriegsbemalung glichen. Trevor schien wohl immer so Hyperaktiv zu sein, naja, Scortias würde es so nennen, würde er das Wort kennen. Der Blondschopf verhielt sich wie eine Mücke am Abend, die hektisch um eine Öllampe flog um dem Licht noch näher zu kommen. In dem Fall war die Gruppe das Licht und Trevor zappelte um sie herum und entdeckte, wie ein Kleinkind die Welt. Aber genau das machte ihn so vertrauenswürdig und sympathisch.

Während Scortias sich mit Rayon unterhielt, sah er wieder zurück zu Feuerbart und bekam im Augenwinkel noch mit, wie Trevor dem Captain die Flagge entreißen wollte. Der Schiffsjunge riss seine Augen auf, blieb stehen und kam nur noch dazu, seine Hand zu heben. Eine verbale Warnung war nicht mehr möglich gewesen, da sauste die Faust von Cornelis auch schon nach vorn und traf, auch wenn Trevor mit guten Reflexen die volle Wucht verhinderte, die Nase des Neugierigen. Der Junge atmete enttäuscht aus, denn jetzt war etwas geschehen, was er nicht einordnen konnte. Würden sie doch nicht mit auf die Sphinx kommen dürfen? Würden Rayon und Kaladar ihre Waffen ziehen und sie umbringen? Musste er nun wegrennen?

"NEIN ... nicht ..." stieß Scortias sofort aus und wusste selber nicht genau, ob er Trevor damit meinte, da dieser die Flagge wegnehmen wollte, oder damit Feuerbart ansprach, dass er nicht Schlagen sollte.

Beides war allerdings bereits geschehen. Es gab wenige Dinge, auf die Cornelis so reagierte. Zum einen durfte niemand Scortias nur ein Haar krümmen. Das war für die Gesundheit eines jeden wirklich schlecht. Cornelis passte auf den Jungen auf, als wäre er sein eigener Sohn. Allerdings war die Flagge das letzte Überbleibsel seines ganzen Stolzes, der Onyx. Und Trevor hatte da einen wunden Punkt getroffen, indem er sie dem Captain entreißen wollte.

Noch bevor Scortias Worte der Entschuldigung finden konnte, um so vielleicht schlimmeres zu verhindern, starrte er auf die gezogene Waffe, die der Blonde auf Feuerbart richtete. Die Situation war angespannt. Regungslos stand der Schiffsjunge da und wusste nicht, was er machen sollte. Aber der Captain durfte auf keinen Fall verletzt werden. Und dann passierte etwas, womit Scortias nicht gerechnet hatte. Trevor feierte seine blutende Nase. Der 13 Jährige zog die Augenbrauen zusammen und sah aus dem Augenwinkel zu Rayon und schließlich zu Kaladar. Ob sie auch so entspannt reagierten?

Aber WOAH, war das ein Schlag. Feuerbart war wirklich der Beste. Trevor konnte froh sein, dass er noch einigermaßen ausgewichen war, ansonsten hätte man ihn wohl zu Schiff tragen müssen. Kein anderer Mensch hatte eine Kelle wie der Captain. Während Trevor seine blutige Nase mit dem Tuch abwischte und die rote Verfärbung bejubelte, wuchs in Scortias der Stolz über SEINEN Captain. War schon irre, so einen Mann an seiner Seite zu haben.

Neben der Bewunderung für Cornelis und dessen Stärke, wuchs auch das Mitleid für Trevor an. Scortias mochte den Blondschopf und es gefiel ihm garnicht, dass die beiden aneinander geraten waren. Langsam schritt der Schiffsjunge zwischen Cornelis und Trevor, aber dem Blonden zugewandt.

"Du solltest etwas nasses und kühles in den Nacken legen. Lass das Blut aus deiner Nase tropfen. ... Ich hab dem Schiffsarzt ab und zu geholfen und habe gehört, wie er mit den Leuten gesprochen hat, die sich an Deck mal in die Haare bekommen haben. Da gab es öfter mal blutige Nasen."

Mit einem verstohlenem Grinsen sah er Trevor an und drehte sich dann zu Cornelis. Keiner aus der alten Crew hätte es wohl gewagt, dem Captain so einen Blick zu zuwerfen, wie Scortias das gerade getan hatte. Ein Blick, der so etwas aussagte wie: 'musste das jetzt sein' und 'reiß Dich bitte zusammen'. Schließlich waren sie nicht gerade in einer guten Position, denn ohne diese Piraten, würden sie von der Insel nicht herunter kommen.


[Dschungel auf der Westseite der Insel, auf dem Rückweg zur Sphinx | erst vor Skadi, Cornelis und Trevor, bei Rayon - dann bei Cornelis und Trevor]