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Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Druckversion

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RE: Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Josiah Moggensten - 17.01.2021

Das Schiff erbebte unter den weiteren Schuss. Josiahs Hand fand die Reling fast von selbst, als er den Ruck ausbalancierte. Aber in der Bewegung lag keine Achtsamkeit. Josiah schenkte dem Schuss gerade so viel Aufmerksamkeit, wie nötig war.

Der bevorstehende Kampf war in den Hintergrund gerückt. Der Blick des ehemaligen Auftragsmörders suchte nicht mal für den Bruchteil der Sekunde das andere Schiff. Neben ihm ertönte Runars Stimme. Kleinlaut, unsicher. Aber sie bestätigte seine Beobachtung. Josiah nickte gedankenverloren. Runars Frage nach Riechsalz ignorierte er geflissen. James meldete sich zu Wort, fragend. Er schien nichts gesehen zu haben und für einen kurzen Moment überlegte Josiah, wie er die Lage möglichst effektiv erklären konnte, wenn er selbst noch nicht genau wusste, was er aus ihr Schlussfolgern konnte. Dann schob sich Trevor an James vorbei an die Reling. Lautstark und Einnehmend. Und nach seinen Fass rufend. Josiah hatte früher mit ihm gerechnet. Aber er musste Trevor recht geben, sie brauchten jetzt…
Das laute Platschen des im Wasser landenden Taljeblocks erfüllten seinen unausgesprochenen Wunsch und unterbrachen seine Gedanken.

Genau sowas.

Josiah fing  inuitiv an zu zählen, während er seine Hände von der Reling löste und einen kurzen Blick über seine Schulter warf. Am anderen Ende der Angelschnur stand Taron. Natürlich. Schon in der Stadt damals hatte der Mann bewiesen, dass er einen lobenswerten Blick für das notwendige hatte. Josiah nickte kaum merklich, ehe auch er sich wieder der Nebelwand zuwandte und den Block suchte.

Der Nebel war über ihn hergefallen wie ein hungriges Tier, bis er ihn ganz umschlungen hatte. Erst als Taron das Seil wieder aufnahm um den Blick wieder heran zu ziehen – etwa 10 Sekunden später, wie Josiah gedanklich vermerkte – wurde er wieder etwas unruhig.

Josiah starrte nach unten und verfolgte angespannte den Block, wie er durch das Wasser gezogen wurde und die Nebelfetzen Stück für Stück von ihm abließen.
Kurz stieß er gegen die Bordwand und Josiah griff nach ihm um ihn mit über die Reling zu hieven. Er runzelte die Stirn, als seine Hand das Seil berührten, und dann noch etwas mehr, als er seine Hand nach oben hob und die krümeligen Reste, die an seiner Haut hängen geblieben war, zwischen den Fingern zu verreiben.
Etwa im selben Moment wie Trevor begriff er, was sie da vor sich hatten: Salz.

Salz und Rost.

Er hatte den Rost auf den Block schon beim Hochhieven erahnen können. Wäre der Nebel nicht so gruselig nahe hätte er jetzt um den Block gebeten, um ihn genauer zu betrachten. Doch jetzt genügte ihn der kurze Blick als Bestätigung. Es war wie bei dem Fass vorhin.
Die Falte auf Josiahs Stirn wurde etwas tiefer. Nebel. Salz. Rost. So etwas hatte er tatsächlich noch nicht gesehen. Ob das Salz nur ein Symptom oder ein Auslöser war? Schließlich rostete alles schneller, dass regelmäßig mit Meerwasser in Berührung kam.

Ein weiterer Schuss ließ das Boot erzittern und erinnerte ihn sanft daran, dass ursprünglich ein Angriff bevor stand. Trevor schien es hingegen mehr daran zu erinnern, dass auch Kanonen rosten konnten. Irgendjemand sollte Lucien Bescheid sagen.
Josiah sah zum Meer zurück. Der Nebel war unaufhaltsam näher gerückt. Es war ihm, als würden die Wellen plötzlich etwas lauter gegen das Schiff schlagen, das Schiff etwas lauter knirschen und der Wind etwas schärfer sein.
In dem Moment fiel sein Blick auf das Schiff, dass sie verfolgten. Es schien inzwischen alle Vorsichtig über Board geworfen zu haben und Josiah fuhr ein kalter Schauer über den Rücken als er sah, wiee s eine harte Kertwende schlug, ehe es in den Nebel steuerte. Josiah zog eine Augenbraue hoch. Weiter hinten hörte er Lucien rufen. Für einen kurzen Moment stand er noch und starrte auf die Stelle, wo das Schiff vom Nebel verschluckt worden war.
Dann geschahen mehrere Dinge gleichzeitig.
Trevor – dummer, naiver, Heuschrecken-im-Sack-hüten-war-einfacher-als-diesen-Piraten-Trevor, war auf die Reling geklettert und streckte die Hand nach vorne, in den Nebel.
Und ein Schrei erklang. Nicht von Trevor, dessen Hand im Nebel verschwand, auch nicht von einen anderen der Piraten oder gar den Ziegen unter Deck.
Josiahs Blick wanderte zum Nebel. Der Schrei war nicht menschlicher Natur gewesen. Kehlig und hart. Hell, kreischend. Kein Geräusch, dass ein Mensch hervorbrachte. Ein Vogel vielleicht? Die Härte würde dazu passen, aber er konnte auch nicht sagen, was für eine Vogelart es sein könnte. Er hatte so einen Schrei noch nie gehört. Suchend ließ er seinen Blick die Nebelwand entlang gleiten, in der Hoffnung, irgendetwas zu sehen, was Aufschluss über die Geschehnisse geben könnte. Doch da war nichts zu sehen. Lärmend brachen die Wellen gegen das Schiff. Der Schrei war so laut gewesen, dass es die Wellen problemlos übertönt hatte. War er nur sehr nah gewesen? Der Vogel, wenn es denn einer war, musste Teil des unnatürlichen Nebels sein, was suchte sonst so ein Tier so weit draußen auf dem Meer. Oder verbarg der Nebel eine Insel? Oder dachte er in die ganz falsche Richtung? Würden Meerestiere schreien? Waren Meeresmonster da vielleicht anders als ihre Mitbewohner?

Seine Gedanken überschlugen sich förmlich.

Aus dem Augenwinkel nahm er war, wie James nach Trevor griff und ihn zurück zog. Trevor. Er sollte schauen, ob Trevors Übermut neue Erkenntnisse gebracht hatte. Noch kurz starrte er in den Nebel, hoffend, vielleicht doch etwas erkennen zu können, ehe er sich dazu zusammenreißen konnte, sich abzuwenden, nicht ohne zu registrieren, wie der Nebel unruhiger geworden war. Doch dafür wäre später Zeit.
Er bereute im selben Moment, dass er sich so lange Zeit gelassen hatte. Die Gruppe hatte sich verändert. Taron war weg, dafür war Ceallagh aufgetaucht. Vor allem aber schien sich der Nebel nicht damit zufrieden zu geben, Trevor wieder gehen zu lassen:
Hinter den Rücken der Piraten schien Leben in die Nebelwand gekommen zu sein. Sie waberte, schien zu vibrieren. Kleinere Nebelschwaben lösten sich, kletterten über die Reling, tasteten sich nach vorne. Auf sie hinzu. Ein ungute Ahnung beschlich Josiah und sein Blick glitt zur Seite, nur um intuitiv einen Satz zurück zu machen: dort, wo gerade noch sein Bein gestanden hatte, war ebenfalls Nebel aufgetaucht. Es erinnerte Josiah an eine Schlange, die sich nach vorne schlängelte, auf der Suche nach… etwas. Ihnen.

Josiah öffnete gerade den Mund um etwas zu sagen, als Runar auch schon einen leisen Ruf ausstieß.
Der Nebel hatte ihn erreicht.
Ausgerechnet Runar, der vorhin schon so klang als würde er am liebsten ganz woanders sein. Jetzt stand er da und schüttelte hektisch seinen Arm. Der Nebel hatte sich um ihn gelegt wie ein zweiter Ärmel.
Instinktiv sprang Josiah nach vorne. Den Blick nicht von dem Nebel lassend packte er Runar und zerrte ihn unsanft nach vorne, ohne darauf zu achten, ob der junge Mann folgen konnte, während er mit der freien Hand in der Luft rumfuchtelte.

WEG VOM NEBEL! SOFORT!

Dann war er auch schon bei der Stelle angelangt, wo er Trevor den Putzeimer verschwinden lassen sehen hat. Ohne ihn vorher zu entleeren. Für einen kurzen Moment dankte er Trevor innerlich aus vollen Herzen. Er hatte keine Ahnung, ob es überhaupt helfen würde, was er jetzt tun würde, und er hoffte, dass Runar ihn das nicht allzu übel nehmen würde – vor allem wenn es nichts half, vielleicht wäre ja gar nichts passiert, aber wer wusste das jetzt schon – als er Runar ohne zu zögern nach vorne riss, den Arm mit dem Nebel radikal im Wasser versenkend.
Entschuldigen konnte er sich später noch. Jetzt wollte er gar nicht erst abwarten was ein Menschen-verfolgender-Viecher-Schreien-In-Ihm-Eisen-Altert-Definitiv-Zu-Schnell-Nebel mit einen Menschen anstellen würde.
{an Deck | direkt bei Trevor, Runar, Greo, Call. & Co, später dann ein paar Schritte daneben | in der Nähe von Lucien & Tarón}


RE: Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Trevor Scovell - 17.01.2021

Trevor beugte sich so weit vor, dass seine Nase beinahe ebenfalls im Nebel steckte. Das war nicht sonderlich weit, denn kaum hatte seine Hand die weiße Wand durchdrungen, streckte der Nebel genauso seine Finger nach ihm aus, wand sich um ihn, kroch empor bis zum hochgeschobenem Ärmel seines Hemds. Ein Kribbeln fuhr durch Trevors Arm und hätte ihm ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert, wäre nicht –

Etwas packte ihn und riss ihn mit einem Ruck zu sich. Nicht in den Nebel, sondern rückwärts, zurück aufs Schiff. Trevor schrie auf, seine linke Hand war noch immer mit den Wanten verschränkt und was ein überraschter, aber eleganter Sprung von der Reling zurück an Deck hätte sein sollen, endete in einem chaotischen Stolpern und das wiederum, als er mit Wucht gegen jemanden stieß.

Dieser Jemand war Ceall, wie sich herausstellte. Und der blaffte auch schon den Übeltäter an – einen von den Neuen, James. Trevor holte tief Luft, fluchte noch einmal und nahm die Hand von der Pistole.

„Mach das noch mal und ich erschieß dich.“

Er grinste James an, aber es war sein voller Ernst. Da war seine Waffe einmal alle Jubeljahre tatsächlich geladen und hätte James auch nur ein bisschen mehr nach Nebelmonster ausgesehen – tentaklige Arme, zwei Köpfe mehr oder besser noch beides – hätte er das ausgenutzt. So ließ er die Pistole im Gürtel stecken, erlaubte Ceall, ihn bei den Schultern zu packen, und hob stattdessen die Arme vor sein Gesicht. Trevor kniff die Augen zusammen, runzelte die Stirn, drehte beide Arme im diesigen Licht hin und her, um sie miteinander zu vergleichen, wackelte mit allen Fingern (und den Zehen, wenn er schon mal dabei war) und verkündete schließlich mit wichtiger Stimme:

„Mir geht’s gut! Keine Glibberpilze.“

Letzteres fügte er fast ein bisschen enttäuscht hinzu. Tatsächlich war nur die linke Hand, die zu enge Bekanntschaft mit den rauen Wanten gemacht hatte, ein bisschen lädiert, wenn man das überhaupt so nennen konnte. Er rieb damit über die nasse Spur, die der Nebel an seinem anderen Arm hinterlassen hatte.

„Eigentlich war’s sogar ganz … angenehm? Aber das waren auch bestimmt keine zehn Sekunden!“

Zugegeben, er hatte nicht gezählt. So viel detaillierter Firlefanz! Aber er warf James trotzdem einen beleidigten Blick zu, der hoffentlich in gebührendem Ausmaß verdeutlichte, was für ein wichtiges wissenschaftliches Experiment er unterbrochen hatte. Wie beiläufig wand er sich dabei aus Cealls Griff, grinste ihm zu und machte einen Satz außerhalb seiner Reichweite.

„Das rechnet sich bestimmt zusammen. Wenn ich nur noch ganz kurz – oh! Wie … zuvorkommend!“

Er hatte sich wieder zur Reling umgedreht, konnte sich eine erneute Kletterpartie aber offenbar sparen. (Nicht, dass er etwas dagegen gehabt hätte.) Der Nebel war ihm gefolgt! Er klebte an ihm wie ein weißer Umhang und weitere Fetzen krochen über die Reling. Doch noch hatte er die Sphinx nicht völlig verschluckt. Trevor streckte begeistert die Hand danach aus und beobachtete, wie sich der Nebel durch seine Finger schlängelte. Die anderen waren offenbar überhaupt nicht so begeistert, er hörte Rúnar und gleich darauf Josiah aufschreien und Lucien das Kommando zum Abdrehen geben. Er brauchte einen Moment, bis das bei ihm ankam – da schwenkte die Sphinx bereits in eine andere Richtung.

„Warum abdrehen?!“ Er fuhr zu Lucien herum. „Wenn er die Sphinx ganz hätte fressen wollen, hätte er das doch schon tun können! Und was ist mit dem anderen Schiff? Wir könnten –“

Er strahlte auf. Seine Gedanken gingen plötzlich in eine gänzlich andere Richtung als noch vor wenigen Minuten.

„Wir könnten die Nebelfetzen behalten und sie als gruselige Geisterpiraten zum Kapern schicken! Nein, Moment, was machen wir dann in der Zeit … oh!“ Er schnappte nach Luft. „Wir könnten uns mit dem Nebel als gruselige Geisterpiraten verkleiden!“

Sich als Kleidung anbieten tat der Nebel immerhin schon ganz von allein. Und so wenig Trevor auch ein Anhänger davon war, potenzielle intelligente, super-potenziell magische Etwasse einzusperren – wer konnte diesen Nebel anschauen und dabei nicht an einen Geist in der Flasche denken?!

[bei James & Ceall || in der Nähe von Lucien und dem Rest der Reling-Truppe || sehr angetan von seinem persönlichem Nebelfetzen]



RE: Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Talin Dravean - 21.01.2021

Nur mit großer Willensanstrengung konnte Talin sich vom Anblick des Nebels lösen, denn sie hatte das Gefühl, der unbekannten Gefahr – sollte es diese wirklich geben – nicht den Rücken zukehren zu wollen. Dennoch konnte sie nicht anders und schielte erst zu Skadi hin, die ebenso wenig ihren Blick von dem Nebel lösen konnte, nur um dann zu erkennen, dass hinter der Frau Liam aufgetaucht war. Offensichtlich hielt es niemand so wirklich mehr unter Deck aus, zu neugierig oder aufgewühlt darüber, was wohl hier oben geschehen mochte.
Bevor die Blonde irgendetwas sagen konnte, hallte ein Schrei über den Nebel und gab ihr das Gefühl, als würde ihr jemand über die blanken Knochen schaben. Noch während sie sich schüttelte, sah sie, wie Lucien an die Reling trat und sich mit Ceallagh auf und davon machte. Nur kurz folgte sie den beiden mit den Augen und erkannte, dass ein Großteil der Crew sich mit dem Nebel befasste. Oder mit Trevor, der auf die Reling gesprungen war und sich wohl in die weiße Wand stürzen wollte, wenn James ihn nicht zurückgehalten hätte. Sie überließ die Jungs ihren Spielchen und konzentrierte sich auf Liam und Skadi, die in ihrer Nähe geblieben waren. Dabei spürte sie auch, dass Liam sie irgendwie erwartungsvoll ansah, obwohl Talin nicht recht wusste, wieso. Es dauerte einen Moment, bis sich sich wieder an den Schrei erinnerte – auch wenn sie den nicht wirklich hatte vergessen können – und daran, dass Isala gerade eben nach oben ins Krähennest geklettert war – und damit wie auf dem Präsentierteller festsaß.
Die junge Frau biss sich schmerzhaft auf die Innenseite der Wange, um sich zur Ordnung zu rufen. Jetzt war nicht die Zeit, verträumt in der Gegend rum zu stehen und nichts zu machen. Das Spiel hatte sich mit der Flucht der Beute in den Nebel und dem Erscheinen des Vogels verändert. Jetzt mussten sie zusehen, wie sie ihre Beute fassen konnten und dabei selbst nicht draufgingen. Wieder raste ihr das Blut durch den Körper weckte sie damit aus ihrer seltsamen Starre und sie sah noch, wie Skadi sich auf den Weg zum Hauptmast machte. Talin widerstand dem Drang, der anderen Frau etwas hinterher zurufen und konzentrierte sich stattdessen auf Liam.

Skadi hat recht, wir sollten nasse Stoffe vorbereiten. Auch wenn Trevor anscheinend nicht gefressen wurde, wissen wir nicht, ob der Nebel nicht vielleicht doch schädlich ist. Mir bereitet er auf jeden Fall ein ungutes Gefühl.“ Für einen kurzen Moment sah sie von dem Lockenkopf weg und auf die Wand, bevor sie sich wieder zurück drehte. „Im Lazarett sollte noch genug Stoff und auch Wasser zur Verfügung stehen...

Sie wurde unterbrochen, als Soula an ihr vorbei zur Reling ging und kurz darauf der andere Lockenkopf folgte. Talin blinzelte kurz und lächelte dann schief, als sie sah, was Alex dabei hatte.

Schön zu sehen, dass hier gleich jemand mitdenkt.“ Ihr Blick folgte dem Mann und wieder sah sie zur Nebelwand. „Wir haben keine Ahnung, was es damit auf sich hat. Möglich, dass es das Jagdgebiet des Viehs ist, das hier fröhlich rum schreit. Oder es ist etwas völlig anderes. Wie Liam schon sagte, wir können nicht mit Kanonenkugeln auf das Vieh schießen, wenn es sich entscheidet uns anzugreifen. Also halt deine Waffe besser bereit.

Sie ließ ihren Blick über das Hauptdeck schweifen, während sie gleichzeitig ihre Gedanken nach Wichtigkeit ordnete. Schützen, Lappen, Wasser...eine Möglichkeit, dass sie sich in der Suppe da sehen konnten, wenn sie wirklich so dicht war, wie sie glaubte? Kurz fuhr sie sich durchs Haar, versuchte, ihre Nervosität abzuleiten.

Soula, kannst du Josiah Bescheid sagen, dass er sich bereit halten soll, auf den Vogel zu schießen, wenn es sein muss? Liam? Du kommst mit mir Stoffe und Wasser holen.“ Ein frustriertes Schnauben. „Hat einer von euch diesen Typen gesehen? Zairym?*“

[Auf dem Hauptdeck an der Treppe | bei Liam | in der Nähe von Alex und Soula]


Kapitel 8 - Schleichende Wasser - James Killigan - 22.01.2021

Nicht zum ersten, aber vermutlich auch nicht zum letzten Mal, fragte sich James, ob es die Wettschulden wirklich wert waren, bei einer so wahnwitzigen Reise mit diesen Piraten möglicherweise sein Leben zu lassen. Als ob es nicht reichen würde das hinter jeder Welle und jeder Insel sich potenziell etwas befinden könnte, das danach trachtete das Leben der Piraten zu verkürzen, nein, offenbar hatten einige der Seeräuber einen Todeswunsch. Anders konnte er sich Trevors gehampel an der Reling nicht erklären.
Ohne groß darüber nachzudenken, hatte er also versucht den todesmutigen (oder einfach nur absolut wahnsinnigen) von dem Nebel wegzuziehen, woraufhin Trevor direkt die Balance verlor und gegen Caell stolperte. Das war James aber herzlich egal, denn er hatte wirklich keine Lust darauf einem Menschen beim Verwesen zuzusehen. Selbst wenn dieser Mensch so nervig und dauerhaft aufgekratzt war, wie Trevor. 

„Mach du sowas nochmal und ICH erschieße DICH!“ 
drohte James zurück, als Trevor ihm seinen Rettungsversuch offenbar übel nahm. 
„Du hast doch keine Ahnung was dass da ist. Bist du so versessen darauf zu sterben? Dann gibt es auch leichtere Wege.“ 
Für solche Spinnereien hatte er keinerlei Verständnis und irgendwie hatte er noch dazu diese diffuse Angst, dass Trevors Verhalten ihm selbst das Leben kosten könnte. Der Schrei aus dem Nebel heraus jagte James eine Gänsehaut über den ganzen Körper und erneut wünschte er sich nur weit weg. Stattdessen konnte er kaum seinen Platz an der Reling verlassen, denn immer mehr Mannschaftsmitglieder waren aufgetaucht um den Tarjenblock in Tarons Händen zu begutachten, von dem nicht mehr viel übrig war. 
Anscheinend war er mit seiner skepsis gegenüber den Nebelschwaden aber auch nicht alleine, denn als Runar auf sich aufmerksam machte, dass ihn der Nebel einzuholen schien, fackelte Josiah nun seinerseits nicht lange und tunkte Runars Arm in den nächstbesten Wassereimer, wohl in dem Versuch die Nebelschwaden loszuwerden. 
Trevor hingegen konnte von dem Zeug gar nicht genug bekommen und wollte am liebsten den Nebel als..Haustier halten?! 
„Vielleicht könnten wir auch einfach zusehen nicht zu sterben, nur weil du plötzlich eine Vorliebe für etwas entwickelst, dass uns das ganze Schiff unterm Arsch wegrosten lassen könnte.“
antwortete James sarkastisch, brummelte dabei aber mehr in seinen 3 Tage Bart. Er hoffte einfach, dass Lucien mehr Vernunft hatte als der kleine wahnsinnige Pirat hier vor ihm. 

an Deck, bei der Reling


RE: Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Liam Casey - 24.01.2021

Noch bevor Talin etwas sagte, nahm Skadi ihr die Entscheidung ab. Liam sah ihr für einen kurzen Augenblick nach. Ihre Zustimmung sorgte nur für einen flüchtigen Moment für etwas Erleichterung (weil er davon ausging, dass sie Isala wirklich erst einmal dort oben runterholen würde, bis sie zumindest eine Verteidigungsstrategie hatten und nicht mehr völlig wehrlos waren), doch das, was sie ihnen entgegen rief, kurz bevor sie den Hauptmast hinauf kletterte, wusste er nicht wirklich einzuordnen. Sein Blick eilte zur Nebelwand zurück, die er bislang nicht wirklich beachtet hatte. Nebel war an sich nichts Ungewöhnliches. Dass es sich mit diesem hier offenbar anders verhielt, war ihm neu. Auf den ersten Blick wirkte nämlich nichts an ihm wirklich sonderbar – abgesehen von der Aufmerksamkeit, die ihm die Gruppe an der Reling offenbar schenkte. Talin und Skadi schienen mehr zu wissen, oder zumindest zu ahnen. Der Lockenkopf hatte keinen Grund, ihnen zu widersprechen. Er konnte auch immer noch genauer nachfragen, wenn die Utensilien vorbereitet waren, die Talin für sinnvoll hielt. Eigentlich hatte er sich direkt umwenden wollen, um sich nützlich zu machen, da traten Soula und Alex hinter ihnen aus dem Bauch des Schiffes. Seinem Freund galt ein Grinsen. Vorfreude gemischt mit Unbehagen, das in Anbetracht der Abenteuerlust seines Freundes fast gänzlich verschwand. Alex wandte sich an Isala und ließ auch Liam mit seiner Frage hellhörig werden. Indes zog es Soulas Aufmerksamkeit auf die Gruppe an der Reling. Was sie sagte, hörte er nicht, aber schließlich war es Alex, der eben die Frage aussprach, die auch Liam auf der Zunge gelegen hatte. Alex schien die Antwort offenbar nicht aus Talins Richtung erwartet zu haben, allerdings brachte sie sie auch nicht wirklich weiter.

Der Gedanke des Jagdgebiets lag nahe. Was aber der Nebel damit zu tun haben sollte, blieb offen. Irgendwas aber schien die anderen davon zu überzeugen, dass er irgendetwas Schädliches an sich hatte. Noch bevor er seine Gedanken geordnet hatte, wies Talin ihn an, ihr zu folgen. Liam nickte, schob die Tür nach unten wieder auf und hielt sie mit dem Fuß offen, bis auch Talin hindurch war.

„Habt ihr diese Vögel schon mal gesehen oder ist Ceallagh der einzige?“, fragte er an sie gewandt und meinte in erster Linie Lucien und sie. „Als Alex und ich das letzte Mal in dieser Gegend waren, waren sie weiter entfernt. Damals war die Sicht allerdings klar.“

Nichts Ungewöhnliches, dass sich Nebelfelder über der Meer schoben. Besonders nicht bei diesem feuchten Wetter. Vom anhänglichen Wesen dieser Nebelschwaden wusste er nichts. Die Aufregung, die Trevor, Runar und Josiah um den Nebel machten wirkte mehr, als hantierten sie mit irgendwelchen giftigen Insekten.

„Was haben die anderen herausgefunden?“

Unten erwarteten sie die Blicke der anderen. Liam bat Rayon um einen Eimer voll Wasser, während er gemeinsam mit Gregory die Reste der Stoffbandagen zusammenklaubte, die sie damals aus den alten Kleidern geschnitten hatten. In Anbetracht dessen, dass sie nicht wussten, was sie erwartete, galt es, einen Weg zu finden, sich den nassen Stoff vor den Mund zu halten und gleichzeitig beide Hände freizuhaben. Wenn man sie in Stücke teilte und die oberen Enden mit Stoffriemen verband, konnte man sie vielleicht irgendwie am Hinterkopf befestigen.


{ Talin, Alex, Soula | folgt Talin nach unten zu den anderen }


RE: Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Ceallagh Hayes - 24.01.2021

“Hier wird niemand erschossen.“, was er erst an Trevor gerichtet hatte, folgte auf den Fuß  mit einem verheißungsvollen Blick James, der wie ein verängstigter Hund um sich schnappte. Bei allen Welten – begriff der Kerl denn nicht, was Trevors Leichtsinn zu all dem hier beitrug? Offensichtlich nicht, wenn er so freimütig davon sprach, dass er andere Optionen für einen schnellen und womöglich schmerzfreieren Tod kannte.
“Vielleicht könntest du auch einfach mal deine Klappe halten und zu einer Lösung beitragen, statt hier herum zu stehen und den anderen dabei zuzusehen.“ Denn nichts anderes hatte der Fremde bisher getan. Zugesehen, über Entscheidungen gewettert und über Eventualitäten gesprochen, die genauso aus der Luft gegriffen waren, wie alles andere, das ihm durch den Kopf schwirrte. Es brachte nichts, sich wie ein verängstigtes Häschen zurück zu ziehen und dafür zu beten, das man ungeschoren davon kam. So funktionierte da Leben nicht. Erst Recht nicht eines Mannes auf See. Wer so etwas wie blinde Furcht kannte, sollte sich beim nächsten Landgang lieber von dieser Crew verabschieden. Denn Ceallagh rechnete felsenfest damit, dass das hier noch ein Kaffekränzchen war, im Vergleich zu allem, was ihnen angesichts der Abenteuerlust der Kapitäne bevor stand. Er für seinen Teil freute sich darauf. James allerdings würde wohl eher mit eingeklemmtem Schwanz den Rückzug antreten.
“Ich muss dich glaube ich nicht daran erinnern, weshalb du überhaupt weißt, dass uns der Nebel gefährlich werden könnte, oder?“ Für den Blondschopf stand es hier letztlich nicht zur Debatte ob oder wie verrückt Trevor eigentlich war. Seine fixen Ideen und Eigenarten konnte der Hayes gekonnt ignorieren, weil es ihn so sehr an das naive Geplapper seiner Schwester erinnerte, dass er erst darauf ansprang, wenn statt Worten auch wirklich Taten folgte.

Aus den Augenwinkeln bemerkte der Schmuggler wie Rúnar panisch auf der Stelle sprang und seinen Arm wie ein Huhn durch die Luft wirbelte. Was seine Aufmerksamkeit jedoch wirklich eine Sekunde von Trevor zog, war der diesige Fetzen, der am anderen Ende wie fester Schleim aus Luft und Wasser an ihm herunter hing. Hatte sich der Nebel wirklich bewusst über die Reling in ihre Richtung gezogen? Es hatte etwas Seltsames an sich, das urplötzlich tief in seinem Brustkorb drückte. Eine Erinnerung. An Geschichten. Die, die ihm sein Onkel dann und wann erzählte, um ihn daran zu erinnern, mit welchem Glück er gesegnet war, in einem trautem Heim wie dem Seinen aufzuwachsen.
“Trevor… hast du jemals von Nebelmenschen oder Geistern aus dem Nebel gehört?“ Blind war Ceallagh näher an den jungen Piraten heran getreten, um ihm die Worte leise entgegen zu flüstern. In einer Atempause, die nach dem irrsinnigen Monolog über das andere Schiff (was zum Henker war nur mit den Leuten darauf passiert?!) und eine Kostümparty dringend nötig gewesen war.
Doch Ceallagh brauchte Antworten. Mehr als er Trevors Körper zumuten konnte und wollte. Am liebsten hätte er geradewegs James im Wasser und im Nebel versenkt. Einfach, um sein Gezeter zu verstärken und einen Grund mehr zu haben, ihn auf der nächsten Insel los zu werden.
Ruckartig wandte sich der Schmuggler herum, steuerte auf Tarón und Lucien zu. Letzterer war gerade dabei das Schiff auf neuen Kurs zu setzen und hatte seinen Blick in Richtung Steuerrad erhoben. Nur die Augen des Älteren ruhten auf ihm. Erwartungsvoll. Hoffend, dass er mit wichtigen Informationen aufwartete.


“Lucien… ihr habt doch Hühner da unten oder?“ Eine Hand breit blieb er neben den beiden stehen, sah von seinem alten Freund auf Tarón und sog tief und schwer die Luft ein.
“Dieser Nebel ist nicht üblich für diese Gegend. Nicht in dieser Form zumindest. Ich will wissen, was er mit lebendem Getier anstellt, ohne dafür jemanden über Board schmeißen zu müssen.“ Ihm war vollkommen klar, wie grausam sich das anhörte. Doch wenn der Vogel auf sie, statt auf das andere Schiff aufmerksam wurde, konnte der Nebel im Zweifelsfall ihr Retter in der Not sein. Und ein Huhn war letztlich schneller ersetzt als ein Mitglied der Besatzung.  
“Weiter süd-östlich gibt es einen Vulkan, der allerdings seitdem ich denken kann nicht aktiv war. Allerdings würde ich meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass er seine Lava nicht auf anderem Wege an die Oberfläche gelangt.“, fügte er hinzu. In dem Wissen, dass es ein Griff nach Strohhalmen war. Er wusste nicht wie das Wasser auf den heißen Strom aus Lava reagieren konnte. Ob der Nebel ein Produkt dessen war oder etwas ganz anderes dahinter steckte. Doch es brachte nichts, es still und heimlich für sich zu behalten. Mehr Köpfe. Mehr Ideen.

“Was die Vögel betrifft… wir haben nicht die richtige Ausrüstung, um uns ihnen zu stellen, ohne Verluste hin zu nehmen. Sei es innerhalb der Mannschaft oder das Boot selbst. Und gerade jetzt sind sie zu aggressiv als es auf einen dummen Versuch ankommen zu lassen.“

[erst bei Trevor und James | dann bei Lucien und Tarón]



RE: Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Skadi Nordskov - 26.01.2021

Mit jedem Meter, den sie weiter und weiter in die Höhe stieg, zupfte der Wind penetranter am Saum ihrer Kleidung. Skadi kniff die Augen zusammen, um dem gleißenden Licht der Sonne zu entgehen, die ihr beim Aufstieg ins Krähennest unangenehm entgegen stach. Fast erschien ihr das Deck unterhalb ihrer Füße wie der Teil einer ganz anderen Welt. Chaotisch. Nass. Und trüb. Die Hölle unter einem strahlend blauen Himmel, der plötzlich über dem diesigen Kamm des Nebels auftauchte. Erst erkannte Skadi die Sohlen dunkler Stiefel, als sie die letzten Stufen erklomm und sich auf den Holzboden zog. Dann erreichte der dunkle Haarschopf der Fremden ihr Blickfeld, kaum dass sie sich aufrichtete und tief die angenehm kühle Luft einatmete. Irgendetwas hatte am anderen Ende des Nebels Isalas Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Etwas die Nordskov erst erspähte, als sie Schritt um Schritt zu der Fremden aufschloss.

“Bei allen sieben Welten.“

Fest umfasste sie das hölzerne Geländer. Lehnte sich dem Schwung des Schiffes entgegen, das in der Bewegung der Wellen von rechts nach links wippte, und nickte Isala stillschweigend zur Antwort. So etwas hatte sie bisher noch nie gesehen. Riesige schillernd weiße Flügel überspannten den Himmel, wie die Arme einer Himmelsgestalt aus den Schauermärchen ihrer Brüder. Mit Haut so blutrot und schuppig, dass Skadi augenblicklich an das Echsenwesen in Taróns Obhut denken musste. Ob es möglich war, dass sich eine Vogel und ein Schuppentier paaren konnten?

“Ich sehe sowas auch zum ersten Mal.“, raunte Skadi, halb zu sich selbst, halb an Isala gerichtet, deren Körper sie nur beiläufig neben sich wahrnahm. Zu sehr gefesselt von dem Anblick des Tieres. Dem spitzen, schillernden Schnabel. Den großen, unheimlichen Augen, die wahrscheinlich auf etliche Meilen Entfernung ihre Beute erblickten.

“Kannst du irgendetwas ausmachen, um sie uns vom Hals zu schaffen?“

Aus den Augenwinkeln sahen die dunklen Iriden auf das braun gebrannte Gesicht. In der Hoffnung, dass Isala etwas sah, was ihr vielleicht entging. Letztlich konnte jedes noch so kleine Detail entscheidend sein. Ein Schlupfloch unter dem schuppigen Panzer des Tieres. Ein Schimmern in den Federn. Ein ungelenker Flügelschlag, der auf eine Verletzung hindeutete. Ein Körper, der … auf einmal in einen Sinkflug verfiel.

“Was zum…“ Blinzelnd wandte sich Skadi wieder zurück. Beobachtete wie das monströse Flugtier Meter um Meter hinab sank und binnen weniger Herzschläge gänzlich im dichten Nebel verschwand.

[Im Krähennest bei Isala]



Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Greo - 31.01.2021

„Sie haben Gegenstände ins Wasser geschmissen, darunter ein Fass. Es fing augenblicklich an zu Rosten. Der Typ mit dem Pseudo-Krokodil hat daraufhin einen Taljenblock in den Nebel geworfen. Auch der ist gerostet und das Holz war ebenfalls wie verwittert. Trevor, der Vollpfosten, wollte den Effekt bei sich selbst testen. Vielleicht schrumpelt er jetzt zusammen wie eine ranzige Rosine. Wie auch immer, aber dadurch wissen wir, das ist kein gewöhnlicher Nebel.“

In Greos Stimme schwang leichte Anspannung mit, während er konzentriert weitere Konturen im Himmel ausfindig zu machen ersuchte. Seine Augen wurden schmal.

„Ganz zu schweigen von dem Wesen, was da oben rumfliegt.“

Wäre es ihm möglich gewesen, hätte er sich wahrscheinlich einer Kragenechse gleich groß gemacht und versucht zu einem Schutzschirm für seine Freundin zu werden, aber dank genetischer Grenzen konnte er an dieser Stelle nur seine auf einen Meter Sechsundneunzig reduzierte Gestalt verwenden, um auf sie aufzupassen. Und im Vergleich zu dem, was da geschrien haben musste, konnte das nur wenig sein.
Die Worte, die vom Krähennest hinabklangen, schienen seine Erklärungen kurz und bündig zu untermauern. Ganz gleich, was geschah, es war nicht gut und es war vor allem nicht geplant und absehbar.

„Hast du eine Ahnung, was das sein könnte?“

Nun klang er ein wenig ratlos und sah sich sicherheitshalber einmal kurz um, in vager Ahnung, dass das Wesen vielleicht auch aus dem Nebel ausbrechen und sie achtern angreifen konnte. Dabei ließ er die Waffe die ganze Zeit nicht sinken. Obwohl das mutmaßlich nur den Effekt einer Haselnuss gegenüber einem Elefanten haben konnte. Er fokussierte wieder auf die Stelle, von der der Schrei hergekommen war. Im Fahrtwind kräuselten ein paar feine Haare von Shanaya in Richtung seines Gesichts. Das Kitzeln ließ ihn die Nase rümpfen. Dennoch wagte er sich nicht weiter weg. Zur Not konnte er sich auf sie drauf werfen und sie platt machen wie eine Flunder.

[Achterdeck | Shanaya | Zielt wohl ins nirgendwo]



RE: Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Weltenwind - 31.01.2021

Ein Hauch von Lebensgefahr ...
Der Nebel verschluckte jeden Laut, der aus seinem Herzen zu dringen versuchte. Verbarg das, was geschah, vor der Piratencrew an Deck. Nur Isala und Skadi, die über dem weißen Meer thronten und sahen, was vor sich ging, hörten die entfernten Rufe der fremden Besatzung, die der Wind zu ihnen hinüber trug. Als sich der gewaltige Vogel über den Schoner erhob und kurz darauf mit einem kurzen, tiefen Kreischen in den Sturzflug überging, wurden die Rufe zu Schreien der Angst. Pistolenschüsse knallten, Kugeln stoben in Richtung Himmel. Doch den Vogel schien all das nicht zu kümmern. Er breitete aus dem Sturzflug heraus die Flügel aus, streckte den schuppenbedeckten Unterleib aus und tauchte mit den Krallen voran in den Nebel ein, verschwand gänzlich darin.
Die Schreie wurden lauter, ein markerschütterndes Knacken ertönte. Etwas zerbarst in Splitter. Dann neigte sich der Hauptmast des Handelsschiffes bedenklich, der gerade so über das Dunstmeer hinweg zu sehen war, kippte und verschwand in dichtem Weiß.

Die Sphinx drehte bei, schwenkte mit dem Bug nach Nordwesten, um Abstand zwischen sich und die Nebelwand zu bringen. Doch als hätte Isala ihn mit ihren unheilverkündenden Worten heraufbeschworen, ertönte plötzlich ein zweiter, donnernder Schrei an Steuerbord, der keinem der Piraten entging. Ungleich lauter und so viel näher, als der erste. Das undurchdringliche Weiß dicht neben der Draka geriet in Bewegung und ein Blick nach unten offenbarte den beiden Frauen im Krähennest das, was auf sie und ihre Mannschaft zukommen würde.
Immer deutlicher zeichnete sich in der hellen Masse ein dunkler Umriss ab, nahm mehr und mehr Gestalt an. Nur den Bruchteil einer Sekunde später brach der zweite Vogel aus dem Nebel hervor, stieg unmittelbar neben der Sphinx steil in die Höhe und breitete seine gewaltigen Schwingen aus. So dicht vor den Augen Skadis und Isalas, dass ihnen kein Detail seiner Erscheinung entging.
Sein Kopf erinnerte an einen Raubvogel, an eine Eule oder einen Falken vielleicht. Der Schnabel wirkte darin beinahe winzig, doch angesichts der Größe des Tieres musste er ohne Probleme dazu im Stande sein, einen Menschen in zwei Teile zu zerbeißen. Allein die Spanne seiner Flügel maß von Bug bis zum Heck des Dreimasters. Ein dichtes, hell weißes und flammend rotes Federkleid bedeckte seinen Körper. Doch dort, wo bei einem Vogel die Krallen sein sollten, gingen Federn in Schuppen über. Die Beine erinnerten mehr an die eines Reptils als an jene eines Falken, und keine Schwanzfedern stabilisierten seinen Flug, sondern ein langer, peitschenartiger Echsenschwanz.
Ein rotgoldenes Augenpaar richtete sich auf die beiden Frauen im Krähennest. Die geschlitzten Pupillen zogen sich zusammen, als hätte das Auftauchen des Schiffes das Wesen genauso überrascht, wie anders herum. Doch es schaltete schnell, fixierte seine unverhoffte Beute und brachte sich mit einem kräftigen Flügelschlag ein Stück höher in die Luft.
Den Bruchteil einer Sekunde bemerkten Skadi und Isala noch, wie von Schnabel und Gefieder des Vogels Rauch aufstieg. Dass ein Teil seines Schuppenkleides stumpf und glanzlos wirkte. Dann ging das Geschöpf zum Angriff über, stieß einen weiteren, markerschütternden Schrei aus und  riss die Klauen nach vorn, um sich die beiden Frauen zu packen. Eine rasiermesserscharfe Kralle streifte Isala am Oberarm, riss Haut und Fleisch auf, verfehlte sie jedoch und packte stattdessen den Mast, um den missglückten Angriff abzufangen.

Die Sphinx ächzte unter der Belastung, neigte sich unter dem Gewicht des Vogels stark nach backbord. Ein Knacken ging durch das Holz, das jedoch standhielt. Gleichzeitig wirbelten die nun behäbig um Balance kämpfenden Flügel den dichten Nebel an der Seite des Schiffes auf, trieben die Schwaden über das schräg liegende Schiff.
Unter Deck stürzte alles, was nicht vertäut oder verschraubt war, aus Regalen und Halterungen und rollte nach backbord. Der Großteil der Fracht und die wenigen Kanonen an Bord blieben jedoch fest verankert und verhinderten mit ihrem Gewicht, dass sie sich gänzlich auf die Seite legten.




Spielleitung für Isala & Skadi
Spielleitung für die gesamte Crew


Shortfacts
# Vom Angriff auf das fremde Schiff bekommt außer Skadi & Isala niemand etwas mit.
# Isalas Wunde blutet stark, ist aber nicht lebensbedrohlich.
# Der Vogel krallt sich an der Spitze des Hauptmastes fest & lässt bisher nicht los.
# Das Steuerrad entgleitet Shanayas Händen und schlägt unkontrolliert aus.
# Die Sphinx neigt sich sehr stark. Wer sich nicht rechtzeitig festhalten kann, verliert das Gleichgewicht.
# Durchsichtige Nebelschwaden hüllen das Schiff langsam ein.

# Weitere Verletzungen und Schäden am Schiff sind jederzeit durch euer Spiel möglich, solange sie nicht durch die SL bereits ausgeschlossen sind.




RE: Kapitel 8 - Schleichende Wasser - Isala Reginn - 01.02.2021

Noch immer peitschte das Adrenalin das Blut durch ihre Adern und Isala konnte nicht klar denken. Wenisgtens bekam sie am Rande mit, dass sie nicht die einzige hier an Bord war, die noch nie soetwas erblickt hatte. Mit weit aufgerissenen Augen sah die Junge Frau dabei zu, wie das andere Schiff zu erst von der Kreatur angegriffen wurde und dann scheinbar ein paar sehr schwerwiegende Treffer einstecken musste. Die Schreie der anderen Crew drangen zu ihr durch und verursachten trotz der Wärme um sie herum, eine Gänsehaut auf ihrem ganzen Körper.

Das Geländer um sie herum gab ihr etwas Halt und die Knöchel ihrer Hand traten weiß hervor, so sehr klammerte sie sich daran fest. Vielleicht war es keine ganz so gute Idee gewesen, hier hoch zu gehen. Wenigstens war sie mit Skadi nicht ganz alleine. Ein kurzer Blickwechsel erfolgte, als Skadi ihr eine Frage stellte und sie drehte ihren Kopf wieder herum... auf der Suche nach etwas, was ihnen eventuell helfen könnte. Was Isala allerdings entdeckte, war das Gegenteil von Hilfe. Ein Donnernder Schrei aus einer anderen Richtung erreichte sie und bestätigte ihr, dass auf sie der Tod wartete - ein zweiter Vogel! Nicht weniger bedrohlich als der erste. So hatte sie sich ihr erstes Abenteuer auf der Sphinx nicht vorgestellt!

Dieses Ungetüm hätte sie sich nicht mal in ihren wildesten Träumen vorstellen können. Es entsprang scheinbar direkt den alten Piratengeschichten, die sie als Kind oft gehört hatte. Unbewusst trat sie einen Schritt vom Geländer zurück, als hätte sie hier oben eine reale Chance, dem Tier zu entfliehen... und bevor sie noch etwas zur Warnung sagen konnte, griff die zweite Kreatur auch schon an. Kurz nachdem Schrei des Tieres, stieß Isa ihrerseits einen Schrei aus - allerdings vor Schmerz. Sie hatte es nicht mehr geschafft dem Angriff zu entgehen und wurde von der Wucht der Kralle zurück gerissen ... ehe sie wieder in die andere Richtung taumelte, als das Gewicht des Vogels das Schiff plötzlich neigte.

Isala stolperte gegen das Geländer und krachte mit dem Hintern unsanft auf den Boden. Dort sitzend, hielt sie sich den schmerzenden Oberarm, bekam auch nur nebenbei mit, dass dieses stark blutete, doch der Schmerz drang dank des Adrenalins noch nicht ganz zu ihr durch. Ihre grünen Augen starrten entsetzt auf ihren Angreifer, der nun näher denn je am Mast hing. Sollte dieses brechen, würden auch sie und Skadi in die Tiefe gerissen.

Doch aktuell war die Frau so unter Schock, dass sie keinen klaren gedanken fassen konnte.

[Krähennest bei Skadi  |  Ist verletzt ]